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Full text of "Zeitschrift für deutsches altertum und deutsche litteratur .."

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Si 


?t 


ZEITSCHRIFT 


FÜR 


I  ' 


DEUTSCHES  ALTERTHUM 


llfc:HAlJSGEGEBE^ 


VON 


MORIZ  HAUPT. 


NEUE  FOLGE.    DRITTER  BAND. 


BERLIN 

WEIDMANNSCIIE  BÜClinANÜI.UNü. 

1872. 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

Seit  Graffs  erfolgreichen  arbeiten  hat  die  gelehrte  weit  den  alt- 
deutschen glossen  eine  im  ganzen  geringe  heachtung  geschenkt,  wenn 
es  auch  nicht  an  zahlreichen  neuen  und  u>erihvollen  publicationen 
fehlte,  so  beschränkten  sich  dieselbeti  doch  meist  auf  genaue  ab- 
drücke und  nur  in  selteneti  fällen  fügten  die  herausgeber  spärliche 
verbefserungsvorschläge  oder  erläuternde  bemerkungen  bei:  der 
lexicalische  und  sprachliche  gewinn  erschien  als  die  hauptsache. 
die  folge  dieses  einseitigen  interesses  war  dafs  die  Veröffentlichungen, 
denen  ich  im  übrigen  ihren  grofsen  nutzen  gar  nicht  absprechen 
will,  einen  theil  ihrer  brauchbarkeit  dadurch  einbüfsten,  dafs  in 
deii  vocabularen  die  nicht  deutsch  glossierten  Wörter  fortgelafsen  zu 
werden  pflegten,  wird  also  eine  eingehende  sachliche  und  kritische 
behandlung  beabsichtigt,  so  ist  eine  erneute  prüfung  der  hs.  das 
erste  er  fordernis,  es  verdienen  aber  die  glossen  eben  so  gut  wie 
jeder  andere  rest  unseres  alterthums  eine  allseitig  umfafsende  und 
methodische  bearbeitnng,  welche  auf  manche  seilen  der  deutschen 
Vergangenheit  helleres  licht  werfen  wird,  allerdings  müfsen  alle 
fäden,  welche  sich  darbieten,  nach  kräften  weiter  gespommi,  alle 
feinen  bezüge  verfolgt,  die  ganze  Untersuchung  im  zusammenhange 
geführt  werden,  bis  jetzt  liegen  nur  anfange  dazu  in  WGrimms 
und  Iloltzmanns  arbeiten  vor,  denen  sich  der  folgende  aufsatz,  trotz 
seiner  zahlreichen  mängel,  anreihen  möge, 

• 

I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 

Wackemagel  in  dieser  Zeitschrift  band  V.  p.  327 — 338.   er  hat 
richtig  erkannt,  dafs  der  gröste  theil  des  vocabulars  sich  auf  Yirgit 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  1 


2  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

bezieht,  eine  Ordnung  desselben  aber  nicht  versucht,  es  kommt  zu- 
nächst darauf  an,  das  princip  zu  finden,  nach  dem  die  glossen 
hier  auf  einander  folgen,  schon  eine  flüchtige  durchsieht  belehrt, 
dafs,  wenn  auch  die  lateinischen  worte  den  buchstaben  gemäfs  ver- 
theilt  sind,  innerhalb  der  einzelnen  buchstabencömplexe  jedoch  alpha- 
betische aufeinanderfolge  nicht  stattfindet,  vielmehr  haben  die  glossen 
einer  jeden  reihe  sich  diejenige  Stellung  bewahrt,  welche  sie  im 
Virgiltexte  einnahmen,  dieser  umstand  gewährt  uns  die  möglichkeit, 
das  geschäft  der  Ordnung  mit  einiger  Sicherheit  zu  unternehnen, 
wir  gelangen  dabei  zu  dem  resultate,  dafs  die  jetzige  fafsung  des 
vocabulars  eine  Virgilhs-yoraussetzt ,  welche  mindestens  die  Bucolica, 
d€LS  erste  und  vierte  buch  der  Georgica  nebst  einigen  Servianischen 
nolen  enthielt,  die  dort  mit  deutschen  glossen  versehenen  worte 
wurden  ihres  zusammetihangs  enthoben  und  hintereinander  als 
glossar,  wie  deren  nicht  wenige  auf  uns  gekommen  sind,  aufge- 
zeichnet, das  dritte  Stadium  war  dann  die  alphabetische  Ordnung  in 
ihrer  uns  jetzt  beschäftigenden  gestalt,  da  die  erörterte  regel  auch 
bei  den  übrigen  vocabularen  der  Schlettstädter  hs,  anwend^mg  findet, 
so  ist  der  schlufs  erlaubt  dafs  die  herstellung  der  alphabetischen 
reihen  folge  erst  von  dem  herrührt ,  welchem  wir  das  ganze  Sammel- 
werk verdanken,  jene  von  mir  angenomimene  mittelstufe  läfst  sich 
freilich  nicht  streng  erweisen,  sie  erklärt  aber  befser  sowohl  die 
spätere  alphabetische  anordnung  als  auch  die  sticht  ganz  seltenen 
fälle,  in  welchen  die  ursprüngliche  folge  gestört  ist. 

Genauer  habe  ich  das  fünfundzwanzigste  Schlettstädter  glossar 
geprüft  und  gebe  hier  das  remltat,  um  theils  meine  bisherigen  auf- 
stellungeyi  zu  sichern,  theils  einen  neueti  gesichtspunkt  für  die  beur- 
theilung  der  ganzen  Schlettstädter  Sammlung  zu  gewinnen,  wir 
haben  es  dort  mit  glossen  zur  cura  pastoralis  des  Gregor  zu  thun, 
die  bis  zu  einem  gewissen  grade  derartig  mit  einem  vocabular  zur 
gleichen  schrift,  welches  bei  Braun,  notitia  de  codicibus  ms,  II. 
p,  122  If.  aus  einer  Augsburger  hs,  abgedruckt  und  von  Graff  mit  A 
bezeichnet  ist,  stimmen,  dafs  beide  nothwendig  derselben  quelle  ent- 
sprungen sein  müfsen.  doch  kann  das  Schlettstädter  aus  dem  er- 
wähnten nicht  abgeschrieben  oder  vielmehr  geordnet  sein,  weil  es 
einerseits  wmHe  enthält,  die  in  A  sich  nicht  finden,  andererseits  in 
viel  fehlerfreierer  gestalt  als  jenes  uns  erhalteti  ist.  die  gemeinsame 
quelle  mufs  die  glossierte  hs,  selbst,  kein  aus  ihr  hergestelltes  voca- 
bular gewesen  sein,    diese  atmahme  fordert  der  fehler  in  A  232: 


I.   DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABÜLAR.        3 

intentat  raphsungo,  wo  das  Schlglossar  (18)  richtig  bietet:  animad- 
versio  raphsungo.  beide  glossen  gehören  nämlich  zu  admon.  XH  des 
dritten  buches :  super  illos  propheta  Sophonias  vim  divinae  anim- 
adversionis  intentat.  demmuh  rühren  die  gemeinsamen  fehler  aiia 
der  hs,  selbst  her,  ich  habe  dabei  vornehmlich  die  stelle:  deiectus 
unwerdira  A  269,  Schi  gl  90  im  ange,  sie  bezieht  sich  auf  buch  IIl, 
admon.  XVIIl :  quid  itaque  elatione  deiectius.  den  comparativ  setzt 
auch  die  deutsche  Übersetzung  voraus:  wir  müfsen  also  schliefsen, 
dafs  schon  in  der  hs.  die  glossen  nicht  original  waren,  sondern  in 
sie  am  einer  andern  eingetragen  sind. 

Ich  füge  nebenbei,  damit  dies  niemanden  irren  möge,  die  &e- 
merkung  an,  dafs  sowohl  in  diesem  Schi,  glossare  wie  im  sechsten 
hier  und  da  das  lateinische  wort  nicht  in  der  dem  texte  des  Schrift- 
stellers entsprechenden  form,  sofidem  im  nom.  aufgeführt  ist.  das 
deutsche  erhält  dann  entweder  ebenfalls  diesen  casus  oder  bleibt  in 
der  ursprünglichen  form. 

A  hat  an  denselben  stellen,  wie  Schi.  </{.25  den  nom.  acc.  pl.  aij. 
masc.  auf  a ,  auch  zeigt  es  stets  uo  (nur  zweimal  u ,  einmal  o)  ent- 
sprechend dem  Schi  glossar.  dadurch  fällt  Weinholds  ansieht  (alam. 
gramm.  p.  108^  dafs  uo  in  die  Schlettstädter  gl.  erst  durch  die 
jungem  abschreiber  gekommen  sei.  überhaupt  darf  die  einwürkung 
derselben  nur  sehr  gering  angeschlagen  werden,  wie  man  dies  aus 
der  vergleichung  beider  denkmäler,  die  uns  das  recht  giebt,  auch 
auf  das  Verhältnis  bei  den  übrigen  Schi,  vocabularen  einen  schlufs 
zu  ziehen,  deutlich  ersieht,  ist  demnach  der  lautbestand  ziemlich 
intakt  geblieben,  so  würde  sich  als  zeit  der  entstehung  des  Virgil- 
glossars  etwa  das  ende  des  neunten  und  der  anfang  des  zehnten 
Jahrhunderts  ergeben,  schwieriger  ist  die  frage  nach  dem  ort. 
Weinhold  behandelt  die  ganze  Schlettstädter  masse  als  elsäfsisch; 
dies  mag  für  die  letzte  redaction  richtig  sein,  geht  man  aber  auf 
die  ursprüngliche  gestalt  zurück,  so  ist  gar  kein  grund  vorhanden, 
alle  einzelneti  stücke  dieser  Sammlung  von  vorne  herein  derselben 
gegend  zuzuschreiben,  dafs  dialektische  Verschiedenheiten  da  sind, 
zeigt  ja  schon  der  nom,  pl.  des  adj.  masc.  auf  e  im  vierten  glossar, 
sowie  das  stellenweise  hervortretende  ua.  doch  kann  die  ganze  frage 
erst  dann  erfolgreich  erwogen  werden  ^  wenn  eine  kritische  Sichtung 
der  Schi.  gl.  vorangegangen  ist.  daher  lafse  ich  diesen  punkt  vor- 
läufig auf  sich  bertihen  und  mache  nur  auf  die  häufige  Überein- 
stimmung mit  den  Tg.  Yirgilgl,  aufmerksam,    da  dieselbe  für  die 


4  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

Untersuchung  von  Wichtigkeit  sein  könnte  j  so  habe  ich  die  gleich- 
lautenden  stellen  durch  cursiven  druck  ausgezeichnet. 

Nicht  alle  glossen  des  sechsten  vocabulars  jedoch  sind  den  Bu- 
colicis  und  dem  ersten  und  vierten  buche  der  Georgica  entnommen, 
es  bleiben  nämlich  mehr  als  sechzig  worte  übrig,  die  zum  gr Osten 
theile  gar  nicht  bei  Virgil  vorkommen,  sie  befinden  sich  meist  am 
ende  der  einzelnen  alphabetischen  reihen,  dafs  sie  einem  Schrift- 
steller angehören,  ist  mir  zweifelhaft,  ich  vermuthe  eher,  dafs  sie 
aus  randbemerkungen  der  Virgilhs,  herrühren,  viele  davon  kommen 
bei Servius  vor,  dessen  stellen  ich  in  den  anmerkungen  gebe,  viele 
in  isidorischen  glossaren.  doch  auch  hier  wäre,  selbst  wenn  ich  sie 
sämmtlich  aus  ein  und  derselben  schrift  nachzuweisen  vermöchte, 
volle  gewisheit  deshalb  nicht  zu  erreichen,  weil  die  lateinischen,  nicht 
deutsch  glossiertest  worte  von  Wackernagel  fortgelafsen  sind. 

Was  schliefslich  meine  ausgäbe  anbetrifft,  so  bleibt  mir  nur 
zu  bemerken,  dafs  ich  kein  bedenken  getragen  habe,  da  ein  getreuer 
abdruck  bereits  vorliegt,  fehler  im  texte  zu  verbefsem;  in  den  an- 
merkungen gebe  ich  übrigens  davon  rechenschaft.  mit  eckigen  klam- 
mem sind  die  von  mir  gemachten  Zusätze  bezeichnet,  mit  runden  die 
schon  in  der  hs,  vorfindlichen.  beide  haben  den  zweck,  die  gewählte 
deutsche  Übersetzung  aus  dem  zusammenhange  zu  erklären,  daher 
Wackernagel  p.  319  unrecht  ihut,  wenn  er  von  ^zufällig  mit  her- 
atisgegriffenen  worteii  spricht,  dieser  vorwarf  möchte  nur  bei  drei 
oder  vier  glosseti  begründet  sein,  die  im  Sprachschätze  nicht  belegten 
warte  habe  ich  mit  einem  Sternchen  versehen. 


10 


BUCOL.  I. 

1.  patule  spritantiu.  440. 

„  ?  recubans  sceronde.  540. 
„  fagus  puocha.  209. 

2.  tenui  cleinimo.  615. 

„  meditaris  liudost.  374. 
„  avenä  habirhalme.  1. 
4.  lentus  muozziker.  334. 
9.  errarc  weidinon.  176. 
12.  usque  adeo  so  ferro.  663. 

„  turbanturzirstoubitwerdent. 

616. 
14.  corilus  hasil.  68. 


14.  modo  middont.  375. 

15.  spes  gregis  fasil.  543. 
„   conixa  kiwerfintiu.  69. 

21.depellere    zuotriben.  146.    15 
23.  coniponerewidirtnezzon.  70. 
25.  viburna  sumirlata.  662. 
27.  libertas  candidior  sichuroro 

frihalsi.  71. 
29.  longopost  ferroaftirdes.335. 

49.  non  temptabunt  nirwertlnt. 

617. 

50.  vicini  kiburh  664.  20 
n  contagiarudun,  hudun.*  72. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 


52.  frigus  chuoli.  211. 
„   captabis  chiusist.  73. 
25    „  opacum  scateloma.  421. 

54.  depasta  [sQpes]   piweidino- 

ter.*  147. 
„   salicti  salahun.  544.  . 

55.  levi  susurro  lindemo  dozzo. 

336. 

56.  frondator  loubare.*  212. 
30  57.  palumbes  hekitubin.  443. 

58.  aeriä  [ulmo]  hohimo.  2. 
„   ulmus  elmo.  665. 

59.  ?  aequor  fei.  3. 

60.  destituent  pikebint.  148. 
35  61.  pererratis  irfarinen.  442. 

63.  (illius)  vultiis  minna.  276. 
„   labatur  sliffe.  337. 
65.  rapidum  [Oaxen]  drata.  517. 
68.  paup€ris[tuguri]armilich€ro. 
444. 
40    „  tugurium  butte.  618. 

„  coDgestum  zisamine  kitraki- 

niz.  74. 
„  culmen  first.  75. 
70.  novalia  niulente.  409. 
73.  insere  impito.  277. 
45  75.  post  hac  hinnan  frammer- 
tes.  447. 
„   proiectus       nidirkilazziner. 

446. 
76.  procul  darbi.  445. 
78.  cytisum  cepphin.  76. 
„   [non]  carpetis  ni  grimmint. 
77. 
50  80.  mitia  rifflu.  376. 

Sl.castaneae    molles    kiscelito 
cestinnun.  378. 


BÜCOL.  II. 

1.  ardebat  minnota.  4. 

2.  dclitias  zartun.  149. 

4.  inconditaunkilimflichiu.278. 

5.  iactabat  witwerflbta.  279.      55 

8.  nunc  ctiam  nobnu.  177. 

9.  lacertos  ekidehsun.  (1  miusi 

in  brachio.)  338. 

10.  rapide  estu  heizzero  hizzo. 

518. 

11.  allia  klobilouch.  5. 

„  serpillum  Michenuie.  545.    60 
„  herbas  wrze.  264. 
13.  cycadis  fukilili  (haimili).  78. 
15.  fastidia  weokisami.*  210. 

18.  ligustra  phaffilinga.  339. 

„  vaccinia  heidebere.  666.        65 

19.  despectus  unwerder.  150. 
22.  lac  noYum  piost.  340. 

26.  placidum  [mare]  stillez.  448. 

27.  [non]   metuam   ni  intsizzo. 

379. 

29.  humiliscasasnidiroheirberg.  70 

266. 

30.  conpellc  trib.  79. 

33.  instituit  lerta.  281. 

34.  triuisse  ribin.  619. 

36.  compacta  zisamine  kiuuoctiu. 

80. 
43.  abducere  inlocchon.*  6.        75 

46.  calathis  ceinnun.  81. 

47.  papaver  mago.  450. 

48.  anetum  tille.   7. 

49.  casiä  wihpoume.  82. 

50.  luteola  calta  rotiz  cleo.  341.   80 

51.  canamalagrawaepphila.  83. 
53.  pruna  flumo.  451. 

57.  certes  kilest  84. 
59.  perditus  firtano.  452. 


6 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


85  66.  iugo  sleifTun.  282. 

72.  viminibus  ir  widon.  668. 
„   detexere  flehten.  151. 

„  iuncus  piniz.  283. 

73.  fastidit  intuerdet.  213. 

BUCOL.  III. 

90    4.  veretur  furihtit.  669. 

6.  subdiicitur    inzokin   wirdit. 

546. 

7.  partius  mezzigor.  453. 

8.  transversum  in  duerich.620. 
18.  excipere  uzzirskepphin.*179. 

95    „   licisca  pracchin.  342. 
20.  coge  samino.  85. 
„   carecta  sahirahe.  86. 
„   latebas  loscatost.  343. 
26.  vincta  pideiptiu.  671. 
100  28.  ?  uterque  eowedir.  707. 

29.  experiamur  iruinden.  178. 

30.  ad  mulctram  ci  melecchubi- 

lin.  8. 

31.  depono  wetten.*  152. 

33.  iniusta  noverca  ungnadikiu 
stiefmuoter.  284. 
105  36.  insanire  toben  }  spilon.  285. 
,,   pocula  scenkiuaz.  454. 
37.  fagina  puochchiniu.  214. 
„   celatum  kigrabinez.  87. 
39.  hederä  ebhowe.  267. 
110    „   chorimbos  drubin.  88. 
41.radio  kerto.  519. 
45.  ansas  hanthabun.  9. 
52.  quin  agc  nube  rehto.  507. 
54.  repone  firnim.  520. 
115  64.  (malo)  petit  uuarif.  377. 

66.  mens  ignis  min  minna.  380. 

67.  Delia  diana  l  chebis.  153. 
69.  congessere  nestoton.  89. 


82.  depulsis  (hedis)  intuenetin. 

154. 
87.  cornu  petat  stechche.  90.    120 
92.  fraga  erdpere.  215. 

96.  reice  dana  trip.  521. 

97.  lavabo  wasg^o  }  insago.345. 

98.  preceperit  finiahit.  455. 

102.  herent  lerchint.*  268.  125 

103.  fascinat  firzoubirota.  217. 
108.  componere  kistillin.  91. 

BUCOL.  IV. 
1 4.  irrita  unbideribiu.  287. 
1 7.  pacatum  [orbem]  fridisama. 
456. 

19.  errantes  (hedere)  spritan-  i30 

tili.  180. 

20.  ridenti  (achanto)  pluoente- 

mo.  522. 

21.  distentauberadrozinta  utir. 

155. 
25.  vulgd  ubiral.  670. 

39.  feret  (omnia)  pirit.  422. 

40.  rastra  egidun.  523.  135 
„   falcem  rebimezzires.  216. 

42.  mentiri  trukinon.  38  t. 

45.  sandix  vueit.  547. 

46.  fusis  spinnilon.  219. 

47.  ParcQ  scepfarun.*  457.        140 
49.  incrementum  üowahst.28S. 
51.  tractus  maris  farte.  621. 

61.  fastidia  pitunga.*  220. 

BUCOL.  V. 

2.  inflare  plasin.  280. 

5.  Zephyrus  sunduuint  708.  145 
„  motantibuswckkinten.382. 

6.  (sive)  potiiis  pjEZ  ist.  548. 

7.  sparsit  pispritat*  l  coronat. 

549. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCÄßULAR. 


7.?labrusca  wildiu  reba.  373. 
150  1 7.  saliunca  reotachil.  550. 
„  rosetum  rosigartin.  524. 
26.  libavit  trang.  346. 
30.  thiasosbachigartleoth.*  623. 
„   inducere  in  burig  prinkin. 
290. 
155  31.  lentashastaszahascafta.347. 
„   intexere  irnemen.  289. 

39.  Carduus  distü.  92. 

„  paliurus  hagan.  441. 

40.  mduciteyinbebiceohmt.291. 
160  42.  tumulus  1^.  624. 

50.  quocunque  modo  zi   sueli- 

chero  wis.  508. 
„   tibi  vicissiminkakin  dir.  673. 
56.  miratur  lobot.  383. 
61.otlaflrro.  423. 
165  63.  intonsi  unkiriutta.  292. 

70.  ante  focum  fore  demo  fiure. 

10. 

71.  fundam  scencho.  221. 

„  calathis  stouffilinen.  93. 
77.  thimus  pinebluome,  binesu- 
ga.  625. 
1 70  79.  Vota  opphir.  672. 

80.  damnabis  ingeiltist.  156. 
88.  pedum  stap.  458. 
90.  paribusnodiskilichenchnor- 
cin.*  459. 

BUCOL.  VI. 

4.  vellit  zuigta  }  want.  674. 
175    5.  deductum  Carmen  kilanctiz 
sang.  157. 
13.  pergite  pieridespurjgint(ua- 
rint)  mus^.  460. 

15.  inflatum  cicheb'itez.*  293. 

16.  serta  hüubitpant  551. 


17.  gravis    chantharus    mihiler 

chobf.  254. 
19.  luserat  pitroug.  349.  iso 

22.  sanguineis  moris  roten  mör^ 

herigin,  552. 
„  timpora  dunwengi.  526. 

27.  in  numerumaflercilun.  294. 
„    Faunos  scratin.  222. 

28.  ludere  spilon.  350.  185 
„   rigidus  stariche.  525. 

33.  liquidi  ignis  lutirero  lufle. 

348. 
35.  discludere  kiuzzon.  158. 

38.  submotis  üfirpuriten.  553. 

39.  surgere  (silv^)  vvahsin.  554.  190 
51.  in  l^vi  fronte  in   slehtimo 

ende.  296.  351. 

„  quesisset  greifibti.  509. 

54.  (ilice)  sub  nigra  untir  scate- 
lomero.  556. 

„   ilex  eich.  295. 

63.  alnos  erlun.  11.  195 

66.  assurrezerit  inkekin  huf- 
stonte.  12. 

71.  ornus  linboum.  424. 

75.  latrantibus  monstris  pellin- 
ten egison.  352. 

„  inguina  after  din  lanckun. 
297. 

BUCOL.  VII. 

1.  argutä  wola  hellintero  t  ro-  200 

spontero.*  13. 

2.  in  unum  cisamine.  299. 
5.?pares  kilicha.  449. 

„  ?  respondere  inchedin.  542. 
10.  cessare  kitueUin.  94. 
12.  pretexit  pidecchit  461.         205 

„  arundine  rorahe.  15. 


8 


DIE  DEUTSCHEN  YIRGDLGLOSSEN. 


13.  ezamina  suarima.  181. 
17.  seria  kiuuori.  557. 
„  ludo  spile.  344. 
210  24.  arguta  fistula  wola  hellindiu 
suegila.  16. 

25.  crescentem  (poetam)  dihin- 

ten.  95. 

26.  iüa  inadri.  298. 

27.  [ultra]  placitum  mez.  462. 
29.  setosi  apri  purstikis  ebires. 

559. 
215  30.  ramosa  astilohtiu.  526. 
„  vivacis  langlibes.  675. 

31.  si  proprium  hoc  fuerit  ubi 

daz  ci  dancho  wisit.  560. 

32.  puniceo  rotimo.  463. 

„   evincta  piuankiniu.  183. 
220   91  coturno  kiscuohi.  96. 

33.  sinum  lactis  charuol  milichi. 

558. 
„  liba  phephirceltin.  353. 
36.  [si]  suppleverit  irfullit.  561. 
38.  cygnis  elbizzin.  97. 
225   „   (hederä)  albli  westiniskemo.'^ 
17. 
42.  ruscufl  kuliso,  527. 
„  algä  merigrase.  18. 
44.  iuvenciflumeii'*'}steora.300. 
47.  solstitium  scato.  562. 
230  49.  foGUs  fiur.  218. 

„   teda  pechsceide.*  627. 
50.  postes  turistuodil.  464. 
53.  stant  iuniperi  fol  sint  wec- 

chiltra.  563. 
56.  (flumina)siGcairsuinina.564. 
235  57.  aret  (ager)  hartat.  19. 

„  vitio  aeris  föne  heizzi.  677. 
„   moriens  (herba)  irwerdinte. 
384. 


58.  pampineas  [umbras]  rebili- 

cha.  465. 
60.  Juppiter    plurimus     michil 

luft.  467. 
66.  populus  (arbor)  olftar.  466.   240 
„   abies  tanna.  20. 
68.  fraxinus  asc.  223. 

BIJCOL.  VIll. 

3.  linces  luhsa.  354. 

4.  requierunt  rawetvn.  528. 

7.  legis  iruerist.  355.  245 

13.  serpere  chresin.  565. 

16.  tereti  sinueUimo.  628. 

17.  nascere  irrin  l  ufgan.  410. 
„   age  princh.  wolga.  21. 

19.  (dum)  queror  clagota.  159.   250 
29.  incide  spizzo.  301. 
34.  supercilium  vbirpravvi.  566. 
37.  roscida  [mala]  towiga.*  529. 
41.  vt  vidi  (hie  temporis)  so  iobc 
kisach.  678. 

„   vt  perii  (hie  qualitatis)  wco  255 
ih  dich  minnota.  679. 

„   abstulit  zo  imi  kinam.  22. 
43.  cotibus  steinin.  98. 
45.  edunt  kiparin.  184. 
52.  ultro  sinis  danchis.  680. 
54.  electra  fleod.  185.  260 

59.  speculä  de  fona  obinantiki. 

160. 

64.  effer  uztrag.  182. 
„   viiik  nestilon.  676. 

65.  adoie  prenne.  24. 

66.  evertere  picherin.  186.  265 

74.  licia  harloua.  356. 

75.  efßgies  pilide.  187. 

„  impare  ungrade.  302. 
77.  nodis  chnophin.  411. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABüLAR.        9 


270    82.  bitumen  erdb'm.  67. 

91.exuuie  kiroube.   188. 

92.  pignora  pbant.  468. 

95.  venena  eitirwrze.*  681. 

97.  se  condere  kilazzin.  567.  . 
275    99.  ali6  andirswara.'*'  25. 
109.  parcite  pikebent .  469. 

BÜCOL.  IX. 

2.?vivifroa.  667. 

3.  v^iti  sumus  wir  forihton. 

683. 
5.  fors  kipurida.  224. 
280      6.  vertat  bicbome.  682. 

10.  servasse  kiuuinnen.  568. 

14.  incidere  (Utes)  undirfahin. 

303. 

15.  comix  chra.  99. 

24.  potum  age  zi  trenchin  trip. 

470. 
285     ,,  inter  agendum  vntir  demo 
tribenne.  304. 

25.  occursare  kekinen.  425. 
27.  superet    ci    leibi    uuerdc. 

570. 
30.  taxos  twin.  629. 
36.  strepere  gakicen."^  572. 
290     n  anser  gans.  26. 

„  olores  elbizze.  426. 

41.  fundit  Acres  pirit  pluomin. 

225. 
„  (antro)  imminet  vbertriffit. 
27. 

42.  texunt  flehtint.  630. 
295    43.  fcriant  pliuuen.  226. 

49.  apricis  sumirliiomen/  29. 

51.  (omnia)  fert  (^tas)  rirfuorit. 

427. 

52.  condere  kichurtin.*  100. 


56.  causando  chosonte.  101. 

57.  tibi  Stratum  dir  kiebiootin.  300 

631. 
„   silet  stillet.  569. 

58.  cecideruDt  kistillaton.  102. 
„   murmiiris  dozzis.  387. 

59.  hinc  adeo  hinnan  kiwisso. 

265. 

64.  ledet  (minus  via)  pisuarat  305 

358. 

65.  fasce  puscillun.*  227. 
„   levabo  kilihto.  357. 

BÜCOL.   X. 

4.  labere  untirfarest.  359. 
7.  sime'e  chrumbinaso.  573. 

19.  oppilio  scafhirte.  430.  3lo 
„  subulci  sueinari.  574. 

20.  uvidus  drozanter.  684. 
27.  ebuli  atachis.  189. 

„   minio  miniin."^  386. 
34.?  olim  noh  wenno.  429.         3i5 
36.  maturQ  [uv^]  rlifes.  385. 

,,   vinitor  winzuirl.  685. 
41.  s^ta  mihi  pluomo  mir.  575. 
49.  glacies  aspera  wassiu  bis.  30. 
53.  incidere  ana^'m^en.*  305.   320 
56.  venabor  iakon.  686. 

59.  torquere  skeozzin.  632. 

60.  furoris  minna.  228. 

67.  necversemus  noch  keroien.* 

412. 
„  über  saph.  360.  325 

71.  fiscellam  churbilin.  230. 
75.  gravis  unkimacher.  257. 

GEORG.  I. 

2.  vertere  arton.  687. 

3.  habende  ci  ceohinne.  269. 


10 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


330    4.  (apibus)  parcis  argen.  471. 
Il.pedem  spuot.  472. 

12.  frementem  equum  fliramin- 

lez*  ros.  232. 

1 3.  tridens  g#r.  633. 

1 5.  dnmeta  dornach.  161. 
335    ,,   iuvenca  chalba.  306. 

25.  coDcilia  kisemino.  103. 

31.  gener  eidim.  256. 

34.  ardens  lohocint.  31. 

38.  Helisios  campos  sunnofeld. 
271. 
340  41.  (ignaros)  vi^  redo.  688. 

43.  canis  grawen.   104. 

44.  liquitur  smilcit  361. 

45.  depresso  (aratro)  inkistozzi- 

nimo.  23. 

46.  ingemere    peilion*,   luogin. 

307. 
345  52.  habitus  wielicbi.  270. 
53.  ferat  pere.  231. 
„   regio  celga.  530. 

58.  calips  arze.  105. 

59.  castoria  luppo.  106. 

350  60.  continuo  sar  in   anikenne. 
107. 

62.  vacuum   in   orbem  in  wita 

werlt.  690. 

63.  ergo  age  wolga  pidiu.  190. 

65.  invertunt  falgent.  309. 

66.  maturissoiibusheizzentakin. 

390. 
355  68.  tenuis  sulcus  untiefiiu  furcb. 

635. 
7 1 .  tonsas  novales  pisnitiniu  niu- 

lenle.  637. 
„   cessare  kirestin  1  kilekiu.  1 08. 
72.?situ  WKWdo.  555. 
73.  flava  farra  falauu  chom.  233. 


74.  siliqua  quassante  chlaffon-  360 

tero  ehevim.  510. 
76.  calamos  halm.  109. 
„   silua  sonans  wald  chlalTon- 

de.  576. 

80.  saturare  [fimo]    kitungin. 

577. 
„   fimo    pingui    kirozzatimo, 
feizzitomo  miste.  475. 

81.  [per]  efFetos  irporinen.  191.  365 

82.  requiescunt  kilegant.   532. 
89.  pluris    vias    scruntissun. 

476. 
„  ceca     spiramenta    tokina 
atinzuhti.  110. 

94.  multum  adeo  filo  kiwisso. 

391. 
„  rastrum  howa,  recho.  531.  370 
„  inertes  (glebas)  unbiderbo. 

310. 

95.  Grates  hurde.  111. 

97.  proscisso  equore  kiarnimo 

ucldc.  477. 
„   (qu§)    suscitat    vfwentit.* 
511. 

98.  in  obliquum  in  tiierihi.  311.  375 
105.  ruit   spreittit  )  zirwirphit. 

534. 

108.  siipercilio  fona  obtinantiki. 

578. 
„   clivosi   tramitis   üohaldero 
suohi.  112. 

109.  elicit  vzprinkit.  194. 

112.  luxuriem  geili.  362.  3go 

„   depascit  frezit.  162. 
115.  pr^sertim  ci  allero  nieeist. 
478. 
„   amnis  abundans  irkeozzin* 
tiu  aba.  14. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR.   11 


116.  exit  uzgat.  192. 
385  117.  tepido  humore  lawero  fuhti. 
638. 
1 20.  grues  kraniche.  259. 
„   fibris  wrzzon  (1  adera).  229. 

1 24.  graui  ueterno  suarero  traki 

\  zakeheite.  260. 

125.  [nuUi]   subigebant   neorin. 

579. 
390  127.  in  oiedium   in   kimeinun. 
313. 
128.  (nullo)  poscente  artintomo. 

415. 
1 35.  excuderet  vzerpluc  *  l  scu- 
rifli.  193. 

138.  Pliadas  sibinstirn.  479. 

139.  fallere  pitrekin.  234. 


395 


»» 


visco  mit  leime.  689. 


14t.latum  amnem  preila  aha. 
363. 
„  fundä  mit  trahto.*  235. 

143.  rigor  herti.  533. 

144.  cuneis  wegkin.  113. 
400      y,   fissile  spalthlichez.*  236. 

148.  glandes  eichillun.  255. 

149.  Dodona  forst.   163. 

150.  mox  sciero.  388. 

151.  <^sset  frazze.  195. 

405      „   rubigo  miiitou  1  rot.  535. 

153.  lappQ  cleddun.  364. 

„   tribuli  hiuffiltruD.  640. 
,j   nitentia     culta     niulente. 
416. 

154.  lulium  ratin.  365. 

410  155.  insectabcre  moltist.  315. 
1 57.  faice  gelisarnc.  237. 
160.  arma  kiziug.  32. 
164.tribula/yeAtI  641. 
,,   traha  slüo.  636. 


164.  iniquo(pondere)unebinero.  415 

316. 

165.  virgea  (celei)  kerta  1  uasa. 

691. 

166.  arbuteecrateswfdino  bürde. 

33. 
„  vuannus  vuanna.  692. 

167.  pro  Visa  kiuunniniu.  480. 

169.  dometur   kiscaffot    werde.  420 

164. 

1 70.  in  burim  in  fluokis  hobit. 

317. 
„   aratrum  fluok.  34. 

171.  temo  grinteL  639. 

„   protentus  firdeniter.  481. 

173.  tilia  iugo  levis  linda  lihtiu  425 

ci  iohche.  642. 

174.  stiua  keizza.  580. 

„   currus    imos    aftinantikiu 
redir.  319. 

175.  explorat  irspehot.  196. 

178.  cylindro  wellepoumo.  114. 

179.  vertenda  manu  ci  kiuuelli-  430 

nc.  694. 
„   creta  tenaci  zahimo  leime. 
643. 

1 8 1 .  inludunt  taront.  318. 

182.  horrea  miltocha.'^  272. 

183.  talpa  scero.  634. 

184.  bufo  cr«(a.  64.  435 
186.  curgulio  engirling.*  115. 
189.  si  superant  vbi  mir  werdint. 

581. 

194.  amui'cä  olüruosino.  35. 

195.  siliquis,  foliicuiis  l  cheuon. 

582. 

196.  properata  maderent  festi-  440 

nata  suiztin.  483. 

197.  spectata  pisewiniu.  583. 


12 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


200.  subigit  vfstozzit*  584. 

201.  in  preceps  in  thtuffi.  312. 
„  proDo   amni  dratero  aha. 

484. 
445     „  alveus  runs.  36. 

201.  osiri^er  scaletrager.  431. 
209.  medium  orbem  mitten  hi- 

mel.  389. 
211.  usque  sab  extremum  vnze 

iimbe  din  iunkistin.  695. 
213.  et  iam  dudum  vnte  iu  sar. 

198. 
450  225.  Maie  sibinstirnes.  392. 

233.  zona  stricha.  709. 

234.  torridum  heizzcz.  644. 

239.  obliquus  ordo  kineictiu  ant- 

raita.  433. 

240.  Ripheas  nordlichiu.  537. 
455  247.  intempesta  finstriu.  314. 

250.  oriens  takisterne.  432. 

254.  infidum  undikriuez.  308. 

255.  armatas  kiwarnotiu.  37. 
„   classes  scefmenigi.  116. 

460  256.  tempestiuam  [pinum]  citi- 
gen.  645. 

261.  maturare  kifrummen.  393. 
„  procudit  spizcit.*  473. 

262.  untres  skephili.  366. 
264.  vallos  phala.  693. 

465     ,,   furcas  bicornes  kartkabila 
zuihurno.*  238. 

266.  facilis  fiscina  iihtiu  chasi- 

bora.  239. 

267.  lorrcte  derrent.  646. 

269.  fas  (deorum)  evvo.  240. 

270.  religio  viira.  536. 

470  272.  fluvio    salubri    rinnintero 
aho.  586. 
273.  agiUtor  fnlore.  38. 


275.  inciisum  perforatum  irno- 

minen.  320. 

276.  alio  ordine  zi  andirero  wis. 

39. 

277.  Orcus  duris.  428. 

278.  Heumenides  hazzisa.  273.   475 

279.  creat  itipar.  117. 

283.  extructos  montes  kthvvirta 

berige.  199. 
„   deiecit  cirwarf.  165. 
296.  trepidi  aeni  wallintes  chez- 

ziles.  647. 
298.  tortas(fruges)kidartiu.648.  480 

302.  genialis  (hiemps)  lustlicher. 

361. 

303.  presse    (carine)   kiladiniu. 

487. 

304.  puppibus  stiurm.  486. 
305  Tquernus  eich.  512. 

„  stringere  scutten  l  sniden.  485 
585. 

306.  cruenta  (myrta)  rotfaruua. 

118. 

307.  pedica  walzt.  485. 

308.  auritos  lepores  michilora'^ 

hasin.  40. 

309.  stuppea  uerÜera  auurchina 

wipphila.  587. 
„   funde  slingun.  241.  490 

310.  nix  alta  tiufler  sneo.  41. 
„   trudunt  bistozzint.  649. 

313.  vigilandaciarbeitinne.  697. 
318.  concurrere  cisamine  farin. 
119. 
n  prelia  tunste.  .482.  495 

320.  expulsam  cirstoupten.  200. 
„   eruerent  vzirwalztin.   202. 

321.  stipulaspleftr.  588. 

322.  agmen  kiweL  42. 


I.  DAS  SJECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR.      13 


500  323.  feda    (tempestas)    unwat- 
Uch.  242. 

326.  diluit  zirflözzü.  166. 

„  (flumina)  crescunt  irkeoz- 
zint.  120. 

327.  spirantibusdeozzinteD.590. 

328.  nimbus  tunst.  414. 
505  334.  plangunt  deozzint.  474. 

337.  ignis    c^i   skimo    himiles. 
321. 
„    Cyllenius   erret  mercurius 
fare.  121. 

340.  sub  casum  vmbe  ente.  589. 

341.  mollissiraa    vina     lindista 

(glata)  wina.  394. 
510  345.  felix  (hostia)  zuhtig.  243. 

349.  tortä    quercu     kitontinero 

eiche.  650. 

350.  motus  tumunga'^   t  kipa- 

rida.  395. 
„    incompositos      unkilimph- 
licha.  323. 
352.  agentes    frigora    prinkinta 
frost.  43. 
515  353.  nienstrua   (luna)   manoth- 
llcher.  396. 
354.  caderent  kisezzatin.'*'  122. 

356.  (ventis)   surgentibus  puri- 

ginten.  592. 

357.  agitata  kiwekita.  44. 

„    tumescere  purilon*  l  it*'a- 
bon.*  653. 
520  359.  increbrescere  wahsio.  324. 
361.  mergi  tuchara.  397. 
364.  ardea  heikira.  45. 
367.  a  tergo  aftirwartis.  46. 
369.  conludere  flocchizcin.  123. 
525  370.  borea  nordhalba.  65. 
376.  suBpiciens  vfcapphante.593. 


376.  captauit  ci  iro  ziuhit.  124. 

377.  arguta  hirundo  zuizziron- 

diu  sualuua.  47. 
„    lacus  sewa,  367. 
381.agmine    magno     michilm  530 

chutte.  48. 
382.  (coruorum)  exercitus  kise- 

mine.  203. 
384.  rimantur  mabilont  l  grubt- 

lonL  538. 
387.  gestire  mendin.  262. 

389.  spatiatur  sparctftemort.  594. 

390.  carpentes  ceisinle,   125.        535 
„     pensa  mcchäiu.  488. 

391.  testa  ardens  dächsciribine.* 

49. 

392.  scintillare  raskizcin.    595. 
„     fuDgus  charza.  244. 

393.  soles  scunnunscima.  596. 
395.  acies    obtunsa    bitunkilter  540 

scimo.  434. 

397.  tenuia  vellera  cleino  scap- 

pare.  651. 

398.  pandunt  cirspreüint.  490. 

403.  noctua  vwila,  417. 

404.  liquidus    (aer)    hetirero. 

368.  545 

405.  penas  dat  duldit.  489. 

406.  secat  (pennis)  sceidit.  598. 

407.  Stridore  ruzzode.*  600. 

408.  insequitur  iagot.  322. 

411.  cubilibus  altis   hohen  ne- 550 

stin.  50. 
419.  strepitant  rospont.*  601. 
„    ?  iuvat  lustit.  286. 
„    Imbribus  actis  irlitinen  re- 
ginen. 51. 

419.  rara  dunniu.  539. 

420.  species  weolichi.  599.  555 


14 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


422.  concentus  sang.  126. 
426.  capiere  pesuichin  wirdist. 
127. 

430.  8umideritumbipreitit.*602. 

43 1 .  aurea    phebe    goldfaruver 
mano.  52. 

surgentibus   (astris)   irsci- 

ninten.  603. 
[ubi]  uariauerit  kiuehit.  696. 
suspecti  ^iwaiita,  604. 
urget  anastozzit.  698. 
croceum  cubile  rotiz  pette. 

128. 
salit  screcchot.  606. 
errare  wipphon.*  197. 
conuellere  lösin.  129. 
quid  cogitet  waz  machoge. 

513. 
Cyclopum  riseo.  130. 
undantem     loukicinten    l 

douminten.  700. 
simulacbra      kilihnusside. 

609. 

GEORG.  IV. 

335.  hiali  glasis.  274. 

„     fucata  [vellera]  kiuarita.  245. 
337.  effuse    [caesariein]    sprei- 
tindo.  204. 
575  338.  flaua  falaua.  247. 

348.  devolvunt  [fusis  peiisa]  ceo- 
sun.  167. 
„     impulit  slungta,  325. 
376.  tonsis  uillis  mit  hiscrotmm 
zaton.  654. 
„     mantelia  hanttvabilla.  398. 
580  379.  cape  nira.  131. 

j,     charchesia  skenchiuaz.  133. 
384.  ?  reluxit  irblubita.  541. 


560  440. 

441. 
443. 

447. 

565  449. 
452. 
457. 
463. 

471. 
570  472. 

477. 


386.  ?ates  uuizzigo.  699. 

387.  ceruleus  plauaruer.  132. 

388.  bipedum  zviuozzero.*  66.     585 
„     metitur  iruerit.  399. 

396.  secundet  kirihte.  607. 
399.  tende  kifrume.  655. 
405.  eludent  pitrekint.  207. 
409.  excidet  inslupphit.  205.       590 
411.  contende  ziuch  1  dene.  134. 
413.  ?  tegeret  pitacte.  652. 
416.  compositis     kitemperoten. 

135. 
420.  depressis    (nautis)    iruun- 
ninen.  168. 

„    statio  stedi.  605.  595 

426.  hauserat  anakikeong.  275. 

„     siccis  irsuininen.  608. 
434.  acuunt  cennint.  53. 

437.  componere  kirugilon.*  1 36. 

438.  manicis  hantdruhin.  400.    600 
442.  peUacia  luki.  492. 

448.  lassis  (rebus)  fana  cirgan- 
ginen.  370. 
„     quesituip    ei    kisuochinne. 

514. 
„     oracula  antwrte.  435. 
453.  luis  dultist.  369.  605 

„     commissa  missitate.  137. 
459.  [cliorus]     aequalis     kileib- 

lichiz.*  54. 
466.  fauces  inuerte.  246. 

469.  mansuescere  gnaden.  40  t. 

470.  Erebi  hello.  201.  610 
473.  agit  stoubit  55. 

478.  (tarda)  palus  segäth.*  656. 

479.  coercet  pidvinkit.   138. 

485.  superas  ad  aiu*as  hera  ci 

werilte.  56. 

486.  pone  daranach.  493.  (>15 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABÜLAR.      15 


495. 


»» 


497. 

500. 

620  505. 

509. 
511. 
512. 
625  517. 
518. 
520. 
522. 

524. 


condit  piteta.  139. 
natantia  (lumina)  tnioban- 

Uu.  419. 
palme  hente.  491. 
prensantem  graiffotUetiAM, 
Stigiä    cimbä    hellilichemo 

sceffe.  610. 
nabatflöz.  418. 
agentem  tribinten.  57. 
queritur  clagot.  515. 
inplumes  unkifedero.*  326. 
viduata  pilostiu.  701. 
Ditis  durisis.  169. 
orgia  vhtibita.*  436. 
marmoreä  [cervice]  fronis- 

kemo.  403. 
volverct  uualzti.  702. 


Somit  bleiben  folgende  glossen 

Altus  ceohint.  28. 
645  allego  i.  instruo )  fasto  kisago.  60. 

ablego  i.  insagen.  61. 

aolo  holon.  62. 

afronemoc  grece  unde  infrunitus 
i.  scameloser.  63. 

Colü  siho.  141. 
650  colum  siha.  1 42. 

culpo  piciho.  143. 

cacumino  Orston.*  144. 

calcius  scuoho.  145. 

Dicturio  chutilon.  170. 
655  decurio  diogon.  173. 

dapifer  trubtsaizo.  174. 

diverser  loufou.  175. 

Enervatus   ?el   cviratus    crefti- 
loser.  208. 

Filix  farn.  249. 
660  fartio  stoncboo.  250. 

lictilis  hauen.  251. 


528.  (quaque)  dedit  inblumfta.^  630 

516. 
532.  agitabat  zoch.  58. 
541.  iugulis  erdin  prustin.  328. 
„  dimitterenidersenchan.  171. 
544.  inferias  oppher  1  orgia.  327. 
548.  facessit  kifrumita.  248.       635 

552.  mittit  kifrumita.  404. 

553.  monstrum  wntir.  405. 
555.  slridere  vzruzzon.*  611. 

„     effervere  vzstredin,  206. 
557.  confluere    cisamine  sueri-  640 
men.*  140. 

560.  volcnles  per  [populos]  after 

willigen.  495. 

561.  dal  iura  sazt  ^wa.  172. 
„    aflectat  kimachota.  59. 

übrig : 

fueus  treno.  252. 

frigidaria  siilza.  253. 

Glis,  gliris  müs.  258. 

gestus  kiparide.  263.  665 

Insimulo  te  ziho  dih.  329. 

infatuor  ernarren.  330. 

incurso  zuopiccbo.*  331. 

infundibulum  anagiez."^  332. 

incus  anaboz.  333.  670 

Linistfuum  uestimentum  linwar- 

linez.*  371. 
lutumo.  latine.  heimburgo.  quem 

uicini    eligunt    ut    uicc 

comitis  1  tribuni  iudicct. 

372. 
Murium  sulza.  402. 
merges  tafphri.  406. 
murena  lamphrida.  407.  675 

motoria  vvaga  quod  semper  in 

motu  est.  408. 


16 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


Nonnulli  wol  manige.  413. 
nitedula  glimo  a  nitendo.  420. 
Ordior  wirfo.  437. 
680  obliquo  sciliho.  438. 
oscito  keinon.  439. 
Pinso  stamphon  ()  knito).  496. 
prurio  mich  iukchit.  497. 
plagarius   (l  wadiler)   plagarum 
inflictor  non  plage  unius. 
498. 
6S5  prerogatiua    m^rhe*    l    fordi- 
runga.  499. 
Privilegium  fordirewa*  l  sun- 

triki.  500. 
pedo  pedonis  vxrz.  501. 
pinso  i.  fruges  confringo  t  knito. 

502. 
pede  temptin  Itso.  503. 
690  pitisso   frequenter  bibo  l  psi- 
wizo.*  504. 


palla  lachin.  505. 

pedes,  pedestris  fendo.  506. 

Sculpo  scroto.  571. 

sinuo  puosimo.*  591. 

scalpo  grabo.  597.  695 

sirma  chanarita.*  612. 

sacrificus  ophirari.  613. 

seena  umbra  1  louba.  614. 

Tuber  fungus  swam.  622. 

tuber  athach  1  swam.  657.  700 

tenuo  dunno.*  658. 

textrina  tunc.  659. 

tetero  kiwirseron.  660. 

tussis  huosto.  661. 

Vador  purigon.  703.  705 

veredus     i.    equus     pharafrid. 

704. 
viridarium  herbalare.  705. 
\ier  einuuedir.  706. 


IL    DAS  VIERTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABÜLAR. 


Wackemagel  in  dieser  Zeitschrift  band  Y  p.  325  ff.  nach  seiner 
hemerkung  p.  319  umfafst  das  glossar  worte,  die  sich  Un  einem 
commentare,  der  dem  gange  des  autors  folgt^  finden,  dazu  stimmt 
die  notiz  p.  315,  loelche  besagt,  dafs  die  glossen  theils  in,  theils  über 
dem  texte  ständen,  der  jetzigen  anordnung  jedoch  kann  ein  fort- 
laufender commentar  nicht  zu  gründe  liegen,  sehe  ich  nämlich  von 
dm  ersten  worten  ab,  die  unterzubringen  mir  entweder  nicht  ge- 
lungen ist  oder  bei  denen  eine  bestimmte  reihenfolge  nicht  zu  erkennen 
war,  so  bieten  sich,  mit  kleinen  unregelmäfsigkeiten,  folgende 
gruppen:  1)  9-15;  2)  16—32;  3)  33—44;  4)  45—52;  5)  53— 
69;  6)  70 — 95;  7)  96 — 101,  deren  keine  über  das  siebente  buch 
der  Aeneis  hinausgeht,  eine  vergleichung  der  hs,  mufs  lehren,  ob 
unr  hier  Servianische  stücke  oder  eine  blumeniese  aus  Virgil  mit 
eingestreuten  scholien  vor  uns  haben,    da  somit  eine  Ordnung  der 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  17 

einzelnen  toarte  nicht  getoagt  werdeti  darf,  so  glaube  ich  auf 
den  abdnwk  verzichten  zu  können  und  begnüge  mich ,  m  den  an- 
merkungen  die  nöthigen  nachvoeimngen  aus  Virgil  oder  Servius 
zu  geben. 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 

Kaiserliche  bibliothek  .zu  Paris,  codex  latinus  9344,  früher 
supplemetit  laiin  683,  pergament,  \\,  Jahrhundert,  folio,  die  hs, 
beginnt  mit  Buc.  V.  28 :  ^interituin  inontesque^  und  enthält  aufser 
den  werken  Virgils  von  blatt  191  an  noch  Trisciani  in  XII  princi- 
palibus  versibus  Aeneidos  tractatus.^  deutsche  glossen  finden  sich 
zu  deth  Bucolicis,  Georgicis  undAeneisl — X;  sie  sind  im  anfange 
übergeschrieben ,  nachher  meist  am  rande  verzeichnet,  die  abschrift 
rührt  von  WFröhner  her,  der  sie  später  ati  Simrock  überlief s. 
durch  den  letztgenannten  kam  sie  an  Müllenhoff  utid  dieser  betraute 
mich,  nachdem  die  hs.  von  EMartin  neu  verglichen  war,  mit  der 
herausgäbe,  mein  fre^md  Joseph  Herz  in  Paris  hatte  die  gute,  einige 
stellen  nochmals  einzusehen ,  und  so  habe  ich  die  glossen  in  meiner 
dissertation:  de  glossis  quibusdam  Vergilianis,  Berolini  1869  ver- 
öffetUlicht.  aus  derselben  wiederhole  ich  hier  das  wesethtliche  und 
beginne  bei  dem  hohen  sprachlichen  interesse  dieses  denkmals  mit 
einer  darstellung  der  laut-  uthd  fkxionsverhältnisse. 

1)  Consonaiüen. 
a)  Die  dentalen. 

D  im  an  -  und  inlaute  =  strengahd.  t ;  =  strengahd.  d  in : 
dingstal  237,  dunnk  335,  erdructa  756;  leider  12,  egidun  84, 
uuida  190,  fladun  224,  xxgblxxfkdxn  232,  bodema  233,  gffkdfmp 
236,  nkdfrf258,  nedrpmusin  321,  uukdfrahlende  351,  xxkdrpdb 
381,  gelegida  425,  nidiriu  460,  neuueder  551,  niderlegit  560, 
ediii  580,  stadalon  627,  trado  673,  uueidespiezi  886. 

T  im  anlaute  =  a)  strengahd.  t  und  zwar  1)  m  der  Verbindung 
tr:  trbh46,  herlliunbiui  242,  ungetriuuuo  375,  misstruuuen  376, 
getragit  401,  troislanne  471,  untreua  579,  hcritrumba  624,  trado 
673.  2)  im  worte  liickhl  875.  b)  strengahd.  d:  1)  in  der  Verbindung 
tw:  intuueri  530  (hs.  inuu'eri).  2)  in:  takkes  557,  tulisscomo  729. 
c)  strengahd.  z:  tfsameue  141,  adbunituitti  696.  d)  lateinisch  t 
oder  ib  m  worten,  die  dieser  spräche  entlehnt  sind:  tuscanischen 

Z.  f.  D.  A.  neae  fol^e  HL  2 


18  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

420,  tupfteine  517,  torson  677,  tepidun  835.  im  inlaute  =  a) 
strengahd,  t:  clafetun  554,  unbuualeta  671,  tutisscomo  729,  rotes 
766,  gebadheter  783,  erspietun  822.  b)  la4.i:  cameratun  216, 
Etisa  909.  ferner  wird  t  m  den  labial-  und  gutturalverbindungen 
gebraucht,  ausgenommen  genupdan  846,  uubrpda  889 ;  furkscrkbdb 
924,  vgl  742  anm.  das  bd  m  bebdikamera  612  scheint  für  db  zu 
stehen,  welches  dann  ebenso  wie  das  gleich  zu  erwähnende  tb  an  die 
stelle  von  tt  getreten  wäre,  in  der  Verbindung  mit  z  findet  sich  drei- 
mal ein  i:  sturzta  336,  binazta  691,  uuaztun  707;  zweimal  ein  d: 
genazda  692,  gerizda  888.  strengahd.  Dt  wird  durch  nt  und  nd, 
strengahd.  nd  durch  nd  gegeben;  über  ntb  in  xxfkntbvn  235  vgl.  die 
anm.  rd  =  strengahd.  rt  und  rd,  ^letzteres  in  uuerdan  825  sowie 
in  uuirdit''  899,  wenn  bei  diesem  das  übergeschriebene  b  nicht  zum 
d  gezogen  werden  miifs.  rt  begegnet  nur  in  mirtel  155.  Id  = 
strengahd.  \i  und  Id. 

TH  im  anlaute  =  strengahd.  d,  ausgenommen  tbrusana  134, 
worüber  Graff  V.  546  zu  vergleichen,  ebenso  verhält  es  sich  mit 
inlautendem  ih,  soweit  dies  nicht  =iX  (detbun  5,  290,  cietba  102). 
nicht  selten  ist  die  Schreibung  tb  für  bt.  dieselbe  scheint  auch  statt 
zu  finden  in  betberquomon  933,  wenn  man  dort  nämlich  das  e 
streicht  und  btberquomon  =  atherquoroon  d.  h.  abterquomon  liest, 
doppeltes  tb  zeigt  sieh  in  mitbtbunt  563  ;  ganz  ähnlich  Isidor  X**  5 : 
fetbdhabba. 

DH,  identisch  mit  tb,  kommt  an  folgenden  stellen  vor:  dbuo 
563,  gedbingi  939;  xxfgfsdkdhb  221,  bodhomo  489,  sperdberende 
524,  adbumtuitti  696,  gcbadbeter  783,  ungequidbeda  832. 

Z  und  ZZ  nach  kurzen  silben  ohne  unterschied,  z.  b.  fernpzfnfrb 
9  und  farnozcenes  147,  samefrezenna  596  und  umbefrezzan 
600;  daßr  auch  sz:  maszeldra  380.  z  an  der  stelle  von  s: 
adocbez  62;  das  umgekehrte,  s  für  z,  tritt  ein  in  runson  679, 
runsoda  680. 

Im  auslaute  begegnet  stets  t.  nur  folgende  ausnahmen  habe  ich 
notiert:  manutb  161;  stirniipd  303,  norduuint  331,  tbegonod  776, 
berdstat  935.  aufserdem  findet  sich  t  für  z  in  gretuuardun  559. 
unorganisch  zugefügt  ist  es  in  uuagxnt  911. 

Ich  schlief se  diesen  abschnitt  mit  angäbe  der  fälle,  in  welchen 
die  dentalen  verdoppelt  auftreten,  tt  bemerke  ich  tu  osenbritta  90, 
sittiruurz  297,  beltibrede  369,  butlun  461,  ouarscri'ttit  682,  wenn 
da  nidit  ouarscreccit  zu  lesen  ist.    über  ein  anderes  tt  u>ird  bei  be- 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  19 

sprechung  der  gutturalen  gehandelt  toerden,  td  zeigt  skh  an  fol- 
genden stellen:  plkbfktdkn  240,  pletda  507,  blet'^dun  652  (vgl  anm. 
zu  507),  erbrotdenemo  861 .  entsprechend  dieser  Verbindung  kommt 
auch  pb  vor,  welches  ich  hier  voraus  nehme,  nämlich  in  gflxpbpn 
942  {vgl.  auch  anm,  zu  72).  dd  durch  contraction  entstanden  zeigt 
uzsnudda  836. 

b)  Die  labialen. 

B  im  an-  und  inlaute  =  strengahd.  p.  oft  steht  dafür  auch 
v(u),  toenigstens  im  inlaute;  tin  anlaute  habe  ich  es  nur  ein- 
mal gefunden :  geuolaiia  537.  man  kann  dazu  vergleichen 
Wiesbad.  gl.  {in  dießer  Zeitschrift  VI.)  no.  259:  uersbotde.  das 
umgekehrte,  b  für  v,  erscheint  in  uuebal  428.  femer  ist  h  == 
latein.  p  in  birou  199,  200,  289;  =  pf  in  brimun  (?)  188.  vgl. 
Graff  III.  366/7. 

P  im  an-  und  itilaute  =  strengahd.  ph,  f ;  =  ff  m  gpppn  248 ; 
=  p  in  pletda  507,  uuarpoloda  547;  =  lat.  p  in  tepidun  835.  in 
verbindwig  mit  dentalen  begegnet  es  in  uuarpta  550,  uubrpda  889 
(m  genupdan  846  ist  p  wohl  =  pf)t  daneben  tritt  auch  h  (er- 
stoubten  734)  und  f  (furflun  705,  uuarfta  863)  auf. 

F  und  V  an-  mid  inlautend  =  1)  strengahd.  f;  2)  strengahd. 
p:  zpfrxngb  38,  uuarfoloda  442,  halfu  853. 

PH  im  inlaute  =1)  strengahd.  f :  houphon  752,  striphahten 
795;  2)  pf:  sukphxn  676;  3)  latein.  p:  piepho  903. 

Im  auslaute  nur  p  undf,  nie  h.  es  entspricht  p  1)  strengahd. 
p:  drkp  50,  gfdrkp  330,  selpuua  344,  sueristap  718;  2)  strengahd. 
f:  uuarp  43,  429,  sap  730;  3)  strengahd.  pf:  dop  674;  f  dagegen 
1)  strengahd.  f;  2)  strengahd.  p:  cprf  68,  halfdieres  753,  selfscoz 
915,  vgl.  anm.  zu  406.  einmal,  in  tupfteine  517,  findet  sich  pf; 
da  aber  vor  i  das  s  fehlt,  so  ist  wohl  zu  lesen:  tupsteine. 

PP  =  1)  strengahd.  pp;  uueppes  149,  uurppi  325,  uueppe 
874;  2)  strengahd.  pf:  eppe  16,  eppele  153.  ff  kommt  vor  in: 
laffa  507;  luffenon  79,  hieffuldrun  291,  claffende  640. 

c)  Die  gutturalen. 

G  im  anlaute  =  1)  strengahd.  k;  2)  strengahd.  j:  gedun  105, 
zuigarie  439,  gar  440,  gegazet  497.  im  inlaute  =  1)  strengahd. 
k;  2)  strengahd.  h:  foraga  817.  ausgeworfen  ist  es  in  geneian  17 
{ebenso  gl  Lips.  340),  zuigarie  439.  diese  erscheinung  wird  durch 
die  annähme  einer  Schwächung  des  g  in'}  begreiflich,  im  auslaute  ist 

2* 


20  DIE  DEüTSCHEiN  VIEIGILGLOSSEN. 

g  =  1)  strengahd.  k:  dingstat  237,  thu'ng  519,  snuriheling  724, 
urspring  739,  xxkggodes  790,  uzdruog  872;  2)  strengahd,  h: 
fulgdun  450  {vgl,  amn.  zu  399). 

K  im  anlaute  =  strengahd.  eh.  abgeworfen  ist  es  m  rinnun 
249  (vgl  Anno  168  lafterin  für  kläfterin),  wahrscheinlich  auch  in 
genupdan  846,  wenn  dieses  von  knupQan  abzuleiten  ist,  für  q 
findet  sich  k  in  conola  407,  408,  während  sich  sonst  q  behauptet  hat. 
ini  inlaute  entspricht  k  ebenfalls  dem  strengahd,  ch  sowohl  hinter  den 
liquiden  (lankon  19,  ualkon  166,  birka  195,  zestarceon  301,  stein- 
cau  370,  gfxxlkidf  399,  enkil  457)  als  aiich  zwischen  vocalen: 
sxmfrlkcon  56,  uuikiline  (?)  763.  femer  findet  sich  diese  tenuis 
vor  t  in  den  praeteritalformeti  schwacher  verba,  deren  wurzeln  auf 
cch  ausgehen:  zucte  581,  erdructa  756,  uuitheruuacta  819; 
einmal  steht  dafür  auch  h:  furkscrkhdb  924.  sotist  habe  ich  k 
für  cell  nur  in  lokin  544  bemerkt,  dem  lateinischen  e  ent- 
spicht  k  in  fureon  513,  bueula  416.  der  gen.  pl,  des  letztge- 
nannten Wortes  lautet  jedoch  buekelene  712,  u)obei  an  die  lat,  form 
bueeula  zu  detiken  ist.  im  auslaute  vertritt  k  1)  sowohl  das  or- 
ganische als  das  aus  eeh  (queeliehi  295,  spee  706,  brusiroe  715, 
767,  boe  759)  entstandene  strengahd,  k;  2)  strengahd.  h:  eie  231, 
spraehuson  309. 

11  anlautend  =  strengahd.  h;  unorganisch  vorgeschlagen  in: 
huunillon  (?)  36,  hissun  282,  hahorn  313,  herzagede  803;  abge- 
worfen ist  es  in  geolade  764.  im  inlaute  =  1)  strengahd,  h;  2) 
strengahd,  eh:  eihk  14,  reho  119,  perrihe  503;  unorganisch  in 
heihl  384,  bihseze  896,  wo  es  vielleicht  nur  auf  einem  Schreibfehler 
beruht,  einmal  steht  w  für  h:  zeuuon  553.  ausgeslofsen  ist  h  in: 
gfsexf  23,  gescuin  187,  biale  393,  leidezoa  446,  hoi  529,  ei'spie- 
tun  822,  büin  928.  dieselbe  erscheinung,  mit  dem  unterschiede^ 
dafs  auch  der  voihergehende  vocal  unterdrückt  ist,  treffen  wir  an 
folgenden  stellen:  fora  211,  spreithi  (/wr  spreilhahi)  217,  lozonti 
390,  gemalida  936.  hinter  r  feUt  h  m:  thueri  417,  inuu'eri  530. 
ich  füge  hier  an,  was  sonst  über  die  atisstofsimg  des  h  zu  bemerken 
ist.  es  fällt  am  schlufse  vor  s  und  t  aus:  uasuualeo  39,  natgala 
180;  rw  inla^Ue  dagegen  assimiliert  es  sich  diesen  beiden  consonanten 
und  so  entstehen  die  verhituiungen  ss,  tt:  lancfasso  374,  905;  reit- 
ritton  504,  adhumtuitti  696,  rcitrhiltibl  837  (lies:  reitrittil;  der 
fehler  zeugt  noch  von  dem  streite  des  ht  und  ü),  beispiele  dieses  tt 
bitten  die  denkmäler  von  Miülenhoffund  Scherer  j).  539,  denen  sich 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  21 

noch  hinzufügen  läfst:  flnittiger  profluga  Bonn,  gl  bei  Hoffmann, 
ahd.  gl.  p.  21,  11,  slatte  oratio  aurea  {z.  f.  d.  a.  XIV.  556),  hatt 
SM.  gl.  8,  20.  im  anslatUe  ist  h  zweimal  abgeworfen :  hogecimbri 
367,  nuitherzo  841,  sonst  erhält  es  sich  an  jener  stelle  und  ent- 
spricht 1)  dem  slrengahd.  h;  2)  dem  strengahd.  k:  drbh  45, 
trbh  46. 

CH  im  anlaute  =  strengahd.  cb.  die  beispiele  sind  folgende : 
cbelorpn  245,  chust  246,  cheiesubt  300,  cherunga  740,  chkfn  818, 
cbnebtbeit  827,  uuegecberon  848,  cbfrdb  920.  ebenso  verhält  es 
sick  mit  dem  inlautenden  ch  (kb  geschrieben  in  uurcilikbo  558, 
uuinterlikben  727),  nur  dafs  dieses  daneben  auch  fitr  strengahd.  k 
gesetzt  ist:  azicbun  265,  burcbkiinga  533,  uuenicbun  (hs.  uuein- 
cban)  922.  ich  erwähne  noch  folgende  für  strengahd,  ch  vorkom- 
mende Schreibungen:  gcb:  gfuukgchxn  884  (vgl.  Keron.  gl.  bei 
Wmhold,  alam.  gramm.  p.  188:  thagchio);  heb:  brobcbe  698, 
gelabcboda  838.  im  auslaute  ist  di  =  1)  strengahd.  b:  feracb 
672;  sich  821 ;  2)  strengahd.  c:  speldicb  97,  geziich  108,  gennch 
693;  3)  strengahd.  c  aus  ccb:  rucb  605;  4)  strengahd.  f,  ndd.  k: 
duchstein  208  (vgl.  121  anm.).  hc  findet  sich  auch  einmal  für 
strengahd.  c:  uuabc  686. 

S  mit  dem  gutturallaiUe  verbunden  erscheint  als  1)  sc;  2)  ssc: 
fleissces  {hs.  fleiscses)  349,  uuesscenodon  575,  gabinisscirao  701, 
tutisscomo  729*^  3)  sg:  thresginga  128,  disge  659,  heimisgemo 
797;  4)scb:  tuscanischen  420 ;  5)ss:  frosse  174.  unorganisches 
sc  für  einfaches  s  bietet  sclxun  294. 

CC  =  1)  strengahd.  cc,  Otfrid,  Tatian  gg:  uuekke^^n  96, 
bniccb  247 :  dafür  auch  ccb :  ruccbibein  255 ;  2)  strengahd.  ccb : 
stfccpn  1,  brakko  48  {freilich  ist  dies  wort  schwerlich  deutschen 
Ursprungs  und  es  fragt  sich^  ob  man  auf  reime  wie:  leitbracken: 
zwacken  mhd.  wb.  I.  232"  und  gezwicken :  gestricken  Farzival 
155,  25  viel  getoicht  legen  darf),  uuiccun  78,  uiiiccon  139,  bakket 
145,  strikke  156,  framgeruckit  278,  ufscricco  409,  kinnibaccum 
413,  stakkillun  718,  uzerloccun  722,  roccon  736,  stoccon  757, 
Ioccon791  (fo.lorcon).  daneben  kommt  auch  ccb  vor:  docchun  223, 
stuccbe  887.  3)  nk:  takkes  557.  vergleichen  läfst  sich  gg  für  ng 
im  Rolandsliede  p.  262,  1  und  13  (maggen),  welches  WGrimm  wohl 
mit  unrecht  für  eine  reminiscenz  an  griechisch  yy  erklärt,  sowie 
aggun  Schi.  gl.  4,  94.    4)  ch :  wickilin  (?)  869. 


22  DIE  DEUTSCHEN  VlRGlLGLOSSEiN. 

d)  Die  Uqv4dm  und  gpiranten. 

Es  ist  die  Verbindung  mb,  u)ofür  auch  nb  sich  findet,  mit  aus- 
nähme des  Wortes  bistümulot  793  gewahrt,  nn  für  nm  begegnet  in 
genanno  852,  auch  steht  es  für  einfaches  n  hervorgerufen  durch 
eonsonantundautfSelbstnachlangemvocale:  gihonDit623.  vor f habeich 
n  nur  in  ranfte  400  bemerkt,  nl  für  11 :  scenlen(len569  scheint  fehler- 
haft, ausgeworfen  ist  n  in  zuogiegun  {vgl.  bihtebuoch  p.  8 1  und  leyser, 
pred.  1 8, 25 :  giegen ;  denkmäler  von  MüUenhoffund  Scherer  pl  .58, 47 : 
arstuat;  185,  12:  nintphiec,  211,  36:  pbiegin,  211,  38:  inphie- 
gen)  802,  etgagan  {pgl.  Rolandslied  p.  118,  6A:  etsazen  iz  tbie 
haithene)  921.  nach  niederdeutscher  weise  wird  r  versetzt:  (ledrp- 
musin  321,  ebenso  1:  splider  310  (vgl.  Bartsch  zu  ßerth.  v.  Holle 
p,  LVII).  hinter  kurzen  vocalen  treffen  wir  nicht  selten  auf  ver- 
doppeltes 1 :  buuuiiion  36,  spillestede  220,  vuigilia  799.  für  fehler- 
haft sehe  ich  an,  wenn  in  baftra  267  1  vor  f  ausgelafsen  ist;  ebenso 
verhält  es  sich  mit  gfrtb  291  für  gfrstb.  einfaches  s  für  doppeltes 
begegnet  in  mksiburi  919;  der  umgekehrte  fall  findet  statt  in  has- 
selin 226.  —  folgt  aufyf  noch  u,  so  sind  zur  darstellung  des  lautes 
zwei  oder  drei  u  venoandt;  dagegen  wird  diese  spirans  hinter  s  meist 
durch  einfaches  u  bezeichnet,  dieselbe  erscheinung  findet  sich  auch 
an  andern  stellen:  ualoubrkx  251,  milua  323,  bazzoua  353,  sogar 
im  anlaute:  uac^aldra  31,  ulntbrant  99,  muluerf  123.  ausge- 
fallen ist  w  im  inlaute  von  cruocuaren  491,  untreua  579,  zui- 
uaren  754. 

2)   Vocale. 

Kurz  A  ist  nicht  umgelautet  worden  in:  basselin  226,  fornan- 
tigenu  389,  395,  gransin  506,  gesamini  590,  gransi  665,  gesarauui 
714,  uuntdragili  768,  ferner  in  den  Wörtern  aufm,  wo  ich  e  nur 
in  folgenden  fäUen  angetroffen  habe:  ducbera  163,  spareuuere  181, 
lugeneri  897.  denn  dafs  dies  e  kurz  ist,  beweist  die  form  hileiche- 
niacbiri  657.  aufserdem  erwMne  ich  das  a ,  welches  nach  nieder- 
deutschem brauche  (gramm.  V.  254)  für  gebrochenes  e  eintritt:  al- 
pantbein  70,  uuaruo  697. 

Lang  A  erleidet  durch  den  umlaut  bei  dem  worte  cesekar  24 
einbufse  (vgl.  auch  anm.  zu  \).  ich  schlief se  hier  an,  was  ich  sonst 
über  umlaut  und  brechung  zu  sagen  habe,  lang  u  trnrd  umgelautet 
zu  iu:  fiuli  212,  geliuru  619.  auch  von  dem  umlaute  des  kurzen  u 
finden  sich  spuren,  so  ist  stiruilpd  303  zu  erklären,  dies  wort  ist 
zwar  anderweitig   nicht  zu  belegen,   aber  wir  haben  sturni  und 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  23 

storn^n  und  können  nach  analogie  z.  h,  von  mitti,  mittil,  inittilöd(i) 
dk  reäie  stuml,  sturnil,  sturnilöd  aufstellen,  war  hier  der  umlaut 
mü  i  bezeichnet  y  so  wird  er  es  in  adhumtuitti  696  mit  ui.  ändert 
ifioii  end/teft  uurppi  325  in  uuippi,  so  ist  dies  das  dritte  heispiely 
doch  kein  sicheres,  da  eben  so  leicht  uueppi  geschrieben  werden  kann, 
umgdautetes  langes  o  wird  zu  oi:  troistanne  471.  ein  sehr  merk- 
würdiger Umlaut  liegt  in  xzfrxxfllkn  275  vor,  einer  form,  die  ich 
wenigstens  nur  von  wallan  abzuleiten  weifs. 

Die  brechung,  sie  tritt  ein  in  fällen,  wo  die  oberdeutsche 
spräche  sie  nicht  kennt:  hbripf  42,  hariouk  148,  curbezberon  200, 
sperdherende  524,  ouar  682,  brobche  698;  dagegen  fehlt  sie  in 
formen,  die  in  Oberdetitschland  stets  von  ihr  angegriffen  werden: 
ilirheih  (?)  192,  xxgblxxfkdxn  232,  fugbl  260  (vgl  anm.  zu  89), 
iz  689,  erspietun  822,  stigun  823  (daneben  stfgxn  882). 

LangE  =  1)  I:  ersteuoda  414.  vgl  dazu  Bartsch  Berth. 
V.  Holle  p,  XLIX,  wenn  auch  das  von  ihm  an  erster  stelle  gegebene 
beispiel  aus  dem  Crane  v.  30:  gez^hen  dort  nicht  von  gezihen, 
sondern  von  gezieben  abzuleiten  ist,  2)  ei:  regero  167,  bebezun 
690,  stfnin  916;  3)  ie:  gretuuardun  559. 

Kurzl  tritt  ein  1)  für  tonloses  e,  z,  b.  scellinde  183,  ge- 
spanninemo  566,  stincbindun  630  usw,  2)  für  umgelantetes  e: 
bisingon  29,  uuindilmeri  444,  ungequidheda  832. 

Lang  I  =  1)  ei:  uzfimondan  451  (vgl.  Bartsch  zu  Berth.  v. 
HoUe  p.  LII);  2)  6:  irista  870  (vgl.  Rolandslied  p.  304,  26  P:  des 
winigin  man;  a^tch  jetzt  noch  im  Aachener  dialekte  Frommann, 
nmndarten  II.  546);  3)  ie:  inginc  21,  scizan  65,  kine  433,  gemi- 
dider  648. 

Kurz  0  zeigt  sich  1)  für  a  vor  einer  liquida:  woluo  327; 
2)  ßr  tonloses  e:  tutisscomo  729,  goniisdii  741  (vgl.  anm. 
zu  611). 

Imijf  0  tss  1)  ou:  zpfrxngb  38,  hoiiit  tlO,  Ipxxn  219.  vgl. 
anm.  zu  683.  2)  iu :  gerodede  76.  vgl.  Bartsch  zu  Berth.  v.  Holle 
p.  LDL     3)  uo:  drosno'n  618  (?)  vgl.  ags.  drösen. 

Kurz  U  ist  hier  zu  verzeichnen,  in  so  fem  es  zweimal  in  der 
Partikel  an  d.  h.  in,  cnt  vorkommt:  unniuzu  616,  unsliuzun  702. 

langM  «=  1)  iu:  undfrstxrit  13,  spruzent  28,  geziich  108, 
hpuukscxrxn  280,  ruzzungen  411,  ruzzunga  474,  hulon  634,  tu- 
ÜBSComo  729;  2)  uo:  gfscxf  23,  pluges  110,  110,  luicba  118, 
thnisana  (?)  134,  gescuin  187,  fru  201,  brudan  455,  uudiinga  477, 


24  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

oeuuron  574,    grunispeht  667,    geiiuch    693,   snuriheling  724, 
slkngersnuri  890.   vgl.  anm.  zu  685. 

Von  den  diphthongen  nenne  ich  zuerst  £1;  es  entspridit  1)  dem 
ie:  beueingen  520;  2)  einem  umgelauteten  e:  steincan  370, 
gkzekntb  567. 

EO  in  zestarceon  301  scheint  nur  anzudeuten,  dafs  der 
Schreiber  zwischen  den  verbis  starcen  und  starcon  geschwankt  hat. 

EU  begegnet  in  untreua  579;  vielleicht  ist  auch  754  zuiuaren 
in  zuiuareu  zu  ändern,   an  beiden  orten  ist  ein  w  ausgestofsen. 

lU  erscheint,  aufser  in  spriu  169,  nur  wenn  i  oder  u  folgen. 
io  kommt  viermal  vor:  hiofaldrun  103,  riotgras  266,  griozon  495, 
thkpzfnt  937.  sonst  steht  immer  ie  resp.  i.  ie  für  1  bietet  sich  zwei- 
mal dar:  Ikfmf  94,  piepbo  903. 

UO  (nie  ua)  ts(  zuweilen  durch  ü  gegeben:  ruze  30,  ungenuri 
426,  gruzzit  487.  aufserdem  vertritt  es  6:  dhuo  563,  xpxxkst 
816. 

Zwischen  liquida  und  muta  ist  der  Stammvokal  in  zwei  fäUen 
wiederholt  worden  und  zwar  zwischen  m  (wofür  dann  n  eintritt) 
und  b:  cbnhxpn  262  und  zwischen  r  und  g:  beiberegun  716. 

Zum  schhifse  führe  ich  einige  beispiele  der  vocalassimilation 
an:  edili  580,  gesamini  590,  ungeuuizini  785,  gesithili  792; 
alüasta  583. 

3)  Nominalflexion. 

1.  starke  declination  der  masculina:  gen.  sg.  es;  dat.  sg.  e; 
nam.  acc.  pl.  1)  a;  2)  e:  strikke  156,  fresse  174;  3)  i:  uueide- 
spiezi  886;  gen.pl.  kommt  nur  einmal  vor:  zorno  484.  dat.  pl. 
1)  on;  2)  un:  rkmgxn  263,  sclxun  293,  tepidun  835;  3)  en: 
spizzen  225 ;  4)  in :  ringin  385,  lokin  546,  scrikkin  (?)  556,  blas- 
balgin  {gehört  hierher^  wie  der  nom.  pl.  blasbalga  762  ergiebt)  769. 

2.  St.  declination:  nom.  sg.  i,  einmal  e:  spareuuere  181. 

3.  St.  declination:  es  findet  sich  nur  der  acc.  sg.  fritbu  438. 

4.  st.  declination:  gen.  sg.  pluges  110,  116;  dat.  sg.  brohche 
698;  nom.  pl.  gransi  665;  acc.pl.  hxrstk  794;  eppele  153,  disge 
659;  dat.  pl.  gransin  506. 

Feminina.  1.  st.  declination:  dat.  sg.  1)  u;  2)  o:  haluo  551; 
dat.  pl  l)  un:  gedun  (?)  105,  runsun  806;  2)  on:  bonon  (?)  137; 
3)  en:  ruzzungen  411;  acc.pl.  a:  miisa  55,  siha  209,  loziinga 
418,  gelegida  425,  uudunga  477,  wenn  an  diesen  stellen  nicht  nom. 
sg.  vorliegen. 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  25 

2.  st,  dedinaiion:  i  erhält  sich;  der  dat.  pl,  lautet  auf  in  aus: 
hoin,  festin  928. 

4.  st,  declination:  gen.  sg,  i:  giiusti  434,  dat.  sg,  ebenso:  eichi 
14,  849,  slkngersniui  890;  nom.  acc,  pl.  1)  i;  2)  e:  bürde  85; 
dat.pl.  1)  in;  2)  en:  thincsteden  238. 

Neutra:  1.  st.  declination:  vier  heispiele  des  nom,  acc,  pl.  auf 
er  kommen  vor:  locher  82,  euer  175,  holer  424,  bieder  475;  dat.pl. 
dierlegeron  430,  legcrun  627,  dagegen  frbxspn  280,  sprachusou  309. 

2.  St.  declination:  nom.  acc.  sg,  1)  i;  2)  e:  denne 
120,  152,  olebere  154,  Ihiinuuenge  859.  dative  können  sein: 
gfscxf  23,  uueppe  874.  nom.pl.  i;  acc,  pl,  e.  das  ie  m  bibircie 
71  deutet  wohl  schwanken  zwischen  i  und  e  an  und  geht  nicht  auf  das 
alte  iu  zurück,  dat.  pl.  1)  in;  2)  en:  beren  63;  3)  un:  inuuer- 
dun  656.  neutra  mit  cnigefügtem  n  finden  sich  folgende:  curbelin 
67,  surobrinon  737,  wikiline  763,  wickilin  869. 

Starke  adjectiva  und  participia.  mascul.  nom.  sg,  er;  gen,  es; 
dat.  l)  emo;  2)  emu  (?),  wenigstem  scheint  diese  form  am  fornan- 
tigenu  389  herzmtellen  zti  sein,  me  fornantigenio  am  fornantigeno 
395;  3)  imo:  gahinisscimo  701,  sineuuellimo  719,  geuiledimo 
765;  4)  omo:  tutissconio  729;  5)  em:  dusinem  252;  acc,  sg.  1) 
an;  2)  en:  scenlenden  569;  nom,  acc.pl,  e,  eintnal  i:  frbmhaldi 
257 ;  dat.  pl.  en.  femin,  nom,  sg.  iu  {in  zuiuaren  754  vielleicht 
auch  eu);  dat.  sg,  1)  era:  fernpzfnfrb  9,  nizzendcra  565;  2)  erii: 
thunneru  940;  3)  ero,  oder  vielmehr,  mit  ausstofsung  des  e,  ro: 
uasthabendro  770;  acc,  sg.  a:  snella  453,  geuolana  537,  unge- 
quidbeda  832,  u)enn  an  diesen  stellen  nicht  nom.  der  schwachen 
flexion  anzunehmen  ist,  nom,  pl.  e:  zuncde  114,  gescunte  584, 
denn  hellandf  20  und  ceinseude  177  können  auch  die  unflektierten 
partidpial formen  sein.  acc.  pl.  1)  e:  gerodedc  76,  wo  freilich  auch 
das  neutrum  angesetzt  werden  kann,  indem  man  niulenti  ergänzt; 
gegrauene  526  seil,  geba;  2)  o:  iingetriuuo  375  seil,  geba;  3)  a: 
gemaiida  936.  mutr.nom.  sg.  az:  ungeutagaz  377.  iizzelaz573; 
nom.pl.  1)  iu:  rodkx,  brxnkx  250,  valoubrkx  251,  gebundeniu 
842,  rinnindiu  866 ;  2)  u:  ciuscu  894,  unciuscu895;  3)e:  ge- 
herstide  745,  heuuge  775;  4)  a:  gkzekntb  567,  samefre- 
zenna  (?)  596. 

Von  der  2.  st,  adjectivdeklinalion  finde  ich  die  unflektierten 
formen:  druoui  620,  reini  621,  engi  851. 

Schwache  declination.    ich  fafse  substandva  und  adjectiva  zu- 


26  DIE  DEIJTSCHEIV  VJRGILGLOSSEN. 

i 

samtnefi,  mascidina:  noni.  sg,  1)  o;  2)  e:  scolle  75,  kine  433, 
wenn  bei  letzterem  kein  misverständnis  der  lateinischen  form  taedae 
anzunehmen  ist;  3)  i:  uuntdragili  768.  gen,  dat.  sg.  en:  uuinreuen 

214,  tiiscanischen  420,  heren  805;  sxkbpgfn  234,  grauen  358. 
acc.sg.  o*h:  raagon  478,  betherquomon  933.  nom.pL  1)  on;  2)  un: 
gretmiardun  559;  dat. 'pL  1)  on;  2)  en:  lantuouen  658;  3>un: 
kinnibac€un  (As.  kinnibacciira)  413,  uuildun  661.  acc.  pl.  1)  on; 
2)un:  strimun,  stramulun  168,  fladun  224,  erlechendun  (scä. 
munda)  509 ;  3)  en :  zagen  804. 

Feminina:  nom.  sg.  1)  a;  2)  e:  hulese  (?)  77,  bescelede  (?) 

215,  ungeuuande  617;  3)i:  iuui  210.  gen.  sg.  1)  un;  2)  on: 
sunnon  15,  luffenon  79.  dat.  sg.  1)  un;  2)  on:  binesugon  6.  acc. 
sg.  i)  un:  iungerun  892;  2)  on:  uuiccon  139.  nom.  pl.  1)  un; 
2)  on:  buuuillon  36,  iuuon210,  angesezon  304.  gen.pl.  ene: 
buckelene  712  (hagazvssun  412  f^(  wohl  nom.  pL).    dat.  pl.  1)  on; 

2)  un:  rinnun  249,  stfgxn  882.  acc.  pl.  1)  un;  2)  on:  lankon  19, 
furcon  513,  zeuuou  553. 

Ob  udra  532  nom.  sg.  nentr.  oder  dat.  sg.  masc.  ist,  wage  ich 
nicht  zu  entscheiden,  sonst  kommen  folgende  schwache  neutra  vor: 
oren  858;  tbunnun  516,  unbestunbelodun  (?)  910. 

Ich  füge  hier  ein  Verzeichnis  der  substantiva  hinzu ,  die  sonst 
1)  nie  2)  selten  schwach  flektiert  sich  finden.  1)  masc:  kine  ,(?), 
433,  bodhomo  489.  fem.:  clefelun  106,  inquedungun  244, 
drosno'n  618,  behezun  690,  beiberegun  716,  788,  stakkillun  718, 
uuardun  808.  2)  masc:  regero  167,  cbnbxpn  262.  fem.:  bine- 
sugon 6  (Zwetl.  gl.  bei  Ho  ff  mann,  ahd.  gl.  p.  41,  8:  thymo  pinosu- 
gun)  buuuillon  36  {vom  mhd.  wb.  I.  758**  zwar  schwach  angesetzt, 
aber  starke  formen  'finden  sich  bei  Graff  I.  522),  uuiccun  78,  139, 
segun  95,  hiofaldrun  103,291  (vgl.  Schl.gl.  4,  70:  arbuta  biufiltrun, 
6, 640 :  tribuli  hiuffildrun),  garuon  1 79,  iuuon  210  (Berliner  Virgilgl, 
91:  taxi  iuuan,  Schi.  gl.  6,  629:  taxos  iwin),  xxgblxxfkdxn  232 
und  235  anm.  (vgl.  Trierer  psalmen  99,  4 :  scaf  weiden  siner  oves 
pascuae  eins)  hpuukscxrxn  280,  sblxxn  296,  sumerladun  405,  644, 
721,  helligruouun  435,  huttun  461,  segalgerdun  606,  zangun  770, 
stigun  823,  stfgxn  882,  scindelun  883. 

Von  profiominibus  begegnen:  mir  21,  se  330;  iz  689,  themo 
847. 

Die  adverbien  enden:    1)  ow/'o;   2)   auf  i:   queclichi  295; 

3)  auf  a .  sama''afta  423. 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  27 

Schiit fsHch  erwähne  ich  die  bildnngen  inga:  thresginga  128^ 
uuendinga  161,  und  (n)issi:  bkxxntnkssi  69. 

4)  Verbalflexion. 
Die  starken  verha:  1.  p.  sg,  praes,   1)  u;  2)  o:  ufscricco  409; 

3)  un:  unsliuziin  702.  3.  p.  sg.  1)  it;  2)  et:  uuitganget  176. 
dieselbe  person  des  verbum  s^ibstantimim  erscheint  693 :  ist.  3.  p,  pL 
1)  ent;  2)  en:  bizen  59.  diese  apocope  ist  nach  WGrimm  z.  grafen 
Rudolf  p.  8  und  zu  Athis  p.  361  nur  mitteldeutsch,    3.  p.  ph  praet. 

1)  un;  2)  on :  auenamon  2,  ceuuron  574.  vom  conjunctive  kann  ich 
die  formen  anführen:  uzbliiime  92,  hiuue  649;  beueingen  520,  vom 
imp.  sg.:  drbh  45,  trbh  46,  drkp  50,  gfdrkp  330;  imp.  pL:  bakket 
145,  malet  146;  sciezzent  876.  der  infinitiv  zeigt  gewöhnlich  an, 
einmal  in:   xzfrxxfllkn  275.    das  part,  praes.  endet  auf  1)  andi, 

2)  endi;  3)  indi;  das  part.  praet.  unflektiert  auf  dm;  flektiert  1)  auf 
en;  2)  auf  dm:  beuanganan  576;  d)  auf  in:  gespanninemo  566; 

4)  auf  on:  erquemoner  467.  zu  erwähnen  sind  noch  die  beiden  part. 
praet.  erquemoner 467 ww^iberechene 592.  beiquemsinkommtindmer 
form  e  für  o  häufig  vor,  worüber  man  Graff  nachsehen  mag;  auch 
sonst  schwanken  zuweilen  e  und  o ;  z.  b.  in  den  hs.  ABCD  der  klage 
V,  970  steht  gezemen. 

Die  schwachen  verba.  1.  p.  sg.  praes.  der  i-klasse  zeigt 
bei  langen  stammen:  1)  u:  eruuerdu  378,  geliuni  619;  2)  iu: 
kembiu  684;  3)  on:  bisingon  29;  bei  kurzen  iu:  besueriu  830, 
932;  dieselbe  form  der  o-klasse  lautet  un:  meldun  379,  uzerloccun 
722,  vgl.  anm.  zu  72.  in  der  e-klasse  endet  sie  1 )  auf  on  (?) :  rfrpn 
287;  2)  auf  en:  misstruuuen  376.  3.  p.  sg.  praes.  1.  conj.  1)  it; 
2)  et:  uzsuizzet  81,  bfrdft  276,  zeiget  481;  2.  cmij.  ot;  3.  conj. 
et:  anahaldet  54.  3.  p.pl.  1.  conj.  ent;  2.  conj.  1)  ont:  screc- 
cont  681 ;  2)  ent:  ruzent  22.  1.  p.  sg.  praet.  erscheint  nur  einmal 
in  der  1.  conj.  genazda  692 ;  3.  p.  1 .  conj.  ruomida  546,  benazta 
691;  2.  conj.  1)  oda;  2)  eda:  underbrordeda  465,  iageda  525. 
ob  uzsnudda  836  zur  ersten  oder  zweiten  conj.  gehört,  weifs  ich 
nicht.  3.  conj.  erbaldeda  (?)  366,  irsuarzeda  410.  1.  p.  pl.  in  der 
1.  ctmj.  gfsbkdxn  3;  3.  p.  pl.  1.  conj.  bei  langsilbigen  dun,  sonst 
idun,  edun  (uegedun  705);  2.  cotij.  1)  odun;  2)  edun:  clafetun 
554,  seidedun  689,  erspietun  822;  i.  conj.  idun:  gruidun  404. 
part.  praet.  1.  conj.  unflektiert:  1)  it;  2)  et:  eruuarmet  860;  3)  t. 
geuuort  801,  gebouut  899;  flektiert  hat  es  den  bindevokal:  1)  e; 
2)  i:  gemidider  548;   3)  a:  geolade  764.    2.  conj.  unflektiert  ot. 


28  DIE  DEITSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

flektiert  \)  o:  iinbestiinbelodun  OK);  2)  e:  gescidedemo  632; 
3)  11 :  anagebrorduder  522.  Mir  einmal  erscheint  ein  part.  ohne  ge: 
ziinede  114.  vom  conjunctiv  praes.  bemerke  ich  die  form:  carro 
264,  vom  imperativ:  genendi  761;  gegazet  497.  der  infinitw  der 
1.  und  3.  conj\  (iiueran  203)  lautet  an,  der  der  2.  on.  flektiert 
finde  ich  ihn  in  der  t.  conj.  an  folgenden  stellen:  gemestanne  259, 
troistanne  471.  part,  praes.  t.  conj,  nur  trhasindi  253;  2.  conj. 
endi  und  ondi  z.  6.  smierondi  354,  ruzondi  454  neben  smkfrendk 
925  und  ruzzenden  502 ;  3.  conj.  endi. 


Auf  blatt  42  derselben  hs,  ist  eine  reihe  bäum-,  pflanzen-  und 
thiemamen  eingetragen,  von  denen  hr,  dr.  Michelant  zu  Paris  so 
fretmdlich  war,  mir  eine  genaue  abschrift  zu  besorgen,  ich  gebe  oticfc 
bei  diesen  eine  kurze' darstellung  der  lautverhältnisse, 

D  im  an-  und  inlaute  =  str,  ahd,  t;  =  str,  ahd,  d  m:  dorn 
LXXXIV;  wida  LXXII.  die  Verbindung  nd  entspricht  sowohl  str,ahi. 
nt  als  nd.  wegeti  unrendo  XXXI  verweise  ich  auf  die  anmerkung, 
)d  =  str,  ahd.  lt. 

T  an-  und  inlautend  =  1)  to.  t:  turtulduba  XIV;  2)  str, ahd. 
z:  auarata  LXfV,  da  in  Oberdeutschland  diese  pflanze  ebereiza  heifst^ 
wie  Graff  III.  865  anführt,  da  er  einen  beleg  nicht  beigebracht  hai^ 
so  gebe  ich  einen  solchen  aus  Sumerlaten  53,  4:  abrotanum  ebereize. 
It  findet  sich  in  pifultra  XXXVIII.  unorganisch  ist  t  am  scUufse 
des  Wortes  huon  angefügt:  wazzerhiint  XXI,  bunt  XLV,  rephount 
XLVI.    tt  begegnet  in  otter  XCVIII. 

TH  =  Str.  ahd,  d:  flethermus  XXVÜ,  pethemo  LXVII. 

Z  nach  kurzen  silben  einfach  (nezila  LXVIII,  mazaldra  XC)  und 
doppelt  (wazzerbiint  XXI). 

B  =  1)  Str.  ahd.  p;  2)  lat.  p:  bircboum  LXXIX.  im  inlaute 
steht  dafür  auch  ii,  einmal  w :  ciiruuiz  LVII. 

F  =  Str.  ahd,  f ;  dafür  ph  in  gripbo  XLIH,  griph  CVI;  ph 
für  Str.  ahd.  ff:  aphin  CVIII. 

P  im  anlaute  =  1)  lat.  p;  2)  str.  ahd.  f:  pifultra  XXXVIII; 
im  inlaute  =  1 )  lat,  p :  papilii  LI ;  2)  lat.  b :  lupistekila  LVIU ;  3) 
Str.  ahd.  pf:  wideopa  XL  im  a^islaute  =  1)  str.  ahd.  p:  rephount 
XLVI ;  2)  Str.  ahd,  f:  miilwerp  CXV. 

PP=  1)  Str.  ahd,  i)f:  sneppa  XVIII;  2)  lat.  p:  cappo  XXXVII; 
aufserdem  erscheint  es  in  cappa  XLVIIL 


m.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  29 

G  =  1)  sfr.  ahd,  k;  2)  str.  ahd.  li:  wigo  XXIII. 

K  ün  an-  ufid  inlaute  =  1)  sir.  ahd.  ch;  2)  ((:  cappa 
XLVUI,  conala  LIII.  im  auslaute  =1)  str.  ahd,  h:  gok  VI,  strok 
XU,  hauok  XXVI,  hruok  XLIX,  lok  LXV;  2)  str.  ahd.  c  für  cch: 
steinbuc  XXX,  buc  Gl;  3)  huc  XIX. 

CH  =  1)  Str.  ahd.  ch:  duchere  XVI;  2)  str.  ahd.  h:  eich 
LXIV,  rech  XCIX;  3)  str.  ahd.  k:  rechenbocho  GXVII;  4)  für  die 
Str.  ahd.  labialasprrata:  huchela  XX,  duchestein  CXX. 

H  =  1)  Str.  ahd.  h;  vor  r  zweimal  erhalten:  urlirint  XXXIV, 
hruok  XLIX;  einmal  abgewörfm:  natram  XXII.  im  anlaute  ist  es 
vorgeschlagen:  huc  (?)  XIX,  huchela  (?)  XX,  haspa  LXXXUI;  ab- 
geworfen:  wideopa  XI,  im  ifUaute:  aorn  LXXIV;  vor  t:  natgala 
XV,  natram  XXII,  watala  XXXII;  vor  1  mit  gleichzeitiger  unter- 
drückvng  des  vorhergehenden  vokals:  scelo  CHI,  elo  CIV. 

jCC  =  Str.  ahd.  cc:  mucca  CXXI. 

W  ausgestofseti  in  po  XVII  {vgl.  gl.  Jun.  D.  p.  267 :  pau) ;  vor 
r  erhalten:  uurendo  XXXI. 

R  versetzt:  strok  XII,  andron  LIX. 

Zu  erwähnen  ist  noch  die  Verbindung  sp  =  str.  ahd.  fs:  wespa 
XL.  t;^^.  gl.  Jun.  D.  p.  269:  crecopulus  wespe;  gl.  zum  summa- 
rium  Heinrici  German.  IX.  p.  20,  28'':  vespe  wespeii,  gl.  Lips.  762: 
regpias  s=  str.  ahd.  refsjan. 

Die  vocale.  brechung  fehlt :  steiubuc  XXX,  kiruela  LXUI,  buc 
CL  a  für  gebrochenes  e :  krasso  LVI ;  ä  für  e:  drano  XXXIX  {vgl. 
gramm.  U  389).  e  =  1)  str.  ahd.  ei:  wegebreda  L;  2)  str.  ahd.  ä: 
Immon  LXXVH;  ö=  1)  ou:  gok  VI,  po  XVII,  lok  LXV,  hunt- 
hobido  CIX;  2)  uo:  uuermoda  LXVI.  ü  =  uo:  wazzerhunt  XXJ, 
bunt  XLV.   ou  =  uo :  rephount  XLVI. 

Flektiert  kommt  vor:  ahoma  LXXXV;  bremou  LXXVU. 
heimelo  (t^I.  gramm.  III.  666  fg.)  CXUI  begegnet  sonst  nicht 
schwach. 


Dafs  diese  Virgilglossen  dem  fränkischen  dialekte  angehören, 
zeigt  der  consonantenstand;  da  nirgends  ua  für  uo  erscheint,  ist  das 
sAdfränkische  idiom  ausgeschlofsen.  nach  Würzbnrg  -  Fulda  die  ew/- 
siekung  des  denkmals  zu  setzen ,  verbietet  das  Verhältnis  der  conso- 
nanten,  besonders  der  dentalen,  aber  auch  an  Mainz  und  Trier 
dürfen  wir  nicht  denken,    denn  der  erstere  ort  kennt  t  für  z  gar 


30  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

nicht ,  der  letztere  nur  in  'that"*  (Müllenhoff  denkmäler  p.  XVI).  in 
umerem  denkmale  dagegen  ist  t  gesichert  durch  die  sdireibwig 
grScuuardun  559,  welche  uns  zwingt,  auch  die  beiden  andern  t  für 
z  als  richtig  anzuerkennen,  mr  gerathen  also  nach  Niederfrafücen 
und  auf  dieses  weisen  auch  häufig  die  vocale. 

Nun  könnte  jemand  die  enoähntefi  ndd,  elemente  durch  die 
annähme  erklären  wollen ,  dafs  unsere  glossen  aus  einer  ndd.  hs.  ab- 
geschrieben  seiest,  ich  behaupte  das  gegentheil:  die  vorläge  war  eine 
oberdeutsche  und  zwar  eine,  die  von  deti  erhaltetien  Virgilglossen 
am  meisten  mit  den  Tegemseem  übereinstimmte,  diejenigen  warte 
nämlich,  welche  an  derselben  stelle  sowohl  in  den  Tegernseer  als  in 
den  Pariser  glossen  gleich  hüten,  bilden  ungefähr  ein  achtel  des 
letztgenannten  denkmals.  ich  habe  dieselben  daher  durch  cnrsiven 
druck  kenntlich  gemacht,  zwar  findet  sich  ch  für  str.  ahd.  ch  auch 
in  md.  hs. ,  z.  b.  in  der  Strafsburger  hs.  des  Rolandsliedes  (Grimm 
p,  XVI),  in  den  gl.  zu  Heinr.  summ.  Germ.  IX ;  ist  es  aber  nicht 
merkwürdig,  dafs  von  den  acht  vorher  erwähnten  fällen,  in  denen 
diese  aspirata  in  deti  Pariser  gl.  begegnet,  vier  auch  in  den  Tegem- 
seem vorkommen?  dafs  aber  oberdeutsche  gl.  zuerst  ins  ndd.  und 
von  da  aus  in  den  dialekt  unseres  denkmals  umgesetzt  seien,  dies  wird 
niemand  im  ernste  behaupten  wollen. 

Freilich  läfst  sich  nicht  leugtwi,  dafs  eine  reihe  von  warten  $ich 
zeigt,  welche,  weil  dem  ndd.  eigenthümlich ,  einer  oberdeutschen 
queUe  nicht  entnommen  sein  können,  rühren  diese  also  aus  einer 
ndd.  hs.  her  und  sind  sie  ein  wenig  der  hochdeutsdien  spräche  ange- 
passt  oder  repräsentieren  sie  den  dialekt,  dem  die  Pariser  gl.  in  ihrer 
jetzigen  gestalt  angehören?  zur  entscheidung  dieser  frage  hilft  das 
soeben  besprochene  blatt  42,  welches  ich  wegeti  des  zweimal  vor  r 
erhaltenen,  einmal  weggeworfenen  h  der  zweiten  hälfte  des  neunten 
Jahrhunderts  zuschreibe,  wir  haben  gar  keinen  grund,  dasselbe  nidu 
für  ein  original  zu  halten ,  7ioch  es  einer  andern  gegend  als  die  vor- 
liegende fafsung  der  Virgilglossen  zuzutheilen.  denn  dafs  t  für  z 
nur  einmal,  in  den  Virgilgl.  dreimal  vorkommt,  beweist  nur,  dafs 
es  in  beiden  sehr  selten  ist:  auch  bleibt  zu  berücksichtigen,  dafs  der 
umfang  der  Virgilgl.  achtmal  so  grofs  wie  der  des  blattes  42  ist. 
wenn  femer  th  für  d  auf  diesem  zweimal,  sehr  häufig  dagegen  in 
den  Virgilgl.  begegnet,  so  ist  zu  bedenken,  dafs  dergleichen  weseiUlich 
vonder  gewohnheit  des  Schreibers  abhängt,  so  findet  sich  ja  th  noch  in 
denkmälem  des  zwölften  Jahrhunderts,  z,  b,  in  der  Strafsburger  hs. 


m.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  31 

dt$  Rolanddiedes ,  in  Wiggerts  pscUmeninterlimarversion  vor,  ztt 
^mer  zeit,  h>o  es  sonst  völlig  aufser  gebrauch  gekommen  war,     da 
femer  eine  anzahl  formen  beiden  stücken,  den  Yirgilglossen  und  dem 
blatte  42,  gemeinsam  sind,  so  trage  ich  kein  bedetiken  zur  feststellung 
ihres  entstehungsortes  sie  nebeneinander  zu  rathe  zu  ziehen,    als 
eiUhsisch,  theilweise  auch  niederrheinisch  charakterisieren  sich  auf 
U  42  ä  für  e,  e  für  ä,  besonders  aber  w  vor  r  in  uurendo;  hierher 
swhen  läfst  sich  vielleicht  auch  der  acc,  pl,  gabulas  in  den  Virgilgl, 
143,  den  ich  vorher  bei  der  darstellung  der  fkocionen  übergangen 
habe,    im  sächs,  dialekte  ist  dies  wort  zwar  nicht  nachweisbar,  aber 
im  ags,  {Bosworth  27  p)  und  im  and,  (gafl)  ist  es  ein  st.  masc,  erster 
decUnation,    auf  den  Niederrhein  deutet  folgendes:    1)  ss  für  sc, 
zwar  auch  im  12.  und  13.  Jahrhundert  alamannisch  Weinh,  p.  156 
aber  fränkisch  nur  gegen  den  Niederrhein  hin:    Wiesbad,  gl,  229 
romesse;   Wemher  v,  Niederrhein  p.  19,  21  galileisse,  46,  8  he- 
breissen;  Lacomblet,  archiv  l,  1  (1832)  p,  334  visserie  (aus  Trier) ; 
Laehmann,  drei  bruchst.ll,  66  visse;  gl.  Jun,  D,  p,  268  drossela; 
Elisabeth  (ed.  Rieger  1868)  v,  2727  dissegader;  viele  beispiele  bietet 
seUiefslich  die  allegorie  *Salomönis  hüs^  bei  Adrian,  mittheilungen 
p.  417  ff.    2)  ei  für  umgelautetes  e.  vgl,  gramm,  I.'  185,  WGrimm 
zu  Konrads  Silvester  p.  IV.    3)  ei  für  ie,  welches  J Grimm  (gramm, 
I.*  262)  nicht  richtig  allein  dem  Gottfrid  Hagen  zuschreibt,    denn 
nicht  wenige  beispiele  davon  bietet  das  fragmsnt  des  Karlmeinet  bei 
Lachmann,  drei  bruchst.  III;  fertier  haben  die  Xantener  gl.  132  ge- 
meidan,  die  gl,  zu  Heinrici  summ.  Germ.  IX  p.  21,  38**  eiiTaltra. 
allgemeiner  ndd.  sind  vielleicht  folgende  erscheinungen :  1)  w  für  h 
zwischen  vocalen:  zeuuoD  553.   diese  form  ist  nach  Schmeller  B.  wb. 
rV.  239  nicht  nur  schweizerisch,  sondern  auch  mittelrheinisch,   sonst 
finde  ich  ijiluweii  Ruther  4262,  Gottfr.  Hagen  920  (im  reime),  vgl. 
Bartsch,  Karlmainet  p,  342,  aber  auch  ijuwete  Reineke  Vos  ed.Hoffm. 
3722,  6500.    2)  ch  für  g  im  inloMte:  Ruther  1728:  dache,  Wiesb. 
gl.  248:  ocha,  vgl,  Bartsch  herz.  Ernst  p.\\  daneben  in  dem  thü- 
ringischen (Bartsch  Berth.  v.  Holle  p.  XXXVI)  grafen  Rudolf  p.  d^ 
23 :  burchere.  ich  mache  endlich  noch  auf  zwei  dem  holländischen 
sich  nähernde  formen  aufmerksam  (anm.  zu  66,  285). 

Der  Ursprung  beider  denkmäler  ist  also  in  einer  gegend  zu 
suchen,  die  von  niederrheinischen  und  sächsischen  einflüfsen  berührt 
wurde,  doch  hindert  uns  das  überwiegende  z ,  zu  weit  nach  norden 
zu  gehen,   auch  scheidet  sich  der  dialekt  unserer  stücke  wesetUlich  ab 


32  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

von  dem  des  Herhort  von  Fritzlar,  welcher  ht  für  ft  anwendet,  eine 
erschernung,  die  in  den  VirgilgL  höchstens  einmal  (933)  sich  zeigt, 
femer  auch  p  für  pf,  \)h  meidet,  freilich  kann  dies  letztere  dem 
Schreiber  allein  zur  last  falUn.  so  bleibt  uns  detm  nur  die  gegend 
an  der  Lahn,  das  heutige  Nafsau  und  Oberhessen,  und  dort  werden  wir 
beide  denkmäler  fixieren  können,  dorthin  hat  MüUenhoff  {denkm.  p. 
XVI)  mit  recht  die  Xantener  gl.  verwiesen ;  dahin  werden  auch  die 
etwas  Jüngern  gl.  zu  Heinrici  s^immarium  Germ,  IX.  p.  13  ff.  ge- 
hören, in  diesen  tritt  einmal  t  für  z  ein:  katta  10;  denn  das  aiidere 
von  Rieger  aufgeführte  beispiel:  holduua,  st^t  nicht  für  \\o\X^\XM2iy 
sondern  für  holediiua.  dadurch  erklärt  sich  auch,  wie  sie  in  die 
Darmstädter  bibliothek  gelangt  sind,  ein  bestimmtes  kloster  kann  ich 
allerdings  leider  nicht  angeben,  von  dem  sich  mit  Sicherheit  behaupten 
liefse ,  dafs  in  ihm  die  Virgilglossen  geschrieben  seien. 

Lag  also  eine  oberdeutsche  quelle  vor,  so  fragt  sich,  wie  der 
verfafser  der  uns  überkommenen  recension  sich  dazu  verhielt,  ich 
denke  mir  die  sache  so :  irgend  ein  mönch  hatte  ein  oberdeutsches 
original  vor  sich,  das  er  ziemlich  mechanisch  abschrieb  und  in  dem 
er  nur  die  seinem  ohre  fremden  worte  mit  ihm  geläufigeren  ver- 
tauschte,  denn  nehmen  wir  an,  eine  ganz  neue  bearbeitung  ober- 
deutscher Virgilglossen  habe  stattgefunden^  so  müfsen  wir  zugehen, 
dafs  auch  von  dieser  nicht  das  original,  sondern  nur  eine  abschrift 
auf  uns  gekommen  sei.  ich  übergehe  die  nicht  seltenen  Schreibfehler, 
theile  auch  nicht  Wackemagels  im  fünften  bände  dieser  Zeitschrift 
p.  320  ausgesprochene  ansieht,  dafs  die  Vereinigung  mehrerer  ge- 
trennter Worte  zu  einem  die  thalsache  der  abschrift  bewiese ;  vielmehr 
mache  ich  auf  folgendes  aufmerksam :  1)  das  wort  Gabinis  scimo 
701  ist  deutlich  in  zwei  theile  getrennt,  derselbe  fehler  findet  sich 
auch  an  einigen  anderen  stellen.  2)  manche  glossen  kommen  zweimal 
vor  oder  stehen  fem  von  dem  lateinischeti  worte,  zu  dem  sie  gehören. 
3)  die  Servianische  note  zu  Georg,  l.  59  lautet  in  unserer  hs.  (73) : 
et  gerunt  partum,  dem  entspricht  aber  nicht  die  deutsche  gloss» 
uzuuerpent;  diese  erfordert  egenint  und  dies  bietet  auch  der  text 
des  Servius  sonst.  4)  das  deutsche  mkthf.mksgfinp  steht  hei  Aen.  VIII. 
681:  ^stans  celsa  in  piippi,  geminas  cui  tempora  flammas  Laeta 
vomunt,  patriumquo  aperitur  verlicc  sidus.'  dazu  passt  aber  weder 
die  praeposition  mit,  noch  auch  heimisk;  man  würde  dort  eher 
faderifh  erwarten,  vortrefflich  stimmt  dagegen  die  glosse  zum  v.  696: 
regina  in  mediis  patrio  vocat  agmina  sistro. 


HI.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  33 

Alle  diese  Schwierigkeiten  verschwinden,  wenn  man  die  vorhin 
van  mir  geäufserte  meinung  annimmt,  dafs  eine  oberdeutsche,  seihst 
kaum  fehlerfreie  hs.  abgeschrieben  ist,  und  dabei  sowohl  neue  ver- 
s^ten  sich  eingeschlichen  haben,  als  auch  viele  worte  hinzugefügt  oder 
verändert  sind,  dazu  kommt  noch  ein  anderes,  der  Virgiltext  der 
Pariser  hs.  bietet  Georg.  III.  86,  wie  mir  hr,  Herz  schreibt:  'densa 
coma\  während  am  rande  steht:  'iuba  manauua'  (254).  zur  erklä- 
rung  dieses  umstandes  scheint  mh'  nur  folgendes  auszureichen:  keine 
vollständige  Virgühs.  mit  scholien  und  glossen  wurde  bei  jener  ge- 
legenheit  abgeschrieben,  sondern  es  sind  nur  die  glossen  und  scholien 
(diese  können  von  jenen  nicht  getrennt  werden,  da  viele  glossen  sich 
auf  Servianische  noten  beziehen,  ja  in  den  text  der  scholien  einge- 
reiht sind)  aus  einem  oberdeutschen  exemplare  in  das  vorliegende, 
das  den  Virgiltext  allein  enthielt,  eingetragen,  schliefslich  noch  dies: 
wenn  ich  bisher  stets  blofs  von  zwei  exemplaren,  dem  oberdeutschen 
M^  unserm,  gesprochen  habe,  so  will  ich  damit  keineswegs  behaupten, 
dafs  nicht  zwischen  beiden  eine  Vermittlung  durch  mehr  oder  minder 
zahlreiche,  nun  verlorene  denkmäler  habe  stattfinden  können. 

Uebrigehs  mufs  unsere  hs.  einmal  in  Rheims  selbst  oder  in  einem 
zu  dieser  Stadt  in  beziehtmg  stehenden  kloster  gewesen  sein,     auf 
blatt  42  ist  nämlich  ein  *epitaphium  Gerberti  papQ  de  archipraesule 
Remensi  Adalberone*  (t  5  Januar  989)  zu  lesen : 
'Contulerat  natura  potens  quQ  summa  putavit 
ad  meriti  cumulum  tibi,  praesul  Adalbero,  cum  te 
praestantem  cunctis  mortalibus  abstulit  orbi 
quinta  dies  fundentis  aquas  cum  pondere  rerum.' 
dasselbe  epigramm  befand  sich  auch  in  der  cathedralkirche  zu  Rheims, 
vgl.  Marlot,  histoire  de  la  ville,  cite  et  universit^  de  Reims,  band  HI 
(Reims  1846)  p.  64  fg.:  son  corps  (d*Adalberon)  fut  inhumi  en  la 
cathedrale ,  et  pour  ipitaphe  on  lisoit  aticiennement  ces  vers  gravis 
sur  une  table  de  cuivre  en  lettres  d'or.    es  folgen  dann  die  citierten 
verse  mit  der  abweichung,  dafs  v.  1  für  potens  parens  gesetzt  ist. 
da  Gerbert  papa  genannt  ynrd,  so  können  sie  vor  999,  wo  jener  den 
römischen  stuKl  bestieg,  nicht  in  die  hs.  gekommen  sein,     doch  darf 
man  nicht  daraus  schlief sen  wollen,  dafs  er  Gerbert,  nicht  Silvester 
heifst.   der  ursprüngliche  name  dieses  pabstes  erhielt  sich  sehr  lange 
in  Deutschland,  spricht  ja  noch  Walther  (33,  22)  «on* einem  zoube- 
raere  G^rbrehte.* 

Zur  dtersbestimmung  der  glossen  nützt  uns  ebensowenig,  wenn 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  3 


34 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


Germania  durch  francia  (184)  gegeben  unrd.  man  könnte  darnach 
glauben,  die  entstehung  unseres  denkmds  müfse  in  die  zeit  der 
Salischen  kaiser  fallen,  abgesehen  von  ^Germania  francoiio  lant' 
Diut.  IL  370,  spricht  dagegen  der  modus  Ottinc  39 :  Francus  instat, 
Parthus  fugit,  der  doch  unter  Otto  III  verfafst  ist  {Müllenhoff, 
denkm,  p.  314).  femer  helfen  uns  wenig  die  umlaute  e  für  ä,  i,  iu 
für  u  und  ü.  denn  der  umlaut  iu  für  u  kommt  nach  meiner,  von 
Grimm  gramm.  U  343  abweichenden  meinung  schon  beim  Isidor 
vor:  lyuzilun  XI^  17,  XII'  8,  liuzeln  XII"  10.  überhaupt  mufs  das 
alter  und  die  geschichte  des  umlauts  aus  den  denkmälem  bestimmt 
werden,  nicht  diese  aus  ihm.  unr  sind  also  allein  auf  die  fleooion 
angewiesen,  da  erinnere  ich  denn  an  folgende  neben  den  älteren 
vorkommende  jüngere  formen:  nom.  pl.  masc.  der  1.  st.  decl.  auf 
e,  i,  ebenso  der  nom.  sg,  schwacher  masc;  nom.  sg.  fem.  des  schw. 
adj.  auf  e,  nom.  acc,  pL  fem,  starker  adj.  auf  e,  neutr.  pl.  starker 
adj.  auf  e,  a,  acc.  pl.  schwacher  masc.  auf  en.  hält  man  hierzu 
das  schwanken  in  den  vocalen  der  praeterita  schwacher  verba,  so 
gelangt  man  für  die  entstehung  der  Virgilglossen  ztir  annähme  emer 
zeit,  in  der  die  spräche  sich  umbildete,  eine  solche  war  das  elfte 
Jahrhundert  j  in  dessen  erste  hdlfte  ich  unser  denkmal  setze. 

Endlich  erwähne  ich  eine  notiz,  welche  sich  auf  dem  haJb- 
abgeschnittenen  rande  von  Matt  95'  befindet,  sie  zu  enträthseln 
überlafse  ich  scharfsinnigeren:  Guogeris  (fcr.  dr.  Michelant  liest: 
Uuageris)  uuison.  in  dera  nuessum  heccun  uuison.  uuinie  hun- 
dale.  conc. 


B  ü  C  0  L.  V. 

31.  lentas  hastas  ffnfstfccpn. 

34.  tulerunt  auenamon. 

36.  mandavimus  [hordea  sulcis] 

gfsbkdxn.* 
39.  Carduus  thistal 
„    paliurus  clethun. 
77.  thymo  binesugon. 
88.  pedum  krxccb. 

BÜCOL.  VI. 
1.  prima  fxrksta. 
17.  attrita  fernpzfnfrb. 


17.  cantliarus  cbnnb.  lo 

22.  moris  mulberin. 
47.  ah  leider. 

53.  fultus  undfrstxrit.* 

54.  ilice  slblteihk.* 

60.  stabula  ad  Gortynia  sunnon-  15 

stallon. 
68.  apio  eppe. 
71.  deducere  geneian. 
„    ornos  linbouma. 
75.  inguina  lankon. 
84.  pulsae  hellandf.  20 


UI.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


35 


«       BÜCOL.  VII. 

7 .  mihi  de^raverat  inginc  mir. 
13.  resonant   examina  ruzent 
suarma. 

32.  cothurno  gfscxf. 

33.  sinum  lactis  cesekai*. 
25    42.  rusco  hulis. 

„    algä  merigrase. 

47.  solstitium  hizzi. 

48.  turgent  spruzent. 
torreo  b.s.ng::n. 

30    50.  fuügine  ruze. 
53.  iuniperi  uac'^aldra. 
„    castaneae  kestene  bouma. 
66.  abies  danna. 

B.ÜCOL.  VIII. 
53.  alnus  erla. 
35    54.  electra  gfsmflzi. 
55.  ululae  huuuillon. 
59.  speculä  uuardu. 

Hec  egloga  farmaceutria  id 
est  fbscknbtprka  dicitur. 
id  est  zpfrxngb. 
64.  vitta  uasuualco.* 
40    65.  verbenas  isena. 
68.  carmina  galdar.* 
74.  licia  hbrlpf. 
stamen  uuarp. 
bitumine  harze, 
fer  drbh. 
fer  trbh. 
carmina  garsanc. 
Hylax  brakko. 

BÜCOL.  IX. 
8.  clivo  xphbldk. 
60    24.  age  drkp. 
25.  ferit  stiehlt. 
36.  strepere  gbgkzpn.* 


82. 

45  101. 

ff 

104. 
107. 


36.  olores  eluiz. 

42.  imminet  anahaldet. 

45.  numeros  uuisa.  55 

49.  apricis  sxmfrlkcon. 

56.  caussando  rethenondk. 

58.  [ventosi]  ceciderunt  [mur- 

muris  aurae]  gfuukchxm. 
B  ü  C  0  L.  X. 
7.  attondent  bizen. 
19.  subulci  sueina.  60 

27.  ebuli  euch. 
„    ebuli  adochez, 
„    baccis  beren. 
39.  vaccinia  lor.bkri. 

59.  torquere  seizan.  65 
67.  über  scorza.* 

71.  fiscellam  curbelin. 
fiscina  eprf. 

G  B  0  R  G.  I. 
4.  experientia  bkxxntnkssi. 
57.  ebur  alpantbein.  70 

59.  castorea  bibircie. 

castor.  inde  verbum  Castro 

. . .  bun. 
et  gerunt  partum  uzuuer- 
pent. 
63.  age  i^uolnu. 

65.  glebas  scolle.  75 

71.  tonsas  [novales]  gerodedc. 

74.  siliquft  hulese. 

75.  viciae  uuiccun. 
„    lupini  luffenm. 

80.  fimo  mist.  80 

88.  exsudat  uzsuizzet.* 

90.  spiramenta  locher. 

93.  Boreae  nortuuint. 

95.  [vimineas]  crates  egidun. 

„    crates  bürde.  65 

3* 


36 


Dl£  D£UTSCH£IS  VIRGILGLOSSEN. 


90 


101. 
111. 
112. 
120. 

132. 
135. 
139. 

9» 
»^  143. 
144. 

148. 
151. 


100 


152. 
153. 


»» 


154. 
105  155. 

156. 

157. 

160. 

162. 
110      „ 

164. 


»» 


115 


165. 
166. 

170. 
173. 

174. 
120  178. 

181. 
183. 


farra  koma.  184. 

culmus  halm.  185. 
depascit  ezzet. 

iDtuba  i ,  galcruh.  186. 
intiba  oseDbritta."' 

repressit  gestilda.  190. 

excuderet  lubiuuue.*  ,. 
visco  mistel. 

Tiscolkünf.  192. 

serrae  segun.  193. 

cuneis  uuekken.  194. 

fissiJe  speldich.  „ 

arbuta  brüst.*  195. 

robigo  uintbrant  207. 

Ulcus  angp.*  215. 

Carduus  thistil.  226. 
lappae  cUiha. 

tribuli  hiofaldnin.  227. 

lolium  rado,  radan.  233. 

rastris  gedun.  236. 
sonitu  clefeiun. 

falce  saidemacese.  264. 

aroia  azznsi,  gezuch.  „ 

vomis  scar.  266. 
robur  aratri  pluges  houit.       267. 

tribula  fUgila.  „ 
traheae  slidon. 

supellex  gkziugi.  285. 

arbuteae  [crates]  zunede.  ,, 

vannus  uuan*  294. 

burim  pluges  houuet.  296. 

tüia  linda.  298. 

fagus  hucha.  306. 

stiva  reche,  rdio.  „ 

area  denne.  ,, 
cylindro  duuostein,  uuel-      307. 

lesteine."^  309. 
mus  spicemus,  spizmus. 
talpae  muluuerf,  muluerf. 


bufo  creda. 

[quae  plurima  terrae]  mon-  125 

stra  [ferunti  hamustro. 
curcuüo  angfur, 
formica  ameiza. 
tritura  thresgioga. 
tritura  gethnise. 
amigdalus  basal.  130 

palea  caf.* 
medicare  reiDon. 
nitro  salzsteine, 
amurca  olesthrusama. 
siliquis  hnleson.  135 

fauces  engk. 
fabis  bonon. 
Tanis  aveuis   uuüden   ha- 

veron, 
viciam  uuiccon. 
zonae  strimelon.  140 

concretae     tfsamene    ge- 

rumtan. 
exacuunt  spizzent* 
furcas  gabulas. 
fiscina  curuelin. 
torrete  bakket  145 

frangite  [saxo]  malet, 
obtunsus  farnozcenes. 
licia  harlouk. 
telae  uueppes, 

pectine  rauun.  150 

aeni  caldaru. 
area  denne. 
lauri  baccas  eppele. 
oleam  olebere. 

myrta  mirtel.*  155 

pedicas  strikke. 
verbera  [fundae]  snuori. 
falx  messoria  sichila. 
falx  fenoria  s^esua. 


ni.   DIE  PARI^>EH  GLOSSEN. 


37 


60  348.  maturis  rifen. 

353.  menstrua   Luna   manulh- 

uuendiga.* 
359.  murmur  thoz. 
361.  mergi  duchera. 
mergus  duchari. 
165  363.  paludes  slruot. 
„     fulicae  ualkon. 
ardea     regero , 


364. 

367. 

368. 

170  370. 

371. 

377. 

378. 
175  379. 

389. 

390. 

395. 

400. 
ISO  403. 

404. 

405. 

449. 

474. 
185  481. 


heigero, 


heigro. 


tractus  strimun,  stramulun. 
paleam  spriu. 
Boreae  norostanuuint. 
Eurus  ostansuntiiuint. 
Zephyri  uuestanuuint. 
hirundo  sualauiia. 
ranae  frosse. 
ova  euer. 

spaliatur  uuilganget.* 
carpentes  ceinsende. 
obtusa  zeinna.* 
maniplos  garuon. 
uoctua  natgala. 
Nisus  spareimere. 
Scylla  Icuuerka.* 
crepilans    salit    scellinde 

springit. 
Germania  francia. 
proluit  uergoz. 


\\)0 


GEORG.  II. 

6.  vindemia  uuindema.* 

8.  cothurnis  gescuin. 

12.  gcnestae  briinun. 

13.  populus  belizboiim.* 
„  salicta  uuida. 

15.  caslaneac  kestinun. 

16.  aesculus  uirheih. 
18.  ccrasis  kirsboumon. 


205 


210 


60.  uva  uuinberi. 
66.  Herculeae   arbos   coronae  195 
birka. 

70.  platani  ahorna. 

71.  ornus  lintbotm. 

87.  surculus  midelinc. 

88.  Crusturniis  piris  bratbiron.* 

„     volemis  curbezberon.*         200 

95.  preciae  frutVuf'on.* 

96.  cellis  kelketron,  kelleron. 

100.  durare  uueran. 
113.  taxi  iuua. 
129.  verba  galdar.* 
180.  calculus  kisel. 
189.  filicem  uarn, 
214.  tophus  duchstein. 
242.  cola  siha. 
257.  taxiiuuon;  iuui, 

picea  Evra. 

pulredo  fiuli. 
264.  fossor  greuil. 
333.  painpinus  uuinreuen  blat. 
358.  rasae  bescelede.*  215 

361.  tabulata  cameratun.* 

„     tabulata  spreithi. 
379.  cicatrix  hilouuua.* 

381.  proscenia  Ipxxn. 

„     proscenia  ludi  spillestede.    220 

382.  compita  xxfgfscfkdhb. 
384.  utres  budericha. 
389.  oscilla  docchnn, 
394.  liba  fladun. 

396.  veribus  spizzm. 
„    colurnis  hasselin. 

407.  pulando  besnitliendo. 

413.  rusci  hulisboum.* 

417.  extrcmos  [antes]  endi. 

421.  rastros  hpxxxri. 


225 


230 


38 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


aesculus  slaheic* 

175. 

vescas  azkchxn. 

430. 

aviaria  xxgblxxfkdxu. 

ulva  riotgras. 

445. 

carinas  bodema:  pars  pro 

188. 

capistris  haftra. 

toto. 

191. 

gradibus  sonare  gaDgan. 

463. 

testudine  sxkbpgfn. 

203. 

spumas  aget  uzffkmpt. 

235  471. 

lustra  xxfknthvD. 

204. 

esseda  shmbxch. 

497. 

conjurato  gffkdfmp.* 

205. 

farragine  gfrtb. 

502. 

forum  dingstat. 

222. 

urgentur  gfstpzan  xxfrthfnt. 

508. 

rostris  thincsteden. 

230. 

cubili  Ifgfrf. 

518. 

proventu  frbmxxpchbr.* 

233. 

obnixus  rkngbnder. 

240  519. 

trapetis  plkbfktdku.* 

aestuat  xzfrxxfllkn.* 

530. 

certamina  gi(il.'*' 

256. 

fricat  rkbkt,  herdft. 

539. 

classica  heritrunbum. 

* 

299. 

Podagras  fuozsuth. 

300. 

digressus  framgeruckit.* 

GEORG.  III. 

301. 

arbuta  brüst.* 

25, 

aulaea  umbehanga. 

321. 

foenilia  hpuukscxrxn.* 

45. 

adsensu  inquedungun. 

338. 

acalanthida  thistiluinco. 

245    53. 

palearia  chelorpn. 

360. 

crustae  hissuo. 

72. 

delectus  chmt. 

361. 

orbes  rbt. 

78. 

ponti  brxccb. 

364. 

caedunt  hpxxfnt. 

80. 

terga  gpppn. 

366. 

stiria  kichillb. 

81. 

toris  rinnun. 

374. 

couiminus  gimacho. 

350    82. 

spadices    [equi]   rodkx, 

rudo  rfrpn. 

brxnkx. 

376. 

specubus  frhxspn.* 

« 

glauci  [equi]  valoubrkx. 

380. 

sorbis  sperobiron. 

83. 

gÜYo  dusinem. 

385. 

lappae  clfthxn. 

85. 

fremens  trhasindi. 

ff 

tribuli  bieiTuldrun. 

86. 

juha  manauua. 

406. 

sero  xxfzkcbb.* 

255    87. 

Spina  rucchibein. 

431. 

loquacibus  crpndfn.* 

104. 

carcere  pftrkchf. 

437. 

exuviis  sclxun. 

107. 

proni  frhmhaldi. 

442. 

ad  vivum  queclichi.* 

108. 

humiles  nkdfrf. 

450. 

unguine  sblxxn. 

124. 

distendere  zegemestanne.* 

451. 

elleboros  marsitliiia,*  sit- 

260  146/7.  est    plurimus    volitans 

tiruurz. 

kstmbnbcfugbl. 

456. 

omina  hfkl. 

147. 

asilo  hrfmp;  bremo. 

473. 

geutcm  fbsbl. 

166. 

circlos  cbnbxpn. 

497. 

tussis  anbela  chelesuht. 

168. 

torquibus  rkmgxn. 

504. 

crudescere  zestarceon. 

173. 

instrepat  carro. 

507. 

siugultu  sicb^nzugu.* 

265 


270 


275 


280 


285 


290 


295 


300 


III.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


39 


523. 
564. 

(05    46. 

48. 

63. 

74. 

75. 

310    89. 

131. 

145. 

146. 

162. 
315  168. 

183. 

188. 

201. 

224. 
320  243. 

245. 
246. 
247. 

325      M 


479. 
482. 


Stupor  stirnüpd.* 
papulae  angesezon.* 

GEORG.  IV. 

foveat  bruodent. 
cancros  creuiza. 
melisphylla  bmiuurz. 
spicula  angon, 
ad  praetoria  sprachuson. 
prodigus  splider. 
verbenas  isinun. 
spinös  iam  pruna  ferentes 

pruboum. 
platanuni  hahorn. 
gentis  fbsflfs. 
fucos  drenon» 
tiliam  linda. 
mussant  thiezetit, 
Quirites  rfktnibn. 
arcessere  geuuinnan. 
stcilio  mol. 
blattis  fledrpmusin. 
crabro  hornoz. 
tineae  milua. 
aranea  spinna, 
casses  uurppi. 

sarcitus  geriuilot. 

imbrex  Woluo. 
interfusa  unibeuareniu. 
Cerberus  lifllklixnt. 


AEN.  1. 


330 


70.  age  gfdrkpsf. 
102.  Aquilone  nordiiuint. 

107.  estus  cfssb. 

108.  Notus  uueslanuuint. 
110.  Eurus  ostamiuint. 

335  111.  brevia  dxnnk. 

116.  volvitur  in  caput   sturzta 
ubar  houbit. 


117.  Vertex  uuerbo. 

soliitis  zeergebenen.* 
125.  emissam  uzferlazan. 
138.  illi  erzagedenio. 
1 45.  tridenti  gere. 

„     tridenti  darde. 
149.  seditio  gestridi. 
167.  vivo  saxo  selpuua  senemo 

steine. 
174.  silicis  (Hnses. 

176.  nutrimenta  cinselunga.* 
„    fomite  zumra. 

177.  arma  azzesi. 

215.  ferinae  miildes  fleiscses. 
222.  fata  misseburi. 

239.  rependens  uukdfrabtende. 

240.  fortuna  missiburi. 
247.  Patavi  bazzoua. 
254.  subridens  smierondi. 
323.  maculosae  fohes. 

„     lyncis  luhses. 
371.  suspirans  siiftondi. 
425.  sulco  grauen. 
427.  tbeatri  thinchuses. 

432.  educunt  suerement.* 

433.  neetare  seime. 
,,     cellas  bicar. 

435.  fucos  dremon. 
449.  cardo  ango. 

„     stridebat  carroda. 
452.  ausus  erbaldeda. 
466.  Pergama  hogecimbri. 
693.  amaracus  lauandula. 
698.  sponda  bettibrede. 
704.  adolere  steincan. 

727.  funalia  carz. 

728.  poposcit  eiscpt. 

739.  proluit  bfgpz. 

740.  crinitus  lancfasso. 


340 


345 


350 


355 


360 


365 


370 


40 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


375     36. 

39. 
55. 

380  111. 

125. 
134. 
156. 
189. 
385  203. 
302. 

440. 
468. 

390  469. 

472. 

474. 

478. 

483. 
395  484. 

491. 
493. 

515. 
400  545. 
604. 
625. 
627. 
773. 


AEN.  IL 

suspecta  ungetriuuuo. 
suspicor  misstruuuen. 
incertum  uagentagaz.* 
foedare  eruuerdu. 
prodo  meldun. 
acernis    mazaldra ,    mas- 

zeldra. 
recusat  xxkdrpdb. 
ulva  morigras. 
sacrata  thenlcidon.* 
omen  heihl. 
orbibus  ringin. 
adsto  zuoßtun,*  zuostunt.'*' 

symbolum  zeicban. 
testudine  sciltuueri.* 
priino   in  limine  fornan- 
tigenu. 

coruscus  lozonti. 

exuviis  ursli. 

micat  le*. 

bipenni  biaie. 

penetralia  inhusi. 

in  limine   primo   fornan- 
tigeno. 

ariete  heia.* 

primos  eriston. 

sub  divo  uzze. 

praecipites  gfxxlkidf.* 

umbone  ranfte. 

hebetat  getragit.* 

ornum  limboum. 

usque  nohtahime. 

steterunt  [comae]  gruidun.* 


405 


AEN.  III. 

23..  virgulta  sumerladun. 
43.  stipite  selsboum. 

timbra,  satureia  ueltconola. 


serpulum  heimconola.* 
176.  corripio  me  e  stratis  uf- 

scricco. 
195.  inhorruit  [tenebris]  irsuar-  410 

zeda.* 
226.  clangoribus  ruzzungen.* 
252.  Furiarum  hagazvssun. 
257.  malis  kinnibaccum. 
260.  diriguit  ereteuoda.* 
267.  rudentes  segalseil.  415 

umbo  bucula.* 
289.  transtris  stuol.  thueri. 
323.  sortitus  lozunga.* 
366.  prodigium  uoraceichan. 
385.  Ausonii  tuscanischen.*        420 
391.  fetus  uuuochar. 
414.  convulsa  anageslagan. 
416.  protinus  mma^afta, 
442.  Avema  holer. 
451.  9iXw%  gehgida,  425 

453.  dispendia  ungmuri, 
461.  moneri  gemanot  uuesan. 
483.  subtemine  uuebal. 

stamen  uuarp. 
647.  lustra  dieriegeron.*  430 

649.  baccas  lorberj. 
67 1 .  fluctus  aequare  gegrundan.* 

AEN.  IV. 

18.  taedae  kine. 
23.  [agnosco   veteris    vestigia] 
ilammae  ^lustu 

26.  Erebi  helligruouun.  435 

27.  pudor  reiui. 
35.  esto  uuolanu. 
56.  pacem  frithu. 

biennes  zuigari^. 

bimatum  zueigar.  440 

capulus  hilzi. 


III.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


41 


68. 

vagatur  uuarfoioda. 

491. 

ornos  lintbouuia.                 480 

71. 

pastor  iagari. 

498. 

uionstrat  zeiget. 

129. 

Oceanum  uuindilmeri. 

505. 

secta  gescidon. 

445 

odorissecus  spurihunt. 

562. 

Zephyros  suntuuinda. 

odorisscqua  leideszoa.* 

564. 

iraruui  zorno. 

137. 

picto    limbo    gebrordemo 

565. 

praecipitare  zegehurscan.    485 

souiue. 

567. 

ferverc  streuon. 

148. 

fronde  loube. 

coiicitat  grüzzit. 

151. 

lustra  leger. 

580. 

ferit  snfkt. 

450  155. 

• 

glomerant  f{uJgdun.* 

605. 

foros  bodbomo. 

158. 

s])umantein  uzfioiondan. 

612. 

preces  fluocba.                    490 

159. 

fulvurn  rodan. 

700. 

croceis  cruocuareu. 

180. 

celerem  snella. 

» 

roscida  douuaga.* 

185. 

strideDS  ruzondi. 

cantbarus  ebngest. 

455  193. 

fovere  brudan. 

202. 

sertis  giiigin. 

AEN.  V. 

talus  enkil. 

7. 

ducunt  abtodun. 

no,  nas,  nat  suuimmii. 

51. 

Syrlibus  griozon.                 495 

peuates  gesuasgoda.'*' 

cestus  coluo. 

460  255. 

huuiilis  nidiriu. 

71. 

favete  gegazet. 

259. 

magalia  buttun. 

77. 

carcbesia  kenninga. 

261. 

stellatus  [ensis]  gesteinit. 

87. 

notae  strimolou. 

262. 

laena  drenbil. 

128. 

apricis  abren.                      500 

264. 

telas  uueppi. 

129. 

metaui  gicil.'*' 

465     „ 

disci*everat  underbrordeda."^ 

143. 

stridentibus  ruzzenden. 

266. 

uxorius  queneman. 

145. 

carcere  perribe. 

279. 

ameDs  erquemoner. 

146. 

aurigae  reüritton. 

sistere  gestadan. 

»1 

undantia   lora    uueinonde  505 

361. 

non  sponte  uDgerno. 

zugiia. 

470 

cautis  stein. 

158. 

frontibus  gransin. 

393. 

lenire  troistanne. 

163. 

palumla  pletda*  1  plafla. 

398. 

natat  floz. 

187. 

aemula  digiu. 

407. 

fervet  streuot. 

200. 

arida  erlecbendun.* 

443. 

Stridor  ruzzunga.* 

»» 

ora  uiunda.                         510 

475  444. 

frondes  bieder. 

204. 

procurrentibus    framscor- 

462. 

bubo  14110. 

renten. 

474. 

furias  uudunga. 

206. 

obnixi  anageslagenou. 

486. 

papaver  magon. 

208. 

trudes  furcon. 

487. 

cariiiinibus  galdron."^ 

1J 

cuspide  siiiereberga.* 

42 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


515  20S. 

contos  scaltbounia."^ 

416. 

necdum  temporis  geminis 

212. 

prona  thunnun. 

iieuuedei^aluo. 

214. 

pumice  tupfteme. 

421. 

amictuni  drembel. 

221. 

brevibus  thunnin. 

426. 

in  digitos  z  uwm. 

226. 

urget  thn'Dg. 

436. 

crepitant  clafetun. 

520  232. 

cepissent  beueingen. 

^1 

nialae  kinnibein. 

249. 

praecipuos  furiston. 

442. 

adsultibus  scrikkin. 

252. 

intextus  anagebrorduder.* 

446. 

ultro  sinestakkes. 

257. 

custodes  magezogiin. 

449. 

radicitus  uurcilikho.'^ 

264. 

connixi  sperd^^erende. 

468. 

Gdi  aequales  grftuuardun. 

525  265. 

agebat  iageda. 

484. 

reponit  niderlegit. 

267. 

aspera    [sigois   dona]   ge~ 

487. 

malum  mast. 

graiiene. 

492. 

exit  genaz. 

•> 

cymbia  dranoseif."^ 

493. 

modo  d^iomiththunt. 

269. 

taeniis  nestklon. 

495. 

ciarissime  maristo. 

273. 

aggere  hoi. 

502. 

stridente  nizzendera. 

530  274. 

obliquum  inuuWi. 

507. 

adducto   [arcu]    gespanni- 

27S. 

arduus  beigoro. 

nemo. 

2S5. 

ubere  udra. 

513. 

contenta  [tela]  gkzekntb. 

nobiles  sunt  nouiinatiores 

520. 

contendit  scpz. 

quam  degeneres  burcb- 

521. 

sonantem  scenlenden. 

klinga.* 

528. 

crinem    [sidera    ducunt] 

306. 

lefato  geuurtemo. 

thunst. 

535      .. 

lucida  gb'cende. 

544. 

malum  mast. 

307. 

spicula  darda. 

546. 

custodem  magezogo. 

«« 

caelatam  geuolana."* 

566. 

bicolor  [ei^uus]  fixzelaz.'*' 

«» 

bipennis  bihil. 

580. 

discurr^re  ceuiu*on. 

313. 

balteus  rienio. 

584. 

orbibus  uuesscenodon."^ 

5-10      .. 

tereti  simmi.  r  er. 

589. 

ancipitem  benanganan. 

«^ 

übuh  la .  leia. 

590. 

Signa  spor. 

»« 

geoima  ringa. 

600. 

l)orro  ferro. 

340. 

consessum  gesitheli. 

604. 

fidem  untreua. 

352. 

TÜlis  lokin. 

621. 

genus  edili. 

545  357. 

udo  uueichemo. 

632. 

rapti  zucte. 

373. 

[se]  ferebat  ruoniida. 

64<i. 

ministrat  anizit. 

376. 

iactat  uuarpoloda. 

644. 

maxiiiia  natu  aldasta. 

399. 

inductus  geniidider. 

659. 

aclae  [fVirore]  gescunle. 

405. 

üisuto  anagesiuuit.' 

662. 

immissis  inlazenen. 

550  40S. 

Versal  uuarpta. 

•  » 

habenis  zugilon. 

555 


560 


565 


570 


5S0 


5S5 


lil.  1)I£  PARISER  GLOSSEN. 


43 


696. 

aiisiiis  uuederoD. 

fungor  niuzzu. 

710. 

forluna  missiburi. 

defungor  unniuzzu.* 

732. 

Averna  unuimni.* 

104. 

inopina  ungeuuande. 

590  735. 

concilia  gesaiiiini. 

fex  drosno^'n. 

742. 

coniplexibus  zuouerdi. 

defeco  geliuru. 

743. 

sopitos  [ignes]  berechene.* 

feculentus  druoui. 

744. 

canae  grauun. 

castus  reini. 

^1 

penetralia  inuuerdi. 

incestus  unreini. 

595  745. 

farre  coriie. 

150. 

incestat  gihonnit. 

752. 

aiiibesa  sametrezenna.* 

167. 

lituo  lieritrumba. 

inertes  erzagede. 

171. 

pei^onat  erscalda. 

753. 

rudentes  segaiseil. 

173. 

exceptum  eruareuan. 

curia  thincbus. 

279. 

in]  stabula  legerun,  sta- 

600  785. 

exedisse  umbefirezzan.'^ 

dalon. 

793. 

actis  gescunden. 

180. 

piceae  forahun. 

794. 

foede  honlicho. 

182. 

ornos  iimbouma. 

807. 

[nee  reperire]  viam  [atque 

olentes  stincbinduu. 

evolvere  posset  in  mare 

205. 

viscum  mtstil. 

se  Xanthus]  runs. 

214. 

secto  gescidedemo. 

818. 

eO'undit  habenas  inliez  zu- 

hie  formeus  uuetbil 

gila. 

257. 

ululare  hulon. 

605  830. 

[una  omnes  fecere]  pedem 

ferrugo  rost. 

ruch. 

369. 

paludem  struot. 

autemnae  segalgerdun. 

397. 

adorti  genandun. 

845. 

furare  nim. 

414. 

rimosa  zescrundan. 

852. 

clavum  stiernagal. 

416. 

ulva  merigras. 

551. 

sonantia  [saxa]  claffmde. 

AEN.  VI. 

616. 

radiis  speicohn. 

21. 

miseruml  ahles. 

644. 

choreas  gartsanc. 

610    22. 

urna  lozuaz. 

659. 

volvitur  geflozit  uuart. 

impostores  theodisce  bo- 

704. 

virgulta  sumerladun. 

sichera. 

800. 

ostia  gemundi. 

61. 

iam  tandem  uuerist. 

8l5. 

iactantior  lobgeregero.* 

iectica  behdikamera. 

incus  anaboz. 

ideo    interdum     teudisce 

incudo  anahaf.* 

boubitbant  dicitur  phi- 

881. 

foderet  biuue. 

lacterium  modo  phimbria 

?> 

calcaribus  sporo. 

615 


620 


625 


vestinientoruin    perfusa 
modo  clauata. 


630 


635 


640 


645 


650 


14 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


28. 
31. 

33. 

«55    53. 

59. 

(>3. 
109. 

0«o  111. 

)» 
144. 

1G5. 

«65  186. 
188. 
189. 
308. 

319. 
070  330. 

347. 

35 1 . 

352. 

378. 
675  380. 

390. 
391. 
417. 

«SO     „ 

464. 
465. 
466. 

t>S5  490. 


AKN.  Vif. 
vorago  ubrsueJo.* 
tonsae  blet^dun.^ 
verticihiis     uueruo     |)1. 
iiiicruon. 
alveo  rxnsx. 
niibilis  hibarigiu. 
penetralibus  inuuerdun. 
leiio  hileicbemachiri.* 
colonis  lanteioiien. 
«idorea  liba  brodiniin*disge 

vcl  ciirninon*  fiathon, 
solmn  bolhimi. 
agro8tibus  iiuildun. 
diditur  gemarit. 
laccssunt  benecbidun*  sih. 
claustnini  sloz. 
rustra  gransi. 
trabe^^  dremhüe, 
Picus  griinispebt. 
[nilj    inausum    iinbeguu- 

iiencs. 
Dellona  uuigila.* 
acuit  anascunta.* 
siibdit  uiibiiualeta. 
aniimuii  ferbcb. 
taenia  trado,  neshla. 
tiirbo  (hp. 
cxerceiit  drkufut. 
liabcMK\  sukpbxn.* 
Ihvi^sos  torson, 
choros  gartsanc, 
rugis  riinson. 
riigis  arat  runsodasibe.' 
exsultant  scVconl. 
oxuboral  ouarscri'ttit. 
vapor  hoiii. 
pocto  keinbiu. 
patieus  niaiinelamer. 


516. 
517. 

525. 
541. 
542. 
547. 
552. 
553. 
554. 
568. 
569. 
587. 
595. 
612. 


626. 
627. 


7» 


628. 
629. 

633. 

?* 
») 

634. 
637. 
664. 

665. 
667. 
677. 

687. 


lacus  uuahc. 

sulfureä  sueuendemo.^ 

torris  brant. 

decernuDt  scideduniz. 

promissi  behezun.  690 

imbuit  binazta. 

res|>ersi  genazda. 

abunde  est  genuchist. 

coniminus  gehando*  h'nt. 

dedit  geban.  695 

spiracula  adbumtiiitti. 

vorago  uuaruo. 

fragore  brohche. 

sacrilego  meindadigemo. 

trabeä  drembile.  700 

Gabino  Gabinis  scimo.* 

rescro  unsliuzun. 

sera  sloz. 

serra  scga. 

tergent  uegeduii,*  furfiun.  705 

arvina  spcc. 

subigunt  miaztun, 

adcps  unslit. 

Signa  giintt'anon. 

positis  geslagenen.  710 

iiicudibus  anabozon. 

uinbonuin  buckclenc* 

crates  hurdi. 

toracas  gesarauui. 

torax  brustroc.  715 

ocreas  l>eiberegun. 

tessera  heribouchnn. 

dolones  stakkilhm,  8ueri- 

stap. 
lereli  sineuuellimo. 
)mi>cxum  unbeslralit.*        720 
virgiilta  sumerladun. 
cliceo  uzerloecuiK* 
liveiUis  blauues. 


III.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


45 


690. 
725  693. 

699. 

719. 

732. 

741. 
730  742. 


754. 

767. 

735  801. 

805. 


yy 


38. 

65. 

740    95. 

105. 

144. 


178. 
745  180. 

205. 
237. 
239. 
750  248. 
250. 
260. 

267. 

276. 

755  285. 

289. 


pero  snuriheling.* 
resides  erzageder. 
cygni  eluiza. 
hlbernis  uuinterlikhen. 
caetra  litherin. 
TeutoDico  tutisscomo. 
subere  sap. 

nee  acrimonia  unsenfti. 
indiges  inburdiger. 
cantu  galdere.* 
turbatis  erstouhtm. 
palus  struot. 
colo  roccon. 
calathis  sunhrmm. 

AEiV.  VIII. 

Laurent!  lancbardun. 
Caput  urspring. 
flexus  cherunga.* 
senatus  goiriischi,  crdom. 
tentamenta  tui  pepigi  er- 

suöda,  gcuuiniscafoda.* 
paterna  liniamenta  gelichi, 

gelouethe.* 
acerno  mazzaldrimo. 
tosta  gehcrstide. 
canistris  zeinnon. 
inausum  ungcnandan.* 
nitens  spirtherende. 
impulit  stiez. 
rudentem  luondan. 
molarjbus  muliosteinon. 
in  nodum  in  houphon  ze- 

samane. 
scmiferi  halfdieres. 
bicolor  [populus]  zuiuaren.* 
Salii    salzara"^   vel    scric- 

cara.* 
eliserit  erdructa. 


315.  truncis  stoccon. 

342.  asylumfluhthus,*genathus. 

caper  boc. 
354.  aegida  geizfei.  760 

364.  audegenendi. 
403.  animae  blasbalga. 
412.  penso  uuikilme. 
418.  exesa  [antra]  geolade. 
426.  politä  [parte]  geuiledimo.      765 
430.  rutili  rotes. 
435.  aegida  brustroc. 
446.  vulnificus  uuntdragiJi.* 
449.  follibus  blasbalgin. 
453.  tenaci  forcipe  uasthauen-  770 

dro*  zangun. 
489.  fessi  eru*erede. 

493.  bospitis  uuirdes. 

494.  furiis  zornon. 
500.  flos  zieretba. 

506.  insignia  beuugethinc.  775 

516.  militiam  thegonod. 

532.  bospes  uuirt, 

553.  pellis  hut. 

acrimonia  unsenfti. 

indiges  inburdiger.  7go 

praecipuum  mbrk,  mari. 

585.  equitatus  gtrkt. 

589.  perfusus[undli]gebadheter. 
inscius  ungeuuizener.'*' 
inscitia  ungeuuizini.*  785 

596.  ungula  huof. 

622.  nubes  regenbogo. 

624.  ocreas  beinbergun. 
„      recocto  gesodenemo. 

630.  Mavortis  xxkggodes.  790 

634.  mulcere  lorcon. 

636.  consessu  gesitbili. 

642.  [Metium]  in  diversa  [qua- 
drigae    distulerant]    bi- 


46 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


657. 
795  660. 
662. 
681. 
700. 

703. 
800  704. 
710. 
722. 
724. 

805  729. 


29. 

31. 

34. 

37. 
810    40. 

43. 

53. 

56. 

58. 
815    59. 

» 
86. 


123. 


820 


»I 


162. 
168. 


188. 
825  229. 


stümulot. 
dumos  hxrstk. 
virgalis  striphahten.* 
gaesa  dardb. 

patrium  rakthflim.sgfnip. 
[saevit]  medio  in  certamine 

[Mavors]  bfdfnhbla. 
Bellona  vuigilia.* 
intendebat  spien, 
ferri  geuuort  uuerthan. 
incedunt  zuogiegun. 
discinctos  herzagede. 
inhabiles  milici^  zagen, 
parentis  heren. 

AEN.  IX. 

amnibus  runsun. 

alveo  canele. 

mole  uuardun. 

eia  uuolnu,  uuolnu. 

fortuna  missiburi. 

ira  zorn. 

iremitu  brahte. 

turbidus  zomeger. 

ovili  euuiste. 

fremit  [lupus]  grinit. 

caulas  xpxxkst. 

picea  foraga. 

taeda  chkfn. 

revocat  uuitheruuacta.* 

[revocatque]  pedem  [Tibe- 

rinus  ab  alto]  rxnsa. 
discurrunt  cergabun*  sich, 
explorant   erspietun,    er- 

suohtun. 
pontes  stigun. 
porro  ferro,  uuolno\ 
admittier  zuogelazan  uuer- 

dan. 


238.  fortunä      stadu,      ualgu, 

ernoste. 
252.  mores  chnehtbeit. 
255.  [immo  ego  vos,  cui  sola] 

Salus  [genitore  reducto] 

gero. 

257.  penetralia  inbusi. 

258.  obtestor  besueriu.  830 
263.  talenta  geuuagi. 

286.  in[que]    salutatam    unge- 

quidheda.* 
316.  [inter]  lora  zugilon. 
318.  res  Stada. 

323.  tapetibus  tepidun.  $35 

324.  [toto]    proflabat    [pectore 

somnum]  uzsnudda.* 
328.  aurigam  reitrhittibl. 

334.  Inserat  gelahcboda.* 

335.  protenus  samanhafto. 

345.  comminus  gebafto.*  840 

346.  recepit  uuitherzo. 

350.  religatos    [equos]    gebnn- 
deniu. 

357.  pbaleras  sadalgareidi. 

„     bullis  castun,  bothemon. 

358.  cingula  insigili.  845 
363.  [galeam    cristis]    decoram 

gennpdan. 
37 1 .  sublustri  [noctis  in  umbra] 

in  themo  luzzilliehte."' 
377.  ad  divortia  uuegecA^ron.'*' 
379.  ilice  slateichi.* 

graminosa  grasagkx.  850 

381.  rara  engl. 

cognomen  genanno. 
383.  regione  bblfu. 
386.  stabula  sueiga. 

406.  ad  fastigia  uirstboumon.*    855 

407.  turbare  geirran. 


m.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


47 


graminosa  grasagiu. 

415.  aure  oren. 

416.  tempus  thunuuenge. 
>0  417.  tepe£acta  eruuarmet. 

421.  recluso    [ense]    erbrolde- 
uemo. 

432.  collapsa  gehaldit. 

439.  rotat  miarfta, 

452.  concursus  zuoloufe. 
)5  462.  rumoribus  marin. 

470.  fluentia  rinnindiu. 

474.  radii  spkillilxn. 
radius  uuirdil.* 

474.  pensa  uuickilin. 
ro  477.  prima  erst,  irista. 

482.  copia  Stada. 

485.  produxi  uzdruog. 
„      pressi  [oculos]  bededa. 

487.  telä  uueppe. 
f5  peplo  tucklil. 

491.  figite  sciezzent. 

503.  testudine  sckltuufri. 

504.  valJum  spkzzxn. 
520.  pinum  dbrt. 

)0  522.  Valium  spkzzxn. 

524.  strages  uuallb. 

527.  pontibus  stfgxn. 

534.  tabulas  sckndilxn. 

536.  [retro]    residunt    gfuvk- 
gchocn, 
^5  540.  confixi  eruuerdit. 

550.  venabula  uueidespiezi. 

566.  fragmine  stucche. 

574.  strinxerat  geme^a. 

584.  egit  uubrpda. 
)0    „      habenä  slkngersnuri.* 

586.  diffidit  spielt. 

590.  minorem  iungerun. 

591.  nuper  niuuues. 


592.  digna  ciuscu. 
„      indigna  unciuscu.  895 

595.  obsidione  bibseze. 
599.  [fandi]  fictor  lugeneri. 

605.  rastris  egidun. 

606.  teritur  gebouut  uuirdit'*. 

612.  cboreis  gartsangon.  900 

613.  manicas  stuchun. 
„      redimicula  zieri. 

615.  tibia  suegala,  piepho. 
626.  cornu  petat  stickht. 
635.  crinitus  Ibncfasso.  905 

662.  intendunt  spienun. 
„      amenta  laza. 
671.  patriis  beimelicben. 

677.  Athesim  etisa. 

678.  intonsa  unbestunbelodun.*  9io 

679.  nutant  uuagxnt. 
695.  cornus  cxrnilbpxm. 

698.  pulmone  Ixngxn. 

699.  Meropem  grxonspfht. 

702.  phalarica  sllfscoz.  915 

708.  saxea  pila  stf ning fr xstk. 

„      recumbit  gflkgkt. 
717.  copia  stadb,  frkst. 
720.  fortuna  mksiburi. 

„      agat  chfrdb.  920 

722.  obnixus     etgbgbnspkrthf- 

rendft*. 
727.  inertia  uueinchun. 
729.  sonuere  scullun. 
733.  emicat  furkscrkhdb.* 
737.  subridens  smkfrendk.         925 
744.  versat  uufrukt. 

A  E  N.  X. 

6.  sententia  setbb.*  rebt. 
12.  arcibus  boin.  fe^tin. 
caluus  caleuuer. 


48 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


930    21.  tumidus  rauotgeiler.* 
23.  quin  nobf. 

46.  obtestor  bksuerku. 

47.  nepotem  betherquomon. 
58.  dum  xnzam. 

935    60.  solum  bfrdstat. 
79.  pactas  gemalida. 


96.  fremebant  tbkpzfnt. 

99.  murmura  tbpz. 

107.  spem  gidhingi. 

122.  rarä  thunneru.  ' 

„  Corona  scbru. 

140.  armare  [veneno]  gflxpbpn. 

169.  goryti  bogenuoder. 


940 


BLATT   42. 


Olor  Elcuiz. 

Parix  meisa. 

Peringelhis  Vinco. 

Vultur  Giro. 
V.  Merops  \  Loaficns  Gruonspeht. 

Cuculus  I  Psitaciis  Gok. 

Gornicula  Crecula.* 

Pica  Agalstra. 

Cignus  Elcinz. 
X.  Grus  Crano. 

Hupopa  Wideo|)a. 

Ciconia  Strok. 

hirundo  Sualauua. 

Passer. 

Turtur  turtulduba. 

Caradion  I  Laudula. 
XV.  Lucinula  natgala. 

Mergus  duchere. 

Pavo  Po. 

Phicedula  Sneppa. 

Strucio. 

Filoinela. 

Bubo  huc. 
\\.  Lucifuga  huchcla. 

Onocrotalus  Wazzcrhnnt. 

Necticorax  natram. 

Passcrarius  Wigo. 

Frodium  doniclin.* 


Frodum. 
Capis  Faico. 
Accipiter  bauok. 
Vespertilio  Flethermus. 
Castor  biuer. 
Castorcum. 
Menila  ansia. 
bibcx  steinbuc. 
ßetriscus  uurendo.* 
Coturnix  Watala. 
Ortigo  meira. 
Rinocerus  vrhunt. 
Ericius  igil. 
Ardea  beipo. 
Galiinacius  cappo. 
Scarabeus. 
Papilio  Pifultra. 
Fucus  drano. 
Vespa  wespa. 
Crabro  horneiza. 
Turdus  Stara. 
Gripes  Gripho. 
Pahinibus  holeduba. 
Pullus  bunt. 
Perdix  Rephount. 
Frondator  spbet. 
Capedo  Cappa. 
Graculus  bruok. 


XXV. 


XXX. 


xzsv. 


XL. 


XLV. 


in.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


49 


Nomina  Herbarum. 
L.  Plantago  Wegebreda. 

Mallia  Papilu. 

Anetum  dilli. 

Saturcia  Scarabeia.* 

Serpillum  Conala. 
I.V.  Scarela  Scarabeia.* 

Nastucium  Crassu. 

Cucurbita  Curuuiz. 

Libisticum  lupistedila. 

Marrubium  Andron. 
Lx.  Maratruni  Fenekal. 

Caulus  Col. 

Puleura  Puler. 

Cerfoiium  kiruela. 

Abrotanum  Auarata.* 
Lxv.  Ceppe  lok. 

Absindium  wermoda. 

Pepones  pethemu. 

Urtica  nezila. 

Robur  et  quercus  eich. 
Lxx.  Fraxinus  asc. 

Alnus  erla. 

SaJix  wida. 

Populus  belzbovm.* 

Platanus  aorn. 
Lxxv.  Corilus  basal. 

Paliurus  bagan. 

Vepres  Bremon. 

Malus  Afaldra. 

Pirus  bireboum. 
LUX.  Abies  Danna. 

Viscus  Mistil. 

Carpenus  Hagan. 

Tremulus  Ilaspa. 

Dumus  Dorn. 
Lxxxv.  Sentes  Ahorna. 

Ornus  Ilor.* 


Pitea  foraha. 

Ulmus  melin.'*' 

Cerasus  kirsboum. 

Tramasca  mazaldra.  ^lc. 

Sambucus  holender. 

Fusarius  Spiniliboum. 

Sanguinarius  hartrugulin. 

Persicus  Persihcboum. 

Juglandis  Nuzboum.  ^cv. 

LePus  Haso. 

Castor  bivor. 

Lustrus  Otter. 

Capreolus  Rech. 

Verris  Ber.  c. 

Caper,  capra  buc. 

Ibix  Steinboc. 

Onager  Scelo. 

Alx  Elo. 

Rinocerotes  unicornis.  cv. 

Gripbes  Griph. 

Linx  Luhs. 

Simia  aphin. 

Cenophalus  hunthobido. 

Iricius  Igil.  ^ 

Istris. 

Mustela  Wisela. 

Sorix  Mus. 

Grillio  Heimelo.'*' 

Scarabeus  wibil. 

Talpa  mulwerp.  cxv. 

Aenum  kezel. 

Iris,  iridis  Rechenbocho. 

Iris,  iris  Dee  nomen. 

Hiris.  iris  thronus  dei. 

Chilindrus  vel  Tophus  Duche-  cxx. 

stein. 
Sciniphes  mucca. 
Ventibrum  vel  vannus  wan.* 


Z.  f.  D.  A.  neae  folge  III. 


50  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN, 


TV.    DIE  TEGERiNSEER  GLOSSEN. 

Clm,  18059  ans  Tegernsee,  pergament,  \\.  Jahrhundert,  folio, 
enthält  die  werke  Virgils  nnd  davor  den  commentar  des  Servius^ 
anfserdem  die  bei  Graff  mit  Tg.  2  bezeichneten  windnamen  neb^ 
anderen  kleinen  stücken,  die  deutschen  glossen  darin,  welche  über 
den  ganzen  Virgil  sich  erstrecken ,  gebe  ich  hier  nach  eiMr  abschrift 
des  herrn  FKeinz,  Graff  hat  dieselben  im  Sprachschätze  unter  VE, 
VG,  VA  aufgeführt,  um  meine  arbeit  sogleich  für  besagtes  werk 
nutzbar  zu  machen,  werde  ich  die  von  Graff  gar  nicht  citierten  Wörter 
mit  einem  sterne,  d^jenigen  aber,  bei  denen  er  nach  irgend  einer 
Seite  hin  abweicht,  sei  es  dafs  er  ein  falsches  citat  beibringt,  sei  es 
dafs  er  eine  abweichende  lesung  bietet,  mit  einem  kreuze  kenn-- 
zeichnen,  vielleicht  bin  ich  nach  dieser  richtung  etwas  zu  consequent. 
die  hs,  kennt  nämlich  drei  arten  glossen:  \)  rollständige  worte 
2)  endungen  3)  praepositionen ,  die  bei  der  Übersetzung  lateinischer 
datit^  und  ablative  zu  verwenden  sind,  ich  habe  nun  auch  die  unter 
2  und  3  namhaft  gemachten  kategorien  regelmäfsig  mit  einem  steme 
versehen,  obwohl  ein  Wörterbuch  {dieselben  entweder  gar  nicht  oder 
doch  nur  einmal  zusammenfafsend  aufführen  kann, 

Dafs  die  uns  vorliegenden  glossen  abgeschrieben  sind,  würden 
schon  die  dem  elften  Jahrhundert  nicht  mehr  adaequaten  alten  formen 
der  ersten  p,  pL  praes,  und  praeteriti,  die  indicative  fargultumes 
{denn  das  soll  doch  wohl  die  Schreibung  fargultun  mez  bedeuten, 
sodafs  die  jüngere  form  in  die  ältere  corrigiert  ist^  315,  arsnochemen 
447,  piuvimlenies  4S6.  fruniitumes  159S,  die  conjunctii^  lazamen 
26<U.  inachomes  2S2V\  scidomon  2946  beweisen,  besomlers  da  sie 
neben  tien  jüngsten  darstellungen  des  gen.  dat,  $g.  adj,  fem,,  wie 
kalter  ISO.  dtoiiininer  S04  und  neben  worten  vorkommen,  m  d!pficii 
ich  umlaut  des  uo  zu  erkennen  glaube:  chuili  1,  ui|xiri  192.  sm 
demselben  schlufse  würden  wir  auch  durch  folgewie  von  mtr  nr 
abdrucke  gehefserle  fehler  des  lateinischen  textes,  bei  denen  die 
deutschen  glossen  die  richtige  lesiirt  voraussetzen,  geführt  werden: 
lUetus  für  fotu>  132m.  suktituit  /"iSr  substitit  1554.  promitte /dr 
promite  19«)5.  lUmmis  für  tlaiumas  2095,  accisi  für  accisis  21S9, 
ina<vi£>ssuni  für  iDacl0^^aI11  2423.  iMmionU'  für  oanJentem  2949, 
incusiis  für  inoiiso^  2955.    äoch  nicht  aus  derselt*en  hs,  sind  tejd 


IV.  DIE  TEG£RNS£ER  GLOSSEN.        51 

und  glossen  abgeschriehen,  sondern  die  letztern  am  der  hs.,  für 
welche  sie  original  waren ,  in  eine  von  ihr  unabhängige  eingetragen, 
dies  ergiebt  skh  aus  folgendem:  1)  wenn  in  dem  verse:  et  cauit 
extremos  effectus  vinitor  antes  Georg.  II.  417  Ober  efiectus  die 
glosse  arlitaDB  steht,  so  wird  dadurch  die  lesart  effectos  vorausge- 
setzt, welche  in  sehr  vielen  hs.  sich  findet;  der  vers  lautete  alsdann: 
et  canit  effectos  extremus  usw.  2)  Aen.  VI.  62  kommt  in  einem  ge- 
bete  des  Aeneas  an  Apollo  der  vers  vor:  hac  Troiana  tenus  fuerit 
fortuna  secuta ,  d.  h. :  bis  hierher  und  nicht  weiter  möge  uns  das 
trojanische  unheil  geleitet  haben  =  hier  möge  es  endlich  aufhören; 
dazu  passt  aber  nicht  die  deutsche  glosse  über  fuerit,  nämlich  uuas; 
ihr  mufs  fuei*at  zu  gründe  gelegen  haben,  zwar  finde  ich  diese  lesart 
bei  Ribbeck  nicht  angemerkt,  doch  beweist  das  nichts,  denn  ä)  giebt 
fuerat  eimn  leidlichen  sinn  und  kann  daher  leicht  von  jemandem 
eingeführt  sein,  der  fuerit  nicht  verstand;  b)  bietet  unsere  hs.  selbst 
eine  reihe  bei  Ribbeck  nicht  verzeichneter  Varianten,  ich  erwähne 
davon:  hinc  für  hie  Georg.  III.  28,  dum  für  cum  Georg.  III.  423, 
obduxerat  für  adduxerat  Georg.  III.  483,  casum  für  occasum  Aen. 
I.  238,  fragosis  für  fragosus  Aen.  VII.  566,  sublapsum  für  con- 
lapsum  Aeti.  VIII.  584,  extinguere  für  exscindere  Aen.  IX.  135. 
transierunt  für  transierint  Aen.  I.  266  kann  blofser  Schreibfehler 
sein;  metrisch  unzuläfsig  ist  exemat  für  exemit  Aen.  VI.  746.  3) 
Aen.  VIII.  177  Uest  unser  text:  villosi  pelle  leonis  mit  der  glosse 
zatohtemo  über  dem  ersteii  worte;  wahrscheinlich  ist  daher  das 
deutsche  ursprünglich  für  villoso,  welches  der  Remensis  184  hat, 
bestimmt  gewesen.  4)  während  sonst  die  partikel  que  regelmäfsig 
mit  Job,  joub  gegeben  wird,  finden  wir  Aen.  VIII.  187:  que  oda. 
erklärlich  wird  dagegen  diese  Übersetzung,  weym  wir  die  Variante  ve, 
die  dieselbe  Remer  hs.  gewährt,  voraussetzen.  5)  auch  zu  lautis 
(carinis)  Aen.  VIII.  361  passt  die  glosse  uuiten  durchaus  nicht; 
nichts  würde  aber  zu  ert'nnern  seifi,  wenn  latis,  die  lesart  des  Medi- 
ceus,  an  dieser  stelle  begegnete.  6)  unser  denkmal  übersetzt  leii.XIl. 
21  expendere  durch  giiengan.  verständlich  ist  jedoch  diese  version 
nur,  wenn  wir  mit  Graff  II.  230  die  Variante  extendere  für  die- 
jenige gelten  lafsen,  nach  der  das  deutsche  wort  gewählt  ist. 

Ein  unerheblicher  gewinti  für  die  zeitbestimmwig  unserer  hs. 
läfst  sich  aus  der  im  Servianischen  commentare  über  Minerva  no- 
tierten  glosse  (3078) :  berirantes  frouua  ziehen.  Herirant  war  näm- 
lich abt  voti  Tegemsee  1042 — 46  (Mon.  Roi.  VI.  p.  6).    leider  sind 

4* 


52  DIE  DElTSCHEiN  VIRGILGLOSSEN. 

für  »eine  »owie  für  die  nächstv&rhergehende  und  fönende  zeit  unsere 
quellen  ungemein  unergiebig,  ich  stelle  das  wenige,  was  ich  über  Um 
gefunden  habe,  hier  zusammen,  die  historia  S.  Q^irini  regis  et 
martyris  bei  Oefele,  rerum  Boicarum  scriptores  IL  p.  70**  besagt: 
de  llcrrando  XV.  abbate.  Ilerrandus  abbas  XV  ex  conventu 
electiis  per  investituram  regis  Heinrici  Udalrico  successit.  erat 
enim  doctii»,  de  litteris  bene  meritus  et  regi  etiam  notus.  sed 
|)ro|)ter  exceHKUs  vitae  ac  morum  accusatus  a  rege  deponitur,  qui 
noii  iiiulto  post  übiit,  tertio  iionas  Maji  anno  MXLVI.  sedit  quatuor 
anniH.  ähnlich  lautet  die  entsprechende  stelle  des  chronicon  mo- 
nasterii  Tegeniseeensis  bei  Pe%,  thes.  anecd.  IIL  3,  j>.  512:  cui 
Ilerrandus  <le  nostra  congregatione  successit  per  investituram 
regis.  erat  enim  litleratus  homo  et  regi  notus.  facta  sunt  baec 
anno  <lomini  millesinio  quadragesimo  secundo.  annis  quatuor  de- 
cursis  millesimo  quadragesimo  sexto  Ilerrandus  abbas  pro  ex- 
ce8sil)us  suis  im|)elitur,  et  a  rege  Hainrico  depositus  obiit  postea 
tertio  nonas  Maji.  daf$  er  glocken  nach  Benediktbe%iem  schenkte, 
wird  entähnt  Mon.  Germ.  XI.  220,  31.  aus  diesen  spärlichen  no- 
tizen  int  alles  geflofsen,  was  WHund  {metrop.  Salisb.  III.  392), 
Gündmer  {geschichte  der  literarischen  ansialten  in  Baiern)  und  Frey- 
berg [geschichte  vmi  Tegernsee)  über  diesen  abt  vorbringen,  der 
haaptpunkt,  den  die  letzterwähnten  historiker  übereinstimmend  mit 
den  alten  Zeugnissen  betonen ,  ist  Ileriranis  gelehrsamkeit.  und  dafs 
er  in  diesem  betrachte  auf  der  höhe  seiner  zeit  stand,  bezeugt  ein 
roM  ihm  an  kaiser  Heinrich  III.  gerichteter  lateinischer  brief,  der  m 
der  sogenannten  reimprosa  abgefafst  ist.  man  findet  ihn  bei  Pez, 
thesaitrus  VI.  1,  p.  230.  ich  möchte  daher  auch  die  bemerhmg  m 
unsere^'  hs.  auf  seine  gelehrte  bildnng  deuten:  die  Minerva,  die 
göttin  der  Weisheit,  ist  seine  gebieterin.  freilich  kann  auch  anderes 
gemeint  sriii,  was  wir  bei  der  geringen  kenntnis  der  einschläg^en 
vei^hältnisse  nicht  mehr  zu  en^athen  vermögen,  doch  kommt  darauf 
auch  nicht  viel  an.  das  für  uns  wesentliche  ist  zu  erfahren,  dafs 
im  jähre  1040  spätestens  der  lateinische  text  der  hs.  vorlag;  ob  er 
damals  schon  glossiert  war,  trifsen  wir  freilich  nicht,  denn  nach 
llerirants  tode  würde  es  niemandem  eingefallen  sein,  diese  warte 
zu  schreiben,  da  bald  darauf  viel  berühmtere  äbte  die  leitung  des 
klosters  in  die  hand  nahmen. 

Ich  schliefse  diese  Vorbemerkungen  mit  hinweis  auf  einen  um- 
stand, der  für  das  richtige  t^rständnis  mancher  in  den  glossen  cor- 


IV.  DIE  TEGERJNSEER  GLOSSEN.  53 

kommender  formen  von  Wichtigkeit  ist.  sehr  häufig  sind  näniliA 
adj.  nicht  nach  dem  genus  des  lateinischen,  sondern  nach  dem  des 
zu  ergänzenden  deutschen  wortes  construiert,  in  solchen  fällen  habe 
ich,  Graffs  vorgange  nachfolgend,  das  lateinische  substantivum  in 
eckigen  klammem  zugefügt,  doch  ist  an  mehreren  stellen  die  auf- 
findung  der  richt^en  oder  wenigstens  passenden  altdeutschen  be- 
zeichnung  nicht  ganz  leicht  und  ich  glaube  nichts  unnützes  zu  thun, 
wenn  ich  die  schwierigem  ergänzungen  hier  aufführe,  astro  134  f. 
vielleicht  liuhta ;  segetem  209  m.  vielleicht  weizi ;  gleicherweise  ver- 
langt seges  ein  deutsdies  masc.  in  den  Schi.  gl.  6,  200  =  496 
meiner  Zählung;  fibrae  309  n.  innodli  oder  ähnliches;  vellera  397  in. 
scapari;  tigres  413  n.  tigertier;  glarea  454  und  öfter  n.  sant; 
animum  510  n.  muot  {da  dies  im  ahd.  ja  oft  neutrum  ist);  fatum 
64b  f.  wurt;  pectus  707  m.  puoc?;  usus  751  f.  geuuonheit;  aether 
763/*.  luft;  Rhodope  894  m.  seil,  perac;  hedos  939  n.  pochili; 
sanie  1030 n.  eitar  {denn  der  nom.sg.  ist  an  der  stelle  anzunehmen)] 
epulQ  1049  n.  muos  {so  in  den  Hraban.  gl.  p.  959'*);  ripa  1081  m. 
stat;  flos  1228/1  pluoma?;  flumina  1296  m.  klingo,  prunno; 
hiberna  1379  m.  wintar;  postes  1629  n.  turistal  {dies  wort  führt 
Graff  V.  496  unter  den  compositionen  von  turi  auf,  VI.  676  aber 
findet  es  sich  nicht,  wegen  des  genus  verweise  ich  auf  die  analogen 
Worte  kerzestal  usw.  mhd.  wb.  II.  2,  558*);  ignem  1834  f.  vielleidu 
louka  {Graff  II.  151);  nomen  1984/.  ginemnida?;  amictus  2038/1 
wat;  proles  2144  n.  kunni;  agmioa  2155  m.  diot?;  currus  2204/1 
reita ;  consilium  2335  f.  gistungida,  lera ;  larem  2502  n.  flur  {vgl. 
Hrab.  gl.  p,  969':  laris  ignis);  alvo  2566  f.  tiufi;  ponderis 
2888  f.  waga. 

BUCOL.  II.  BUCOL.  VI. 

8.  frigora  chuili.  22.  moris  mdrberi.  10 

9.  lacertos  egidechsa. 

1 1 .  serpillum  qvenela.  BUCOL.  VII. 

22.  lac  nouum  piost.  42.  rusco  lignum  quod  dicitur 
31.  silvis  facb.                                          huliz. 

48.  aneti  tilli.  48.  palmite  zuocko. 

50.  uaccinia  beidperi.  49.  ted^  facbala. 

BUCOL.  V.  50.  fuiigine  ruaz. 

39.  Carduus  thistil.  51.  tantum  souilo.                     15 


»» 


paliurus  bagan.  55.  at  auar.* 


M 


DIE  DElTSf  HEN  VIRGILGLOSSEN. 


66.  popiilus  alpari. 
68.  fiaxinus  asc. 

Bl'COL.  VIII. 
29.  incide  sprizala. 


o4.  cvctriLi;  lisamüvxi.^r: 

^    BAS  VSlIiU. 

^>.  tri:  kc-f  i-'öz*..*<'^ 


71. 
72. 
74. 

.. 
75. 


BICOL.  I\. 

76 

20  14.  quacQinque       miteuniTeli- 

7S 

hera.T 

79 

93 

BUCOL.   V 

96 

7.  dum  iiniiii. 

97 

7. 

dum  iiniiii. 

97. 

*• 

attondent.    pasciintiir  cri- 

•* 

menf 

101. 

11. 

nam  uuanta." 

105. 

17. 

poeniteal  rivuo. 

«« 

3*  19. 

venit  quam. 

107. 

4lK 

nuidus.  pingris  droienti^r. 

109. 

37. 

ebuli  atuh. 

110 

43. 

wnsumwVr  uurti.' 

114. 

50. 

condiu  nfrsu  dnuhoti^. 

123. 

»  55. 

inddfre  cariuin. 

12S. 
131. 

GEORG,   i 

142 

4. 

eiprnenüa  chi^icii. 

14<>. 

•• 

pjanci?  aran. 

*  • 

12. 

ft>fmfnt^Q3    >^'.mr     m;»t- 

IM 

u^nuj- 

152 

IS. 

trii^n::  ifcriMivi.!. - 

Iö:- 

•54. 


!5T 


:r^2. 


^•>4, 


cessarp  kirasian.  45 

situ,  ociositate  gilegidu. 
siliquä  hala.  rheuua. 
quassante  chlaffantero. 
vitiae  uuichun.  uogalcfanit. 
lupini  luuinuQ.  50 

snstuleris  uTihohes. 
lethargus  tnalm.  . 
sed  snntar. 
arrius  hantürore«. 
DequiquaDi  inginieitan.        55 
susoitat  niozit. 
t<*rga  lurft.' 

kilassini. 
pincuis  ciroietrs." 
haren^  misles.  00 

f  instus  ziiscier. 
levia  hel^n. 
ciet .  sonat  cniozit. 
deducit  apalf^iiit. 
mo^it  acit^  röi^uit.  05 

PfmoTÜ  dana  jdnam. 

irahit  roh. 

e^eslas  ladal. 

un:^n>  duiiK^pnni.'^  TO 

hüm»nc^i  uiia<M»ri. 

'*»^*p^  chlrttur.. 

um  biiv  nv.i;>Nfns  bniiif*. 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


»5 


165. 

Ullis  [sapellex]  smahaz. 

203. 

praeceps  tiuffi. 

85  166. 

mystica  pizeichantüchiu. 

>i 

prono  [amni]  dratero. 

»? 

uannus  uvanna. 

1» 

alueus  ruDst. 

167. 

repones  gipergist. 

204. 

tarn  daz  sama. 

125 

171. 

stirpef  selpoum. 

206. 

per  aftar. 

fj 

temo  grintil. 

207. 

ostriferi  [Abydi]  scalatraguh. 

90 

172. 

dentalia  moltpret. 

19 

fauces  giduinc. 

173. 

tilia  linta  arbor. 

208. 

ubi  sosa. 

r 

fagus  pua*ha. 

211. 

intractabilis  unhanflihes. 

130 

174. 

stiua  rlostra. 

212. 

cereale  chornlihaz. 

<« 

currus  redir. 

213. 

dudum  sar. 

95 

?> 

torqueat  chere. 

214. 

licet  muoz  ist. 

?? 

imos  aftanentigen. 

218. 

auerso    [astro]    dana    gi- 

175. 

explorat  arsöoche. 

cherton. 

• 

176. 

referre  sagen. 

219. 

farra  spelta. 

135 

177. 

neque   piget   noh   ni   j)i- 

222. 

gnosia  [stella]  gretigisco. 

druzzit.  t 

226. 

vanis  avenis  vuildun  ha- 

100 

179. 

cretä  leime. 

paniD. 

»9 

tenaci  festemo. 

233. 

zoDQ  strichi. 

180. 

necsubeant  niuntaruareD. 

1» 

conisco  lohenzentemo.f 

?» 

puluere  molte. 

234. 

torrida  prinnentiv. 

140 

»1 

fatiscat  scrintc. 

236. 

ceruleQ  [zon^]  plavue.f 

105 

181. 

pestes  palauva. 

»1 

concreto  [zon^]  girunnana. 

182. 

domos  holir. 

237. 

aegris  vuenigen. 

jy 

horrea  müttun. 

238. 

secta  [via]  gimahoter. 

183. 

capti  pisuichina. 

239. 

verterit  picherit. 

145 

»♦ 

talpae  sceron. 

240. 

ut  alsosa. 

110 

184. 

bufo  chreta. 

241. 

consurgit  gistft. 

185. 

ingentem  mihhilum. 

244. 

flexu  gipugida. 

186. 

gurgulio  amstra,  aiigar. 

11 

elabitur  slichit. 

• 

192. 

nequiquam  ingiineitun. 

245. 

in  uiorem  ii\  uvts. 

150 

»1 

paleä  helua. 

246. 

aequore  in  demo'meri. 

115 

193. 

inedicare  tempron. 

1» 

tingtii  ginezzat  uverdan.* 

194. 

amurca  olidr&sa. 

247. 

intempesta  unzitigiv. 

197. 

multo  [laborej  mihilero. 

249. 

aurora  tagarota. 

200. 

ruere  queman. 

250. 

anhelis  fnehanten. 

155 

202. 

remigiis  ferldin. 

256. 

tempestiuam   [pinum]   zi- 

120 

•1 

11 

subigit  uftripit. 
forte  odovuan. 

11 

tigan. 
euertere  feruverfan. 

56 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


259. 
266. 

160  268. 
269. 
270. 
271. 

165  273. 
274. 
275. 


11 


278. 

170     „ 


1« 


279. 
280. 
281. 
175  283. 
284. 
285. 


*i 


286. 
160  287. 


»» 


289. 

292. 

293. 

IM  294. 

296. 

»« 

297. 

190  29^- 
299. 

300. 


quando  ettivuenna.  303. 
fiscina    chasibora ,      cha- 

sichar.  304. 

etiam  ouh.  305. 
fas  urloup. 

vetuit  pivucrita.  307. 

moliri  machun.  308. 

uepres  pramahi.  „ 

agitator  tripari.  „ 
reuertens  vuidarziohenter.      309. 

incusum  giholeten.  „ 

massam  givuel.  310. 

hevmenides  hazisa.t  ,, 

partu  gipurti.  312. 
ncfando  [partu j   unmuoz-      314. 

haftigero.  315. 

creat  gipar.  319. 

coniuratos  geinente.  t  ,, 
imponere  anau^'ellan. 

exstnictos  gihuofotun.  ,, 

uitem  repun.  320. 

telae  vueppi.  321. 
lycia  harluvi. 
(\ig^  dero  uarti,  fluhti. 
gelidü  kalter. 

ded^re  geliezent.  322. 

leues  prckluii.  325. 

inspicat  sprizalot.  326. 

interea  innides.  327. 

percurrit  durih  loiphit.  32S. 

(>ercurnt  zalot.  329. 

despomat  uzfeiinit.t  337. 

loupliDfs.*  339. 

rubicQDda  giriphetiv.  340. 

terit  driskit,  battat.  341. 
ignaua  [hiems]  unnuzer. 

coloDo  uipari.  342. 
parto.  proprato  demo  ga-      344. 

riTun.  345. 


pressQ    [carinii    pidugun- 

gau'v. 

puppibus  stivrun.  195 

stringere,  decutere  zi  scut- 

tanne. 
pedicas  vualzun. 
auritos  die  mihilorohtun/ 
sequi  zi'aganna. 
dammas  tammili.  200 

torquentem  vuintenten. 
uerbera  villun. 
glaciem  rosun. 
trudunt  stozent. 
ubi  sosa.*  205 

inhonruit  arstropolot. 
turgent  suellent. 
quQ  diea.* 
grauidam    [segetem]   gila- 

danen. 
imis  innantigen.  210 

turbine  vuiuvinte. 
biemps  ungivuitiri. 
leuem  übten, 
stipulas  pletir. 

uolantes  flogerezentiv.         215 
etiam  ouh.* 
l^ta  sconon. 
diluit  zidozit. 
spirantibus  vuagonteD. 
conisca[fulTnina]lohezenta.  220 
moUtur  machet, 
orbes  ringa. 
Sacra  opfar. 
sub  umpi. 
moUissima    mammantigo-  22& 

stun. 
[tum  somni  dulces;  siDt* 
favos  tiadun. 
hostia  friskinhc. 


IV.  DIE  TEG£RNSEER  GLOSSEN. 


57 


347. 

damore  ruophe. 

403. 

noctua  vuuila. 

265 

230     „ 

uocent  halon. 

413. 

inter  unter.'^ 

349. 

tortä  givuntanero. 

?* 

actis  hinaglitanen. 

351. 

possimus  megin. 

414. 

dulcis  [nidos]  livpi?. 

»9 

discere  pivindan. 

415. 

quia  daz.* 

352. 

agentis  tripenta. 

416. 

ingenium  sin,  vuizzi. 

270 

235  358. 

fragor  prastod. 

417. 

verum  ubi  suntar*  sosa."^ 

359. 

increbrescere  aräemizigen. 

419. 

rara  fohol  dunno. 

365. 

etiam  ouh.* 

»1 

relaxat  inlazit. 

373. 

uela  segala. 

421. 

agebat  treip. 

374. 

nunquam  obfuit  nivuviht 

422. 

[concentus]  daz.* 

275 

niterida. 

425. 

[ordine]  after.* 

240  377. 

arguta  liutreistigiv. 

426. 

hora,  dies  stunta. 

V 

lacus  sea. 

434. 

nascentur  rinnent. 

379. 

penetralibus  artivphin. 

435. 

exactum  arlitanan. 

»1 

extulit  uzuuorit. 

»1 

• 

carebunt  darapunt. 

280 

380. 

terens  [iter]  trettenti. 

438. 

quoque  iouh. 

245  382. 

increpuit  chradimit. 

?» 

exoriens  arrinnenter. 

384. 

in  stagnis  in  den  seuvan. 

441. 

ubi  so.* 

»? 

rimantur  azont,  crupilunt, 

»» 

nascentem  arrinnentun. 

snapalont. 

442. 

re[fugerit]  uuidar.* 

285 

385. 

certatim  iligo. 

443. 

suspecti  givuanta,  givuissa. 

»» 

largos  ginuhtsami. 

1^ 

urget  duingft. 

250  386. 

currere  lovfan. 

444. 

sinister  apaher,  upiler. 

389. 

spaciatur  sperzipeinot. 

446. 

rumpent  &zprehhent. 

390. 

carpentes  ziesento. 

447, 

cubile  petti. 

290 

>1 

pensa  vuicchili^uulgopeisa. 

448. 

mites  riphun. 

391. 

hiemem  ungivuitiri. 

V 

pampinus  rep'plat 

255     „ 

[cum]  uiderent  sehent. 

449. 

salit  screchot. 

392. 

scintillare  raskezzan. 

450. 

emenso  armezanemo. 

1» 

putres  produn. 

453. 

ceruleus  [color]  plavuiv. 

295 

H 

fungos  taht. 

454. 

macul^  plechun.f 

395. 

nam  vuanta.* 

459. 

orbis  ring. 

260     ,t 

acies  scimo. 

464. 

CQCos  tougana. 

397. 

per  after.* 

465. 

fraudem  untrivua. 

398. 

pandunt  spreitant. 

467. 

femigine,  nigredine  suarzi. 

300 

401. 

recedunt,  recumbunt  gi- 

470. 

obsceni  unreina. 

uallent. 

473. 

liquefacta  [saxaj  zismalzta. 

1 

403. 

nequicquani  ingimeilun. 

478. 

locutae  sprachun. 

58 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


470.  iiiraiKlum  iinmhozuii.  23. 

ao5    „      Hintunt  Ht/mtiin.  32. 

4Ni.  proluit  argoz.*  34. 

,.      lUTtir.fl  ninHo.  35. 
484.  rxtiN  inadrun. 

.,     ininacoH  Ifibrae]  drolihiv.  „ 

:\\{)  4S0.  n^Hoiinro  nrlivtit  vucnan.  38. 

489.  ergo  pidiv.*  „ 

491.  suporiit  uf\ivartigcn.  46. 

492.  latos  [campos]  prriti.  51. 
49S.  indigetes  innapiiriun. 

ni5  502.  liiiiniis  fargtiltim  incz.f  53. 

ptTiiiria  moinstivcridi.  58. 

503.  iain  pridcin  sar.  59. 
regia  phalaiua..  60. 

504.  ciiran»  pisorgcn. 

a:h)  507.  stpialont  iiiisupranf.  61. 

512.  wl  dtMini.*  64. 

513.  in  s|>aoia  in  viiiriiiphi.  6S. 
rt'linanila  tigila.  69. 

514.  aiiriga  roitrihli).  70. 
«1)^    »«     halk'nas  prittila.  71. 

4;kori;.  u.  r\ 

I  o. 

com«:  locha. 

5.  |VAin|>in<\>  rrp»U)HMmo.  74. 

12.  ui  ü>h$«v 

„    silcr  wUrin.  76. 
X^     ,,    lonK  \uwhun. 

13,  ^uoi  .fnnido' pUvutmiVT  77. 
cjuimtu  cnmmtiii.  7S. 
th^iiAe  ItHifv«  79. 

IT.  sihst  siikiji.  >7. 
>4r    ^1.  fmiinnB  »frrid«. 


abscindens  slizenter. 
impune  inginiuz. 
corna  quYrnalperi. 
qtiare  agite  UTolft  pi  dero 

racha. 
gcneratim  chunnilicho.       345 
coDserere  pisezan. 
uestire  piuahan. 
cxorsa  pigunstin. 
frcqtienti   [cultu]    manac- 

faltero. 
stirpibiisf  selpomin.  350 

factum  [arbos]  tuon  scolanter. 
S11C0S  s6a. 
tiirpes  unsupra. 
racemos  uochumila. 
inpcndeiidiis  ziarpiolenne.  355 
solido  alangomo. 
iiisura  gisehan  scolantiu. 
inseritur  gipelzot. 
plataui  ahorn. 

oastant^  ehrest  igo.  360 

ornus  lTpt>uin. 
inpi>nere  in  zigisezanne. 
oculos  ongili.* 
gt^mm^  proz. 

$e  tnidunt  uzprrcfaent.        365 
noiio  chnodin. 
bne  dara. 
libro  iiaplie, 
eniHit^  nnchniHi^ichla. 
tinditur  ^i^i^han.  3T0 

in  s^^üdum  in  alanei. 
fwaces  pirröv  ^^erantun. 
radü  '»aniescie. 
saraihs*  >niiiliYK, 

pih>  j««n*jnin. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


59 


90. 

92. 

380    93. 

94. 


385  95. 
96. 
97. 

100. 

102. 
390    „ 

104. 

106. 

107. 

115. 
395  119. 

121. 

123. 

400  124. 

125. 
128. 

405  137. 

141. 

142. 
145. 

11 

410     ,, 

147. 
148. 
150. 


carpit  prichit. 
habiles  gimacho. 
passe  gisotanemo  mne, 
psithia  diu  repa. 
lagaeos  repa. 
temptatura  pedes  pichorn 

scolontiu  u5az]. 
olim  noch^'enna. 
purpure^  radoripho. 
contende  kiltdinon.t 
amine^  [vites]  unrota. 
fluere  fliczzan. 
bumasthe  repa. 
racemis  drupun. 
neque  referl  nipiderpit. 
discere  pivindan. 
ubi  sosa.'*' 
gelonos  güdi. 
frondentis  giloupes. 
ut  [foli]is  vuie  var.* 
tenuia  fvellera]  cUeina. 
Sinus  piugo. 
aera  summum  uyiphi]. 
iactu  scuzza. 
gens  diot. 
tarda  laziu. 

si  quando  suenna,  sosa. 
seuQ  sarfun. 
[turbid]us  [Hennus]  az.^ 
non  invert^re,    arare  ni* 

ierun. 
horruit  aregilsucheta.  f 
peiiator  uvtgant. 
fcampjo  ar.* 
arduus  fcquus]  hohaz  su- 

perbus. 
flumine  ninsi. 
duxere  zugun."^ 
utilis  iiuzzer. 


151. 
153. 
154. 
157. 
158. 

^^ 

159. 
160. 
161. 
172. 
177. 
179. 
182. 
185. 

186. 
189. 


190. 
192. 

193. 
194. 

11 
11 
»1 

195. 
197. 

198. 

200. 

203. 
204. 
206. 
207. 
208. 


rapidae  [tigres]  raziu. 

rapit  ch'ipphit.  415 

in  spiram  in*rinc. 

labentia  [flumina]  rinnanto. 

alluit  fliuzit. 

infra  nidanan. 

lacus  sea.  420 

benace  kartse. 

portus  far. 

inbellem  unuvichlichen. 

ingeniis  sinnin. 

primum  zierist.  425 

[indicio]  za.'* 

frequens  [campus]  manac- 

faltas.  / 

solemus  pirun.* 
Glicem  invisam  leidsaman  * 

farm. 
pascit  fuotit.  430 

olim  nohuuenne. 
laticis  lides. 
pateris  in  sc^lun. 
inflauit  plasit. 

lancibus  pah?ueidun.  435 

pandis  preiten. 
fümantia  lavun. 
exta  intuoma. 
-que  iouh.* 

petito  gisuochi.  440 

longinqua  femaliho. 
infelix  uu^naga. 
amisit  forI6s. 
[liquidi  fontes]  dio.'*' 
non  deerunt  nigipresten.  f  445 
fere  uuola. 

imitamur  arsAocbemen. 
plaustra  carra.* 
deuexit  apauuiorit.f 
euertit  riutit.  450 


60 


DIE  DEUTSCHEN  VffiGILGLOSSEN. 


208. 
209. 
211. 
212. 
455  213. 
214. 


»» 


215. 
460  216. 

218. 

219. 

220. 

465  221. 

222. 

223. 

225. 
470    „ 

226. 

230. 

231. 

233. 
475  235. 

236. 

237. 

23S. 

239. 
4S0  244. 

246. 

247. 


24S. 


4S5 


249. 


ignaua  [nemora]  unnuza.  250. 
imis  nidanantigen.'^  „ 

enituit  arglicinot.  ,. 

iehina  [glareaj  truchnas.t  252. 

casias  uuiehpoum.  ., 

tofus  tiifstein.  255. 

silex  tubstcin.  257. 

scaber,  asper  sarfer.  „ 

aeque  epan.  250. 

praebere  arpietan.  260. 

latebras  holar.  262. 

remittit  inlazit.  266. 

ueslit  piwa  ih.*  270. 

scabie  rivdi.  272. 

intexet  flihtit.  279. 

uitibus  repun.  280. 
experiere  aruvindis.f 
Tomeris  uuci  hovvua. 

ora  die  enti.t  2S2. 

[uacuis]  den.'*  2S5. 
quo  modo  zivviliero  vvis. 
capies  aruvelles. 
in  solido  holanti. 

si  deenint  ujwi^  gipstenU  2S7. 

superabit  zi  leippof  vvisit.  2S9. 

cunctantes  tualouton.  290. 

expecta  arsuochi.  291. 

autem  auar.^  293. 
arando  giarn  TTordento. 

eluctabitur  uzdringit.  295. 

sapor  gismacho.  296. 

tristia  [ora]  gizuo'hana.  297. 

torquebit  Tvintit.  29S. 
qu^  vuilichiv. 
hoc  denique  pacto  zi  derro 

vvis,*  ivro'  vvis.'  299. 

dfe^cimus  piuvindeme^  303. 

haud  unquam  nio.  304. 

faliscit  schntit.  305. 


m  morem  zi  wis.* 

lentescit,  coheret  chlepft.    490 

habendo  vvcsento.* 

nimium  ziuilo. 

fertilis  piringiu. 

promtum  garo.* 

piceQ,  nigTQ  forahon.'^         495 

taxi  iuva. 

animaduersis  farstantanen. 

concidere  gihovvon. 

l^tum  sconüaz. 

[paretur]  uvard.*  500 

quo  modo  zi  vuilihero  vy'is, 

consuescere  givuonan. 

cohortes  folch. 

legio  scara. 

explicuitf  vzpringit.  505 

agmcn  gisemini. 

horrida  [proelia]  egisliha. 

nun  modo  uti  nals*  daz* 

is*  echrodo. 
pascat  fuotte. 

inanem  [animum]  italaz.      510 
vacuum  itali. 
vitem  repun. 
altius  filotiufiaur. 
uertice  wiphile. 
ergo  pidiv.*  515 

hiemes  ungiTvitiri. 
durando  dvruhvuesanto. 
brachia  zuoga. 
sustinet  inthabft. 
cadeutem  [ad  solem]  zi  se-  520 

dala  gangentero. 
neve  uergant  nihalden. 
flagella  wiphila. 
excidit  iutrisit 
primum  zerist* 
elap6us  [ignis]  ingiphanias.  525 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


61 


308. 

313. 

315. 
530  317. 

319. 

320. 

321. 

324. 
535  328. 

329. 

330. 

332. 

334. 
540  335. 

»> 

»> 

340. 
341. 
545  345. 
347. 
348. 

351. 
550  353. 

»> 
355. 

357. 

555  358. 

»> 

360. 

361. 

560  362. 

363. 
364. 


inyoluit  piuahit. 
ruit  uzwirphit. 
re[uirescere]  ar.* 
persuadeat  späne. 
gibhe.* 
satio  sezi. 

inuisa  [avis]  leidsamar. 
rapidus  [sol]  draitta.f 
poscunt  eiscon. 
canoris  lutreisigen. 
uenerem  lust. 
[trementibus]  fonna.* 
tuto  sichiro. 
actum  gitripanan. 
trudit  uzstozit. 
gemmas  proz. 
explicat  uzpringit. 
cum  söse. 
extulit  prahta. 
indulgentia  mämontigi. 
occule  gipirach. 
squalentis  clizinonte. 
conchas  scalun.* 
super  opana.f 
liiulca  kinentun. 
Gndit  spaltit. 
arua  träga. 
bidentis  mistgabala. 
luctantes  ringentun.  f 
leucs  siechtun. 
calamos  zeinna. 
rasQ  kisneitotero. 
eniti  spirdran. 
tabulata  chamara. 
dum  unzi/ 
ad[olescit]  ar.* 
frondibus  lopun. 
letus  scönner. 
agit  tripit. 


j» 


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»I 


»» 


364.  habenis  zugilun.  565 

366.  interque     legendae    iouh 

zuntarlesanne. 

367.  ubi  sosa.* 

368.  comas  vuiphila. 
brachia  zuoga. 
tonde  snld.  570 

370.  fluentes,nimium  crescentes 

ziuilovvahsentun.* 
372.  frons  anasüni. 
„      [inprud]ens  [frons  laborum] 

taz.* 

374.  sequaces  ähtalino. 

375.  illudunt  tarunt.  575 
379.  admorso  gipizanemo. 

signata  giprahtiu. 
cicatrix  masa. 

381.  ineunt  änauarent. 

382.  competa  givvicki.  580 
385.  gens  diot.* 

387.  horrenda  leidlichiv. 

„     corticibus  cauatis  a.*  sce- 
mun. 

388.  uocant,  laudant  namont. 

389.  oscilla  seüris  tochun  rita-  585 

scopha  padast. 
„     suspendunt  haben. 

390.  hinc  därinach. 

„     largo  ginuhtsamemo. 

392.  egit  umpitriphit. 

393.  ergo  pidiv.*  590 
„     rite  zisite. 

394.  liba,libaminapheforceltvn.t 

395.  ductus    cornu    kizonaner 

pi*  hone. 

396.  ueribus  spiscen. 

397.  curandis  zipisoragenne.       595 

399.  versis  zuogicherteu. 

400.  aelernum  iomer. 


«2 


IHK  UKUSm^S  VIRGILGLOSSE>. 


100. 

MH»   101. 

4o:r 
im. 

107. 

40!l. 

110. 
010      „ 

-1 1 :(. 

ff 

•111. 

117. 

lilh  IIS. 

•121. 

nL 

42r>. 

rt'io    „ 

12S. 

-lao. 

IUI. 

•I 10. 

(a^   IM. 


«» 


»» 


IKv 
4  IS. 


I  l^,V 


4>,^ 


in  orlicm  in  rin^v, 
oll rn  ii;ir. 
iu'.i'X  rJiijoricr. 
niriio  diMiU*  Imvuil 
;iUoiifl(',nM  Nrii<l<uiL . 

liiigil  iMHllOt. 

mirinitntii  Npniifl. 
Inda  (lAli. 
n'fiTto  t  fuAri. 

|)OMtn*lllUH  nfll'OHtO. 

inKiuil  liKÜ- 
aH|H*.ni  Mr^irfvn. 
niMci  liiiÜHrK,  hi^ÜH. 
Iiarinido  n;ln.  1* 
rlViM'liiM  arlitana. 
MollirilaiHla  /.irvorlinn'o. 
lonar.cM  Innta.  |' 
('Ulli  Mosa.^ 
h(«Norunt  picliüpuii. 
hör.  iiuliv.^ 

niitrilor,  pro  iiutrilo  /ulito. 
iiiluiUur  iloiil. 
uuinria  logallius.* 
laodas  faoliuluiK  rliiou. 
uorlioo  s|u'«o. 
hiüo  (launall. 
r»i«li(K^  spou  tiiiiK 
uuioi>'  ilr*u(ui. 
tunpAiu  iia|M. 
IMIuUn  pra  im.  i 

i^uiuis  chuirnilhoü. 
torx)iioutur  jji^iuau  xut- 

Uxrno  MsaW   *:»M\iiMUh  ti 

A\A\U 

Atuo  lu  u^v^^* 


fol,  [quifl]    memoraniluni    gi-  635 

vuahantlihes. 
457,  cratere  tuana. 
401,  »i  noQ  doh  naies. 

403.  tetttudine  suibogio. 

404,  illusas  [veste»]  gU|iiiotiv. 

471.  lustra  iegar.  640 

4SI.  quid  ziu.'" 

454.  precordia  furihercida.* 

455.  rigui  chiila. 

487.  bacliata  [Taygetaj  gispiloter. 
491.  incKorabile  [fatumj   unar-  545 

petanliha.'' 
497.  a  coniurato  [liistro]  fona 

dero  gipiheizotun.f 
500.  uolentia  vuillig'v. 

502.  forum  diucstat. 

„      tabularia  priel'tabulun.* 

503.  soUicitaut  cruozant.  650 
505.  rxcidiis  mit  florinussidun.'*' 

,,      pcuatcs  huscota. 
508.  altouitus  giprutter. 

rostris  dincstetiu. 

plausus  hantslagunga.  655 

517.  coroalis  ehirlies. 

luergite  taphari.' 

trapetis  in  olitorcuiun. 

mitis  [vindemiai  ripher. 

casta  domus  reinnaz  lii-  660 
vuiski. 

cratora  si^ala. 

conmant  zierrani. 

olas^ioa  wichorn. 

t;KOR(;.  111 


«» 


»» 


519. 
522. 
524. 

528. 

.* 
539. 


iv  oui  vuemo. 

T.  humoroquf  u»\h.' 

S.  Acer  iinellor. 

9.  ora  :tnAsi^ni. 


665 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


63 


10. 

modo  ecchrot. 

79.  vanos  umpidarpa.  f 

11. 

uertice  spize. 

80.  obesa  [terga]  ueizta. 

705 

670  18. 

quadriiugos  uioriodüga. 

81.  toris  manun.* 

20. 

cestu  cholpun. 

„    animosum  [pectus]  michil- 

21. 

tonsft  [oliv§]  gisneitotes. 

muoto. 

24. 

scena  loupa. 

82.  spadices  rotun. 

>» 

ut  uvie. 

„    glauci  grauvin. 

675  25. 

aulea  lächan. 

„     albis  planchen. 

710 

28. 

hinc  darnahe. 

83.  gilvo  tnsingemo. 

34. 

spirantia  atainontiv. 

84.  tremit  slagezit. 

35. 

proles  gipör. 

85.  voluit  [ignem  siü)  naribus] 

» 

dimissQt  nidergisantero. 

dräsot. 

680  37. 

furias  hazisa. 

„    sub  ar.* 

»» 

seueruni  [amnem]  sarpha. 

86.  iuba  zäto. 

715 

39. 

non  exsuperabile  unupfari- 

87.  per  lumbos  after  gophun. 

lihaz. 

88.  vngula  hüof. 

45. 

adsensu  in  gihellanussi. 

93.  pernix  sneilo. 

47. 

famä  mit  marido. 

95.  segnior  [equus]  unmagaz. 

685  49. 

praeuiia  Ion. 

96.  tmrpi  unchüscemo. 

720 

53. 

a  fonno.* 

„    iguosce  inlaz. 

»» 

palearia  chelor. 

99.  quondam  ofto. 

55. 

hirtQ  [aurcs]  rjhiv. 

100.  furituvotit. 

56. 

maculis  flechhun. 

„     ergo  pidiv.* 

690  57. 

aspera  sarphiv. 

101.  artes  siti. 

725 

59. 

imä  [caudä]  mit  aftananti- 

102.  dolor  zorn. 

gemo. 

105.  ham*it  slehit. 

♦» 

verrit  cherit. 

106.  pauor  pipinvnga. 

60. 

hymeneos  leichod. 

„    verbere  torto  givuntanero 

62. 

habilis  [^tas]  gimachaz. 

uillvn. 

695  63. 

dum  unzi.'^ 

107.  proni  framahalda. 

730 

64. 

solve  mares  in  coniunctio- 

„    lora  zvgila. 

nem  charala. 

110.  fuluQ  [haren^]  falavues. 

»» 

mitte  ia."^ 

„    nimbus  haren^   stoupesf 

71. 

sortire  nivz. 

unst. 

- 

72. 

delectus  aruvelita,  chust.  f 

117.  insultare  screchon. 

700  73. 

modo  ecchrod. 

„    gressus  gengi. 

735 

74. 

impende  arpivt. 

„    superbos  frambart.f 

76. 

altius  hohor. 

„    glomerare  samanon. 

»» 

reponit  vvidarvvirtit. 

119.  acrem  snellan. 

64 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGIL6L0SSEN. 


120. 

egerit  tripi. 

169. 

740  126. 

»ecant  helgrasont. 

l'72. 

128. 

ne  rcfßrant  ni  sagan. 

173. 

»» 

iniuiiia  magari. 

11 

129. 

voIontRH  di»  vulligun.f 

175. 

130. 

coiicubitU8  gimisgida. 

» 

745  131. 

Hollicitat  gigrvozit. 

»» 

nrcont  tripcnt. 

176. 

132. 

ruFHU  louplic. 

179. 

11 

ipiatiunt  panoiit. 

1» 

134. 

palcf;  holavun. 

183. 

7w  1  :».>). 

luxii  lusti,  gilluszidu. 

«1 

obtunsior    [usus]    vvidar- 

184. 

piuanora. 

185. 

136. 

ne  oblimet  ni  *  picleipe. 

186. 

140. 

ducere  nemau.'^ 

^i 

141. 

supcrare  uluiruaran. 

187. 

755     ., 

acri  harten). 

188. 

143. 

vaciiis  vviti.f 

»1 

t4r>. 

spolunc^  liolir. 

192. 

«1 

procubet  giligit. 

193. 

147. 

asylo  promo. 

198. 

760  148. 

vocantes  namonta. 

199. 

149. 

aoorlwt  cipiHK 

•» 

150. 

diflfugiunt  zist lipon. 

200. 

151. 

ct>ncu$siis    [filier]    gitro- 

203. 

phaniv. 

204. 

152. 

inoii5tro  vYutrc/  prenio.* 

206. 

766  153. 

pc^lem  i>alo. 

154. 

acrior  hantagon^. 

207. 

155. 

arcobis  danalribes.* 

20S. 

t5t>. 

n£*cfn$  orto  >ole]  wi^'ines 

209. 

runnanoro. 

210. 

159. 

quos  [viiuloii]  doi.* 

•« 

770     „ 

habondo  zit  haboiino. 

212. 

162. 

j^ascunriir  oni.* 

•» 

164. 

hortaiv  anfii. 

213. 

166. 

Uii^  viita. 

215. 

167, 

;>ubiiec4f  unianauphL 

«• 

gradum  gang.  775 

nitens  [axis]  spirdrenta. 

instrepat  cherre. 

temo  grintil. 

uescas  [frondes]  azigiu. 

palustrem  [ulvam]  mosa-  780 

lichaz. 
fetQ  zuhtigo. 
turmas  uuolchun.f 
feroces  chno^nun. 
rotam  gementem  clierren- 

tes  rades. 
sonantis  clafonta.  785 

gaudere  giuuonen.* 
laudibus  slihtungun. 
plausQ  [cervicis]  gitollotes. 
depulsus  [equus]  inspenitas. 
[moUibus]  den.*  790 

capistris  halaphtran.f 
uolumina  givuntanussida.  f 
auras  uvint.* 
dum  unzi.* 

horrescunt  unvmidunt       705 
sonorem  doz. 
urgent  tripunt. 
ore  ar  munde, 
esseda  sapoh.  * 

ante  domandum  er  demo  SOO 

zanme. 
negabunt  arzihent 
lupatis  khamon. 
industria  giuuerida. 
c^i  [amoris]  gitouganer. 
stimulos  gistungida.  805 

in  sola  in  suntrigo. 
rele^nt  gisuntront. 
trans  ubar/ 
carpit  nimiL* 
uidendo  gisehao  avesuito.  810 


lY.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


65 


216.  nemorum  loupes.*^ 

217.  illecebris  lustin. 

221.  lauitnezit.* 

222.  obnixos  ingaganstritiga. 
815  223.  gemitu  puUode. 

225.  exulat  ellentot. 

230.  pernix  sneller. 

231.  hirsutis  ruhen. 
„      carice  sarahi. 

820  234.  ictibus  mit*  siegin. f 

236.  mouet  signa  puUot. 
,,     pr^ceps  gaher. 

237.  uti — ut  ioso — ioso. 

240.  at  iasosa. 

825    „  exQStuatuzcessoundatferuft. 

241.  uerticibus  mit"^  vuerfun. 
244.  in  furias  in  uuotunga. 
250.  ut  uvie.' 

„      tremor  biba. 
830  251.  attulit  pringit 

253.  non  retardant  nigilez^sent. 

254.  torquentia  [flumina]  vvin- 

tanto. 

255.  mit  ilit. 

256.  prosubigit  grepit- 
835    „     fricat  ripit. 

259.  procellis  tunstin. 

264.  acre  chuoni. 

265.  quid  zivuiv. 
271.  ubi  sosa.* 

840  275.  grauidg  svangaro. 

279.  nascitur  [auster]  vvait. 

280.  hie  dar. 

283.  herbas  vvrzi. 

284.  inreparabile  unvuidarvvan- 

tallih. 
845  285.  dum  unzi.'*' 

[circumuectjamur     amorc 
werden*  fonnaf  minnvn. 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111. 


n 


288. 

290. 
293. 
295. 
297. 

1» 

299. 

305. 
307. 
308. 
309. 
312. 

»> 
313. 
314. 

315. 

318. 

319. 

320. 
323. 
324. 
325. 

327. 
328. 
329. 
330. 
332. 
340. 
343. 
344. 
346. 


850 


855 


865 


sperate.  vuanäft. 

hinc  dannan.* 

angustis  smähun. 

orbita  vuaganleisa. 

edico  gipivto. 

fllicum  farmahi. 

maniplis  hantfol. 

scabiem  rvdvn. 

turpis  unchusci. 

h^  deso. 

incocta  [veliera]  gisotana. 

soboles  gipor. 

quam  magis  sovilo.* 

setas  harir.  ^^0 

comantis  lochonta,zeisenta. 

uelamina  inpihelida. 

pascuntur  ezent. 

summa  wiphila. 

horrentis  sarapun. 

rubos  pramun. 

ergo  pidiv,* 

uentos  vngivvitiri. 

quo  fonna  div.* 

egestas  zadal.* 

uictum  fiotar. 

• 

mittes  frvmes. 

cum  mit.* 

dum  unzi.* 

[dum]  canent  er* wen. 

vbi  sosa.* 

cicadQ  heimo. 

[ad]  stagna  gisigiu. 

ilignis  eihinen. 

sie  ubi  suarsoso.  t 

mapalia  huttun. 

tantum  epanlili. 

tectum  dahc.* 

non  secus  nales  andres. 

ac  denne.  S^& 


870 


875 


880 


66 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


346. 
347. 

348. 
890     „ 
350. 

351. 

S95     M 

353. 
355. 
356. 

900     n 

357. 

i> 
359. 

360. 

905    „ 

361. 

362. 

363. 

364. 
910  365. 


1? 

366. 

367. 
915  369. 


<1 


370. 


>i 


371. 
920  372. 


acer  chuono. 

cum  denne. 

carpit  nimit. 

expectatum  gisihti. 

agmine  scaro. 

torquens  uuintenter. 

ister  tuoDoua. 

quaque  ioh*  dar*  dar.* 

porrecta    [Rhodope]    far- 
stracter. 

axem  halpa. 

aut — aut  oda  * —  oda.* 

assurgit  ufarstä. 

semper  io. 

semper  io. 

spiraiUcs.  adferentes  planta. 

haud  umquam  nionoltres. 

disciitit  apascutit. 

laiiit  nezit. 

currenti   flumiue  riniien- 
tero  aho. 

crustQ  stuchi  I  rosun. 

sustinet  inthapat. 

hospita  uuirtun. 

dissiliunt  zispringent. 

indut^  vestes  anagilegL 

solidam  in  glatiem  in  alan- 
gas t  ts. 

lacun^  s^. 

styria  issa. 

inpexis  ungistralten. 

non  ninguit  ni  sniuuit. 

cünferto((ue   ioh*  gilmfo- 
temo. 

agmine  gisemine. 
molenoua  michilis  sneuues.t 

exstant  upartrefan. 

inmissis  anagilazanen. 

agitant  iagont. 


373. 
374. 
379. 
380. 


»♦ 


381. 
382. 


383. 
386. 

388. 
389. 

395. 
396. 
397. 
398. 


399. 


ff 

401. 
402. 

403. 

404. 
405. 

ff 

406. 
408. 
410. 


trudentes  strozenta. 

nidentes  luonta. 

Jiic  dar.* 

acidis    sorbis    mit    suren 

pi"run. 
imitantur  pilident  925 

trioni  uuagane. 
effrena  unzamiu,  ungizo- 

ganiu. 
tunditur  ginuan  uuirdit. 
setis  harun. 

uillis,  lanis  zaton.  930 

lege  aruueli. 
palato  in*  guomin. 
reice  aruuirf. 
maculis  flechun. 
ne  infuscet  ni  gisuarze.       935 
ferat  pringe. 
et  ioh. 

referunt  pringen.* 
excretos    [h^dos]    giuuah* 

saniu. 
prohibent  inspinnentf        940 
primaque  [ora]  ioh*  fem- 

antiga. 
pr^figunt  füristechent. 
capistris  iatin,*  ferratis. 
premunt  duhent. 
sub  vmpi.*  946 

exportant  uzfuorent. 
adit  zuouüerit. 
parco  mezigemo. 
reponunt  gipergent 
postrema  hintrosta.  9&0 

acrem  chuonnen. 
molossum  rudan. 
sero  chasi"uazzar. 
a  tergo  after. 
venabere  iagos.  f  9U 


IV.   DIE  TEGERNSEi»  GLOSSEN. 


67 


410. 
411. 
412. 

960      „ 

415. 
416. 
417. 
418. 
965  419. 
420. 

423. 

»70     „ 
427. 

f» 

428. 

975   430. 

431. 


432. 


080 


»» 


433. 
434. 

985  435. 
437. 

439. 

990  440. 
442. 
444. 

»» 


dammas  tamir. 
pulsofi  gitripana. 
latrata  mit  pelluiigun. 
turbabis  gistoupis. 
agens  iagonter. 
agitare  danatripen. 
tactn  inpiruorido.* 
delituit  lo8cheta.t 
succedere  untarlidan. 
pestis  acerba  eibrer  palo. 
cape  nim. 
cape  nim. 
dum  UDzi.* 
nexus  chofa. 
agmina  gisemini. 
maculosus  flechoter. 
grandibus  grozen. 
aluum  muodar. 
dum  unzi.* 
stagna  gisig. 
improbus  unerer.'^ 
loquacibus  cboslinen. 
ingtuuiem  gitigi. 
exhausta  ascapbaniv,!  ar- 

dorreliu. 
palus  lacha. 
dehiscunt  scrintent.'^ 
torquens  uvintenf  .'^ 
seuit  s&ruisot. 
siti  durri. 
carpere  neman. 
exuuiis  urstoufün. 
lubrica  [terga]  vranchala. 
micat  lecheezat. 
trisulcis  trispaltigen. 
Signa  gipara. 
penedit  gisinchit. 
hirsuti  was3a.* 
secuerunt  riztun. 


446.  in  gurgite  in*  wäge. 

„  uillis  zätun.  995 

447.  secundo  [amni]  rinnentero. 
„  deflüit  nidi^rflvizit. 

449.  spumas  feima. 

„  argenti  qvecbsilpar. 

451.  sciilam  sckella  vvrz.  t         looo 
„  graues  hantago. 

452.  fortuna  folleiz. 

453.  summum  fornantigaz. 

454.  ulceris  eizzes. 

„  tegendo    pidechet    vuer- 1005 
dant^ro. 

455.  dum  ynzi.* 

456.  omina  heil. 

457.  dolor  sverado. 

458.  depascitur  izzitf 

„  febris  rito.  ,  loio 

461.  Gelonus  gentes  fatarO. 

465.  ignauivs  läzzor. 

469.  serpant  chresen. 

470.  turbo  uvint. 

472.  estiua  pharricha.  1015 

479.  tempestas  suht. 

481.  lacus  seo.* 

„  infedt  uirwarta. 

482.  ubi  sosa.* 

483.  acta  gitripaniv.  1020 
„  obduxerat  zisamana  gizoch. 

484.  liquor  nezi. 

485.  minutatim  e'nezzun. 

486.  hostia  firiskinch. 

487.  dum  unzi.*  1025 

488.  cunctantes  tvalenten. 

„   moribunda  [hostia]  stiripiger. 

490.  [ardjent  un.* 

492.  tinguntur  ginezzit. 

493.  ieiunä  [sanie]  trvchanas^     lO.'^O 

494.  hinc  danna.* 

5* 


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MK  llEIJTSniEN  virgii/;losse!>i. 


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4(J7. 
501. 


502. 

507. 
1010  50S. 

509. 

510. 

517. 

51H. 
1045  521. 

522. 

52;i. 

525. 

527. 
J05U  52S. 

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105f>  530. 

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511. 
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54*,>. 

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imJ5  55\^ 
5r^K 


(Jiilri.H  liv|fvn. 
anima»  f<';rach. 
tunm  rh^laHvIit. 
anhdn  fiii;hantiv. 
moriluriH  affterapeti  srho- 

loiitnn. 
a<ltarliit  ininniorido. 
tr.'irtanti  hantalnntKino. 
HiiiKiiltu  Htiophrziingo.f 
tiH\u*m  ruhiv. 
lati('(*,H  IhI. 
|<>r]ft  ar.* 
riet  ^rvozit.* 
al»iuiif(rns  iritvvrtantfT. 
ii(»liihi8  [ainniHJ  gipololiv. 
rirriro  gliXTinpinre. 
Stupor  Htornvnga: 
iuiiant    [lahor   aul    keiie- 

fartnl  half. 
ropi»sl^  |<*P"'vI  Riporganiv. 
|pasoiint|iir  im.** 
ad  (lunaria  vvihhusun. 
ergo  pidiv.* 
rgr<»  rhumo. 
riinanlur  rrvpilont. 
nnitoiitA    [corvlcc]     giva- 

gOllK». 

noii  explorat  ni*spohot. 
iM»r  (iKiinbulat  ni*  umbi- 

g;ii)i;arot. 
aorior  [rum)  hnntagora. 
lalohris  holirou. 
anoniti  giprvtta. 
hvdri  Yunni. 
tTssciY  infuchinl. 
oateruatiiu  volciiiii. 
cadaucra  potacha. 
uit^iYra  nio\**li. 
illuuit'  foniu  iinreinnodo« 


502.  piitres  vrliin. 
563.  inuisos  leiflsani?n. 
504.  pabnli»  angrezzin. 
500.  8ac<;r  leidsainar. 


1070 


GEOHG.  IV. 


1. 
4. 

8. 

»' 
9. 

12. 

13. 

14. 

17. 

18. 

23. 

24. 

2(). 
28. 


29. 
31. 

32. 
33. 
31. 
35. 
30. 
37. 
3S. 
45. 
40. 
40. 
50. 
«. 
52, 


protinus  sar. 

duces  uiifsun. 

scd<?s  scz. 

siatio  sczi. 

papula  vveida.  1075 

attnrat  ni*tretc. 

squaloutia  glizinonten. 

iiicrop(»s  grvonspehta. 

iumitibiis  iintnammanten^ 

stagna  gisig.  1080 

uicina  [rii>a]  naher. 

[calori]  dem.*    ' 

ol)uia  [arbos]  gaganvurter. 

hospitiis  gastTvisin. 

transuersas  dveroho.  t        1085 

[ad]  aestiuum  [solem]  hei- 

zero. 
praecejis  gaher.* 
8crpilla  feldchenula. 
tyiiibr^  chressin. 
uiolaria  violgartvn.  1090 

[cauat]i9  ar.* 
texta  giflohtaniv. 
aditus  llou^ir,  flougar. 
Ii<pit^*facta  zismalztiu.t  * 
uis  nofh.  1095 

cerfatiiii  stritigt». 
riiuosa  diofscrutanun. 
fouens  slrih**enf.t 
pulsu  slage.* 

oflfensa  vurpollaniv.  liuo 

iiiiago  pilide. 
riH'lusit  insparril. 


IV.  Die  T£GERN$EBR  GLOSSEN. 


69 


55. 

leues  [apes]  lihüv. 

97. 

uiator  uartman. 

1» 

hinc  dannan/ 

98. 

coruscant  lohezent. 

1105 

57. 

excudunt  machonL 

100. 

hinc  danna.* 

■ 

»1 

teoatia  festiv. 

101. 

premes  nimis. 

58. 

[caue]i8  ar.* 

»»  ■ 

tantum  so. 

62. 

petunt  svoheii. 

102. 

domitura  duopon  scolontiv« 

63. 

inclisphilla  pinivvirz. 

107. 

eripe.  ginim,*  scroL 

1110 

»1 

gramen  gras. 

<i 

quisquam  az.'*' 

"  ■  • 

64. 

ÜDnitiis  chlifigiiod. 

108. 

uellere  neman. 

•1 

cie  grvozi. 

115. 

amicos  frivn'licha. 

66. 

more  vvis.* 

116. 

ni  iam  nvba.'*' 

68. 

motu  aqMilgannvssidv. 

117. 

proram  prort. 

1115 

70. 

licet  mvoza  isL 

119. 

biferi  zvipiriges. 

■ 

72. 

fractos  (sonitus)  diozanta. 

121. 

tortus  giwntaner. 

73. 

trepidQ  [apes]  iligiv. 

122. 

1 
in  uentrem  in  vvidi. 

»» 

curriiscant  lobeiizen. 

11 

comantem  springanten. 

74. 

spicula  angvn. 

127. 

coricium  ciiicaisken.'*' 

1120 

»» 

aptant  machon. 

131. 

premens  dvingenf . 

75. 

ad  praetoria  zi  phalanza. 

133. 

onerabat  Ivod.* 

77. 

ubi  sosa.* 

134. 

carpere  neman. 

79. 

orbem  ring. 

135. 

etiam  nohio. 

81. 

tantum  epanuilo.  f 

137. 

comam  [acanthi]  voiphil. 

1125 

»* 

nee  pluit  ni*  risit.  ■ 

139. 

f^tis  zvhtigen. 

84. 

usque  adeo  sotüo. 

140. 

cogere  rennan. 

1» 

obnixi  ingaganspirdarente. 

11 

pressis  piduhten. 

1» 

h<»8  desa.* 

142. 

quot  [pomis]  so'^managen.'^ 

85. 

hos  ena. 

143. 

totidem  iu.* 

1130 

86. 

hi  svslicha. 

144. 

uersum  zila. 

11 

motu«  arpolganvssi. 

147. 

exclusus  guzoter. 

88. 

ueruoi  svntar.* 

149. 

age  vvola.* 

11 

ubi  sosa.* 

151. 

crepitantia  clingilontyu. 

89. 

prodigus  spildor. 

152. 

pauffe  neritvn. 

1135 

91. 

s(|Halentihu8  glizinonten. 

155. 

penates  husgota. 

93. 

rutulis  lohezt^n. 

157. 

experiuntur  anarent. 

94. 

(iesidia  zagaheiti. 

158. 

pacto    [foedere]    gidingo- 

95. 

ut  ioso. 

tero.  • 

96. 

turpei$  unsubro. 

159. 

s^pta  piuengido. 

1140 

97. 

cum  sose*  dcnnc* 

160. 

lentum,  planum  clerapaz.t 

11 

|8ice]o  ar.* 

»» 

gluten  dep. 

1145 


1150 


1155 


1160 


1165 


1170 


1175 


70 


DIE  DEUTSCHEN  TIRGILGLOSSEN. 


tIM)  M>|. 

tciiace»  festvn. 

259. 

n\'i. 

adititos  gizügano. 

261. 

1«:». 

Mm  xvliti. 

KM. 

stipaiit  (Iringint. 

262. 

iW). 

ad  porlas  zon^nevgarun.f 

263. 

1185  KU). 

inqiif  uiceni  ioh^  iintar'^in.* 

»> 

KiS. 

ignaiiiiiii  uiinutiaz. 

264. 

«« 

fticos  (rfnun. 

266. 

172. 

tiiigunt  nfzont.f 

269. 

17:». 

gcmil  qviril. 

«» 

lliw  177. 

urgot  dvingi'tt/ 

272. 

ISI. 

pascunliir  nue'dinunt.f 

274. 

isr>. 

riinnt  ilent. 

276. 

«» 

nu$(|uain  uioner. 

1« 

ISS. 

inussant  dkueuU 

279. 

U5>.S  103. 

|ai|iianl|iir  vuentenU^ 

280. 

20  t. 

quirttis  diiccs,  h«ro$luo. 

2S2. 

202. 

:^u(liciuiil  inachunU 

2S3. 

204. 

aiiinwni  ferii.f 

2S4. 

207. 

quam  se|)lüua  [af$t«sl  den- 

nt  *  lier  silHinlo. 

2S5. 

^^w2t3. 

aniiss«)  floraiieHhi. 

291. 

»* 

ßdf ui  triva. 

294. 

2Uv 

fhh|Uf  nl<f«  maiMiga. 

296. 

220. 

mfutU  «innes. 

•• 

223.  Iiinc  ibniMai.* 

^^v^22^. 

arvt'Sä^Tif'  gvxiiiiian. 

297. 

22S, 

si  quando  »umisoc!^. 

29>. 

229, 

haustu  linnclu. 

299. 

2;m. 

<\K\:n;  sunnOKkiiu 

301. 

24;^, 

stflik«  c4m. 

;u>2. 

:J:r   " 

KUitt$  tManniisin. 

;v^, 

244. 

fw^i»  mKiiv 

.• 

24o 

craW>ii  hiwtiui. 

•* 

24T. 

bt\.x»  <««<$  ^-uiu. 

- 

ArJi»M  s^iUHlU. 

?••- 

■r>:^xv 

riiTYSKKa  «arSeaiifffw. 

^•9. 

ignau^  [apes]  unnvziv. 
ut    quondam    iosop**togi- 

purit. 
solUcitum  gigrvoztez.  1220 

^tuat  tumilot. 
rapidus  [ignia]  drataz. 
hie  dar."^ 
[hortantjem  en.* 
defruU  siTd.^  1225 

passos  arselchen. 
herba  vvrz. 
aureus  (flos]  fiuravviu. 
nexis  giwouneiL 
torquibus  ringin.  1230 

incoque  sivd. 
foribua  flogarin. 
stirpis  gipores. 
[inuenta]  nussi.* 
quoque    [modo]   ioTh*zi*i235 

vueliero.' 
insincenis  [cmorj  mluCn. 
in  ort  gimmdi.! 
iacil  Tuirflt. 
[eligitlur  ist.* 

-que  imhrioe  iodi*    Butisio 

sontlon. 

* 

artis  eigen. 

oMiqui  Ince ;  soeUieiBO. 
bimi  lh>nte:  luüvigeMo. 
i4k$lruinir  aranT^t  Tuirfiu 
tuBSia  finoosa.  124s 

suhkiuBi  unuiTU(ffpliaB.1- 
fiTMaMSU  siachi. 
-que  lYOHitts 
pi\xkaAa. 


czx^nn. 


17.1 


2^T.  eiMiac\{  ;i^m^i>. 


I2M 


5U'. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


71 


313. 

neruo  [sagittae]  senvua. 

417. 

habilis  [vigorj  gimachiv. 

n 

pulsante  tripentero. 

419. 

sinus  piugun. 

1265  316. 

experientia  aruTntinussida. 

420. 

deprensis  pivanganen. 

317. 

tempe  scätivui,  scönisteti. 

»» 

statio  stedir }  lenti.f 

319. 

extremi   [amnis]    opanen- 

421. 

obicc  mit^crintile. 

tigero. 

427. 

faucibus  stedin.  f 

325. 

quodf  ziv. 

»» 

tepefacta   [tlumina]    giso 

326. 

hoDorem  [vitae]  givüori. 

tana. 

1260  329. 

erue  vzvuirf. 

432. 

uelut  also. 

331. 

molire  [bipennem]  vvezzi. 

»1 

olim  ofto. 

337. 

CQsariem  antarfahsa. 

433. 

ubi  sosa.* 

338. 

flaua  Salauahsa. 

434. 

balatibus  plazungun. 

343. 

tandem  duo*hitamvn. 

445. 

petis  eiscost. 

1265  345. 

dolos  pisuvicli. 

449. 

tantum  soviio.* 

t^ 

furta  hvor. 

450. 

intorsit  gicherta. 

346. 

[diuum]  dero.* 

453. 

lues  lirgiltist. 

347. 

dum  unzi.* 

454. 

ob  weritum  pi  scult. 

348. 

deuoluunt  uzzugTn. 

455. 

suscitat  machot"^ 

1270     n 

impulit  gistvncta. 

466. 

fauces  engiöodi. 

356. 

huic  dero.'*' 

»» 

ditis  durises.* 

359. 

qua  dar.* 

471. 

carentum  darapentero. 

361. 

misit  liez. 

476. 

rogis  saccharun. 

363. 

speluncis  holivru. 

481. 

crinibus  lochun. 

1275    »' 

sonantis  diozanta. 

482. 

tenuit  stiUo  häb&a. 

367. 

Caput  ürspringe. 

489. 

restitit  gistuont. 

369. 

saxosus  steinago. 

499. 

diuersa  danagicherta. 

373. 

pumice  tuost'ine. 

500. 

prensanteui  greiphouten. 

376. 

tonBis  gificrotanen. 

504. 

moueret  [voce]  glgruozti. 

1280   <' 

uillis  zatun. 

508. 

euoiuisse  cbuman. 

378. 

adolescunt  prvnnvn. 

509. 

mulcentem  slihtenten. 

389. 

patriam  [Pallenen]  die  far- 

1» 

agentem  leitenten. 

tilihvD. 

511. 

[fetus  queritur]  uinpi.* 

396. 

expediat  girihte. 

512. 

obseruans  vvartenter. 

399. 

doli  pisvicha. 

1» 

[nid]o  ar.* 

1285  404. 

correptuin  archriphten. 

?» 

detraxit  ginam. 

409. 

excidet  iDpfällit. 

518. 

ditis  durises. 

411. 

contende  deDi.t 

521. 

discerptuiii  ziprochanen. 

1» 

tenacia  festvo. 

522. 

reuvlsum  apagiprochinaz 

412. 

[donec]  erit  uverde.* 

528. 

tomt  vrerfota. 

1290 


1295 


1300 


1305 


1310 


1315 


1320 


1325 


72 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


530. 
532. 
1330  541. 
553. 
554. 
555. 


?i 


1335  556. 

557. 

561. 
1340  565, 


8. 
21. 

22. 

37. 
1345    45. 

48. 

81. 
104. 

1350  110. 

114. 
115. 


»? 


117. 
1355  136. 

144. 
145. 
146. 
147. 
1360  168. 
174. 
178. 


licet  muoz'n. 
agitnbat  leitta. 
demitte  niderlaz. 
hie  dar.* 
[tot]o  ar.* 
stridere  süsvn. 
efferuere  uzstredan. 
[trah]i  uverdan.* 
nubes  dichi. 
uuam  drüpo. 
de[mittere]  nidar.* 
aifectat  machot 
tegmine  techi. 

AEN.  I. 

numine  l^o  gitaretero  got- 

heiti. 
superbum,  nobilem  fram- 

paren. 
uoluere  arleccan. 
mene  ninumih. 
turbine  mit  uvinte. 
gero  tuon. 
numen  gotheit. 
cuspide  stachullo. 
prora  prort. 
alto  tiuphi. 

a  uertice  fona  *  fornor.* 
in  puppim  in  stivra. 
ferit  prah,  sluoc. 
torquetf  cherta. 
luetis  fargeltet. 
adnixus  zuospirdranter. 
detrudunt  apaschieltun. 
aperit  affanoto.  f 
perJabitur  sleih. 
hie  dar.* 
cxcudit  scurfta. 
expcdiunt  arlostun. 


191.  agens  iagont.* 
197.  mulcet  trosta. 
203.  olim  nohuvenne.  1365 

209.  spem  trost. 
223.  (§ther]ear.* 
235.  fore  uverdan. 
238.  casum  missipuri. 
240.  fortuna  scado.  1370 

242.  [medi]is  ar.* 
245.  per  ora  novem  aftar  niun 
gimundin. 

251.  infandum  honlibcf 

252.  prodimur  farspildit  uver- 

den. 

253.  hie  suslih.  1375 

254.  subridens  smilenter. 

261.  quando  uvanta. 

262.  mouebo  nffarscalto.* 

266.  terna  [hiberna]  drisea. 

„     transierunt  furivarent.         1380 

267.  cognomen  miltinamo. 
269.  uoluendis  uvaraplihen. 
272.  hie  dar.* 

277.  Romanos  rüliuti. 

282.  gentem  togatam  sprafaman.  1385 

292.  cana  altiu.* 

310.  conuexo  piugin. 

313.  crispans  wennenf. 

316.  threissa  trachusca.* 

„     fatigat  [equos]  rennit.  1390 

319.  diffundere  spriten. 
330.  felix  ginadigiu. 
335.  dignor  uvertUho. 
342.  fastigia  hohi. 

344.  dilectus  liuper.  1395 

348.  furor  uuotunga. 
350.  clara  faringun. 
353.  inhumati  unpigrapanes. 
356.  nudauit  gioffanota. 


IV.  DIE  TEGBRNSEER  GLOSSEN. 


73 


1400  372. 

390. 

392. 

395. 

400. 
1405  404. 

412. 

421. 

422. 


1» 


1410  425. 

426. 

427. 

429. 

430. 
1415  431. 

433. 

436. 

447. 

448. 
1420  449. 

466. 

467. 

468. 


»1 


1425  470. 
475. 


»» 


476. 

478. 
1430  484. 

490. 

500. 

501. 

502. 
1435  512. 

520. 


rcpetens  uvidarzellant. 
reduces  uvidarfartiga. 
augurium  heilisod. 
turbabat  stoupta. 
Ostia  gimundi. 
uestis  uiiat. 
amictu  pivengida. 
magalia  huUvn. 
strepitum  praht 
strata  [viarum]  straza. 
concludere  zi*piuahanne. 
senatum  hertuon. 
hie  dar.* 
[rupib]us  ar/ 
qualis  solih. 
adultos  gizogana. 
stipant  dringen, 
thimo  pinasoagin. 
opulentum  ehtagaz. 
nexQ  gihap''ti.t 
stridebat  char. 
uti  uviesa.* 
hac  hier, 
hac  hier. 

cristatus  gichäpoter.* 
prodita  gofanetu. 
impar  ungilihar.* 
congresBus      ingagangan* 

genter. 
heret  hafteta. 
inscribitur  girizzau  uvart. 
auro  pi  gold. 
lunatis  mänilihen. 
[glomerant]ur  ent.* 
su|»ereniinet  upartriphit. 
temptant  cruozent. 
dispulerat  zitreip« 
et  corani  data  copia  fandi 

unti^cantuvrü     gigepan 


uvard  ginulitsami  sp'e- 
chanues. 
521.  placido  [pectore]  mäm  un- 
tere. 

534.  hie  dara.* 

535.  cum  duo.* 

536.  tulit  prahta.  1440 
,,      procacibus  firapalden.  f 

537.  [per]  inuia  [saxa]  unuuega- 

samen. 

538.  dispulit  zitreip. 

539.  hoc  dezi.* 

54  t.  prima  in*uvomantigero.t  1445 

551.  subducere  uzgizuohan. 

552.  aptare  gimachon.* 
559.  fremebant  prahtun. 
562.  secludite  giuzot. 

574.  agetnr  gitan  ist.*  i450 

580.  [erumpere  nubem]  ar.* 

581.  compeilat  gisprah. 
599.  egenos  duriftiga. 

606.  genuere  panin. 

607.  dum  unzi.*  1455 
634.  horrentia  [terga]  egi8sUa.t 

637.  luxu  lusti. 

„      [splendid]a  [domus]  az.* 

638.  instruitur  gimachot. 

642.  dueta  gizoganiu.  i460 

648.  ferre  zi  pringanne. 

„     [rigent]em  [pallam]  az.* 

649.  uclamen  hullun. 
657.  uersatf  uvarpota. 

659.  dulci  liupun.t  i465 

672.  hospicia  gastuvissida. 

673.  dolis  mit*  pisuvichun. 
„      cingere  piuvahanne.t 

676.  aecipe  farnl.* 

698.  composuit  gisazta.*  1470 

702.  expediunt  arlostun. 


74 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


702. 
704. 

1475  707. 
711. 

» 
712. 

1480    „ 

713. 

719. 

726. 

728. 
1485   „ 

732. 

735. 

736. 

737. 

1490   „ 
738. 

740. 


1495 


745. 

750. 
753. 
754. 


tonsis  giscrotanen. 
stniere  machoonne. 
adolere  rouchan. 
frequenies  manacfalta. 
)>allam  lachan.f 
uelamen  hullun. 
infelix  uvenagan. 
pesti  palauues. 
deaota  uvilligiu. 
expleri  arvoilit  auerdan. 
miserQ  iro.* 
iaqaearibus  himilezi. 
hie  dar.'*' 
poposcit  eisgota. 
profectis  givaranen. 
iauentes  helfentf 
libauit  guzta. 
libato  giruortemo.'*' 
summo  tenus  zoporost. 
increpitans  pisuerientiu. 
proceres  hemm, 
crinitus  mihilfahso. 
quid  zivuiv. 
properent  üien. 
tingere  nezan. 
rogitans  fragentiu. 
age  uuola.* 
casus  gipuri. 

AEN.  II. 


1500 


patriQ  heimuoti. 
1 .  intenti  anadahtiga. 
9.  suadeut  spanent. 

15.  instar  in*gilihnu8si.* 

16.  intexunt  influhtun. 
1505    17.  uagatur  uvadanota.f 

29.  tendebat  heriperagato.f 

34.  seu  oda.* 

36.  sugpecia  zuruuaro. 


3S.  et  temptare  unti*  zarsuo- 

banne. 
39.  scinditur  gisceidan  uvard.  1510 

46.  machina  girusti. 

47.  desuper  uon  opani. 

51.  compagibus    mit"^    gifuo- 

gidun. 

52.  contorsit  giscoz. 

61.  fidens  palder.  1515 

„    animi  m^otes. 

64.  ruit  ilta. 

65.  crimine  untriuo."^ 
84.  cassum  darpenten. 

87.  incolumis  canzer.  1^20 

92.  indignabar  zurnta. 

96.  labes  palo. 
100.  reuoluo  redinon. 
106.  pauitans  pipenter. 
111.  acemi  acer  mazaldra  indeistt 
dicitur. 

119.  cucurrit  liuf. 

120.  poscat  eiscot. 

121.  hie  dar.* 
123.  flagitat  eiseota. 

131.  saera  ophar.  1530 

135.  delitui  lv8keta,t  farhohn 

uvas. 
137.  duieis  I'upun. 

139.  piabunt  firgellant. 

140.  quod  dez.* 

143.  digna  uvirdigiv.  1535 

145.  arta  pid^unganiu. 
„      leuari  gilihtit*  uuesan.* 
149.  quo  uuare.* 
151.  instructus  giuarnef . 
153.  non  violabile  [nrnnen]  un- 1540 

aruuar'liha. 
160.  rependam  firgiita. 
174.  emicuit  sc'icta. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


75 


183. 

207. 

1545  209. 

214. 

224. 

227. 

228. 
1560   „ 

229. 

235. 

237. 

242. 
1555  243. 

244. 

247. 

253. 

256. 
1660  259. 

261. 

266. 

275. 

16«6  279. 

281. 
282. 

286. 
1570  289. 

296. 

298. 

300. 

301. 
1675  312. 

316. 

317. 

319. 

323. 
1560   „ 


piaret  gilntarti. 
aoluinine  mit  ginTiitnussi. 
suffecti  [oculos  sanguine] 

giuarota. 
depascitur  az. 
lapsa  sUphe. 

tremefocta  aroquomanen. 
insinuat  ingipaosita  sih. 
scelus  dia*  fratat.'* 
cuspide  spioze. 
stupea  hanaphin^a. 
f(gta  [machina]  foUas.f 
substitit  gistulta. 
inmemores  unfHUTänta. 
monstrum  gitroc. 
quibus  uns.'*' 
instructis  giuvarneten. 
extulerat  uzprabta. 
[cau]o  ar.* 

{Nromuiit  uzprahtun. 
lapsi  sliphenta. 
socios  chuntun. 
iaculatus  anasdozanter. 
compellare  giqprehan. 
expromeref  fui^priDgan. 
morQ  tuala. 
ut  Tula. 

moratur  tualta. 
culmine  firate. 
penetralibus  tuphun. 
seoreta  gisimtrota. 
ingruit  analac 
fastigia  die  boha. 
tubarum  horno. 
succurrit  half, 
elapsus  enpharaner. 
Sacra  dio  uuihida. 
summa  [dies]  oparosto. 
et  ineluctabile  unti'*'  ün- 


uparuuntanlih'zit. 

332.  corusco  plechentemo 

333.  stricta  arzoganiu. 

336.  erynift  pagalin. 

337.  quo  dara.* 

„     firemitus  praht.  1585 

348.  [extremja  tun.'*' 

350.  aditis  inhusin. 

351.  quibus  pi^den.'*' 
353.  una  diu."^ 

357.  sicci8[faucibus]hungragen.  1590 

„     per  durah.* 
366.  quondam  etiam   uvanta* 

ofta.f 
373.  ferantque  giroufi. 
382.  circumfundimur    pihapit 

uurtun*  uvir.* 
385.  hie  dar.*  1595 

392.  accommodat  zuogipant. 

396.  [per]  caecam  [noctem]  fin- 

stere, t 

397.  drauttimus  firumiton  eB.t 

406.  speciem  dio*  gisith. 
410.  obruimur  [teils]  piyuorfan  leoo 
uvrtun. 

415.  ceu  ioso. 

„  quondam  ofto.* 

416.  confligunt  ringent. 

417.  stridunt  diozent. 

418.  fundo  grüntet  ente.  ieo5 
420.  agitauimus  iagotun. 

422.  ora  discordia  missahellenta 

spraha. 
425.  procumbit  lac. 
429.  pietas  guoti. 

435.  grauior  gidiganoro.  1610 

440.  testudine  sciltfoIche.t 
442.  nituntur  spirdretun. 
448.  strictis  anoganan. 


76 


DIE  UEIJTSCIIEN  VlRtilUiLOSSEN. 


•IM. 

Ulis  450. 
't(»l. 

1020  4  OS. 
4«\). 
472. 
475. 
4SI. 

IA25  482. 
4^)0. 
UM. 


%% 


492. 

i(iao  ,« 

4dt^. 

502. 

511. 

520. 
I«36  524. 

530. 


5t^»^. 
514. 

IfMO  545. 
54T. 

552. 
5SS. 
596. 

625. 


|)«riiiii0     1 11H118  j     diiruh- 

fartigii. 
in  pra6ci|)i(i  in  *  uohaldi. 
nchnira  grnciaca. 
rirrunif  uui|uturna. 
Huninm  fornahtigiu. 
tnhulata  pretir. 
|>rinio  in  *  fornantigemo. 
i'xnllal  i»pilita. 
«'xnvÜH  urslouftsn.f 
agilator  tripil,  reitil. 
on^  loolio. 
apparel  hcoiu. 
riaustra  sloz. 
lalmt  fai/ 
arift«  plietarare.t 
onioti    |p4)stt^8j    vzaruue- 

giliu. 
icardinje  ar/ 
uiole«  grapuiK 
tanta  st>  niichil. 
ue  (vtherk]  halpun. 
Ulis  »uslichen. 
loogf  uum  langUpen» 
ut  landfein  so««  fr  diioat 

hiianiiin. 
eiiasit  iiitfut^. 
«K^tiiiuil  lü^farpar. 
ivpiilsiioi  uvidaqwllauas.f 
unilHmf  rauto. 
nnra  irutia  fatta  luina  la- 

gahfiu 
cji|Hdo  wnu$'  Kutei:!^. 
cum  duiM." 
nf  iiinu. 
«"utlMtiis  4<r  pi»|»\H:hjMM, 


627. 
629. 
630. 
632. 
642. 

'1 
645. 

646. 

647. 

650. 

657. 

660. 

675. 

685. 

«« 

698. 
717. 
763. 
764. 


minatur  uuagot. 

supremum  zi  iUogiat.       ;  1650 

ruinam  traxit  archrachat.t     ' 

expedier  arlosit*  vuart.'*' 

excidia  flornussida. 

capt^  giuvnnan.f 

iacUira  giuvrlida,  1655 

inutilis  unpidarper. 

demoror  duelio. 

efTüsi  gispreita. 

excidit  inslouphta. 

[ul]  cernani  gisahi.  I66O 

ex)>ertus  antchimiar.t 

speni  trost 

excutere  arrettan. 

restringere  lescan. 

hie  <br.*  1665 

[belllb  ar.* 

[incensjis  ar.* 

capUna  giuvnnanniv.f 


23. 

«. 

30. 
32. 
36. 
oo, 

66. 

75. 
116. 
125. 
1 25. 
127. 
129. 
132. 


.\EA'.  IIL 

uirguha  zcinin. 
honida  [mnliis]  wasser. 
coil  jusamane  ran. 
insequor  anagigieiicfa. 
secundarent  girilitun. 
fractae  giuTeihto. 
fas  triu\ii. 
ctmbia  napfa. 
arvitf  Dens  pcigotrato. 
iuppitfr  nirtar. 
ujK-aiY  darapan. 
iitan>  in  *  s^üiun. 
iVDciu  feN^nacan. 
hiMTUncar  anaitun. 
oput<  linpefftK 


16fl^ 


1575 


1«80 


627.  eni«ff«  nidani^mfaB. 


IV.  DIE  TE6ERNSE6R  GLOSSEN. 


77 


150. 
-151. 

160. 

180. 
1690  182. 

198. 

200. 

202. 

208. 
1695  217. 

225. 

230. 

232. 

237. 
1700  238. 

241. 

246. 

257. 

264. 
il6h  267. 

287. 

290. 

297. 
•  '  304. 
1710  327. 

329. 
332. 
338. 
1715  345. 
361. 
367. 

369. 
1720  377. 

383. 


extuleram  prathd.t 
insomnis  slaflosar. 
fug^  farti. 

arabiguam  ziüv'*alta. 
exercite  gimuoto. 
inüolu^re  piniengnn. 
excutimur  girrit  uvrtun. 
palinurus  stioro. 
uerrunt  zuguD. 
prolunies    [ventris] 

zata. 
lapstt  fluga.t 
clausi  phiangana. 
latebris  hoHriin. 
disponunt  gUegitum. 
dilaps^  naderslihento.f' 
foedare  [ferro]  anivartan. 
[pectorje  ar.* 

amhesas  [mensas]  Yrezdiia. 
indicit  [honores]  gihiez. 
excussos   [rudentes]   arW- 

sliii.* 
iigo  [hienchi 
uerrunt  Kugun. 
cessisse  zuogen.* 
inanem  [tumulttm]  italaz. 
enix^  l)€irinto.* 
tuliinus  dultun.    ' 
traflsmisit  giliez.* 
excipit  arfarta. 
cessit  gigienc. 
cum  duo. 
omina  heio. 
obscenam  undmscen. 
quQ  [pericula]  vuelihho. 
liic  dar.* 

hospita,  ignota  uinita. 
lustres  aruarest. 
inoia  [fia]  auvicgcr.* 


390. 
392. 

401. 

411. 

416. 

sm-     424. 

425. 
428. 

430. 
440. 
442. 
446. 
449. 

451. 
453. 
464. 
466. 

467. 

» 

468. 
469. 
471. 
483. 

484. 
499. 
509. 
512. 
519. 

1> 


ilicibus  eichin. 

über a  tilun. 

natifarhir.  ^^^5 

meliboei  [ducis]  melibeis- 

kin. 
rarescent  tunnent. 
pelori,  Promontorium  hom. 
cum  denne.* 

protinus  samanthafto.         ^'^^^ 
cohibet  piduingit. 

f 

spelunca  hol. 
exerlantem  par&nten. 
commissa   zisamenegihaf-    «   - 

tiu.f 
cessantem  tvuallenten.    •   ^^^^ 

mittlre  gifrumi*  vutrdist.t 
auema  hella.f 
seclusa  gisuntrotiu. 
impulit  anagistozit. 
turbauitt  gistoupit. 
Situs  die  *  gilegida. 
dispendia  ungifuori. 
secto  gigrapaniu. 
dodoneos  epiretisca.* 
lebetas  chezila. 
consertam  gihafta. 
haniis  rigin.  * 
trilicem  driliha. 
cristas  capun. 
sunt  vuarun."^ 
instruit  giuvarnota. 
picturatas  [vestes]  gipror- 

totiu. 
clamidero  lachan. 
obuia  anavartigiu. 
gremio  in*  parame. 
acta  arlitaniu;* 
e  puppi  a*  stiuro.f 
Signum  fjachala. 


1740 


1745 


1750 


1755 


IHK  lllil/TwaeH  TiaCILGUMSEM. 


7)4, 

bicdar.* 

Iiwir,'42.  ttmtmiil  vimnim. 

718. 

bic  biiir.                           nu 

AEN.  IV. 

BMI.  iiriliiiiraiirii  cbrlihpvntio.t 

1. 

dudom  ur.- 

„     miMiiflcU  miruvariv. 

14. 

i|U«  b«Ua  uudiha  degan- 

Iiiioui,  Jiliii' ilaoi».' 

heit. 

BMI.  rruclHii  [voiMNl  di()»Dtir.t 

exhaiuU  arliUniu,   arii- 

BBH.  iiltiilniiii  kIiivIm«. 

tana.* 

„     iHrlliillii  livnmi.* 

18. 

perlaaum  pidroian. 

MH.  i'iiilniih'iii  linttraiiij  ruiitn- 

.. 

ledequeiouh'dero'miDDO.  18M 

laa. 

Sl. 

aparsos  liatortan. 

niiiB«].  miilunU  oiwru. 

23. 

impulit  giatincu. 

Will.  t'ychnniHi  mi. 

llainiiiai-  luHti. 

B7B.  itUiwr«  |iui)iitjii|  »tinihi. 

2r>. 

adigat  gitripe. 

im,  ruiiilo  »■um».- 

33. 

praemia  liuper."                1»M 

B7H.  liiMl|M>r  iiiwiiHti. 

34,  Mb)  uvolnu.* 

nriBsa.  nwiwln  ihiIw. 

40. 

Iballol  «■• 

MHI.  ImarH    «nitou    |toni» 

4t. 

ioliosuita  ttiiKisuuuiu* 

<lrl|  «liwiilu. 

S3. 

mn  IncUbUa  unbltb. 

S8. 

mint  spiazun.                    18U 

..     innii«  IbHlNil  aUatilu- 

104. 

diiUlM  uuidälibba. 

MWr, 

114. 

cxrtittl  iiidab. 

MI».  >«iUI  MIlMi. 

m. 

hsnndiiw  luwimilin- 

IIMtttT.  t-)vk>)>i»  tiM«. 

m. 

al«dngiriu 

117. 

bir  aabli.                           »U 

«TU.  t«».'»!»  ■««>>!«•. 

US, 

aniniit  gii>at>.t 

tiT«.  fM-tlNW  IpMitM. 

IM. 

p.«  b  ar.- 

«.<).  <«<•  X«W. 

iji. 

1». 

aaaadil  cWa.- 

IS». 

I4tv  frM«atpnteM,t 

151. 

hs<nl«<r. 

«»S    kX»  (MMolk 

IM 

i«f<U>^ 

>■«*«».  *<«««.>«»  arfmu. 

_ 

*i*<«t  paapM. 

«M.  ^tnmnk 

1» 

a^-n  «fa»  laiftiaai  nwaw.  tat 

..     .MadMNMir  «Mwftt  ««*-- 

•-J*. 

afeMvaa  ai^fMk. 

«k 

IM, 

anaa  ».ba. 

IWS  tatAi^- 

!«. 

|a~*«'>-'-'l" 

IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


79 


170. 
1830  171. 

178. 
180. 
182. 
200. 

1835  207. 

208. 

216. 

217. 

237. 
1840  239. 

261, 
264. 
266. 
1M5  294. 
297. 
302. 

318. 

319. 

1850  322. 

330. 


y% 


362. 

368. 

1855  371. 


380. 
385. 
387. 
1860  393. 
398. 
399. 


famä  fonna  unliumu^te. 
fürtiuum  [amorem]  farho- 

laoliha. 
irritata  gigremiüu. 
pernicibüs  snellm. 
uigiles  [oculi]  uvachaliu. 
uigilem  [ignem]    unarlos- 

canun. 
libat  trinchit.* 
torques  sduxist. 
miträ  huote. 
rapto  huore. 
hie  suslih.* 

talaria  nechala,  sporun. 
nectit  spien. 

stellatus  [ensis]  gisteintaz. 
telas  uveppi. 
uxorius  tu'^quenoman. 
ocius  sar.* 
excepii  farna. 
triaterica  orgia  trinahtigun 

sang, 
dulce  liub. 
meutern  sin.'^ 
pudorem  reini. 
capta  pisuichaniiu 
deserta  firlazaniu. 
dudum  sar.'*' 
reseruo  gisparo. 
quQ    anteferam    uvelibiv'*' 

gisprachi. 
quibus  uvelihen. 
refeilo  ni"^  falsco. 
[cum]  seduxerit  gisceidit. 
manis  beUigot. 
leiiire  gilibten. 
carina  poda. 
frondentis    [remos]    giu- 

loupiu. 


407.  moras  tuala. 

439.  tractabilis  mammönter. 

440.  obstruit  pis<*arpta.  1865 

441.  aonoso  altemo. 

442.  alpini  alptscun. 
462.  bubo  avis  üvo. 
476.  exigit  gisuohta. 

482.  torquet  inthapft.  1870 

502.  grauiora  uvntaiiihorun. 

505.  ilice  eicbinemo  uvite. 

506.  intendit  pivieng. 

„     sertis  mif^  pluomon. 

510.  chaos  gimiscbida.  1875 

511.  tergeminam   die'*'  driual« 

tun. 
513.  messQ  [herbae]  gisnitaniu. 
516.  prereptus  apagapizaner.'^ 

„      amor  uvarza. 
518.  recinctii  [veste]  ungagür-lB80 

temo. 
547.  ut  merita  es  so*  du'*'  scul- 

digiu  pist."^ 
583.  uerrunt  zugun. 
593.  navalibus  scefcartun. 
597.  fides  trivua. 


AEN.  V. 


69. 

71. 
HO. 
116. 
128. 
141. 
146. 
148. 
149. 
151. 
154. 


1885 


1890 


cestu  plicholpun. 
fauete  giiaezft. 
tripodes  drispissi. 
acri  snellemo."' 
mergis  scarua. 
spumant  ueimtun. 
aurigQ  reitlibtiles.  f 
fremitu  prahnt. 
indusa  [litora]  piuangana. 
elabitur  intfuor. 
discrimine,  spatio  lata,  an- 1895 
tarsoeitungo^* 


80 


DIE  DEUTSCHEN  YfRGILGLOSSEN. 


155.  superare  uparfaran. 
163.  sine  lä. 

palmula  dsn  *  ruodar. 

diuersus  danagacherten 

radit  scar.* 

deturbat  stiez. 

clauum  stuiiTuodar.t 

resedit  clepfta. 

^mula  flantlihiu. 

promite  [vires]  ersceinft. 

sequatibus  fthüinun. 

prima  dei  furstan. 

6  uvola. 

extremos  aftrostun. 

in  prociirrentibus  in  scor- 
renton. 

in    murice    in'*'    spizze,* 
sk^esiu. 

iUisa  [prora]  anagislaganer. 

trudes  scaltin. 

cuspide  stachulio. 

contos  stanga. 

expediunt  arlostun. 

sueressu  fräspootigi. 

pumice  tufsteine. 

radit  sciuzit. 

studiis  ilungun. 

impalii  stiez. 

pr^'pes  horsco. 

qui  der.* 

hamis  ringun. 

lovibu&  siebten. 

agebat  g^ota.* 

cynibia  na^^ba. 

online  züun. 

toiliis  giTuiitannusskla.t 

retental  leiit. 

bost^i  giniundi. 

cerUnttiae  spile. 


166. 
1900  170. 

175. 

177. 

180. 

187. 
1905  191. 

193. 

194. 

195. 

196. 
1910  204. 

205. 

206. 

208. 

1915  „ 

209. 

210. 

214. 

217. 
1920  22S. 

242. 

254. 

25S. 

259. 
1925  „ 

265. 

267. 

271. 

276. 
1930  27S. 

281. 

2S6. 


290.  consessu  gisidile. 
,j     exstrncto  gim'ehotemo. 

305.  non  donatus  ung^reter.*    1935 

306.  leuato  givurptemo. 
310.  faleris  gisaltalscirren.f 
316.  Urnen  die*  marcba. 
317w  ultima  uzrostun. 

319.  emicat  scricta.  1940 

326.  elapsus  furifaraner. 

328.  l^ui  [sanguine]  in*  slepra- 

gemo. 
330.  super  opana.* 

„      madefecerat  ginazta.* 
333.  fimo  miste.  1945 

337.  munere  foUusti^ 

338.  fremitu  prabte. 
340.  consessum  gisidili. 
343.  fiauor  foUeist. 

358.  fimo  miste.  1950 

360.  refixum  danaginomanan. 

362.  cursus  loufa. 

363.  nunc  duo. 

„      presens  mabtiger. 
372.  victorem  der*  nu*  vuas*i955 

cbempbo. 
426.  in  digitos  in  *  cebun. 
432.  labant  u\*a"cbotTn. 
4S7.  malum  mast 
493.  modo  sar.* 

513.  cofitenta  gidenitir.t  i960 

546.  inpubis  ungipartan. 
556.  Corona  temo*  ringe. 
559.  flexilis  gipoganer. 
obtorti  giTuntenes. 
561.  [equus)   «Ibani    ostentans  1965 

frontem  plasas. 
5S2.  tulere  prabtBO,  ftiortun. 
585.  impediimt      zisamanabaf- 

tun. 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


81 


593. 

598. 

1970  630. 

642. 

648. 
654. 
1975    „ 

665. 
687. 
692. 
694. 
1980  713. 
714. 

733. 

758. 

768. 

1985  778. 

779. 

794. 

806. 

807. 
1990  816. 

842. 

852. 

855. 

857. 


impediunt     zusamanemi- 

haftun.  t 
rettulit  auarta.* 
hospes  uvirt. 
coDixa  spirdrentiu. 
coruscat  uvennenta. 
Spiritus  paldi. 
ancipites  zuivalten. 
malignis  zornagen. 
perfert  sageta. 
exosus  leidezenter.f 
diraittef  frumi. 
more  pilida. 
trade  pivilih. 
pertaesum    est    pidrozan 

ist.* 
congressus  meos  mina^ga- 

gangenni. 
forum  dincstat. 
non  tolerabile  [nomen]  un- 

fartraganilihiu.* 
uerrunt  zugun. 
exercita  gigrooztu. 
foede  unchuscho.* 
[cum]  gcmerent  duzun. 
euoluere  uzarprechan. 
permulsit  gitrosta. 
[or]e  ar.* 
clauum  ruodar. 
quassat  sprangta. 
laxauerat  inliez. 


AEN.  VI. 

1995     3.  dentc  chraft.t 

5.  pretexunt  piviengun. 

19.  remigium  [alarum]  fluc' 

^1.  cessas  gipis.* 

62.  fuerit  vuas.* 
2000   74.  ne  manda  ni*  pivilah. 

Z.  f.  D.  A.  neao  folge  III. 


78. 
80. 
92. 

i> 
106. 

116. 
120. 
150. 
165. 

173. 
181. 
182. 
196. 
205. 


209. 

211. 
219. 
238. 

240. 
241. 

244. 
245. 

»» 

»1 

251. 

255. 
257. 
269. 
270. 
271. 
278. 
281. 


[pector]e  ar.* 

flngit  hasnota. 

quas  [gentes]  vueliha. 

non  noh.* 

quando  vuanto.*  2005 

orans  pitenter.* 

canoris  lutreisigan. 

incestat  gunfrovuit. 

accendere  [cantu]  zianaz- 

zana. 
exceptum  arfSürten.  2010 

trabes  gipretta. 
montibus  ar.* 
ne  defice  ni  gisuihc. 
uiscum  mistil. 
[viscus  nascitur]  de  fimo2015 

turdelarum  auiv  id  est 

dröscha. 
crepitabant  chlafotun. 
brattea  pleh. 
cunctantem  tualoten. 
expediunt  uzprahtun. 
scrupea    [spelunca]    stei-  2020 

nigaz. 

[atr]is  ar.* 

faucibus  enginotin. 

conuexa  piugun. 

inuergit  anasuanh.  f 

summas  fornantigiu.f        2025 

carpens  prechentiu. 

saetas  harint.* 

sterilem  [vaccam]  gialta. 

sub  umpi.* 

ululare  gilon.  2030 

uacuas  vuitun. 

maligna  [luce]  tunchalemo. 

ubi  sosa.* 

consanguineus  gil**anger.t 

innexa  gipuntiu.f  2035 

0 


82 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


291. 

strictam     [  aciem  ]     arzo- 

493. 

frustratur  trouc. 

ganaz. 

496. 

populata  pisiuplfta. 

300. 

inculta  unpisehaniv. 

513. 

ut  sosa.* 

301. 

sordidus    [amictus]     un- 

514. 

[ut]  egeriiuus  arleittun. 

supra. 

517. 

chorum  cart.* 

2075 

302. 

subigit  uphtripit. 

523. 

[tect]is  ar.* 

2040  306. 

defuncta  hinagiuarana. 

524. 

emouet  ginam.* 

310. 

lapsa  risantiv. 

527. 

famam  unliumunt. 

313. 

primi  eristun.* 

529. 

hortator  anazari. 

9» 

mittere  fniiuan. 

530. 

instauraie  fargeltet. 

2080 

315. 

tristis  cremizziger. 

531. 

fare  sage. 

2045  316. 

arcet  treip. 

533. 

fatigat  muoit. 

324. 

cuius  degotespi.* 

535. 

vice  uuesle. 

336. 

inuoluoüs  pifahcnter. 

537. 

tralierent  irleittin. 

352. 

cepisse  neaman.* 

542. 

etisium  [iter]  sunnalihiu. 

2085 

353. 

excussa  [navis]   aritaletaz, 

551. 

sonantia  [saxa]  chlafenta. 

girtaz. 

554. 

stat  storrBca. 

2050  360. 

capita  [uiontis]  spizza. 

559. 

hausit  flrnä. 

389. 

quid  ziv.* 

563. 

insistere  anagisteiphan. 

»» 

istic  dar.* 

568. 

quQ  uveliho. 

2090 

390. 

noctis  soporQ  suepilibero 

572. 

intentans  trouventiv. 

V 

naht.* 

573. 

stridentes  charrenta. 

412. 

deturbat  stiez.* 

>» 

sacTQ  leidsamo. 

2055    „ 

alueo  in*  runsi. 

576. 

hydra  uvrm. 

413. 

gemiiit  ((uar. 

586. 

flammas  pLichi.* 

2095 

416. 

exponit  uparsazta. 

593. 

contorsii  scoz. 

418. 

personat  pillit. 

597. 

porrigitur  gistrechit  vuas. 

422. 

resoluit  nidirlegita. 

599. 

riuiatur  crupiLota. 

2060  424. 

occiipat  piuiienc. 

603. 

imuiinet  opa  vuisit. 

425. 

euadit  intf'uor. 

605. 

maxima  herosta. 

2100 

430. 

damuati  givuizaneta. 

609. 

pulsatus  fartripaner. 

»» 

crimine  iuzibti. 

611. 

quQ    [maxiuia    turba    est] 

433. 

discit  pivindit. 

dero.* 

2065  436. 

quam  u>iet  fiLo  so. 

613. 

ueriti  furihtenta. 

471. 

quam  denne. 

614. 

ne  quere  ni*  s5chi,*  ni* 

»1 

silcx  flins. 

suochi. 

474. 

respondct  gihal. 

»» 

cxpectant  dolonth.          • 

2105 

481. 

fleti  pirozana. 

617. 

districti  ziprottana. 

2070  488. 

discere  gieischon. 

621. 

auro  pigold.* 

IV.    DIE  TEGERNSEE»  GLOSSEN. 


83 


622. 


»» 


2110  627. 

629. 

630. 

631. 

646. 
2115 


»» 


»1 


647. 

653. 

659. 

2120  664. 

•  665. 

668. 

676. 

679. 
2125  681. 

686. 

694. 

699. 

705. 

2130 


718. 
727. 
729. 

2135  731. 

732. 

737. 

742. 

743. 
2140  746. 

748. 

750. 

760. 

763. 
2145  765. 


leges  uvär.  768. 

precio  mifto.  775. 

percurrere  arredinoD.  785. 

susceptum  hintarstantanaz.  799. 

[caminjis  ar.*  800. 
fornice  suipago.f  „ 

obloquitur  liudota.  803. 

numeris  ritmusen.  804. 

discrimina  untarqneituoga.  813. 

pectinc  zitarphinne.  814. 

gratia  livpa.  815. 

amnis  runsi.  831. 

mcrendo  giarnento.  832. 

cinguntur  pivuangan.f  835. 

extantem  upartrefanten.  846. 

sistam  darapringo.  847. 
penitus  fila."^  „ 

recolens  zellenter.  849. 

[genjis  ar.*  850. 

quam  [metui]  uueih.*  858. 
simul  sar.*  „ 

Ictheum    [amnem]    agezi-       „ 

linun.  861. 

placidas  [domos]  stilliv.  865. 

[l^ter]e  es.*  871. 
agitat  uvegit. 

marmoreo  epanemo-f  876. 

cquore  epanoti.  894. 

ooxia  [corpora]  suntiga.  898. 
hebetant  tuncleni. 
exceduDt  infallant. 
eluitur  fargoltan  uvirdit.  8. 

manes  vuizzi.  24. 

exemat  gineme.t  30. 

rotam  iimpivart.  40. 

coDuexa  piiigun.  48. 

purÄ  [hastA]  paremo.f  60. 

postuma  [proles]  uparloi^az.  1 03. 

^duc(it  ziuhit.  105. 


reddet  gauarit. 

Inui  panuses.* 

turrita  gihufa^'tiu.t 

horrent  furihtent. 

gcmini  [Nili]  runsigero.       2150 

Ostia  gimundi. 

placarit  gistilti. 

pampineis  repalihen. 

resides  traga. 

desuetafagmina]  intvonata.  2155 

iactantior  gimeitoro. 

instnictust  ginvarnoten. 

ne  nein. 

[inan]u  ar.* 

cunctando  tualonta.  2160 

excudent  zcinnent. 

spirantia  susontiu. 

orabunt  redinontb,  pitten. 

describent  zeigont. 

sistet  gistatigot.  2165 

eques  reitman. 

gallum  uvestarluti. 

forma  uvatlilihi. 

instar  anauvani. 

nimium     potens    zi*vilo*2l70 

chreftigiv. 
quondam  ionaltrcs. 
qua  dar.* 
[port]a  ar.* 

A  E  N.  VII. 

adspirant  uvatun. 

fugam  fartt  2175 

fluvio  runsi. 

reuocabo  redinon. 

accipimus  lirncman. 

comä  uuiphile. 

premit  firsuigeta.  2180 

cum  duo.* 


84 


DIE  DEUTSCHEN  VUGILGLOSSEN. 


2185  113. 

114. 

115. 

119. 

125. 
2190 127. 

129. 

150. 

153. 

158. 
2195  159. 


109.  liba  flädun. 
111.  solum  mensam,  hero. 
„      augent  giluodun. 

penuria  zadal. 

uiolare  prechan. 

crusti  stuchi. 

pressit  gisueigit. 

accisis  frazanen.f 

aggere  grapin.* 

[positurja  [fames]  er.* 

diuersi  zluvorfana. 

oratores  [centum]   sprah- 
manno. 

primas  [sedes]  fornantigen. 

pinnis  spizen. 

aggere  grapin. 
„      cingit  pivieng. 

164.  lenta  [spicula]  uveicha. 

165.  contorquent  scuzzun. 
2200   „      ictu  uyrphe. 

horrendum  egilih.* 
hinc  danna.* 
curia  sprahhus. 
captiui  [currus]  giuvnnano. 
trabeä  trempile. 
regione  halpo. 
quanta  uvie.* 
tempestas  urliugi. 
submouet  cisceidit. 
diluvio  urliuge. 
tot  uvole.* 
indecores  unera.* 
[neque]  abolescitf  ni  far- 

tigilot.t 
gracia  huldi. 
fide  triu'o.* 
expertus  arfindenter  in* 

en  uvas.* 
211.  repetit  uvidarferit. 


172. 

173. 

174. 

184. 
2205  1 88. 

215. 

222. 

223. 

226. 
2210  228. 

231. 
232. 

2215  235. 

11 


248.  uestes  uuat. 

253.  moratur  uvonata. 

255.  profectum  givaranen.         2220 

258.  occupet  piuie^gi. 

262.  opulentia  ^htiga. 

265.  ne  exhorrescat  ni*  leideze. 

267.  mandata  inpot. 

277.  instratos  [alipedes]  gisata-2225 

lotiv. 

278.  monilia  in  furipuogin. 

279.  mandunt  chuvn. 

281.  [narib]us  ar.* 

282.  d§dala  listiga. 

283.  creauit  gimachota.  2230 
289.  bachino  hörne. 

295.  capi  floran  vrerdan. 
299.  infesta  arpolganiv. 
303.  conduntur  gistedit  sint. 
„      alueo  runsi.  2235 

306.  antiquam  addalliha. 

308.  inausum  [nil]  ungitorranes. 

309.  quae  ih. 

310.  [vinc]or  uvirdo.* 

311.  usquam^  est  ionar*ist.*        2240 
3 1 3.  esto  daz*  si*  nu*  so.* 

315.  trahere  gilengan. 

316.  exscindere  giuverran. 

319.  pronuba  himachara.* 

320.  cisseis  ziseischa.*  2245 
y,      iugales  [ignes]  gihileihiv. 

322.  funestQ  [ted^]  relihha. 
324.  luctificam       uvoftentun, 

Yuoftf  machentun.  t 
332.  operam  folle'st. 
„     infracta  giTuehta.  2250 

336.  uersare  giuverran. 

349.  [inter]  i^uia  siebten. 
M     lapsus  slihenter. 

350.  adtactu  inphuntnussidu. 


IV.  DIE  TE6ERNSEER  GLOSSEN. 


85 


2255  352. 

[ingens]  der.* 

463. 

virgea  [flamma]  spahhiner. 

( 

»» 

t^nia  nestila. 

>i 

costis  zargun. 

359. 

exulibus  elilentun. 

» 

undantis  uvallantes. 

370. 

dissidet  nyssihillit. 

464. 

uis  noth. 

371. 

[si]  repetatur  gizalt  uvirdit. 

466. 

nee  capit  ni*  hapft. 

2295 

2260  372. 

patres  fordrun. 

468. 

primis  den  *  furistun. 

374. 

penitus  tiupho. 

469. 

finibus  fonna  *  marchun. 

375. 

per[errat]  ar.* 

470. 

uenire  pringan. 

378. 

quondam  ofto.* 

472. 

exhortantur  pih'eizzun. 

>» 

turbo   cholz  1  urdrasil  l 

478. 

cursu  rennu°go.t 

2300 

zuotripil  l  tobf  l  uviruil 

483. 

praestanti  firbmpai*emo. 

• 

2  trennila  2  zello. 

484. 

ubere  utrin. 

2265  380. 

actus  gitrapaner.f 

485. 

parent  hanctun. 

11 

habenä  mit  riviuin. 

487. 

imperiis  z.*ip-:  t  :-:n. 

381. 

supra  dar*  opana. 

488. 

intexens  flechtentiv. 

2305 

382. 

volubilebuxum  cholzuvarp- 

491. 

errabat  uveidota. 

lihun. 

493. 

uenantis  iagontin. 

383. 

plagQ  die*  slegi. 

494. 

commouere  arruortun. 

2270  384. 

agitur  gimuot. 

11 

secundo    [fluvio]    rinnan- 

■ 

390. 

thyrsos  torsum.  f 

tero.* 

393. 

agit  muoita.  f 

495. 

leuaret  gilihti. 

2310 

396. 

hastas  tamarun. 

497. 

spicula  seefü. 

397. 

feruida  zornagiv. 

501. 

gemens  [quadrupes]  que- 

■ 

2275  399. 

[torquens]  umpi.* 

rantaz. 

405. 

agit  moita. 

506. 

torre  prante. 

407. 

ucrtisse  givuerran. 

1^ 

• 

obusto  zusctemo. 

411. 

ardea  heigaro.  f 

509. 

coactis  ingislaganen.f 

2315 

416. 

transformat  firpilidota. 

510. 

scindebat  chloup. 

2280   „ 

auiles  gravua. 

1J 

Spirans  fn  i  hanter. 

417. 

nigis  zugun. 

yy 

immane  xngkmfzkgp.' 

418. 

innectit  anapant. 

513. 

canit  pl.es. 

421. 

fusos  fargozana.f 

514. 

intendit  s  i«  oht:* 

2320 

424. 

abnegat  arzihit. 

J1 

protinus  saiuathafto.* 

2285  425. 

ingratis  leiden. 

525. 

ancipiti  zuiuvassemo. 

440. 

efTeta  arschapanio. 

JJ 

decernunt  scidotun. 

443. 

tueri  pisehan. 

526. 

seges  dichi. 

450. 

reppulit  irstovita. 

527. 

lacessita    [aera   sole]    gi- 

2325 

453. 

foruiidine  plodi. 

flanztiu,  piscinaniv. 

2290  462. 

sonore  prastode. 

528. 

albescereg:ns:n. 

86 


DIE  DEUTSCHEN  VffiGILGLOSSEN. 


529. 

altius  hohora. 

667. 

s^tä  bare. 

531. 

stridcDte  ruzuntero. 

669. 

innexus  piuanganer. 

541. 

promissi  des*ciheizas.* 

675. 

centauri  risi.                      2365 

2330  566. 

urget  piphahit. 

687. 

liuentis  pl^vues. 

11 

utriuique  iouvedarhalpun. 

688. 

galeros  buoti. 

11 

fragosis  chlafonten. 

689. 

capiti  demo*  e.* 

583. 

ilicet  sar.* 

690. 

pcro  zuhalinc,  päsocba. 

590. 

frenmut  diozent. 

693. 

resides  az  /  e/  t/  *            2370 

2335  591. 

cQcuiii    [consilium]     un- 

694. 

retractat  hantalota. 

fruota. 

695. 

bi  die.* 

594. 

frangimur  giuveihit  uver- 

11 

• 

^quos  ri'^'tgfirna. 

den. 

696. 

bi  die.* 

11 

procellä  mit  undanche. 

707. 

instar  gilibnussi.                2375 

595. 

sacrllego  fartanemo.f 

722. 

pulsu  slagode. 

599. 

[spoli]or  uWrdo.* 

725. 

rapit  prabta. 

2340  610. 

robora  sterichi. 

730. 

aclydes  giscoz. 

615. 

conspirant  p.h:zent.* 

731. 

flagello  zoome. 

ii 

assensu  inchqu8cani. 

732. 

falcati  [enses]  gifalztiu.       2380 

616. 

indicere  gipiotan. 

740. 

maliferQ  opaztragun. 

622. 

ferratos  giisarnta. 

741. 

torquere  sciozan. 

2345  623. 

inexcita  UDgigruoztiu. 

742. 

de  subere  fonna  *  sapbe. 

624. 

pedes  fendo. 

743. 

aerat^  [pelt§]  giertiu. 

)» 

altis  az.'^ 

751. 

super  [gaieam]  opa  demo.  2385 

626. 

tergunt  furptun. 

767. 

distractus  zip'robcaner.  f 

627. 

aruinä  spinte. 

11 

turbatis  zisto^pten. 

2350    „ 

subigunt  uv^ztun.'*' 

770. 

indignatus  zurnat^er.  f 

631. 

turiger^  dio  turritragun. 

776. 

ubi  dan. 

633. 

umbonum  raiitpogono. 

780. 

efifudere  arfaltun.               2390 

634. 

ducunt  zugun. 

785. 

iubä  zatun. 

636. 

cessit  gigiench. 

786. 

sustinet  intbapäa. 

2355    „ 

re(|uoquunt  zigiranton.  f 

11 

[faucib]us  ar.* 

637. 

Signum  heripouchan. 

803. 

bosf  super  zuo  za  den. 

653. 

l^tior  rihora,  vukrdkgprb. 

805. 

colo  rocbo.                           2395 

657. 

insigne  zieri. 

11 

calatbis  sumpri. 

665. 

mucrone  suertstapa. 

815. 

velet  pifiengi. 

2360  666. 

pedes  fendo.* 

>> 

torqucns  tragenter. 

AEN.  VIII. 

667. 

inpexum  [tegumen]  ungi- 

5. 

coniurat  gipibeizota.* 

stralta.* 

7. 

cogunt  samanotuu. 

IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


87 


240U    15. 

quid  uvaz.'^ 

245. 

superque  iouh*opanaii.*     2435 

25. 

laquearia  himilezza. 

253. 

cecä  fi°Hrero. 

39. 

ne  absiste  nigisuih. 

256. 

non  tulit  ni"^  fardulta. 

45. 

ubera  tilun. 

260. 

coiuplexus  druchenter. 

50. 

expedias  gifrumes. 

»> 

angit  duang. 

2405   62. 

llumine  runsi.* 

261. 

elisos  spolchentun.             2440 

80. 

instniit  giuvarnota. 

276. 

cum  duoa.* 

118. 

egere  iagotun. 

280. 

deuexo  inneigtemo. 

143. 

fretus  gitroster. 

284. 

oneratis  giladanen. 

144. 

neque  pepigi  ni  *  gidiogota. 

285. 

Salii  tümara. 

2410  151. 

specta ta    arsuohtiu ,  *    gi- 

289. 

eliserit  fircnusita.               2445 

pe'ztiv. 

290. 

disiecerit  zivurii. 

154. 

ut  uuie.* 

293. 

Dubigenas  uuolcporanun. 

155. 

accipio  farnimo. 

314. 

indigen^  hinna. 

160. 

uestibat  pif  enc. 

316. 

cultus  pisehini. 

172. 

quando  uuenna. 

317. 

componere  giuiachon.        2450 

2415  176. 

locat  sazta. 

»> 

parto  garauuemo. 

177. 

uillosi  zatohtemo. 

326. 

decolor     [aetas]     ungili- 

178. 

solio  acerno  mazaltrinemo 

haz. 

sezale. 

329. 

[posuit]  nider.* 

181. 

laboratQ    cereris    uuahes 

334. 

ineluctabile  unuparuvntaD- 

protes. 

iih. 

>» 

ministraDt  scanctun. 

342. 

asyluui  fecta.                     2455 

2420  187. 

superstitio  uparuengida. 

344. 

panos   lycei  des  iiceiskin 

»» 

[ueterum]que  oda.* 

panos. 

191. 

disiectQ  ziuuorfano. 

361. 

foro  dinchuse. 

195. 

inaccessam  [speluncam]  un- 

1> 

lautis  uuiten. 

zuofartigaz.f 

364. 

aude  giturris. 

203. 

Iiac  hier. 

374. 

dum  uDzi.*                         2460 

2425  210. 

[cau<la]  pi.* 

386. 

excidium  floranussida. 

213. 

moueret  tripi. 

391. 

[non    secus]    atque    olim 

215. 

[omii]e  [neinus]  er.* 

denne  *  ofto.* 

220. 

dolor  zorn.* 

392. 

rima  scruntussa. 

»» 

nodis  masuruD. 

395. 

ex  alto  [causas  petis]    so 

2430  223. 

ilicct  sAr.* 

ingirivno. 

226. 

(fuod  [saxuiii]  der.* 

396. 

quo  uvare.*                        2465 

227. 

obice  grintile.* 

402. 

[ferr]o  ar.* 

233. 

precisis  scorrenten. 

403. 

absiste  stalgip. 

243. 

peiiitus  ticcho. 

404. 

indubitare  zuillon. 

88 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


407. 

2470  408. 

409. 

» 

410. 
412. 
2475  420. 
423. 
424. 
426. 

429. 

2480  432. 
436. 
441. 
445. 
446. 

2485  448. 

1» 
449. 

450. 

451. 

2490  460. 

j> 

465. 

470. 

481. 
2495  500. 

516. 

532. 

534. 

535. 
2500  538. 

542. 

543. 


abact^  arlitanero. 

cum  sosa.* 

tolerare  [vitam]  leitan. 

colo  rocho. 

sopitos  pirchhanun. 

penso  uuichiline. 

stridunt  susen. 

hoc  tum  dara*duoa.* 

exercebant  zouuitun. 

iam  parte  politä  giu^gifio- 

lotemo  teile.* 
imbris  torti  giridanes  re- 

gancs. 
sequacibus  ahtalinen. 
polibant  hasnotun. 
usus  duruphtiist. 
sortiti  teilenta. 
Yulniflcus   [ensis]    uuntun 

tuontaz. 
septenos  sipunfalta. 
[orbibus]  den.* 
impediunt  zisamanehaftun.* 
tingunt  naztun. 
gemit  quar. 

pantherae  terga  crusina. 
retorquens     uuirdaruver- 

fanter. 
matutinus  giziter. 
quo  dir. 

florentem  dihenta. 
quos  ivuih. 
militlam  daegonod. 
hospes  uuirt. 

missuram  sentan  scolonta.* 
ingrueret  analagi. 
quas  [poenas]  vuelibu. 
sopitas  gidrehanetun. 
hesternum    [larem]    ^rta- 

gigaz. 


571.  neque  uiduasset  nirstivfta. 
577.  quemuis    [laborem]    eina 
iouveliha. 

584.  sublapsum  in  ümabti  uver-  2505 

danten. 

585.  equitatus  girit. 
595.  agmine  scaro. 

616.  sub  aduersä  untar  gagan- 

uuartöro.  t 

„     posuit  leinta. 
623.  inardescit  arscinit.  2510 

625.  non  enarrabile  unarrahint- 

liha. 
627.  uatum  uvizintuoma. 
631.  vbera  tilun. 
636.  cave^  ränges.* 

„      circensibus  ri°gin.  2515 

643.  dictis  in*gib''zun. 
650.  uellere  prehban. 
654.  culmo  stroe,  scoupe,  halme. 

660.  virgatis  ingagärtoten.f 

661.  alpina  [gaesa]  alpisca.         2520 

662.  scutis  longis  taratela. 

664.  lapsa  [ancilia]  quemana.  f 

665.  extuderat  arbüop. 

666.  pilentis  ^-uaganun. 

674.  uerrebant  cbertunt.f         2525 

690.  conuvlsum  aruvalz'en. 

691.  reuvlsas  arlösto. 

694.  [stuppe]a  [flamma]  er.* 
707.  uidebatur  gisehan  uuard. 

710.  ferri  giuuorit  uuesan.         2530 

711.  corpore  [maerentemNilum] 

runsi.* 

712.  ueste  aho. 

722.  ordine  zilun.* 

723.  quam    uari§    so*    missi- 

liho. 

724.  discinctos  ungigurtun.        2535 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


89 


727. 

extremi  entroston. 

185. 

agitat  mihi  spenit  mih. 

728. 

pontem  pruccun. 

188. 
204. 

procubuere  gillccent. 
quo  dara.* 

AEN.  IX. 

216. 

persequitur  gifolgft. 

2575 

26. 

uestis  uuati. 

»» 

nee  curat  ni'^ruahta. 

29. 

Septem    sedatis    amnibus 

220. 

statione  uuarto. 

TD 

sipun  stillen  rjsun. 

222. 

animalia  uuihtir. 

2540     „ 

altus  tiupho.f 

227. 

adnixi  linenta. 

31. 

alueo  in  '^'runso. 

228. 

[camp]i  es.* 

2580 

34. 

mole  uueri. 

230. 

mor§  dero*  tualo. 

38. 

condunt  statotun. 

231. 

trepidos  iliga.* 

40. 

fortuna  not. 

235. 

insidiis  mi'spehungun. 

2545    42. 

aggere  mit*  krapin. 

269. 

excipiam  uzgi.* 

44. 

obiiciunt  zuopitatun. 

272. 

insuper  bis  zuo  za  desen. 

2585 

46. 

agmcn  heri. 

280. 

tantum  suedarsosa.* 

49. 

[aure]a  [galea]  er.* 

284. 

excedentem  danafaranta. 

60. 

super  umpi. 

289. 

spem  trost.* 

2550    71. 

feniidus  iliger. 

318. 

uoeat  suohit. 

86. 

acernis  mazaltrinen. 

321. 

uasta  uuosto. 

2590 

97. 

immo  mer. 

324. 

exstructus  gibufarter. 

»» 

ubi  sosa.* 

>1 

[tot]o  ar.* 

105. 

adnuit  gihiez. 

325. 

augur  beilisari.f 

2555    „ 

tremefecit  giscutta.f 

327. 

temere  unredabapta. 

107. 

iniuria  daz  uuida'mo'tl.f 

331. 

singultantem  fnesgezente. 

2595 

118. 

modo  ziuuis. 

337. 

inpastus  bungrager. 

122. 

turbatis  gistoupten. 

341. 

perfurit  uvotta. 

»» 

cunctatur  tualota. 

345. 

comminus  samatbafta.  * 

2560  1 23. 

reuocat  gistulta. 

348. 

rcfert  [vina  cum  sanguine 

»» 

pedem  runs. 

louuita. 

125. 

ultro  darazuo. 

350. 

religatos    [equos]    gispan- 

•2600 

135. 

extinguere  zistoaran. 

naniu. 

139. 

modo  [nunc]  noh.* 

353. 

absistamus  uuesanlazameUc 

» 

2565  141. 

moFQ  tuala. 

354. 

poenarum  slabtono. 

150. 

c^co  [alvo|  in*ßnst'ero. 

H 

exbaustum  gitan.* 

163. 

[uinoj  demo.* 

363. 

habilem  gimaben.* 

168. 

pont(*s  Imrdi. 

366. 

instructa    [legio]    giuuar- 

-2605 

»^ 

propugnacula  prustu*eri. 

notaz. 

2570  170. 

uocarent  gruoztin. 

»» 

moratur  uuarapota. 

184. 

dudum  sar.* 

367. 

responsa  impot. 

90 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


373. 
377. 
2610  378. 
380. 
389. 
391. 

395. 

2615  417. 

419. 
428. 

429. 

2620  432. 

434. 
438. 
439. 

2625  441. 

445. 

446. 

466. 

474. 
2630  497. 

506. 

508. 

516. 

525. 
2635  529. 

536. 

538. 

543. 

550. 
2640  553. 

559. 


haud  temere  unredihapt  561. 

[ad]diuorcia  cherun.  562. 

coronant  pifiengun.  574. 

horrida  [silva]  uuasser.  584. 

perplexum  [iter]  giuuntana.  585. 

obseruata     uuidarigiuuar-  592. 

tetiu.  594. 

fraude    [loci]    foniia    un-  597. 

chundi.  606. 

[tepcfact]a  [hasta]  er.*  612. 

quo  dara.*  613. 
tantum  zisolihemo.  „ 

nimium  ungimeze.  615. 

adactus  [ensis]   angislaga-  619. 

nas.t 

conlapsa  [cervix]   piualla-  639. 

ner.  662. 

lasso  uueih''em0.  666. 

comminus  samanthafto.  679. 
proturbant  stiezun.  i, 

rotat  uuarpta.  684. 

aduerso  ingaganchertemo.  687. 

non  eximet  ni  *  ginimit.  689. 

capitolii  hohgizinpres.  693. 

duri  ch°unun.  694. 

[manibjus  ar.*  702. 

infract^  giuueihto.  703. 

Corona  ring.  704. 

contis  slangun.  705. 

contendere  fehtan.f  706. 
ediderit  gifrumiti.  „ 

opum  hilphono.  708. 

residunt  intuichun.  710. 
fragore  falle.  „ 

f ui-tim  faholanc.  f  "^  1 5. 

inicit  anagitiiot.  723. 

pedibus  louge  inelior  filo*  729. 

gizeliro.  730. 

reuellit  aprah.  735. 


pedibus  chloun. 

multis  managen. 

strinxerat  rizta. 

habenä  rivmin.  2645 

liquefacto  gigoz'anemo.* 

relatu  mit*  sceltun. 

ferebat  ruota. 

qui  uuiliha. 

teritur  ginozan  uvirdit.*     2650 

cordi  zi  herzin. 

manicas  zistellun. 

mitrQ  gaphun. 

biforem  [cantum]  zuifaltes. 

neruo    equino    russinero  2655 

senauvn. 
iure  pi  rehte. 
amenta  laazt. 
quam  [multä]  mit*so.* 
capita  uuiphila. 

nutant  uuagun.  2660 

posuere  legitun. 
pro[currere]  fora.* 
turbanti  iagontemo. 
agebat  zuoprahta. 
nothum  zuitarn.  2665 

falarica  phetarari. 
terga  huti. 
squamä  amaringe. 
nee  sustinuit  n*inthap8ca. 
gcmitum  [dal  tellus]  tuni.   2670 
iiitonat  chlap'^da. 
pila  girusti. 
inlisa  anagislagana. 
recumbit  ligit. 

stimulos  acres  chüoni.        2675 
exclusos  giuzota. 
tremunt  pipSrun. 
[clipejo  ar.* 
nee  cohibet  ni*piuahit. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


91 


2680  741. 

intorquet  scoz. 

181. 

uersicoloribus     missaua* 

743. 

detorsit  danacherta. 

rauven. 

745. 

is  solih. 

188. 

insigne  zierida. 

2715 

758. 

egit  treip.* 

192. 

duxisse  piziuhan. 

759. 

principio  sar.* 

196. 

minatur  risota,  uvagota.* 

2685    „ 

poplite  chnioradin. 

198. 

ciet  leitta. 

767. 

occupat  pißenc. 

205. 

benaco  gartse. 

770. 

nnguere  [tela|  zilupponne.* 

210. 

exterrens  pru'tenter. 

2720 

778. 

deinde  hinnan. 

251. 

conuexa  piugiin. 

782. 

edideiit  gifrumit. 

273. 

lugubre  chlagal'ho.* 

2690  797. 

ueilit  iagota. 

275. 

contristat  pitunchilit. 

803. 

subsistere  inthapen. 

279. 

esto  uuese. 

806. 

fatiscunt  prastun. 

280. 

referto  pringe.* 

2725 

807. 

[capit]i  ar.* 

291. 

inolTensum  [uiare]  unuvi- 

809. 

[tot]o  ar.* 

darpollanar. 

2695  810. 

respirare  zigafnehannc. 

296. 

statione  stedi.* 

811. 

aeger  qhumich. 

302. 

inflicta  [puppis]  anagisto- 
zanas. 

AEN.  X. 

303. 

sustentata  [puppis]  gistuil*- 

8. 

abnueram  uvirdrota. 

taz. 

29. 

uulnera  leid. 

329. 

partim  teilun. 

2730 

30. 

demoror  peitaa. 

^» 

resultant  uvidarpullun. 

2700   -42. 

nil  moueor  nl  muoniih. 

339. 

teuoremf  dunst. 

58. 

dum  unzi.* 

343. 

perstrinxit  girizta. 

65. 

quisquam  uuer.* 

348. 

[or]e  ar.* 

81. 

potes  uiahtost. 

376. 

poutus  uvahc. 

2735 

85. 

et  [absit]  iomer.* 

380. 

uellit  uvalzta. 

2705    89. 

iios  uiiir. 

383. 

non  occupat  nob*  ni*  pi- 

• 

97. 

adseiisu  gizup^^ti. 

schiräta.f 

98. 

fremunt  diozent.* 

388. 

inccstare  givnne^nan. 

99. 

prodcntia  [murmui'a]  offa- 

395. 

micant  sprataloton.  f 

nonta. 

414. 

[elatam  in]  iugulum  slag. 

2740 

105. 

quando   quidem    uuanta* 

418. 

sacrarunt  pimeintuu. 

IIU.* 

420. 

[ferro,  quod]  missile  libro 

1 

2710  lll. 

e\orsa  pigunsti. 

uvruflibaz  uvenno. 

161. 

aflivus  zuogahafter. 

451. 

coit  girau. 

169. 

('orithi  pogascheidi. 

453. 

comminus  zisamane. 

173. 

cxpertüs  [belli  iuvenes]  an- 

473. 

emittit  uuarf. 

2745 

cbundiga.f 

474. 

[vaginjä  ar.* 

92 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


477. 
478. 
481. 
2750  493. 
497. 

499. 
501. 
502. 
2755  518. 
525. 
526. 
527. 

531. 
2760   „ 

545. 
552. 
554. 
567. 
2765  569. 

573. 

576. 

586. 

588. 
2770  589. 

595. 

597. 

602. 

633. 
2775  639. 

652. 

664. 

669. 

674. 
2780  692. 

710. 

J1 


strinxit  rizta.* 
pr^fixtum  gistalen.* 
terga  lihhi. 
paruo  piluzigemo. 
cesa  foede  unchuscho'*'  ar- 

slaganiu. 
potitus  niozenter. 
sublata  [mens]  ginomaner. 
emptum  gichu&flt  f  hapen. 
inferias  opahar. 
talenta  givuagi. 
facti  giuuorahtes. 
infectique     iouhungiuuo- 

rahtes.  f 
parce  spare. 

commertia  uuantalunga. 
orbem  ring.* 
impedit  stiez. 
detorbat  stiez.* 
stringeret  zugi. 
quin  ecce  nupaouh. 
rapiunt  ziprahun. 
rotat  vuarpta.* 
proiecto  farstra'ttemo. 
inguen  lanchun. 
moribundus  stiripiger. 
delapsus  giuallaner. 
uir  gomo. 
torrentis  drates. 
misit  giliez. 
[sine]  mente  mentem. 
crepidine  uohaldi. 
cum  unzi.* 
quem  vuieiihen  mih. 
ima  tiuphiv. 
prodit  scorrft. 
substitit  pilgipit. 
infremuit  limit. 
inhorruit  giruspit 


719.  profugus  fartiger. 

726.  lauit  a  nazta.  t  2785 

733.  obuius  gaganuuerter. 

765.  ornum  limboum. 

772.  missile  vvrflihaz. 

„     libro  vuenno.* 
783.  linea  terga  sckilteslihhi.      2790 
785.  haud    pertulit    ni*durih- 

prahta. 
789.  uoIutQ  uvabsotunt. 
825.  indole  pi*anauvani. 

„      dignum  [quid]  es.* 
847.  genitor  ib.*  2795 

849.  alte  tivpho. 
887.  vellere  uzziohan. 

„     congressus  ingagangaanter. 
892.  cernuvs  [quadrupes]  nider- 

sihtigas. 
900.  nee  pepigit  ni*gidingota.     280e 

AEN.  XI. 

9.  Petitum   [thoraca]  dunih- 

stozana. 
1 0.  perfossumque  iouh*duruh- 

stozan. 
20.  [ubi]  annuerintf  gilazent. 
49.  captus  pisuichaner. 
54.  hi  suslihc*  2805 

58.  praesidium  folieist. 
64.  feretrum  para. 
66.  inumbrant  pifiengun. 
105.  hosbitibus  uvirtin. 
123.  vicissim  daragagan.  2810 

129.  foedera  uviniskefti. 
133.  pepigere  gidingotun. 
„     sequestra    [pace]    suntri- 

gemo. 
136.  actas  [pinos]  givuassana. 
141.  quQ  modo  diu*  mittun.      2815 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


93 


177. 
211. 
218. 
223. 
2820  224. 
254. 
256. 
268. 
288. 

2825  290. 

297. 
301. 

305. 

326. 
2830  328. 

329. 

334. 

351. 

359. 
2835    „ 

366. 

402. 

407. 

408. 
2840  423. 

426. 

433. 

436. 

437. 
2845  441. 

450. 

454. 

457. 

458. 
2850  462 

463. 

465. 


quod  [moror]  daz*  ih.* 
ruebant  rahhun. 
decernere  giskidun. 
obumbrat  piscirmta. 
sustentat  half, 
suadetque  iouh*  spenit. 
exhausta  arlitaniu. 
subsedit  pisaz.  f 
cessatum^est  gitual. 
rettulit    vestigia    giufsla- 

gota.* 
morantur  chlaphontf 
pr^fatus    fora    sprechen- 

tera.f 
inportunum  ungimachaz. 
texamus  machomes. 
materies  gizimperi. 
naualia  schefteti.f 
insignia  zierida. 
fugQ  fluhti. 
cedat  gilaze. 
remittat  int'^laze.t 
abi  giloubidih. 
premere  piduingaa. 
scelus  unchust. 
absiste  stalgip. 
tempestas  ungifuori. 
rettulit  pringit. 
agens  leitentiu. 
adeo  so  filo. 
quicquam  iou'uiht. 
sccundus  [uUi]  aftroro. 
[totjis  ar.* 
mussant  runeztun. 
[consed]ere  ent.* 
loquacia  chronlihun. 
[altjis  ar.* 
edice  gipiut. 
diffundite  kischarot. 


470.  differt  ufslagota. 

471.  multaque  se  incusat  iouh* 

filo  *  sih  inchunda. 

480.  deiecta  [oculos]  trurentiu.  2855 

481.  uaporant  rouhtun. 
485.  eflunde  felli. 
491.  prQcipit  furifieng. 

493.  potitus  [equus]  niozentaz. 

494.  in  armenta  [equarum]  in  2860 

stuota.f 
496.  fremit  uueigot. 
509.  parem  garauuo. 
515.  furta  [belli]  laga. 
525.  maligni  [aditus]  freissama. 
529.  [uoluere]  nider.*  2865 

531.  iniquis  undichen.* 
538.  dulcedine  minno. 

546.  milite  girite. 

547.  abundans  [Amasenus]  gio- 

zentaz. 
549.  innare  uparsuimman.         2870 
554.  hvic  temo.* 
„      clausam  pifangana. 

561.  [dixit]  er.* 

„     contortum  [hastile]  giuue- 

niten.t 

562.  immittit  uuarf.  2875 
569.  exegit  arleitta. 

571.  armentalis  [equ^]  stuotli- 

hero. 
573.  vestigia  [pedum]  staphun. 
587.  age  frumidih. 

„     quandoquidem  uuanta*si.*  2880 
592.  pariter  gilihho. 
599.  fremit  uv6ita.  t 
604.  ala  girit. 

609.  substiterat  inthapeta. 

„     furentes  [equos]  peitentiu.  2885 

610.  exhortantur  scractun. 


94 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGIL6L0SSEN. 


610. 
616. 

2890  619. 
624. 


625. 
626. 


2895  62S. 

629. 

632. 

635. 

2900  638. 

640. 

645. 
649. 
656. 
2905  671. 
694. 
700. 

701. 

711. 
2910  715. 

719. 

723. 

730. 

731. 
2915  733. 

735. 

737. 

750. 

752. 
J920  776. 


fundunt  [teia]  scuzzud. 
acti  [ponderis]  gitripanero. 
tormento  giniste. 
reiciunt  zirucke  uurfun. 
procurrens  zesamana  uual- 

lenter. 
ruit  uerit. 
superiacit  ufuuirfit. 
extremam  [arenam]  uzan- 

entigaz. 
labeiite  rinnentemo. 
egere  iagotun."^ 
uersos  gillohta. 
legit  gichos. 
uoluvntur  uualgotun. 
arduus  [sonipes]  ufarlein- 

taz. 
excussus      aparfanivorfa- 

ner.f 
tremit  pipeta. 
exerta  inparotiu. 
quaciens  uvenentiv. 
suffuso  gistruhotcmo. 
agitata  giiagotemo.f 
appennini    dez  f    partun 

perages. 
dum  unzi.* 
purä  [parmä]  paremo. 
vane  du  *  zago. 
cursu  serielle, 
euiseerat  scurfit,  chrimit. 
alas  girh. 

[nomin]e  [vocans]  pi.* 
ignauia  zagaheit. 
quidue  oda*  ziuviv.* 
indixit  giehundit. 
cxit  farmeid.* 
h^sit  chnmit. 
carbaseos  chleina. 


779.  captiuo  demo  giuunninin. 

794.  uoti  des*  unillln. 

803.  sub   exertam    untar*gipa- 
rota. 

„  papillam  prust. 

811.  oeciso  arpizzanemo.  2925 

819.  purpureus  [eolor]  rotiu. 

825.  effuge  far. 

888.  pr^cipites  [fossas]  tiuphun. 

890.  arietat  ft'eraz. 

899.  ingruere  analiccan.  2930 

905.  [8ilu]ä  ar.* 

912.  pugnas  fehtun. 


6. 

7. 
11. 
12. 
16. 

20. 
21. 
26. 
27. 
41. 
49. 
60. 

67. 
79. 
85. 
86. 
91. 


92. 

95. 

100. 


AEN.  XII. 

mouet  [arma  leo]  uuecMt.* 
toros  mana. 

retractent  uuidaron.  2935 

pipigere  gidingotun.* 
refellam     gifalscon,      gi- 

stilloD. 
inpensius  giuuaralihor. 
expenderef  gilengan. 
hauri  fimim.  2940 

Procorum  truhetingo. 
refutet  uuidaro. 
paeisci  gidingon. 
eommittere  zisamanezihef- 

tan.f 
[si]  violauerit  giuuariuuit.   2945 
dirimamus  scidomen. 
lacessunt  toliotun. 
poetunt  straltun. 
candentem  [ensem]  gluen- 

taz. 
tinxerat  [ensem]  harta.       2950 
adnixa  [hasta]  zuolinenter. 
frustrata  pitriugantiu. 
vibratos  gireidda. 


lY.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


95 


107. 
2955  146. 

158. 

184. 

209. 

211. 
2960  221. 

273. 

274. 

282. 

286. 

2965  287. 

288. 

291. 

294. 

298. 
2970   „ 

308. 
338. 
343. 
348. 
2975  352. 


>» 


364. 

367. 

373. 
29S0    „ 

375. 

379. 

386. 

387. 
2985  389. 

390. 

400. 

404. 

417. 

2990  425. 

470. 


seuvs  hantago. 
De  incuses  ninchunnis. 
excute  zistori. 
conuenit  gizimit. 
brachia  ziioga.* 
inclusit  pifienc* 
pubentesque  iouli*  giparta. 
teritur  ginoszan  uuart. 
fibula  ringa. 
decernere  zigiscidande. 
pulsatos  fartripanun. 
infrenant  peiztun. 
subiciunt  uuraphun. 
proterrct  farsterc. 
trabali  gipr&libemo. 
anibiistum  pizuscten. 
torrein  prant. 
disicit  zispielt. 
quatit  muota. 
[inibrasid]es  im.* 
referens  afarenter. 
aspirat  anagapicta. 
aflecit  [alio  praemio]    gi- 

neizta. 
sternacis  struhlines.f 
qua  dar.* 

citatortim  gizalero. 
detorsit  danacherta.* 
bilicem  [loricam]  zuuiliha. 
procursu  in*  dero*  farti. 
nitentem  spriuzenten. 
harundine  zeiiic. 
latebras  holer. 
rescindantf  scurftun. 
immobilis  uuolagihapanter.* 
sollicitat  iivcuita. 
labris  pechiniin. 
properate  pringft. 
temoDe  fonna*  dihsila. 


482. 
492. 
495. 

502. 
520. 
530. 
546. 
557. 
565. 
580. 
582. 
604. 
612. 
616. 
625. 
626. 
630. 
644. 
646. 

652. 
675. 
680. 
686. 
687. 
689. 
692. 
695. 

703. 
706. 

719. 
722. 
725. 
739. 
740. 


disiecta  ziuuorafanun. 
subsidens  intnichenter. 
diiiersos    [equos]    danagi- 

chertiu. 
in  uicein  untarin.*  2995 

conductä  gimi&ero. 
actum  [genus]  gizaltaz. 
hie  hier.* 

uestigans  uasonter. 
ne  esto  ni*  uuese.  3000 

incusat  stouuida. 
[rumpji  an.* 
accepere  fa'namun. 
se  incusat  sih  inchunda. 
successu  infräfarti.  3005 

hac  hier, 
qua  hierdar. 
inferior  aftroro. 
nee  refellam,  ni*gifalscon. 
usque  adeone,  nio*  nu*30i0 

so*  lilo.* 
inplorans  namonter. 
instraiierat  gidillota. 
furere  gispiidan.f 
proiuit  argiuzit. 

in  abruptum  in  stechali.     3015 
disiecta  ziuuorfanun. 
significat  pouchenta. 
luere  zifargeltanne. 
decernere  zigiscidonne. 
appenninus  partun  perg.    3020 
pulsabant  stiezun. 
ariete  fedarari. 
quis  uuedarer. 
gcmitu  fona  *  pullode. 
lances  pahuueiga.  3025 

sulTecit  uuerera. 
futilis   [glacies]  unpidara- 

paz,  gigozanlihaz. 


96 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


751. 

755. 

3030  762. 

771. 
772. 
773. 

3035  775. 
779. 

782. 

786. 

3040  797. 

802. 

815. 
817. 
822. 

3045  825. 
836. 
844. 
845. 

848. 

3050  851. 


canis  iagahunt.  853. 
increpuit  [malis]  chlämezit. 

excisurum    zistoran    sco-  859. 

lanten.t  862. 

puro  in  *  siehtemo.  870. 

impetus  uurf.  871. 

lenü  in*  uneihero.  877. 

tenebat  hafteU.  878. 

sequi  [telo]  sciozan.  879. 

quos  iuuih.  887. 

fecere  profanos  aruuartun.  „ 

discluderc  induhan.  889. 

indignata  zurnentiii.  891. 

violari  aruvartan.*  898. 

[ne]    recursentf    uuara-  901. 

pont.  905. 

contendcret  spieni.  921. 
supersticio  uparfengida.  ,, 

[cum]  component  [pacem]  922. 

giinachon.  923. 

uertere  givuantalon.  927. 

gista *.  930. 

demittere  gineman.  93S. 

dir^  hazusi.  944. 

spiris  ringin.  946. 

si  quando  suennesosa.  949. 


armatam  [feile  veneni]  gi- 

luppota. 
incognita  unarchantiu. 
collecta  giduunganiv. 
solutos  [crines]  inpuntaniv. 
foedans  chrazzentiv.f         3055 
superba  gi'u'ltlihiu. 
reponit  firgiltit. 
quo  zivuiv.* 
inlaz.* 
comiscat  uuenita.  3060 

retractas  uvidarost 
contrahe  gisamono. 
discerneret  giuntarscidota. 
trepidä  illigero. 

creuit  giran.  3065 

intorquet  scoz. 
concita  [saxa]  gitripana.f 
tormento  giruste. 
crepitus  cMafod. 
poblite  chnioradun.  3070 

humilis  nidarer. 
ne  tende  ni  *  strit 
insigne  zieri. 
bausit  [oculis]  archanta. 
poenam  girih.  3075 


In  dem  vor  dem  Virgütexte  aufgezeichneten  commentare  des 
Servins  finden  sich  folgende  glossen: 

Georg.  I.  155.  [foL  17*]  sarrieris  houvest. 

Aen.  I.  282.  [fol.  AT]   togas   autem   etiam   feniinas  iiabuisse 

untaruanlb*  ^  oralisco  ,.      ,  .^      ,  ^ 

.  ,  ,    V     et     ...    usus  ostendit.    Linroch. 
cicladum  ricini 


Aen.  III.  12.  [fol.  66'']  dii  magni  iuppiler, 


herirantes*  frouwa* 
minerva. 


Clm.  641 1.  Bucol.  I.  62.  Ararim  souva.' 


Ein  gleichzeitiges  Yirgilfragment  zu  Milnchen  bietet,  toie  mir 
hr.  Keinz  schreibt,  die  glosse:  aptant  mahhoton. 


V.  MÜNCIIExNER  UND  WEIIIENSTEPIIANER  GLOSSEN.    97 


V.  MCNCIIENER  und  WEIIIENSTEPIIANER  GLOSSEN. 


Ich  stelle  hier  die  glossen  zweier  hs. ,  deren  zweite  ans  der  ersten 
abgeschrieben  ist,  nach  einer  von  hm,  FKeinz  veranstalteten  collation 
zusammen,    die  eine  hs.  trägt  in  der  Münchener  biblivthek\  wohin  si^ 
aus  der  alten  chur fürstlichen  kam,  die  bezeichnung  Clm.  305,  ist  in 
folio  und  im  11.  Jahrhundert  verfafst.    die  andere,  Clm.  21562, 
ebenfalls  in  folio,  stammt  aus  Weihenstephan,   ihr  alter  ergiebt  sich 
aus  dem  ersten  blatte,  auf  dem  abt  Altunus  abgebildet  ist,  wie  er  dem 
heiligen  Stephan  ein  buch  überreicht  mit  den  warten: 
Ilunc  libruni  de  nie  digneris  saniere  saiicte, 
Sis  michi  patronus,  leve  fac  quod  me  premit  onus. 
Altunus  war  nach  Man.  Boi.  IX.  348  von  11S2  bis  11Ü7  abt.    die 
glossen  dieser  hs.  hat  Graff  unter  VE 2,  VG2,  VA 2  theilweise  auf- 
geführt. 

Im  übrigen  bemerke  ich  nur  den  in  beiden  hs.  bei  dem  warte 
picinen  13  vorfindlichen  umlant. 


10 


Clm.  305. 

Clffl.  21562. 

BUCOL.  I. 

25.  uiburna 

sumcrlattun. 

sumcrlattun.* 

49.  non    teinpta- 

nar  uueriant. 

nar  uueriant.* 

bunt 

BüCOL.  II. 

8.  frigora 

chuila. 

cbuila. 

9.  lacortos 

egidecbsun. 

cidecbsun. 

1 1 .  serpilluni 

vellquonalin. 

veltq*nalin.f 

22.  lac  novuin 

piest. 

48.  aneli 

dilli. 

dilli.* 

50.  calla 

chle. 

chle. 

BÜCOL.  V. 

39.  Carduus 

tliistil. 

„    paliurus 

bagan. 

bagan.* 

BÜCOL.  VII. 

65.  fraxiiius 

asc. 

asc* 

66.  popuhis 

albare. 

albare.^ 

BÜCOL.  VIII. 

37.  sopibus 

picinen. 

picinen.* 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111. 


98 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


Clm.  305. 

Clin.  21562 

BÜCOL.  IX. 

41.  poimlus 

albar. 

albar.* 

15    58.  inurmuris 

doz. 

GEOUG.  I. 

73.  larra 

amar. 

74.  siliquä 

chcuun. 

cbeiium. 

,,    quassante 

chlafTanti. 

cblafauti. 

05.  crates 

burdi. 

burdi. 

20  126.  liiuite 

macsteine. 

macsteine.  t 

139.  uisco 

mistil. 

mistil.* 

142.  lina 

zugeuecci. 

zugenezze. 

1 70.  buiim 

flogis  boibit. 

llugis  boibit. 

171.  tenio 

griiulil. 

grindil. 

25    „     protentus 

gclancter. 

geJancter. 

173.  tilia 

linda  arbor. 

linda  arbor. 

„     fagus 

pocba. 

pvcba. 

174.  a  tergo 

afdaii.* 

afdan.* 

179.  creta 

leim. 

leim.* 

30  181.  mus 

spizza. 

spizza. 

186.  giirgulio 

angari. 

angari.  t 

200.  retro  sublapsa 

binderore  gidigin. 

bindrore*  gidigio.* 

255.  deducere 

anascaltan. 

anascaltan. 

256.  tempcstiuain 

citigan. 

citigan. 

35  264.  uallos 

sticbcla. 

sticbela. 

266.  fiscina 

cbasibora,  cbasichar. 

cbasibora/  cbasichar. 

4c 

fiscella 

cborbili. 

cborbili. 

294.  pectiiie 

raiu. 

rain.* 

296.  despuinat 

l'ciniit. 

le'mit.* 

40  314.  inhorruit 

vuagita. 

Avagita. 

361.  mcrgi 

tudiiili. 

tucbali. 

363.  fiüic^ 

pcliclious. 

pelicbon. 

367.  tractus 

striiiiilon. 

st^milin. 

381.  arcus 

rcganbugo. 

rcganbogo.* 

45  390.  peiisa 

vulgo  peisa. 

peisa.* 

392.  sciutillare 

gnaiieistoii. 

gnaneisten. 

512.  carceribus 

idierrih. 

pberilic. 

Y.  MCNCIIENER  und  WElHEiNSTEPHAKER  GLOSSEN.   99 


Clm.  305. 

Clm.  21562 

GEORG.  II. 

12.  siler 

uelarn. 

uelarn.* 

66.  fraxinus 

asc. 

asch.* 

50    69.  arbutus 

vuildpouni.* 

wildpouin.* 

70.  platani 

horna. 

horna. 

213.  casias 

uuiühpoum. 

uueb  pou.* 

214.  tofus 

tubstein. 

tubstein.* 

GEORG.  III. 

406.  sero 

chasiuuazar. 

chaswazzir.* 

AEN.  V. 

55    54.  struerem 

rfksptk,  inpchptk. 

63.  hospes 

vuirt. 

66.  certamina 

spkl. 

87.  notae 

strimilon. 

strimilon. 

144.  certamine 

spile. 

spile.* 

60  226.  urget 

thanc. 

307.  spicula 

darta. 

darta.* 

„     bipennem 

bihal. 

373.  ferebat 

erbot. 

549.  cursus 

spil. 

spil.* 

65  710.  fortuna 

missevura. 

missevura.  t 

AEN.  VI. 

95.  audeiitior 

baldero. 

baldero.* 

AEN.  vni. 

402.  electro 

geslmelze. 

596.  qiradrnpcdanle  trepiienU.* 

trepizente.* 

AEN.  IX. 

720.  fortuna 

misscvuri. 

misse  vuri. 

AEN.  X. 

70  288.  brevibus 

thuniun. 

290.  uada 

thunni. 

336.  tboraca 

brunna. 

brunna. 

AEN.  XL 

458.  rauci,  canori 

ressig.* 

ressig.* 

811.  occiso 

erbizzenerio. 

erbizzenerio  * 

75  874.  laxos  referunt 

;  entspannent. 

911.  flatus   [equo- 

drasunga. 

rum] 

7* 


^H  lOÜ                  [)ie  DRUTRCHEN  VIR6ILGL0SSEIV.                 ^^M 

^H 

Clm.  305. 

2m%   ^^H 

^^1 

^^H   12, 

zagon. 

^^^1 

^^H   62.  lyemcntis 

drasontcs. 

^^^1 

^^H^  86.  comanlia 

manalilc. 

^^^1 

^^■120.  uerliunä 

isara.' 

^^^1 

^^Bl30.  redinnot 

Iciiniit 

^^^^1 

^^Eeu. 

besmiil«  la 

liesiuklila.f             ^^^^| 

^^^Eit5.  Iimcibiis 

bachuueidoii 

büdiwaciilon.          ^^^| 

^^BST4. 

UPIZll                             ' 

^^^1 

^^ff  .,      libiiln 

Ipbeleia  nngi. 

ringa.'      ^^^| 

i^B       30 1.  niilorem 

suiitii!ii%a  * 

^^H 

322.  prcssa 

f.rsuiePl 

^^^1 

^^^  330.  prolerit 

tratdd 

^^^1 

^^^^336.  tomitatiis 

ßi'iinili 

^^H 

^^H352.  aspirat 

anv!  irl  1 

^^^1 

^^^Ktß7.  estorqiipt 

uzci  «an! 

uzcrwaiit-t             ^^^^1 

^^H^64.  Rturnarifi 

feUigtii 

^^^^1 

^^HI75. 

(izz. 

^^^1 

^^Wl76.  degustat 

Txtia 

^^^^1 

^^^BS&.  Btatuere 

feruu:irdan.* 

fcn^ardnii.*             ^^^^| 

^^^K9U.  penilUH 

tipfü. 

^^H 

^^^hOO.  rclorl» 

wiiU'iniirreiicmo. 

winkrwürfenemo,  ^^^^| 

^^^B^I2.  (lictainnum 

niziiiiiiui'z. 

^^^1 

^^Etl3. 

BtUCll. 

^^^1 

^^■t2U.  longi-uitA 

gpiligi'no. 

^^^H 

^^^H62.  vicissim 

..^iiiticrloii. 

einhcrtoii.*             ^^^^| 

^^^■63.  pulvcrulenlA 

bestobeiiu. 

^^^H 

^H 

^^^M 

^KeS.  lora 

JiugÜa. 

^^^M 

^^^■70.  temone 

Ibilisib. 

^^^M 

^^^Bl77.  sonans 

ziiiJieranl. 

^^^^M 

^^^■96.  diuersos 

tianigedierte. 

(lanigechcite.            ^^^^| 

^^^B20.  conduclä 

geniiettTe. 

^^^1 

^^^p36.  toniuet 

SCI«. 

^^^^1 

^^H^l.  ailversa 

viulHrdinigun. 

vudardougini.          ^^^^| 

^^H 

^ 

^J 

VJ.   IllE  BERUNEU  clossen. 


VI.    DiE  BERUNEU  GLOSSEN. 


äei 


Kdniijlicbe  bibHothek  zu  Bfrlirt.  ms.  lat.  in  quarl  215;  ( 
die  Bucotka  mit  aiisiui/tnif  des  stilekei  lU.  57  bin  VI.  7S,  toioie  i 
Cetirgica  und  wird  m  1 1-  jahrhvndfrt  ge.Hlirie.ben  seiti,  uwn»  seht 
der  IfKte  theii  rics  4.  budv  der  Georgien  jiiiiyf.r  und  apätar  käa 
gef&ijl  ist.    mbm  zahlreichen  laitininchen  glossen  finden  sich  nm 
deuurht^,  wehlie  Bethmatm  in  dieser  xfilschrifl  band  Y  p.  20S  / 
yeröffetulichi  hui;  ich  gebe  sie  hier  nach  eigener  ctiltatioii. 
lon  verschiedeam  händen  und  verschiedenem  alter,  daher  sich  über 
■l  und  Mit  ihrer  eniatehung  schwer  etwas  gen»neres  sagen  tdfst. 
attgemeinen  scheint  jedoch  soirohl  der  consonatttenslaml  alt  be- 
sonders das  voikommen  des  worles  'setinu'  narh  .ilemaimien  i 
weisen,    amh  a  für  ei  i«  suaiine  und  lingir  btUgt  Weinholil  p.  39)3 
[je  hditfige  schteächuug   der  cndungrn   tmd  das  schwanken   in  i 
[lufsvocaleii  spricht  für  den  üKsi/img  des  elften  jahrhmiderts. 
lerke  noch,  dafs  Beihmanni  sühlung  sowie  die  attgabe  der  Malta 
hs.  beigefügt  sind. 


BUCOL.  I. 
B$5.  viburnasumerinaton.  l.|l''] 
|4S.  palua  lache.  2.  [2-|. 
I&3,  limite  marech.  3. 
Ifi4.  ilepasta  usgosiißDU.  4.  {2'] 
|fi5.  siidiirro  ijesvverine.* 
mtü.  Croiiilator   speht  I  tmuni- 

frosc,.' 
§67.  raiicae  liaiser.  5. 

3ura  ruchn.  6. 
r6l).  nudus  l)»re.  7. 
I  67.  post  bernach.  8. 
71.  gp^ptes  Bat.  U. 
75.  poatliQi:  tiionavrr.  10.  |D'l 
L7H.  salicps  velvvin.   II. 

carpi'lifi  abproctiGii.  12. 
aiasrus  bitir.  13. 


BUCOL.  II. 
.  Ecrpilliim  veltclioiiela.  14i 
13>1 

cotiUiuclit  sanicstocluit.' 
.  dca^is  biiinielin.  16. 
.  liRustra  »Inda.  17. 

vaccinia  lividLciv.  IS. 
.  trimso  gebcrihaa.  in. 
.  papav'ira  ffltina)(vu.  |4' 
,  laccinia  viol.* 
.  c«>rea  geivvin.  20. 
.  apros  «her.  21. 
.  lasciva  gesaiUe.  \b'\ 

p(>tulca,  cupida,  libidini 

geüxli^iil«.  22. 

.  vuluptoa  vvatauscc'  21 

.  iiiotlUR  masie. 


.1-1 


^Hloi 

niE  DEl^TSCHEN  VmCII^LOSSEN.                   ^^H 

■... 

uuicha.             ^^H 

den.  25. 

2 1 6.  milio  hlrsa.                    ^^^H 

m'' 

«BUS  gewoiihait. 

227.  Yiciam  uuicha.  45.  [22^  ^^^ 

228.  lentis  linse.  46.                   60    ^ 

HCCOL.  111. 

264.  furcas  furcga.  47.  [23']              J 

^■'' 

(ibicieniia   zegeginvverfen* 

266.  fiscina  casibora.             ^^^M 

8.n..  28.  [5^] 

392.  faces  uacila.  (24']          ^^^| 

^^^B 

poel  terguin  rucgilin.  27. 

204.  pectinc  raiga.  4S.          ^^^| 

^Tio. 

proripil  wrelilt.  29. 

296.  acni  chezil,  49.  I24''i          85    ■ 

3B    20. 

jiost   carecta    andir   (lfm 

321.  stipulas  uuiche.  50. 125*)            | 

crutc.  30. 

349,  teinpora  teniuiiana,  [26']^^J 

27. 

miseriimiamirlichc.31.16') 

360.  mergi  tuchari.               ^^^M 

36. 

pocula  napii.  32. 

^^^M 

^^^38. 

torno    [siipa-addita    viiisj 

364.  ardca  haglr.                   ^^^| 

gidrarlo.  33. 

377.  hiruDda  sualiuua.  51.[3^^^| 

corymhos  cxaplicn.  34. 

390.  pensa  uuicbtii.  52.  [27*^^H 

anEsashabe.  [6''] 

392.  scintiUare  luschizou.  &^VH| 

inora  tral.* 

fnngos  Uialch.  54.               ""  1 
404.  Nisus  spariuuari.  55.  (27»]  75     ■ 

BUCOL.  VII. 

405.  Scilla  lericha.  56.          ^^B 

^^H&O. 

fuligine  mit  ruozza.  35.  [S'] 

475.  Alpes  alpun.  [29']          ^^H 

^^WS. 

invidit  dac'rahz.  36. 

^^^1 

8  U  C  0  L.  X. 

16.  esculus  uuildi  heidi.  I31^^^| 

^Hri9. 

Upilio  Benno.'  [14''] 

19.  matris  selpomus.            ^^^^H 

^^k" 

subulci  suanne. 

23.  plantas  scuzzilinga.'  |3^^H 
33.  corna  curnili|>eri.           ^^^H 

GEORG.  1. 

70.  platani  ahorna.  57,  [324^^H 

^^»42. 

lina  zugeiiczze.  |20*] 

71.  üinus  limpora.  58.        ^^^^ 

^■|4S. 

arbuta  haDgenbere.* 

71.  geinina  pruzzillnga.*  59.            T 

^H463. 

plaustra  rcdir.  [20'>| 

77.  udü  nazema.  60.                 8&    J 

^^164. 

Irabei;  slireii. 

80.  immittuntur     ingestoiU^^^I 

1        51)  171. 

ti>m()  giriiital.  37.  [2I'| 

^^H 

L,          173. 

tilia  linta.  38. 

84.  toto  gaiEponi.  62.          ^^^H 

^H178. 

rylindrouuelleolopche.  39. 

87.  siirculuK  scuziling.*  63.^^^H 

^^B83. 

talpac  muelpbo.  40. 

SS.  Ousluniüs    piris    sper^^^^^ 

^^K94. 

nitro  siilza.  41,  [21'] 

^^H 

^^Kiio. 

tiordea  gersta.  42.  122'] 

iK^hlun.  65.  |33']    ^^H 

^^B15. 

TabiH  büne.  43. 

omi  lioipome.  66.         ^^^H 

VII.    ANIUN«;. 


BS.  Ulli  iiHian.  67. 
P^3.  sonal  scillüt.  f35'] 
refuso  aingestuzemo. 
ea  164.  tyrrenus  [gstUKl  thuscha- 
nisga.  6S. 
MI5.  gcmmas  proz.  69.  [40*) 
p48.  coDcas  i.  cocieas  musctie- 
Itm. 
161'  Ubulata  camerata.'*  {40^| 


nBI.  IniU  epil»le<l>-  71.  |41'] 

382.  pagos  ilorf.  72. 

„  cimipeta  gimvike.  73. 

463,  Icstutiine  suipago.  [43*] 

479.  tremor  eripiba.  [43'']       i 

GEORG.  IV. 

345.  dulda  lurta  huor.  74.  [68* 


VII.    ANHANG. 

Das  in  den  gl.  Jim.  tl.  p.  387  —  391  ine?,  mlhalune  »Ijiek^ 
muß  man  tcohl  eher  ein  Stmanischea  als  ein  Virgilisches  glomar 
neuneii.    so  viel  ich  sehe,  geht  es  atif  lämmlliche  büther.   doch  be- 
ige icA  mich,   ilasietbe  hier  der  volhtdHdigkeil   wegen  zu 
.  ohne  einen  nenen  abdruck  stt  reranslalteti,    denn  t 
I  original  gekommen  lei,  wekhes  nach  IVyerups  angäbe  ein«  t 
mite  de»  NUeinsins    befindliche  hs.  des  ifervius   war,   habe  i 
her  nicht  ermiltelH  kOnuen.    eine  von  hrn.  dr.  DiiRieu  auf  t 
^dener  bibliolhek  freundlichst  angestellte  nachforschung  blieb  < 
JgtOs.    gerade  aber  bei  diesem  denkmale  litfsl  sich  schwer  ohne  d 
hlhentischen  texi  etwas  erreichen,  da  nur  dieser  auskunfl  über  i 
t  und  tiwi'sc  r/es  eummmenhant/s  der  Semanischen  glossen  i 
1  p.  392  beyinnetulen  isidorischen  vocabular  und  den  den  schliß 
^nden  pßamennamen  geben  kann,    dafs  die  sprachlichen  e 
iAmlichkeiten  des  gansen  tief  herunter  gegen  den  Niederrhein  / 
n,  bedarf  kaum  der  «nathnung. 

Es  bleibt  mir  anzugeben  übrig,  dafs  ich  die  von  Grajf  n 
fi.  3  bezeichneten  glosseii,   die  in  der  SG.  ks.   1394  steh 
,  bei  Hattemer  nickt  gefimden  habe,    aus  dieser  hs.  bringt  d 
■e  nur  eine  beichlformel  (I-  325)  wid  drei  glossen  \l.  423'')  beit^ 
I  itenen  höchstens  eine,  nämlich  iiiciac  iiukhi,  aus  den  Georgiäa^ 
n  könnte  (I.  75).    stcei  deutsche  worte  tum  Servius  führt  endlid 
a  tetatgenamtle  werk  1.  423*  auf. 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


ANMERKUNGEN. 
I. 


I)  ipritan  ßiidet  lic/i  einmal  bei  Graff  \\.  440  iiiilvr  s|ir« 
Srt.   in  unifrm  deakmale  begegnei  e»  noch  130,  14S.   10)  1l^•ll,r^cl^eiut4th^ 
die  ht.  lurbamar  und  der  gloMiutor  lat/äUMich  lurbuntur.   18)  cnndidior  tt 
tiiiidel  sthvii  Sarriat  mit  libertug.   21)  d.  A.  kiburliches,  ntcAf  wie  f/'atrkemai 
_y>Ul,  kiburliehB,    22)  hudnu  kvim  ich  nicht.   83}  «eijuor  hat  in  dietm- « 
h  Sefviut  lU  u.  46  ob  glo»>e  su  |ialui;  an  keiner  stelle  »timmt  a 
■a  uwt,   imnifftleni  weim  man  et  alt  oerickrinben  ßlr  'feit'  ( 
<ttm  würde  w  Hae.  IX.  57.  34)  hs.  destituerit.  38)  tdl.  aha.  63)  be 
ir  ttark  flecliert.     62)  die  fißi»  11  iit  diipyvll  gmelarieben.    6 
(vleglda  CmjjF' 1.  728.   80)  US  alt  nmäriim  ßnde  ich  lonit  nicht.    04)  i 
•t  häii$lgewi>  mit  dnm  bei  GraffW.  457  angrjlikrtea  uhtirsciftn  e 
:h  nämlitk  dort!  nntirseifu  toterceplam  Uvit.  99}  ändert  U 
rr  iuuoU.    103)  mhd.  wb.  III.  776«.  114)  /«>  ropopas,  ww  71  c 

illero,  MW  den  dfultclteu  imperativ  gmimier  autsiidfikica.  117)  Sera 
\a  a\\\  amirani  priorcin  valunt,  alii  Dianain,  (|uae  est  a  Delo,  123)  / 
9  vgl.  Xtrviut!  pDrgibo  niniies  tipud  Causarn».  124)  /it.  pereepM 
S)  ifocA  wAJ  w  Urk  und  dem  vBi'b  l'xrke  mhd-  wO.  1.  1  UDO'  ffüis  pattt  a 
m  rfje  bedeutung  'lahm'  annimmt;  tie  tclihppen  tick  kaum 
■  129)  fci'l.  worilt.  \QZ)  die  beiden  Worte  lind  urtjiFiiTiglich  gMra 
■jamgeweam:  droziata  itt  onttpFcchimd  dem  deatteken  iBorte  maseulinüeli -^ 
Ist,  utir  1(1  dann  nn  nmninativ  tg.  ilbar  ubera  geiteÜt.  136)  /  'iV^^ 
«stros;  SU  vergleichen  itt  aber  Sera,  au  G.  1.  94;  et  hos  rattraa  dieinui 
!  ra«lra.  140)  mhd.  mb.  II.  2,  ia>-  und  71''.  IGQ)  Serv:  thiaii»,  lalt«- 
,  otiuroas.  15Ö)  ht.  intcrers.  16&)  Servi  intousi,  »ilvuii,  iacacdui. 
71)  Si^V!  cum  dfus  praesturtt  alii[ua  hdiuiaibuB  covpvrU,  ofauoxias  tibi  eoa 
IX  ad  vata  sulveiida....  vvl  dfluiDabia,  rem  voli  facies.  177)  diegloti 
gatfz  uniiiriitiindUeh.  auch  fällt  dat  nrutrum  auf.  193)  Serv: 
onbroM.  106)  hi.  osiurmorlnt.  200)  r<is|)nD  kommt  noch  rimnai 
I)  nunru  vortlchv  ich  nicht.  229)  »cato  ifheint  eher  xiim  vorherg« 
\u  gfhüren.  233)  Serciat:  itani,  pleuae  sunt.  234)  hier  iit  aUo  nl 
■d^m  ein  inate.,  elum  kÜati«  s"  ergämen.  23G)  t^.  Schnieller,  b.  mb. 
I  dl*  kort,  boden  aut  laad  und  kies  bettvhenit  und  nur  mit  weniger 
an  thh  unP'ur-htbanm  itaiamrrde  iiberaegea.  854)  mll  H'avker- 
H  iolw  in  ihc  sa  ändern,  itt  nicht  unbrdlngt  nithig.  255)  ht.  quaatitalia, 
iin  «st  Irnpariii,  aliud  qualitaliB.  261)  ki.  iibiniililiU,  265j 
'it  averliTP  vorauiivtmtien  wai  aurb  iiit  t'irgil  tlehl.  268)  dar- 
\  (tt  Graff  n.  45(1  ;,i  ändrra.  273)  mhd.  leb.  111.  S2S'.  275)  n'hd  vb. 
UaS'.  281)ÄcrKfttr:  scpvnsM,  rpi-iipM»ssc.  28^)  GraIfW.  \i2  hat  nur 
tt  compotiliim.  das  simpkj^  findet  »ich  ttn  dir-tdbim  slvlte  iu  den  Parlier  gl. 
l  atf/ierdem  mhd.  tvb.  1.  4J7* ,  gl.  bfi  Mone  anzrignt-  VIII.  p.  30G; 
Uraclllarc  Kicut  Kalliaa  guhMQ.  300)  kiebinotJE»  305)  An.  manu«.  Ia«d«t 
u  nli-AI  tfUene  utriant«.    306)  eu  Staldrr  l.  ttl :  bus,  busch,  buscb«U. 


ANMERKUNGEN  ZU  I. 


m 


■ehi  adp.  taut,  vrUi  man  dmn  hornvieb,  und  betaidff  dun  kälbci-n  s 

9«  daibiURlii,  buscbdi,  AaU,  vortägtithnon Miimn Jahre i  Sohmid, tehioS 
k  p.  87:  biiicbjuHjifi  rind.  309)  siince^V/c  slmc  im  cod.  Bim.  164.  314| 
■rtgarla  34;  Gmna«.  IX.  6U  aiird  äasii  aut  Roinp-id  15''  mluwe  a«^<-fUM. 
[4)  Inran  /Hi-  tßrjnn  A«»ne  fcA  jo;m(  nicW.  328)  .Sisn:  verterc,  »rare. 
P'Aaa)  «(cA(  iDeiter  naehwtiAar,  vgl.  Griinm,  d.  loft.  III,  1798.  339)  vgl.  Tag. 
gt.  21185.  342)  ki:  liqualur.  344)  grhört  m  s«  bcUuoV  348)  au»  Ärwfl 
(u  Üeter  ttM»i  oudH  ubustve  d[oilur  cbalybs  ii««  mDteriei,  > 
8&3)  imiit  findet  lieh  nur  invertent.  SS4)  t/'ackerHOgvl  ändert  U4ntt»\xa^ 
Uimfiti,  dmn  in  dm  Tegernm-r  gl.  51)  wirrf  pingDi»  hnreue  ebanto  durek  (fri 
leWi  BiiHea  g^febm.  et  gehurt  su  roijaa  Cralf  W.  öm.  vgl.  Stalder  ü.  iA 
Se/imrUtT  111.  ISS,  175.  383)  lit.  omni».  38?)  Serv!  ßbri.  luten  ibmlve  if 
qiiad  rnilires  iptyboniin  hac  alqaeiUBcdecurruiit,  ut  Sbraeiierjanari-  «•veäi| 

qaAiilBii]  IC  uervi nlii  berbus  ad^eniiit patrst  vr^  bie  fibrl*  pra  herH 

leripi.   388)  .Wn/  veterun,  pi^rilin.    389)  ncorin  Ist  aiijiuiätm  in  dI  eol| 
von  arjaa  i  datiiitm  an  a('  Tvduplication.ijilba  ivtc/uänt  noch  swelmal  ffi  tliMi 
•tkimd»:  eemaa  5711  von  xciian,  aoültikeuoE  von  gangau  5!)U.    dadwv/i  et 
tt  tiok  ff'rtnhold  atam.  grmnm.  p,  32ü  aiim.  1.  391)  wm  ai 

IP  ff'arlo'rmignli  etmjfvtur  uruntumo  absiiiiyeiiam  itt.  397)  ti'abta  in  dt 
ihHitrhen  Meutimg  =   lugeuniio  lonst  nicht  naehgtnoIctfH.     410}  hl.  i 
tfe.   416)  Ave-  virgcu  suppell«x  i.  e.  vasa  da  viaiiiio  Tacta,   430)  dl 
danmt  damatur  im  cod.  Ihm,  ItSa.   423)  exiilorat  im  Urdirrut. 
\t  ßir  iuludnnt  in  mchnren  ha.  nnd  im  Sem.     433)  gihöft  hl 
itldtr  tl.  23&:  uiutürb,  inulacb,  matieh,  routia  m.  =maukp,  heimlicharvt 
mgMd,  ohil?    436)  mAd.  wb.  I.  JS^    439)  folliculi^  und  i'i 
^■ta  find  aut  Sivviui.  4Ö2)  marum  hier  da»  wiitrian  angewandt  Uj 
•t  ich  nicht    464)  nwrdlkbin  tau-ie  kjwarnnliu  4S8  andfmt.  no 
Vi)  Gra/f\'l.  3(i7  hat  nur  die  compoiCtaf  das  limplnr  findet  rieh  nocA  P 
t  143,  SM.  gl.  i,  TU,  mW,  wb.  II,  2,  515''.  468)  AVyj  fa»,  divin. 
H/S)  dnincit  yü'r  ditieeit  beim  Serviui  und  im  cod,  Rum.    479)  Snrv:  trajgj 
1,  quia  qnvd  bullil,  quasi  trenwrc  vid^iliir.  431)  Srm:  gcDialls,  i 
W|  eithin?    488)  Seru:  auritos,  mniore»  babcnld  aurei, 
COCl  ^tfrii:  |ilHQgunt,  rrsanant.   506)  cfli/iir  crXo  Sero,  und  mehrere  it 
$t  Serv:  «üb  rajiiuii,  drc*  Qnein.  609)  ht,  glaiii,  vrrbiipicrt  von  It'ackmmag 
U  diemr  tteUe  ist  an  arö  s«2iaii  mit  dvr  bf^nilung' rieh  iKtMn  'u/olg 
19)  dat  ff tle  etrb  gthiirt  m  liurju  mkd.  bür,  iDtdr/aa  nach  dfm  d.  ab,  II.  { 
m^i^iriiten  mich  intraimHiv  i<orkmnmt;  von  iinirrcrjnrinatioii  üt  kIh  belM 
>l  auui,  mhd.  ich.  I.  153'',  tnohl  auek  durch  di«  bcdculiing'anithieellen'  i 
!.  (Au  swfite  wort  ftl  mir  unklar;  tollte  vielleicht  an 
Pl  tu  denken  tcin  F    626)  im  l'irgil  »leht:  borcue  dv  yar\p  und  «i  ^i>j 
n  nutdracke  int  auch  nordbalba  s«  iiehmi.    drr  Ordner  fufet»  e 
I*  wntJ  bildete  dnvaa  rinm  nnmin.  borca.    ß32)  ht.  gnibiliinl.    640)  9 
h>  f«Mt  au»  vertrhCH  drr  Orm.    vgl.  mhdt  wb.  II.  '1,  137*     U'ackemag 
£42)  rfaPÄ  muAI  itng.    669)  Ai.  maa,  iwi^/iiprt  w» 
}B}  fnM.  IBfc.  111.  620'.    688)  m  iiratf  III.  217.    502)  h:  Vm*-    687)  | 
blSMH.  i/erbufirrl  von  t/'achm-HOgel.   IjOOl  f.Vn;/'  II.  1 10  hal  rtgilun;  r^Sf 
nin  fM(  Sckmelier  lÜ.  t>a/9,  rfor  darüber  nadttiuahan  itt.    601)  a 


DIE  DEirrscnEN  virgilglossen. 

inartßlr  hl\»e\t.  602)  ht.  rirgaginnD,  von  ff'aeJirrnagBl  gtibi^ifrl.  InitU 
/iiriaiuin  nfirnhi,  607) sa  Oroß' l\ .  IUI.  612)  dim  wart  kmim  ii/i  nie/it. 
617)  »«  Inioben,  wotian  Ivirpüde  lifi  GrnffW  i$Q/e-  untvr  Iniobjitn;  vgl  mM, 
uA.  III.  121'.  624)  mkd.  wb.  III.  28T'',  627)  vgl.  MülUmhalf,  dmkm-  p.  !h2. 
680)  ngl.  Sc/imelln- 1>.  y.  450  und  4ä7.  633)  A>.  nEdcraecchna,  iierb^iert  von 
n'acJtümagel.  640)  t'ar.gl.  3ßO;  h\  v.  Megrmb«-g  190,  31:  t\sd  An  t\  tvit- 
vtta  {frttit  Piiiillum)  wcltent.  beidrrnai,  wie  hier,  von  den  bimen  j 
644)  allai  in  der  bedeutuiig  untritns,  die  »t  hitr  habrn  nmft,  kinmitt  bp 
Sil  .im.  I,  273  vor.  dabei  findi-t  der  mM  »«llfne  fehler  viaer  vt-noeek 
>  und  fotrivt  ilall.  647)  acein,  wie  It'aeliernaget  richtig  ic 
egnBt  bei  Serv.  tu  Aen-  VI».  042,  .\1.  308  und  wohl  bfter.  640)  Serv. 
Tg.  II.  242.  660)  Gmrg  n.  242,  661)  »ehr  häufig  bm  Sermut.  663)  Sen. 
Wjleti.  I.  282,  IV.  51S.  659)  Georg  II.  \m,  III.  2!>T.  661)  Serv.  Bue.  IL  10; 
eina  itelle  Im  letzten  iheile  der  ^enet»  habe  ich  tu  aotiertn  itriäumt.  682) 
mehrmalt  in  den  Georg,  s.  b.  IV.  168,  auch  Aen  \.  435.  664)  Sere.  zu  yten, 
XII.  9.  66B)i2/If«iÄ*irfu/,  twfl^™.1V.G43,Vil.251,VIII.288u.».w.  «kann 
auch  dem  im  gtoitar  ihm  vorhergehen-den  gestire  beigeif/irieben  geuvien  tein. 
itO)  einigemtol  in  der  Aeneia,  auch  Sr^rv.  sa  Arn.  I.  174,  II.  6!t,  671)  D.  Cange 
IV.  124b  'Papia*:  linostima  rostis  dict«,  quod  linDin  iu  stimme  tiabeil.  gl. 
Sair.  Aelfrini  \p.  OS''  Sommer]  linnslema  lioenvoirp.'  vrsti*  linea  Sem.  Aen. 
VlTl.  33i  eitie  lange  nnmerkung  Ober  leinene  kleidrr  Sem.  Aen.  XU,  ISO.  672) 
R  lacDmoaes  erwähnt  Seniiut  Aen.  l\.  278,  V.  560,  VIII.  6ft,  475,  X.  202, 
btl.  9.  674)  Georg.  II.  517,  Serv.  Aen.  XL  532.  676)  Priieian.  75,  9.  6771 
^tiif  jeder  leile/iul  im  Sereiiu.  678)  nileU  Serv.  su  Grwg,  h  1%1.  679)4 
äeuUe/ln  glatte  teigt,  d^t  nrdioi-  hier  vom  geuiiiie  gebraucht  iit. 
milgataJet.  25,  7;  30,  1;  38,  12.  680)  Aen.  V.  16.  681)  Serv.  Aeii.X.^ 
_682)  Serv.  B.  MII.  82,  Aen.  l  179  a,  S.    683)  Ä».  oikehiL   685}  « 

ij  mir  und  H**),  welehei  in  eompoiiltn  naeh  Graff'\.  310  aueh  att  ho-a 
»rint.   66!9)  Sera.  Aen.  tV.  9.    690)  If'ackernagel  pli'wizo.   cur  i((  woAI'q 
bico  {iDehhiv  »ieht  nur  bnirinch  itl,  uHe  mhd,  wh.  II.  2,  514'  angiebt,  i 

k  läamannftch  vgl.  Zimm.  ekron.  III.  p.  89:  nßgpeuxct)  m 
ttttetautehmibeH.  Bieft-nbaeh  nämlich,  glottarium  latina-genaanicmi  mediae 
it  injhnas  aetatii  Frankf.  a.  M.  1 857.  p.  43S'  hat  die  mtipreohende  lateiaiacke 
:  pitis*re  i.  e.  rr«i|uenlrr  spno  I  bibu;  ptanio  Lindenbrog.  gl.  p.  1000 
ekh:  {lytUso,  puln  vel  spuo.  691/'2)  tohr  häufig  in  der  Aeneis.  693)  Serv^ 
Lrfon.  VI.  233.  694)  Georg.  III.  192,  ^en.  II-  207.  dat  mort  belegt  das  mhd. 
1.  L  291'.  696)  Serv.  Am.  IV.  196.  696)  Diefenbath  a.  a.  o.  p,  538*  dmM 
»  ebanireb«  licium.  697)  Serv.  Aen.  I.  651.  693)  Georg.  III.  24,  Serv.  Aen. 
I.  164.  70J)  Georg.  Hl.  129,  Serv.  Aen.  V.  721.  oft  ex-  «nrfnltcnuo.  702)  Sm-v. 
bTM,  XI.  326.  704)  Georg.  III.  497.  707}  tfackernagel  hält,  wie  lieh  p.  324 
frglebt,  hcrhaUTefürdeuUeh;  mir  icheint  et  eine  mit.  biUungcenbttba  tuteüi. 


II. 

1)  itt  et  Kammi  Serv.  Georg.  IV.  ISlf  2}  Georg.  IL  180. 
].  tS9.  6)  Aen.  I.  373;  ähnlich  annaliuiD  ilrnuBrlo  Schi.  gl.  10,  1.  » 
Ib^l  iaraacrco  bi^fiert.   7)  Am.  I.  433.  8)  Georg.  IV.  2621  9—11)  Sen.  1 


AWMKRKliNGEN  ZU  H.  (INR  ril. 


IL  61.  12)  (korg.  1.  305.  13)  Gi^rg.  I,  514.  14)  -*™,  1.  7üö.  Iß)  Mt«.  1.  731 
16)  Smv.  Gi-orfc.  t.  &».  17)  Gforg.  1.  T4.  18)  Grorg.  I.  126.  191  Gi^rg.  1.  1' 
SO)  Gmrg.  1.  t66.  21)  (rtwg'.  I.  ttiG.  22)  Georg-  Hl-  417  urfn-  .Vv».  II.  131 
23)  'ffn.  II.  174.  24)  ^rn.  III.  Rl».  25)  ^m.  111.  ^4.1.  26)  ^«n.  IV.  18. 
ST)  -y™.  IV.  36.  28)  Serv.  /ien.  IV,  35.  30)  Sm:  Mn.  IV.  BIß.  31)  .Im. 
V- 69.  3S)  ^m.V1.41".  33)  ßcorff.  1.  179  orfer Än-wn» *«r. 1. 66  wcU  alba 
1«iTa  diriturT  84)  Ccwjr.  1.  18t).  8&)  Crw;.  I.  190.  36)  Gfmg.  I.  261.  37) 
Cnirt'.  I-  206.  38)  Georg.  1,  yi)7.  39)  fowfi-.  I.  390.  40)  Gverg.  I.  139  m/n- 
IV.  4ir   41}(;«wy.  111.  266?   42)  ,/p».  1.  737.    43)  ^en.  VII.  411.   44) -V™. 

VII.  732.    45)  Ann.  I.  43,   &r(i>HJ  tu  dieicr  itello:  rate«,  abasive,  navcs:  aaa 
proprle  rate«  >unt  cunaeiio  invicvia  trabei,    dasu  kbanta  diu  folgende  (4S) 
kclicbilib  lailiä.  wb,  1.973')  itUe^faUt  gehart  halmii,  uvnn  man  annimmt,  di{fs 
m  invlceiu  gloitUrl»,   von  eiaeiu  abtcAreib«r  aber  auf  dai  ditrubirttrlifiidii 
(bosive  tiftogen  wurde.    47)  Jen.  1.  43Q.   48)  ^cn.  I.  744.   49)  Jen.  II.  207. 
akeh  äheriiettt  pone.    vorte  tfJwinl  diu  praet.  von  ich  v«r  navigu  «u  niu.    dStt 
fm  mhd.  wb.  HI.  251'  n/ina  beleg  aiifg^hrte  verb  kann  kh  mu  dir  Kehr. 
16051  nachtveiten:  li«  jlileu  uado  vorioo,  SO)  Amt.  IV.  137.  51)  ^«n.lV.  231 
es)  Jen.  tV.  306.  68)  Sue.  1.  5T.  64)  Bub.  11,  IS.  66}  Biie.  III.  1».  66)  Bl 
VI.  10.   67)  Serv.  Biir.  VII.  33.    S8)  leakri^hninlieh  einn  aehenglnite  vi  aal 
Aw.  VII,  29.   vgl  Schi.  gl.  6  ön  dBrnOien  ,UUe.    69)  &t:^.  ff«e.  VII.  42.  61 
Ar».  Gwry.  I.  403r   61)  fl«c.  VII.  26  öd«-  38,    Ö2)  Buc.  VIII.  54.    63)  Bi 

VIII.  55.   64)  Buc.  X.  27.   66)  Bnf.  X-  19,  sanno  Stalder  11.  371 
HI.  355.  67)  Georg.  III.  360.  68)  Georg.  III.  3Hü.  69)  (rfory.  Ol,  377.  70) 
org.  I.  HS.  71)  (Mtorg'.  I.  153.   72)  Georg.  I.  75.  f.  wlkcliun.   73)  Georg.  I.  7S>> 
74)  Georg.  I.  172.  76)  Gi>rg.  I,  174.  76)  Ow^.  L  HS.    77)  ««Atfrl  uioAt  au 
tritari  Gtiorg.  I.  190.   78)  Serv.  Georg.  II.  351  79)  Georg.  I,  204.  80)  Georg. 

g)j<48l-  81)  Csor^,  II.  69,  diu^äbe  wort  und  n»  di»ter  uMhi  in  de.n  Mütichni^ 
W^tthwtt.  yirgtlgl.  82)  Cem'i',  II,  70.  83)  lÄroy.  II.  71.  84)  ftwy,  "" 
1  86)  Ge«rg.  II.  134,  86)  Gmrg.  I.  39D?  87)  Goo/V-  Hl.  172. 
173.  89)  fioof^,  III.  297,  90)  Georg.  \\\.  i!>\.  !\'emnieh,  poli/glottenlej^lt 
'ttTgemAiekle,  Batnburg  1793—95  p.  l&H)  JV/irl  geruitfr  alf  nientri 
%^'  wirterbäeher  der  natargeicAiehie,  Hamburg  I79S;i,  ISO.  91) 
^0«.  92)  Georg.  IV.  31.  93)  Georg.  tV.  196,  94)  Georg.  IV.  237.  96) 
^'IV.  296.  96)  Cf»n-f,  II.  313.  97)  (Ä>w^-'.  II.  213.  96)  Sorviui  Georg. 
i  99)  Georg.  III.  S2.  100)  Georg.  III.  »2.  101)  Georg.  III,  f,3. 


III. 

Il)  rtna  dem  I  «iiÄf  ä/inliehe  form  du  e  begegnet  241.    verwenden  e 

«Ibr  nni/  ändern   snglMeh  n  in  b,  lo  i^AalfFn  vir: 

baa.    ipA  vergtriehe  aut  den  ScM.  gl.  6,  347  Eahn  icafta ,  welehei  diet 

filiMUgtoiiiert  3)nilid.wb.\n,2b'\   13)  mArf.  w«.  II.  2,  6S3V    14 

I.  /uR.  D.  p.  325  Nyeriip  findet  rieh  Hex  Maldcii;h<';  daiiviba  \ei)rt  in 

■  Maltoibi  ergiebt  rieh  an  unterer  steile,  teenn  ifi'r  die  MDedeit  eneähntag 

irt  In  reehming  Uehan.    die  gleiche  gtosie  treffen  wir  in  »labrio  23tjl 
mlt/tii'  h  itt  kaam  eine  änderuHg  tu  nennen,    in  «lat^icbi  'iW  /edoeh  ii 
16)  &rv.-  ad  Cnrtynla,  ubi  Cueranl  *!,liiuinda  aulis  amuafl 


I 

18.      ^ 


,   101 


DIE  DEUTSaiEN  VIRCaCLOSSEN. 


■  'S?)  ßmjflV.  IUT3ir.  Aal  iitm  und  Itiü;  bitd  iteU  tu  Am  ndd.  ptatm> 
I  18,  T.  29)  d.  h.  bUiiigan:  am  Mttido  tu  [vrriila  v.  4S.  31)  ä.  h.  lui-haldri- 
B '38)  am  raade  au  v.  <ö'l.  bei  Snrviu»  nur  folgeitdfi  ium  arilen  v.  dtr  oc/i  »pud 
FTlieaorilum  ost  uaa  «cloga,  qaHfl  iiipell^lur  ifaguaxfüi^ia.  39)  gl.  s«  Www. 
■•MdHin.  Gunn.  IX.  p.  2»,  95^:  ville  wxlkeu;  hierhtr  gthnrt  auch  »iilirhart 
I  Stniat.  syi.  ieide  uorter'  li/tä  wo/il  voh  walgftn  absiileitea.  41)  nur  difie  bil' 
K  Air^,  d{n  mehr  drr  agt.  u.  and.  form  (sealdor:  giildr)  al*  der  ahd.  (saUlar) 
m;ml*prirM,  itt  unterm  dcnkmale  grnvhl.    vgl.  21)5,  479,  733.    43)  Srrc.  Bac. 

■  Vlll>  TS.-  bvua  ulitur  liciis,  quDf  itu  itamcu  inpliont.    47} /•  gartsano,  vgl, 

■  garlHneun  UUO,  C8)  I,  gruiikrUa.  QA,)  et  itt  7air  iweijAlinß,  ob  drr  paukt 
W<Ki>iifJ)en  r  uud  b  ein  i  boseic/met,  lodqft  dat  ganee  Ini'iberi  laattU.  BQ)  »Gona, 

■  «in  urtpnlagliek  mit.  wart  (J).  Cange  VI,  1^5':  sior»  voj  iulion,  cortet,  G«I- 
Bllrc  äcurcit)  itl  i«a  hoUänditche  aufgenommen  [vgl.  Hoffiaaim  Uor,  Jlelg,  VII. 
Wp.  6:  Korjti  rnrlf.v,  p.  14;  Ecbille  uf  ceu  icane  corret.  f.  1)>:  draf/icortM 
Viiliquu)  HHIM  rii-h  naeh  ji'tzt  findet  {If'inkiilmami,  holländ.  wA.ji.  2S0*.'  lehnn, 

■  /t  rteife,  tchaali).   68)  randgloti«  tum  ixtrlmrgriheiidun  HBCFlIa.   72)  Sirru.  C»- 

■  vg,  1.  5S:  iHistai'eii  intcia  a  culrando  dirli  lunt.  rirusa  autpm  aul  [ortia  attt 
m  c«tto  trraeiinla.  naio  liest  siul  maltis  renedin,  tuneu  |>r»rgiiiiates  rni-uia  uilur» 
B.^lleiunl  0t  egrruiit  pai'tuiD.  —  vor  bau  Mkr  bao  sind  änige  bucAitahrti  er~ 
LioinAnr.  ieli  ergante.-  [lupJbDD.  vgl.  ßriarke  tat  ed.  lloff'in.  iiS]5:  ik  liPbbe 
Bta  gcluhhet,  l/or.  Belg.  ^'ll.  /i,  T:  g'hr)ubb«t  ipadn,  lubbrn  castrarp.  ttr^en 
Mm'  ßtrm  vgl.  •i*i.  Sil  Grog'  VI.  >Jitä  »fti/Bf  uzsuizzlilii ,  l\(air.  v.  M'<gmibtfg 
H)73,  32;  dir  iwltzet  icid  aigrn  pluat  aux.  89)  uugilirrut?  90)  am  rmida  lu 
Kl.  120.  ich  verttrhe  die  gloae  akhl.  0&)  ebenio  21^\  das  worlitt  wahTteheiii~ 
WÜth  im  tiune  nun  kiiiupe  tXTwaadt.    vgl,  Grimm,  d.  wb.  fl.  W'i.    100)  Serv, 

■  Cforg.  1.  151 :  robigii  est  vitiiim  nbaeoeuoe  libidiuit,  qnod  Ulcus  vuuatur.  yUr 
LtDSa  V|-I.  301  a«m.  10%)  hei  Cn^lV.  557  int  dies  imrt  ein  tt.  mase..  nbitnM 
L^  1^  ^(.  Juu.  J?.  p.  318:  tubolui  cleppl.  107|  üut  dem  urirprUnglickün 
Kpuiuha  iVJ  untere  Jorm  tn  gebildet,  daft  hvara  ausfiel,  x  und  s  atsimitierl 
I  itnif  a  in  e  getchwächt  wurde,  108)  I.  aiT.uai.  114)  tg"/.  üelil.gt,  4.  2  h  arbat|r 
KipratM  tinnia  nappba.  116)  hei  Graff'l.  S^5  nunvaiina;  wau  aiir/i  VJiWi  und 
■yf,  Jim.  D.  p.  283:  vontilabriim  waa.  121)  l,  duidisloin  n^^  CXX;  cjtiodra 
»««IllaUia  &A^^i.  4, 7tS.  123)  ■auH'nrr(o),  uuwern,  multwarf  Grajfl.  I04U  JT; 
Vaiilw«r|>  CXV,  Germ.  Vi.  IH,  UK  120)  I.  ecthruie.  130)  .S'eniuf  su  192:  et 
■Äoc  di»l:  si  tD  ■inyg:dali  floriliiu  folia  scinp«r  «bundawriat.  131)  mhä.  urb.  L 
■77)^'';  gl.  'Jiin.  D.p.  3Sli  ^on«,  quellen  I.  303,  14:  acus  cal',  308,  2SU:  psluf 
Barua  cotr.  140)  Graß'  \\.  753  n<(st  nao/i  VC  3  »Irimklf(n)  »n,*  diuidbe  ist  aber 
Wnur  eine  gese/iaiächla  /nrm  ii>h  strimiloa ,  weli-het  Vlut.  3115,  diu  original, 
mitlMUt.  147)  SU  ubiuusi  v.  2\i%  ISl)  diet  ist  eiHc  laleiniteJli'  gloste.  l.  caldarli 
fttJ).  Vangv  M  Ib').  1C8/9)  su  blcrm  l>.  348.  161)  weadiiag  /Inib  Ick  trst 
Wftii  Ballausp.  'iUlH.  164)  am  raitde  su  361,  166)  hierdurrh  beslätigl  sich  die 
W  tedmiang  von  itruat,  we.khe  man  se/ion  Umge  vermuthet  hatte,  vgl.  MiUlBtt- 
t'Mjf  lleikm,  p.  473;  den  fiuftnamen  ItuMruul  hat  oiij  diesem  wige  irhou 
Wförstemann  {HOiKinibuch  II.  U3^)  riebtig  erklärt.  170)  l.  Durlostaaiiuinl. 
KlTI}  SU  Bnri  11.371,  177)  '  ccisrude.  17S)  ivnIrJu)  irA  hScM.  l^)  gl.  Juh. 
Kp.  ^.  16S:  Inndula  lr»ai'ca.  Bonner  gl.  bei  Huffia.  ahd.  gl.  p.  21,31:  luMioia 
^bcwei'luL  186)  dietes  wort  seist  uuiDdiuneinauulh  Grog"  II,  >t)T,  mAd.  wb.  IL 


ANME[^KlI^GEN  ZU  III. 

ISO)  Biiit.  )1.  274:  ]>u[iiiIms  Imlit  Jalb«!«;  Ixilxboum  LXXIII 
itiek,  tvärterbiiclurf  dar  ttalurfetchMd« p.  Ü3:  belzlionnt  popului;  FriieKl^ 
*,  vgl.  die  KoUir.r  fft.  in  diator  mütchrifl  XIV.  p.  18U,  0.    199)  A'nfinäj 
0.  p.  S6:  bratbira  a)  nint  ptattgBärücktr  htm.    b)  eine  iibäNäm'img  A 
^dbifH.   Fromwann,  mundarten  V.  p-  64  gmeShrt  aus  dir  gr^srlm/t  Vari 
ibtiteo-   200)  «arA  A'nn/nVA  p.  ü 42  iX  kärbibliirii  idimtitch  mit  pfii 
SOI)  d.  i.  truüiraatta.    dameUHi  rtnnpittitma  Germ.  iX.  p.  21,  Zl)>-.t 
ralaut  hnteicAnct.  2QZ]J'ärda'  diav/i  pualltp  gvtilgtt  l 
ip  vgl.  Graff" IV.  3U4, ^f.  Juii.D.p. Itid :  torculnr  kclktcrra.  208)  MAdL tf] 
I,  61G'',  Wtukfruaget  in  dieter  'jdir.Wy.  131 ;  ^dtnont.gl.  indliaertt 
:  ducMsteiu;  iVon«,  aintiger  III.  p.  243,  224:  cal«  daebntetD.    SlQj 
(l  «n  rande.   2U— 12)  um  rands  lu  25T  uni/  262.  J.  furo.  213)  anftw  nn 
n  M  tira/f  IV.  30B,  uro  |;rabiU  durrh  poIiDclni-es  (rf.  A.  seiiolturM  cuM 
s  A  6'>i%0  V.  332 ;  vgl.  tthmi  Sw».  m  M«.  IX.  4S7)  glauitrt  u 
it  da*  worl  nur  in  dm-  bedeutimg  |HUiUuu.    216)  whd,  wb.  U-  3,  ]2]] 
fc  Vgl.  ÜBrliiKT  l'irgilgl.  iar  mtbigm  fidle.   218)  wW/ciWil  wn  belsn  i  di 
A  -oaoi/'lr  Miwa  iitcAt  «u  erklären.    228)  mbf.  u4.  I.  217>'. 
.    231)  dlegloHu  ilaki  bei  v.  41Q,  aesculus  kommt  aber  nur  u.  20t  vor. 
•■  Miehelanl  liait:  oastnaene  v«l  sculus.  236)  befier  irt  we/J  in  xalktbun 
Rindern,  oU  dai  woi't  von  ütÜaiaa  abzulaitim,  ichon  weit  ntb  i'u  uaiarm _ 
b  wittr  nicht  lüeh  seigi.   diim  Ainter  ei,  wie  in  ccinacud«  bi^i^im. 
in(«  diatelditTh  mit ,-  ai/i  lolchei  kommt  im  alam.,  wie  Birlinger  irgimdm 
MiuB*  'alamanniscAaii  tyradm'  bemarht,  hin  und  wiedar  vor.  236)  vgl.  gctl^ 

240)  beiti  itt  von  bcitjaa,  agr.  bandait,  aick.  b^dinn  abiuUitm  u 
fi'druek'  bedmtm.  244)  Graff'W.  liVJ  gmoährt  diu  wart  nur  i 

uatfrta  habmt  dit  Tigenit.  firgilgt.  su  Am.  VII.  S16  d 
ncbijnctani.   248)  diu  Tag.  gl.  haben  gD)ibau  su  lu 
|))  Seid.  gl.  A,  IUI  t  tnibeuo.    263)  l.  tbrasinill.     261)  broma 

■  holt,    da»  man  den  ickweiiuin  »m  den  hals  Ihat^  ka\fil  kan 
\r  U.  300,  vgl.  mbd.  <eb.  I,  l^'i\    2d3)  t  tU%xtt.   205)  vgl.  ITack» 
l,  BotUr  bUehii/'t  iiitd  die/utiimna/ia  recht  f.  33  in,  2.  ,Z^Qi  «u  itlvi 
R  ^76)  •»  oueilu«!.  u.  24V.    286)  UÜla  Graff'  l.  480;  U»illa  Ctrni.  IX 
|i6ei  lUlU  £'1.  Ju«.  //.  p.  .180;  bicbda  ^*a)'wrl.  15,57;  von  Mtltrem  iil  « 
erjarm  kichilU,  die  ieh  indetien  nur  iiiederländitch  w 
I.-  Bor.  Belg.Mlp.  K<;  stirit  boL«l  ofäiapeUp.  tö:  HÜrn  eeo  Likalu.  28f 

u|io;  ;f.  SM  SvduUut  in  dieter  s»iltehr.  V.  202':  torrauM  uriilim.  29)q 
*.  Kl«.  V.  IUI  hat  «Mike,  ««<tdik  leruiii  Uctii;  gl.  Jim.  B.  p.  26A-.  . 
n  «it  wi>rKorh  (f.  wctüodi);  aut  der  Jetsigen  ipraehe  bietet  WDifco,  tnalkf 
dai  Sirgerländer  ipraehldiom  (programm  von  Siegen  )ü48)i 
i)  hei  6raff  IV.  Ü]3  Jln&  i'nA  {'■r'obruat,  294)  hinter  I  iVf  vieUeieM  ■ 
I  ind»  lA'ff  Jvrotchimehe  fonn  slilf  aiwrhuisn  teilt 
RwArf.  «nfi.  I.  KD.!',  tf.^fe;u  CimflHio  II.  p. 'JÜ  i\  lll.  297)  «oH/e  d 
'«  U«(I  £a(«  wmlBt  mit  siltirlwuri)  ttt*ammmi\äagen !  302)  die  Tgt^ 
uDphcxmiga.  bei  der  gruftea  latil  ähnUeker  dmUachirr  auidrüdt 
Piingallni  u<(i^''0  tVA  HirAi  Aur  eine  enttcheidang  tu  treffen.  304)^/.  ^ua 
^'41)0:  {KutnJa  iing*Pta:  afi'i.gl.lK'i,\ttmr,  anieiger  \\\,  p.  147,  II3G:  |iui 
UJH^fA^"  ilfllvg^!«^  4'',-^.'Vll'''i,j[l^  {jahni  arvliivrärj/hili^ar 


■  110 


DIE  riRUTSCllEN  VllllJU.Cl.OSSF.-N. 


^ 


Xlir,  p.  36r,  nS|  /okln-haft:  pnBlula  «nsret«.  der  frutr  (AmV  iA  ids«  (100), 
troniif  QucA  aogweiiza  i'ampmiiiTt  int.  320)  n in  ruHrf"  su  v.  !4il:  strclre 
rfm-A  acfmiil  etmat  Jreiadartlgm  h»r«ingi<triigen  su  m/n ;  deau  riffilnn 
.bednutet  ßatht  kämtnai,   urcilus  aber  erklärt  B.  Can^e  \1.  88  ah  'piuniu, 

qoi  tareilis';  tf(M  lehtert  fährt  Ki-hfein  an  (laminluag  alt-  und  milM- 
tlmiticha-ititirtef  aus  lat.  wkanäim.  JVon/A.  1863):  iiircil  grobei  tudi.  tobetagt 
denn  inohl  auch  hier  sareila*  niehtt  andcnvi,  ati  ein  gewand,  denen ßacht  gut 
gekämmt  ist.  3271  »m  rani/ci  su  r.  2»G,  vgl  mhd.v*.\Tl.^ü6\  330)  <t  A. 
Ka<tri|<  se.  338)  s»  luia  u.  133;  [.  zcreebeaeo  i^'f.  S21.  mM.  wi.  I.  aUS''; 
Curfrun  21,  4;  />(mj.  K.  114,  54,  184,  Sli.  843)  bei  GraffW.  749  ü(  gUtriti 
,«iu  tf«*  dajKthil  eiticrlai  form  gtstritio  antusetm/i.  3441  «elpaai  FerffoAa  i'cA 
la  täM.  tfhdiink»,  diu  worl  itt  irieSOl,  393  n/cAf  atitgenbriebeH  und  n 
»ii(^t  folgendermqfteR  ergätitt  werden;  BelpoDi  (aseneino),  te(l)ueaio  (Steine, 
iljr  beieSthpft  ja  diu,  viat  «Aiie  /linsHtreteii  der  iumt,  von  natur  wird:  ta 
leihitil  graf  Riidalf  p.  2Z;  gl.  tu  Smtiiliiix  tu  dieter  eeitsrhr.\.  iO^—iy-.aaa 

{teil,  maslo ;  bei  der  hockteil  von  Crnia)  selbuaaincme.  346)  Graff  V-  SSB 
'Aa(  nur  dnieläfl.  347)  /.  »untru,  «oie  vinihipht  iPbon  die  In.  telbtt  bi«lel. 
846}  /.  noinsce».  353)  tirgil  meiitte  Patavium  in  l'enetien,  dar  gliuiabir 
besag  ei  mif  dat  ihm  bekmititpns  an  der  Donau.  365)  I.  fehegj  la  «ieUmiM 
tdiOB  in  der  /u.  393)  (.  drenno,  376)  am  rand«  vi  »ospecU  r.  SB,  3771 
HDcndig  Sehmeller  I.  TG.  376)  am  raiide  su  sab  |>r»ititii>ae  ir.  B3.  380)  «tor 
'rf^i!  beaiekuHg  a.  'fg.  gl.  s.  d.  lt.  3SS)  (.  nerlgras;  diet  scbeinl  auch  die  ht. 
fu  tielen.  383)  iil  etwa  tbenc-  oder  tttinccidnn  su  lesenf  an  dieickw.flarian 
braiifM  MUH  lir/i  in  dieteii  gl.  niehl  su  itiificn.  384)  t.  h^il.  366)  znortnii 
rtTii  rind«"!  eiittoeder ßir  laostunt  oder  ßir  lunstnii.  vgl.  Trierer  pi.  JUS,  30; 
■dititit  luslunt  387)  Sem.  :m  f.  377 :  beiia  sddldlt  Bila ,  nt  ostvail«r«t  syai- 
bolom.  388)  hei  GraffV  930  mir  si;Utauer!dii.  391)  :m  ergänant  nach  den 
Tg.  gl.,  welche  uraloufun  halmt.  392)  auch  dies  wort  kann  nicht  i-olUtändig 
min.  aj  Ul  mit  hälfe  folgender  formm  hartuilcllen :  mical  lecbrcut  Teg,  gl, 
^SSftgl.  aiim.),  nkit  If  dtmU  Prud.  1  [Crafli.  151),  mleat  lMk«Hat  «-I.  (o 
Prwbtnthit  im  4lm^  ■•qtr,  X.  31Ü.  396)  Sckmtlltr  U.  IIS :  die  htien,  di«  b*v 
der  hiicn,  die  bove  traiarian,  Gstan,  boiea blonder«)  fidtrira  {ictiM  fVvMr 
monii  miiiidartiritlV.  1TI;  beye,  hekn  in  etieat  abureic/iendir  bedeulung  bei 
Statder  II.  31.  308)  Saru.  %u  v.  h\2:  nodaqne  aub  »«,  bnc  esl  f>ub  divo. 
399)  dasmlbr  verb  auch  ISO;  ich  leite  et  ron  volc  ab;  igl.  and.  fyl^ji,  ti 
Khlaehtoydauag  m{faUUen  Sigurdarkv.  Jl.  23.  i«  dieiem.  ttuae  genommen 
paiit  dai  Wort  an  untum  beiden  ileilen  vuriilglith.  401)  mhd.  wb.  111.  80^ 
führt  aut  Uoae,  ameiger  IV.  333  tnrgtn  lissire  an.  403)  d.  i.  nobUbnaefSr 
nohthanDB.  404)  M  Craff  W.  300  nur  die  cwnpwtfn.  406)  (.  sclfbouio. 
407)  Sir^K  BU  I'.  SU:  Tbynbraciis  Ap«Un  dicitnr  ab  agru  Troinc  vkia«  dlpoo 
Tbymbno,  quBoSalarma  dicitur.    data  iit  das  bei  Serfiat  nirht  carfindlirhe 

\zm  gefotst.   ^emtaaölA  ßnde  ich  tontt  nieht,  häufig  dag^vH  gartconol». 

mhd.  Uh,  H.  2,  16b<'.  411)  mM.  wb.  tl.  I,  B35>';  a.  iL  o.  TäS>  war  di« 
teile  aoeh  nicht  mitdeckl.  412)  vgl.  Grimma  mythiAogie  p.  B92.  413)  (.  kintii- 

in.    4M)  gehört  VwAI  ulrhtai  ilif,  s[!t<^d,  sondern  su  eraUbe  Gra/fVl. 

daher  int  der  tti-m  und  da»  ein»  f.  23  über  die  glätte  gemgle  su  tilgen, 

™  1^286.  tgl./fGnmm*aum.saä»»»uHiad.gl.ia9.  418)  0''?/Wft»(4 


ANMERKUNGEN  ZU  III. 


Uli 


'tino-germanieum  p.  543*  gmoi'/irt  au»  Jüngttii   voeabularm% 
lg,  loltuug,    420)  TnitkAn  alt  land  tehr  häufig,  i.  fr.  MartgarUM 
enh.  dtakm.)  /i.  70,  3;   Kaünnhr.  17119,  Eradiui  1227,  «21  u.  *.  ».T 
r  «(/■.  *f«W  IN  rfm/  BerUner  l'iTgUgl.  95.     432)  Üru/JT  VI.  705  hat  nutS 
\a  den  Tg.  gl.,-  ein  uvitem  gab«  ich  am  dm  gl.  s«  Sedatiat  (^/^m 
I.  V.  310):«ctis(seTuribus)  «nagesUgcneo.    426) '.  ungeuari.    429)  £«^| 
f.  1S3]  «abtesminc  1.  «.  llto,  ijudi]  intra  «tameii  cnrrit.     432)  niAd.  mb.  l 
439—40)  Serv,  zu  t.  äT:  bidentea  autcm  dictie   sunt  iiaut  bienaej, 
I  Btqae  ntiaureB  ««que  mKiares  Hcebat  hosliai  dar«,    suat  «tiim  ia  o' 
I  eDÜncDlioros  ileutea  intvr  acta,   qui   non  iiisi  circa   biniMuin  «ppirsnid 
).  upolm  fiadet  tieh  im  gainen  vierCmi  buche  M  Servitm  nur  ai 
npnliin  «ut  vaginain ,  at  in  illis  ferrtun  ... .  viovtu  ad  tapulnm:  äbUAvJk 
u  QbhWw  gl.  Jim.  D.p.  2SS,  hclxi  SM.  gl.  39,  119  tu  heizt  odurültl^ 
I,  11«^  ieh  nicht  zu  niUehmdirn.    446—446)  ■fori',  »i;  i'.  131 :  odüriüe- 
B  quod  odorom  aeijuilar.  leideioi  gebildet  ww  leitihant.     447)  l.  gebrur- 
W«,  iS^.  JBa,  521.    4ö7)  >"  ttUria  e.  33(1,    4C8)  .Wi/üm:»  f.  245:  triuat, 
^valat;  nt  {Georg.  IV.  59):  aarc  per  aeilaten  Urjuidaiu  suspexeris  a^en, 
n  peulM  koiaml  in  dieiem  buefm  tiur  v.  21  und  S9$  vor.    468)  su 
a  am  rande  ztt  ciutibus  i'.  3S6.     473)  dvrtelbe  auidriKk  466,    d«r  liüet'M 
i>  Uxt  erfordert  diu  bedeutnng;  mimmeln,  gedrängt  voll  wi'n,  rtarreH.^ 
H'bKi'i  dmnnac/i  eine  ttelle der  ElUabeth  {v,  527)  vergleiehtm,  wek/ie Haupt 
h.  304B  richtig  erklärt  hat;  laaoigf  a  w£hen  kgrift,  die  voa  goldc  stre- 
|i.  ihm  tritt  Bieger  im  gliuiar  lur  Eliiabdh  bei.     477)  vgl.  nacA  mythU. 
^i,:/.d,a.Ti\\AQi.   482)  itctcidon  ut  ia;t«>'(iv.    487)  concitatfeAM  , 
ni(  SU  fatigat  i;.  572  txArr  :u  stimulat  v.  576.     493)  mhd.  tut.  111.  53l>;.<^ 
vbeitpiete  lind:  SM.  gl.  (>,  52!).'  rusejda  towjga;  gl.  sii  Prudmi 

r.  0.  II.  p.  1003*  ;  rnicidua  tonuegaa,  rorulcnli  lunuegea;  inntbr.^ 

r,  anteiger  VII.  p.  59ä,  7ß4:  ri>«cida  tuwiktt.    403)  caatarai  ßir 

vina  fttde  irh  t.b.bri  jIMai,  etait.  tuai.  M.  5)3*.  dat  daitiete  tnort  ist 

k'h»B(Mt  tu  tetea.   aber  wohin  die  gloiie  gehört,  VMif»  ick  niekt. 

%  am  rande  at  r.  69. 

{^'■60?)  daitelbe  wart  652  blet<'dua.    agi.  gl.  bei  Von»,  ipiellen  1.  SlS^i  j 

inlt  4rb1«d;   BorworlA,   dirlionmy  p,  !)■   ritieH   arblaed   palmala   i 
wJ{/Hk.  652  tfAeint  daher  diu  ültTgetchrieiheHe  \  falich  mid  aw  vimrM 
alang  mit   (ilflhla,   pllihl*   if.  ■'.  prara  hrrvorgegangmi  tu  tein.    btlM 
ea  warte  iit  in  der  ht.  1  aut  p  eorrigiert.    GOS)  I.  üigin,  wie  idaUi 
n  die  hl.  hat.    609)  mhd.  wb.  l  äbüK    S12)  die  Tg.  gl.  haben  aiiM.-'i 
ir  bei  illiaa.    614)  mir  unbekannt.   6U>J  mlid.  wb.  I.  32!l*,  S37)  etwa  I 
MtXotJär  drancstuulT  freilieh  kann  irh  aiieh  dietet  wort  m'rhl  frefqrwk  1 
B  dar  glottator  hat  arduaa  mit  ardea  vmmehnelt.    633)  rfM  aiiawkung,,^ 
n  u.  31)2,  bezieht  »ieh  wohl  auf  die  wort«!  qnni  ran»  nbiic 
,   die  deuttche  glotie  lue  ich  burohiliaga ,  und  leite  tie  von  buvi'  ab. 
In  I.  ftuurRcinn.     6S7)  parlielp  dirt  uerbt  b'il,  bal,  hMaa,  buln,  vgl.  vihd, 
117' f.  640)  wWWflW  »inouuerualer  (Cra/f  IV.  1238).  641)  C  lauilei«. 
Vt  DiiJ-enbaeh  p.  if)-i' :  rtdiettui  wurtsIUh,    M7)  Graff\.  dSh;  SrhI.  gl. 
6,  63{  mid.  wb.  IIT.  87<l^    073)  bei  Graff  IH.  426  («1  nultroh,  elimuo  ihirm.  \ 
I,  10,  ß:  wiiieiupub  i'a>.   unnomfoiiiert  finde  ith  da»  a4j.  finil  itteht;  a 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

ehSrl  aftiT  hi^ker  der  nmi«  Siularfiaiilo  (s./,  d.  a,  I.  Si  XU.  306).    B7< 

i  lurign  Groff"  I.  1033;  wcskiDtru  auriguniiii  Se/il.  fcl.  36,  If 

il  t/iSrichl  wiKlniiro  ändert.     689)  Graff'  1,  8S3  bielef  niinn«,! 

«nnni,  Alfter  iiiehl  unHuniii.*    5d2)  thM.  ifZi.  II.  1, 

Wdgr.  II.  129:  die  dar  kne  warja  bcrobia;  tu  If'althrr  31, 35  (p.  1Ö3}| 

ba  fiww  ist  berutheo.   Vfcl.  lu  rfun  T^-.  y/.  2473,    694)  6«  Graff" 

atung  'mngeuwdu' .    607)  tn  trirtm  v.  T34 1    699)  u>o4(  »i  rtiniin 

1  !«  ruch  rf,  /i.  ruc,  bimirguiig.  i*t  Bin  rurh  wit  glbuD  =u  argänsen 

ie  \iknue  'fecero  ptidem',  nirhl  bl(ifi  dar  teekuUchn  aiudruch  pcs  d, 

nrlui  funi«  quo  lenditur  v«luiii,  dadurch  aatgedriiekt  xa  aerdea 

))  Stfv.  lu  r.  S32:  eornua,  aulemuaruiu  vxtreniitalem.    611)  I.  bosui 

M  tu  su|ipoiU  f.  24  gnhörig.  612}  /.  du  erbt.  r^(.  Graff-\[.  1)7!).  613) 

:r.  66;  «innbe»  brovia,  qu«B  porUhantur  In  lectlciit.     614}  uiaAVn 

srAtMf  3u  Eieben  iit,  weift  ich  nicht.     615—16)  Sern.  lu  ■-.  83 :  defnal 

,  liborate     nan  diciinus  TuaetaB  »rUcJu,  qut  ofBd«  d«bita  coin|>l«rD]iL 

))  OD)  roni/a SU  c.  Hlifnlns.  621— 22)  AnVfe^f.  am  raiidrsu  v.  I5U; 

!U;  Incettfil  palluit  et  inncslua  eit  ifuaeeuoque  pullutio.   doJinr  Mheiitt 

»  dielnr  stellt  unrcini  tiihitaiitiv  zu  tmn.    630}  diete  raiidgloita  bezUlit  tick 

aeh  nuHner  tmrhiang  auf  v.  201 1  ad  faaces  gr«va  olcutU  Avcrni.    633)  dU 

»gl.  bei  Kof/'m.  ahd,  gl.  p.  25,  6  bieten  ebento:  formcuB  nneüitl.    dat 

tttnimht  wart  pndu  ich  lonit  airgeiidt ,  es  seheiHt  ober '  loedel'  bedeuten  vt 

n  und  könntv  dann  anf\i.  230:  ramo  fclicis  olit-ae  su  besiehtn  sein.    636) 

.  SU  tr.  3U3:  oam  iDpibreni  e«so  buafl  rolorein  osteodit  diceiu  (Gearg.  L 

:  cvm  cafiit  obmun  aiiUiam  Serrapm  Itx'tt.   641)  I.  fpeicbop.   646)  vg-J, 

^rrai  iavUnlin  GraffW.  IM.     647—48)  :a  e^cudaot  v.  B43.   doth  ter- 

le  tth  anshaf  nicht,   an  anabae  von  bähaa  darf  man  nicht  denken.    640] 

chnruKita  licht  in  der  ha.  selbtt  jichon  richtig  hjune.    ÖGl)  cidhichl  eine 

u  varticibut  v.  31.    Grtiff  VI.  874  hat  suelln  nur  in  dem  sinne  \io«  tubnr. 

I.  aueh  äbanwal  mhd.  wb.  II.  2,  732  .  65?)  kann  sich  nur  auj  uiibilLs 

n.  mhd.  u-b.  I.  96U'  ritiert  Kehr.  73'>  =  12166  JUq/iia.:  iine  suU 

iiirhl  machen.    ähnUeb  huiiroiai^ha^rB  leuo  vihd.  vib.  11.  I.  17  '.    ÖSE 

leu.   (fer  cimumfl&i!  bezeichnet  Tur  den  diphthong.    Grimm 

663}inAi/.ufr.  II.  1,327''.    664}  tun  ranife  su  i>.  IS5.     6« 

in  aibt  ab.     6Ö9)  fiiritemanit,  najnminieh  1.  12B3  bringt  den 

n  Wigilu  tni,    671)  vielteiehl  undürdeta.    676)  vgl.  mild.  vA.  II.  3, 

f.  glaisaf  brl  Boffin.  Ilarar  Betg.  VII.  3S*:  swcjiiie  vul  seitol  Oagalliin, 

n(,  idtplattd.  grdichte  p.  347;  aucA  Ziemann  s.  II.  tbat  das  wirrtet  ennäl' 

;,  o/ine  i^er  belugii  tu  gnben.   6S0}  l.  rnosuda  lib,  tele  tehon  die  hi.  habsB 

683)  (.  tboui  d.  h.  tbaua.    684)  am  rande  von  r.  4S9.    686)  /.  maaut- 

.  sentt  hol  dirs  ifurt,  via  goth.  jnanafiB,  iiiaa(i*(i)is  nur  ci*»  n;  dieter  um- 

rf  spridU/tir  dat  aller  der  compatition.     687)  m  ipW  O'oä/  in  dof  hs. 

X  Ml  Icnoyt:;-  aitciclhieni»  {mhd.  wb.  H,  S,  77U')  stehv«.    688)  ni  torre  if. 

694}  wnn  b'nt  richtig  ist,  to  soll  ri  vitlleieht  die  sunrite  hälJU  von 

ivmlnna  erklären,   dat  adj.  gebrnd«  ginbt  mhd.  v)b.  I.  932*  i  ags.  gebende 

aiHTN.llt.2H».  606}.¥r<AI.fJ.  G,llü:  »piranenURliMohl«.  702—4) 

II  n  fiia.     70S) JVr  das  erster»  iDurl  fgt.  mhd,  wb.  Hl.  2SS'-,  d.  trft. 

113.  708)  rnohl  «"bengtoise  van  artiiia  e.  Illj'.  TIC}  tm  rande  a«  toracu 


tirdie 
658li^_ 

m 

,7«I^^H 


ANMEBKIINGEN  ZU  m. 


t^i 


9.    7lA)  I.  bnlohtregun.     718)  I.  «uortstip,  vramil  dir  Tg.  f '<  iiuiGratf| 
«(Mfl.      722)   ■Ven'.  «u  I'.  OSJ:   quidaiii  dua   migntis  Sihluo*   de  ■ 
cllmit  et   hubitar«   ifcam  Tecit   »»^oäs   iu   nioutilius.     724)  et   l 
mtr,    mUpricIuinii   den    Tg,  gl   {tahtüac)   hitir   uornulicliai;    i 
WH.     728)  «Wl.  «rHi.      731—32]  beide  gloitim  kehren  T79— S«  a 
<iuT   i'l   i"i   trl.:tiirm   ofte  vor  BcrinoDi«  richtigm-   dm-  fortgeinfsM 
nuj  ii«  rieh  abiT  an  bcidiai  tUUim  lietiaha'i,  »tl  mir  anhekamil. 
\  Graff  IV.  4S(I  ß«d»t  tiek  diu  rimphe  nicht  i  Sc/inmltiu-  tl.  323  Aal  a 
B.bMbntKHg'  ' Khadmimat»  ;  dal  mhd.  wb.  1.  TJ9*Aai  diu  hier  attgaset 
r  oAna  llell<^(.   741)  tchon  vofii  lohmilnir  *M*t  coirigitrl  in  hoi'di 

wl0  warf  i*t  ttifllncht:  er»uitbiii;J'£ir  dat  cuwi'tn  1^''  Graff\.  StiS,  gt.  t 

!{W  bti  iVone,  ammgir  V.  p.  331 :  paotua  nuinisc« [Tender.    743}  San.  s 

I :  patcrn*  in  eii  linouaenta  cognnsceii«,  mit  gcluaeüie  iini\fi  ich  niekit  m 

I.  'J4A:)l.ta»it.a\iriat3na,BuUprBtJnmddenTe.Bf'  7471 /. nngeona 

DJtcai,  am  randi:    751)  vfl.  nulenstein  Hn-rn.  IX.  ;>.  25,  Tl.    dUt 

t  amA  bri  lUuiiiatbliil.     7fiC)  Jim  Cra/T'  VL  &7&  nur   ubireohrvcob. 

».  I.  T4U>.   7BQ)  Serv.  s»  u  34:t:  tub  nnole  PaUlina  ert  i)i 

Dil  iu  qua  da  Cipro  luobnlur  ....  D<iDoallipraptDrsleriliUlembvnM 

a  Honulu  i^onstitiituiii  idnuqu«  et  puelloo  d«  Iofd  upri  caedanhir.  ' 

bifc  toau  tiraj/'  l\'.  73S;  DüjfmlHinh  p.  hl'^i  vasthalteade.   (vf'  fMJ 

lin  «in  bebendiu  un^  niuoD  lorn  gein  oinBOi  wibo.   7711  al 

raff\.'m\'.    77fi-80l  i^r'-f^^l— 33.    UdlgM  frimmt  «in  o, 

)Af   tw,   olwr  indigFusn  i>,  314.     781)  praofipunm  nur  v. 

-85)  ioaciiut  r.  t)2T.    i^f.  iJier  aiith  Sorv.  vt  v.  l'il:   A.^lla  clviU«  « 

eondiliireeppelUU,  nui  ex  irmcieatU  (o/.  exioltia)  lUnuiDa  aliud 

^  bdihm  aonien.    mJid,wti.\\\.  IW- tiadnW    791) /.  loi^aon.    7961  mW. 

2,  fiSlth    796)  5K  üraffS.  4ä7  «( tutufügaii  gl.  tii  Prudent.  (i./.  (^ 

ilDpUa  tarti  Clm.  3uS  unif  31&e2  tu  //an.  V.  307 1  aplcnla  darU;  i 

mlmah  3U,  53G,  STUt  onif.  daradr  MlaJiv.  4,  14,  JViW»-f  ~ 

rdmu  d.  wb.  11.  789.    IUI'-»»,  dvf  ftwy,  II.  H18  VoUomhoo  V. 

'tmttliwingi'ii'la  l'itUker'  dliertelit.   /lal  dat  v-ort  ■mohl  nut  l 

b?)  rf.  A.  mit  beimitgnmii.    798)  iit  r^um  bfdfohblprf.  A.  bAdeohalp  iub'tml 

P4)  Serv.  in  i'.  724;  aul  diiripclos  dinH,  iubabües  nultciae.    818)  cn  v.  tOH. 

IJ  mW.  u*.  IU.  451''  Aal  widorwcekuiiee  reiuadlatiu.     888)  dir*  tcMnt 

le.  vimi  adj.  ger  su  sinii.    dvr  glostalur  wiirdf  dann  dat  ganta  to 

<täm  haliim:  dar  ii>li  das  alMa  fii^Mrcnrf  bin,  daft  mir  d«r  vatrr  wiräir- 

n  Uiird.    836)  t'gt.  mhd.  uA.  II.  2,  432*     837)  l  raitrittil.    S38)  mhd. 

840)  nur  dat  ndt-nrb  fiiid«t  tlch  bot  GfaffW.  743.    BliO)diet« 

wd  856  grhi-H  ifdai{fallt  auf  datiidhr;  und  da  SSI)  am  ntHdt  von  v.  äS! 

t,ioUtti»  titÜrtcU  SM  burrida  datdbtt  tu  ti^-hnt.     862)  Srra.  su  v.  300: 

I»  niirion*  nepnti  sun  cagDoraini  baec  rnUquit    8&4)  mhd.  »"b.  1>  220*; 

laim,  Hm«(<ar(irnlV.  2<JS':coliu»*i.'r»tpa»ö.     864)  »noltiuflt    867) 

LipknoiUii.   8e8)iHradüi'.  47li.  tnAd  ivb.  Ül.llil',  876)  J.  tuehfcl.  ih  VMt« 

861)  wat  tneitt  nealrum,  tutreiluH  alivr  auch  mateutiHUm.    itihd.  vi. 

ifuful''    A>Vr  ifronuf.?  tv  (i«rA>m.  «fiH.  »iMu«.  111,  46ä^    8 


.   ff«  Gra/f  itt  « 


■  iVnrf.   1.  AorMwM 


>3)  plepb«?  >'#■/.  gr«"»»-  in.  46».   904)  i  «tkbkk  907)  Ctv//'  weu  if<r  1 


HIE  DEirrsCHEN  vmfilLGI.OSSEN. 

■L  wegen,  welche  tu  äüvitm  verte  Üb  bUU»,  das  mort  alt  M)«lmm  a 

uvilrrer  ifleff  itt  unviitu  Ukxo  s./.  d.  a.  X.  3"2.  817)  im  Irniv 
\Vl  uad  gflkpkt.  921)vy'lTe;.gi.Wn.  922)  f.  Due>ü<:huii.  0271  Aöi^^l 
die  «rttvre  gl.  mit  iclJt  tpiis«!  gi  Jim.  C.  ji.  23%  sunamtumi  t  die  dimtakn 
tUmnirii  freilicli  nicht.  929)  Sen:  su  v.  IS:  TitiatiDS  et  Calvus,  i|ui  (hemat* 
utuni«  Ab  Vergiliii  diouerunt.    043)  (.  biigcuumler. 

lV)ic/uBachGerm.\].UindarMerahrift:eir«.   VII)  Garrn.  \\.p.20,2i: 
|rae kHchft.  lXJ(.el«uii.  X\\\) ich kemieu^edvr diu lal. mich dandimluKlH'VHtrt. 
.[X)'.aaiiUiirfBrnuiala.   \XXI Aji.hiber.  XKy.\)D.Cangii}.&ä'i- führtaut 
[(bN^.£ä'.Jun.in.3S6>an.-'>vicula]ierBXigu«,  quRo  vltriscug  ap|iellatiir'.   dazu 
\ttmtrktUeii4ehät'bi\t\it\nfMiRSMt  riiDlriicI(<  proBiiorixcui,  ■edBitni-iasCan- 
almitue  est  urdcu.  Papu>:flitrisouiig«EiuBRviB.  biioriasGI,  A«Krici,  Saio- 
oa  eat  wmia'.   agt.  gl.  M  Morii<,  quoUm  i.  p.  31 4'':  btluriuH  wni-nna.    Bor- 
Wtihp,  93iii  wrnun«  paiTv»,  i'iguIuH.   mrgl^M  vian  nun:  gL  Jan.  D.p.  M'i: 
■«trinCDK  ciuinugleii ;   Diut.  III,  2U2:  liitriscolus  kuuiBBll;   Mone,  anxmgfr  VII. 
i9ä,  613:  pstriicDlus  rhuniglio;  Gmff'W.  441:  [litriairulDE  koiibg,  tnhd.V't.  L 
||3'':  pilriseulus  kuaingü,  ao  erglebt  rieh,  dajt  uur«n<ju  dm  zauiikonig  if- 
\hnKl,  der  mgl.ja  hruU-  nueh  wrvn  hrifii.   iitrr  aadmf  Int.  foruum  >Ms 
tfmbaehp.  413'.  wrendo  Ut  JfdvnJaÜii  dtit  aUtrv  J'irrm ;  dat  nn  itt  tpi'ltr 
nd  tatttandmi ,  «n'u  dat  o/tw  im  ndd.  gtichitM;  tu  Held  bei  Etehonlmrfr 
U  ■.  li.  ingpsjnnc  yVr  ingeiindc.     XXXIIl)  I.  ortieonFtra.    die 
\tMh6  bBaeithnun^  fehli.    \XX1V|  f.  urlinal.    XXXVI)  lidgro?    XLI}fJ. 
'm.  £.  p.  20U :  VL'Bjia  et  crubro  |jü)  liorucix.   aUJem.  ßiidr  ich  m  tOHtl  uitbt, 
,VU)  I.  «peht.   U)  (.  Papilu.   l.HI)  CratfVI.  äiU  Ao(  nur  «ciirfJeUf  rt'nn™(A 
rJHhH  p.  iVfi  luvwld  sctbai-liey  aalvU  ufllvJiiatU,  alt  scharley  an.    LVIll)  I. 
ifl»t«kil*.    LXII)  Pulei  T  Oraff  III.  .132.   mAenbei  nrwähna  ich,  dafi  diei  waH 
V.  g.  tp.  S  a£i  bnlel  vorkommt,  ico  der  hxraatgeber  fäUchtich  m 
ille,  riaeart  siniebeln  denkt.   LXIV}  lächr.  gl.  bei  Moiw,  quellen  I.  ISif:  abro- 
anenit«,  gi.  Jim.  V.  p.  1011  =  Siiiiierl.  85'i  abrolanuai  aacrulliB.  .Vo/n*, 
IV.  2^9:   ibrutanum  anerulc.     LXXVII)  gL  Jim.  U.  y.  'i'16:  vflpriit 
A'ut.  II,  374;  breiDU  vnpi-caL  Ctmn.  IX.  p.  21,  3>t<':  veiiri 
XXVII  bor  kmiiie  ich  nieht;  tidlte  a»  aharn  lu  denken  leini  dtHu  hanitj| 
w  Georg.  11.  70  (ta  Clm.  3UG  onrf  21562;  «char,  ihor  itnAt  M  C 
p.  4W  autjungarji  gtauarm.    LXXXVIII)  twi  Cr^uf  III.  immdlba 
IsUranm.     CXIX)  die  quell«  diäter  iiorttelluug  te/ieinl  apoaaf.  4,  3  s 
ttie/m  darttellungen  gölten,  wie  er  iii^  dimt  rngmibugim  tilsi,  Jfndet  man  M 
hittoin  de  mt»  {l'arit  m'S)p.  IIT,  331,  346,5^3.  —  ich  öetnefk« 
titr-h,  dtfft  die  rrikmifolge  det  taUinitelien  thriU  van  LXIX— XCIV  ufU^CItl- 
"  bleibe  itl  wie  im  cod.  SQ.  2<.IU  (wi  Ihittirmer  1.  ■lü'i  und  2W. 


IV. 

20)  von  Grag\\A2\h  unlnr  D.  t^ltirrl  =  miKtillaoceii  1.22h'',  woieunder- 

tfite  \itm/ar  Uta» tieht.  4Z)  iril.hriD.  dat  irort  tiibit  itt  aine miithuiig 

■  aUfnat  n«d  olpvulii.    fi2l  ueb-rnglotte  nu  lelbaco  lamno.     58)  diete  gtiiti 

71  rand«;  Craff'U.  279  lieht  irie  sii  larri:  Srri;  erläutert  pultsre  dureh  » 

«undduiu  wird  rie  wohl  gehärm.    62)  titvff'iWibltiii^idaiiwortm 


AINMERKUNGEN  ZU  IV.  1 15 

reckt  ufiterziibrinffen ;  zu  levia  haheichpsaufeip^nr  vt*raniwortunf^  ff f stellt ^ 
meine  abschriß  i^ielit  es  als  über  murmui*  be/indlic/t  an;  die  vonsfruvtitM  ist: 
per  levia  saxa  alter  halen  steinen.  76)  v^l.  German,  IV.  \'1\\.  188)  am  rande 
von  L\  29Ü.  ich  ziehe  es  zu  tre|iitli,  indem  /(•//  ein  adj\  loupalin  anneltme,  f^e- 
bildet  wie  ahtalin  574,  lUOO,  24S0,  strüehaliu  2077..  pisuniVhalin,  ziiivalin, 
vorscalin,  slafilin  Grimm  zu  Itymn.  IL  10,  1,  zartilin  Selil.  ^l.  9,  15,  huorilin 
GraffW.  1012;  rasvlwln  und  flüstern  safft  man  vom  laube  besonders  f*y'rn  aus, 
daher  läubeln //»  klatschen.  Miuhü  für  flitterffold  Slalder  II. />.  l5»/riO.  so 
könnte  auch  hier  der  wallende,  sinfcende  kejsel  mit  einem  von  loup  abgleiteten 
adj.  bezeichnet  sein.  190)  battat  ist  mit.  J).  Canp^e  I.  024«.  198)  oroht  mhd. 
wb,\\.  1,442»',  ErnstA{)\SUa^en.  272)  Moho  / dunno.  296)  Graff'Wl  757  wohl 
richtiger  phlechun.  322)  Graff'l.  772.  eine  leidliche  erklärun^  wei/'s  ich  nicht. 
326)  ///  Ovidstetrastichon.  363)  mhd,  wb.  II.  1,  453",  Trierer  f^l  II.  0  Hnffm, 
373)  Serv, :  olivae  ita  a  lon^inquitate  noniinatae.  385)  ^^a*  worl  ist  zu  preciac 
zu  ziehen,  wozu  Serv.  bemerkt:  liae  cito  maturescunt.  also  rado  (Gr.  II.  1151) 
ripho  seil,  repun.  ebenso  a^'s.  in  den  ffl.  Jllfrici p.  lib"  {ed.  Sommer):  praecoqac 
ra^'dripe  viobcrigc;  praecoqiius  fruetus  ra*dri|»e  \ii'stni.  386)  Graff  W.  118 
coaequare  (dies  ist  eine  ncbenfi^losse  zu  conteiide)  kilihioou,  letzteres  wahrschein- 
lich aus  J'ichtifi'er  conjectur,  da  in  der  hs.  kilidiunn  fi;anz  deutlich  sein  soll. 
387)  Servius:  Amineum  vinum  dictum  est,  quasi  sine  minio,  i.  e.  rubure,  nam 
album  est.  396)  vuieo  ar?  405)  ebenso  ist  2^09  ein  flujsname  als  neutrum 
behandelt.  407)  riehtiffer  Graf/' \,  104  are|;islicheta.  4t67)  am  rande  zu  v, 
214.  463)  pivvahit ./»•/•  pivahit?  467)  das  kreuz  bedeutet  hier,  da/s  Graff  I. 
749,  M»o  er  das  worl  zweifelnd  unter  wintan  anführt,  falsrh  citiert.  473)  wie 
Grajf  IV.  S4>5  bemerkt,  .steht  dabei  die  (Serriani.srhe)  ^»7«.v.v«:  nc  ager  sit  con- 
cavus.  sollte  nun  ein  part.  act.für  pass.  hier  fälschlich,  verwandt  sein?  482) 
Graff' V.  732.  484)  Gr,  IV.  120b  uuelichiu,  aber  1210  uuilichiu.  485)  ivro 
verste/ie  ich.  nicht,  ebensowenif»'  is  50b. 

525)  Graff'Wl.  504  streicht  gi.  530)  am  rande  ohne  verweisun^szeichen; 
das  w(n*t  kann  ich  nicht  erklären.  583)  das  a  bedeutet  vwhl  ar,  vw  in  asca- 
phaniu  979,  a  stiuro  1757,  ana/ta  27b5,  afarenter  2974,  v^l  faholanc  203S. 
593)  Graff'X.  005 :  kizo|?aner.  736)  Graff'\\H\'3\)  befser  frambarc.  740)  Graff' 
IV.  334  unter  gagrason,  IV.  951  unter  heiin.  eine  deutun^  weifs  ich  nicht, 
743)  Gr.  I.  827  befser  uuilligun.  756)  ist  von  Graff  1.  770  init  recht  als  nom. 
sg.  auff^efafst.  861)  der  lateinische  te,rt^  v}elcher  coniantcs  als  adJ.  in  der  be- 
deutun^  'behaart  zu  sactas  setzt,  ist  hier  vtrm  ^lossatttr  falsch  verstanden, 
dieser  na/im  coinantcs  als  part.  und  saetas  als  davoti  abhün^^i^en  acc.  dah'r 
die  VHÜil  des  Wortes  zeisan  und  die  masculinendunfi'en,  880)  Graff  IV.  9S2 
führt  zu  V.  337  setis  haron  an.  doch  findet  sich  dort  nicht  das  lat^einische  wort, 
auch  sonst  kann  ich  die  f^losse  nicht  unterbring'en.  917)  das  deutsche  ist  nur 
eine  erklär un^  zU  nova,  zu  ergänzen  also:  laste  (michiles  sneuues).  924)  Graff 
111.  206.  deutlich  wird  der  sinn  durch  die  von  Schmeller  I.  1!)1  citierle  nebe?/- 
glosse:  sorbis  i.  e.  potionibus.  943)  ist  mir  ganz  dunkel.  987)  ///  dem  aus 
der  parallelstelle  Aen.  11.  473  itäerpolierten  verse:  lubrica  convolvit  sublato 
pectore  terga. 

1011)  Graff  II],  375  ?//ifcr  fatar ;  es  ist  aber  keine  deutsche  gl,  sondern 
folgendennajsen  zu  lestm:  gentes  scitarä.    vgl.  Servius:  po^)uU  Scv\.Väx^\s^., 


1  lü  IHE  itF:iTs<;nE.\  vii»;ili;lossen. 

dafs  a  und  ci  Ivicht  in  ///#•*»'/•  f'is.  zu  rfrin-r lispln  ii/td,  zfisjrt  Graff's  lesvng^  arcuin 
///r  circuui  1017.  10*2 S  yriU'U'ritab'udun::.  1149'  da  vun  den  bieneti  die  rede 
ist,  so  hat  hirr  das  /i"utr.  .si'ittfit  nlalz.  llöS'  /\y7.  St-rc.  z.  st.  1168)  endung 
des  neutr.  d.  h.  su  maiiatfiu  .seil,  ujiaz.  IITS-  das  anrivfiti^e  r  ist  stehen  ^e- 
bliehvn,  das  rivhti^v  iivü;td»rt.  1195 •  t'tira  j^itrcnchit  ://  erglänzen  1234)  d.  i, 
[pifuot'  nussi.  1248«  cit  ll*'fi:hf  hmch.  1276  raput  ist  in  den  folgenden  relativ- 
satz:  uude  altus  se  frunij»it  Kiii|»t*:i>  :.'*'I/a'-#v/  und  so  der  dat.  des  deutschen 
Wortes  zu  t^rkiän-n.  12S2  ^'/w//lll.  .iTT  h>'/srrt:  fatirlihuu.  1446)  Graff'W 
ti22  schreibt:  uz^rizuolian.    1487-  GraJf'W  .  '»21  bfßt*r  helteota. 

1580»  (iraff  -.1.  l-t'!  hat  dir  i/i:^>/n^6puftkt*'  ni'ht  Iji'auhtet  und  daher  auch 
zit  \ .  Ci'i'i  auj'^ej'ühvt.  1593 •  '»•  i^t  V'nhl  vin  vfi-h  wie  oeiui'ut  zu  ergänzen. 
1598»  GratJ'XW.  ailT:  trumituiiu->.  1611.  Gralf  III.  4Ms  li^st  Jälsvhlieh  scilt- 
falche.  1642)  diese  Jnrm  sieht  S'-hr  ndd.  aus;  wie  sie  hier  eunstruiert  werden 
soll,  weij's  ich  nicht  anzusehen.  16ö9i  zeiniii  ^eh'jrt  zu  kastilibus.  daß  hier 
die  deutsche  flösse  dem  unrechten  wuvte  hei^ef.inl  ist,  drängt  in  Verbindung" 
mit  den  oben  s.  51  an^^ejuhrten  m-juienten  zur  annähme  einer  abschrift.  doch 
ist  es  leicht  möglich,  dafs  verschiedene  thtile  zu  unterscheiden  sind,  wenn  man 
nämlich  einige  sprachliche  ungleivhmäjsi^keiivn  wie  ua  «14.  .'»^3,  2570»  neben 
uo,  [ettauelih]era  20  neben  sonstiiiem  -ero.  ferner  den  Wechsel  der  praefijce  ^a 
und  s'i  u.  s.  w.  in  rechnung  zieht,  und  endliih  berücksichtigt,  dafs  mehrere 
Schreiber  bei  dem  eintragen  der  glossen  thütiii  ::eu'esen  sind.  1678)  vgl.  Ser- 
vius:  Juppitor  aut  aer.  1G87)  die  stelle  muj's  der  Glossator,  der  io  ^omnis  als 
ein  wort  J'i{fsle,  gänzlich  misverstanden  haben.  16SS  cgi.  Serv:  fugae  pro- 
fectiouis.  1716)  sch^n  Gra/f  I\ .  ^lil  hat  in  heil  geändert.  1720»  dieses  wort, 
welches  Gra/f  [l.  IK'i.t)  viel  noth  gemacht  hat.  ist  nichts  als  das  lateinische  vicina 
aus  der  Servianischen  note:  huspita  uieiiia.  1743«  der  Glossator  scheint  hier 
freier  übersetzt  und ^i^va\)iima  zu  iloua  conslruiert  zu  haben:  geschenke.  schwer 
von  golde  und  geschnitzt  aus  eljenbcin.  daher  nehme  ich  die  form  nicht  mit 
Graff'  als  n.sg.f.  \}\.  o01\,  sondern  als  neutr.  pl.  1744'  Serv:  Dodoneos  i.  e. 
Kpiroticos.  1758)  Serv:  darum  siifiiuiii  i.  e.  faculam.  1763»  Graff  III.  143 
befser  criehporaiio.  1788)  vgl.  Gra/f  \.  41.  1798«  die  erste  funn  entspricht 
dem  tat.  bolla,  die  zweite  dem  deutschen  deganheit.  1805»  ich  erkläre  diese 
biUun^  als  einen  allerdings  sonst  nicht  belebten  acc.  pl.  auf  er  von  Hup, 
1879)  vgl.  Serv.  zur  stelle.  1891)  Gra/f  II  41^  richtiger  reitrihtiles.  1926) 
d.  i.  g'"ola  für  iapola.  1965)  plasas  ist  .v/.  flektiertes  adj.  neutr.  gener is. 
1974)  aiieipltes  scheint  zu  i»culis  dem  sinne  nach  construiert :  demnach  wäre 
zuivalteii  dat.  pl.  1979)  Serv:  siue  iiiore,  sine  exeniplo.  1982)  gagangengi? 
199Ö)  Gra/f  [\.  Ö'U;  befser  chvni'o.     1998)  5//  ergänzten:  slal. 

2015)  aus  Serv.  zu  v.  20.'>.  2025)  kann  auch  toruauti^in  lauten,  wie 
Gra//'  III.  \sn  hat.  2027)  /.  harir.  2034)  et  ist  undeutlich  und  Gra/f  IL  S4 
wird  recht  haben,  wenn  er  piloiraiier  liest,  vgl.  auch  Gra/f  II.  225.  2046)  des 
gutes  piv  2061)  was  dies  zeichen,  das  sonst  er  bedeutet,  hier  soll,  ist  mir  nicht 
klar.  2124)  es  ist  wohl  tiut'o  zu  ergänzen.  2127»  uue für  uuie  finde  ich  auch 
in  M.  2'J.  2139»  Serv:  manes  i.  e.  supplieia  quae  sunt  apud  luanes.  2143) 
dies  iöt  wohl  die  bei  Gra/f  III.  152  citierte  glo.xse:  nudo  pareiuo  /  .V.  V.  760. 
'^***7  ^i"  ^en..  gebildet  von  dem  gen.  pauos.  der  als  nom.  angesehen  wurde. 
21o7   «r»  ka/tn  auch,  da  u  sehr  undeutlich,  gi\  iiarnoter  in  der  hs.  stehn.    2183) 


ANMERKUNflKN  ZV  IV. 


II" 


118  lUE  DEUTSCIIKN  VIRIULGLOSSEN, 

digoum  abhü/i^i'fi',  so/tdrrrt  efiräfiztr  aifs  dem  vort^e/t  vt^rsfi  pro,  wie  die  prae- 
positiun  \ii  hoiveist.  2799)  GrtiJ/'W.  125  ändert  /alschlich  in  nidersihtigar. 
2817)  /.  prahhun.  2827)  das  a  fi'c/töH  wohl  nivht  mehr  zu  diesem'  glosse;  es 
könnte  die  lateinische  präpoxition  sein,  die  zu  soll«  zuffej'iif^twäre.  2831) 
Grajj!'  VI.  642  he/'ser  schefsteti.  2835)  da.s  h  kann  zu  dem  deutschen  worte  in 
keiner  heziehun^  stchn:  es  wird  irahr scheinlich  d(*r  vorhergehenden  zeile  zu 
vindicieren  sein.  2844)  soll  die  correctur  iuiht  ergehen  ?  2874)  Graff^  I.  756 
liest  schlechter  giuueiitteii.  natürlich  ist  das  wort  nicht  unter  wentjan,  sondern 
unter  hweiinjaii  aufzuführen.  2906)  piiapolemo  giebt  an  dieser  stelle  gar 
keinen  sinn;  das  allein  passende  ist  giiaifotiii,  wie  Graff'].  580  hat.  2929)  die 
form  j  aus  der  gehefsert ,  ist  vu)hl  zu  erklären  aus  dem  allen  stcraz ,  steroz, 
worüber  zu  igl.  Müllen  ho Jf  in  dieser  zeit  sehr.  XU.  21U.  ebenso  mufs  meiner 
ansieht  nach  farsterc  2Uti7  gedeutet  werden.  2951)  die  silbe  us  über  detn  a  der 
tat.  endung  soll  zur  erklärung-  des  deutschen  mascidinums  helfen,  2977) 
struhtioes  bei  Graff  VI.  714  ist  nur  druck  fehler. 

3020)  sclion  von  Graff  \.  941  ///  uuereta  corrigiert.  3027)  Graff  zieht 
IV.  283  g>{?t)za»liliaz  2//  dem  über  futilis  ///  der  vorigen  zeile  vorkommenden 
Vulcania  (arma);  dieser  annähme  steht  aber  der  umstand  entgegen,  dafs  der 
lat.  text  arma  ad  Vulcauia  bietet  und  demgemäfs  die  deutsche  glosse  in  den 
dativ  (seil,  ze)  würde  gesetzt  .sein.  3029)  vgl.  GraJfW.  1122,  wo  nur  haerct 
hians  nicht  als  glosse  zu  bezeichnen  gewesen  wäre.  3040)  hier  liegt  entweder 
ein  fehler  vor  oder  der  glossator  hat  violare  gelesen.  3046)  da  das  wort  ohne 
ve7'ioeisungszeichen  am  runde  von  v.  8'i6  .steht,  so  irage  ich  keine  ergänzung; 
gehörte  es  zu  subsidunt,  so  könnte  man  an  {jfistuUcnt  denken,  ivenn  man  Serv: 
reiuauebuiit,  latebuut  dabei  zu  rathe  zieht.  3059)  am  rande  bei  v.  887.  bezieht 
sich  das  wort  <7///' coiididit  im  v.  bMi,  .so  müste  inliez  geschrieben  werden, 
3077)  für  uutaruanth  vgl.  badewaut  7nhd.  ivb.  III.  683";  bei  D.  Gange  IV.  719 
finde  ich  nur  orale  als  kopftuch. 


V. 

2)  /.  naruuertant.  28)  vgl.  alts.  aftan,  ags.  äftan.  31)  bei  GraJfX,  350 
fehlt  wohl  nur  die  bezeichnung  VG  2.  55)  /.  mbchptk.  60)  /.  thuanc.  68)  5// 
drabaii  mhd.  wb.  \.  3S8\  73)  ist  es  reisij;.  welches  sonst  nur  in  der  composition 
lutreisi{i^  {Grajf  II.  543)  begegnet?  74)  /.  crbizzeucmo.  80)  die  drei  bildungen 
isarna  {Grajfl.  491),  isana  oder  iscna  {Pariser  gl.  40)  und  unsere  hiery  isara 
entsprechen  den  drei  namen  des  metalls:  isarri,  isau,  isar.  86)  7nhd,  wb,  II.  2, 
299''  gewährt  das  verb  siiDjyelii.  93)  üzza  gehört  zur  zweiten  häffte  des  lat, 
tvortes.  95)  es  scheint  hier  nur  verwartaii  ///  der  bedeutung  von:  für  etwas 
.sorgen  {mhd.  wb.  III.  532")  zu  passen.  109)  GraJf  setzt,  da  er  Clm.  305  noch 
nicht  kannte,  dies  wort  fäischh'ch  unter  t(iu{?au  (V,  370).  ich  erkläre  es  als: 
uiider  diu  ouj^uii  .seil.  \cr\\uiidet.  vgl.  mhd.  wb.  III.  s24":  wunde«  wen  in  den 
nabel.  über  diese  con.struetion  spricht  auch  JGrimm  kl,  sehr.  I.  320  yj?*.  — 
GraJf  IV.  370  citiert  ferner  aus  diesen  glossen:  siliquis  chcuun. 


BQ^     ^~~itr""TT"<5»»^Ä,"i^jr  'V*  •■!*• 


ANMERKUNGEN  ZV  VI.  110 


VI. 

5)  tn/id,  wb.  II.  2,  763K  7)  das  r  ä«/  wocä  einen  haken  an  seinem  of»ern 
ende,'  sollte  daher  haiseii  zu  /<».v<vi  sein?  21)  gehört  die  ff  lasse  etwa  zu  hart? 
23)  mhd.  wh.  III.  325".  26)  dies  wort  ist  undeutlich  und  mir  unverständlich; 
das  folg'ende,  am  rttnde,  gehört  aber  ehcnfalls  zum  /'irfrilischen  lasciva  und 
ist  von  sceroii  Graff  VI.  534  attzuleiten,  30)  /.  nb{?eseiüdilcn.  für  die  compo- 
sition  v^ls  halbctot  Jieinfrid  p.  47  Goedeke,  32)  sint////*  sunV  33)  ani  rande 
durch  verweis unf>;szeichen  (////'transversa  v.  S.hezof»en.  esfra^t  sich,  oft  rurffilin 
nur  ter{?um  fi'losjnert  und  dann  deminutiv  von  rucki  ist,  oder  ol)  eine  entstellung 
von  ruckiliii^iiD  darin  zu  erkennen  sein  möchte.  39)  das  von  Bethmann  noch 
auffi^eßilirte  vuas  ist  lateinisch,  40)  die  hier  er/orderliche  lM*deutun^  bietet 
das  mhd.  wf),  I.  (iOli.  ,  noch  nicht  Graff  IV.  737.  41)  mhd.  wh.  III.  160»'.  42) 
die  drei  ersten  huchstaben  sind  fast  ^anz  i'crwischt  und  ich  will  für  meine 
le^un^  nicht  einstehen,  der  zweite  theil  des  Wortes  könnte  von  rechan  abfceleitet 
wei*den,  wenn  m/in  z  nur  für  graphisch  von  c  verschieden  (wie  in  gcszh'*idc) 
auff([fst.  dann,  hätten  wir  rahc  für  räch,  doch  dem  sinne  ist  auch  dann  noch  nicht 
genüge  gethan,  47)  Nemnich  p.  227  gewährt  In'ldungen  wie  hangelbirkc,hangel- 
bim  u.  .9.  w.  vgl.  auch  hciif^ol  mhd.  wh.  I.  <il2''.  52)  gemeint  i.st  w-elleploche. 
69)  also  uuichan,  vgl.  iuuau  92.  73)  das  s  ist  falsch.  74)  wie  sehr  häufig  tb 
für  ht  geschrieben  wird,  so  finden  wir  hier  tch  für  cht.  80)  mhd.  wh.  II.  2, 
17(5".  94)  die  lesung  der  drei  ej*sten  huchstaben  ist  unsicher,  —  Bethmann 
^führt  aufserdem  lutch  unter  2(\  iunco  vvlgro  und  unter  70  tonde  sopide  auf, 
beides  sind  aber  lateinische  Worte  i  das  erstcre  {B.  II.  72)  ist  eine  glosse,  irelche 
durch  die  in  den  Buc.  der  hs.  consequent  durchgeführte  allegorische  erklärung 
der  ländlichen  personen  und  Verhältnisse  veranlafst  worden;  das  zweite  ist  vom 
herausgeber  für  iiicide  {G.  11.  3(;s)  verlcten. 

Berlin,  december  1860.  ELIAS  STELNMEVEIl. 


ZUM  YOCABÜLARTUS  SAXCTF    GALLI  UND 

DEN  CiJA)8SAE  KEllONia 

Bisher  srheint  die  zuverltifsigkoit  voyi  Jlattemers  ausgäbe  der  alt- 
hochdeutschen Sprachschätze  St,  Gallens  noch  von  niemand  in  zweifei 
gezogen  worden  zu  sein,  ivie  schlecht  es  aber  mit  dieser  vom  heraus- 
geber  so  entschieden  betonten  treue  steht,  mögen  die  folgenden  colla- 
tionen  des  vocabularius  Sancfi  Galli  und  der  keronischen  glossen 
zeigen,  welche  ich  auf  einer  behufs  neuer  vergleichung  des  Tatian 
unternommenen  reise  nach  St.  Gallen  anzufertigen  gelegenheü  hatte, 
vorausschicken  mufs  ich  dabei  die  bemerkung ,  dafs  Hattemers  facsi- 


120  ZLM  VOCABl LAIUIS  SANCTI  GALLI 

miles  durchaus  nicht  genügen,  um  ein  richtiges  bild  der  einzelnen 
handschriften  zu  gewähren,  sowie  dafs  die  letzten  blätter  des  voc. 
St,  Galli  durch  anwendung  von  reagentien  jetzt  so  sehr  verdorben 
sind,  dafs  ihre  lesung  nur  mit  äufserster  schxcierigkeit  möglich  ist. 

I.  Vocabiilarius  St.  Galli  ^).  j).  181  (der  hs.)  z,  2.  laup.*  1 9.  fr.st 
(mit  :  bezeichne  ich  einen  ausradierten  buchstahen).  —  183,  3. 
glöt.*  12.  zuisillochti/  —  184,  16.  uuintsciiilla,  (/«s  ersrc  f  diircfc- 
strichen*.  —  1S7,  13.  huuida.*  —  188,  15.  röter.*  —  189,4. 
durchgot*  (über  diese  o  s.  Halt.  I,  8*).  13.  haupit;  ebensogut  kann 
man  hanbit  lesen,  indem  ein  b  und  ein  p  in  einander  geschrieben 
sind,*  —  191,16.  tuten*.  —  192,  2.  umpiiico;  die  letzten  4  buch- 
staben  sitid  durchstrichen  und  darüber  ist,  wie  es  scheint  von  erster 
hand  culo  geschrieben.*"  20.  teliax*  trotz  der  anmerkung,  —  194,  7. 
§sti*.  8.  urtriii.*  11.  arcustic*  —  195,  11.  chädilla.*  15.  siiihhit* 

i 

17.  irdisc;  das  c  ist  aus  g  corrigiert,*  —  196,  6.  zit.*  —  200,  14. 

U  •         <u 

suin.* 

IL  Glossa;  Keronis.  Hatt.  p,  139"  z.  15.  lies  analazcente.*  — 
139'',  3.  tunchlo,  das  h  nachgetragen.*  6.  farlaitit.'*  —  140",  2. 
capiiitanü;  aufserdem  ca  auf  ras^ur  von  erster  hand,  32.  cotchund- 
lih,  das  ersteh,  nachgetragen,*  —  140'',  18.  conpetens.*  35.  humor; 
die  abkürzung  (der  letzte  zug  des  m  nach  rechts  verlängert  und  senk- 
recht durchstrichen)  hat  in  den  glossaj  Keronis  ganz  allgemeine  gel- 
tung,  wenn  sie  auch  vorzugsweise  für  us  steht,*  —  1 4 1" ,  23.  zwischen 
adstipulatus  und  camahchot  fehlen  die  worte  cafoacandi.  adiunctus.* 
—  141'',  4.  arsoiiarre.*  10.  crudilitas.*  16.  af  {nicht  aut!)*  34. 
Clara.*  —  143%  14.  cadhuing.*  23.  hinter  refuga  sind  die  worte 
arllohan  altergatio  ausradiert,  24.  altergacio.*  33.  alligotor. 
roächari.*  —  143'',  22.  pi|gezendi;  das  ge  nachgetragen,  23.  con- 
sequitur  steht  zweimal,*  Tl,  cakaruuui.*  32.  aliquandiu.*  — 
144%  31.  mitmemo.*  —  146%  6.  scauiuiont.*  24.  crauis.*  — 
146'',  3.  mo:ri.  7.  and::hra;  der  erste  der  beiden  getilgten  buchstaben 
war  r.  15.  qhuad.*  19.  zocant*  27.  farthroscan.*  —  147%  6. 
subliuia.*  7.  ^ruuep.*.  35.  ainualteinu.*  —  147'',  8.  qhäd.*  9. 
qhuidit.*  18.  uuidaruuert  verbefsert  aus  undh-.*  24.  arzucche.* 
nemananibit  verbefsert  aus  neman)bit.*    28.  zouuuilon.  —   148% 

*)  eine  vergleichung'  der  auf  hiesiger  kön.  bibliothek  {ms.  germ.  4°.  629) 
aufbewahrten  abschriften  Lachnanns  ergab  an  den  mit  Sternchen  bezeichneten 
stellen  dieselben  abweichungen  von  Ilattemers  texte,      Steinmeyer, 


S5w: 


UND  DEN  GLOSSAE  KERONIS.  121 

20.  ar:uirrit.  30.  zoauu:rbithu.  —  148**,  11.  pidharlihror*.  II. 
hinter  zoasouuam  fehlt  dieglosse  Natabat.  Souuam.*  23.  fraiiiahha.* 
27.  hquelando.*  36.  zoali(|licinaiie.  —  140",  1.  zoahangane.'"  3. 
zoacam.*  4.  ingä.*  5.  inc<^hoo;  das  zweite  o  von  zweiter  hand?* 
15.  tecum.*  29.  q:o(1.  —  149'*,  1.  cothazatlan  cornc^jcr^  aws -am. 
3.  foiniuorphan.*   17.  zim])rot.*  26.  adsiini : : :  t.  31.  suntaniuinda ; 

dasianfrasur. —  151*.  10.  kluinni.  21.  himilicu.*  —  151'',  14. 
inpugiiacionc.*  15.  abrizuni.*  29.  remjlacio.*  —  152",  16.  st:arc; 
r  amradiert,  —  153\  15.  baccuin.*  32.  hi/Ila*.  das  übergeschriebene 
^von  zweiter  hand,  33.  iniiiiidcia;  das  zweite  i  unter  der  zeile  nach- 
getragen,   34.  pika:an. —  153'',  13.  iiuinit.   21.  firnü:dandi.    30. 

hii*  scaflb  c  hd*  conditor;  die  beiden  hd  id,  h,  hie  dcost)  beziehen 
sich  natürlich  auf  die  Umstellung  der  worte  scail'o  und  conditor.  — 
154",  3.  eddo*.    23.  kiiiozsaiiiot.*    36.  Cünliga::tc;  ga  ausradiert, 

—  155",  9.  eher  irskilhan*  als  irskidian.  13.  tcsts  c'und«»ü.*  — 
155\  34.  lutunihoro.^  —  156",  l.  aiithezza.*  27.sclit.*  --  156'', 
6  ff.  könnte  man  ebensogut  uuertiih,*  uucrthiiiiga ,^  uiicrtlihostoa* 
lesen;  es  kommen  zwar  sonst  verschlungene  rt  in  der  hs^  nicht  vor, 
aber  es  ist  doch  ein  deutlicher  utiterschied  zwischen  diesen  rt  und  den 

h 

gewöhnlichen  st,  s.  6.  in  uuerlHhostoii,  wahrzunehmen,  12.  dulti  daco.* 
17.  celsa^  31.  uana  iinipi  aufrasur  von  erster  fiand,  —  157%  33. 
uestiparn.*  —  157'\  12.  cenubimii  —  kisamaimiiga  sind  am  rande 
von  erster  hand  nachgetragen.  21.  chatäpiuni/  —  158",  7.  kiniah- 
cbondi;  über  dem  di  steht  ti.*  23.  conllectus.*  —  15S'',  2.  laii- 
puuiio".  10.  euidentur.*^  19.  irtrokhe:net;  X  ausradiert.  24.  cridpat. 

—  160",  23.  oparoston.*  25.  rharkella.  36.  soauuonti.*  —  160'', 
5.  kisigibd/    7.  spolndor.  —    161",  9.  syidius*;  der  linke  schenket 

des  y  ist  oben  zu  einem  kreifse  zusammengekrümmt.    31.  imurfindi. 

—  162",  3.  coinquinator.*  15.  zislitran*  {deutlich  so).  22.  kitoal.* 
24.  kis:critanl:  t  ausradiert.  31.  curliinam.*  —  162'',  27.  forlaz- 
zit;  das  erste  z  dvrch  rasur  halb  getilgt.    —    163',  14.  kientoincs.* 

20.  ps:eudo.    27.  pihandi.*    31.  drizog.*     34.  grekiskuii.*    — 

163'',  4.  flega.*  —  164\  14.  kiuuisV  28.  kileiddit.  —  164",  34. 
aaz.*  —  165\  17.  kiscei'it.  30.  keintun:::ca.  35.  doclrin^.*  — 
165'',  35.  zisVithii.    —    166'',  8.  decropitus  n  kiproh."'    11.  urniot. 

—  167%  26.  diiiciunt.*    29.  disinirc*    30.  irileolihan.*    33.  de- 


■22 


Zm  VOCAIIIJLAIUUS  SANCTI  CAIJJ 


mentibiis.  —   ItST'.  15.  liolitlosil").    32.  riialilueluf ).   • 
4.  cmiga  piüncbet.    7.  ir.iliiit'pi:t;  a  taivrailitTt.    14.  i<mniua.' 
princip'iini.  —  I69\  IS.  ihuruhsiaiilcnteni.' —  ITft*.  7.  kithüi 
|-25.  Iariiik[in.*    —    I70\  Hl.  allinualus.*   —    171',  2.  iruaal4 
,  earri^iert  am  -an.     18,  7auhit.*    25.  kiuftil  lerhtfsfst  aus  -iil. 
',  3,  einmai-i  (iiiehi  abaekänf;  dm  »  ist  wie  sehr  gewöhnlich  i 
J  \dtti  I  anfgeselsl;  dasselbe  gilt  von  den  anmerkungen  au  s.  158' 
|181.'  Sl.trdsa.*  3.'j,  uhirikaiit.*  —    172'.25.  thaniian.  —  1' 

^4.  ai^enituum;  ailiW.'    36.  incoctum.*    —    173",  14.  kahorit 
t  32.  moht.*  —  17:^^  Ift.  kouiimheo.    28.  ahsicoa.    34.  finmial 
■  174'.  20.  ius::  IrtusrnrfiVrf.    —    175',  2.  siiueke.'    35.  fan^ 

,  3.  s'ulla.*     U.  falili':  Tat  von  erster  hand  Hachgea'a§ 
.  gjJarondi.*  29.  tfelesia.  —  176', -Lfobnlii.*   13.  fi^aniH.  1 
^7&.  n.nacfihat  mlhahd  auf  rasitr.    20.  ft'ieritas.  —    177^  I 
fudiicis.*  21 .  fremt  reinul.  29.  plzzont.' — 178*.  15.iinluuurt(kttiV 
•22.  rouilia.-    23.  kiiUiliilä.'    28.  (jalliho."  —   17S\  29.  hiufnit 

180*,  I.  siccatiiJna.'    21.  Jinil  cndi  mm  ritbricator  geichriehmr  ' 
ES.  faAiisIa;  tr  aachgetragen.  —    1S0\  3.  kiriimo.*    12.  scepandi.* 
l  uiianni;  das  a  iV(  an»  einem  andern  bitchstaben  gewacht,  wie  et 
elieini,  ttui  \x-  —  I^T,  30. -suiiit  aufrasiir.  —  IS2S  S.  kiktinthit^^ 
f^iA.iiakKai;  der  er^e  strich  des  m  ist  geU'lgt.  —  1S3',  24.irn:hhitb 
|S&.  nif-ri.'    20.  ilaz  ist  erist  isL;  das  erste  ist  h'ilh  aitsradieri. 
1*183'',  31.  tranchü.*  —  184'.  15.  iucrcia.*    17.  es  bleibt  doch  n 

1  ah  lililliir  Sil  tesen.    21.  piz'uhil.    23.  anabDekcndi.*    27^ 
iemüiit.'   32.  iiisuperpirc'  —   IS5\  16.  pttuloiili.*  —  186',  l|j 
lätmodit  siehrr.    14.  kW.'    29.  sohUit.'    —    186''.  26.  :::iu;  iaU 
|aM>r(»'r«r(.    2fl.  iilaLimit  vom  mwi'fe»  strich  drs  m  im  auframr. 
P187MI.  iiiiiillnnl.    18.  (ie(iuc;ti[.  —  1S7^  lO.fi'Jhbanum  (Vi 
ff^  Boj.    12.  pizkiuxzil.*    IS.  anastqiliit.'    —    IbS*,  5.  ioh.  ioE! 
|.kl'  19.  hlutlaret.-  —  t88M3.lililicnla.' —  ISflM.kiskeit«.^ 
.  Lhmiiu.*    IS.  ahtnDräi.'    19.  rircmiiupiirioo«».*  —  190\ 
pn'miiiihti  ki:::uuürfun:  tan  aiutadierl.  —    191*.  11.  riili.  dp« 

-  IUI',  2.  manriiis.    9.  marsubiü.  —   192*,  9.  sfl.*    10,  marttcil 
Parciis."     27.  libtaü.*    —     192'',  1.  kiiioditan.    4.  iiuoslil. 

luülihlie».*     12.  Mh(^o.*     23.  conit-iilus.*     28.  icoAntcAemltel 
jpervsti).  —    193*.  1.  kil^porod.*    23.  miteHiii.    29.  suuaizi.* 


<)  diitlluvlar  |„ 


üiW  DEN  (il^SSUC  KERONIS. 


II 


194;,  20.  manom.'  —   i91^  1 1.  krisl,  ~   195'.  6.  proHio.' 
(?).    27.  stt  anfmtu  der  s.  20S  .ter  h.  ist  eine  seile  frei g 
ifsen.  35.  Diüam-*  —  1!}5\  lO.m-oht;  eausij/emocAt.  —    I96"J 
niine.    —    197',  1,  pliirim.'    IS.  aiiho.'    22.  tinrpdiumeay 
U  m  fitpr.  corrigiert  zu  sein.    —    19A  I.  iiucliirnus  teie  oii* 
Ui)\  IS.  abgekUrvt.'   2.  corb;.'  34.  oiifur.'   —    \'M\  1.  olera."i 
2.  olor'.    H).  «nies.*  —  199%  IG.  inHii"»'^-*  —  200*.  20.  ffai 
—  200N  3.  nuskibhhan  wie  140^,  IS.*  S.uuidt.'   2S.bar^ 
:tula.-    —    201',  29.  puplicamis  wie   U0\   IS.'    —    201*. 
'koetkiiiCTandi."    5,  puerura,  abgeküni  wie  M0\  IS;"  vgL  t.  I 
[•ebenso  nimiruin  2il2%  27.    (7.  ein.    S.  kjpuraii;  ilits  zioeiu  c  deg4 
\{cc)  I5(  sti  eimm  o  ziuammengeflofsen.     IS.  pihüijjpus.* 
itnfern  ranile  von  s.  22S  der  hs.  sieht  in  iluo.  —  202'',  I .  qneastuarS.* 
SS.süpKulicn.' —  2(i:i*,  I0.(|iiüruni<lam.*  IS.fo'i'.  2I.hiiudibliera  ' 
mahdi ;  heni  a«/" ramr  ^Ir  malidi.    —    204*,  7.  laket.*     10.  ki- 
liroVlora.'  —  204',  ti.  reciuu.'  H.  kitliidic*  —  205',  17.  reliq'a,' 
36.  retc*   —  206'.  17.  säri.*    31.  ilcliiiin,!.'     32.  aciuilic:auitj 
j  aw9rnib'ert.  —    206%  4.  pnniosiii  probarac'l.    7.  ('li*.  —   207^ 
]3.  uniiipiWn.*    37.  sccia;*  t/rr  siceile  sliich  ites  a  loar  narh  reo 
■lüngirt,  iliett  forUetaung  aber  iiu  durch  steei  punclt  gr-lilgt.  ■ 

30.  sioclciictum.*  —  208*,  5.  expremit.    13.  i:ma^'ii?. 
ipireK.  —  20S%  14.  kimaliil.*   19.  solcmni.*  34.  rf(»  sitvt'H  sulai 
abgekilratmelW,  (S.  ~  209*,  IW-arporu.'  —  20lt'',  2n.suscepit.* 
21Ü',6.8cwruiiiM!(eI40%18.'  28. speclaluin.*  ~  21üM.8Cü|h 
suoii*  (itrfer  »cupsteumi).    —    21]',  9.  spannus  to(>  HO'',  18.' 
.  titiilal  (■sic.'J'^.  —  21 1*,  9.  i»lal'  ö  nnui").  24.  solus  wie  UO*. 
.'  —   26.  aßpus  («M>  140N  18)  usüa.    27.  subprimis  loie  140'', 
.•   —    212',  12.  liijcgopugi.'     19.  pitreinü.'     31.  kiliaiu  —  , 
2\  10.  unhreini.'     17.  roninlilcmli.*    —    213",  14.  triiluiu 
diuuJa,*  conigiert  nm  ditama  (ebenso  s.  6.  214*.  18.  UrnJin 
firmiitil).    —    213''.  2.  »uusKitha;  s  ttits  z  aerbefaert. 
ipliani»;  p  atmadiert.  16.  cutriaruä  wie  I4(>%  IS.    19.  3di^nt.*;J 
sflihUi.   —   214*.   1.  uui^ziithon»'!.    14.  edh.i'niil.* 
ili.*  —  215'.  6.  *uifaU.'    11.  UHUS  ww  140%  18.*    12.  p'unlo,S 
;.  ullulütm.  —  215%  9.  ueinerat.   17.  u.-ciililia.   28.  lan|»:L  zet^ 
veridtlmgm;  vgl  äa.  ianbazimt  und  dm  ul  iler  gl.  K.  auf  Bm 


124 


ZUM  VOCABLiUnillS  SWCTI  UALU 


mer*  faaimiU  s.  b.  in   consuminsiil ,   kinetnanl.    —    216*.  1 
liruii-lbsUl,*  —  216\  30.  acchanim  «w  14Ü\  IS.*  —  217'i 
piHi:U.   —   217^  12.  iilkikuiul.  35.  unius  im  140'',  18.  —  2l| 
l  Duihirtnneiis. 

Alle  verbef»er>m<ien  u.  dyl.  falhii,  icmn  jiicht  itusitrücklkh  4 
ntMl  bemerkt  int,  dir  mim  hand  an.    wu  m  deT  hs.  tin  b 
mabe  durch  einen  oder  atehrere  jiuticle  getilgt  tcird,  Hube  ich  i 
ralt  Hitr  itareh  eilten  pimct  angedeutet,    foji  llattemers  ongM 
r  teilenanßnge  ikr  hs.  sind  folgentit  su  berirhtigm:  p.  13  beg 
hä  t'Mo  uiidiuiiili.*     17.  fartribit.*    27.  nboli."    29.  zürsduui 
'30.  znmieol.*  32.  cothnxaltan.*  ^3.  hrinit."  34.ilanle.*  3 
41.  ariniluatrium.*  43.  unkithiuii."  44.  saxi  candidi.*  46.  scinufl 
50.  fbllaxuht.*   53. 1  summitiia."    54.  pihauuuam.*   55.  suscopHi 

>.  sCJrmuuafaa.*  5S.  in  ijaei.'   fil.confiisa,"   64.  unniflzlihhemT 
|^7tNUearbores.*  69.  cantale.  73.  occiduiilur.*  74.  serui  niilitiim.* 
i.priimit.*  76. pihabut.*  79.pnisten.*  83.kepant,*  87.pRihton.* 
I.  edhosuntpuil.*  9S.  pilisÜnüDdi.*  100,  lierizohon.*  103.  uFchid 
Kl.'     107.  t  iTpeiik.*    112.  irpitil.*     tl6.  perspiciic*    117.1 
biUiareru.*      119.  aiTerire.*     120.   luimtTalc*     121.  ralclioM 
|26,  famulus,'     129.  Tun  imu.'      i:i3.  ofto.'     134,  rcprnsa^ 
|96.  irnmadr.'      137.  leorlih  |  lu>sla.*      138.  kidriuuJdha.* 
reokt^n."     143.  dod  nliler.*     147.  kharrfiWir. '     1  tS,  dei  r 
\49. 1  paupM.*    154.  edh«  suuelgari.*    160.  tirsiirntiid.*    162.  aiM' 
'  164.  chuuelaii.'    170.  iuforn."    173.  irsniielhan.'    175.  lir- 
aiW     177.  irlosari.*     180.  einie  ki'pnndi.'     139.  inanoa  ([uod.* 
l03.  leit  uiiafannes.'   194.  ticiuptalio.'  197.  kiiuundit.*   198.  edho 
pmparunka.*  199.mil)balit)ia.' 202.|Mruntan.'  211.nian|jiistenii^g. 
■13.  ekiero.*     219.  urpuhhi.'     221.  pitit.'     223.  inreiioabili^ 
(24.  tranc*    228.  i^lhu  mil.  diu  koflid.'    229.  khnehtperan.* 
nkunka.'    240.  irhludiL*   243.  fdisa.'  244.  edli«  akhara.* 
fdlio  sitiumi.*     247.  ki  zza.'     248.  unpipitan.'     257.  kiporani 
(60.  kisiriuni.'    261.  felisnm.*    262.  edho  kiuuirktiilha.'    2ß3.< 
t  ein'kaiil  plates.*    265.  adascauuunku.*    266.  in  anlhra.* 
|i»mizan.*    273.  st'lihhi.*    278.  uiiiziiiunc."   279.  uiinari."   2^ 
^uten.*    286.  rchihari.* 

/um  xrhlvfi  Kill  ifh  noch  hemerkfn .  daß  auch  die  glostm  'i 
iPthhf.  ich  leeijm  der  kürze  der  mir  ziigi^mefBenfn  seit  1 
IdfAtijr  ansrkm  konnte^  bei  Halt.  I.  232  ff.  sehr  fehlerhaft  1 


»tmm^m 


UND  DEN  GLOSSAE  KERONIS.         125 

gegeben  sind;  es  fehlt  z.  b.  s,  277.  die  glosse:  Pilus  in  albuni  mutatos 
colorem  ut  grint  tacit,  s.  180.  mufs  es  heifsen  lobeleia,  s.  273. 
slenchida,  s.  276.  nahtigalah,  s.  295.  stcJnnn  u.  dgi 

Leipzig.  E.  SlEVEIiS. 


ÜBER  DTE  LIEDER  HART.AIANNS  VON  AUE. 

Die  lyrischen  gedichte  Ilartnianus  sind  uns  fast  ausschlierslich 
durch  die  alten  liederliandschriften  überliefert,  vulislandig  allein 
durch  C  mit  GO  Strophen;  li  giebt  28,  A  nur  10.  und  auch  in  der 
reihenfolge  der  einzelnen  gedichte  zeigt  sich  A  vollkonunen 
unabhängig  von  den  beiden  andern  sannnlungen.  denn  wahrend 
diese  von  B  C  1  bis  B  28,  C  32  mit  einigen  naher  zu  bezeichnenden 
abweichungen  parallel  laufen,  ersctheinen  in  A  die  zwei  gedichte, 
welche  diese  handschrift  mit  der  genannten  reihe  gemein  hat,  um- 
gestellt und  voran  geht  ihnen  ein  lied ,  welches  C  erst  in  seinem 
selbständigen  theile,  also  nach  C  32  bringt. 

Betrachten  wir  erst  die  reihe  BC.  si(»  zeigt  eine  nath  bei 
B  18,  C  22,  wo  ein  sechsstrophiges  lied  beginnt  (MS F.  318  fll), 
das  seines  Stils  wie  seiner  geringen  beglaubigung  wegen  —  E  weist 
es  Reinmar,  m  Walther  zu  —  für  unecht  gehalten  werden  mufs. 
es  mag  auf  der  letzten  seite  des  B  C  vorliegenden  liederbuches  ein- 
getragen worden  sein,  bis  dorthin  zeigt  die  Überlieferung  folgende 
gestalt: 


Bl 

Cl 

iMSF*205,l*) 

2 

2 

205,10 

3 

206,10 

4 

20ö,l 

3 

5 

*  208,8 

17 

4 

6 

207, 1 1 

5 

7 

207,35 

10 

8 

208,32 

8 

6 

9 

207,23 

9 

9 

10 

208,20 

11 

*205,19 

7 

12 

*209,5 

8 

13 

209,15 

^)  Mit  einem  stern  siod  die  liedanfan^e  bezeichnet. 


E126 


ÜKER  DIE  LIEDER  ILARTMANNS  VON  iUE. 


12  14  '206.19 
II  IS  2UÖ.29 
10               16  207.1 

13  17  '2Ü9.25 

14  IS  2fl9.37 

15  19  210.11 

16  20  210.23 

17  21  '211.20 
f  cnlsteliimg  dieser  ersten  reihe  kann  man  sich  so  ' 

ftolleu.    die  «'inzigen  zwei  unter  dicüen  fünf  Itedern ,  welche  % 
einem  vom  lüehK^r  beubskhligten  und  ausgesprodioDen  i 
)»enhaiige  stehen,  shid  206,19  (drei  strophenl  und  207,11  (S 

l|lro|)hen).    und  teil  n'  iemtr  hben  schlii-fst  die  erste  Strophe  4 

ß06,19,  Ich  sprach  ich  wolle  ir  iemer  leben  l)e);iAnI  207,11. 
|6nnen  es  deshalb  für  keinen  zufall  ansehen ,  wenn  die  hs.  A  auB 
nf»KT  ganzen  reih«  nur  diese  zwei  gedieht«  und  zwar  in  der  iiatär- 

Ijchen  folge  bietet,  su  ilafs  jenes  auf  welches  das  andre  sich  herul 
iesem  vorangeht.  206.1Ö  ist  A  4.  5.  6..  207,11  A  7.  8.  9.  j" 
bas  in  A  vorhergeht  1.  2.  3.  ist  gleich  C  42.  43.  44.   davon  »pifl 

■ie  incidenz  der  ^wci  umstände  der  zusammengeUörigkeit  d 
^fihnlen  zwei  gediehte  und  ihres  isolierten  vorkommen»  in  A  ford 
i  dem  versnobe  auf  von  hier  aus  die  enlstehung  der  reihei 
-17,  C  1—21  zu  begreifen. 

Zuerst  von  dem  liede  207,11.    es  ist  nothwendig  i 
tehicken  dafs  Haupts  anordnung  der  Strophen  dieses  tons  sich  4 

Hie  allein  rie4iligp  nachweisen  läfst.    207,11  ist  deutlich  genug  ■ 
yngaugsstrophe;  die  drei  207.35.  20S.S.  20S.2Ü  sind  in  dieser 
plge  durcli  innere  lieztlge  zuünniinengehatlen :  20S,S  nimmt  den 
^danken  der  in  den  lelzlen  vier  verBeii  der  vorhergehenden  Strophe 
tiuigespruchen  worden,  in  negativer  form  auf,  während  20S,20  die 

Bahre  für  dennoch  unverloren  erklärt,  welche  der  dichter  208,13 
1  bßklagtin  schien,     die  Stellung  von  207.23  zwischen  207,11 

tnd  207,35  kann  nun  nicht  mehr  zwcilelhaft  erscheinen,  da  man 

Paie  Btrophe  sonst  an  den  scldufs  versetzen  müsle,  »as  des  sinnes 
wegen  ninhl  geht.  207.23  ist  der  dichter  traurig.  abp,r  resigniert 
und  will  sich  auf  keine  unedle  weise  rächen;  d.is  kann  unmi^glicb 
mein*  gesagt  werden  nach  slropbc  20S.20,  in  welcher  der  wünsch 
uuh  versAhnuDg  nüt  der  gelieblen.  nach  hersteüung  des  frühe^ 
ürhaltnts^es  ausgesprochen  worden  war.    208,32  ist  eine  palinoj 


ÜBEH  HIE  LIEDER  ILVHTMAIVNS  VON  AUE, 


1211 


I  sä'Ji  etflBiillipb  Dur  auf  diu  vrsw  !ttra|ihc  due  Heiles  bRSielit  un^ 
blurcli  V»  i^bublkh  luacbl  daTs  limo  ciumul  eine  abgesondert 
KU'iUKuführlliitlie.*)  zu  liuzweiliitn  tibeidaisditeingaDgastrüphe 
Mlich  mil  don  übri^ea  zu  verbiudeii  sei,  ist  kein  gruiid.  dafs 
r  üburgatig  des  gedunkeiis  von  der  ersten  auf  die  zweite  struplie 
er  und  diii'eb  heiue  cuiijunetioii  gemilderter  ist  braucbftj 
uicht  iiuf^uralleii.  vgl.z.b.dus  leUt«  gediebl  des  von  Hausen  54,2& 
iilt  entars  in  viht  yeweni  unmiltelljar  Ibl^t  kh  it»!  Ivon  den 


'  Die  liä.  A  bat  iiun  die  zwei  ersten  atro|jbeii,  dann  die  letzte  unfl 
IlMlinoilie:  alles  in  riebliger  Ordnung,   ntir  Uic  zwei  slroph« 
B,36.  2(I8,S  ftililün.    dies  k^inri  niclit  die  gestall  gewesen  suiu,  1 
MF  die  Vorlage  von  HC  das  lied  iliren  beiden  sproIseB  vef 
beltc:  denn  diese  vurlajtc  hatte,  wie  B  nacbweist,  die  palinodi 
Kh  gar  nicht  und  die  scliiursstropbe  20S,2U,  welche  sie  ailerdin^ 
VTeoo  haben  m^g.  war  iiuch  nirlii  als  zu  unserem  bede  gehOr^ 
UDiit  worden,  wie  ebenlalls  aus  II  ersichtlich.  Iki  weldier -t 
1,2»  oacli  dem  zweislrophigen  liede  2il'J,5.  2U!),15  folgt. 
l  kaum  zwoirdliaft  scheint,  waren  es  die  wortc  2l)S.2ü  mir  iiMJ 
mjir  vil  unverlum  in  welchen  der  orduer  einen  besug  auf  dl* 
e  fttrophe  des  Uedea  'iO^.ö  zu  linden  glaubte,  eine  an  palinodie. 
der   Strophe   hier   ihreb   unberechtigten  platz  anwiesen, 
erdem  niuslc  auch  schon  in  der  vorläge  von  BC  die  erste 
Lphe  uiisers  gedichtet  mil  jenen  beiden  in  A  fehlenden  uingcben 
Mcn  sein  und  zwar  in  der  Ordnung  dafs  aU  erste  slroplie  des 
feobls  nun  2US,S  ei'schicn;  dann  kam  ilie  würklicb  crsle  207,11^'« 
pn  nicht  die  zweite  sondern  2117,35.    lievur  die  torlage  von  BCj 
1  da  ualürliclicii  Ordnung  zuwider  laufende  geslaU  bl^kaIn| 


■  *)  nun  Riebt  dint  «icli  a«s  do»  v«r)clii«doai<n  vDr»a«si>lKUii|ten  d«r  ergt« 
I  dar  «tropbe  2Uä,^Ui    iu  dieser  wiimr.lile  er  nur  uuj»  mlicin  inA  iraltin 

mjtAen.    hier  tat  es  *Un  hnrnira  sii  weit  dats  db  datou  nicht  mohr  ■ 

i«/rowiT  gilt  udrr  E<^ltcn  «ill,  wülin-iid  ia  dci'  i-rslcn  (trfl|ilie  dor  dicht« 

in  itirait  nufgeboD  zu  walkD,    mliglifh  aber  ShI  immerhin  und  did 

frlitfcrang  ipricbt  dafür  d»U  der  dieblrr  die  foliMadeii  struphva  bi«  3ti6,9fl 

tt  b«t  in  der  abiivht  diu  zu   uuuiDWHndtiiieD  üuraenini;«!!   itf 

t  SUT.ll   KU  loilijnni,   «as  alJurdini^i   bursei'  dunli  don  v<i|l»Uudisaq 

iwruf  I  dl«  tcrointrUo  alra|ibe  2()h,;i^  g«9i-li«ti, 

V  fciuD  uur  di«  nein  Aah  DBcb  d^r  ilbiiigi<  2oT.tl 

ir  vri'bunileucn  midiru  fuljcra  die  mit  ihr  in  tin 

B,4ina  dlo  vereinKnlle  |>aliDudJa. 


El  28 


tüEH  DIE  UEDEn  HAHTMANNii  VON  AUE. 


miutc  die  Überlieferung,  wenn  wir  iiiclit  nii^n  iiitHrklärlinhen  1 
faJI  wallen  Ursen,  nur  die  erste  und  zweite  sü'0{ihe  dea  liedee| 
boten  baben,  tkuieo  duDn,  da  nach  ihai'ii  kein  räum  I 
jiwei  folgenden  ao  die  seit«  geaclirielx-ii  wurden,  nach  den  dar- 
Ijele^ten  ündci-ungcn,  weiche  die  vorläge  BC  erlitt  ixt  dann  die  er- 
gänzende und  ordnende  hand  van  C  zu  bemerken,  welche  die  pa- 
linodie  eintrügl,  allerdings  am  unrechten  plat/e  nach  2Ü7,3&,  dafilr 
aber  die  letzte  sli-ophe  an  den  gebührenden  ort  stellt,  also  die 
flberUeferung  BC  katmtc  ursprilriglidi  nur  die  zwei  ersten  Strophen 
deB  liedes  207,1 1,  A  kann  immerhin  die  vier  stru)ihen  aus  seiner 
I  vorläge  abgeschrieben  haben. 

■  Das  sweile  der  beiden  in  rede  stehenden  liedcr  206,19  (drei 
■Strophen),  aeigt  in  der  überliefftrung  »nei  besonderheilen,  einmal 
E'itchl  es  nur  in  A  am  richtigen  plalze  vor  dem  andern  liede.  wäli- 
'  rend  es  in  BC  nadi  dem  liede  20!>,5  folgt,  ferner  ist  die  stropben- 

fülgc  in  it  die  umgekdirte.     beides  erklärt  sich  aus  demselben 
gründe.    2(16^9.  das  ursprftngiicb  wie  in  A  auch  in  einer  millel- 
baren  vorläge  voll  BC  vor  lied  2l)7.II  gestanden,  sollte  in  nodi 
sichtbareren  Zusammenhang  gebracht  werden  dadurch  dafs  sogleich 
auf  )i)ii  ir  iemer  leben  das  Ich  tprack  ich  woUe  i'r  iemer  lehen  folgte, 
itiesen  zwi^ck  erreichte  man  durch  Umsetzung  der  Strophen.    Ai^ 
selbe  erhielt  sich  in  U.  während  C  das  rechte  wieder  herstellle. 
auch  liier  war  A  befser  herathen-  die  Umstellung  aber  halle  natür- 
lich nur  dann  einen  sinn,  wenn  das  lied  2U7, 1 1  würklich  mit  seiner 
ersten  Strophe  Ich  sprach  ich  tDolte  ir  iemer  khai  nnfängt.    da  dies 
Lia  BC  nicht  mehr  der  fall  ist,   B  aber  noch  die  umslclhing  der 
■ütrapheD  in  20C,ld  zeigt  so  isl  anzunehmen  dafs  sie  zu  einer  zeit 
myw  stdi  gegangen,  in  der  das  lied  207,1 1  nur  durch  die  ersten  zwo) 
P  Strophen  vertreten  war  und  zu  vermuthen  dafs  die  lOsung  jenes 
znssmmenhangs  durch  die  der  ersten  Strophe  von  207,  U  vonge- 
,   setzte  andre  20S.S  sowie  das  bestreben  einen  neuen  zusammen- 

■  hang  herzustellen  einen  redactar  von  B  C  bewog  das  erste  lied  an 
I  das  ende  seiner  samudung  nach  B  9,  C  13  zu  setzen,  zunächst  noch 
I  in  uuigekehrier  orduung  die  dann  C  corrigierte. 

I  Die  furlaetzung  der  Sammlung  durch  andre  llartmannsch« 

Bklipdergeht  nun  in  BC  von  unserm  Uede  an  ihren  ungestörten  weg. 

■  an  die  stelle  des  von  seinem  platze  vertriebenen  206,19  trat  in 
r  BC  ein  anderes  lied,  das  A  nicht  bat,  205,1   und  zwar  zunücbsl 

d.  h.  noch  in  der  vorläge  von  B  C  nur  mit  den  zwei  ersleu  sitrii{ihi.>li. 


CBK»  die  I.IKIiKH  l[AnTMA.^NS  VON  MX. 


itnd  wir  setifQ  auch  ulwh  deu  grund  (Ül-mct  ciaelKitilg.  der  schluEs 

iler  tweilpci   atrophe   ilii^sra   lieüen   liriii^t   driisi-lh^n   gcilaiikcii, 

vrelcher  auch  in  der  bei  BC  der  iH-aten  de»  Ymy»  207,11 

i;oheiidim  elrnpliu  2(lS,S  auRges|ii'acheii  wird:  ob  ich  mit  «rnneti  ntht 

gtHienm  kan .  lid  bin  ich  altermim  »ehuldee  an  =  ilaa  mir  dd  nit 

•■.  iSfX  habe  ich  selbe  undam:  d\\ht  ich  s«  leerl,  sl  hetr.  mir  gfl4nel 

der  ailfiewuudte  ge«ichtsi)utict  wird  noch  emprohleo  durch 

biüii  besaiidci'ii  vurKaug  >u  C.    djc«e  hs.  giitbt  alhun  alle  HlrDphcn 

•  taotä  200,1,  abur  uicht  iii  der  richtigen  futfte.  die  dritte  atrophe 

liinlidi  200,19  nach  20ä^0,  als  oh  sie  xum  tun  207.11  gch&rte; 

di«  stelln  ist  i-rklürlich  (lurdi  die  nuhe  Verwandtschaft  der  gi^danken 

Itrigchen  der  atrophe  205,10   und   tneicr,  ullcTtlings  nicht  diT 

Kten  das  liedeü  207,11,  in  deiieu  «icii  ancb  iloi'  dichter  jitlhsl 

iner  geliebten  gegeotiber  die  schuld  hcii)iir«t  (207,35.  20ä.S). 

)  »ipjle  letale  sli-ophe  aber  20ti,l  und  die  selbatAndiee  20ß.l0 

\ad  nicht  in  der  natürlicbeo  folge  in  C  »ach  der  eralon  und  ;!wciten 

ruptae  eingefügt,  suuderu  unigeki-hrt.    durch  dieau  aiukebrung 

i  wieder  erreicht  wa»  durch  die  unvcrüQdortc  Stellung  vielleicbt 

Hrduukell  wurden  wäre,  eine  dcuUicbc  verhiuduni;  darvh  wiitdir- 

lalune  desselhru  gettaukenii.   es  scbliefat  «o  das  erste  lied  20&.1 

II  michn  lieht  niht  tmtlers  iniin  min  selbes  aeert  und  darauf  fulgl 

)  MlTOph«  2l)8,b  Ac»  liedvs  2U7,&,  deix'U  vei-ne  wir  oben  gelesen 

:  das  mir  ild  nie  ytloHc,  des  kabe  ith  selbe  undanc  n.  s.  w. 

Sm  ist  nun  ersit^iüich  wurom  ich  nicht  mit  Wiluinnna  (xatlir. 

1,150)  wegen  der  atclliing  von  It  d  von  da  ab  cineD  naditiag  in 

T  Vorlage  vnn  HC  verniuthe:  weil  aich  in  diesem  falle  wie  in  iem 

t  Shnlicheu  C.  1 1  ein  üusamnieiihang  des  sinits  mit  dem  voraus- 

ibeoden  i«i};te.    \an  aeJireilrern  wurden  slrophca  nachgetragen. 

e  kOnimerleu  sich  weder  um  moludie  uudi  uni  oielrum  wie  sie 

ft  beide»  nicht  darxuatellen  baUen,  wenigHti-iia  nicht  mehr  in  dieioi- 

oinzetoe  gcdanken  konnten  genügen  um  einer  elruphe,  di« 

Heh  ihrer  übeneuguug  dem  vurlingeiideu  lied«  fehlte,  den  richtigen, 

X  aber  such  einen  lalüdic»  platis  antuweiseu. 

Uetracbtcn  wir  nun  was  aus  tief  hespructienen  reihe  sich  fOr 
die  bcKchalleuheit  des  ku  gründe  'liegenden  liebes verhAltniases 
scJtliel'Keu  bfae.  der  dicliter  ist  im  dienst  einer  dame  20S.1.  13. 
2&,sieistseine»r(><M20&,H.  10.  206,2.  200,6.  18.  uri'tiHt 209,18 
ist  nichl  jirAgnaul  aU  'geliebte'  lu  fafnn  da  en  dem  vlnit  gegen- 
über steht,  er  klagt  dafs  m  ihja  aidil  l<ilum  207,23.  imX  22, 
Z.  f.  0.  \.  neu«  tolfts  111.  U 


;hluEs  1 

nken. 


130  ÜBER  DIE  LIEDER  IIARTMAXNS  VON  AUE. 

(lafs  er  haz  für  liehe  finde  208,15,  ilafs  ihm  niegelanc  208,16,  dafs 
er  tröstes  dne  ist  209,S,  dafs  wahrend  dt?r  ganzen  zeit  seines  dieii- 
stes  ihm  die  tage  lang  geworden  209,12.  207,4.  etwas  andres  sagt 
auch  das  lied  207),!  nicht:  seine  heständigkeit  hringe  ihm  wenig 
freude  205,5;  die  dame  begehre  seiner  nicht  205,14;  sein  dienst 
gehe  ihr  nicht  zu  herzen  205,19,  sie  meide  ihn  205,25.  ja  selbst 
der  ausdruck  200,10  mir  häi  ein  wip  geiidde  widerseit  braucht  uiclit 
auf  einen  plötzlichen  bruch  hinzudeuten ;  so  kann  sich  auch  jemand 
ausdrücken,  gegen  den  seine  geliebte  sich  schon  längere  zeit  spröde 
erweist,  auch  was  der  dichter  über  die  Ursache  ihrer  harte  angiebt, 
sein  wandel  205,12.  24.  200,3  und  msin  205,16,  also  seine  fehler 
als  anhaftende  eigenschaftcn  und  seine  thorheit,  dann  sein  unwerth 
206,8.  208, ib  stimmt  mit  dieser  auflafsung.  wenn  er  würklich 
sich  vergangen  hätte  durch  untreue  oder  indiscretion  und  dabei 
wie  hier  das  Verhältnis  doch  fortzusetzen  ^^ünschte,  so  würde  er 
sein  verschulden  wohl  nicht  zugeben  und  sich  schwerlich  so  aus- 
drücken wie  in  den  vv.  205,19.  23.  25  If.  200,1  If.  207,35  ff.  an 
der  letzten  stelle  s[)richt  er  sich  ausdrücklich  untreue  ab,  aber  nicht 
in  der  form  einer  Verantwortung  gegen  erhobenen  Vorwurf,  sondern 
zur  begründung  des  in  der  vorigen  Strophe  ausgesprochenen  ge- 
dankens,  er  werde  trotz  der  härte  seiner  dame  sich  an  ihr  nicht 
rächen,  sondern  fortfahren  an  ihrem  wohl  und  wehe  herzlichen  an- 
theil  zu  nehmen,  der  tod  des  herrn  mag  dann  hinzugekommen 
sein  um  dem  dichter  das  Verhältnis  ganz  zu  verleiden  und  ihn  zur 
kreuznahme  zu  bewegen,  in  den  kreuzliedern  zeigt  er  sich  be- 
kanntlich von  der  weit  ganz  losgelost. 

Eigenthümlich  sind  allen  licbcsliedern  dieser  reihe  hindeu- 
tungen auf  die  lange  (lauer  des  Verhältnisses:  von  kinde  will  er 
ihr  gedient  haben,  von  je  her.  der  ausdruck  206,18  sit  der 
stunt  deich  üfem  Stabe  reit  zeigt,  wie  der  dichter  twn  kinde  in  der- 
selben Strophe  206,12  verstanden  wifsen  wollte,  dafs  dies  aber 
nicht  blofs  für  diese  einzeln  stehende  Strophe  gilt,  lehrt  die  erwä- 
gung  dafs  das  ihr  vorangehende  lied  205,1 ,  im  gleichen  metrum, 
beinahe  dieselben  gedanken  und  empfindungen  zeigt  wie  das  lied 
207,11,  welches  wieder  ausdrücklich  einen  gedanken  des  liedes 
206,19  in  dersellien  form  aufnimmt,  die  allgemeinem  ausdrücke 
205,7  langen  wdn,  207,21  vil  gedienet,  20S,9  ie  manic  jdr,  208,32 
dd  her,  20(),26  ie,  207,4  die  swivren  tage  sint  alze  lunc  müfsen 
also  auch  in  dem  erwähnten  sinne  verstanden  werden,    die  eben- 


Ober  die  ueder  hartmanns  von  aue.        i3i 

falls  die  länge  des  dienstes  beklagende  erste  Strophe  des  liedes  209,5 
wird  man  deshalb  nicht  anders  fafsen  dürfen,  wenn  nun  die  Vor- 
aussetzung eines  von  je  her  bestehenden  liebesverhältnisses  in  allen 
he.besliedern  einer  durch  die  Überlieferung  angedeuteten  reihe 
wiederkehrt,  so  niufs  man  versucht  sein ,  andere  lieder  anderer 
gruppen,  in  denen  etwa  der  ausdruck  von  Kinde  oder  auch  allge* 
meinere  wieder  vorkommen  mit  unsem  in  beziehung  zu  bringen. 

Nach  dem  unechten,  das  auf  die  letzte  seite  des  ersten 
liederbuches  mag  geschrieben  worden  sein,  geben  BC  nunmehr 
zwei  lieder  gemeinschaftlich:  21 1,27  (drei  Strophen  B  23.  24.  25, 
C  27.  28.  20)  und  212,13  (drei  Strophen  B  26.  27.  28,  C  30.  31. 
32).  in  dem  ersten  dieser  lieder  klagt  sich  der  dichter  der  unstcete 
an,  wodurch  er  ein  skvtez  wip  verloren  habe,  diu  bot  mir  alse 
schwnen  grnoz  daz  st  mir  ermigte  lieben  wdn  2 1 1 ,38 ;  als  sie  aber 
seinen  wankelmuth  erkannte,  da  entzog  sie  ihm  ihre  gnade,  aber 
das  gereicht  ihm  zum  glücke,  er  ist  nun  einer  stCBten  nndertdn,  an 
der  er  seine  bestandigkeit  beweisen  will,  hier  fehlt  der  hinweis 
auf  die  kindheit  und  sehr  auffallig  wäre  der  gegensatz  der  gesin- 
nung,  wenn  das  hier  gebrochene  liebesverhältnis  jenes  aus  der  ersten 
reihe  bekannte  sein  sollte,  statt  der  schmerzlichen  und  reuigen 
resignation  der  gedichte  205,1.  207,1 1  ergiebl  sich  hier  der  dichter 
sehr  gl(4chmülhig  in  sein  Schicksal,  ja  leitet  noch  dciraus  den  vor- 
thiMl  ab,  nun  in  einer  neuen  liebe  sich  als  beständig  erweisen  zu 
können.  al)er  auch  der  Vorwurf  der  unstcete,  den  er  sich  ausdrück- 
lich macht ,  passt  nicht  auf  jenes  uns  bekannte  liebesverhältnis. 
nichts  gab  dort  aniafs,  an  eine  besondere  einzelne  vergehung  der 
geliebten  gegenüber  zu  denken,  auch  hat  dort  der  lod  seines  herrn 
die  trübe  Stimmung  nach  lüsung  des  liebesverhältnisses  festgehalten 
und  gesteigert,  während  wir  ihn  hier  unmittelbar  vom  verlust  zu 
neuer  liebeshofTnung  sicli  bewegen  sehen,  er  ist  bereits  einer  an- 
dern dame  unterthan. 

Das  zweite  lied  212,13  ist  eine  mahnung  des  entfernten  an  die 
geliebte:  *sie  möge  ihm  seine  abwesenheit,  deren  Ursache  ihr  ja  be- 
kannt sei,  nicht  bei  seiner  rückkehr  entgelten  lafsen.  durch  Unge- 
duld beweise  man  seine  liebe  nicht;  vielmehr  möge  sie  die  gebotene 
gelegenheit  benutzen  und  ihre  beständigkeit  während  seiner  ent- 
fernung  bewähren;  auch  wolle  er,  wenn  sie  ihn  bei  seiner  rück- 
kunft  freundlich  begrüfse,  ihr  um  so  eifriger  dienen,  aber  freilich 
frauen  solle  man  nur  Schmeicheleien  sagen:  da  gehe  es  jenen 


132  TBER  DIE  LlEDEIi  IIäUTMaNXS  VON  AUE. 

sclilimm,  die  zu  getreu  seien  um  zu  lügeu\    auch  hier  keine  anspie- 
hing  auf  den  langen  hestand  des  liehesverhallnisses;  die  Voraus- 
setzung ist  dafs  das  gute  einvernehmen  heider  hehenden  bedroht 
sei  durch  die  lang  andauernde  ahwcsenhcit  des  dichters,  welche 
vun  der  danie  nicht  so  aufgefafst  wird  wie  dieser  es  wünschte, 
was  ist  das  für  eine  abwesenheit?  ich  glaube,  an  eine  kreuzfahrt 
ist  nicht  zu  denken.     212,18  daz  si  vil  wol  wesse  war  umb  ich  $i 
meü  und  der  gedanke  212,27  —  wenn  sie  ihn  bei  der  rückkunfl 
nicht  wie  er  im  eingang  furchtet,  schlecht,  sondern  gut  empfängt, 
so  wird  er  ilir  das  lohnen  —  waren  unter  der  Voraussetzung  eines 
kreuzzugcs  sehr  unpassend,    aber  212,21  ff.  ist  dunkel,    was  soll 
das  heifseu  was  die  ersten  drei  verse  zu  sagen  scheinen?  'es  gicbt 
niemanden,  der  seinen  geliebten  so  häufig  sieht  dafs  er  nicht  uu- 
willkürlich  an  ihn  denken  nnlste,  oder  dafs  er  sich  erwehren  könnte 
an  ihn  zu  denken,  das  ist  kein  zeichen  von  besonders  tiefer  liebes- 
emplindung.'    also  man  sollte  meinen  der  haulige  anblick  der  ge- 
liebten person  werde  schmerzliche  Sehnsucht  in  den  kurzen  Zwi- 
schenräumen von  einem   besuche  zum  andern  nicht  aufkommen 
lafsen.  nur  schmerzliche  Sehnsucht;  denn  nur  diese  konnte  ja  häu- 
figer besuch  hintanhalten,  nicht  aber  freundliche  erinnerung  oder 
treue,  die  ja  vielmehr  durch  denselben  genährt  werden  nuiste. 
dem  ist  aber  nicht  so,  sagt  der  dichter,  sondern  die  schmerzliche 
Sehnsucht  stellt  sich  dennoch  ein.    unwillkürlich  ergänzt  man  vun 
hier  aus  den  gedanken:  'wenn  du  mich  aber  öfter  sehen  willst  als 
du  mich  siehst  und  dies  erreichst,  so  wirst  du  deiner  quälenden 
gedanken  in  der  zeit  meiner  abwesenheit  doch  nicht  los.    also  be- 
scheiile  dich  u.  s.  \\\     statt  dessen  lesen  wir  ohne  Variante  212,23 
daz  ei^eiget  he.rzecHcher  liebe  niht.    man  darf  sich  nicht  verleiten 
lafsen  etwa  phliht  zu  conjiciercn,  denn  der  vers  hat  seine  antitlicse 
in  dem  folgendt^n:  so  ist  unser  sumellcher  heilen  alze  (alse?)  lanc 
daz  ein  wip  ir  skvte  an  uns  erzeigen  mac,    also  Sehnsucht  ist  kein 
zeichen  waiu'er  liebe,  wohl  aber  treue  oder  auch  nur  freundliche 
eriimcrung  bei  langer  abwesenheit  des  geliebten  ein  beweis  dei* 
State.  —  der  dichter  mag  durch  das  sunder  sinen  danc,  welches  mit 
der  unwillkürhchkeil  auch  das  verdienstlose  der  Sehnsucht  zu  be- 
zeichnen scheint,  von  seinem  ursprünglichen  gedanken  abgelenkt 
worden  sein,    wenn  wir  uns  denselben  aber  in  seiner  oben  ange- 
nommenen gestalt  reconstruieren,  so  leuchtet  ein,  wie  sehr  dann 
unsere  stelle,  gegen   die  Voraussetzung  einer  so  lange  dauernden 


CBER  die  IJEHER  IIARTMANNS  VON  AUE.  133 

abwespiiheit  als  die  eines  kreuzzuges  spricht;  bei  einer  solchen 
konnte  doch  nur  von  der  sehnsuclit  nach  dem  wiedersehen  über- 
haupt die  rede  sein,  nicht  von  dem  wünsche  nach  häufigerem  be- 
suche, auch  unser  sumeVcher  212,24  geht  nicht  auf  kämpf-  oder 
reisegenofsen.  der  dichter  stellt  nur  sich  mit  den  andern  mannern 
der  gemeinsamkeit  aller  frauen  gegenüber,  die  in  dem  niemen2i2,2i 
liegt,  das  lied  ist  eine  etwas  ironische  Strafpredigt  für  die  unge- 
duldige dame.  die  den  ritter  qufdt  durclk  kaltsinn  oder  begünstigung 
andrer  wenn  er  zu  lange  ausgeblieben,  er  mochte  ein  j)ar  nieilen 
entfernt  wohnen  oder  in  der  that  zu  längeren  reisen  veranlafst 
sein;  jedesfalls  wünscht  er  dafs  sie  in  der  Seltenheit  seiner  besuche 
eine  rücksicht  für  ihre  interessen  erblicke,  dabei  kann  man  aber 
einigen  verdacht  gegen  die  nufrichtigkeit  seiner  gesinnung  nicht 
untenirücken.  vgl.  besonders  den  ton  der  letzten  Strophe.  —  nichts 
bezieht  sich  also  auch  in  diesem  liede  auf  die  liebe  der  ersten  reihe: 
derart  als  herrn  der  Situation  haben  wir  dort  den  dichter  nicht  kennen 
gelernt,  nehmen  wir  an,  es  gehöre  das  lied  in  eine  frühere  zeit 
jenes  Verhältnisses,  dessen  losung  uns  in  dem  voranstehenden  ge- 
dichle  erzählt  wurde,  das  empfiehlt  sich  auch  durch  die  nachbar- 
schaft  der  zwei  lieder  in  den  hss.  und  die  am  schlufse  beider  vor- 
kommenden repetitionen  und  annominationen  mit  statte  und  g(phe. 
Wenn  man  die  folgenden  nur  in  C  stehenden  lieder  über- 
sieht —  das  einzige  214,34  bringt  auch  A  —  so  scheinen  die  bei- 
den kreuzlieder  zu  anfang  und  am  ende  ihnen  eine  gewisse  Selb- 
ständigkeit zu  sichern  als  einer  geschlofsenen  reibe,  einem  lieder- 
buche,  dem  dann  noch  je  ein  lied  vorgesetzt  oder  am  schlufse 
auf  leer  gebliebenen  Seiten  oder  auf  einzelnen  blättern  angehängt 
werden  konnte;  doch  mufs  diese  Wahrscheinlichkeit  einer  stärkern 
weiclien.  nach  dem  kreuzlicd  210,35,  (1  33.  34  folgt  ein  lied 
212,37  C  35.  36.  37,  in  dem  eine  frau  sich  über  ihren  geliebten 
(friunde  213,3)  beklagt,  der  zwar  süfse  worte  zu  sagen  verstehe, 
aber  falsch  und  treulos  sei:  andre  frauen  aber  treffen  befsere  wähl, 
liest  man  das  lied  nach  212,13,  von  dem  es  in  der  hs.  nur  durch 
die  zwei  Strophen  des  kreuzliedes  getrennt  ist,  so  erkennt  man  in 
ihm  leicht  die  anlwort  der  frau  auf  jene  nicht  sehr  loyale  er- 
mahnung  des  ritters  an  s<'ine  ungeduldige  und  mistrauische  geliebte, 
es  ist  sehr  hül)sch,  wie  sie  auf  die  letzte  Strophe  seines  liedes,  in 
der  er  so  viel  von  seiner  stitle  und  ungeschminkten  aufriebt igkeit 
gesjirochen,  einfallt  Ob  man  mit  lügen  die  sele  neii,  so  weiz  ich  den 


134  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

(fer  heilec  fV,  — ;  sin  lip  ist  alse  vahcheUs  sam  daz  mer  der  ünde, 
wenn  sie  dann  von  seinen  süfsen  Worten  sagt  dafs  er  ihrer  so  wis 
sei  daz  man  si  mähte  schriben  so  passt  das  selir  gut  auf  den  r<lson- 
nierenden  Vortrag  und  die  schlufsannominationen  des  vorangehen- 
den liedes  '^).  auch  in  21 2,37  ist  liebe  von  kinde  nicht  vorausgesetzt, 
ja  vielleicht  ausgeschlofsen,  wenn  man  213,12  der  mir  noch  niemen 
guoter  touc  auf  liebesverliältnisse  vor  dem  gegenwärtigen  bezieht, 
diese  ausschliefsung  gälte  dann,  wenn  212,37  antwort  auf  212,13 
ist,  auch  für  dieses  und  befestigte  somit  den  schon  angenommenen 
Zusammenhang  zwischen  212,13  und  21 1,27,  jenem  liede,  aus  dem 
wir  erfahren  dafs  Ilartmann  durch  untreue  eine  geliebte  verloren, 
sich  aber  die  sache  nicht  sehr  zu  herzen  genommen  habe,  der  ver- 
tust sowohl  als  die  Stimmung  des  dichters  dabei  scheint  uns  nach 
der  analyse  von  212,13.  212,37  sehr  naturlich. 

Aber  weiter  gehen  die  lieder  dieses  liebesverhältnisses,  das  wir 
das  zweite  nennen  wollen  nicht,  gleich  das  folgende  213,29  C  38. 
39  hat  den  verdächtigen  ausdruck  dafs  der  dichter  die  dame  'alle 
seine  tage  hindurch'  gepriesen  habe,  wir  können  demnach  eine  in 
B  nicht  vollständig  erhaltene  reihe  annehmen  von  drei  liebcsliedern 
211,27.  212,13.  212,37,  deren  thatsächliche  grundlage  nicht  die 
der  ersten  reihe  sein  kann,  angehängt  wäre  diesen  iiedern  ein 
kreuzlied  210,35  von  gleichem  metrum  und  gleicher  gesinnung 
mit  jenem  der  ersten  reihe  209,25.  dieses  mfiste  aber  vielleicht 
nur  durch  falsche  Stellung  des  blattes  an  den  vorletzten  platz  ge- 
rathen  sein,  die  liebeslieder  nun  unserer  zweiten  kleinen  Samm- 
lung handeln  wie  die  der  ersten  von  dem  bruche  eines  liebesver- 
hältnisses und  wie  dort  finden  wir  auch  hier  zwei  gedichte,  die  sich 
auf  einander  beziehen. 

«s  sind  noch  übrig  die  Strophen  C  38  —  60,  213,29  ff.  wir 
werden  an  jedes  einzelne  lied  die  frage  zu  richten  haben ,  ob  seine 
Voraussetzungen  mit  einem  der  zwei  gefundenen  liebesverhältnisse 
(I  und  II)  stimmen,  oder  ob  ein  drittes  anzunehmen  sei. 

213,29,  C  3S.  39  kann  nicht  auf  II  bezogen  werden,  da  hier 
Hartman u  seiner  dame  friunt  213,38  zu  werden  wünscht,  was  er 


*)  der  muthwiUe ,  sich  selbst  aus  dem  munde  einer  betrogenen  geliebten 
seine  siinden  ins  gosi<*ht  zu  sagen  entspränge  dann  derselben  übermüthigen 
stimniang,  die  in  212,13  den  srhalk  hinter  der  maske  des  weisen,  nur  vielleicht 
zu  aafri  cht  igen  freundes  hervorblicken  liel's. 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VOX  A[IE.  135 

dort  213,3  ist;  und  dafs  wir  nicht  etwa  nn  eine  frühere 
Periode  dieses  Verhältnisses  denken ,  hindert  der  ansdruck 
213,31  der  ich  alle  mine  tage  guotes  jach  und  iemer  gihe,  durch 
welchen  unserem  liede  sein  platz  vielmehr  hei  1  und  zwar  na- 
turlich in  einer  periodc  zugewiesen  würde,  in  der  er  noch  nicht 
friunt  war. 

214,12.  C  40.  41  ein  abschieAlslied  an  freunde  und  geliebte 
vor  einer  reise,  aber  keiner  kreuzfahrt,  zu  der  der  ausdruck  ichn 
weiz  ob  si  der  sele  iht  frumt  (==  zweites  büchl.  148)  nicht  passt.  un- 
mittelbar gewährt  dies  gedieht  keine  anknupfung  an  I  oder  IL 
da  aber  beinahe  der  ganze  gedankeninhall  der  beiden  Strophen 
sich  im  zweiten  buehlein  wieder  findet  v.  121  iL  145  fl\,  das 
/weite  buehlein  aber  sonst  dieselben  Voraussetzungen  zeigt, 
wie  das  weiter  unten  folgende  lied  216,1,  so  wird  die  bestim- 
mung  des  letzterem  zu  gründe  liegenden  Verhältnisses  auch  für 
214,12  gelten. 

214,34,  G  42.  43,  A  1.  2  kann  jedenfalls  nicht  auf  I  bezogen 
werden,  da  die  dame  in  ihrer  antwort  an  den  boten  erklärt,  den 
dichter  selten  gesehen  zu  haben ,  ihm  ein  vil  vremedez  wip  zu  sein, 
nichts  hindert  aber  an  II  zu  denken,  hier  wäre  also  die  anknupfung 
joner  beziehungen ,  deren  bruch  die  drei  lieder  der  zweiten  reihe 
zum  Inhalte  halten.  A  und  C  geben  nun  noch  eine  Strophe,  die 
MS  F.  fehlt,  A  3,  C  44,  Walther  123  E,  s.  lieder  u.  buehlein  17,13, 
Larhmaun  zu  Walther  120,24.  sie  ist  allerdings  nicht  mit  den  vor- 
angehenden zu  einem  Hede  zu  vereinigen,  kann  aber  immerhin  von 
llartmann  als  selbständiges  lied  gedichtet  sein,  in  der  Strophe 
MS  F.  215,5,  A  2,  C  43,  Walther  122  E  haben  wir  die  überaus 
artige,  wenn  auch  ablehnende  antwort  der  dame  gehört,  darauf 
bezüglich  sagt  der  dichter  in  späterer  zeit  Min  erste  rede  dies  ie 
vernan  (dafs  es  die  erste  war,  bezeugt  215,8.  10)  dienpfienc  si  deiz 
mich  duhte  guot,  später  aber  sei  sie  erkaltet,  die  allein  in  E  und  s 
als  Walthersch  folgende  weitere  stropbe  Swer  giht  daz  minne  sünde 
8l  u.  s.  w.  ist  durch  nichts  als  eine  sehr  allgemeine  ähnlichkeit  des 
Sinnes  mit  der  unsrigen  verbunden  und  rührt  von  einem  dichter 
her,  der  wegen  seines  versscblufses  tet  ich  weder  Walther  noch 
Hartmann  sein  kann,  der  grund  aber,  aus  welchem  Lachmann 
Strophe  A  3,  (\  44  llartmann  abzusprechen  scheint,  dafs  Ilartmann 
nur  nach  langem  vocale  ni  auf  n  reime,  nicht  auf  kurzen,  fallt  weg 


136  ÜBE«  DIK  LIEDER  IIARTMAN.NS  VON  AUE. 

durch  Krer  364S  gewnn :  henan.    wir  gewännen  also  durch  diese 
Strophe  wieder  einen  Beitrag  zu  11'). 

215,14.  f]  45.  46.  47  ist  ein  daktylischer  jubel  über  erhörung. 
man  braucht  aber  nicht  an  mehr  zu  denken  als  an  seine  aufnähme 
in  den  dienst,  es  gehurt  deutlich  zu  I  (215,29  si  was  von  kinde  und 
muoz  me  sin  min  kröne) ;  deshalb  kann  er  natürlich  immerhin  den 
tag  verherrlichen,  an  dem  er  sie  zuerst  gesehen  215,14.  das  schei- 
den 215,30  wird  nicht  auf  eine  bevorstehende  reise  zu  deuten'sein, 
sondern  nur  auf  die  trennung  in  den  Zwischenräumen  seiner  be- 
suche ;  s.  21 5,22. 

Darauf  folgt  216,1  C  48.  49.  50.  51  ein  monolog  der  dame, 
in  dem  sie  erklärt  gegen  den  willen  ihrer  verwandten  die  winter- 
nächte in  den  armen  ihres  geliebten  sich  verkürzen  zu  wollen,  ein 
entschlufs  ebenso  schmeichelhaft  für  den  dichter  als  die  compli- 
mente  auf  seinen  geist,  die  er  sich  durch  die  dame  II  sagen  lälsl 
der  deutliche  bezug  auf  215,14  erlaubt  es  wohl  auch  dieses  lied 
und  somit  auch  214,12  I  zuzuweisen;  vgl.  nämlich  zweites  büch- 
lein  97.  157.  309.  314.  315.  363.  465.  576;  s.  oben  über  214,12. 
216,29,  C  52.  53.  54,  jenes  trotzige  lied,  in  welchem  Hart- 
mann sich  von  der  hohen  zur  niedern  minne  wendet,  er  klagt  er 
^ei  von  einer  hohen  dame  twerhes  angesehen  worden  als  er  ihr  seine 
liebe  antrug,  das  passt  weder  auf  II  215,5  noch  auf  I  215,22. 
wir  werden  eine  dritte  Werbung  Hartmanns  zu  constatieren  haben, 
wenn  wir  sie  nicht  eine  vierte  nennen  wollen  im  hinblick  auf  jene 
xKBte  212,9,  der  er  nach  dem  bruch  mit  II  nndertän  zu  sein  eridärt. 
möglich  aber  doch  dafs  die  hocbmüthige  abweisung,  über  die  er  in 
unscrm  liede  klagt,  ihm  bei  einer  ersten  annäherung  an  die  erste 
oder  jene  dritte  dame  —  an  II  ist  nicht  zu  denken  —  zu  theil  ge- 
worden, doch  scheint  216,29  von  einem  reifen  manne  gedichtet, 
nicht  von  einem  jungen  knappen,  als  den  wir  uns  dejn  bewerber 
des  Verhältnisses  I  in  dessen  erster  zeit  werden  zu  denken  haben, 
davon  unten. 

217,14.  C  55.  56.  57  folgt  wieder  der  monolog  einer  dame; 
sie  beklagt  den  verlust,  ja  wie  es  scheint  den  tod  ihres  geliebten: 
217,19  ich  hän  verloren  einen  man,  21 7,23  nüpfkge  sin  got  derpfligt 


*)  und  zwar  sind  wir  dann  versacht  die  zweite  strophe  unsers  liedes  fnp 
jenen  freundlichen  ^tz/os  zu  halten,  der  dem  dichter  im  beginn  von  II  süfse 
huffnungen  erregt  habe  211;3^. 


CBER  die  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE.  137 

sin  baz  dan  ich;  auch  daft  gar  nicht  die  rede  ist  von  der  möglich- 
keit  eines  widersehens,  sie  vielmehr  bis  zu  ihrem  tode  sich  nach 
ihm  selmen  wird,  spricht  dafür  dafs  Ilartmann  —  wie  Heinrich 
von  Morungen  139,29  —  in  weichmüthiger  Stimmung  sich  habe 
vorstellen  wollen  wie  man  nach  seinem  tode  um  ihn  klagen 
werde,  die  dame  wird  wohl  I  sein,  da  wir  in  II  nichts  von  einer 
ahwesenheit  auf  lange  dauernder  gefährlicher  reise  wifsen.  die  dort 
allerdings  auch  vorausgesetzte  ahwesenheit  212,13  wird  nur  von 
der  dame  schmerzlich  empfunden,  dazu  kommt  noch  dafs  unser  licd 
jenem  auf  I  hezüglichen  scheideliede  214,12  entspricht,  vgl.  die 
ausdnlcke  214,33  der  guoten  diu  min  schöne  yflac  und  217,22  d6 
ich  »in  pßac,  dö  fröite  er  mich:  nu  pflege  sin  got,  .der  pfligt  sin  baz 
dan  ich,  auch  die  anordnung  in  der  hs.  zeigt  vielleicht  noch  eine 
sj)ur  der  /usanimengehörigkeit  beider  heder.  wenn  wir  das  zusam- 
mengehörige liederpar  215,14  und  216,1  durch  a,  das  andre 
214,12  und  217,14  durch  b,  die  uhrigen  gedieht«?  aber,  mögen  sie 
auch  I  oder  einer  andern  epoche  angehören  durch  die  fortlaufenden 
buchstnben  c  d  e  . . .  bezeichnen ,  so  ergiebt  die  in  C  überlieferte 

Ordnung  die  reihe:  c  b  d  sTa  e  b  f .  diese  thatsache  kann  erklärt 
werden  durch  die  annähme,  es  seien  die  zwei  liederpare  auf  je 
zwei  doppelblätter  derart  geschrieben  worden  dafs  man,  viel- 
leicht um  der  abschrift  gleich  eine  schützende  decke  zu  geben, 
die  fiufseren  seilen,  also  wenn  man  die  blatter  a  und  ß  nennt, 
n  fol.  l''  und  a  fol.  2'',  ebenso  ß  fol.  1'  und  ß  fol.  2''  leer  ge- 
lafsen  und  nur  die  je  zwei  innern  seilen  benutzt  habe,  hier  niüste 
die  aufzeichnung  so  vor  sich  gegangen  sein  dafs  das  lied  215,14 
die  Seite  a  fol.  1'*,  das  entsprechende  216,1  die  seile  a  fol.  2"  ge- 
füllt habe,  und  ebenso  214,12  auf  ß  fol.  1'',  217,14  a\i\' ß  fol.  2«  zu 
stehen  gekommen  sei,  nun  habe  man  das  doppelblalt  a  in  ß  ein- 
gelegt, dadurch  entstand  ein  halber  qualernion,  auf  dem  die  zweite, 
vierte,  fünfte  und  siebente  seile  beschrieben  waren,  auf  die  erete 
seile  schrieb  nun  der  sparsame  bcsitzer  das  auch  zu  I  gehörige  lied 
213,20,  auf  die  dritte  das  werbelied  214,34  aus  II,  auf  die  sechste 
das  trotzige  lied  216,29,  in  welchem  Hartmann  alle  damen  ver- 
schwört, vielleicht  zu  einem  dritten  liebesverhältnis  gehörig,  auf 
die  letzte  achte  seile  endlich  das  kreuzlied  218,5,  das  also  auch  hier 
wie  im  ersten  und  zweiten  Uederbuch  den  schlufs  machte,  aber  die 
willkürliche  durch  keine  crfahrung  unterstützte  annähme  dafs  wie 
in  unsern    ausgaben  lyrischer  dichter  lied  er   verschiedener  aus- 


138  ÜBER  DIE  LIEDER  IIARTMANXS  VON  AUE. 

dehnung  von  24  unH  2S,  von  22  und  30  vei*sen  auf  je  eine  seite 
geschrieben  worden  seien,  ])Ieibt  immer  hedenklicJi.  —  gleichwohl 
mufs  zugegeben  werden  dafs  der  als  möglich  angedeutete  Vorgang 
wohl  dazu  dienen  ki^nnte,  uns  die  entstehung  des  zweiten  lieder- 
huches  und  der  Vereinigung  der  drei  gedichte  in  A  begreiflich 
zu  machen,  die  vorläge  von  A  konnte  ein  doppclblatt  gewesen 
sein,  auf  dessen  innern  Seiten  links  206,19,  rechts  das  darauf  be- 
zügliche 207,11  gestanden  haben,  die  ei'ste  leer  gebliebene  aufsen- 
seite  wäre  dann  spater  zur  aufzeichnung  des  H  angehörigen  werbe- 
liedes  benutzt  worden,  oder  im  zweiten  liederbuch  hätten  sich  ur- 
sprungh'eh  die  durch  den  inhalt  verknüpften  212,13  und  212,37 
so  gegenüber  gestanden ;  auf  die  aufsensciten  schrieb  man  später 
das  lied  211,27,  das  den  bruch  des  zweiten  Verhältnisses  ankündigt 
und  auf  die  vierte  seite  ein  kreuzlied  aus  früherer  zeit. 

Kehren  wir  wieder  zu  unserer  dritten  reihe  zurück,  aus  der 
wir  noch  das  kreuzlied  218.5  zu  l>etrachten  haben,  es  ist  in  Fran- 
ken nach  dem  tode  Saladins  (märz  1193)  gedichtet  und  ganz  von 
dem  weltverachtenden  geiste  durchdrungen  wie  jene  oben  erwähnten 
209,25.  210,35,  die  IF.  nach  dem  bruche  seines  ersten  liebesverhält- 
nisses  gedichtet  hatte,  es  mufs  auch  in  jene  zeit  fallen,  nur  wie  es 
scheint  unmittelbar  vor  den  aufbruch. 

Die  Überlieferung  der  eben  betrachteten  reihe  zeigt  mithin 
dafs  hier  wie  in  den  andern  zwei  lit^derbüchern  von  einem  kern 
durch  bezüge  des  inhalts  verketteter  lieder  ausgegangen  wurde, 
imd  zwar  sahen  wir  immer  liederpare;  von  da  aus  vergröfsert 
sich  der  bestand  nach  vorne,  nach  rückwärts  oder  durch  einschübe: 
entweder  werden  Heder  derselben  epoche  hinzugefügt,  wie  im  ersten 
liederbuche.  oder  einer  vorangehenden,  wie  im  zweiten  das  kreuz- 
lied 210,35,  oder  sowohl  gleichzeitige  lieder  als  solche,  die  auf  spä- 
tere liebesverhältnisse  sich  beziehen,  wie  im  dritten,  denn  diese 
reihe  (C  3S— tiO)  enthält  mit  ausnähme  von  214,34  mit  der  ange- 
hängten Strophe  und  des  krcuzliedes  eine  Sammlung  von  gedichten, 
die  eine  frühere  glücklichere  epoche  von  Flartmanns  erster 
liebe,  deren  zweite  durch'unser  erstes  liederbuch  repräsentiert  wird, 
zum  gegenständ  haben,  vielleicht  bildet  die  hier  erwähnte  reise 
(214,12)  die  Scheidelinie  der  beiden  epochen.  es  konnte  auffallend 
scheinen  dafs  der  dichter  in  der  zweiten  epoche  sich  beklagt  20S,16 
daz  mir  dd  nie  gelanc,  208,34  doch  ez  (sein  dienst)  mich  wenic  hat 
vervätit  209,12  seit  er  ihr  unterthan  wäre,  sei  ihm  die  zeit  läng  ge- 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE.  139 

wesen.  aber  wir  wifsen  auch  über  die  natur  des  liebesverhältnisses 
in  der  ersten  epoche  nichts,  das  über  einen  freundlich  angenom- 
menen dienst,  der  den  verwandten  misliel,  hinausgienge.  die  bei- 
den büchlein,  von  denen  das  erste  wegen  der  Jugend  des  verfalsei*» 
V.  1483,  der  zum  ersten  maJe  hebt  1649,  das  zweite,  in  welchem 
er  bereits  als  ritter  erscheint  67.  70.  309,  obwohl  Jung  597,  wegen 
der  erwähnten  genauen  bozüge  in  die  erste  epoche  von  l  geh6rt, 
sagen  nichts  anderes,  kaum  darf  man  aus  v.  660  des  zweiten  buch- 
leins  auf  eine  höhe  dnentinre  (vgl.  Dietmar  40,  34)  sehliefsen. 
wifsen  wir  doch  aus  dem  Gregor  617  dafs  dein  gereiften  manne 
seine  jugeudleiden  und  freuden  recht  unbedeutend  vorkamen,  und 
an  Übertreibung  wird  er  es  in  den  liedern,  zumal  wo  seine  eitelkeit 
ins  spiel  kam,  nicht  haben  fehlen  lafsen. 

Eine  Schwierigkeit  hiebei  will  ich  nicht  verschweigen,  wäh- 
rend der  dichter  im  ersten  büchlein  sagt  (1643)  minne  mich  noch 
ie  vermeit,  si  was  mir  nnkunde,  erfahren  wir  aus  dem  zweiten  (468) 
daCs  kein  besitz  f)on  habe  noch  von  minne  dem  leichtblütigen  dichter 
so  sehr  ans  herz  gewachsen  gewesen  dafs  er  dessen  verlust  nicht 
habe  verschmerzen  können,  aber  das  sei  so  gewesen  bis  sie 'gnade 
an  ihm  begangen  habe\  es  konnte  also  immerhin  Hartmann  nach 
jener  fruchtlosen  Jugendarbeit  des  ersten  büchleins  Zerstreuungen 
bei  andern  schönen  gesucht  und  wieder  nun  mit  befserm  erfolge  zu 
seiner  ersten  liebe  zurückgekehrt  sein,  liatte  er  doch  nichts  andres 
gethau  als  was  er  im  zweiten  büchlein  v.  514  il'.  sehr  unbefangen 
erzahlt,  er  wollte  liebe  durch  liebe  heilen  und  dachte  wohl  so  liberal 
als  der  Johansdorfer  89,9. 

Ob  die  trennung,  welche  das  zweite  büchlein  voraussetzt,  die- 
selbe ist,  von  welcher  wir  duixh  die  zwei  lieder  214,12.  217,14  er- 
fahren? sie  haben  nur  das  gemein  dafs  sie  nicht  auf  eine  kreuz- 
fahrt  gehen  und  dafs  die  entfernung  der  liebenden  eine  weite  ist. 
zweites  büchlein  659  drin  lant  stimmt  zu  der  todtenklage  217,14, 
obwohl  wir  sonst  nichts  von  besondern  gefahren  der  reise  hören. 

Das  erste  liebesverhältnis  endet  mit  abkehr  von  der  weit  und 
der  kreuznahme.  das  letzte  kreuzlied  scheint  kurz  vor  dem  auf- 
bruch  frühling  1197  gediclitet.  ich  lande  es  also  gerathen,  die  be- 
ziehungen  zur  zweiten  dame  nach  den  kreuzzug  zu  verlegen,  eben- 
dahin auch  was  wir  über  dieses  verh«iltnis  hinaus  von  einem  dritten 
oder  niederer  minne  muthmafsen  können. 

Im  dritten  liederbuche  müstc  also  seit  der  ersten  epoche  der 


140 


AMELAN. 


pTsten  liehe  ü1><>r  die  zweite  und  den  kreuzzug  hinaus  die  dritte, 
siehente  und  neunte  seile  leer  geblichen  sein,  die  erste  seile  wurde 
eher  benutzt  l'ur  das  lied  213,29,  das  ja  auch  noch  der  ersten  epoche 
von  I  angehört. 

Es  niufs  zur  hekräftigung  meiner  auflafsung  dienen,  wenn  der 
lehensgang  llartnianns,  wie  er  sich  mir  aus  seinen  gedichten  zu  er- 
gehen schien,  kein  singiilarer  war.  wie  er,  wollen  die  erste  geliebte 
von  kinde  oder  von  jeher  verehrt  haben  kaiser  Heinrich  4,23,  der 
von  Hausen  50,11,  der  Johamisdorfor  90,10,  derMorunger  134,31. 
136,11,  Bernger  114,1.  andere  sagen  oflen  dafs  die  dame  nicht 
ihre  erste  geliebte  sei:  Meinloh  13,35  (wenn  das  lied  nicht  von  der 
frau  selbst  ist),  der  von  Adelnbup^i;  14S,1,  Keinmar  174,27.  197,26. 
er  war  bei  derselben  geliebten  erst  glficklich,  dann  vielleicht  höherer 
anspröche  wegen  hatte  er  zu  klagen;  vgl.  Veldeke  57,17.  66,30.  32, 
den  von  Rngge  102,12,  den  Morungcr  134,30,  Reinmar  172,12  (?). 
im  ärger  über  die  ungnade  der  geliebten  nimmt  er  das  kreuz;  das 
hatte  auch  der  von  Hausen  gelhan,  s.  Mullenhon' zschr.  14,137. 

Graz,  18.  Januar  1870.  RICHARD  HEINZEL. 


A  N  T  E  L  A  N. 


1  Es  was  hei  beides  Zeiten 
von  mangem  stolzen  recken, 
und  wi  grosz  mort  geschähe 
von  zagen  beides  streiten 

2  Durch  manheil  und  durch  Sterke 
kfmg  Antelan  von  Schotten : 

da  lebt  kilng  Artus  here 
mit  stechen  und  turniren 

3  Mit  ringen  springen  fechten 
sein  stossen  werfen  kempfen 
spilen  tanzen  und  singen, 
und  haben  schöne  frawen. 


der  wunder  mer  dan  iz 
wer  nu  well  hören  diz, 
in  stürmen  und  in  schlagn: 
hört  man  nit  gerne  sagn. 
so  was  ein  Wunderwerk 
so  bies  ein  deines  zwerk, 
de«  hof  was  ausgepreit 
in  allen  landen  weit, 
und  rennen  scharpfer  glefn ; 
von  küngen  fursten  grefn, 
wes  ie  der  man  heuert, 
de^s  ward  er  alls  gewert. 


tberscftrift :  Das  ist  die  rittersrhaft  kooig^  aoteloy  ausz  schotten  lant 
uud  wiKs  ein  czwerck  and  rant  mit  her  parczefal  und  andern  rittern  an  kuoig 
artuN  htifl'  und  stach  si  all  ab  und  behicilt  preis  und  er  ob  in  aUen. 

'l.'l  kunig  anthi'Iii\  {fonaut  so  hics.  2,3  küiiig.  3,1  scharpffeD 

(ii  init  neuerer  dintewiv  es  tc/ict/tt  au*  vgeniacht)  gleueu.  3,2  stein  Jttossen  ? 
Jiiuicke. 


ANTELAN. 


141 


4  Da  man  solch  abcnteure 
da  kamen  iiis(>.  incro 

der  liüf  der  ward  geleget 
da  sach  man  wun  und  freude 

5  Da  stund  pei  disem  schimpfe 
dar  kam  geritten  palde 

es  reit  hin  auf  den  perge 

sein  harnasch  laucht  gar  schone, 

6  Es  war  an  seiner  lenge 

sein  harnasch  und  geschnieide 
sein  prünn  was  wunnigleiche 
mit  pilden  sam  es  lebte 

7  Sein  schilt  was  dcmant  preile, 
der  schilt  ward  nie  verhawen 
sein  peingevvant  was  feste 
sein  schuch  gar  wol  geziret 

S  Sein  wapen  laucht  gen  taie 
*ich  siz  hie  ritterleiche 
das  hört  lier  Parzefale 
er  sprach  'und)  dise  rede 

9  Das  zwerg  sprach  zu  im  palde 
ich  hau  hei  meinen  tagen 
der  helt  graif  nach  dem  kleinen: 
er  mocht  in  nit  gesehen, 

lu  Das  zwerg  sprach  'o  du  zage., 
du  solt  von  meiner  hende 
wolst  mir  mein  harnasch  nemen, 
mein  künglich  niaje^lete 

11  Her  Parzefal  den  kleinen 
'kfing  Antelan  ich  haisse, 
mich  han  drei  herzogiime 
das  ich  in  abenteurc 


zu  hofe  da  fing  an, 
für  knnig  Ant(^lan. 
wol  auf  ein  weites  feit, 
und  manig  köstlich  zell. 
gar  nah  ein  hoher  perk, 
küng  Antelan  das  zwerk. 
und  sach  umh  sich  gar  fast; 
rech  wie  die  sunn  er  glast, 
nem*  dreier  spannen  lang, 
an  seinem  leibe  dang, 
mit  golde  wol  durchgrabn, 
gar  kostelich  erhabn. 
Jaspis  lag  umb  den  rant: 
von  keines  beides  hant. 
von  rotem  golde  schwer, 
als  (Mnem  kunig  her. 
])is  an  des  turnirs  schrank, 
undr  aller  herren  dank.' 
und  reit  zu  im  alein. 
must  du  gefangen  sein.^ 
'schem  dich,  du  grosser  man, 
dir  nie  kein  leit  getan.' 
wie  bald  er  im  enging ! 
dar  umb  er  in  nit  fing, 
du  hast  mein  hie  gefeit, 
hie  nemen  widtM'gell. 
du  ungetrewer  man, 
die  sez  ich  ee  daran.' 
fragt  wie  er  wer  genant. 
g<*|)orn  aus  Schotten  laut, 
gesant,  das  wis  für  war, 
an  disem  hof  erfar.' 


4,2  authelan.  4,4  niuDg  kestlicli,  aber  mit  neuerer  dintOf  da*  ur^ 

sprUnf(liche  nicht  mehr  erkennbar.  5,2  künig  ODtcIoy.  5,4  bl,  155''. 

her  glast.  7, 1  dcuiut  preite.  8,2  under.         b,3  parczefc.         D,l  pald. 

'J,3  er]  e8.  9,4  inj  es  beide  mal,  10,4  kuiiiglich.  1 1,2  konig 

■ntheluv.  11,4  hl,  l.itK 


142 


AxNTELAN. 


12  [Doch  forclit  ich  euch  nit  sere, 
ir  überg(»l)t  mich  sere 

und  heischet  mich  gelangen 
und  hab  euch  all  mein  tage 

13  Da  sprach  her  Parzefale 
pist  du  ein  pot  der  frawen, 
du  sült  auch  sein  gepetten 
so  wurt  dein  wol  gepflegen 

14  Da  sprach  das  zwerg  'ich  reite 
seit  das  dein  manliait  werde 
du  solt  mit  mb*  hie  stechen 
wan  iz  kein  her  auf  erden 

15  Die  ist  von  golde  schwere 
das  mich  niemant  mag  sehen, 
ich  han  ein  gürtel  kleine, 
dar  umb  ich  preis  und  ere 

16  [Cristallen  sein  mein  sporen, 
mein  schilt  ein  demant  teure, 
mein  wapenrock  durchleget 
mein  halsperg  schilt  und  helme 

17  Es  macht  mit  künsten  reiche 
Zezilg  ist  si  geheissen,' 

sie  liebet  mir  im  herzen 
selg  sei  des  beides  leibe 

18  Da  sprach  her  Parzefale 

dein  harnasch  und  dein  prunne, 
das  Zwerglein  sprach  *gar  gerne, 
*)a'  sprach  der  küne  degen 

19  Da  zoch  es  von  der  hcnde 
es  stund  in  seiner  prunne 
es  glestet  wunnigleichen 
da  sprach  her  Parzefale 

20  Den  helt  verwundert  sere 
er  sprach  'du  pist  ein  enge!, 


ir  edler  Parzefal. 
alhie  in  disem  tal 
als  ein  schedlichen  man, 
doch  nie  kein  leit  getan.] 
'für  war  ich  tu  dir  nicht, 
dein  sach  du  lue  aus  rieht. 
auf  meinen  hof  gar  trat, 
mit  aller  bände  rat."* 
mit  dir  in  disem  tal. 
erfochten  bat  den  gral, 
umb  dise  sarebat, 
kein  pesser  prunne  hat. 
und  geit  gar  lichten  schein, 
das  macht  manch  edler  stein, 
zwelf  mannes  sterk  darinn, 
an  dir  noch  hie  gewinn', 
guidein  mein  paingewant, 
der  ward  auch  nie  zulrant; 
mit  pcrnlein  wol  gestickt, 
zu  fechten  ist  geschickt, 
die  liebste  frawe  mein, 
ein  edle  künigein: 
füi*  alle  frawen  clug. 
der  ie  die  prunne  trug.' 
'helt,  las  doch  sehen  mich 
das  ich  müg  loben  dich.' 
mag  es  an  schaden  sein.' 
'du  macht  wol  sicher  sein.' 
ein  ringk  von  golde  rot : 
als  in  eim  feure  rot, 
von  unden  auf  bis  obn. 
'dein  prünn  ist  wol  zu  lohn.'] 
ab  seinem  harnasch  schön, 
mit  lob  ich  dich  hie  krön. 


12,2  't//r  unterschätzt  mich'  ?  14,3  dise]  am  schlaf se  des  toories  ein 

buchstabe  durchstrichen.  1 7, 1  reich.  1 7,3  bl.  1  b6K  1 9,4  da 

ausdtizcorr,  20,1  sei*. 


ANTELAN. 


143 


kumst  aus  dem  paradeise, 
kein  mensch  macht  solche  wate, 

21  'Ja'  sprach  küng  Antelane 
und  kern  er  aus  der  helle, 
in  allen  landen  weite 

ich  schendt  euch  fürbas  alle, 

22  Her  Parzcfal  sprach  pald« 

du  machst  durch  dein  liofTarte 
ich  pin  ir  selber  einer 
ee  ich  dich  ungefochteu 

23  Mocht  ich  dich  newr  gesehen, 
welcher  under  uns  beiden 

da  er  die  wort  mit  zorne 
das  sach  an  im  der  kleine, 

24  'Leg  an  dein  liarnasch  feste 
pring  aus  küng  Artus  hofe 

ich  pring  euch  hie  zu  schänden, 
wie  wül  ich  pin  ein  zwerge, 

25  Her  Parzefal  der  küne 

er  pracht  mit  im  zwen  recktm, 
die  helten  ie  mit  fechten 
und  waru  Artus  dem  künge 

26  Her  Parzefal  ruft  laute 

im  las  mich  dich  an  schawen, 
'das  tun  ich  also  gerne^ 
*ir  edlen  lierreu  paldc, 

27  Er  rant  auf  Parzefale 
dar  nach  mit  ritterschofte 
des  nam  die  herren  wunder 
das  si  von  disem  zwei-ge 

28  Da  sprach  her  Parzefale 
was  ich  an  Artus  hofe 
die  zwang  ich  all  aleine, 
dein  gleich  in  aller  weite 


wan  es  nit  menschlich  ist: 

das  du  unsichtig  pist.^ 

'kein  helt  ich  nit  ausz  nim, 

ich  ficht  gar  gern  mit  im. 

tar  keiner  mich  bestan. 

last  ir  mich  so  dar  van.' 

'schweig,  helt,  red  nit  also. 

noch  heut  werden  unfro. 

und  wii  dich  hie  bestan, 

lies  hie  ab  disem  plan. 

die  sach  die  wurd  bald  schlecht, 

disen  zum  tode  brecht.' 

zu  dem  Zwerglein  gesprach, 

pald  er  da  zu  im  jacii 

und  streit  selbs  hie  mit  mir. 

der  pesten  zwen  mit  dir. 

und  weren  ewr  noch  drei. 

ich  bin  doch  mutes  frei.' 

legt  seinen  liarnasch  an. 

Gawau  und  Galleman. 

getan  das  aller  pest 

die  aller  libsten  gest. 

'wa  pist,  knng  Antelan? 

so  wil  ich  dich  bestan.' 

sprach  Antelan  der  frei 

ich  bstee  euch  alle  drei.' 

und  stach  in  auf  die  haid, 

falt  er  die  andern  paid. 

und  tot  in  also  ant, 

waren  so  ser  geschaut. 

'den  preis  hast  du  genumn. 

der  held  ie  han  vernumn, 

das  man  mir  lobes  jach. 

ich  vor  nie  mer  gesach. 


2t,lkuoi(f.                22,1  pald.  23,4  2^/.  157-.                24,2  kuDig^. 

24,4  wil.              25,4  kuoige.  26,1  kunig  aothelan.              26,3  anteloy 

Mfer  antelay.             26,4  padde.  27,  ]  K».             28,1  geomü.            2vi 
verouen.            28,4  welU. 


144 


ANTELAiN. 


29  Du  solt  pei  uns  beleihen 
da  sol  dir  diuen  gorue 

durch  dein  manheit  und  sterke 
futer,  miclie]  gerete 

30  Des  daucht  sich  gar  gemeite 
es  spraci)  'mich  sant  da  here 
ich  pring  in  newe  mere, 

icii  sag  in  von  euch  dreien, 
3t  Ich  wais  kein  manheit  teure 
als  mir  in  manchem  streite 
es  mus  mich  rewen  sere 
das  ich  nit  abcnteure 

32  Als  si  wol  sein  gevvonet 

da  ich  in  streit  und  stürmen 
da  mit  pot  es  die  hende 
die  es  het  ab  gestochen: 

33  Also  sagt  es  die  mere 
die  waren  srins  gelückes 
und  dankten  im  gar  schone 
hie  mit  die  abentem*c 


hie  an  des  kunges  huf, 
manch  ritter  unde  grof. 
hast  du  gar  hohen  preis, 
und  meines  heren  speis.' 
das  edel  zwergelein. 
drei  edel  herzogein. 
als  ich  in  dort  verjach; 
wie  ich  euch  nid  er  stach, 
die  ich  hie  hab  gesehn, 
und  Sturm  vor  ist  geschehn. 
das  ich  her  kumen  pin, 
von  euch  sol  sagen  in, 
an  mir  zu  aller  zeit, 
schlug  tiefe  wunden  weit.* 
den  edlen  fürsten  frei, 
si  dankten  im  all  drei, 
da  heim  den  frawen  do. 
und  seuier  manheit  fro 
das  es  die  tat  vollent. 
genumen  hat  ein  ent. 


Das  vorstehende  gedieht  ist  aus  Lietdiart  Schenhels  heldenbuch 
(hs.  des  Wiener  Piaristencolkgiums,  s.  Dietrichs  erste  ausfahrt  s.  XVI) 
entnommen,  worin  es  hl.  154  -157  füllt:  hl.  154"  ist  leer,  hl.  154** 
zeigt  in  keineswegs  gelungenem  aquarell  im  Vordergrund  den  zwei- 
kämpf  zwischen  Parzival  und  Antelan ,  im  mittelgmnd  die  zelte  des 
königs  Artus;  im  hinlergrunde  Parzioal  den  herg  hinauf  reitend,  auf 
welchem  Antelan  halt. 

In  ähnlicher  weise  mit  titelvignette  versehm  ist  Dietrichs  erste 
ausfahrt  (hi  T')  und  der  Nibelimg«T  liet  (hl.  279').  sie  fehlt  im 
Ortneit  (158")  Wolfdietrich  (182")  Lorengel  (486'').  dagegen  ist  allen 
stückeji  der  hs.  gemein  die  Verzierung  der  ersten  seite  und  die  farbig 
ausgeführte  initiale. 

Jeder  der  genannten  bestandtheile ,  auch  der  Antelan  vermuth- 
lieh,  existierten  ursprünglich  besonders,  obgleich  Qrtnit  und  Wolf- 
dietrich von  vornherein  bestimmt  waren  auf  einander  zu  folgen,  wie 


29,1  kuni^es. 
31,2  mir  aus  ich  corr. 


29,3  stcrclt.  29,4  6/.  \blK 

ist  aus  hau  corr. 


30,2  da  her. 


ANTELAN.  145 

dk  suhscription  des  Ortnit  (181'*)  lehrt:  disses  ortneis  ist  drey  hun- 
dert lied  dornach  stet  woIlTdieterich  und  gehört  auf  disses  ticht. 
überdies  haben  Ortnit  Wolfdietrich  und  Nibelmtgen  eine  durchgehende 
aUe  paginierung  von  3  (bl.  161")  bis  335  (bl.  484,  auf  dem  auch  noch 
zu  den  Nib,  gehörigen  bl,  485  fehlt  die  bezeichnung):  an  die  stelle 
von  1  und  2  sind  drei  unpaginierte  und  im  schriftcharäkter  abweichende 
blattet  (158—160)  getreten;  desgleichen  die  drei  ersten  blattet  des 
Wolfdietrich  durch  drei  unpaginierte  ersetzt;  auch  beim  Lorengel  die 
zum  ersten",  wie  es  scheint,  erneuert,  man  sieht  dafs  die  einzelnen 
Stücke  selbständig  gelesen  und  zerlesen  wurden,  selbst  der  Ortnü  und 
Wolfdietrich,  trotz  der  paginierung:  dabei  mögen  die  titelvignetten  ver- 
loren gegangen  sein,  die  abgenutzten  vorderen  blätter  musten  durch 
neue  vertreten  werden. 

Bei  gegenwärtiger  edition  des  Antelan  hohe  ich  mir  erlatAt  die 
Schreibung  der  hs.  etwas  zu  vereinfachen,  die  y  in  bey  drey  sey  frey 
herczogynne  gewynn,  die  tt  in  zeitten  streitten  weittes  gemeitte,  die 
11  in  alls  schult  pillden  selig  helldes  gefeilt,  auch  in  sollt  fallt  und  in 
edell  engell  michcll  g  urteil,  die  ck  in  schranck  stereke  wunderwerck 
czwerck,  die  (!'  in  auff  hoff  rufft  tielTe  werden  czwelff  scharpfT 
kemplTen  sind  durchaus  weggeschafft,  wo  ich  z  setze,  gewährt  die  hs. 
cz,  dagegeti  habe  ich  z  wo  es  den  S'la%U  widetgiebt  mit  s  vertauscht,  so 
in  daz  9,1.  14,2.  15,2.  20,4.  28,3  und  in  waz,  mhd.  waz  28,2,  mhd. 
was  2,1.  6,3.  den  von  mir  durchgeführten  ^^mlaut  des  ound  u  be- 
zeichnet die  hs.  nur  selten,  im  versanfang  setzt  sie  bald  grofse  bald 
kleine  buchstaben.  anderes  was  für  die  mundart,  wenn  auch  nur  des 
Schreibers,  charakteristisch  erschien,  wie  aus-  und  ab  fall  des  t  in  rech 
wie  5,4;  wolst  10,3  umrde  beibehalten,  noch  bemerke  ich  dafs  a,  e 
und  o  in  der  hs.  oft  schwer  zu  unterscheiden  sind. 

Wie  sonst  im  einzelnen  zu  schreiben  war,  lehrten  meist  die 
strenggezählten,  in  beiden  vershälften  iambischen  hildebrand- 
Strophen:  klingende  caesur  ist  mehrfach  durch  unorganisch  zugesetztes 
e  erreicht;  versetzte  betonung  kommt  fast  nur  in  zweisilbigen  Wörtern 
vorj  wie  3,3  spilen  tanzen;  22,2  werden;  23,2  welcher  disen;  23,3 
Zwerglein;  27,4  waren;  29,4  futer.  deshalb  schrieb  ich  A,4i  nicht 
kostelicli  nach  6,4,  sondern  manig  für  mang;  doch  würde  ebenso  ge- 
zeit  dem  verse  genügen,  und  auch  kostliches  wäre  nicht  unerlaubt^ 
vergl.  12,3  schedlichen.  — 

Rechtfertigung  bedarf  die  annähme  von  interpolationen. 

Str.  i2  ist  als  solche  leicht  kenntlich  durch  dk  sinnlose  na- 

Z.  f.  D.  A.  neae  folge  III.  10 


146  ANTELAN. 

knüpfung  mit  Doch,  durch  das  ihrzen  gegenüber  sonst  durchstehendem 
duze7i,  durch  das  häfsliche  sere:sere  in  den  caesuren  der  beiden  ersten 
Zeilen,  durch  die  ärmliche  Wiederholung  von  12,3.4  aus  8,4.  9,2. 
was  soll  femer  die  localangabe  alhie  in  disem  tal  neben  einem  ge- 
danken  der  gar  nichts  mit  der  localität  zu  thun  hat?  und  die  angäbe 
ist  überdies  falsch,  denn  die  beiden  kämpf  er  befinden  sich  auf  dem 
berge,  dort  hat  Antelan  halt  gemacht  5,3  und  zu  ihm  reitet 
Parzival  8,3. 

Die  rede  Antelans,  die  ihm  der  interpolator  in  den  mund  legt, 
klingt  in  diesem  zusammenhange  fast  nach  furcht,  sonst  ist  aber  um- 
gekehrt Antelan  der  muthige,  kampflustige  und  Pnrzival  hat  wo  nicht 
furcht,  so  doch  besorgnisse.  der  interpolator  wünschte  für  Parzivdls 
wort  für  war  ich  tu  dir  nicht  einen  unmittelbaren  anlafs  der  ganz 
über  flu fsig  ist:  Parzivals  versuch  Antelan  zu  fangen,  gen^t. 

Die  zweite  längere  interpolation,  str.  16 — 19,  rührt  offenbar  von 
einem  anderen,  geschickteren  verfafser  her.  er  ncAm  anstofs  daran 
dafs  Parzival  20,1  sich  über  einen  hämisch  verwundert  den  er  nicht 
sieht,  und  sucht  diesem  vermeintlicheii  Übelstande  abzuhelfen,  er  be- 
gabt den  zwergkönig  mit  einem  unsichtbar  machenden  ritig  (une  ihn 
Ortnit  führt),  durch  dessen  abziehen  er  dem  Parzival  19,1  erscheint. 

Hierdurch  geräth  aber  der  interpolator  in  widersprtich  mit  an- 
deren voratissetzungen  des  gedichts.  die  unsichtbarkeit  kommt  nach 
15,2  und  20,4  nicht  von  einem  ringe,  sondern  von  den  edelsteinen 
der  brünne  Antelans,  auf  welche  weise  der  zwerg  gelegentlich  sichtbar 
wird,  läfst  das  echte  lied  im  dunklen,  das  glänzen  der  brünne  (19,3, 
vergl.  Ortnit  in  vdHagens  heldetibtich  1 99,2.  200,3)  hängt  5,4  nicht 
vom  abziehen  eines  ringes  ab:  man  mufs  sich  Antelan  auf  dem  berge 
sichtbar  denken,  plötzlich  9,4  wie  Parzival  ihn  greifen  will,  ver- 
schwindet er  mid  bleibt  unsichtbar  währetid  des  ganzen  gespräches, 
auch  unmittelbar  vor  dem  kämpfe  nach  23,1  und  26,1,  bis  er  zum 
kämpfe  selbst  sich  wieder  zeigt  26,3,  der  interpolator  aber  versetzt 
sein  ringmanöuer  mitten  in  den  dialog  und  vergifst  dann  zu  bemerken 
dafs  Antelan  den  ring  wieder  ansteckte,  so  dafs  man  sehr  erstaunt  ist 
ihn  23, 1  unsichtbar  zu  finden. 

Nach  11,3.  30,2.  33,1  steht  Antelan  zu  drei  herzoginnen  im 
Verhältnis  eines  dienenden  ritters:  die  interpolierte  str.  17  möchte  ihm 
eine  besondere  herzensdame  beilegen,  der  er  doch  nothwendig  am 
schlufs  des  kampfes  als  sieger  gedenken  müste.  um  diese  dorne 
einzuführen,   wird  die   rüstung   des   zwergkönigs  für  ihr  werk 


ANTELAN.  147 

ausgegeben.  aber  solUe  sie  Waffenschmiedearbeit  verstanden 
haben? 

Zugleich  ist  die  ökanome  des  gedichtes  völlig  gesprengt,  denn 
wie  lose  auch  der  Zusammenhang  oft  sein  mag,  eine  gewisse  Ökonomie 
ist  nicht  abzuleugnen,  der  etndruck  des  losen  beruht  auf  mancherlei 
verschweigung,  auf  der  Schroffheit  der  Übergänge,  auf  der  kürze  des 
Vortrages,  für  wdche  die  erste  begegnung  Parzivals  und  Äntelans  8.  9 
und  der  kämpf  25-^27  die  hauptsächlichsten  beispiele  bieten,  weniger 
etuf  das  knappste  beschränkt  erscheinen  beschreibung  und  gesj^äch. 
beschrieben  wird  Artus  hof  2 — 4  und  der  anzug  Äntelans  5 — 7.  im 
gespräch  sind  wie  biUig  die  reden  die  dem  eigetUlichen  kämpfe  voraus- 
gehen 10 — 24,  demnächst  der  scMufsdialog  28 — 32  am  breitesten 
ansgefmhrt.  überall  aber  wird  doch  zur  sache  gesprochen  und  nicht 
in  den  tag  hinein  geschwätzt,  des  zwerges  drohung  10  nadi  dem  mis- 
Ungen  von  Parzivals  angriff,  Parzivals  neugierige  frage  nach  dem 
namen  des  wunderbaren ,  unsichtbar  gewordenen  gegners  und  desseti 
antwort  11,  dann  Parzivals  freundliches  einlenken  13 ,  das  Antelan 
zurückweist  14:  alles  ist  in  der  Ordnung  und  wird  durch  die  Situation 
selbst  gefordert,  der  dichter  hat  aber  die  motivienmg  von  Äntelans 
unsichtbarkeit  und  unüberwindlichkeit  bis  hierher  aufgeschoben;  er 
konnte  davon  schoth  in  der  beschreibung  des  zwerges  5 — 7  reden;  er 
ver spart  es  und  erzielt  so  den  effect,  in  str.  9,3.  4  den  hörer  durch 
das  plötzliche  verschwinden  Äntelans  zu  überraschen,  nun  mufs  er 
freilich  die  erklärung  im  dialog  nachliefern,,  daher  schon  10,3  der 
Mnweis  auf  den  hämisch,  auf  den  jetzt  14,3.  4  und  str.  15  Antelan 
zurückkommt. 

Was  gehört  aber  nun  zur  sache?  doch  wohl  nur  die  auskauft 
Äntelans  über  hämisch  und  gürtel.  darauf  verstärkte  wiederholmig 
der  motwe  von  13.14:  staunen  Parzivals  der  den  kämpf  vermeiden 
»u  wolleti  scheint  und  Äntelans  abermalige  höhnische  herokisforderung 
zum  kämpf,  nun  bringt  er  ihn  glücklich  in  zonh,  Parzival  hat  nur 
bedenken  wegen  der  tmsichtbarkeit  des  gegners,  aber  er  will  kämpfen, 
holt  sich  nach  des  zwerges  umnsch  zwei  streitgetwfsen,  und  die  sache 
geht  vor  sich. 

Was  hat  in  diesem  zusammenhange  die  langweilige  selbstbeschrei- 
bung  AfUelans  in  str.  1 6,  welche  grofsentheils  nur  wiederholt  was  wir 
schon  aus  7,1 — 3  wifsen;  und  was  hat  damit  die  dame  Cäcilie  zu 
thun? 

10* 


148  ANTELAN. 

Ich  glaube,  wir  haben  doppelte  und  dreifache  urMche^  auch  die 
zweite  ausscheidung  vorzunehmen,  man  vermisst  nichts.  Parzivat 
verwundert  sich  20,1  nicht  Ober  die  schifnheit  des  hämisches,  wie  der 
interpolator  meint,  sondern  iti>er  dessen  wunderbare  kraft  die  ihm 
Äntelan  schildert. 

Als  secundäre  kennzei(Aen  der  unechtheit  lafsen  sich  die  toter- 
laubten  rührenden  reime  seio  :  sein  18,3.  4;  rot :  rot  19,  1.  2  an- 
führen, während  in  der  ersten  Strophe  nur  erlaubte  wie  genumn  :  ver- 
numn  28,1 ;  vollent :  ent  33,3  gefunden  werden,  auch  das  glestet 
von  19,3  kommt  in  betracht  gegen/Aber  glast  in  5,4.  — 

Es  ist  nichts  weniger  als  ein  juwel  der  altdeutschen  poesie,  das 
ich  mit  dieser  'abenteure  von  könig  Antelan  der  allgemeinen  kenntnis 
zugänglich  mache:  späte  gesunkene  dichtung,  roh  in  der  ausfiüirung, 
nur  in  den  motiven  noch  ein  gewisses  oberflächliches  handwerksgescMdc 
verrathend,  in  seiner  willkürlichen  erfmdung  eines  der  letzten  producte 
absterbender  Spielmannsdichtung,  doch  möchte  ich  diese  bezeichnung 
nur  auf  die  gegenwärtige  gestalt  des  liedes  bezogen  wifsen,  die  abge- 
sehen von  der  jugend  der  spräche  in  ihrer  ersten  Strophe  den  emgang 
des  ^Nibelungerliedes  {Germ.  4,315)  voraussetzt,  wie  alt  aber  die  er- 
findung  sei,  läfst  sich  genau  nicht  sagen,  warum  soUte  sie  nicht  im 
vierzehnten  ja  schxm  z%i  ende  des  dreizehnten  Jahrhunderts  möglich 
gewesen  sein? 

Ein  spielmann  macht  sich  das  vergnügen  die  gepriesensten  Artus- 
helden  einem  jener  fabelwesen  entgegen  treten  und  unterliegen  zu 
lafsen,  mit  denen  sich  die  spielmannspoesie  so  gerne  befafst:  man 
denke  nur  an  zwerg  Alberich  im  Ortnit.  in  ähnlicher  weise  hat  man 
Parzival  und  Gawan  mit  den  figuren  Neidharts  im  fastnachtsspiel  zu- 
sammengebracht  (Keller  nr.  53J.  unser  sipielmann  war  nicht  sehr 
bewandert  in  den  Artusromanen,  er  kannte  nur  das  altbekannte,  die 
namen  Parzival  und  Gawan:  den  dritten  Galleman  scheint  er  selbst 
erfunden  zu  haben,  oder  liegt  Walewan  zum  gründe,  also  ein  doppel- 
ganger  Gawans?  über  die  formen  des  namens  s.  Lachmann  zu  /toem 
73.  so  erscheint  auch  im  Gauriel  von  Muntavel  (German.  6,395^  und 
beiFrauenlob  248,5  Walbän  neben  Gftwein. 

Über  den  helden  unserer  abenteure  kann  wohl  kein  zweifei  ob- 
walten, wenn  die  hs.  ihn  wiederholt  Anteloi  nennte  so  stellt  sie  gewis 
nur  eine  ursprüngliche  identität  wieder  her,  welche  durch  den  geringen 
unterschied  zwischen  den  formen  Anteloi  und  Antelan  nicht  zu  ver- 


ANTELAN.  149 

wischen  war,  zugleich  gewährt  unsere  Überlieferung  damit  ein  zeugnis 
für  das  fortleben  des  zwerges  Anteloi  amh  neben  Antelan, 

Die  form  Antelols  (:  gewis)  bei  Ulrich  von  Eschenbach,  Wacker- 
nagel  Bad.  hss.  s.  29**  weist  mit  ä^rem  nominativ-s  auf  eine  franzö- 
sische quelle.  Ulrich  dichtete  zwischen  1278  und  1284,  um  dieselbe 
zeit  spielt  auch  der  Unverzagte  auf  den  schwank  an  {Haupt  zs.  5,424) 
und  das  mitteldeutsche  gedieht  das  ihn  eigens  behandelt  {altd.  61. 
1,250)  mag  etwa  in  den  sechziger  jähren  nach  der  quelle^  welche 
Ulrich  vorlag^  bearbeitet  sein,  das  grundmotiv  ist  dasselbe  wie  in  un- 
serm  gedieht:  ein  zwergkönig  der  sich  unsichtbar  machen  kann  und 
es  mit  den  höfUngen  dort  Alexanders,  hier  könig  Artus  aufnimmt, 
dort  ist  er  nach  z.  125  könig  czu  pryfse  Pomosane,  hier  von  Schotten. 
wer  tftn  nach  Schottland  versetzte,  dem  war  ohne  zwei  fei  Tirol  und 
Fridebrant  bekannt,  so  dafs  man  wohl  am  ehesten  einen  mitteldeut- 
schen spielmann  für  den  ersten  urheber  der  erdichtung  halten  darf, 
und  noch  der  vorliegende  text  hat  vielleicht  in  derselben  gegend  seine 
gestalt  bekommen,  wenn  anders  auf  den  reim  grefen :  gleven  3,2 
gegenüber  grof :  hof  29,2  etwas  zu  geben  ist. 

Wien,  24.  merz  1870.  W.  SCHERER. 


SEGEN  WIDER  MOLKENZAÜBER 

Auf  dem  rathhause  zu  Oldenburg ,  in  der  registratur  des  magi- 
strats,  befand  sich  noch  vor*  etwa  zwanzig  jahreth  ein  blatt  papier, 
welches  mit  der  Jahreszahl  1553  an  der  spitze  die  nachstehenden 
formein  in  alter  schrift  enthielt,  damals  unirde  von  kundiger  hand 
eine  abschrift  genommen,  die  ich  hier  wiedergebe,  da  sich  das  original 
trotz  alles  suchens  nicht  mehr  hat  auffinden  lafsen.  es  waren  die 
einzelnen  formein  unabgetheiU  alle  wie  ein  einziges  ganzes  hinter 
einander  geschrieben,  ich  habe  sie  der  deutlichkeit  wegen  von  ein- 
ander getrennt,  und  die  fehlende  interpunktion  hinztigefügt. 

Oldenburg  im  September  1869. 

W.  LEVERKUS. 


150  SEGEN  WIDER  MOLKEINZAUBER. 


1553. 

Ick  fege^)  dy  Moliken  In  dem  Namen  des  Vaders  f  vnde  des 
fzones  t  vnde  des  hilgen  geiftes  f.  Ick  Szege  dy  moliken  myt  der 
ebbe  mit  der  vloet,  vnde  mit  dem  hilgen  Crutze  dar  godt  an  ftundt^), 
myt  dage  vnde  myt  der  nacht,  vnde  myt  der  hilligen  Crafft,  vnde 
mit  den  dren  hylligen  Namen  f  aglatetra^)  grammata  addonay, 
vnde  myt  den  veer  orden  der  werlt,  van  dem  often  van  dem 
weiten,  van  dem  Norden  van  dem  fuden,  dat  dar  nyn  vngefcefft  en 
fy,  Rouer  noch  touer,  en*)  mach  van  ghenen  anderen  vnhuren 
luden  bauen  der  erden  noch  vnder  der  erden,  f 

Ick  Szege  dy  moliken  mit  den  hilligen  vifT  wunden  vnfes  hern 
Jhefu  Chrift.  Dat  Molken  hebbe  fynen  rechten  Noeth*^),  fyne 
rechte  firucht  van  der  koyen,  dar  dat  molken  af  ghenomen  is. 
Dat  moedt  to  gade  gaen  vnde  wedder  kamen,  allo  warliken,  alTe 
vnfse  leue  her  jhefus  criftus  heft  entfangen  de  hillige  dope  in  dem 
waren  godes  Namen  amen,  f 

Ick  befwere  di,  du  quade  wiff,  du  molkentouerfche,  dat  du 
dessem  hufze  nicht  enfchades,  an  bottere  an  kcfen,  an  koygen  an 
offen ,  an  perden  an  fcapen ,  an  Swynen  an  wetcn ,  an  Roggen  an 
gerften,  an  hauere  an  wycken,  an  brouwen^)  noch  in  ghenichen 
anderen  ftucken,  dar  man  dessem  hufe  mede  fchaden  mach.  Dat 
vorbede  ick  dy,  du  quade  wiff,  f  by  funte  Peter,  f  by  funte 
pawel,  t  hy  den  veer  ewangeliften,  vnde  by  den  twolff  apoftelen 
vnde  by  allen  godes  hilligen,  dath  du  dessen  hufze  nicht  enfchadest. 

')  scgen  für  segeBeo  und  segefür  segene.    Reineke  Fos  v.  2708. 
')  vielmehr  (toet  (=  stdt)  und  weiterhin  statt  craft  cracht. 
3)  statt  agia  tetra-.   mhd,  wb.  3,33'. 

^)  vielleicht  ist  in  der  ahschrift  vor  diesem  wort  eine  »eile  ausgefallen, 
')  1.  noeth,  utUitas.    brem.  wb,  3,249^. 

*)  brouwe  so  viel  als  auf  einmal  gebraut  wird,  brem,  wb,  1,145.  d.  wb. 
2,313.  ein  frommes  lied,  welches  sich  in  einer  Oldenbtirger  hdschr,  aus  dem 
anfange  des  lG,Jhs,  befindet,  enthält  folgende  stelle: 

W6  den  vpuwen  swarter  werde, 

De  no  bmwen  ander  der  erde, 

Vnde  dat  ber  vormengen ! 

Valsche  d&de  wert  vorläget. 

Godes  gnade,  de  vns  draget 

Van  allen  bösen  dwengen. 


SEGEN  WIDER  MOLKENZAUBER.  151 

Dat  Yorbede  ick  di,  du  quade  wiff,  by  den  negen  dogeden  der  mil* 
dicheit  godes  ynde  by  ynTen  hern  Jhefu  Chrift»  vnde  ock  by  den 
allerhilligeften  Namen  de  godt  geven  werdt,  als  Jhefus  CriTtus  Sal- 
vator,  dat  du  dessem  huTze  nicht  enTchadest  Dat  yorbede  ick  dy, 
du  quade  wiff,  by  den  hären  ynde  houede  ynfzes  hisren  jhefu  criTti, 
du  fyst  wiff  offte  man,  du  fyst  we  du  bift.  f 

Wc  desse  Wordt  hefft^)  in  fynem  huTze,  den  mach  nymers 
Neyn  molkentouerfche  nenen  Schaden  dhoen  an  jeniger  hande 
dingen. 

t  Sunte  Peter  floppe  dynen  mundt,  f  funte  Johannes  ftoppe 
dine  oren,  f  Ainte  jurgen  bynde  dyne  hande,  f  funte  Maria  binde 
dine  Yoetc,  fo  dat  du  dessem  hufze  nicht  fchades.  Dat  yorbede  ick 
dinen  dermen  ynde  alle  dynen  lethmathen,  lutken  ynde  groth.  Dat 
fy  war  in  godes  Namen  Amen. 

Dat  fchal  mcn  alle  Jhare  nyes  lefen  ayer  dat  molken  in  dem 

hufze,  ynde  lefze  desse  yifl  falmen  f  Judica  me  domine  f f 

Excipe  me  domine  f  Dens  laudem  meam  f  Qui  yult  falyus  effe. 
t  Jhefus  maria  anna  f  lucas  f  marcus  f  matheus  f  Johannes. 


ÜBER  DIE  ABPASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON 

HERZOG  ERNST. 


I. 

Das  gedieht  yon  herzog  Ernst,  das  y.  d.  Ilagen  in  den  deut- 
schen ged.  des  mittelalters  1808  abdruckte  und  das  wir  wie  Rartsch 
mit  D  bezeichnen,  wurde  yon  Docen  im  deutschen  museum  2,254 
dem  Koberstein  folgte,  in  die  zeit  yon  1230—80  gesetzt;  yon  Gö- 
deke  grundr.  1,74  und  ebenso  yon  Bartsch  yorrede  s.  LVII.  um 
1300.  dafs  der  dichter  yieles  aus  Wolfram  entlehnt,  hatte  Haupt 
zs.  7,260  gezeigt  und  mit  einigen  beispielen  die  sich  sehr  leicht 
ycrmehren  lafsen  belegt.   Bartsch  a.  a.  o.  beruft  sich  für  die  zeit 

')  geschrieben  um  den  segen  Alle  jhare  oyes  %u  lesen  oder  lesen  zu  lafsen, 
nach  dem  sehltj'sabsatz. 


152  ÜB£R  DIE  ABFASSUNGSZfilT  DER  BEIDEN 

des  dichters  besonders  auf  die  reiinfreiheiten ,  die  indessen  wie 
unten  gezeigt  werden  soll,  kaum  ein  ganz  sicheres  urtheil  über  die 
zeit  erlauben,  ich  will  hier  einen  historischen  nachweis  geben 
durch  den  sich  die  zeit  von  D  genauer  wird  bestimmen  lafsen. 

Bekanntlich  erzählt  D  das  letzte  abenteuer  das  Ernst  vor  seiner 
ankunft  in  Jerusalem  besteht  viel  ausführlicher  als  alle  andern  dar- 
Stellungen,  in  B  (d.  i.  das  von  Bartsch  1869  zuerst  herausgegebene 
gedieht)  5333  bis  5666  ist  die  erzählung  zwar  breit  ausgeführt,  der 
Inhalt  aber  dürftig,  kaufleute  aus  Mörlande  werden  in  das  land 
Arimaspi  verschlagen ;  von  ihnen  erfährt  Ernst  da£s  der  könig  von 
Babylon  dem  könige  von  Mörland  viel  schaden  thut  und  ihn  vom 
christenthum  abwendig  machen  will.  Ernst  bittet  sie,  ihm  nach 
Jerusalem  zu  helfen  und  will  ihnen  gegen  die  beiden  beistehen, 
sie  fahren  heimlich  ab  und  kommen  nach  Morland  wo  der  könig 
Ernsten  ehrenvoll  empfängt,  in  der  schlacht  werden  die  beiden 
besiegt,  der  könig  von  Babylon  von  Ernst  verwundet  und  gefangen, 
als  er  wieder  geheilt  ist,  wird  friede  geschlofsen.  Ernst  denkt  jetzt 
an  seine  fahi*t  nach  Jerusalem ,  wird  vom  mohrenkönig  reich  be- 
schenkt und  dem  könig  von  Babylon  empfoiilen ,  mit  dem  er  nach 
Alexandria  ^)  zieht,  nach  einem  monat  wird  Ernst  von  dem  könige 
beschenkt  und  nach  Jerusalem  geleitet. 

In  der  lateinischen  prosa  (C),  die  im  deutschen  Volksbuch  (F) 
übersetzt  ist,  wird  die  besiegung  des  königs  von  Babylon  mit  wenig 
abweichung  von  B  erzählt,  s.  Bartsch  s.  LIII.  hier  sind  es  Manri 
de  ulteriori  India  C  zs.  7,233,  27,  die  Moren  von  der  verren  India 
¥  280,5  die  den  herzog  von  den  Ai*imaspen  in  ihr  land  fähren. 

')  Haupt  7,282  bemerkt  dafs  nur  in  B  Alexandria  genannt  wird,  sonst 
Babylon,    unter  Babylon  ist  aber  das  ägyptische  zu  verstehen,  das  deutlich 
von  dem  chaldaischen  geschieden  wird  in  der  geographio  des  ma.  (Zingerle  in 
den  sitzungsber.  der  phil.-hist.  klasse  der  Wiener  akad.  1865,  bd.  50,  371  f.) 
V.  734  f.  in  der  lanlmarke  zil  eijihalp  ist  in  daz  lanl  gesät  Babilonje,  ein 
houbetstatf  niht  diu  Babäonjd,  diu  da  lä  in  Kalded^  von  der  ich  vor  hdn  gtfteU^ 
nur  Ode  weist  klar  auf  das  asiatische  Babylon  hin  371*  ecce  Semiramina 
(1.  Semiramiam)  Per»as  conducii  ad  urbem  nona  dies  und  372* 
I}ux  patrum  veterana  videns  insignia  longis 
Errat  porticibus^  circum  nimis  inclyta  regum 
Gesta  legens,  tua  praecipue,  cui  maxima,  magne, 
A'o/i  satis  orbis  erat  triplicis  mensura  potestas 
Ecce  deis  quanta  estfatis  licentia  tanta: 
Extinxit  mentem  parva  brevis  hora  veneno. 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        153 

dafs  der  verfafeer  Aethiopen  versteht,  zeigen  seine  eigenen  worte : 
er  nennt  sie  sowohl  Indi  234,14.  vgl.  238,29.  33  als  auch  Aetki- 
opes  234,23.  25.  auch  die  vorhin  angeführte  geographie  des  ma. 
setzt  die  Macrobier  v.  233  in  die  andern  Indid '). 

Auch  Odos  lateinisches  gedieht  (E)^)  bietet,  abgesehen  von 
einiger  mythologischen  und  geographischen  gelehrsamkeit,  wenig 
abweichungen  in  der  erzählung;  s.  v.  d.  Hagens  einl.  s.  XV.  Odo 
nennt  den  beiden  rex  Persarum  oder  Chaldaeorum,  auch  seinen 
namen  Ämerwr  371".  seine  gegner  heifsen  Mauri  oder  Aethiapes, 
sie  sagen  zu  Ernst  368"* 

Christi  de  virgine  nati 
Nos  servi  sumus  et  twbis  est  Ubia  tellns, 
Quam  Meroen  {Mereen  im  druck)  dixere  senes, 
woraus  Ernst  ihre  Wohnsitze  gleich  weifs: 

Dux  cito  foecvndum  divolvens  pect%is  eandem 
In  Nili  eoeortu  terram  reminiscitur,  nmbras 
Nutnqnam  flectentem,  veluti  vidna  Syene 
In  quam  stans  Phoebus  directas  proücit  ignes. 
er  fahrt  mit  ihnen  und  als  sie  landen,  369'' 

Urbs  fuit  a  laeva,  Pharan  dixere^  sub  illa 
Rex  terrae  Melckm  facturus  pascha  sereno 
Instruxit  festum  cultu  proceresq;ue  vocavit. 
wie  Odo  zu  dem  namen  Ubia  für  Meroe  kommt,  wenn  es  nicht  ver- 
schrieben ist  für  Nubia,  weifs  ich  nicht:  es  finden  sich  bei  ihm 
wohl  auch  andere  geographische  willkürlidikeiten ,  wie  die  vorhin 
erwähnte  Versetzung  des  ägyptischen  Babylons  nach  Asien  die  er 
vielleicht  vornahm  weil  ihm  das  persische  Babylon  durch  seine  klas- 
sische bildung  bekannter  war. 

In  der  ausführlichen  darstellung  von  D  4337 — 5090  zeigt  sich 
viel  eigenthümliches,  während  der  dichter  sich  sonst  nur  unerheb- 

')  dafs  auch  drei  Indien  angenommen  werden,  zeigt  mir  dr.  E.  Steinmeyor 
in  (irieshabers  deutschen  Sprachdenkmalen  1842,  s.  35  diwüen  Herren  —  di 
sagini  uns  daz.  da%  dri  indie  sin,  al  wenent  di  luie  daz  nit  wem  eine  Mi,  di 
erste  india  ist  gegen  morlande.  di  andir  gegen  medis.  vnde  pairis  (1.  parOs). 
di  dritte  ist  an  der  werlt  ende,  einhalb  get  si  das  vinstemisse  an,  ander  site 
daz  Wide  mer. 

')  die  zeit  des  erzbischofs  Albrecht  I.  von  Magdeburg,  dem  Odos  gedieht 
gewidmet  ist,  bestimmt  Bartsch  s,  LXV  nach  zschr.  7,265  auf  1206— 33;  er 
regierte  aber  von  1205  bis  zum  15.  oet.  1232,  s.  v.  MSlrerstedt,  Magdeb.  ge- 
schichtsbläUer  1867.  2, 1,72. 


154  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

liehe  abweichungen  von  den  übrigen  fafsungen  erlaubt,  s.  Bartsch 
s.  LXI.  im  einzelnen  folgt  der  dichter  von  D  hier  wie  überall  skla- 
visch seinem  vorbilde  Wolfram;  dafs  er  sich  bei  diesem  kämpf 
gegen  die  beiden  gerade  an  den  Willehalm  hält,  ist  leicht  begreiflich, 
für  Ernsts  riesen  entlehnt  er  züge  von  Rennewart,  die  beiden  sind 
wie  bei  Wolfram  von  ihren  geliebten  in  den  kämpf  gesandt  4676. 
4707.  4768.  4798.  Bartsch  möchte  s.  LXIV  die  ganze  darstdlung 
dieser  episode  auf  nachahmung  Wolframs  zurückführen,  sogar  die 
fürsten  von  Damasc  und  Hälap  sollen  ihre  existenz  der  einmaligen 
erwähnung  dieser  namen  im  Parz.  15,19  verdanken:  das  verbieten 
aber  die  nachweislichen  historischen  beziehungen  die  der  dichter 
in  seine  darstellung  verwebt. 

Die  kaufleute  die  den  herzog  aus  dem  lande  der  Arimaspen 
führen  lieifsen  wie  in  den  andern  fafsungen  m&ren  4357.  4408. 
4457,  die  $warzen  man  4449,  die  swarzen  kimfman  4524;  das  land 
aber  in  das  sie  ihn  bringen  sollen  (nicht  ihre  heimat,  wie  in  BCE) 
heifst  Ubiän  oder  übidne  von  der  gleichnamigen  residenz  des  kö- 
nigs  4550  f. 

dö  «ugen  sie  gegen  einer  stat 

diu  grdzer  richheüe  phlac. 

dar  obe  ein  Ms  gebüwet  lac, 

gr&zer  kost  nilu  dne: 

daz  kie%  Ubidne. 

dar  ikf  so  was  des  landes  wtrU 
Ubia  ist  Armenien,  das  auch  in  Ludwigs  kreuzfahrt  so  genannt 
wird :  uns  kumet  noch  der  prinze  von  AntMoch  und  kiMc  Lews  der 
manUehe,  von  Ubiä  der  loheUcke  604  f.  künec  Leo  von  Uhid  8154. 
der  herausgeber  ist  zwar  im  geogr.  register  unsicher  über  den 
namen,  aber  Leo  von  Armenien  ist  in  der  geschichte  der  kreuzzüge 
bekannt  genug,  und  Wilken  der  in  der  beilage  zum  vierten  bände 
einen  auszug  des  gedichtes  gibt,  hat  s.  17  schon  das  richtige. 

Als  Ernst  nach  zweimonatlicher  fahrt  nach  Ubia  kommt,  klagt 
ihm  der  könig  4614  f. 

wie  er  verladen  wmre 

von  dem  kitnege  von  BabHö 

und  von  dem  voü  von  Damascö 

und  von  dem  fürsten  ikz  HdU^; 

wk  die  striten  umh  daz  grap 

und  mü  gwaU  m  wolden  twingen. 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        155 

von  kristen  glouJben  hrmgen, 

und  daz  si  in  kurzer  zU 

mit  im  haben  wolden  sirit. 
Ernst  verspricht  seinen  beistand;  in  der  Schlacht  siegen  die 
Christen  und  machen  grofse  beute,  Ernst  und  Wetzel  nehmen  die 
Fürsten  von  Babylon,  Damascus  und  Halap  gefangen  4871  f.  nach 
zwölf  Wochen  will  sich  der  gefangene  könig  lösen  mit  seinen  leuten; 
durch  Emstens  vermittelung  wird  friede  geschlofsen:  der  könig 
soll  denen  von  Ubia  helfen  oh  ez  also  ergienge  daz  sie  strites  nit 
hevienge  von  dem  andern  teil  der  heidenschaft  4965.  ferner  müfsen 
die  beiden  geisein  geben  daz  sie  bi  des  küneges  zite  gegen  der  kristen- 
heit  ze  strite,  noch  ir  ze  schaden  solden  komen  4977;  ouch  het  ez 
Ernst  also  geschaft^  swä  die  kristen  gkites  bceten,  daz  siz  äne  miete 
tasten  4986. 

Wenn  in  BC  der  könig  von  Babylon  als  gegner  der  afrikanischen 
Christen  darum  erscheint,  weil  die  ägyptischen  sultane  die  bestän- 
digen Widersacher  der  Christen  in  Palästina  waren ,  so  ist  hier  die 
geschichtliche  beziehung  noch  deutlicher,  die  fürsten  von  Da- 
mascus und  Halap  werden  4615.  4699.  4810  genannt,  aber  nicht 
bei  dem  friedensschlufse;  sie  heiüsen  auch  nicht  könig  wie  der  von 
Babylon ,  für  dessen  vasallen  man  sie  halten  mufs.  in  Halap  und 
in  Damascus  finden  wir  wie  auch  in  Hamah  und  Emessa  muham- 
medanische  fürsten  die  seit  dem  sultan  Kamel  unter  ägyptischer 
hoheit  standen,  als  1260  Halap  und  viele  andere  städte  von  den 
Mongolen  erobert  wurden ,  Damascus  und  Hamah  sich  ihnen  ohne 
widerstand  unterwarfen ,  flohen  diese  muhammedanischen  fürsten 
nach  Ägypten  zu  Kotus,  Wilken  7,411.  der  von  Damascus  wurde 
unterwegs  an  die  Mongolen  verrathen  und  von  Hulaku  getödtet. 
nachdem  Hulakus  feldherr  Kethboga  noch  in  demselben  jähre  von 
Kotus  geschlagen  war,  wurden  die  ägyptischen  Statthalter  in  den 
syrischen  Städten  wieder  eingesetzt,  nach  Kotus  ermordung  wurde 
Bibars  sultan  der  sowohl  mit  den  Christen  in  Palästina  als  auch 
mit  den  königen  von  Armenien  wiederholt  krieg  führte,  er  schickte 
1265  und  1266  seine  beere  nach  Armenien  (im  j.  1266  war  der 
fürst  von  Hamah  der  anführer,  Wilken  7,493),  1277  zog  er  selbst 
dorthin  und  verwüstete  das  land,  während  Leo  sich  in  die  gebirge 
zurückzog,  Wilken  7,617.  über  den  weiteren  verlauf  des  krieges 
berichtet  Yahram ,  chronique  du  royaume  Armenien  de  la  Cilicie  ä 
r^poque  des  croisades,  traduite  sur  Toriginal  armenien  par  Sahag 


156  ÜBER  DI£  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

Bedrosian,  Paris  1864  s.  22  ayant  pille  et  saccage  notre  pays,  le 
Sultan  se  retira  avec  son  armee  et  Leon  les  poursuivit,  les  vainqnit 
el  revint  joyeux  dans  son  royaume  avec  un  grand  butin.  Le  sultan 
d'Egypte  tit  proposer  ä  Leon,  par  un  message,  la  paix  et  son  amiti^. 
—  Bibars  starb  schon  1277 ;  sein  söhn  wurde  von  Kalavun  getödtet, 
der  auch  den  gegensultan  Malek  al  Kamel  von  Damascus  überwand 
und  so  alleinherscher  war.  unter  ihm  wurden  die  kämpfe  gegen 
die  syrischen  und  armenischen  Christen  fortgesetzt;  Leo  von  Ar- 
menien muste  1285  einen  sehr  demüthigenden  firieden  schliefsen, 
dessen  Wortlaut  Langlois,  le  tresor  des  chartes  d'Armenie,  Venise 
1863,  s.  217  gibt. 

Auf  den  krieg  von  1277  glaube  ich,  deutet  Ernst  D.  man  wird 
nicht  dagegen  einwenden  dürfen  dafs  die  gefangennähme  des  hei- 
denkönigs  der  geschichte  widerspreche:  sie  stand  in  der  vorläge 
des  dichters.  für  die  theilnahme  der  fürsten  von  Damascus  und 
Halap  gerade  an  diesem  kriegszuge  habe  ich  kein  bestimmtes 
Zeugnis  gefunden ,  man  wird  sie  aber  auch  ohne  ein  solches  vor- 
aussetzen dürfen  nach  den  vorhin  dargelegten  Verhältnissen,  man 
würde  also  das  gedieht  in  die  zeit  zwischen  1277  und  1285  setzen, 
zu  dieser  Zeitbestimmung  passen  noch  manche  einzelheiten ;  doch 
ehe  wir  diese  besprechen,  ist  die  erzählung  von  dem  firiedens- 
schlufse  an  noch  weiter  zu  fOhren. 

Der  Babylonier  bittet  Ernst  dafs  er  mit  in  sein  land  ziehe,  und 
bietet  ihm,  da  der  herzog  nach  Jerusalem  will,  sein  geleit  dorthin 
an.  sie  ziehen  von  Ubia  nach  Babylon  wo  sie  herlich  empfangen 
werden,  nach  zwei  monaten  wird  Ernst  vom  könig  beschenkt  und 
kommt  von  vier  fürsten  geleitet  nach  Jerusalem,  hier  schenkt  er 
einen  theil  seiner  wunder  dem  probste  der  tempelherren  5097  und 
kämpft  tapfer  gegen  die  beiden:  üf  der  templeise  marke  hat  er  fride 
gemachet  5112. 

Hier  stimmt  der  besudi  bei  dem  besiegten  könig  und  das  ge- 
leit nach  Jerusalem  mit  den  anderen  fafsungen ,  die  zu  verlafsen 
der  umweg  von  Cilicien  über  Ägypten  nach  Jerusalem  den  dichter 
nicht  bestimmen  konnte,  dafs  die  tempelherren  so  hervorgehoben 
werden  (in  C  242,37  klagen  sie  nur  über  die  Verwüstungen  der 
beiden,  in  B  5684  wird  nur  erzählt  dafs  Ernst  den  tempel  und  die 
andern  heiligen  orte  beschenkt),  weist  auf  die  letzte  zeit  der  christ- 
lichen herschaft  in  Palästina,   noch  mehr  das  folgende,    als  Ernst 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.       1 57 

von  den  mohrischen  kaufleuten  hört  dafs  sie  nach  Jerusalem  mit 
ihrer  wäre  wollen,  fragt  er  sie  4387 

^muget  ir  äne  vdr 
fridelichen  komm  dar?^ 
si  sprächen  daz  si  müesten  geben 
geleite,  und  daz  si  ir  leben 
ofte  mUesten  wägen. 
sie  erzählen  ihm  dann  dafs  der  könig  von  Babylon,  an  macht  über- 
legen 4414,  wiederholt  mit  dem  könig  von  Ubia  krieg  führt,  4400. 
4421,  und  fahren  fort  4427 

ze  dirre  zit  st  fride  hän. 

er  sprach  'haldent  si  den  vast  V 

'ja  st,  hirre\  sprach  der  gast, 

'swenn  si  den  fride  gesprechent, 

über  al  (ober  ein  druck)  st  des  niht  brechent.^ 
die  Armenier  wie  die  Christen  in  Palästina  musten  in  der  zweiten 
hälfte  des  13.  Jahrhunderts  oft  vertrage  mit  den  Muhammedanern 
schliefsen,  die  sie  so  schlecht  hielten  dafs  die  beinahe  mistrauische 
frage  des  herzogs  berechtigt  ist.  die  Übermacht  der  Saracenen  er- 
gibt sich  auch  aus  der  oben  angeführten  friedensbedingung:  sie 
sollen  die  Christen  umsonst  geleiten,  die  andern  beiden  gegen  die 
sie  denen  von  Ubia  beistehen  sollen,  werden  die  Seldschuken  sein 
die  nördlich  von  Cilicien  herschten;  an  die  Mongolen  darf  man 
nicht  denken,  da  diese  mit  den  Armeniern  stets  im  besten  einver- 
nehmen standen  und  sie  oft  gegen  die  Saracenen  unterstützten. 

Dafs  Jerusalem  in  den  bänden  der  Christen  ist,  widerspricht 
allerdings  der  für  D  angenommenen  zeit:  aber  dies  erklärt  sich 
ebenso  wie  oben  die  gefangennähme  des  heidnischen  königs  aus 
der  vorläge  die  der  dichter  gerade  an  diesem  Wendepunkt  der  fabel 
gar  nicht  verlafsen  konnte. 


U. 


Bartsch  setzt  s.  XXXVI  das  gedieht  B  um  das  jähr  1190  und 
führt  als  beweis  dafßr  s.  XXXUl  einzehae  ausdrücke  des  gedichtes 
sowie  die  reime  an.  wir  müfsen  aber  seinen  beweis  in  beiden 
punkten  für  hinfällig  halten«    betrachten  wir  zunächst  der  reihe 


158  ÜBER  DIE  AßPASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

nach  was  er  s.  XXXIII  und  in  den  anm.  als  dem  12.  und  nicht 
dem  13.  Jahrhundert  zugehörig  aufzälilt.  mögen  das  in  B.  fünfmal 
steht  kommt  im  13.  jahrh.  vor  in  der  kindh.  Jesu  78,59  und  in 
der  urst.  110,67  und  im  Lanz.  112.  1241  der  doch  ^enig  vor  1200 
zu  setzen  ist,  vielleicht  nach  1200.  gerehteuj  nur  einmal  in  B,  ist 
allerdings  in  gedichten  des  12.  jahrh.  häufig  gebraucht,  aber  im 
mhd.  wb.  2,  1,  618  wird  es  auch  aus  S.  Helbling  nachgewiesen. 
dietdegen  steht  auch  im  Lanz.  2934  und  in  Dietrich  und  Wen.  altd. 
bl.  1,339.  über  künneschaft  s.  mhd.  wb.  1,912»"  und  Wolfr.  Wh. 
41,18.  armuote  als  n.  soll  sich  hauptsächlich  nur  im  12.  jahrh. 
finden,  sagt  Bartsch  zu  B  1884  und  verweist  auf  das  mhd.  wb. 
1,58:  aber  dort  stehen  nur  drei  beispiele  aus  dem  12.  jahrh.,  bei 
weitem  mehr  aus  dem  13.  und  zwar  aus  dem  ende  desselben;  noch 
mehr  nachweise  hat  Lexers  handwb.  1,95.  —  das  schwache  geben 
soll  nach  Bartsch  zu  255  fast  nur  noch  im  12.  jahrh.  vorkommen; 
daTs  es  auch  im  13.  jahrh.  gebraucht  wird,  zeigen  aufser  den  im 
mhd.  wb.  1,508  gegebenen  stellen  Lanz.  5724.  altd.  beisp.  (zschr. 
7)  4,  41.    Dietr.  flucht  5932.  j.  Tit.  883,2. 

Mit  befserem  rechte  wird  sich  von  der  spräche  von  B  zeigen 
lafsen  dafs  der  dichter  unter  dem  einflufs  der  höfischen  poesie  steht 
darauf  führt  gleich  beim  ersten  lesen  die  art  der  darstellung  die  im 
ganzen  glatt  und  gewandt  ist,  an  vielen  orten  sehr  wortreich  und 
unbequem  breit  wird,  so  z.  b.  die  rede  des  kaisers  1357—88  oder 
1132—39 

9wa%  er  wider  iuch  getan  hat, 

daz  wellen  wir  im  helfen  bUezen, 

%mz  wir  iwem  uwmuot  wol  gesüezen 

und  iwem  zom  gestillen, 

gar  nach  iwerm  willen 

iwer  herzeleit  verkeren 

wol  nach  des  riches  eren, 

ndch  urteile  und  iur  selbes  kür. 


oder  2906—11 


da  genas  dö  nieman  inne 
wan  des  küneges  tohter  von  Indiä. 
diu  behielt  daz  leben  al  eine  da 
(der  andern  einez  niht  genas, 
swaz  ir  in  dem  schiffe  was) 
durch  die  schcme  an  ir  libe. 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        159 

unerträglich  sind  stellen  wie  322—325 

einn  fürsten  der  im  dar  zuo  tohte 

er  mit  dem  brieve  sande 

gen  Betern  zuo  dem  lande, 

der  im  ze  boten  wol  gezam. 
oder  3282  f. 

sie  vemimt  vr  sprdche  niht, 

sie  kan  ir  spräche  niht  verstän. 
unbeholfene  constructionen,  die  sich  öfters  finden,  mögen  zuweilen 
auf  rechnung  der  schlechten  Überlieferung  kommen;  doch  war  der 
dichter  nicht  sonderlich  geschickt,  ganz  im  tone  der  Schilderungen 
bei  höfischen  dichtem  ist  die  beschreibung  der  bürg  in  Grippia 
2557 — 2644  gehalten,  aus  der  einzelnes  hernach  zu  erwähnen 
sein  wird. 

Rei  der  frage  ob  der  dichter  von  R  ganze  verse  aus  höfischen 
gedichten  in  sein  werk  hinubergenommen  habe,  ist  es  klar  dafs  auf 
die  Übereinstimmung  von  wenig  charakteristischen  versen  kein  ge- 
wicht zu  legen  ist;  vgl.  deutsches  heldenbuch  1866  1,  XIH.  es  hat 
also  nichts  auf  sich  wenn  z.  b.  Ernst  R  1221  des  toeiz  got  wol  die 
wdrheit  =  Rit.  1 1925  ist,  oder  R  2525  ez  gi  ze  schaden  oder  ze 
fromen  =  Parz.  157,2  =  263,8  und  fast  =  Rit.  10339  wo  erge' 
steht,  oder  R  1313  daz  dir  got  gebe  leit  fast  gleich  Rit.  10622  (im 
statt  dir),  ich  würde  dies  kaum  erwähnen,  wenn  nicht  zuweilen 
auf  solche  zufallige  Übereinstimmungen  zu  viel  werth  gelegt  würde, 
wie  z.  b.  Rartsch  s.  LVI  ein  par  solcher  häufig  vorkommenden 
verse  aus  Ernst  D  anführt,  allerdings  mit  dem  bemerken  die  Über- 
einstimmung sei  wohl  nur  zufallig.  Rartsch  führt  zwei  stellen  des 
Iwein  an:  aber  die  ähnlichkeit  des  gedankens  in  R  11.  12  und 
Iw.  2485  f.  (Rartsch  s.  126)  ist  eine  zu  entfernte,  und  auch  das 
bild  R  5217  f.  unde  vielen  von  ir  swwre  als  ein  boum  [da]  gevallen 
xocere  (Rartsch  s.  179)  braucht  nicht  aus  Iwein  5073  f.  entlehnt 
zu  sein,  sondern  wird  sich  öfter  von  fallenden  riesen  finden,  wie 
es  ja  gleich  Odos  in  der  anm.  citierte  worte  zeigen,  so  wird  auch 
R  1125  daz  er  dne  schulde  mangelt  iuvoerr  hulde  nicht  aus  Iwein 
5469  nUner  frouwen  hulde,  der  mangel  ich  dn  schulde  entlehnt  sein. 
—  anders  verhält  es  sich  mit  zwei  stellen  des  Parzival:  diese  hat 
der  dichter  von  R  nachgeahmt.  Rartsch  führt  zu  2597  sie  glasten 
als  ein  glOendiu  gluot  Parz.  81,22  er  gleste  als  ein  glüendic  (gluonde 
Ggg ,  glueiidiu  g)  gluot  an ,  wüi  shear  die  entlehnung  aus  Wolfram 


160        Ober  die  abfassungszeit  der  beiden 

nicht  zugeben,  die  er  selbst  zu  Mel.  5240  für  drei  stellen  des 
Fleiers  annahm,  auch  in  der  Variation  )Iai  41,28  die  luhten  ais  ein 
glosendiu  gluot  sieht  man  die  reminiscenz  aus  Wolfram,  ferner  ist 
B  2S79  noch  ^doch  aj  wil  ick  tu  baz  betiuten  von  den  sellscenen  b'uten 
aus  Parz.  242,1  ich  wil  iu  doch  paz  bediiUen  von  disen  jdmerbiBren 
Hüten  entlehnt,  dafs  der  dichter  von  B  Wolfram  kannte  und  nach* 
ahmte,  bekunden  auch  andere  Wendungen  die  das  leicht  erkennbare 
gepräge  der  Wolframischen  manier  deutlich  zeigen,  an  wirdekeä 
verzagt  B  12.  Parz.  122,19.  —  goldes  diu  fiuot  1765.  Wolfram  hat 
oft  fluot  in  der  bedeutung  menge  von  beeren,  s.  gramm.  4,726  und 
mhd.  wb.  3,356^.  spätes  Ursprunges  ist  die  unechte  Strophe 
Walthers  36,23  dis  flüetic  fluot  barmunge  tagende  und  aller  giUte,  — 
si  ist  aller  bürge  ein  kröne  2790  stimmt  genau  zu  Parz.  350,20 
aller  ander  bürge  ein  kröne.  —  diu  burc  stuont  gar  unervorht:  sie 
vorhte  niemannes  her  2240  f.  ist  zu  vergleichen  mit  Parz.  564,30 
für  allen  stürm  niht  ein  ber  goeb  $i  (die  bürg)  ze  diizic  jdren^  op 
man  ir  wolte  vären.  —  zwei  betten  sind  an  höher  kost  oil  unbetrogen 
2602.  ich  weifs  nicht  ob  sich  dieser  ausdruck  wörtlich  im  Wolfram 
findet;  zu  vergleichen  ist  Parz.  668,15  dem  gezelt  was  koste  niht 
vermiten,  und  226,14  diu  burc  an  veste  niht  betrogen.  Ulrich  von 
Türheim  der  im  Tristan  öfter  Wolfram  nachahmt,  liat  ir  Up  an 
schäme  ist  unbetrogen  510,2.  auch  im  Ernst  D  kommt  niht  betrogen 
so  vor  8 1 .  2398  und  wird  von  Bartsch  s.  LV  als  entlehnung  aus 
Wolfram  bezeichnet,  ähnlich  sagt  übrigens  Ilartmann  im  Erec  372 
samüt  —  dem  daz  golt  was  unerlogen.  —  sie  wären  des  versAmet 
nicht  ^  sie  wcmi  geworht  mit  vollen  2590  f.  des  was  sin  lip  versAmet 
nicht  Parz.  167,20.  —  ir  helse  smal  unde  lanc  ir  beider  swert  vil 
wenic  miten  3628  f.  und  sH  sie  diu  not  niht  wolde  miden  4091  zeigen 
auch  Wolframs  art,  vgl.  Parz.  128,22.  134,30.  139,21.29.  165,17. 
175,18  u.  ü.  —  gehabten  sich  nach  freuden  siten  4209  vgl.  Parz. 
99,12  gehabt  iuch  an  der  freuden  vart  was  Wirnt  entlehnt  haben 
uns  an  der  freuden  vart  208,29.  site  mit  vorangestelltem  genetiv 
ist  bei  Wolfram  sehr  beliebt,  s.  aufser  mhd.  wb.  2,  2,324  ndck 
freuden  siten  Parz.  793,30.  796,30.  mitjämers  süen  795,1.  durch 
dlens  Site  583,22.  zühte  site  gelich  167,4.  minne  site  643,8;  und 
gewis  lindet  sich  noch  mehr,  in  B  steht  noch  so  ndch  koufes  site 
5345.  —  die  Wolfram  eigenthümliche  Versicherung  für  ut^betrogen 
(mhd.  wb.  3,104'')  Gndet  sidi  wiederholt  in  B:  und  so  gar  für  unr- 
betrogen  was  gelobt  übr  aUiu  tont  162.    dd  von  vil  herüchen  schein 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        161 

manec  edel  stein  für  n.  3045.  dienten  im  für  u.  3540.  der  im  so 
gar  für  u,  het  bekalten  al  sin  ere  4758.  zu  vergleichen  ist  damit 
für  ungelogen^)  sagen  4123.  für  iv.  toizzen  4949:  einen  beleg  dafür 
gewährt  zwar  die  Eneit  252,21  daz  saget  man  vor  ungelogen,  aber 
bei  Wolfram  ist  es  besonders  beliebt,  s.  z.  b.  Parz.  5,18.  (64,1  Ggg). 
593,10.  also  wird  man  auch  hier  entlelmung  von  B  aus  Wolfram 
annehmen;  ebenso  wohl  für  den  brief  R  352,  der  sich  sonst  auch 
auf  Veldeke  zurückfuhren  liefse,  s.  W.  Grimm  zu  Athis  s.  376.  — 
B  244  heifst  Ottegebe  ein  wol  herendin  winrebe.  befinde  hat  Wolfram 
wohl  zuerst  öfter  so,s.  mhd.  wb.  1,139"  und  Parz.  160,24.  Tit.  96,1. 
Was  oben  allgemein  von  der  darstellung  in  B  gesagt  wurde,  dafs  sie 
höüsche  Vorbilder  voraussetze,  ISi'stsich  auch  von  der  spräche  zeigen, 
der  dichter  von  B  bedient  sich  oft  solcher  Wendungen  die  erst  durch 
die  höüschen  dichter  aufnähme  oder  allgemeinere  Verbreitung  fan- 
den, manche  davon  finden  sich  auch  in  den  Nib.  und  der  Kudrun* 
aber  das  volksopos  ist  ja  auch  in  seinem  stil  nicht  frei  von  diesem 
cinflufse,  wie  Lachmann  über  drei  bruchstücke  nicderrh.  ged.  s.  160 
bemerkt  hat,  und  von  der  diction  des  volksepos  gilt  dasselbe,  es 
versteht  sich  von  selbst  dafs  es  nicht  leicht  ist  dies  im  einzelnen 
ohne  jeglichen  irrthum  nachzuweisen;  aber  wenn  auch  einzelnes 
in  der  folgenden  Zusammenstellung  sich  schon  bei  älteren  dichtem 
vorfmden  solte,  so  wird  doch  das  übrige  die  kraft  des  beweises 
beanspruchen  dürfen ;  vielleicht  läfst  sich  auch  noch  anderes  nach- 
tragen, als  ausdrücke  in  B  die  bei  den  höfischen  dichtem  oft  vor- 
kommen, vorher  aber  sich  kaum  werden  nachweisen  lafsen,  betrachte 
ich  folgende:  einem holdez  herze  tragen  B  562.  Parz.  307,10.  397,22. 
holden  willen  tragen  B  635.  Nib.  (355,4).  1001,4.  holden  muot  tragen 
Greg.  1288.  vgl.  B  5S8  daz  du  dhis  holden  muotes  nimmer  entioichest 
^„V.  —  ze  lobe  stdn  031.  Erec  647.  1588.  2914.  8557.  Kindh. 
S8,59.  Mai  1 1,37  vgl.  B  42  mit  eren  lobelkhen  stuonden  alliu  siniu 
dinc,  —  mit  jdmer  überladen  1510.  mit  strite  überladen  840.  5372. 
vgl.  die  heiden  sie  dö  werten  dd  von  sie  wären  überladen  3801.  über- 
laden kommt  so  öfter  im  Iwein  vor,  vgl.  büchl.  2,732  mit  stcete  üb. 
Greg.  632  von  schaden  Hb.;  auch  bei  Wolfr.  swenn  überläede  mich 
der  stJit  Wh.  51,23.  und  im  l*arz.  wird  sehr  oft  verladen  vom  streit 
und  vom  kununcr  gebraucht;  das  mhd.  wb.  1,926''  giebt  zwar  nur 

')  iüdr  und  nilit  geloffcn  B  3952.    vü  imgelogen  560,  wofür  Bartsch  viel- 
leicht richtig  vorschlügt  y>V>  ungelog^^  findet  sich  auch  bei  aadero  dichtem. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  U 


162  ÜBF^R  DIE  ABFASSIJNGSZEIT  DER  HEIDEN 

ein  par  Stollen.  —  sie  hdle  gncadeclich  entladen  got  der  starken 
swcere  4296.  so  gröz  lauter  unde  scliadeu,  des  er  sich  nimmer  künde 
entladen  1406.  vgl.  möhte  ich  mich  des  wol  entladen  1218.  daz  tch 
. .  .miner  swcere  wurde  entladen  Ilartni.  büchl.  1,128.  die  recken 
wurden  onch  entladen  unmnotes  Lanz.  1236.  —  durch  siner  zuht 
gebot  1918.  durch  ir  zühte  gebot  2502.  durch  miner  z.  g.  Parz. 
330,1.  er  was  in  leides  geböte  {]iVe^.  2435.  —  mich  betriege  danmin 
sm2082.  mich  entriege  min  sin  3360  =  Iw.  3812.  mich  entriege 
(danne)  min  wdn  Er.  557.  l\v.  2595.  Lanz.  1222.  —  ein  michel 
herzeleit  überkomen  3699.  swa^e  üb,  hv.  4772.  not  üh,  Greg.  2005. 
—  daz  sin  wer  was  so  (ze  b)  kranc  38 1 5.  iwer  wer  ist  mir  hie  ze 
kranc  Erec  3832.  mit  kranker  wer  Ecke.  1 19,5.  si  wurden  kraric  an 
ir  wer  Dietr.  11.  6604.  des  starken  Dietriches  wer  wart  unmdzlichen 
kranc  Dietrich  und  Wen.  413.  vgl.  dd  mite  krenket  sich  min  wer 
Parz.  286,9.  —  die  berufungen  ndch  der  dventinre  sage  3891  uud 
unstuotdin  dventiure  bekant  4813  sind  bei  den  hutischen  dichteru 
und  ihren  nachahniern  sehr  häufig,  s.  J.  Grimm  kl.  sehr.  1,86  und 
mhd.  wb.  1,71''.  in  den  Nib.  findet  sich  als  uns  diu  dventiure  giht 
nur  in  C  2749,  und  ebenso  in  der  klage  hs.  D  nach  vcrs  21.  uns 
seit  diu  dventiure  kluoc  Ecke  79,4  als  uns  diu  dventiure  seit  Golde- 
mar  2,13  zeigt  wie  manches  andere  bei  Albrecht  von  Kemenaten 
höüschen  einflufs.  s.  DHB  5,  XXIV.  XL.  —  gefügeles  also  vilyinsolher 
mdze  zil  4962.  ir  zuht  stuont  in  der  mäze  zil  Wig.  236,25.  vgl.  B 
4455  in  der  selben  mdze  erkant.  —  über  kurz  od  (Bartsch  und)  über 
lanc  4879  =  Erec  6295.  diu  werlt  ste  kurz  ode  lanc  hv.  605.  — 
die  alden  mit  den  jungen  wdren  freuden  unverhert  5273.  lobes  unv. 
Lanz.  5403.  der  unverherte  an  libe  und  an  eren  3158.  vgl.  die  diet 
ez  freuden  herte  Parz.  493,7.  und  mich  alles  des  beherst  daz  fröude 
geheizen  mac  hüchl.  1,392.  swdich  im  gedienen  mac,  deiswdr  des  ist 
er  unbehert  Wig.  221,7.  der  wirt  des  so  nnbehert  Krone  1109.  — 
ich  wil  michs  gen  im  begeben  5935.  ich  habe  mich,  herze^  des  begeben 
büchl.  1,113.  die  . . ,  sich  schänden  begebent  2,708.  ich  hete  . . .  mich 
des  libes  begeben  Iw.  667.  —  B  1121.  1245.  2493.  2501.  2524 
begegnet  benamen.ihs  bekannte  lieblingswort  Ilartmanns,  das  auch 
Gottfried  und  Wirnt  sehr  oft  gebrauchen,  Wolfram  ziemlich  selten, 
auch  die  stellen  im  Lanz.  4284.  4492.  5198  sowie  Ecke  114,1. 
Eracl.  4614  werden  nachahmung  Ilartmanns  sein,  wenn  auch  ein- 
mal benamcn  vor  Ilartmann  sich  findet,  Eneil  232,26.  —  ze  flize 
geschdclizabelt  und  gevieret  2222.   gesdidzavelt  genöte  wiz  unde  röte 


DEUTSCHEN  GEOrCHTE  VON  HERZOG  ERNST.        163 

iDdm  die  steine  gevieret  L^inz,  4107.  —  eiti  samit  Vierecke  unde  blä 
2630.    ein  samit  Vierecke,  hoch  unde  wH  Parz.  563,2. 

Noch  sind  zwei  stellen  zu  erwähnen  die  zwar  keinen  zwingen- 
den beweis  gegen  Bartschens  Zeitbestimmung  von  B  liefern,  die 
aber  zu  unserer  annähme  dafs  B  ins  13.  jahrh.  gehöre  befser  passen. 
5294  f.  heifst  es  von  Ernst  da  enphiengen  wol  den  wigant  beide  man 
undewip:  er  was  in  lief  als  der  lip.  vom  liebesverhältnis  gesagt  ist 
(liep)  sin  also  der  lip  alt,  aber  kaum  in  der  veränderten  bedeutung 
wie  es  hier  in  B  steht.  —  3858  reimt  im  snelleyi  galeiden :  leiden; 
diese  form  statt  galie  erscheint  gereimt  nur  in  zwei  interpolierten 
Strophen  der  Kudrun  galeide  :  beide  490,3  und  galeide :  o^igefiweide 
(cäsur)  1073,1.  die  entsprechende  lateinische  form  galeida  belegt 
du  Cauge  aus  Albertus  Aquensis,  sie  ßndet  sich  auch  z.  b.  in  den 
ann.  Col.  maximi  MG.  17,790.  799.  813.  833  und  in  Arnolds  chron. 
Slav.  MG.  21,179;  aber  alle  diese  stellen  geben  keinen  beweis  da- 
für dafs  diese  form  ins  12.  jahrh.  hinauf  reiche. 

Nach  dem  was  sich  uns  über  die  spräche  von  B  ergeben  hat, 
wird  das  gedieht  nicht  früher  zu  setzen  sein  als  etwa  1 2 1 5  bis  1 230. 
von  Wolframs  Parzival  wird  er  nicht  wie  Wirnt  nur  einzelne  bücher 
gekannt  haben,  sondern  er  hatte  wohl  das  ganze  gedieht  vor  sich. 

Aber  wie  verhält  es  sich  mit  der  metrik?  Bartsch  stellt  s. 
XXXlll  f.  die  reime  von  B  zusammen  und  fmdet  vieles  was  dem 
12.  Jahrhundert  angehört,  aber  man  mufs  in  dieser  beziehung  vor- 
sichtig sein,  da  die  Überlieferung  der  beiden  hss.  wie  schon  be- 
merkt sehr  schlecht  ist*  und  besonders  b  an  vielen  stellen  wo  Bartsch 
nach  a  alterthümliche  reime  annimmt  nicht  nur  in  einzelnen  Wor- 
ten abweicht,  sondern  in  ganzen  Zeilen,  auch  a  enthält  wohl  mehr 
eigenes  mach  werk  des  Schreibers  als  Bartsch  annimmt,  einige  male 
hat  er  den  rohen  reim  in  a  entfernt,  so  leben : genesen  3931. 
willeji :  innen  2919.  versert:  verzert  1759,  und  fast  immer  die 
von  6,  z.  b.  anm.  zu  195.  255.  2199.  2243.  2451.  4517  u.  s.  w. 
Bartsch  will  zuerst  die  reime  geben  *die  der  zeit  und  der  mundart 
des  bearbciters  (B)  nicht  zukommen^;  aber  er  führt  in  diesem  ab- 
schnitt erstens  selbst  manche  reime  auf,  die  er  für  bairisch-öster- 
reichisch  erklärt ,  und  in  betrefl'  des  bairisch-österreichischen  Ur- 
sprunges von  B  stimmt  ja  Bartsch  mit  Haupt  überein  ').    zweitens 

*)  die  durchaus  nicht  neue  Wahrnehmung  s.  XXXVI  dafs  dämitz  auch  in 
Norddentschland  vorkomme  als  dorn*,  dörnsse  und  die  daraus  gezogene  irrige 
folgeruBg  dafs  deshalb  dürnäz  keinen  beweis  gäbe  für  den  bairischen  nrsprong 
von  B,  wäre  befser  weggeblieben.  1 1  * 


164  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

sind  einem  hairischen  dichter  des  1 3.  jalirliunderts  (oder  wie  Bartsch 
annimmt,  von  1 19(0  auch  ö  statt  Of  [mUen  phir.:  töten  3S73),  a  für 
0  (du  saltiyewalt  385)  d  luv  iV  {sirär :  lipnar  21S3)  vollkommen 
gerecht,  s.  Weinhold,  bair.  gramm.  §§  G.  54,  und  ebenso  das  partic. 
gesamenöt :  not  91. 

Die  unregelmäfsigen  reime  von  B  kommen  zum  Iheil  auch  in 
D  vor,  dessen  zeit  Bartsch  doch  gegen  1300  setzt:  man  muls  sich 
wundern  dafs  er  die  Übereinstimmung  nicht  wahrgenommen  hat 
er  früirt  s.  XXXIV  die  reime  gerte :  kerte,  werten :  verkerten  aus  B 
ohne  bemerkung  auf,  s.  LVUI  aber  mehrfaches  er :  er  und  lerte : 
teilte  1379  aus  D  mit  den  Worten  'alle  diese  reime  gehören  einer 
Jüngern  zeit  an,  am  frühesten  scheinen  sie  in  Baiern  zu  begegnen': 
s.  Weinhold  bair.  gramm.  §  IS  und  nerfe :  kerte  Parz.  003,11. 
teerte  lerte  212,7.  kern :  wem  693,11.  ferner  sind  s.  XXXV 
bort  :(jehört  B  4121.  4273.  hörte  :  worten  703  angeführt,  dagegen 
s.  LVIII  aus  1)  wort '.gehört  achtmal,  hörte  :  worte  535.  bekorten: 
hörten  34S9.  orte  :  gehörte  3935  mit  dem  zusatz  dafs  man  diese 
reime  auf  Mitteldeutschland  zurückführen  dürfe,  ebenso  werden 
die  vielen  rührenden  reime  aus  B  gesammelt  Mie  neben  so  vielem 
andern  beweisen  dafs  der  dichter  vor  die  eig(*ntlicli  holische  zeit 
fälll^  s.  XXXVI,  während  es  von  dem  dichter  von  1),  der  ebenfalls 
den  rührenden  reim  oft  hat,  s.  LX  heilst  'für  ihn  gelten  die  stren- 
gen gesetze  der  höfischen  kunst  nicht  mehr,  wie  sie  für  den  dichter 
von  B  noch  nicht  galten',  dal's  B  auslautendes  e  im  reim  abwirft, 
wird  in  der  vorrede  gar  nicht  erwilhnt,  nur  in  der  anm.  zu  5759 
sind  verkürzte  dative  angeführt,  zu  1310  die  degen  :  wegen,  die  pH- 
gerlnisin  wozu  noch  nachzutragen  ist  der  höchgemnot :  gnot  5292; 
vgl.  auch  verkürzte  präterita  im  verse,  anm.  zu  1571.  5558  und 
andere  apocoi)en  zu  5300.  dagegen  liest  man  s.  LIX  Mie  begin- 
nende rohcit  seines  zeitaltei^s  zeigt  der  dichter  (von  D)  in  dem 
häutigen  abwerfen  des  e  im  reime\  wozu  man  deutsches  heldenbuch 
1866  1,  XLVII  vergleiche. 

Dasresultat,  welches  die  reime  von  B  ergeben,  ist  also  ein 
wesentlich  anderes  als  bei  Bartsch,  nur  sehr  wenige  reime  bleiben 
von  denen  man  annehmen  darf  dafs  sie?  der  bcNirbeiter  (B)  seiner 
mundart  entgingen  aus  dem  originale  (A,  d.  i.  das  älteste  nd.  gedieht 
von  herzog  Ernst)  ^beibehielt  dem  er  oft  sehr  genau  folgt,  wie 
Bartsch  s.  XXIX  f.  nachweist,  im  ganzm  aber  sind  die  reime  von 
B  durchaus  so  wie  man  sie  in  einem  kunstlosen  bairischen  gedieht 


DEDTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.       165 

von  1215 — 30  erwarten  kann,  wie  leicht  Bartsch  alterthflnüiche 
reime  in  B  annimmt ,  zeigen  auch  s.  XXXY  heiligen :  nigen  4429. 
Erniste :  liste  5277.  reime  die  dem  ersten  entsprechen  hat  auch 
die  Krone  lebendigen :  nnverzigen  7627  und  sehr  oft  Otacker,  z.  b. 
schuldigen  :  ligen  397*'.  596\  trürigen  :  verzigen  471".  544**.  lei- 
digen:  verswigeti  559^  listigen :  ligen  512^  die  von  Bartsch  über- 
sehene Übereinstimmung  der  reime  von  D  ')  und  B,  sowie  die  ver- 
gleichung  mit  den  reimen  anderer  österreichisch-bairischer  dichter 
zeigt  dafs  im  allgemeinen  aus  reimfreiheiten  sich  mit  mehr  Sicher- 
heit auf  den  dialekt  eines  gedichtes  als  auf  seine  zeit  schliefsen  lufst. 
Auch  aus  dem  inneren  bau  der  verse  in  B  >vill  Bartsch  das 
alter  des  gedichtes  beweisen,  er  macht  wiederholt  (z.  b.  zu  266. 
1933.  3342)  auf  die  längeren  verse  aufmerksam,  in  denen  sich  die 
kunst  des  12.  jahrh.  zeige,  namentlich  sollen  auch  die  verse  mit 
drei-  und  sogar  viersilbigem  auttakt  meist  aus  A  unverändert  auf- 
genommen  sein:  zu  5175.  von  den  schweren  auftakten  die  der 
herausgeber  demzufolge  getreu  conscrviert  würden  sich  manche 
leicht  beseitigen  lalsen:  so  würde  man  in  verseu  wie  beide  armen 
unde  riehen  (s.  zu  5558)  einfach  beide  streichen  und  statt  also  (so, 
ohne  circumflex,  schreibt  der  herausgel>er ,  s.  zu  5686)  vor  der 
ersten  Iiebung  lieber  als  oder  sus  schreiben,  aber  was  Bartsch  sonst 
anführt,  betonungt^n  wie  die  halsberge,  die  eilenden,  ddz  lochy  zu 
1637;  werliche,  grözlkhe,  wisheit,  Wirtschaft  zu  2008;  unfrö\  un- 
schulde zu  4777;  die  binduug  von  dreisilbigen  klingenden  verseu 
mit  viei^silbigen  (zu  3242):  alles  dies  weist  auf  entartung  der  kunst 
hin  und  ist  wohl  nicht  dem  dichter  von  B  zuzutrauen,  sondern 
mufs  der  schlechten  Überlieferung  zugeschrie})en  werden  die  nicht 
gestattet,  den  text  wie  er  im  ersten  drittel  des  13.  jahrh.  verfafst 
wurde  sicher  herzustellen,  stünde  die  überlief(^rung  dem  echten 
naher,  so  würden  die  Senkungen  wohl  öfter  fehlen  als  es  in  dem 
texte  von  Bartsch  der  fall  ist;  und  die,  verse  würden  sich  lesen 
lafsen  ohne  so  häufige  verschleifung,  kürzung  und  unregelmäfsige 
betonung. 

Berlin,  im  Januar  1870.  OSKAR  JÄNICKE. 

^)  Bartsch  giebt  s.  LVII  f.  ein  nicht  fi^anz  vollständiges  Verzeichnis  nnd 
bürdet  dem  dichter  mit  dem  allerdings  nicht  viel  Staat  zu  machen  ist  einen 
rohen  reim  dz :  was  3329  mit  unrecht  auf;  es  heilst  vil  gebeines  tunder  ds 
aldd  in  den  kielen  was. 


166  E[N  FRAGEBLCIILEIN 


EIN  FRAGEBÜCHLEIN  AUS  DEM  NEUNTEN 

JAHRHUNDERT. 

Das  folgende  stuck  findet  sich  in  einer  Münchener  sammel- 
handschrift  des  neunten  Jahrhunderts  (Clm.  19417.  einst  Tegerns. 
S.  40.  3°  aufs.  71" — 74")  und  ist  nach  einer  ahschrifl  milgetheilt 
welche  vor  einigen  jähren  der  hibliotheksassistent  hr.  F.  Keinz  für 
hrn.  Professor  Midlcnhoff  genommen  hat.  die  zahlreichen  abkür- 
Zungen  der  hs.  habe  ich  aufgelöst,  im  übrigen  aber  der  wunder- 
Hellen  latinitat  des  Schreibers  nicht  nahe  treten  mögen;  denn  wenn 
auch  einiges  Schreibfehler  sind,  im  ganzen  wird  der  mann  sein  la- 
tein  wohl  so  gesprochen  haben,  wie  er  es  geschrieben  hat ;  die  spur- 
lichen änderungen  also,  welche  durch  klammern  bezeichnet  in  den 
text  gesetzt  sind,  sollen  diesen  nicht  emendieren,  sondern  nur  sein 
Verständnis  erleichtern. 

Als  eigentliche  rätsei  können  diese  fragen  noch  kaum  ange- 
sehen werden:  sie  sind  nicht  sowohl  prüfungen  des  Verstandes  als 
des  wifsens,  und  können  ihren  Ursprung  aus  den  gelehrten  kreisen 
der  geistlichen  nicht  vorleugnen,  aber  an  di(»s«^  ernsten  fragen  der 
gelehrsam kciit  lehnten  sich  im  laufe  der  jalirhunderte  scherz  und 

Es  möge  erlaubt  sein  hier  noch  einiges  zu  der  bcarbcituog  der  dispuUtio 
Pippini  cum  Albino  (zschr.  f.  d.  altert,  n.  f.  11,  530  ff.)  nachzutragen,  fiir  nr. 
96  hat  hr.  dr.  Steinmeyer  die  einfache  auflösung  'kopfkissen*  gefunden,  und 
für  nr.  97  erkannt,  dafs  wenn  man  statt  I  und  X\X  die  griechischen  Zahl- 
zeichen a  und  k  setzt,  man  die  anfangsbuchstaben  von  Adam  und  Lazarus  er- 
hält, für  die  erklärung  der  werte:  die  tarnen  primas  literas  nominum. 
I.  IUI.  1.  XXX  ist  hiermit  gewis  der  richtige  weg  gewiesen,  wenn  auch  die 
zeichen  zwischen  I  und  XXX  in  ihrer  bcziehung  auf  Elias  noch  nicht  klar 
sind.  —  ferner  ist  mir  inzwischen  noch  eine  italienische  bcarbeitung  der 
rcsponsa  Secundi  philosophi  ad  interrogata  Adriani  (s.  a.  o.  s.  540)  bekannt 
geworden,  welche  im  cod.  Riccard.  1930  (saec.  XIV)  dem  gespräch  zwischen 
Sidracco  und  Botozzo  angehängt^  ist.  A.  Bartoli  in  il  libro  di  Sidrach,  testo 
inedito  de  secolo  XIV;  parte  prima  (Bologna  1S6S)  meint  s.  XXVI  der  Schrei- 
ber habe  seine  vorläge  je  näher  dem  ende  um  so  mehr  verkürzt,  und  schliefse 
*col  far  cosa  quasi  originale*;  er  habe  sich  nicht  enthalten  können,  einige  der 
letzten  capitel  dieses  buches  mitzutheilen ,  welche  in  ihrer  kürze  allerliebst 
schienen,  die  fragen,  welche  er  auf  s.  XXVI  ff.  abdruckt,  entsprechen  den 
nr.  2—5.  7.  lü-12.  14.  15.  17.  18.  21.  22.  20.  24.  23.  25— 33  jener  responM, 
wie  sie  im  speculum  historiale  des  Vincentius  Bellovaccnsis  zu  finden  sind. 


AUS  DEM  NEUNTEiN  JAHRHUNDERT.  167 

witz  an,  und  für  die  historische  Verfolgung  der  rätsclliteratur  sind 
diese  fragcbüchlein  von  erlieblichcr  hedeutung  (vgl.  M  S  D  s.  343). 
Ähnliche  Sammlungen  hal  J.Kemble  in  'the  dialugue  of  Salo- 
mon  and  Saturnus^  (London  184S)  milgetheilt:  Salomon  and  Sa- 
turnus  (SS)  s.  178  11'.,  Adrian  and  Rilheus  (AR)  s.  198  fF.,  beide 
angelsachsisch;  Adrian  and  Epictus  (AE)  s.  212  i!*.,  lateinisch,  the 
mastcr  of  Oxfords  catechism  (Ox.  Cat.)  s.  210  11'.  auch  in  Reda's 
colhM:tanea  und  llores  sind  viele  ilhereinstimmendc  fragen,  und  die 
Sammlung  der  Schlettsladter  hs.  *),  aus  der  Rethmann  hi  i\aumanns 
Serapoum  1815  &.  29  siebzehn  fragen  mitgc^theilt  hal,  gehört  gleich- 
falls hierher,  der  nachfolgenden  am  nächsleu  steht  der  Adrian  und 
Epictus,  der  gleiche  fragten  zum  theil  in  gleicher  reihenfolge  ent- 
hrdt.  eine  provenzalische  bearbeitung  dieses  AE  hat  Rartsch  in  den 
denkmälern  der  provenzalischen  litteratur  s.  306—310  herausge- 
geben (MSDs.  343). 

IMERROGATIONES  2). 

*(^uis  est  quod  tangitur  et  non  videtur?   Anima  hominis. 
'•*Quid  est  quod  videlur  et  non  tangitur?   Ct^lum. 
'^yuid  est  aspectum  parvissimum,  totafm]  contegit  terram  et 
totam  illuminat  orbem?    Sol. 

*Quisvivit  dum  seculum  vicit?    Ilelias  et  Enoc  et  Johannes. 

-"^(Juis  escam  molioruui  saxa  conrumpit?   Aqua. 

*^Quis  crescit  et  descn^scit?    Luna. 

^Quid  est  delectabile  et  odiosum?    Nox. 

^Quid  est  quod  ad  [s.  71']  uimm  vadit  c^t  ad  unum  redit? 

IMuvia. 

^Quid  est  bonum  et  malum?  Resurrectio,  quando  alii  ad  vitam 
alii  ad  pociuam  trahuntur. 

^"Quid  es't  vivit  sepultus  vivit  et  sepulchrum?  Jonas  in  venti'e 
c«)eti. 

"  Quis  trc^s  horas  fecit  sol  stare?  Je^u  Nave,  succcssor  Moysen, 
in  ])ugna;  mons  autem  in  quo  stabat  (labaon.  et  luna  stetit  in 
vale  Elon. 

^)  Wie  mir  hr.  prüf.  Müliciihoffinittheilt  i.st  dieseU)c  neiicnlinps  zu  wieder- 
holten inuleii,  zuh'tr.t  vun  Martin  pesocht  aher  nicht  f^efunden. 

2)  Am  oberen  randc  dos  hlattes  steht  noch  von  einer  hand  des  15.  jahrh.: 
interrupationes  varie  et  rare  valde. 


168  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

^2Quales  primi  civitas  facta  fuit?    Niiiiiiv^. 

*^Qui  cam  cüincavit?  Ninio;  ubi  fucrunt  c  vigiuü  milia  ho- 
minum. 

^^Quod  mansiones  habet?  Ut  illa  tota  circis  XU.  uiia  mansio 
triginta  milia  habet  pedes. 

"Quod  gencra  sunt  volicribus  piiinalis?  Quinquagiota  IUI  or. 
[fol.  72'] 

^^Quid  videtur  ire  et  nuniquam  redire?    Sol. 

*^Quid  est  quod  uni  placet  et  alleri  displicit?    Judicium. 

^^Quatluor  vide[n]tur  et  investigantur?  Viam  aquile  et  viam 
colobri  et  viam  (et)  viri  in  aduliscontiam  suani ,  et  viam  navis  in 
medio  marc. 

"Tres  sunt  (jui  numquam  satiantur:  Infcrnum  et  terra,  que 
non  satiatur  aqua  et  ignis  qui  numquam  dicit  suflicit;  ita  et  cupi- 
ditas  hominum  i)isatia))ilis  est. 

*°Quis  est  mortuos  et  non  est  natus?    Adam. 

'-^^Quod  hlios  habuit  ii)se  Adam?  Triginta  et  triginta  fiiias, 
exceplo  (]ain  et  llabel. 

^^Quis  primus  obtulit  holoraustum  ex  ipsis?  Abel  [fol.  72**] 
agnum  protulit;  pro  eo  occidil  eum  Cain. 

2'*Quis  tribus  diebus  et  tribus  noclibus  oravit  nee  c(^Iuni  vidit 
nee  terram  teligil?    Jonas  in  venire  piscis. 

**Quis  sine  fuste  et  gladio  draconem  interlicit?    Daniel. 

^^Cuius  sepulchrum  non  est  inventum  in  terra?    Movi>y. 

^•^Quis  asinas  quaerendum  [I.  (juaerendoj  regnum  inveuit? 
Saul. 

^^Quis  prinms  monasterium  construxit?  Ante  adventum  Elias 
et  Eliseos  et  posl  adventum  PauJus  heremita  et  Antonius  abba. 

^Mn  quo  monte(m)  nunn}uam  pluit  usr[ue  in  hodiernum  diem? 
In  Gelboe. 

^^Quis  eum  male  dixit?    David  rex. 

^"Quis  cum  canc  locu[fol.  7l^']tus  tiiil?    Sanctus  Petrus;  et 

^^Qiiis  cum  asina  locutus  fuitP   Itclaam,  propliela  gentiles. 

^'Quot  provintig  sunt  terri^?    Duodeccm. 

'^'^Quod  genera  sunt^serpenlium?    Triginta  Uli  or. 

^*Quis  upserpenlem?    Corcolrillo. 

^■^Quod  genera  sunt  piscium?    Triginta  sex. 

18.  Die  aegation  fehlt. 


AUS  DEM  NEUNTEiN  JAHRHUNDERT.  169 

^*Qui  ülorum  noniina  posuit?    Adam. 

^'Quo  ordiuc  vel  pro  qua  re  seni  facti  sunt?  De  Cham,  qui 
de  verecundia  patris  sui  risit. 

'^'^Quis  fuit  bis  nalus  et  semcl  mortuus?    Lazarus. 

^^Quis  Christus  vidit  et  dormiet?    Sanclus  Joliannis. 

^^Ubi  Adam  acc^pit  baptismum?  In  monte  (ialvarif^,  ubi  do- 
minus Jesus  Christus  cruci  lixus  est,  de  eius  sanguiue. 

*^Quis  dedit  quod  non  habebat  et  recepit  ([uod  dederat? 
Sanrtus  Julianni*s  [ful.  73' J  baptismum  et  Eva  lac. 

^'Qui  aviam  suani  vir^iuem  violavit?    x\bel  terra[m]. 

^^^Quiantea  tectuni  tecii  quam  sol[um]?  Dominus  cehis  (I.  celos) 
antequam  tcrram. 

^^Qui  cum  domino  crucillxi  sunt?  Ad  dextris  Joatras  et  Cam- 
matras  a  sinistris. 

*'^Quantas  sortes  fec<»runt  milites  de  veste  doniini?  Quattuor, 
unicuicpie  milhum  parte  una;  stolam  non  divisani,  et  caiciainenta 
non  invenerunt. 

^''Qni  mortuos  (I.  morluus)  mortuum  suscitavit?  EHseus  in 
(■algalis  in  suo  sepulchro. 

*'Uuisunt  nati  et  mm  sunt  mortui?  üehas  et  Enoc  et  Jo- 
hannes evan^elista. 

^^Cui  prius  per  baptismuni  beneli  data  rsi  piscio. 

^''Oiii  prinnim  bestias  mulsit.    Sanelns  Mamis. 

-'"Olli  vidit  |dormiJens  |tol.  74 '|  sealafmj  posila|in]  contra  c(*lum, 
cuiiis  altiludo  tan^n>ns  cadiim  ?    Sanctus  Jacob. 

'"(Juis  cum  lllias  suas  peccavit?    Loth. 

''"'(Juis  sine  tustr  vi  ^ladio  leoneni  inlerticit?    Samsoii. 


1.  Richtiger  scheint  in  AK  3S  zu  d<Tsrlb('n  tVa^r  als  auflosung 
anima  ^v\ivhv\\  zu  sein;  diMi  winti  lulill  man  ohne  ihn  zu  sehen,  in 
Krdas  i1(»n's  (Krdar  o]HTa  Itasilcae  ]r)r)3.  III)  hcMist  es  aber  s.  G50: 
hie  mihi  ([uat*!  est  ilJa  res  quae  coehim  totamquo  tiTram  rr.plevil, 
Silvas  v\  surciilos  contrin^it,  omniaque  t'iindamenta  concutit:  sed 
ner  ornlis  viileri  aui  mauihus  tanffi  pott'st,  und  das  nahe  verwandte 
rälsrl  Aldclms  i\o  vcnio  bc^innl  mit  pass<>ndi>rrm  ausdruck:  cer- 
nrn*  nie  nulli  possunt  nee  premlere  pahniü. 

50.  dormiens  erg'änzt  von  Joffe. 


170  EIN  FHAGEBLCIILEIN 

2.  AK  39  inil  der  auflosuiig  mibes  vel  coelum. 

3.  In  AE  folgt  auf  die  Leiden  vorher^i^eiienden  rutsel  Quid  est 
sul?  8])Iend()r  diel,  eine  frage  die  aucli  in  der  altercalio  Hadriani  et 
Epicteti  und  in  der  disputatio  Pippini  eum  Albino  begegnet  s.  zschr. 
f.  d.  altert,  n.  f.  2,536.  der  vorstehenden  «llnilicher  ist  AH  9  Saga 
nie  hü  mycel  s(»6  sunnc  sy.  Ic  de  secge,  heö  is  nuere  doune  eorde, 
for  dam  de»  lieo  bid  on  a'lcuni  lande  hat. 

4.  Woher  «luhannes  konnnt  weifs  ich  nicht;  in  AE  71  heifst 
es  nur  Quis  pugnatnnis  est  in  consummacione  seculi  cum  Anti- 
cliristo?  —  Enoch  et  Elias,  die  annähme  dafs  Enoch  und  Elias 
mit  dem  Antichrist  känjpfen  und  vvsi  von  ihm  sollen  getödtet  wer- 
den, iindet  sich  auch  in  dem  evangelium  Nicodemi  c.  25  (Fabricius 
codex  apocryphus  novi  tesl.  Hami).  1810.  1,291.  2,477).  vgl.  47. 
der  glaube,  dafs  Johannes  nicht  gcvstorben  sei,  entstand  schon  früh 
aus  Christi  Worten:  'So  ich  will,  dafs  er  bleibe  bifs  ich  komme,  was 
gehet  es  dich  an'  (Ev.  Job.  21,  22).  vgl.  Fabricius  a.  o.  s.  533.  590. 

5.  Weifs  ich  nicht  zu  emcndieren;  die  mählsteine  scheinen 
gemeint. 

0.  Der  AE  43  hat  anstatt  dieses  ratsels  Quid  est  luna? 
Splendor  in  tem^bris  et  doctrina  malorum.  vgl.  disp.  Pipp.  cum  Alb. 
nr.  51. 

7.  =  AE  41.    nah  verwandt  shid  nr.  9.  17. 

8.  Unverstandlich,  wie  AE  42:  Quid  est  ab  uno  vadit,  et  ad 
unum  redit  und  im  provenzalischen  AE  40  Cal  cauza  va  ad  una  et 
ad  antra  torna?  respos:  plueja.  etwa  ab  uno  vadit  et  ad  unum  redit. 
vgl.  Symposius  de  pluvia:  Et  sinus  efludit  qui  me  prius  ipse  recepit, 
und  Jul.  Scaliger,  poemata  (in  bibliopolio  Conuneliniano  1600) 
1,513  de  a(fua:  A  me  i))sa  ad  me  i])sam  egredior  remeoque. 

9.  s.  7  und  17. 

10.  Diesess  rätsei  über  Jonas  begegnet  in  d(»n  von  Kemble  mit- 
gctheilten  englischen  Fragebuchern  nicht;  aber  manche  deutsche 
rätsei  erinnern  daran ;  z.  b. : 

Hegraben  lag  ein  Mann  gar  tief. 
Das  (irab  mit  ihm  herummer  lief: 
Gleichwohl  im  llinnnel  noch  auf  Erd 
Weder  er  noch  Sarck  gefuiule.n  ward 
Sphinx  Iteidfeldii  s.  1202  und  ebenso  in  dem  angenehmen  Zeitver- 
treib lustiger  ges(41scliafleii  (Frankfurt  und  Leipzig  1772)  nr.  270. 
Tgl.  ebend.  nr.  139.  265.  und  in  Scaligcrs  rätsei  (1,515),  welches 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       1 7 1 

auch  unter  die  Joannis  Lauterbachii  poetae  nobilis  et  lanro  coro- 
nati  aenigmata  (e  collegio  Paltheniano  1601)  s.  17  aufgenommen 
ist:  Sum  nondum  dira  confectus  mortc  sepultus  .  .  .  meque  capil 
yIvus,  meque  vehit  tumulus.    vgl.  nr.  22. 

11.  Quis  tres  horas  solem  in  celo  fccit  starc?  —  Josue  mi- 
nister Moysi,  in  pugna  AE  44.  Saga  nie,  hwa  dyde  dset  sunne  stdd 
äne  tid  du;ges  ?  Ic  de  secgc,  Josue  hit  gedyde  in  Moyses  gefeohte ;  seo 
dun  hätte  Gabaon,  de  heo  on  stod  AH  42.  s.  Josua  10,12  dixitque 
coram  eis:  Sol  contra  Gabaon  ne  movearis  et  luna  contra  valleni 
Ajalon  {AtXo)v).  die  dreistündige  frist  wird  in  der  Bibel  nicht  er- 
wähnt; auch  nicht  im  provenzalisclien  AE. 

12.  AE  24  hat  nur:  Quae  civitas  primum  facta  est?  ^iuiven; 
Heda  in  den  flores  s.  652:  Quis  primus  princeps  factus  est?  Ninus 
filius  Beli.  —  Quae  prima  civitas?  Ninive.  —  Quis  eam  aedificavit? 
Niims.  S  S  25.  Saga  me  liwylc  man  ätimbrode  »^rust  ceastre?  Ic  de 
secge,  Knos  hatte  and  was  Ninivem  seo  burh ;  and  wafron  do^rin  ge- 
manna  hund  twelftig  dusenda  and  XX  dusenda;  and  Hierusalem  seo 
burh  heo  wajs  a'rest  a.'fler  dam  Noes  flod  getimbrod.  —  Nimo  im  text 
soll  ofl'enbar  Ninös  sein;  Ninus,  Belos  söhn,  erscheint  als  gründer 
Ninives  z.  b.  auch  bei  Augustin  de  civitate  dei,  nicht  aber  in  der 
bibel,  wo  es  (Genes.  10,11)  nach  der  vulgata  heifst:  *de  terra  illa 
egressus  est  Assur  et  aedißcavit  Niniverf.  —  Ninus  ist  identisch 
mit  dem  Neinrod,  dem  söhne  des  Cusch  oder  Xovg  —  daraus  er- 
klart sich  wohl  Knos  in  dem  angelsachsischen  rätsei  —  der  ein 
gewaltiger  Jäger  war  vor  dem  herrn  et  coepit  esse  potens  in  terra. 
—  die  einwohnerzahl  der  stadt  ist  im  Jonas  (4,11)  angegeben:  et 
ego  non  parcam  Ninevc  civitati  magnae  in  qua  sunt  plus  quam 
centum  viginti  milia  hominum.  die  angäbe  des  lateinischen  frage- 
bfichleins  stimmt  dazu,  im  angelsächsischen  ist  and  XX  dusenda 
ungehöriger  zusatz.  —  die  bestimmung  des  umkreifses  auf  12 
tagereisen^findet  in  der  bibel  keine  bcstätigung.  bei  Jonas  (3,4) 
heifst  es:  civitas  magna  itinere  trium  dierum. 

15.  Vicrundfunfzig  vogelarten  haben  auch  SS  51,  Ox.  Cat. 
s.  210  und  der  provenzalische  AE  nr.  33.  Beda  floi*es  s.  652  hat 
nur  sieben unddreifsig,  AH  33  tvä  and  pftig,  AE  36  quinquaginta 
XX.    aus  der  bibel  stammen  diese  angaben  nicht,    vgl.  33. 

17.  SS  40  Saga  me,  hwa't  is  diut  odrum  licige  and  odrum  mis- 
licige?  Je  de  secge,  diet  is  dorn.  —  Ox.  VM.  s.  210  Which  thinge 
is  it  that  som  loveth  and  som  hateth?    Tbat  is  jugement.    vgl. 


172  EL\  FRAGEBGCHLEIN 

MfillenliofT  Srherer,  Denkmillcr  s.  370.  —  dipspl!)e  frag«  aber  mit 
der  auflösung  vita  in  Hedas  llores  s.  653;  wohl  unter  anlehnung 
an  die  altercatio  lladriani  et  Epicfeti  (quid  est  vita?  Beatorum 
laetitia,  luiscroruui  mueslitia),  mit  welcher  auch  die  in  den  flores 
vorhergehenden  fragen  stimmen,  s.  zschr.  f.  d.  altert,  n.  f.  2, 
531.  549  f. 

18.  Proverbia  30,1S  Tria  sunt  diflicilia  mihi  et  quartum  penitus 
ignoro:  viam  aquilae  in  coelo,  viam  colubri  super  petram,  viam  navis 
in  medio  mari  et  viam  viri  in  adolescentia.  —  in  den  englischen 
bfichei'n  tindet  sicli  diese  frage  nicht,  wohl  aber  die  folgende,  die 
also  den  anlafs  gegeben  haben  mag  auch  diese  einzuschieben,  in 
deutschen  rätseln  und  gedichten  ist  diese  stelle  der  proverbia 
häufig  benutzt;  so  von  Freidank  128,6  Des  wien  vluc,  des  schifles 
vluz,  des  slangen  sluf,  des  donres  schuz,  wie  geraten  süln  diu  jungen 
kint,  der  straze  uns  alle  vrenule  sinl;  von  Bruder  Wernher  MS II 
2,23()\  in  der  tochter  Sion  (Diutisc.i  3.7)  s.  W.  (irimm  Freidank 
s.  LXXIV  und  375.  Friedreich,  geschichle  des  rätseis  s.  156  fol. 
zu  vergleichen  ist  auch  ein  rälsel  Sebastian  SchelTers  (Ueusner 
aenigmatographia  s.  32S  f.) : 

Die  miiii,  tunc  ciuovis  sapiente  valentior  esto, 
Onniia  ([ui  cerebro  te  relinere  pulas. 

Sub  Jove  sunt  aipiilae  vestigia  quauta  volantis? 
Hupe  coluhrorum  sunt  ubi  signa  pedum? 

Semina  quae  medio  dum  currit  in  ae({uore  naula? 
Quis  iuvenum  scortis  ad  loca  foeda  gradus. 
die  ab  weichung  in  dem  letzten  puukt  beruht  auf  dem  hebräisi.hen 
text. 

10.  Die  grundlage  bildet  eine  stelle  in  den  proverbia  3t>,15.  16: 
Tria  sunt  insaturabilia,  et  quartum,  <[uod  nunquam  dicit  'suflicit': 
inferims,  et  os  vulvae,  et  terra,  quae  non  saliatur  aqua:  ignis  vero 
nunquam  dicit  'suflicit*.  sie  findet  sich  wörtlich  in  Bedas  flores 
(s.  618),  versilicirrt  in  riner  handschriftlichen  sprichwörtersamm- 
lung  des  Trinity  College  (Kemble  s.  liM>): 

Quatuor.  ut  fantur,  sunt  (fuae  nunquam  satiantur; 

ignis  et  os  vulvae,  pelagus,  ba  atrique  vorago 
und  deutsch  in  dem  Hätersch  Büchlin  (Strafsburg  1562):   Raht, 
was  ist  nit  zu  erffdlen:  vier  ding  die  hell,  der  frauen  bauch,  die  ei*d 
mit  Wasser  und  das  fewr.   —   die  obenstehende  fafsung  entfernt 
sich  von  dem  text  der  bibel,  dadurch  dafs  in  ihr  ffir  das  os  vulvae 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       173 

die  cupiditas  hoininuin  eingetreten  ist;  gerade  wie  iin  SS  50:  Saga 
mc,  hwiTt  syudon  da  1111  Ihiiig  de  naefre  fülle  naVon  ne  na^fre  ne  beod? 
Icde SKC^dy  an  is  eordc,  oder is  i)r,  tliridde  is  liell,  feorde  is  se  gitsienda 
man  worulde.  welcna ;  und  im  Ox.  Cat.  s.  2 1 9  whidi  be  the  IUI  thingis 
tlial  nevcr  was  füll  nor  never  shalbe?  The  iirst  is  crth,  the  second 
is  fire,  the  thirde  is  hell,  th(^  fourtii  is  a  covitous  man.  auf  die  Um- 
gestaltung hat  vielleicht  Prov.  27,20  eingewirkt:  Ut  sepulcrum  et 
perdilin  non  satiantur,  ita  oculi  hominis  nun  satiantur.  auch  Frei- 
dank (09,5)  schliefst  sich  der  Vulgata  nicht  an  —  absichtlich,  meint 
Grimm  s.  ('XVllI,  'um  den  anstand  nicht  zu  verletzen  —  wird  aber 
unverständlich,  weil  er  das  vierte  unersättliche  ganz  unbezeichnet 
läist.  im  provenzalischen  Adrian  und  Epictus  werden  überhaupt 
nur  drei  unersättliche  dinge  genannt :  con  foc  et  yfern.  weniger 
eng  schliefsen  sich  der  bibelstelle  an,  aber  doch  immer  deutlich  auf 
sie  zurückweisend,  zwei  verse  im  Welschen  Gast  45  (diu  helle  und 
der  arge  man  werdent  nimmer  sat),  welche  Grimm  in  der  anmer- 
kung  citiert,  eine  stelle  im  Eso])  des  Burkard  Waldis  (4,  93,  31): 

Mit  holtz  lefst  sich  das  Fewr  nit  stillen, 
die  Eni  auch  nit  mit  Walser  füllen, 

ein  rätsei  des  llieronymus  Arconatus  (Reusner  aenigm.  s.  333): 

Omnia  cum  possint  expleri,  temp(n*e  nullo 
Kvpleri  possunt,  foemina,  llamma,  fretum 

und  eine  travestie,  von  Kemble  s.  190  mitgetheilt,  welche  die  tria 
insaliabilia  auf  priest  er,  monche  und  die  see  deutet,  auch  in  der 
vita  Aesopi  die  Joachim  Gamerarius  seiner  lateinischen  bearbeitung 
der  aes(»pischen  fabeln  (2.  ausg.  Tübingen  i()15)  vorausgcsandt 
hat,  wird  diese  üble  trias  erwähnt  (s.  1()  f.).  da  es  dem  philosophen 
Xauthus  nicht  gelingt,  seine  schmollende  gemahlin  auszusöhnen, 
fordert  er  den  sclav«!n  Aesop  auf,  das  wort  zu  ergreifen:  „Tum 
Aesopus  paulisper  cunctatus,  Graecum  versicuhnn  pronunciavit,  in 
(|uu  tres  pestes  rerum  humanarum  dicunlur  esse  O-dXaaaa  xal 
TTiQ  xai  yi'prj  xaKci  iQiit.'''  in  der  griechischen  vita  Aesopi,  die 
Westermann  IS  15  herausgegeben  hat,  fehlt  diese  stelle. 

Das  drt*.ifsigstc  capilel  der  sprüche  Saiomonis  war  so  beliebt, 
dafs  es  auch  zu  freiei'er  nachbildung  anlafs  gegeben  hat,  so  wenn 
in  dem  angenehmen  Zeitvertreib  nr.  1  bl  liebe,  feuer,  kratze,  husten 
als  vier  dinge  die  nicht  verborgen  werden-  können  zusammenge- 
stellt sind;  oder  wenn  es  in  dem  neu  vermehrten  Rath-liüclüeiu 


174  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

(Rockenbnchlein ,  angeführt  von  Martin,  le  besant  de  dieu  s.  124), 
heilst:  Welche  sind  die  vier  ärgsten  Haus  Plagen?  Drey  Üing  sind 
im  Hans  uherlcgn:  Der  Kaiich,  ein  bös  weih  und  der  Degn  (I.  Regn), 
Das  vierdt  beschwert  es  überaus  Viel  Kinder  und  kein  Brod  im 
Haus.  —  dieselben  verse  finden  sich  auch  in  der  Sphinx  Heid- 
feldii  s.  542  zugleich  mit  lateinischer  Übersetzung  oder  original: 
Sunt  mala  terna  domus  imber,  mala  foemina,  fumus; 
Quartum  si  mane  surgunt  pueri  sine  ])ane. 
raucli,  traufe  und  böses  weih  als  die  drei  dinge,  welche  den  mauu 
aus  dem  hause  treiben,  sind  s.chon  von  Guülaume  le  clerc  de  Nor- 
mandie  behandelt,  der  sein  thema  aus  des  papstes  Innocenz  HI 
Schrift  de  miseria  humanae  conditionis  4,tS  schöpfte:  Tria  sunt 
euim  quae  non  sinunt  in  domo  permanere:  fumus  slillicidium  et 
mala  uxor  (s.  Martin  a.  o.  s.  XXXYH).  schwerlich  aber  ist  die  Zu- 
sammenstellung von  Innocenz  erfunden  oder  durch  seine  schrift 
allgemein  bekannt  geworden,  auch  in  der  stelle  de  incommodis 
senectutis,  wo  jene  schrift  des  Innocenz  Guillaumes  quelle  ist, 
(Martin  s.  XVII),  ist  er  nicht  erlinder.  *Si  quis  autem  ad  senec- 
tutcm  processeril*,  heifst  es  dort 

statim  cor  eins  alüigitur  et  caput  concutitur, 

languet  s])iritus  et  foetet  anhclitus, 

facies  rugatur  et  statura  curvatur, 

caligant  oculi  et  vacillant  arliculi, 

nares  eflluunt  et  crines  delluunt, 

tremit  tactus  et  deperit  actus, 

dentes  putrescunt  et  aures  surdescunt. 
vgl.  Beda  flores  s.  652  'dum  oculi  caligant,  auris  graviter  audit, 
capiili  fluunt,  facies  in  pallorem  mutatur,  dentes  lapsi  numero 
minuuntur,  cutis  arcsclt,  flatus  insuaviter  odorat,  pectus  sufTocatur, 
tussis  cachinnat,  genua  trepidant,  talos  et  pedes  tumor  inflat,  et 
homo  interior  ((ui  non  senescit  bis  omnibus  aggravatur. 

20.  Ebenso  ioca  monachorum  nr.  2.  AE  11.  Quis  fuit  mor- 
tuus  et  non  fuit  natus?  Adam.  vgl.  disputatio  Pippini  cum 
Albino  97.  —  in  complicierterer  fafsung  findet  sich  das  rätsei  in 
AR  28  Saga  me  hwylc  man  Wt-ere  dead,  and  mere  acenned,  and  after 
dam  wsore  eft  bebiriged  in  bis  möder  iniiode?  und  noch  ausgeführter 
in  Bedas  flores  s.  652  Die  milii  quis  homo  qui  non  natus  est  et 
mortuus  est ,  atque  in  utero  matris  suae  post  mortem  baptizatus 
est?    Adam;  ebenso  in  SS  15  und  Ox.  Cat.  s.  217.  —  ein  sehr 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       175 

beliebter  rätsclätofl'.  in  seiner  einfachsten  form  findet  er  sich 
auch  in  dem  Strafsburger  ratselbuch :  Wer  gestorben  und  nit  ge- 
boren sey?  Adam  und  Eva;  lateinisch  von  Lorichius  (Reusner  272) 

Nondum  natus  eram,  cum  me  mors  abstnlit  atrox; 
Et  me  natatum  mors  capit  ante  diem. 

noch  bei  Simrock  1,199.  -  die  erde  als  Adams  muttor  gab  zu  der 
scherzhaften  frage  anlafs,  wer  auf  seiner  mut  ler  holz  gehauen  habe, 
im  Strafs])urgcr  ratselbuch,  lateinisch  von  Lorichius  (Reusn.  s. 
264),  Siuu'ock  2,181.  —  die  mutler  erde  als  Adams  grab  bei 
Lorichius  (Reusner  s.  264) : 

Foemineo  ex  utere  non  est  ille  editus  un({uam, 

l^ro  tunmlo  gremium  (jui  geuelricis  habet.  —  vgl.  nr.  42. 

21.  Dieselbe  frage  in  joca  monachorum  nr.  4,  aber  ohne  dafs 
Betlimann  die  antwort  mitgctheilt  hatte,  die  zahl  der  kinder  Adams 
wird  in  der  bibel  nicht  angegeben;  im  Über  de  poenitentia  Adami 
heilst  es  nach  Cedrenus  (Fabricius  s.  17)  xai  tig  irip  yijv  «5  ^g 
iXijifdij  dn^kO-e  xaiaX&iipag  ccQQft^ag  vlo'vg  Xy  (33)  xaX  &vya- 
t^Qag  x/  (23);  im  SS '24  und  Ox.  Cat.  s.  218  werden  schlecht- 
weg 30  söhne  und  ebenso  viele  tochter  angegeben,  im  AE  14  aber 
wie  in  der  obenstehonden  frage  Cain  und  Abel  ausgenommen,  im 
provenzalischen  AE  13  heilst  es* XX  filhs  e  trenta  lilhas  et  estiers 
(lavm  et  Abbel  e  Seth^.  in  Redas  llores  s.  652  erscheinen  an  erster 
stelle  auch  30  söhne  und  30  tochter,  aber  es  wird  hinzugefügt: 
Filiorum  Adam  computatio,  ut  alii  dicunt,  sexaginta  duo:  et  fili- 
arum  computatio  ([uin([uaginta  tres  sunt,  nach  einer  deutschen 
vorrede  zur  Genesis  (Fabricius  s.  45)  versammelte  Adam,  da  er 
sein  stündlein  kommen  fühlte  alle  seine  kinder  um  sich  'der  warn 
an  Weib  und  an  kind  lunfftzehen  Tausend.'  —  es  hatte  einiges  inter- 
csse  zu  wifsen,  woher  diese  angaben  stammen  und  wie  weit  sie 
verbreitet  wartm:  falsch  sind  sie  alle;  denn  nach  des  Dresdner 
pastor  Hilscher  sorgsamer  rechnung  (Fabr.  65  fl.)  behef  sich  die 
zahl  der  kinder  Adams  auf  365,  seiner  enkel  auf  425616. 

22.  AE  15.  Redae  llores  8.  647. 

23.  AE54  vgl.  oben  nr.  10  und  Simrock  1,59.  MuUenhofr 
in  Wolfs  zschr.  3,16.  Rufswurm  ebend.  3,347  nr.  39. 

24.  Daniel  tödtete  den  drachen  mit  peclipillen  Ufich  dem  apo- 
kryphen buch  vom  drachen  zu  Dabei,  in  den  englischen  frage- 
büdiern  begegnet  diese  frage  nicht. 


176  EIN  FRAGEBUCHLEIN 

25.  Joca  monfirhorum  nr.  7.  AE  35.  s.  Dmiteron.  31,  6.  — 
anders  gewandt  ist  die  frage  in  SS  44  Saga  ine  hwa'»r  is  Moyses 
byrgon  dics  cyninges?  Je  de  secge,  lieo  is  be  dam  biise  de  Fegor 
hatte,  and  nan  man  nis  de  big  wite  icr  dam  mycian  dönie.  ebenso 
in  Ox.  Cat.  s.  219. 

26.  1  Samuel.  9.  Die  frage  begegnet  in  den  englischen  frage- 
büchern  ni<'ht. 

27.  SS  53.  Saga  nie,  hwylc  man  aVost  mynster  gelimbrode? 
Je  de  secge,  Elias  and  Eiiseus  da  witegan,  and  <efter  fiillubte  Paulus 
and  Antonius,  da  ierestan  ancran.  in  x\E  25  heilst  es  nur:  Quis 
primum  monasterium  conslituit?  Paulus  heremita  et  Antonius  abba. 
der  provenzalische  text  ist  entstellt.  —  als  der  heilige  Antonius 
schon  lange  jähre  in  der  einöde  lebte,  kam  einestages  ein  landmann 
Paulus  zu  ihm,  sein  leben  zu  theilen.  der  ehebruch  seiner  jungen 
schönen  frau  hatte  ihn  dazu  veranlaist.  Antonius  weist  ihn  anfangs 
zurück,  weil  ein  sechzi^ahriger  zu  alt  sei,  um  sich  an  die  Strapazen 
des  einsiedlerlebens  zu  gewöhnen:  die  ühermenschlichen  proben 
aber  die  Paulus  von  seiner  enthalt samkeit  ablegt,  lal'sen  bald  den 
Antonius  einen  würdigen  gefTdirten  in  ihm  erblicken,  s.  AA.  SS. 
Uolland.  Januar  HI  s.  511.  die  gesciiichte  dieser  heiligen  war  be- 
liebt  8.  Potthast  bibl.  bist.  S42.  —  l  her  Elias  und  Elisa  s.  1  Kön. 
19,  19  f.  2  Kön.  2,  1  IK  Fabricius,  c<k1.  pseudepigr.  vet.  iv^L  1076. 

2S.  29.  die  erste  frage  ebenso  in  AE  26.  —  In  dem  klage- 
ilede  über  den  tod  Sauls  sagt  David  (2  Samuel  1,21)  0  niontes 
Gilbohae,  ne  ros  neve  pluvia  decidat  super  vos. 

30.  SS  34  Saga  nie  iiwylc  man  ierest  wiere  wid  hund  sprecende? 
Je  de  secge,  Scs.  Petrus.  —  tunc  Symon  ut  ait  sanclus  Marcellus 
ivit  ad  duniuni  Marcelli  discipuli  eins,  Icgavitipn^  maxiinum  canem 
ad  ostium  domus  eins  dicens:  nunc  videbo  si  Petrus  qui  ad  tc  ve- 
nire consuevit  ingredi  poterit.  post  pauluium  venit  Petrus  et  facto 
signo  crucis  canem  solvit.  canis  autcm  omnibus  aliis  blandus  stdum 
Syiuonem  perse<(uebatur:  quem  a]»prehendens  euin  ad  terrani 
subtus  se  deiecit  et  eum  strangulare  v(»lebat.  accurrens  autem 
Petrus  cani  clamavil  ne  ei  noceret.  et  canis  ({uideni  corpus  eius 
non  lacsit,  sed  vestes  adeo  laceravit,  ut  ille  nudus  positus  remancrel 
(Aurea  legenda  Sanctorum  compilata  per  fratrem  Jacobum  de  Vora- 
gine.  Lugduni  1509  foi.  LXXIII.  von  kemble  s.  196  nach  einer 
englischen  Übersetzung  citiert).  die  legenda  aurea  berufen  sich 
auf  den  Marcellus ;  aber  in  dem  wesentlich  abweichenden  bericht 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.  177 

des  Pseudo-Marcellus  (de  actibus  SS.   Petri  et  Pauli  Fabricius 
2,640  f.)  beschwört  Petrus  die  hunde  durch  die  hostie. 

31.  AE  27.  Quis  cum  asina  locutus  est?  Balam.  —  s.  Numeri 
22,  28.  Bileam,  Septuaginta  BaXad^,  Josephus  Bdla^og.  vgl.  joca 
monachorum  nr.  10  Qua  lingua  locuta  est  asina  cumBalam?  Grega. 

32.  AE  28.  Quot  sunt  provincie  terre?  centum  viginti  duo. 
Bedae  flores  s.  652  Quot  sunt  provinciae?  centum  et  triginla. 

33 — 35.  Die  Worte  quis  upserpentem  weifs  ich  nicht  zu  deu- 
ten. —  AE  29  Quot  sunt  genera  serpentum?  XXIV.  nach  dem 
provenzalischen  AE  nur  XXHI.  —  AR  34.  35.  Saga  me  hwset 
naeddercynna  si  on  eordan.  Je  de  secge,  feower  and  thrittig.  Saga 
me  hwaet  fisccynna  si  on  waetere.  Je  de  secge,  six  and  thrittig.  — 
Bedas  flores  s.  652  quot  genera  serpentum?  triginta  sex  (vielleichL 
ist  triginta  quatuor.  quot  genera  piscium  ausgefallen).  —  SS  52. 
Saga  me,  hü  fela  is  fisccynna  on  waetere?  Je  de  secge,  VI  and  XX. 
—  Ox.  Cat.  s.  219  How  many  of  birdis  been  Ihere,  and  how 
many  of  fishes?  LÜII  of  fowles,  and  XXXVI  of  fishes.  in  den  joca 
monachorum  nr.  11 — 13  werden  64  fisch-,  54  vogel-  und  22 
säugethierarten  angegeben,  vgl.  oben  nr.  15.  in  andrer  weise  wer- 
den diese  fragen  im  Sydrach  beantwortet  s.  Kemble  210  f.  —  wo- 
her die  angaben  stammen,  weifs  ich  nicht,  die  weite  Verbreitung 
dieser  schulfragen  wird  am  besten  dargethan  durch  die  Scherzfragen, 
die  sich  an  ihnen  gebildet :  Rot.  Wie  vil  sindt  vögel  in  unsern  lan- 
den das  mon  vogel  nent?  Sechstbalber  vogel,  das  ist  ein  kramets- 
vögel,  ein  balbvogel  wirt  under  den  krametsvögell  verkaufll  und  ist 
doch  kein  krametsvogel,  ein  antfogell,  ein  Eyfsvogell,  ein  Brachvogell 
und  der  speyvogell  der  fleugt  über  sie  all.  —  Ein  frag.  Wie  vill 
fisdi  in  unsern  landen  bekant  sein.  Antwort,  funfthalber.  Stockfisch, 
Rheinfisch,  Magenfisch,  Walfisch  und  Plateyfslein  nenen  etlich  halb- 
fisch (Strafsburger  rälselbuch).  der  erleichternde  zusatz  zum 
ersten,  *das  mon  vogel  nent\  sollte  eigentlich  wohl  fehlen. 

36.  AE  30.  Quis  ipsis  nomina  inposuil?  Adam.  —  AR  36. 
Saga  me  hwa  gesceöpe  ealra  fisca  nama.n  Je  de  secge,  Ada  mse  a^resta 
man.  —  Genesis  2,19;  nach  Js.  de  la  Peyrere  hat  er  sie  auch  auf- 
geschrieben und  registriert. 

37.  AE  31.    Unde  sunt  servi?  de  Cam.  —  Genesis  9,25. 

38.  Umgekehrt  bis  mortuus  et  semel  natus.   so  Bedae  flor.  s. 
652.  —  Disput.  Pipp.  c.  Alb.  97.   —  Simrock  2,131  u.  s.  w.  — 
Evang.  Johannis  c.  11. 

Z.  f.  d.  A.  neue  fol^e  III.  ^^ 


178  EIN  FRAG£BÜCHLE1N 

39.  Mir  unverständlich;  vielleicht  gab  der  zu  nr.  4  erwShnte 
glaube,  Johannes  sei  nicht  gestorben,  sondern  schlafe  in  seinem 
grabe  bis  zur  rückkehr  Christi,  zu  der  frage  anlafs. 

40.  Als  Adam  im  sterben  lag,  sandte  er  seinen  söhn  Seth  zu 
den  pforten  des  paradieses,  dal's  er  gott  bitte  ihm  das  haupt  zu 
salben,  aber  der  erzeuget  Michael  antwortete:  noli  in  lacrimis  deum 
orare  et  deprecari  propter  oleum  miseiicordiae  ligiii,  ut  perungas 
patrem  tuum  Adam  pro  dolore  capitis  eins,  quia  nuUo  modo  poteris 
acciperc  nisi  in  novissimis  diebus  et  temporibus,  nisi  quando  com- 
pleti  fucrint  quinque  millia  et  quingenti  anni,  tunc  veniet  super 
terram  amantissimus  dei  lilius  u.  s.  w.  Evang.  Nicodemi  c.  29 
(Fabric.  1,278).  dafs  das  blut  Christi  die  Uufe  vertreten  habe, 
die  zur  Seligkeit  unerläfslich  schien  (Fabric.  1,294),  wird  hier  frei- 
lich nicht  gesagt;  die  taufe  Adams  aber  erwähnen  die  zu  nr.  20  an- 
geführten stellen. 

41.  AE  61  Quis  dedit  quod  nun  accepit?  Eva  lac.  —  Joca 
monachorum  nr.  15  qui  femina  dedit  quod  non  accepit?  Eva  lac. 
—  das  rätsei  von  Johannes  dem  täufer  ist  sehr  häutig.  Strafs- 
burger  rätselbuch : 

Es  begert  der  Herr  vom  knecht 
umb  das  göttliche  recht 
das  er  im  zu  gelten  thet 
das  er  selbs  nicht  het, 
das  dan  her  knecht  thet. 

lateinisch  von  Lorichius  (Reusner  266)  und  Beusner  (267).  — 
aber  was  soll  der  zusatz  et  recepit  qfwd  dederat?  der  auf  Johannes 
bezogen  werden  mufs,  <lenn  auf  Eva  passt  er  gar  nicht,  die  worte 
im  evang.  Matth.  3,  14  harmonieren  damit  sehr  wenig,  aber  auch 
Johannes  gehörte  zu  den  seelen,  die  Christus  aus  der  unterweit  be- 
freite, muste  also  irgend  wo  getauft  sein.  s.  zu  nr.  40.  —  die 
frage  über  Eva  gab  zu  scherzhaften  rätseln  anlafs: 

Ingenuae  iuvenis  connubia  virginis  ambit 

lila  suo  sponso  talia  verba  refert: 
Si  quod  non  habeo  poteris  praebere  ruganti, 

Quod  nt*c  habes  in  te,  tu  nee  habere  potes, 
Accipe  daque  fidem  sit  et  haec  tibi  dextera  testis, 

Annuo  iam  dudum  polliceorque  thorum. 

Lorichius  (Reusner  170)  s.  zschr.  f.  d.  altert,  u.  f.  1,495. 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.      179 

42.  =  Joca  monachorum  nr.  3.  Demaundes  joyous  47  (Kemble 
8. 290) :  What  was  he  that  was  begoten  or  bis  fader,  and  borne  or  bis 
moder,  and  bad  tbe  mayden  bede  of  bis  beldame?  Tbat  was  Abell.  — 
Stralsburger  rätselbuch :  Es  war  nie'geborn  von  weybes  leip ,  und  ' 
leyt  begraben  in  seiner  mutter  leip,  und  nam  sein  von  seiner  altmütter 
den  magthum.  —  andere  stellen,  nach  denen  Abel  seiner  jungfrau- 
lichen grofsmutter  das  magdthum  nimmt  bei  Kemble  s.  295  f.  vgl. 
Acta  apostolorum  Abdiae  adscripta  lib.  8  cap.  7.  8  (Fabricius  1,677): 
Per  enim  fuit,  ut  qui  filium  virginis  vicerat,  a  filio  virginis  vince- 
retur.  tunc  rex  ei  Polymius:  Et  quomodo,  inquit,  dixisti  primam 
haue  esse  virginem,  ex  qua  natus  est  homo  cum  deo?  Apostolus 
respondit:  Ago  deo  gratias,  quia  sollicite  audis;  primus  inquam 
homo  Adam  dictus  est,  qui  de  terra  factus  est.  terra  auteni  illa  de 
qua  factus  est,  virgo  fuil;  quia  nee  sanguine  humano  polluta  fuerat, 
nee  ad  sepulturam  alicuius  mortui  a  quoquam  erat  aperta.  s.  Fa- 
bric.  anm. 

44.  AE  34.  Quot  sunt  qui  cum  eo  crucifixi  sunt?  Duo  la- 
trones ,  Jonatbas  et  Gomatras.  —  Bedae  flor.  s.  650  Die  mihi  no- 
mina  duorum  latronum,  qui  cum  Jesu  simul  crucifixi  sunt.  — 
Matha  et  Joca.  Matha  credidit,  Jöca  negevit  vitam,  mortem  elegit. 
—  die  namen  Joatras  und  Cammatras,  Jonatbas  und  Gouiatras 
sind  gewis  identisch,  wenn  ihnen  auch  Joca  und  Matha  entspricht, 
so  ist  doch  die  Ordnung  nicht  gleich;  denn  der  gläubige  scliächer 
hicng  zur  rechten,  ob  sonst  die  namen  noch  vorkommen  ist  mir 
unbekannt,  im  Evang.  infantiae  (Fabric.  1,186)  erscheinen  an 
ihrer  statt  Titus  und  Dumachus,  im  Evangel.  Nicodemi  (Fabric. 
1,258)  und  auch  sonst  Dimas  und  Gestas.  s.  Fabric.  1,186  anm. 
2,472. 

45.  AE  33.  Quanti  vel  quot  milites  diviserunt  vestimenta. 
Ghristi?  Quatuor.  —  AR  37.  Saga  me,  hü  fela  wubs  dcera  cempena 
de  Cristes  hrsegel  dieldon?  Jede  secge,  seofon  heora  wa^on.  — 
die  oben  siehende  antwort  polemisiert  offenbar  gegen  die  annähme 
von  sieben  kriegsknechten. 

46.  2  Könige  13,21.  —  verwandt  ist  die  frage  in  Bedas  (lores 
s.  652:  Quis  primus  mortuum  suscitavit?  Helias.  Ubi  eum  susci- 
tavit?   In  Galgala.    1  Könige  17,  18  ff. 

47.  vgl.  nr.  4.  —  AE  18.  Quis  fuit  natus  et  non  fuit  mor- 
tuus?  Enoch  et  Elyas.  —  Bedae  flores  s.  647.  Qui  sunt  nati  et 
non  sunt  mortui?   Enoch  et  Elias,   ebenso  joca  monachorum  nr. 

12* 


180  EIN  FRAGEBÜCHLEIN  AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT. 

9.  —  ob  die  unverständlichen  worte  cuiprius  per  bapHsmum  hmeü 
data  est  ptscio  relativsatz  zu  Johannes,  oder  eine  selbständige  frage 
sind,  weiTs  ich  nicht. 

49.  Gousentiunt  antiqua  martyrologia  Adonis,  Usuardi,  Rabani 
et  Notkeri  etc.  in  quibus  sancti  Mamantis  aut,  prout  loquuntur, 
Mammetis  sive  Mametis  martyrium  sub  imperatore  Aureliano  con- 
tigisse  refertur  ad  diem  XVU  mensis  Augusti.  AA.  SS.  Rolland. 
Aug.  HI.  s.  425.  er  war  ein  hoch  angesehener  heiliger,  im  osten 
und  Westen,  den  selbst  die  wilden  thiere,  welchen  er  preis  gegeben 
wurde,  nicht  anzurühren  wagten: 

Mitis  domans  imitia 

illisque  promens  gaudia 

vivebal  inter  bestias ; 

quo  cive  gaudent  angeli  u.  s.  w.    Walafried  Strabus. 

50.  Genes.  28,12. 

51.  Gen.  19,30.  auf  solches  Verwandtschaftsverhältnis  passt 
das  epitaphium,  welches  Reusner  s.  353  mittheilt: 

Wunder  über  Wunder 
Hier  ligt  begraben  under 
Mein  Vatter  und  dein  Vatter, 
Und  unser  beider  Kinder  Vatter, 
Mein  Mann  und  dein  Mann 
Und  unser  beider  Mutter  Mann, 
Und  ist  doch  nur  ein  Mann. 
s.  auch  Friedreich,  geschichte  des  rätseis  s.  99. 

52.  AE  67.  Quis  leonem  sine  gladio  et  fuste  interfecit? 
Sanison.  —  s.  Judic.  1 4,6. 

W.  WILMANNS. 


BESSERUNGEN  UND  NACHTRÄGE. 

s,  33.  z.  35  /.  nichts y&'r  nicht. 

*.  53.5.  12/.  414yv/r413. 

s,  108.  s.  42.  struot  und  vwar  alt  fem.  im  meister  Mswert  t.  22tt:  wie  gralieh 

was  die  strut  und  auch  des  meres  freis. 
X.  ]  36.  z.  \,da  gewan  nur  conjectur  Becks fUr  bekam  istj  so  bleibt  das  bedemkat 

wegen  des  reimes  m :  n  bestehen, 
s,  140.  z,  37.  stein  stossen  anfser  der  im  mhä.  wb,  11.  2,  663"  aus  Suehemoirt 

angejahrten  stelle  auch  bei  ylUswett  s,  89,  245. 


LORENGEL. 

1  Ich  tu  euch  abenteur  bekant 

wie  künig  Etzel  zoch  aus  Heun  in  cristenlant. 
grosz  wunder  soll  ir  hie  vernemen  schone 
was  Wunders  da  ein  glock  erwarb, 
5  dar  umb  ein  edler  graf  in  einem  kämpfe  starb, 
grosz  Ungemach  kam  von  der  glocken  done, 
dar  von  küng  Artus  ser  erschrack  und  manig  ritter  here, 
der  dan  in  Frankenreich  erhal 
und  allem  folk  cleglichen  in  die  oren  schal, 
ritter  und  knecht  die  stunden  freuden  lere. 

2  Furbasz  mügt  ir  wol  nemen  war. 

ein  edle  lantgrefin  kam  für  den  künig  dar, 
mit  ir  wol  hundert  ritter  oder  mere 
als  man  noch  wol  geschriben  fint. 

5  von  Aldenburg  der  edlen  herzoginne  kint 
die  kam  gen  Frankenreich  in  hoher  ere. 

bei  künig  Artus  das  geschach  in  hohem  .lob  und  preise, 
da  hört  man  den  von  Eschenbach 
und  Joram  man  auch  bei  den  frauen  sitzen  sach. 
Clingsor  sprach  'singet  fürbasz,  meister  weise'. 

3  Wan  got  erlöset  wen  er  wil. 
fürwar  seiner  genaden  der  ist  also  vil. 

hört  was  got  wunders  tet  mit  einer  schellen, 
die  was  gemacht  mit  listen  clug, 

6  die  Isilie  an  eim  patemoster  trug. 

vor  künig  Artus  hört  man  sie  laut  hellen. 

der  aller  dinge  hat  gewalt  der  schuf  ir  helles  clingen. 

wol  hundert  rast  bort  man  den  dosz. 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  13 


182  LORENGEL 

sant  Brandanus  der  schreib  dar  von  vil  wunder  grosz. 
vernemet  mich  so  wil  ich  furbasz  singen. 

4  Es  sasz  ein  herzog  in  Prafant 

dem  waren  undertenig  pürg  und  weite  lant. 
den  gund  der  tot  mit  seinen  [486b]  kreften  zwingen, 
er  kam  in  an  den  Fürsten  her. 
5  mit  seiner  ritterschaft  kund  er  sich  nit  erwer, 
mit  reichem  schätz  mocht  er  auch  nie  gedingen. 
der  herzog  het  ein  tochter  fein  die  was  noch  unberalen. 
das  gund  er  al  den  seinen  clagn 
'ach  got  dasz  ich  sie  nit  versach  bei  meinen  tagn\ 
sie  sprach  'fater,  es  reuet  euch  zu  spate\ 

5  Der  edel  herzog  aus  Prafant 

der  het  ein  ritter  der  was  Friderich  genant 
von  Dunramunt  als  ich  euch  hie  bedeute, 
der  fürst  an  seinem  ende  lag, 

5  graf  Friderich  nach  seinem  tod  des  landes  pflag. 
sein  her  befal  im  lant  und  auch  die  leute, 

er  sprach  'du  edler  Friderich,  nu  bis  dar  zu  behende, 

lasz  dir  mein  kint  befolen  sein, 

du  Werder  helt,  erzeig  an  ir  die  treue  dein.^ 

so  rett  der  fürst  vor  seinem  lotsten  ende. 

6  Da  sprach  der  ritter  hochgeporn 

*solt  ich  dar  umb  verdienen  aller  fürsten  zorn 
so  musz  mein  manheit  durch  die  lant  hin  streichen, 
er  sei  graf  oder  dinestman 
5  mit  ritterlichem  streit  tar  ich  si  wol  bestan, 
si  müssen  allsant  meinem  zorn  entweichen, 
auch  wil  ich  sein  ein  schirmeschilt  der  keuschen  junckft*au  reine, 
durch  iren  willen  leid  icli  not, 
mit  meinem  schwert  so  hau  icti  tiefe  wunden  rot. 
gnediger  her,  in  treuen  ich  das  meine.' 

7  Da  sprach  der  herzog  lugentleich 

*du  tust  mit  dein  geperden  als  her  Ditercich 
dem  nie  kein  helt  auf  erden  mocht  geleichen, 
vil  Wunders  man  noch  von  im  seit, 
5  in  stürmen  und  in  streiten  sei  er  nie  verzeit, 
durch  reine  frauen  facht  er  ritterleichen. 
ich  pit  dich,  lieber  dicner  mein,  lasz  deine  treu  anschauen. 


LORENGEL  183 

kein  wandel  ich  nie  an  dir  fant. 

alls  das  ich  han  befil  ich  dir,  leut  unde  lant. 

pit  got  für  mich  und  unser  libe  frauen.  [487«] 

8  Der  edel  fürste  lobesam 

der  tet  als  ie  den  weisen  fürsten  wol  an  zam. 
er  nam  sein  tochter  bei  ir  weissen  hende, 
er  sadi  si  permiglichen  an, 
5  er  sprach  'mein  kint,  al  deiner  treuen  ich  dich  man 
seit  ich  musz  von  dir  hin  aus  dem  eilende, 
ich  wil  dir  einen  falken  lan,  den  halt  in  deiner  hüte 
gar  fleissig  weil  er  hat  das  lehn, 
dar  mit  macht  du  wol  preis  erwerben,  merk  mich  ebn. 
auch  pit  für  mich  Maria  die  vil  gute. 

9  Ein  schell  er  an  dem  peine  treit, 

die  ist  gemacht  von  clarem  gold,  du  schöne  meit. 
die  halt  alzeit  in  deiner  hut  aleine. 
die  schell  solt  du  auch  bei  dir  tragn 
5  wan  du  zu  kirchen  gest  und  wilt  dein  sünd  erclagn. 
und  pit  für  mich  got  und  sein  muter  reine, 
ruf  an  das  heilig  kreutz  so  her  dar  an  got  ward  gemessen, 
und  man  in  seiner  wunden  rot 
dasz  er  uns  fristen  well  vor  ewiglicher  not 
und  seines  zomes  gen  uns  well  vergessen.* 

10  Die  meit  in  grossem  leide  was. 

ir  tugent  was  durchkleret  als  ein  spigelglas. 
si  was  gepom  ein  edle  herzoginne. 
ir  muter  die  was  vor  verfarn. 
5  der  tot  wolt  iren  fater  da  nit  lenger  sparn. 
graf  Friderich  warb  umb  ir  edle  minne. 
die  juncfirau  sprach  'merk  Friderich,  du  retst  mir  an  mein  ere. 
als  Lucifer  treib  Übermut 
durch  hoffart  viel  er  aus  dem  tron  in  helle  glut.^ 
so  rett  die  herzogin  mit  grosser  schwere. 

1 1  Pürbasz  wil  ich  euch  machen  kunt, 

hört,  wie  der  selb  graf  Friderich  von  Dunramunt 

der  edlen  maget  leides  vil  erdachte. 

er  sprach  si  an  da  umb  die  e. 

5  das  tet  der  hochgepomen  herzogin  gar  we. 

für  den  römischen  keiser  er  das  brachte. 

13  ♦ 


184  LORENGEL 

da  gunt  die  edel  maget  [487b]  gut  nach  hohem  preise  ringen. 

der  keiser  fürsten  vil  besant 

dasz  man  der  herzogin  ein  urteil  tet  bekant, 

ob  man  ir  mocht  im  reich  ein  kempfer  diogen. 

1 2  In  Prafant  und  in  Engellant, 

in  beiden  landen  si  da  keinen  kempfer  fant 
der  sichs  mit  Friderich  torst  unterwinden, 
die  maget  het  ein  dinestman 
5  als  man  noch  sagt,  der  was  geheissen  Sondelban. 
er  sprach  ^bei  got  mögt  ir  genad  wol  finden, 
den  rufet,  edle  iuncfrau,  an  und  auch  sein  muter  reine, 
und  mant  got  seiner  wunden  rot 
dasz  er  euch  helfen  well  aus  diser  grossen  not, 
wan  er  euch  wol  gehelfen  mag  aleine. 

13  Die  iuncfrau  in  das  münster  trat, 
andechtiglich  si  got  umb  einen  kempfer  pat. 
si  sprach  *hilf  mir,  du  himelischer  herre, 
durch  dein  heilige  namen  drei, 

5  kum  mir  zu  hilf  und  mach  mich  meiner  sorgen  frei, 
ein  schwaclier  graf  der  spricht  mir  an  mein  ere. 
ich  wolt  kiesen  lieber  den  tot  e  ich  den  grafen  neme. 
er  ist  ein  ungetreuer  man, 
mit  seinem  adel  er  mir  nit  geleichen  kan, 
wan  er  sein  gleich  an  mich  gar  wol  bekeme.^ 

14  Da  si  got  also  tief  ermant 

gar  pald  got  bort  ir  pet  Und  ir  sein  hilfe  sant, 
erparmt  sich  über  dise  meit  zu  stunden, 
selbs  laute  sich  die  glocke  gar. 
5  vor  leid  so  rauft  die  maget  aus  ir  gelbes  har. 
sie  sprach  'erlös  mich,  her,  durch  dein  fünf  wunden.* 
ein  ritter  ir  got  aus  erweit  der  filr  si  kempfen  solde. 
ein  grosse  clag  si  da  an  fing, 
vil  heisser  zeher  da  aus  iren  äugen  ging, 
da  dang  auch  laut  die  schell  von  clarem  golde.  [488*] 

emblaUfehU 
22  Si  dinten  got  tag  unde  nacht, 

gar  lobelich  ward  der  gots  dinst  von  in  vollbracht 
si  gingen  für  den  gral  in  hohen  eren. 
die  edlen  musten  pesen  tragn 


I^ORENGEL  V86 

5  ZU  pusz.  da  höret  man  ein  jemerliches  cla^n, 
der  glocken  don  tet  in  all  freud  verkeren. 
'hilf  uns,  Maria,  reine  meit,  tu  unser  nit  vergessen, 
erfreu  uns  scbir,  du  maget  her, 
des  pit  wir  dich  durch  deines  lihen  kindes  er. 
der  glocken  don  hat  uns  schwerlich  besessen.* 

23  Nu  hört  wie  es  dar  nach  erging, 

ein  helt  hiesz  Key,  wie  es  der  sdbig  da  an  fing, 
der  was  ein  stum  und  pot  got  wird  und  ere. 
sein  andacht  da  die  glocken  zwang 
5  die  im  erschrockenlich  in  seinen  oren  clang. 
er  ward  reden  und  sprach  'folgt  meiner  lere, 
her  Parzefal  der  hat  ein  kint,  ein  keusche  maget  reine. 
Isilia  ist  si  genant. 

ir  tugent  und  ir  wirdikeit  ist  weit  erkant, 
got  hört  ir  pet  für  uns  all  gar  gemeine. 

24  Durch  got  soit  ir  mit  mir  hin  gan 

zu  Zedlamar,  das  edel  tirlein  woll  wir  hau 
und  woUen  das  got  zu  eim  opfer  bringen, 
das  tirlein  schuf  die  gotes  kraft, 
5  mit  gnad  und  heilikeit  so  ist  das  tir  behalt, 
das  opfer  wir  so  mag  uns  wol  gelingen* 
das  tir  auf  rotem  golde  stat,  tu  ich  euch  fürbasz  künde, 
das  tir  kein  ander  narung  hat, 
es  speist  der  schmak  der  von  dem  claren  golde  gat 
und  der  atem  aus  seiner  muter  munde.* 

25  Nu  höret  fürbasz  abenteur. 

ir  clag  nam  schir  ein  end,  got  tet  in  hilf  und  steur. 
nu  hört  was  da  her  Key  fOrbasz  gedachte, 
er  sprach  'nu  folget  mir  zuhant. 
5  die  edlen  all  kleid  man  in  einen  fleydigant, 
als  in  Joram  von  Teilenbrunn  her  brachte.* 
das  kleit  ob  aller  wirde  schwebt  als  ich  euch  wil  bedeuten, 
dar  inn  ward  got  gar  tief  gemant 
dasz  er  sein  gotlich  hilf  und  gnad  in  gab  und  sant.  - 
da  nam  gar  schir  ein  end  der  glocken  leuten. 

26  Die  königin  sprach  zu  der  frist 

'her  Key,  ich  wen  dasz  gotes  engel  in  dir  ist 
und  hat  den  pösen  geist  von  dir  gezwungen. 


186  LORENGEL 

was  du  hast  in  deim  sinn  erdacht 
5  hast  du  mit  gotes  kraft  vor  uns  zu  Worten  bracht, 
von  dir  wirt  noch  gesaget  und  gesungen, 
der  engel  hat  den  pösen  geist  mit  kraft  von  dir  getriben, 
grosz  wunder  ist  an  dir  geschehn. 
kein  wort  bort  nie  kein  mensch  vor  von  dir  ie  gejehn. 
die  gnade  gots  ist  ganz  in  dir  bekliben.'  [488l>] 

27  Küng  Artus  und  die^fQrsten  sein 

traten  gar  züchtiglich  hin  für  die  kunigein 
und  fragten  si  was  Keye  het  gesprochen, 
die  küngin  tugentlichen  sprach 
5  'her  kunig,  merkt  das  grosse  wunder  das  geschach. 
Kei  was  ein  stum,  sein  red  hat  für  gebrochen/ 
der  künig  lisz  vil  reiche  wat  da  an  die  kinder  messen, 
si  wurden  ziret  lobeleich, 
si  dinten  all  dem  grales  engel  in  dem  reich, 
des  wil  ir  got  auch  nimmer  mer  vergessen. 

28  Da  was  vil  edler  forsten  kint 

geziret  lobelich  recht  als  die  engel  sint 
die  got  selber  mit  eren  hat  gespeiset, 
si  wollen  in  das  münster  gan. 
5  her  Parzefal  der  edel  biesz  si  stille  stan, 
er  sprach  'ir  wert  noch  anders  underweiset. 
man  sol  uns  vor  ein  ampt  vollbring  ein  prister  in  dem  sale, 
so  kumt  geflogn  ein  taub  so  rein 
und  bringt  ein  reine  oblat  auf  den  altarstein, 
so  ge  wir  in  das  münster  mit  dem  grale.* 

29  Her  Parzefal  ins  münster  trat 

mit  dreien  fürsten  kinden  die  er  mit  im  pat. 
die  paten  alle  got  aus  herzen  gründe 
'der  ewig  got  der  uns  erschuf 
5  der  woll  erhören  gnediglich  den  unsem  mV 
da  kam  ein  taub  von  himel  zu  der  stunde, 
si  bracht  ein  brief.  den  nam  zuhaut  ein  keusche  maget  reine, 
als  bald  die  meit  den  brief  an  sach 
gar  tugentlich  di  süsz  da  zu  in  allen  sprach 
'hört,  grosse  wunder  find  ich  hie  aleine. 

30  Den  brif  sent  uns  die  gotes  kraft. 

nu  tret  her  zu,  her  küng,  mit  aller  ritterschaft, 


LORENGEL  187 

verneint  mein  red.  mir  ward  nie  mer  so  leide, 
nu  merkt  von  wan  uns  kumt  der  schal, 
5  dar  umb  das  ganz  kängreich  betrübt  ist  über  al. 
das  leit  wend  uns  got  und  sein  muter  beide, 
got  hat  uns  her  gesant  den  brief  von  himel  zu  den  stunden/ 
den  brief  nam  selber  in  die  hant 
die  künigin,  brach  in  auf  vor  in  allen  sant. 
sie  sprach  'her  küng,  hört,  den  brief  hab  ich  funden.  [489«] 

31  Ein  edle  fürstin  weit  erkant 

die  leit  grosz  not,  ein  herzogin  dort  in  Prafant* 
vememt  die  clag  der  edlen  herzoginne. 
ein  graf,  der  ist  ir  dinestman, 
5  der  irem  fater  lange  zeit  was  undertan, 
der  spricht  si  an,  des  sein  betrübt  ir  sinne, 
er  spricht  si  an  wol  umb  die  e  dort  vor  dem  keiser  reiche, 
ir  laut  hat  er  bezwungen  gar 
pis  auf  zwen  held,  die  dienen  noch  der  maget  dar. 
dort  in  Prafant  fint  man  nit  sein  geleiche. 

32  Vor  dem  römischen  keiser  zart 

hat  man  ein  urteil  tan  der  magt  von  hoher  art. 
ein  kempfer  musz  si  han  die  erentreiche 
der  disen  grafen  tür  bestan. 
5  in  allem  land  si  keinen  kempfer  finden  kan, 
si  weisz  kein  helt  der  dem  grafen  geleiche, 
des  ist  ir  herz  umbfangen  ser  mit  jamer  und  mit  leide, 
der  soltu,  her,  ein  kempfer  gebn, 
den  pesten  helt  aus  disem  reich,  das  merket  ebn. 
auf  disen  tag  musz  er  von  hinnen  scheiden. 

33  Das  wil  haben  der  ewig  got. 

dar  nach  rieht  euch,  her  küng,  dasz  man  ir  helf  aus  not. 
tut  ir  des  nit  so  würd  uns  freud  gar  teure, 
das  merkt,  ir  fürsten  all  geleich, 
5  den  pesten  ritter  weit  aus  euch  in  disem  reich, 
das  hellt  uns  für  des  grales  scbrift  geheure, 
wann  das  geschieht  so  nimt  ein  end  des  wilden  dondres  schalle 
der  uns  kumt  von  der  glocken  dosz.* 
der  don  gar  grausamlich  auf  gen  den  lüften  schosz, 
in  Prafant  lauten  sich  die  glocken  aUe. 

34  Und  da  die  herschaft  das  vemam 


188  LORENGEL 

dar  nach  der  tag  mit  seinem  liebten  glaste  kam. 
ein  ritter  sprach  'merkt  künig,  edler  herre, 
ir  solt  auswelen  einen  man, 
5  den  pesten  an  dem  hof  so  ir  in  müget  han. 
dar  zu  zwingt  uns  der  glocken  don  vil  sere/ 
der  fremden  mer  freut  sich  da  fast  manch  stolzer  ritter  milde, 
iglicher  sprach  ^das  ist  uns  ebn, 

dar  zu  sei  [489|)]  wir  bereit  nach  preis  und  er  zu  strebn.' 
sie  sprachen  ir  gepet  vor  gotes  pilde. 

35  Des  grales  schrift  man  in  da  seit, 

wie  dasz  in  Prafant  wer  ein  hochgeporne  meit, 
von  hoher  purl  ein  edle  herzoginne, 
die  het  ein  graf,  irs  fater  man, 
5  gar  kempflicb  umb  die  e  schwerlich  gesprochen  an. 
*der  send  wir  einen  kempfer  zu  gewinne, 
den  pesten  ritter  den  wir  han  bei  unsern  hosten  eiden, 
pei  uns  den  aUer  pesten  degn. 
wann  das  geschieht  so  ist  der  glocken  don  gelegn. 
auf  disen  tag  musz  er  von  hinnen  scheiden.' 

36  Da  sprach  küng  Artus  wandeis  frei 

'verleih  mir  got  dasz  ich  ir  kempfer  selber  sei. 
mit  Schild  und  sper  kan  ich  nach  preise  ringen, 
ich  han  die  kraft  wol  zu  dem  sper, 
5  mit  meiner  ritterschaft  ich  das  gar  wol  bewer. 
mit  gotes  hilf  mag  ich  es  wol  volbringen. 
zu  hochgelopter  ritterschaft  ist  mir  der  leip  gelenke. 
kum  ich  gen  Prafant  in  das  lant 
von  meiner  kraft  wurt  im  sein  schilt  und  heim  zutraut 
auf  dise  reis  kein  helt  für  mich  gedenke.* 

37  Da  sprach  her  Parzefal  der  degn 

'mein  hat  der  grales  engel  noch  pis  her  gepflegn 
wo  ich  ie  was  in  stürmen  und  in  streiten, 
was  Schild  ie  ward  gen  mir  getragn 
5  dar  under  alle  held  wurden  von  mir  erschlagn. 
des  get  mein  lop  durch  manig  reich  so  weiten, 
dort  über  mer  in  heidenschaft  hab  ich  vil  Streits  gepauet 
und  auch  in  der  Persider  lant. 
auf  ritterschaf  man  da  nit  mein  geleich  mer  fanU 
ich  pitt  euch  dasz  ir  mir  des  kampfs  getrauet.* 


LORENGEL  189 

38  Her  Paldewein  ein  fürst  so  weis 

der  sprach  'ich  han  erfochten  mangen  hohen  preis, 
des  fert  mein  herz  in  freud  und  hoher  milde, 
keins  Streits  auf  erd  mich  nie  verdrosz. 
5  von  meinem  schwert  das  fenr  auf  gen  den  lüften  schosz 
dasz  man  mich  gleichet  einem  leben  wilde.  * 
anch  [490i^]  ist  mir  vil  zu  handen  kumn  die  grossen  stärm 

so  herte, 
mit  streit  ich  mangen  helt  bezwang, 
das  schuf  mein  kraft  dasz  mir  in  stürmen  wol  gelang, 
in  manchem  stürm  hat  mich  mein  hant  ernerte.' 

39  Lewan  ein  junger  ritter  sprach 

'mir  tut  gar  we  der.  herzoginne  ungemach.* 
der  fürst  wand  vor  dem  küng  dar  umb  sein  hende 
'ich  pitt  euch,  edler  künig  reich, 
5  schickt  mich  da  hin  zu  hilf  der  maget  minigleich, 
so  nimt  ir  grosse  not  gar  schir  ein  ende, 
tut  es  durch  aller  ritter  er  und  aller  frauen  gute, 
ich  wil  da  hin  auf  diso  fart, 
von  mir  so  wärt  der  graf  dort  lenger  nit  gespart, 
ich  tröst  der  edlen  furstin  ir  gemüte.^ 

40  Da  sprach  Iban  der  küne  helt 

'mir  tut  gar  ant  dasz  man  mich  nit  hat  ausderwelt. 
sol  ich  nit  dar,  vil  senfter  wolt  ich  sterben, 
die  reis  wil  ich  nit  lassen  sein. 
5  ich  hilf  ir  wol  aus  not  der  edlen  herzogein. 
darumb  helft  mir  all  umb  ein  urlaup  werben, 
ich  machet  mangen  satel  plosz  zu  Turnau  in  der  auen 
da  ich  ein  künig  selbs  erschlug, 
da  in  sein  ros  auch  tot  zu  seiner  bürg  ein  trug, 
den  klaget  ser  die  ritter  und  die  frauen.* 

41  Da  sprach  der  herzog  Mögelein 

'her  künig,  rüst  mich  auf  die  fart,  mag  es  gesein. 
des  pitt  ich  all  herren  an  disem  ringe 
dasz  si  mir  gönnen  diser  fart. 
5  für  not  so  ward  kein  ritter  nie  so  wol  bewart, 
den  grafen  ich  mit  meiner  hant  dort  zwinge, 
ich  han  bewert  mein  ritterschaft  dort  an  dem  küng  Ortanne, 
da  ich.  vil  harter  stürme  pflag. 


190  LORENGEL 

da  manger  ritter  tot  von  meinen  henden  lag. 
man  fürt  si  tot  von  mir  die  werden  manne.* 

42  Her  Gabin  sprach  'was  hulf  mich  dan 

dasz  man  in  Spangerlant  mich  gleicht  eim  leben  schan- 
da  mich  die  küngin  selbs  zu  streit  gund  pitten? 
mit  zweien  risen  ich  da  facht 
5  gar  [490l>]  ritterlich  zwen  tag  und  auch  ein  ganze  nacht, 
im  lant  het  vor  niemant  mit  in  gestriten. 
den  ein  ich  da  zu  tode  schlug,  dem  andern  tife  wunden.' 
da  sprach  der  edel  fürst  so  zart 
'ich  pitt  euch,  her,  dasz  ir  mich  schicket  auf  die  fart, 
ich  schlag  den  grafen  tot  in  kurzen  stunden.' 

43  Her  Walman  sprach  4ch  bin  gar  alt: 

doch  weisz  ich  bei  euch  kein  so  kün  und  auch  so  palt 
(euer  keiner  denk  dasz  ich  in  ark  das  meine) 
gen  dem  ich  wolt  mit  streit  verzagen. 
5  das  merkt,  ir  herren,  keinem  wolt  ich  nicht  vertragen 
an  dem  iungen  Lorengel  hie  alleine, 
der  legt  eins  mals  sein  harnasch  an  in  ritterlichem  schalle, 
da  manig  helt  aus  freiem  mut 
sprang  zu  dem  zil  als  noch  manch  werder  ritter  tut: 
er  sprang  zwelf  schuch  weit  für  die  plossen  alle. 

44  Mein  munt  im  hohes  lobes  gicht, 

doch  taug  er  vor  der  jugent  zu  dem  kämpfe  nicht 
man  darf  wol  guter  held  zu  solcher  forte, 
nu  scliickt  mich  dar  mit  meiner  wer. 
5  ich  han  zwelf  jar  gestriten  vor  dem  keiser  her 
dasz  ich  das  feit  behilt  alein  und  werte, 
ich  pitt  euch,  edler  künig  reich,  dasz  ir  das  wolt  bedenken, 
die  warheit  ich  euch  allen  sag : 
ein  gutes  wafen  ich  an  meiner  Seiten  trag, 
das  kan  ich  wol  durch  herte  helme  schwenken.* 

45  Her  Wenzel  dem  tet  ant  und  zorn 

dasz  man  in  nit  het  zu  eim  kempfer  auserkom. 
er  sprach  'das  tut  mein  er  und  manheit  krenken. 
ich  vfü  da  hin  und  pin  bereit. 
5  wer  es  dem  küng  und  allen  seinen  recken  leit, 
auf  dise  reis  darf  niemant  für  mich  denken.* 
ein  iuncfrau  in  da  straft  und  sprach  'eur  zorn  möcht  uns 
Verliesen 


LORENGEL  191 

grosz  er  und  unser  wirdikeit. 

uns  hat  des  grales  schrift  auch  hie  fürwar  geseit, 

küng  Artus  der^sol  selbs  ein^kempfer  kiesen.* 

46  Ein  edler  fOrste  hiesz  Joram, 

der  rett  ab  einem  [491*]  künen  degen  wol  an  zaro. 
der  gleichet  mit  manheit  wol  dem  Fernere, 
gewapnet  auf  sein  ros  er  sasz, 
5  gar  hoher  ritterschefte  er  sich  da  vermasz 
und  paret  freischlich  sam  ein  wilder  pere, 
liesz  im  ein  gfirtel  tragen  dar,  den  pand  er  umb  sein  selten' 
der  gab  im  sterk  und  mannes  kraft, 
dar  zu  kund  er  gar  wol  mit  werder  ritterschaft. 
sein  herz  ie  topt  nach  stürmen  und  nach  streiten. 

47  Der  iung  Lorengel  kam  auch  dar, 

mit  im  fürsten  und  herren  gar  ein  grosse  schar, 
da  si  funden  firauen  und  meget  reine, 
da  in  sein  Schwester  ane  sach 
5  gar  tugentlich  si  da  zu  irem  bruder  sprach 
'owe  der  not*  und  ward  gar  heisse  weine, 
man  fragt  die  maget  tugentlich  was  ir  geschehen  were. 
si  sprach  ^mich  reut  und  jamert  ser, 
sol  ich  mein  edlen  prüder  sehen  nimmermer. 
der  sol  der  kempfer  sein,  owe  der  schwere.* 

48  Sein  muter,  Parzefales  weip, 

di  sprach  'traut  sun,  bewar  dir  got  dein  jungen  leip.* 
si  umbefing  den  helt  mit  Iren  armen, 
vil  liplich  er  geküsset  wart 
5  an  seinen  rosenfarben  munt,  der  het  kein  part. 
ir  grosses  leit  gund  man  und  weip  erparmen. 
Lorengel  dem  ein  ende  gab,  sein  mut  was  im  geringe, 
er  ruft  seim  kamrer  zu  im  dar. 
die  forsten  namen  sein  mit  ganzem  fleisse  war. 
sein  ros  und  harnasch  hiesz  er  im  her  bringe. 

49  Man  bracht  im  zeuges  wol  die  wal. 

da  wapnet  in  selber  sein  fater  Parzefal. 
sein  herz  vor  leid  als  ie  kein  zunder  prante. 
man  bracht  im  schilt  und  helme  gut. 
5  das  tet  ein  stolzer  degen,  der  was  hochgemut, 
der  hiesz  Neithart  und  was  aus  Ungeriante. 


192  LORENGEL 

sein  ros  \\'as  stolz,  an  massen  gut,  das  man  im  da  nach  fürte, 

sein  kraft  und  sterk  in  nie  betrog. 

es  was  so  schnell  dasz  sein  mut  in  die  löfte  flog 

und  doch  die  erd  mit  seinen  fussen  rurte.  [49tl>] 

50  Er  sprach  'kung,  edler  herre  mein, 

mein  herz  urlaup  begert  von  euch,  mag  es  gesein.* 
er  neigt  dem  küng,  gesegnet  si  all  gleiche, 
er  sprach  'got  woU  eur,  muter,  pflegn. 
5  mein  edlen  fater  den  befil  ich  gotes  segn 
und  all  die  pleihen  hie  in  Frankenreiche/ 
dar  mit  schid  hin  der  degen  gut  nach  preis  und  reichem  solde. 
sein  muter  deglich  im  nach  sach, 
si  ward  kraftlos,  vor  allem  folke  das  geschach. 
si  must  in  faren  lan  als  es  got  wolde. 

51  Er  neigt  sich  gen  der  künigein. 

da  sprach  aus  freiem  mut  der  edel  ritter  fein 
'bewar  euch  got,  ir  werden  ritter  alle.' 
er  umbefing  die  Schwester  sein, 
5  er  sprach  'bewar  dich  got,  du  schönes  megetein, 
pitt  got  für  mich,  ich  far  dahin  mit  schalle.* 
da  bei  was  manig  edels  weip,  die  weinten  all  geleiche 
umb  des  jungen  Lorengels  fart. 
im  wünschet  glQck  und  heil  manch  schöne  iuncfrau  zart, 
si  paten  got  für  in  andechtigleiche. 

52  Von  dannen  scliied  der  hochgepom, 

wan  got  selber  het  in  zu  kempfer  auserkom 
dasz  er  solt  fechten  für  die  herzoginne. 
sein  ros  was  stolz  und  dar  bei  stark, 
5  es  was  wol  wert  des  claren  goldes  hundert  mark« 
das  schenket  im  die  edel  küniginne. 
sein  Schwert  das  was  an  massen  gut,  gemacht  mit  sinnen  reiche, 
es  laucht  und  gab  vil  lichten  schein, 
er  fürt  gar  ritterlicli  das  reiche  wapen  sein, 
kein  helt  mocht  in  den  Zeiten  im  geleiche. 

53  Küng  Artus  und  die  fursten  sein 

gaben  im  das  geleit  dem  stolzen  ritter  fein, 
der  helt  was  kün,  seins  mutes  unverdrossen, 
gar  pald  er  nach  dem  zäum  da  greif, 
5  gar  ritterlich  so  trat  er  in  den  stegereif. 


LORENGEL  193 

ein  wilder  schwan  kam  her  geo  im  geflossen 

der  fürt  mit  im  ein  schif  so  gut,  von  got  het  er  die  lere. 

der  fürst  sprach  zu  dem  diner  sein 

'ker  wider  heim  wol  mit  dem  guten  folen  mein, 

ich  far  mit  disem  schwan  wo  er  hin  kere.'  [492i^] 

54  Der  Lorengel  was  sdion  bereit 

gar  schnell  der  helt  da  m  das  sohif  loblichen  schreit 
ein  guten  schilt  fürt  er  in  seinen  armen, 
der  fater  und  die  muter  sein 
5  di  liden  umb  den  jungen  fursten  schwere  pein. 
ir  beider  Jamer  mocht  got  wol  erparmen, 
auch  bracht  man  im  zwopuigen  gut  mit  speis  und  edlem  weine, 
er  sprach  *zu  got  hab  ich  mich  pflicht; 
durch  den  ich  far  der  lest  mich  ungespeiset  nicht^ 
hin  für  der  fürst  und  auch  der  fogel  seine. 

55  Ein  kleines  wasser  in  da  trug 

pis  an  das  mer.  da  leid  eilend  der  ritter  clug. 
hin  triben  in  die  trünnen  gein  den  lüften, 
er  für  bis  an  den  fünften  tag 
5  dasz  der  vil  edel  fürst  gemaches  nie  gepflag. 
er  sach  nit  mer  mit  reicher  speise  guften. 
der  schwan  fing  bald  ein  fischlein  trat,  verschland  es  da  aleine. 
der  edel  fürst  sprach  tugentlicb 
^mein  traut  gefert,  den  fisch  hast  du  verzert  an  mich, 
den  solst  du  han  geteilt  mit  mir  gemeine.' 

56  Fürbasz  wil  ich  euch  wunder  sagn. 

der  schwan  stisz  in  das  mer  da  wider  seinen  kragn 
nach  seiner  speis,  merkt  was  ich  dar  mit  meine, 
iedoch  kein  fisch  er  da  nit  fing, 
5  ein  schöne  oblat  von  dem  himel  rohe  ging, 
die  fing  der  fogel  lauter  und  auch  reine, 
er  pots  dem  edlen  fürsten  dar,  des  lop  stund  hochgepreiset. 
die  brach  der  helt  mit  seiner  hant 
er  gab  die  oblat  halp  dem  schwan  die  in  got  sant 
wo  ward  ie  mensch  und  fogel  basz  gespeiset? 

57  Er  danket  got  mit  inikeit, 

wann  gotes  hilf  die  was  im  alle  zeit  bereit 
der  schwan  der  gab  im  freud  und  hohe  wunne. 
der  fürst  sprach  ^schwan,  ich  danke  dir 


194  LORENGEL 

5  der  lieb  und  treu  die  du  hast  hie  erzeigt  an  mir. 
mir  ward  nie  basz  dort  ob  der  tafebrunne. 
ich  wolt  gern,  weresgotes  wiU,  dasz  du  mir  solst  zusprechen, 
ob  mir  das  gund  die  gotes  kraft 
so  wolt  ich  [4921»]  mit  dir  haben  gut  geselleschaft. 
sust  musz  vil  freud  und  wort  an  uns  geprechen.* 

58  Got  grosse  wunder  worcht  durch  in. 

der  Schwan  sprach  'her,  wolt  ir  nu  wissen  wer  ich  bin, 
ich  bin  ein  engel  und  sol  euch  geleiten, 
ich  für  euch  zu  einer  stat  zu, 
5  dar  inn  solt  ir  beleiben,  helt,  bis  morgen  fru. 
so  solt  ir  euch  fürbasz  zu  kämpf  bereiten, 
ich  bring  euch  da  der  grafe  ist,  das  merket  hie  besunder.* 
da  sprach  der  fürst  hoch  eren  wert 
*nu  hör  ich  alles  das  mein  junges  herz  begert, 
wan  ich  erfur  vor  nie  so  grosse  wunder.* 

59  Der  schwan  aus  süsser  stimme  sang 

dasz  es  dem  ritter  liplich  in  sein  oren  trang. 
sein  süsz  gesank  den  forsten  schlafen  lerte. 
des  engeis  stim  was  lobeleich, 
5  des  ward  erfreut  der  edel  fürst  kün  unde  reich, 
dar  mit  der  helt  gen  Antorf  schnell  zukerte. 
da  stund  ein  purger  auf  dem  land,  der  het  in  bald  ersehen, 
bei  im  sein  weip  und  ir  genosz. 
si  sahen  wie  der  helt  her  auf  dem  wasser  flosz. 
der  purger  sprach  'wunder  wil  hie  geschehen.' 

60  Nu  höret,  was  dem  held  geschach 

da  in  der  schwan  hin  bracht  dasz  er  die  leute  sach. 
dar  von  hört  fürbasz  hofeliche  mere. 
der  purger  was  weis  und  dug, 
5  sein  sin  und  mut  in  zu  dem  edlen  fürsten  trug, 
er  sprach  'seit  wilkum,  fürst  und  edler  herre, 
ich  wil  euch  helfen  an  das  lant,  ir  edler  degen  reiche, 
nu  piet  mir,  helt,  eur  werde  haut 
mich  dunkt,  ir  seit  ein  edler  küng  aus  heidenlant 
ich  sach  kein  wapen  nie  so  lobeleiche.' 

61  Lorengel  aus  dem  schiiTe  sprang. 

sein  edler  schwan  sich  wider  auf  den  se  hin  schwang, 
sein  scheiden  bracht  dem  edlen  fürsten  schwere, 


LORENGEL  105 

er  sach  dem  schwan  gar  seitlich  nach. 
5  der  purger  da  zu  seiner  libsten  frauen  sprach 
'hört,  frau,  das  sein  gar  wunderliche  mere/ 
sein  schilt  der  fürst  da  selber  trug,  dasschwert  in  seiner  hende. 
der  purger  zu  dem  her[493a]ren  sprach 
'ir  edler  fürst,  ir  habt  gellten  ungemach, 
al  euren  kumer  ich  euch  wider  wende/ 

62  Er  nam  des  beides  gute  war. 

sein  harnasch  laucht  und  gleisz  von  edlem  golde  dar, 
der  was  gemacht  mit  meisterlichen  listen, 
der  purger  einen  knecht  hin  sant 
5  dasz  er  bald  brecht  das  aller  kosperlichst  gew^nt. 
das  bracht  man  dem  herren  in  kurzen  fristen, 
der  purger  sprach  'ir  edler  her,  ir  solt  euch  freuden  nieten, 
gebt  mir  eur  schwert,  traut  herre  mein, 
durch  aller  ritter  er  (ir  mügt  wol  sicher  sein), 
des  wir  euch,  edler  her,  in  treuen  pitten.^ 

63  Das  Schwert  gab  im  der  kün  weigant. 
da  ward  dem  fürsten  grosse  er  bekant. 
vil  manig  schöne  frau  gen  im  her  gingen, 
si  betten  sich  geziret  fast, 

5  si  eilten  all  zu  sehen  den  vil  edlen  gast, 
gar  lobelich  si  da  den  helt  enpfingen. 
manch  schöne  maget  vor  im  stund  in  gold  und  clarer  seiden, 
die  waren  hübsch  und  minigleich, 
da  lebt  mit  in  in  wunn  und  er  der  fürst  so  reich, 
sein  iunges  herz  gund  allen  unmut  meiden. 

64  Der  purger  sprach  'ich  pit  euch  fast 

dasz  ir  seit  heint  bei  mir  selber  wirt  unde  gast, 
ob  euch  das,  edler  fürst,  nit  wolt  verschmähen, 
was  ich  vermag  und  gutes  han 
5  das  sol  euch,  edler  her,  sein  willig  undertan. 
mein  armen  dinst  solt  ir  von  mir  enpfahen/ 
der  purger  schuf  im  gut  gemach  mit  trinken  und  mit  essen 
in  einem  kosperlichen  sal, 
der  was  gczirt  mit  gold  und  seiden  über  al. 
also  was  ider  man  zu  tisch  gesessen. 

65  Die  tafeln  waren  schon  bereit, 

gedeckt,  vil  weisses  prot  und  speis  dar  auf  geleit, 


196  LORENGEL 

manch  schöns  trinkfasz  mit  gold  und  edlem  steine, 
der  wirt  des  forsten  nit  vergasz, 
5  legt  im  wider  sein  füsz  seiden  und  materasz. 
er  sasz  bei  in  loblich  der  degen  reine, 
zwen  [493b]  spilman  traten  für  in  dar  und  machten  sösi 

gedöne. 
der  purger  het  ein  tochter  fein 
die  pot  dem  edlen  fürsten  selbs  den  claren  wein; 
si  dint  zu  tisch  die  edel  maget  schöne. 

66  Si  sprach  'her,  habt  kein  unmut  nit. 

in  diser  stat  da  sitzt  mit  haus  ein  edle  dit, 
di  sein  all  undertan  der  herzoginne. 
si  tragen  preis  und  hohen  mut, 
5  auch  sein  si  alle  zeit  vor  schänden  wol  behut. 
die  bring  ich,  her,  für  euch  mit  dugem  sinne, 
die  Waldemar  sein  si  genant,  gepom  in  disem  reiche, 
in  Prafant  und  in  Engellant 
dar  innen  sein  die  edlen  herren  wol  bekant. 
in  disem  land  fint  man  nit  irn  geleiche.' 

67  Der  purger  der  ging  selber  dar 

da  er  die  edlen  herren  fand  auch  alle  gar, 
fand  si  auf  einem  plan  in  reichem  schalle, 
bei  in  vil  manges  fürsten  kint, 
5  vil  iunger  held  die  rittermessig  sint 
die  stunden  auf  gen  disem  purger  alle, 
da  kam  vil  manig  stolzer  man  die  im  engegen  gingen, 
vil  reiche  speis  trug  man  auch  mit. 
aus  fremden  landen  kam  in  her  der  selbig  sit. 
gar  schon  si  da  den  Callebrant  empfingen. 

68  Man  pat  in  sitzen  da  zuhant. 

er  sprach  *ir  edlen  herren,  merkt  mich  alle  sant. 
ich  hoff  dasz  uns  grosz  heil  und  selde  nahen, 
ir  solt  euch  rüsten  all  gar  schon. 
5  ich  bit  euch  all  zu  haus  (das  ir  nit  wollet  lan), 
ein  edlen  gast  den  helfend  mir  enpfahen. 
sein  hdm  leucht  als  ein  spigelglas,  gemacht  zu  ritterscheften, 
sein  brün  und  schwert  ist  auserwelt, 
er  ist  von  edler  art  der  wunderküne  helt 
auf  im  so  mag  kein  schwert  auch  nit  geheften/ 


LORENOEL  IffiT 

s 

69  Her  Waldemiur  den  purger  fragt 

'DU  sag  mir  bald  mer,  ist  der  degen  unrerfeagt? 
was  herren  mag  er  sein  du  mir  bedeute, 
wie  ist  er  in  das  iant  ber  kumen? 
5  hast  du  von  seinem  adel  vor  icht  mer  Yemumen  T 
wo  dinen  im  die  iant  und  auch  die  leute? 
fürt  er  mit  im  icht  ritterschaft  Yon  dinem  und  ron  schenken? 
ob  mir  der  heit  peut  seinen  gmsz, 
dasz  ich  mich  gen  eim  schwachen  hdd  nit  neigeh  musz, 
dasz  es  mir  nit  tu  meine  er  bdkrenken.* 

70  Der  purger  sprach  *ich  sag  euch  wo], 

er  ist  von  hoher  art,  [494a]  sein  hei^E  ist  togent  toi. 
auf  erd  sach  ich  nie  schöner  mAnnes  pilde. 
was  Sampson  sterke  ie  gewan^ 
5  iedoch  so  wolt  ich  über  sein  ab  diser  man. 
den  fürst^  bracht  zu  land  ein  schwan«  was  wilde, 
ich  ging  spaziren  an  das  mer  nach  aieinem  trank  und  speise 
(die  recht  warheit  wii  kh  euch  sagt) : 
ein  schöner  schwan  das  schif  selbs  fürt  an  seinem  kragn, 
mag  woi  ein  engel  sein  in  fogels  weise. 

71  Ich  schuf  dem  heid  vii  gut  gemach. 

mein,  meiner  zeit  kein  gast  ich  lieber  nie  gesach. 
ir  fint  in  dort  in  wird  und  reicher  hate. 
ich  weisz  nit,  ob  der  rktei'  her 
5  das  Iant  behalten  woU  mit  ritterlicher  wer. 
ich  tröst  mich  dises  gasts  in  meinem  mite, 
got  hat  in  selbs  gesendet  her  zu  trost  uns  allen  gleiche, 
ein  schwan  in  her  zu  lande  bracht, 
ich  hoff,  uns  helf  aus  not  der  helt  mit  gotes  macht, 
kein  helt  g^aret  nie  so  ritterieidie.' 

72  Da  spradi  her  Waldemar  der  degn 

'ich  und  manch  stolzer  ritter  hetlen  «na  Terwegn, 
Ivir  müsten  alle  weichen  aus  dem  tonde. 
wol  auf,  u*  ritter  und  ir  weip 
5  und  ziret  mit  der  pesten  wat  den  euren  leip. 
wir  wollen  all  da  hin  mit  Calebrande. 
zu  dinst  dem  forsten  hochgepom  last  tugent  an  euch  spehen. 
stet  im  sein  mut  nach  lob  und  preis, 
er  sich  gen  uns  erzeigt  in  adelares  weis^ 

Z.  f.  D.  A.  aeiie  folfe  III.  14 


196  LORENGEL 

das  han  ich  vor  von  fürsten  wol  gesehen.* 

73  Si  riten  frolich  durch  die  stat, 

mit  in  die  pest  gemein  und  auch  der  ganze  rat. 
si  kamen  zu  dem  edlen  forsten  gangen 
her  Waldemar  und  seine  kint, 
5  di  mit  der  herzogin  waren  betrübet  sint. 
von  schönen  frauen  ward  er  iwol  enpfangen. 
die  herschaft  und  die  fk*auen  gut  kam  im  zu  dinst  gemeine, 
und  da  si  fiOr  in  ka[494b]men  dar 
(wan  er  in  allen  wol  gefiel  der  fürst  so  klar) 
si  freuten  sich,  ir  unmut  der  was  kleine. 

74  Her  Waldemar  den  forsten  fragt 

'nu  sagt  uns  hie,  ir  edler  ritter  unverzagt, 
habt  ir  ein  edlen  fürsten  ie  erkante? 
der  fürst  der  tafelrunne  pflag, 
5  dar  ob  kein  helt  mit  schänden  nit  gesitzen  mag, 
einer  musz  sein  an  laster  und  an  schände, 
da  wont  ein  edler  fürste  gut  an  aUes  wandeis  lere, 
mich  dunket  wol  in  meiner  acht, 
euch  hab  eins  meisters  haut  loblich  nach  im  gemacht 
her  Parzefal  nent  man  den  ritter  here. 

75  Er  ist  geporn  aus  Frankenreich, 

an  künig  Artus  hof  fint  man  nit  sein  geleich, 
nach  dem  seit  ir  gepildet  adeldche. 
dem  selben  edlen  fürsten  rein 
5  dem  bracht  ein  engel  einen  kosperlichen  stein 
von  got  her  ab  aus  dem  ewigen  reiche, 
er  hat  vom  stein  wes  er  begert,  helt  er  sich  dar  mit  rechte, 
der  stein  der  hat  von  got  grosz  kraft 
und  wil  neur  sein  bei  hochgelopter  ritterschaft 
und  kumt  auch  nimermer  aus  dem  geschlechte. 

76  Merkt,  hör,  ich  han  mit  gotes  kraft 

wol  hundert  jar  gepflegen  werder  ritterschaft.  * 

von  meiner  hant  leit  tot  manch  ritter  feine, 
nu  graet  mir  mein  har  und  part 
5  ich  sach  den  jamer  und  die  grossen  herefart, 
da  känig  Etzel  zoch  pis  an  den  Reine, 
zoch  mechtiglich  in  Spangerlant  (das  was  auf  in  geerbet) 
und  auch  durch  Frankenreich  fürt  an. 


LORENGEL  199 

dasz  si  den  zios  nit  brachten  im  gen  Indian 
darumb  vfoli  der  die  weit  ganz  han  verderbet. 

77  Fürbasz  bescheid  ich  euch  der  mer. 

was  ich  von  meiner  jugent  han  gehört  bis  her, 
sach  ich  auf  erden  nie  so  grosses  morden 
als  ich  euch,  edier  fürst,  hie  sag. 
5  vor  Cölen  wert  der  streit  wol  zwen  und  zwenzig  tag 
da  die  eilf  tausent  meid  erschlagen  worden, 
da  niemant  sicher  mocht  gesein  vor  tifen  todes  wunden, 
zu  streit  sich  niemant  da  verbark. 
der  streit  was  auf  dem  Rein  in  [495«]  schiffen  also  stark 
und  auf  dem  land  die  held  in  nöten  stunden.* 

78  Her  Lorengel  gund  furbasz  fragn, 

er  sprach  Wil  edler  Waldemar,  du  solt  mir  sagn 
wie  mechtig  zog  küng  Etzel  in  der  räche?' 
da  sprach  zu  im  her  Waldemar 
5  'er  het  die  cristenheit  wol  halp  bezwungen  gar, 
er  fürt  von  manheit  zwu  und  zwenzig  spräche, 
im  kam  Tulant  her  über  mer  mit  einem  her  so  breite, 
hets  Parzefal  nit  widerwant 
(der  fürt  zu  hilf  den  hosten  gral  in  seiner  hant), 
er  het  verderbt  die  ganzen  cristenheite. 

79  Hört  fürbasz,  edler  herre  mein. 

ein  edler  graf  der  sasz  zu  Kölen  an  dem  Rein, 
den  wolten  die  von  Cöln  ganz  han  bezwungen, 
dar  durch  fing  sich  der  jamer  an. 
h  er  wolt  in  irem  land  sein  her  und  haubetman. 
den  haben  si  gewaltiglich  verdmngen, 
sie  schlugen  im  ein  prüder  tot  und  vil  der  ritter  here. 
der  graf  das  clOglich  an  in  räch* 
hört,  edler  her,  was  abentenre  da  geschach. 
er  bracht  ir  laut  und  leut  in  grosse  schwere.* 

80  Lorengel  fraget  in  fürbasz 

'sag,  Waldemar,  war  amb  tet  diser  grafe  das 
dasz  er  die  stat  mit  räch  also  verderbet?' 
da  sprach  her  Waldemar  zuhaut 
5  'er  wolt  ein  fogt  zu  Köln  and  herre  sein  genant, 
und  sprach  es  wer  ndt  recht  auf  in  geerbet, 
er  kam  von  den  von  Cöln  in  not,  man  aohweoht  im  sein  gerichte 

14* 


202  LORENGEL 

si  sprach  'so  trau  ich  got,  er  helf  mir  aus  der  schwer, 

seit  mir  got  hat  den  ritter  her  gesendet/ 

da  sprach  zu  ir  her  Waldemar 
5  iegt  an  eur  peste  wat  und  nemt  des  Fürsten  war. 

von  seiner  haut  würd  euer  leit  gewendet. 

zirt  euch  und  all  eur  iuncfraun  fein  mit  gold  und  auch  mit 
seiden, 

all  grafen,  ritter  unde  knecht: 

dasz  wir  den  helt  enpfahen  wol  das  dunkt  mich  recht. 

der  helt  hilft  uns  aus  not  und  grossem  leiden.* 
115  Die  furstin  sprach  'sag  Waldemar, 

wie  kam  er  her  zu  land  der  stohce  ritter  dar?* 

her  Waldemar  sprach  zu  der  herzoginne 

'er  kumt  gar  bald  und  ist  bewart. 
5  von  wann  er  ist  das  weisz  ich  nit  und  auch  sein  fart 

empfaht  in  schon  und  pfleget  cluger  sinne. 

wir  wollen  im  bis  an  das  mer  engegen  ziehen  träte 

und  nemen  war  wie  er  her  fert 

pis  dasz  er  kumt  zu  land.  got  hat  in  euch  beschert. 

ir  edle  maget,  folget  meinem  rate.* 

116  Sie  kamen  dar  in  kurzer  fHst 

und  zagen  im  engegen  gar  an  argen  list 
mit  seitenspil,  mit  harpfen  und  mit  geigen, 
mit  pfeifen  und  mit  lobgesang. 
5  manch  sässer  don  vor  im  da  lobelich  erclang. 
der  hofmeister  gund  im  hoflichen  neigen, 
da  sach  man  manchen  roten  munther  leuchten  ausdemgolde. 
si  hielten  still  da  an  dem  mer. 
her  Waldemar  sprach  'secht,  dort  kumt  der  ritter  h^, 
in  bringt  ein  schwan  als  man  in  Hiknschen  solde. 

117  Lorengel  schir  zu  lande  kam 

mit  seinem  edlen  schwan,  der  forste  lobesam. 
her  Waldemar  enpfing  injugentleiche. 
das  folk  neigt  sich  gen  im  mit  schall. 
5  her  Lorengel  sprang  aus  dem  schif  und  gruszt  si  aU. 
der  schwan  verschwant  vor  in  allen  geleiche, 
der  helt  trat  gen  der  herzogin  (nu  höret   [496k]   fremde 

wunder), 
mit  im  her  Waldemar  der  helt. 


LORENGEL  107 

5  mit  essen  und  mit  trinken  manchem  ritter  her, 
dar  bei  ein  jeder  heit  mag  frölich  bleiben. 
Lorengel  paret  addich  und  nam  das  wasser  paMe 
gar  zöchtiglich  der  ritter  zart, 
her  Waldemar  sprach  ^sitzt,  her  fürst  von  hoher  art; 
ich  preis  eur  tugent  die  ist  manigfalde.' 

134  Dar  mit  man  für  den  forsten  trug 

vil  edler  speis  und  wein,  des  gab  man  im  »genug, 
zu  tisch  dint  im  manch  stolzer  ritter  clare 
und  manig  schönes  megetein. 
5  nit  fer  von  im  sasz  auch  zu  tisch  die  herzogein 
und  sadi  den  held  gar  adelich  geparen, 
wann  si  den  werden  helt  an  sach  so  frent  sich  ir  gemäte, 
wapn  er  was  iunk  und  wol  gestalt. 
sein  tugent,  er  unt  manheit  die  was  manigfalt, 
wann  er  pflag  mit  in  aHen  ritters  gdte.  [498*] 

135  Des  gleichen  auch  die  herzogein. 

ir  roter  munt  der  leuchtet  als  der  licht  mbein, 
recht  sam  ein  ros  durch  süssen  tau  her  gleisset 
in  irer  ersten  blüt  so  rein. 
5  ir  zenlein  waren  weisz  und  dar  als  helfenbein, 
das  ir  durch  iren  roten  munt  schon  weisset. 
ir  wenglein  waren  licht  und  dar,  gar  adelich  geziret, 
dar  aus  ein  schöne  röte  bran. 
si  was  auch  milt  und  erentreicb  die  wol  getan, 
in  aller  tugent  ir  herz  iubeUret. 

1 36  Nu  höret  meins  gesanges  schal. 

mit  schönen  fhiuen  ward  besetzt  der  weite  sal, 
die  alle  mit  dem  edlen  fürsten  assen. 
da  pflag  man  hübscher  kurzweil  vil 
5  mit  süssem  singen  und  mit  mangem  seitenspil 
zu  lob  und  er  all  den  die  bei  im  sassen. 
trumeten,  pfeifen  mangerlei  vor  dem  forsten  erclange 
zu  lob  .und  er  dem  ritter  dar, 
dem  edlen  Lorengel.  da  spradi  her  Waldemar 
'mein  her,  laszt  euch  die  zeit  nit  wesen  lange.* 

1 37  Das  wert  bis  man  zu  hofe  gasz. 

dar  nach  ward  wol  erfireuet  alles  das  da  was. 
die  tisch  die  wurden  da  entpUtoset  alle. 


202  LORENGEL 

si  sprach  *so  trau  ich  got,  er  helf  mir  aus  der  schwer, 

seit  mir  got  hat  den  ritter  her  gesendet/ 

da  sprach  zu  ir  her  Waldemar 
5  legt  an  eur  peste  wat  und  nemt  des  fürsten  war. 

von  seiner  haut  würd  euer  leit  gewendet. 

zirt  euch  und  all  eur  iuncfraun  fein  mit  gold  und  aadi  mit 
seiden, 

all  grafen,  ritter  unde  knecht: 

dasz  wir  den  helt  enpfahen  wol  das  dunkt  midi  recht. 

der  helt  hilft  uns  aus  not  und  grossem  leiden.* 
115  Die  furstin  sprach  'sag  Waldemar, 

wie  kam  er  her  zu  land  der  stolze  ritter  dar?* 

her  Waldemar  sprach  zu  der  herzoginne 

'er  kumt  gar  bald  und  ist  bewart. 
5  von  wann  er  ist  das  weisz  ich  nit  und  auch  sein  fart. 

empfaht  in  schon  und  pfleget  cluger  sinne. 

wir  wollen  im  bis  an  das  mer  engegen  ziehen  träte 

und  nemen  war  wie  er  her  fert 

pis  dasz  er  kumt  zu  land.  got  hat  in  euch  beschert. 

ir  edle  maget,  folget  meinem  rate.* 

116  Sie  kamen  dar  in  kurzer  fHst 

und  zugen  im  engegen  gar  an  argen  list 
mit  seitenspil,  mit  harpfen  und  mit  geigen, 
mit  pfeifen  und  mit  lobgesang. 
5  manch  süsser  don  vor  im  da  lobelich  erclang. 
der  hofmeister  gund  im  hoflichen  neigen, 
da  sach  man  manchen  roten  munther  leuchten  aus  dem  golde. 
si  hielten  still  da  an  dem  mer. 
her  Waldemar  sprach  'secht,  dort  kumt  der  ritter  h^, 
in  bringt  ein  schwan  als  man  in  wünschen  solde. 

117  Lorengel  schir  zu  lande  kam 

mit  seinem  edlen  schwan,  der  fürste  lobesam. 
her  Waldemar  enpfing  injugentleiche. 
das  folk  neigt  sich  gen  im  mit  schall. 
5  her  Lorengel  sprang  aus  dem  schif  und  gruszt  si  all. 
der  schwan  verschwant  vor  in  allen  geleiche, 
der  helt  trat  gen  der  herzogin  (nu  höret  [496^]  fremde 

wunder), 
mit  im  her  Waldemar  der  helt. 


LORENGEL  108 

die  herzogin  trat  für  den  försten  auserwdt, 
si  vil  für  in  auf  ire  knie  besunder. 
tl8  Lorengel  sach  si  liplich  an, 

er  sprach  'du  edler  Waldemar,  heisz  si  aufstan. 
mit  treuem  dinst  ich  nimer  von  ir  weiche« 
was  si  begert  zwar  das  sol  sein. 
5  ich  hilf  ir  aus  der  not,  wfl  es  djor  scbepfer  mein, 
erlös  ir  laut  und  leut  und  dises  reiche, 
dar  umb  hat  mich  got  her  gesant  ir  und  dem  land  zu  tröste.' 
her  Waldemar  trat  zu  ir  dar, 
er  hiesz  si  bald  aufstan  und  nam  ir  eben  war. 
er  sprach  *gnad,  frau,  ir  werdet  schür  erloste.' 

1 19  Nu  höret  fürbasz  abenteur. 

ir  euglein  dar,  ir  roter  munt  bran  als  ein  feur, 
dar  aus  liesz  si  gar  vil  der  süssen  worte. 
dar  mit  gruszt  si  den  ritter  fein, 
5  si  sprach  'mein  trost,  ir  solt  mir  gotwilkumen  sein, 
mein  leit  und  unrout  habt  ir  mir  zustorte.' 
dar  mit  pot  si  gar  tugentlich  dem  gast  ir  weisse  hende. 
in  sein  genad  ergab  sie  sich. 

si  sprach  'ich  gib  euch  laut  und  leut  und  dar  zu  mich, 
das  sol  euch  dienen  bis  an  euer  ende,' 

120  Er  sprach  'got  dank  euch,  juncfirau  zart 
durch  got  und  euren  willen  leist  ich  dise  fart 
und  auch  zu  dinste  allen  werden  frauen.' 

er  sprach  zu  ir  gar  tugentleich 
5  'schöne  juncfrau,  ich  bin  her  kumen  in  dis  reich 
euch  und  dem  land  zu  trost,  das  solt  ir  schauen.' 
die  herzogin  sprach  'edler  her,  merkt  eben  was  ich  meine, 
ich  han  zwen  treue  dinestman, 
die  heissen  Waldemar  und  sein  euch  undertan. 
zu  aller  zeit  si  sein  ganz  frum  und  reine. 

121  Dar  zu  grafen  und  freien  gut 

die  ich  noch  han  die  halten  euch,  her,  wol  in  hut, 
sie  dienen  euch  und  mir  zu  allen  Zeiten.* 
zu  Waldemar  die  fürstin  sprach 
5  'nu  für  den  helt  mit  dir  und  schaff  im  gut  gemach» 
ir  solt  im  dien  an  alles  widerstreiten.* 
er  fürt  in  in  sein  herberj;  trat  vil  berren  im  nach  drungen, 


304  LORENGEL 

im  folget  nach  weib  unde  man. 

si  fürten  in  ein  sal  den  edlen  fursten  schan. 

vor  im  trumeten,  pfeifen  laut  erclungen 

122  Dasz  es  weit  in  dear  slat  erhal. 

die  herren  riten  im  zu  hofe  über  al. 
her  Lorengel  ward  schon  Yon  in  enpfangen, 
von  roangem  schönen  megetrin 
5  und  mangem  ritter,  dinten  all  der  heraogein. 
der  MFaldemar  sprach  'her,  habt  kein  verlangen/ 
der  fürst  sein  hamasch  da  ab  zoch,  den  sie  von  im  enpfingen. 
sunder  die  firauen  auserkom 
si  sprachen  *got  sant  uns  den  forsten  hochgepom/ 
vernemet  mich,  so  wil  ich  fürbasz  singen. 

123  Die  edel  fürstin  aus  Prafant 

die  legt  an  sich  geschmeid  und  kosperlich  gewant 
als  ie  ir  fater  pflag  zu  hohen  festen, 
das  was  samat  und  rotes  golt, 
5  gar  wol  gezirt  als  noch  ein  [497«]  färstin  haben  solt. 
die  wat  was  wol  geziret  nach  dem  pesten. 
ein  mantel,  was  von  samat  gut,  bracht  man  dem  ritter  clare. 
in  het  ein  keiser  wol  an  tragn. 
dar  aus  laucht  manger  stein  mit  elarem  golt  beschlagn. 
das  bracht  im  dar  ein  ritterliche  schare. 

124  Ein  schöne  gürtel  man  her  trug, 

*        beschlagen  wol  mit  rotem  gold  und  pernlein  dug, 
dar  zwischen  manig  edler  stein  so  reiche, 
ein  guldin  halspant  man  im  bracht 
5  als  einem  fürsten  zam,  was  kosperlich  gemacht, 
das  laucht  von  gold  und  stein  gar  wunnigleiche. 
ein  peck  mit  gold  man  im  für  trug,  mit  pilden  wol  durchhauen, 
dar  inn  hg  pernlein  und  rubein. 
das  schankt  si  da  dem  gast  die  edel  herzogein. 
im  puten  er  die  ritter  und  die  firauen. 

125  Der  fürst  legt  an  das  gut  gewant. 

die  herzogin  iren  hoftneister  zu  im  sant. 
der  viel  2u  fusz  dem  fürsten  erentreiche, 
er  sfvach  ^nu  merkt,  her  degen  zart, 
5  die  kleinet  schenket  euch  mein  frau  von  hoher  art, 
•m  henogiii  in  Prtfont  lebdeidie, 


L0REN6EL  K» 

die  aizeit  hoher  eren  pfligt.  lat  euch  das  nit  verschmähen, 
fti  ¥dl  euch  gern  sein  undertan, 
ir  leib  und  gut,  lant  unde  leut,  was  si  mag  han. 
durch  81  soll  ir  die  reichen  schenk  enpfohen.' 

126  Da  nu  die  schenk  also  geschach, 

er  danket  ser  der  landes  frauen  unde  sprach 
*got  sei  der  edlen  keuschen  maget  lone, 
got  halt  in  hut  ir  zucht  und  er/ 
5  er  sprach  ^durch  der  juncfrauen  willen  kam  ich  her, 
got  zal  euch  dise  schenk  in  seinem  trone. 
ichwil,  juncfrau,  eurdinersein,  mitsdiild  und  sperthurniren. 
und  was  eim  ritter  limet  wol 
das  wil  ich  enden  gern  durch  euch,  wo  ich  nu  sol. 
in  kampfes  ring  wil  ich  noch  inbeliren/ 

127  Da  sprach  die  fürstin  hochgeporn 

'mein  fater  het  mir  einen  formunt  auserkorn, 
der  het  sein  treu  schentlich  an  mir  gebrochen 
und  spricht  mir  zu,  her,  umb  die  e 
5  vor  dem  römischen  keiser  dort,  das  tut  mir  we. 
ich  trau  got  wol,  es  werd  an  im  gerochen, 
dar  zu  hat  er  genumen  mir  mein  land  und  auch  mein  leute. 
dort  vor  dem  keiser  das  geschach 
dasz  man  mir  und  dem  grafen  da  ein  urteil  sprach 
dasz  ich  ein  kempfer  haben  sol  noch  heute. 

128  Vernemet,  edler  her,  mein  dag. 

ein  kempfer  musz  ich  kan  auf  den  morgigen  tag. 
in  weiten  landen  kund  ich  keinen  finden 
pis  euch  got  selbe  hat  her  gesant 
5  mein  land  und  leut  nemt,  edler  her,  ganz  in  eur  haut, 
des  tut  euch  hie  und  mein  auch  underwinden 
und  helft  mhr  armen  fürstin  Ue  kempfen  durch  gotes  willen, 
des  pitt  ich  euch  durch  gotes  er 
dasz  ir  mir  helft  aus  not  mit  ritterlicher  wer: 
so  mügt  ir  mir  den  meinen  kumer  stillen. 

129  Hört,  edler  fürst,  vemempt  mich  basz. 

der  graf  der  brach  sein  treu  an  mir,  ich  trag  im  hasz. 
an  meinem  fater  ist  er  treulos  worden  [497^] 
(das  keinem  frumen  ritter  sunt, 
5  dar  umb  es  mangen  edlen  henren  -wunder  nioit). 


206  LORENGEL 

es  8iet  nit  wol  dem  ritterlichen  orden 

wann  ein  gut  helt  sein  treue  bricht  und  helt  sein  treu  nit  stete. 

das  claget  von  im  weih  und  man, 

all  die  mir  ie  mit  dinste  waren  undertan, 

die  ganz  gemein  und  mein  getreue  rete. 

130  Da  Lorengel  die  clag  vemam 

da  tet  es  we  dem  edlen  fursten  lobesam. 
ir  clag  erparmt  in  ser  aus  herzen  gründe, 
er  sprach  'iuncfraulein  hochgqporn, 
5  seid  ir  mich  habt  zu  einem  kempfer  auserkom 
ich  hilf  euch  treulich  hie  in  kurzer  stunde, 
und  het  er  aller  risen  sterk  und  auch  Sampsones  krefte, 
wil  got  mit  hilf  mir  bei  gestan, 
so  sag  ich  euch,  es  musz  im  an  sein  leben  gan, 
ich  zwing  den  lielt  mit  werder  ritterschefte.' 

131  Dar  mit  der  clage  ward  geschwign. 

die  Waldemar  dem  forsten  züchtiglichen  nign. 
dar  nach  hiesz  man  die  tisch  gar  schon  bereiten, 
si  wurden  wol  bedeckt  all  gleich. 
5  das  werde  ho^esind  was  alles  freuden  reich, 
man  trug  da  für  (und  wolt  nit  lenger  beiten) 
manch  kosper  tuch  gar  wol  gezirt  mit  gold  und  licht  gesteine, 
dar  an  manch  tir  entworfen  schon, 
dar  auf  gewürkt  manch  merwunder  und  wilder  nian: 
es  was  gemachet  lauter  unde  reine. 

132  Dar  auf  sazt  man  wein  unde  prot 

und  vil  der  kosperlichen  speis  als  man  gepot. 
das  schuf  der  furstin  keilner  alles  dare. 
der  fürst  ward  leides  wol  ergetzt. 
5  vil  kleinet  reich  wurden  auf  die  tafeln  gesetzt, 
dar  ein  schenkt  man  den  edlen  wein  so  clare. 
die  tisch  die  wurden  wol  gezirt  mit  prot  und  gutem  weine, 
zwen  Jüngling  het  her  Waldemar, 
die  puten  dem  edlen  fürsten  das  wasser  dar 
und  neigten  schon  dem  stolzen  ritter  feine. 

1 33  Da  sprach  her  Waldemar  der  alt 

*]r  edler  degen,  nemet  dises  wasser  halt, 
wir  wollen  hie  ein  andre  kurzweil  treiben«' 
die  herzogin  pot  in  grosi  er 


LORENGEL  207 

5  mit  essen  und  mit  trinken  mandiem  ritter  her, 
dar  bei  ein  jeder  helt  mag  frölich  bleiben. 
Lorengel  paret  adelich  und  nam  das  wasser  palde 
gar  züchtiglich  der  ritter  zart, 
her  Walderoar  sprach  'sitzt,  her  först  von  hoher  art; 
ich  preis  eur  tugent  die  ist  manigfalde.' 

1 34  Dar  mit  man  für  den  fürsten  trug 

vil  edler  speis  und  wein,  des  gab  man  im  »genug, 
zu  tisch  dint  im  manch  stolzer  ritter  clare 
und  manig  schönes  megetein. 
5  nit  fer  von  im  sasz  auch  zu  tisch  die  herzogein 
und  sadi  den  held  gar  adelich  geparen. 
wann  si  den  werden  helt  an  sach  so  frent  sich  ir  gemüte, 
wapn  er  was  iunk  und  wol  gestalt. 
sein  tugent,  er  unt  manheit  die  was  manigfalt, 
wann  er  pflag  mit  in  allen  ritters  göte.  [498*] 

135  Des  gleichen  auch  die  herzogein. 

ir  roter  munt  der  leuchtet  als  der  licht  rubein, 
recht  sam  ein  ros  durch  süssen  tau  her  gleisset 
in  irer  ersten  blüt  so  rein. 
5  ir  zenlein  waren  weisz  und  dar  als  helfenbein, 
das  ir  durch  iren  roten  munt  schon  weisset. 
ir  wenglein  waren  licht  und  dar,  gar  adelich  geziret, 
dar  aus  ein  schöne  röte  bran. 
si  was  auch  milt  und  erentreich  die  wol  getan, 
in  aller  tugent  ir  herz  iubeliret. 

1 36  Nu  höret  meins  gesanges  schal. 

mit  schönen  fhiuen  ward  besetzt  der  weite  sah 
die  alle  mit  dem  edlen  fürsten  assen. 
da  pflag  man  hübscher  kurzweil  vil 
5  mit  süssem  singen  und  mit  mangem  seitenspil 
zu  lob  und  er  all  den  die  bei  im  sassen. 
trumeten,  pfeifen  mangeriei  vor  dem  forsten  erclange 
zu  lob  und  er  dem  ritter  dar, 
dem  edlen  Lorengel.  da  sprach  her  Waldemar 
'mein  her,  laszt  euch  die  zeit  nit  wesen  lange.* 

137  Das  wert  bis  man  zu  hofe  gaaz. 

dar  nach  ward  woi  erfreuet  alles  das  da  was. 
die  tisch  die  wurden  da  entpiaaset  aUe. 


208  LORENGEL 

da  trug  man  bald  das  wasser  dar 
5  und  gosz  es  im  auf  seine  hend  dem  fürsten  dar. 
dar  nach  treib  man  ?il  korzweil  da  mit  schalle 
dort  vor  der  edlen  herzogin  und  vor  den  schönen  frauen. 
Lorengel  sprach  'ach  hilfreich  got, 
verleih  uns  gnad  dasz  ich  vollend  das  dein  gepot 
und  ste  mir  bei:  ich  tu  dir  wol  getrauen/ 

138  Dar  nach  die  mer  gar  weit  erhal, 

dasz  man  es  kündet  fürsten,  herren  über  al 
die  allesant  da  hin  gen  hofe  kamen, 
der  küng  aus  Polant  kam  auch  dar, 
5  mit  im  ein  herzog  reich  mit  einer  grossen  schar, 
der  was  aus  dem  land  Purgunden  mit  namen. 
der  römisch  keiser  kam  da  hin  mit  grossem  hofgesinde, 
bracht  mit  im  mangen  stolzen  helt, 
die  sahen  gern  den  fremden  ritter  auserwelt 
zu  disem  kämpf  kam  manger  muter  kinde. 

139  Fürbasz  wil  ich  euch  machen  kunt 

wie  auch  dar  kam  graf  Friderich  von  Dundramunt 
für  die  herschaft  in  ritterlicher  wete. 
in  eines  grimmen  leben  mut 
5  kam  er  hin  an  des  keisers  hof  der  degen  gut 
mit  seinen  dienern  die  er  bei  im  bete, 
er  fürt  mit  im  vil  guter  heid,  die  stolzen  ritter  feine, 
die  im  all  waren  undertan. 
der  keiser  grusset  in  mit  süssen  worlen  schon, 
er  sprach  'got  dank  euch,  edler  herre  meine.'  [498b] 

140  Die  küchen  wurden  wol  beschlagu. 

die  herscbaft  in  der  stat  an  manchem  ende  lagn. 
ir  herberg  was  bestellet  lobeleiche, 
wein,  brot  und  speis  in  allen  gar. 
5  dar  mit  ruft  ider  her  seim  hofgesinde  dar. 
trumeten  und  pusaumen  clank  was  reiche, 
der  keiser  da  den  grafen  lud  dasz  er  mit  im  soH  essen 
der  maiestat  zu  wirdikeit. 
er  sprach  'gnediger  her,  das  ist  euch  unverseit, 
ich  tu  es  gern  und  han  mich  des  vermessen.' 

141  Das  wasser  man  den  herren  gosz. 

dar  mit  der  keiser  sasi  zu  tisch  uud  sein  genoix 


L0REN6EL  SO» 

und  aueh  graf  Fridmeh  mk  seinem  rate, 
der  keiser  satzt  in  neben  sieh, 
5  er  sprach  zu  im  'du  edler  graf,  beadieid  du  mich 
wie  stets  umb  dich  und  deinen  widertate?' 
er  sprach  'gnediger  lieiser  her,  ich  kans  euch  nit  gesagen. 
mich  dunkt  ufld  hab  ako  vernumen 
wie  dasz  die  herzogin  kein  kempfer  künn  bekumen. 
das  tut  mir  zom  und  wii  das  immer  clagen/ 

142  Dar  bei  sasz  manger  fürste  gut 

da  dienet  in  zu  tisch  manch  ritter  hochgemut, 
man  trug  in  für  gar  kosperliche  spdse, 
man  schenkt  in  ein  den  claren  wein. 
5  man  schickt  ein  poten  für  den  keiser  und  die  sein 
und  zu  graf  Fridericb  dem  ritter  weise, 
der  pot  sagt  wie  der  herzogin  ein  kempfer  kumen  were, 
iur  not  ein  auserwelter  degn^ 
des  herz  wer  ganzer  manheit  ?ol  und  gar  erwegn. 
die  herren  horten  all  gern  dise  mere. 

143  Da  man  zu  hof  die  red  vernam, 

da  sprach  der  keiser  zu  dem  grafen  lobesam 
'sag,  Fridericb,  wer  ist  der  ritter  feine? 
ist  er  von  adel  bocbgeporn 
5  dasz  in  die  herzogin  zu  kämpf  hat  auserkorn? 
was  landes  herren  mag  diser  holt  seine? 
aus  welchem  reich  er  kumen  sei  das  wolt  wir  wissen  gerne.' 
da  sprach  der  grafe  tugenthaft 
'her  keiser,  ich  weisz  nicht  von  seiner  ritterschaft, 
von  wann  er  kumt  aus  fremden  landen  ferne.' 

144  Zu  hof  hub  sich  ein  grosser  schal. 

dar  mit  het  man  zu  hof  da  gössen  über  al. 
die  tisch  die  wurden  allesant^'enplösset, 
das  wasser  satzt  man  auf  die  tisch. 
5  das  nam  manch  edler  fürst,  es  was  noch  kalt  und  frisch, 
dar  nach  ward  das  wasser  bald  hin  geflösset, 
der  graf  sprach  'edler  keiser  gut,  den  helt  wil  ich  besehen, 
ist  er  ein  ritter  auserwelt, 
zu  nöten  auserkom  (das  selb  mir  wol  gefeit) 
so  sol  im  wird  und  er  von  mir  geschehen.'  (499«] 

145  Da  sprach  der  edel  keiser  ha 


210  LORENGEL 

^ich  sech  den  hell  gar  gern,  nu  sag  uns  von  im  mer, 
von  welchem  adel  diser  hell  sei  kumen/ 
der  graf  sant  hin  gar  schnell  und  trat 
5  zwelf  pukel  gut,  sam  ers  kund  finden  in  der  stat, 
mit  gutem  wein  dem  gast  zu  er  und  firuroen, 
wann  er  was  milt  und  erentreich,  sein  gleich  leht  nit  auf  erde, 
het  er  die  ein  sach  nit  getan 
kein  laster  ich  von  im  sust  me  vernumen  han. 
sein  treu  brach  er  mit  laster  und  geferde. 

146  Graf  Friderich  erzeigen  wolt 

sein  milt  und  gütikeit.  manch  ritter  was  im  holt, 
er  kam  selbs  zu  her  Lorengel  gegangen, 
mit  im  kam  manig  stolzer  helL 
5  sein  wein  und  schenk  was  also  lobelich  bestell, 
von  Waldemar  ward  er  gar  schon  empfangen 
und  auch  die  andern  ritter  all  die  mit  dem  grafen  gingen, 
er  dankt  in  allen  tugentleich. 
nu  höret  wie  von  Dundramunt  graf  Fridereich 
den  edlen  gast  er  und  die  sein  enpfingen. 

147  'Seit  mir  gotwilkum,  herre  mein. 

nu  saget  mir,  was  landes  herren  ir  mügt  sein, 
das  west  ich  gern  ob  es  euch  nit  verdrüsse. 
dasz  ich  möcht  euer  wirdikeiit 
5  enpieten  zucht  und  er  dar  zu  wer  ich  bereit.* 
so  sprach  der  graf  zu  im  mit  worten  süsse, 
her  Lorengel  dankt  tugentleich  dem  held  an  alls  geferde, 
er  sprach  'got  dank  euch,  ritter  fein, 
und  Maria,  wollen  all  zeit  eur  pfleger  sein.* 
der  graf  sach  gern  sein  adelich  geperde. 

1 48  Also  ir  beider  grusz  erging 

da  in  graf  Friderich  gar  lobelidi  enpfing. 
fürbasz  hört  von  in  hofeliche  mere. 
die  schenk  man  fdr  den  forsten  trug. 
5  die  rufet  aus  ein  edler  ritter  kün  und  clug. 
er  sprach  *ir  hochgeporner  fürst  und  herre, 
das  schenket  euch  ein  werder  hell,  ein  her  in  disem  lande, 
der  ist  graf  Fridereich  genant 
von  Dundramunt,  für  not  ein  wunderkün  weigant 
nemt  das  für  gut,  des  pitt  wir  euch  all  sande.* 


LORENGEL  SU 

1 49  Lorengd  dankt  im  tugentleich 

der  schenk  die  im  zu  eren  tet  graf  Fridereich. 
er  tet  im  wider  er  und  referenze. 
da  schankt  man  in  den  cbren  wein.  [499l>] 
5  des  grafen  diener  einer  was  ein  ritter  fein, 
er  gund  hoflich  dem  fürsten  das  credenzen. 
er  pot  dem  fürsten  dar  den  wein  und  neigt  im  züchtigleichen. 
her  Lorengei  trank  und  fing  an. 
der  ritter  da  enpfing  das  von  dem  fürsten  schan 
und  pots  sdm  herren  grafen  Fridereichen. 

150  Man  schankt  den  wein  und  den  reinfal. 

das  hofgesind  trank  alles  in  dem  weiten  sal. 
da  was  vil  freud  und  wunn  gar  manigfalde. 
der  Wirtschaft  pflag  die  herzogein. 

5  graf  Friderich  sprach  zu  dem  gast  'traut  herre  mein, 
habt  guten  mut  dasz  sein  got  selber  walde 

und  laszt  euch  sein  die  weil  nit  lank :  uns  kumt  yil  fremder  geste« 

da  wert  ir  hören  abenteur 

was  ider  helt  ie  tet  in  stürmen  ungeheur.' 

iglicher  sagt  das  pest  das  er  dann  weste. 

1 5 1  Da  sprach  der  alte  Waldemar 

'nu  hört,  ir  herren,  nemet  meiner  rede  war. 
ich  hab  getan  vil  mangen  sturm  so  herte 
da  ich  gar  manchen  hefan  aubrach. 
:    5  ja,  her,  durch  werder  firauen  willen  das  geschach. 
durch  die  so  reit  ich  manig  wiMs  geferte. 
recht  als  ein  ritter  billich  sol  hab  ich  gefikt  mein  leben, 
ich  sucht  die  stürme  manigfalt 
ir  edler  fürst,  so  bin  ich  nu  der  jar  zu  alt 
dasz  ich  nit  mer  nach  preis  und  er  mag  streben. 

152  Das  pringt  mir  leit  und  schwere  pein. 

.    mir  tut  gar  we  das  ungemach  der  herzogein 
dasz  si  manch  zeit  kein  kempfn*  nie  mocht  finden 
wie  weit  si  hilf  sucht  durch  die  lant, 

6  pis  euch  got  selber  uns  zu  hilf  hat  hef  gesant. 
dasz  ir  euch,  her,  des  kampüs  soH  underwinden 

des  freu  ich  mich ;  der  ewig  got  wol  euch  vor  im  behüte.' 

der  graf  sach  streng  den  ritter  an, 

in  mflet  die  red  die  Waldemar  da  het  getan 


i<t 


212  '  LORENGEL 

dasz  im  da  ganz  verschwand  »ein  mild  und  gute. 

153  Da  sprach  der  graf  aus  grossem  neit 

'ich  han  mein  tag  getan  vil  mangen  herten  streit 
dasz  man  mich  lobt  in  allen  landen  weite, 
welcher  sich  wider  mich  ie  setzt 
5  der  ward  von  meiner  hant  bis  in  den  tod  gelettt. 
wo  ich  mit  beiden  noch  ie  kam  zu  streite 
(die  ich  allsant  alein  bezwang,  ersdilug  si  ritterleiche) 
kein  helt  mir  nie  gesiget  an. 
ich  wil  in  gern  anschauen  der  mich  tär  bestan 
mit  kämpf  hie  für  die  herzogin  so  reiche«* 

1 54  Lorengel  sprach  der  hochgeporn 

'graf  Friderich,  solt  ich  verdinen  euren  lom 
so  bin  ich  doch  durch  disen  kämpf  her  kumen 
zu  hilf  der  edlen  berzogein. 
5  ich  sag  euch  wol  dasz  ich  wil  hie  ir  kempfer  sein 
mit  Schild  und  sper.  ir  nemt  sein  keinen  frumen. 
ich  kempf  mit  euch  als  [500«]  ich  vor  han  vil  »»ngsn  man 

bestanden, 
etlicher  taucht  sich  kün  als  ir 
die  all  ir  ende  namen  gar  in  streit  von  mir: 
das  han  ich  wol  bewert  in  mangen  landen.' 

155  Da  nu  die  red  von  in  gesehach 

her  Waldemar  im  pret  zwen  held  dort  spilen  sacb, 
zwen  junge  ritter,  waren  iobeleiche. 
das  pretspil  er  in  beiden  nam 
5  und  trug  es  hin  als  einem  weisen  ritter  zam 
und  legt  es  für  den  grafen  Fridereiche. 
der  graf  sprach  'her,  indisempret  woU  wir  hie  kunweil  treiben* 
(der  graf  dar  mit  den  fürsten  ert) : 
'welcher  e  dreu  gewinn  dem  sei  dersig  beschert» 
so  wärt  sein  lop  gebreist  voa  man  und  weihen.' 

156  Lorengel  sprach  'das  tu  ich  gern, 

der  dreier  spil  im  pret  wil  ich  cmch  wol  gewem. 
nu  spilen  wir  des  kurzeDf  merkt  mkk  eben.' 
graf  Fridricb  sprich  ^her,  das  sol  sein : 
5  welcher  die  minsten  äugen  werf,  traut  herre  mein, 
der  sol  die  ersten  gab  gar  pillieh  geben.' 
und  da  der  wurf  von  in  geschieh  her  Lorengel  der  reine 


LORENGEL  2t8 

gewan  die  spil  all  dreu  zuhant. 

das  tet  graf  Friderich  in  seinem  herzen  ant. 

der  fürst  sprach  zu  dem  grafen  da  aleine 

157  'Nu  nemt  der  abenteur  hie  war. 

ich  hab  euch  die  dreu  spil  hie  angewnnnen  gar 
mit  meisterschaft/  der  graf  begund  sich  rimpfen. 
dar  mit  die  sonn  barg  iren  schein. 
5  graf  Friderich  nam  urlaup  von  dem  ritter  fein 
mit  Worten  schnell,  vergangen  was  sein  schimpfen, 
dar  mit  so  schied  der  helt  hin  dan  der  manchen  preis  bejaget, 
mit  im  sein  ritter  und  sein  knecht, 
kam  an  des  keisers  hof,  sein  sach  die  was  nit  schlecht, 
er  was  betröpt  und  was  doch  unverzaget. 

158  Sein  herz  leid  heimlich  ungemach. 

der  keiser  in  enpfing  und  zu  dem  grafen  sprach 
'du  edler  graf,  sag  uns  hie  ofienleiche 
wie  dir  gefalle  diser  helt 
5  und  den  die  herzogin  zu  trost  hat  auserwelt. 
wie  ist  er  von  person  der  erentreiche? 
sag,  wie  der  man  hab  ein  gestalt  durch  all  dein  göt  und  tugent. 
der  graf  da  zu  dem  keiser  sprach 
'so  ritterlichen  helt  ich  vor  nie  mer  gesach, 
doch  taug  er  zu  dem  kämpf  nit  wol  vor  jugent.  [500l>] 

1 59  Mir  hat  gelobt  der  ritter  fein 

er  woll  der  edlen  herzoginne  kempfer  sein, 
mit  Schild  und  sper  nach  preise  ringen, 
gar  ritterlich  stet  sein  geperd. 

5  her,  ich  gelaub  dasz  sein  geleich  nit  leb  auf  erd.' 
dar  mit  tet  man  da  für  die  herren  bringen 

vil  edler  speis,  wein  unde  prot  tet  man  zu  tische  tragen. 

dar  nach  vil  manig  kün  weigant 

zu  lisch  da  sassen  mit  dem  keiser  alle  sant/ 

nach  tisch  die  herren  irer  rag  da  pflagen. 

160  Ir  soUet  mich  vernemen  basz. 

der  edel  Lorengel  in  hohen  fireuden  sasz, 
er  sach  vor  im  vil  eluger  abenteure. 
grosz  er  det  man  dem  fürsten  gut 

6  mit  edler  speis  und  wein,  der  helt  was  wol  gemut. 
sein  hilf  die  kam  dem  ganzen  land  zu  stenre. 

Z.  f.  D.  A.  neue  fol^e  III.  15 


214  LORENGEL 

her  Waldemar  sprach  'edler  her,  nu  last  euch  nit  verlangenJ 
da  man  das  abentmal  volbracht 
vil  hübscher  kurz  weil  man  da  vor  dem  forsten  macht. 
die  herzogin  kam  selbs  zu  im  gegangen. 

161  Si  gruszt  in  tugentlich  und  schon 

'sagt  uns,  ir  edler  fürst,  wann  ir  wolt  schlafen  gan, 
so  sol  man  euch  zu  eurem  pette  weisen 
da  ir  wol  seit  an  sorge  gar. 
5  wann  ir,  her,  wolt  so  nemt  zu  euch  her  Waldemar, 
der  dint  euch  gern  der  alt  frum  ritter  greisen, 
der  sol  euch,  her,  gar  wol  bewarn  wann  ir  mügt  nimer  sitzen." 
er  sprach  4r  edle  herzogin, 

gebt  uns  urlaup.  an  mein  gemach  stet  mir  mein  sin.' 
der  fürst  schied  da  von  ir  mit  clugen  witzen. 

1 62  Mit  im  ging  da  her  Waldemar. 

er  fürt  den  fursten  in  ein  kemenaten  dar 
die  was  gezirt  mit  gold  und  mit  gesteine, 
dar  in  gemalt  manch  cluges  pild 
5  von  glanzer  färb,  vil  manges  tirlein  zam  und  wild, 
da  stund  ein  pett  von  gold  und  seiden  reine, 
die  herzogin  ging  selbs  mit  im  und  fürt  in  bei  der  hende 
zu  einem  pett,  was  wol  gezirt, 
mit  edlem  samet  schon  verdeckt  und  gemosirt. 
die  fürstin  schied  von  im  an  missewende. 

163  Sie  neigt  dem  held  gar  adeleich. 

auch  neigt  sich  schon  gen  ir  der  edel  fürst  so  reich, 
da  lag  der  helt  bis  an  den  lichten  morgen, 
pis  dasz  der  lichte  tag  her  brach. 

5  die  kamrer  kamen  bald  zu  im  in  sein  gemach, 
ritter  und  knecht  dinten  im  unverborgen. 

der  edel  fürst  legt  an  sein  kleit  und  trat  hin  in  den  sale 
da  er  fand  inn  die  herzogein. 
si  stund  gen  im  bald  auf,  umbfing  den  ritter  fein, 
er  dankt  ir  schon  der  ritter  von  dem  grale.  [501*] 

164  Hört  fürbasz  dise  abenteur. 

der  edel  fürst  der  het  bei  im  zwen  ritter  teur 
die  sant  er  schnell  zu  grafen  Fridereichen 
dasz  er  zu  im  kern  auf  der  fart. 

6  das  tet  der  graf.   da  sprach  zu  im  der  keiser  zart 


LORENGEL  215 

'ich  pit  dich,  edler  graf  gar  tugentleiche, 

ir  sollet  heut  mit  disem  gast  ein  sper  vor  uns  zubrechen 

durch  mich  und  durch  die  herzogein. 

das  reiten  solt  du  mit  im  tun,  mag  es  gesein. 

tut  im  das  kunt  was  er  dar  zu  woll  sprechen/ 

165  Da  sprach  der  graf  von  Dunramunt 

*ja,  edler  her,  das  tun  ich  gern,  mach  im  das  kunt. 
es  ist  mein  will,  ich  tet  nie  ding  so  gerne, 
mag  ich,  ich  trenn  im  seinen  schilt 
5  mit  einem  sper  umb  dise  herzogin  so  milt. 
wer  er  als  kün  als  Diterich  von  Ferne, 
iedoch  wil  ich  den  helt  bestan  mit  ritterlichem  reiten, 
dar  nach  in  einer  kurzen  wal 
beste  ich  in  mit  kämpf,  wer  seiner  vir  zu  mal. 
er  musz  mit  mir  hie  kempfen  und  auch  streiten. 

166  Und  wer  er  noch  so  hochgeporn 

ich  schlag  in  tot,  sein  hinger  leip  der  ist  verlorn, 
ich  kempf  mit  im  nach  ritters  art  und  rechte, 
so  wurt  vollendet  diser  streit.' 
5  der  keiser  sprach  'ja,  edler  graf,  es  dunkt  mich  zeit, 
nu  schick  zu  im  die  ritter  und  die  knechte.* 
der  graf  der  sant  im  bald  und  schnell  zwen  edel  ritter  here. 
die  potschaft  pald  geendet  wart, 
die  ritter  kamen  beide  zu  dem  fürsten  zart, 
her  Waldemar  der  det  in  wird  und  ere. 

167  Sie  traten  für  die  herzogein. 

die  edel  magt  enpfing  gar  schon  die  ritter  fein, 
sie  neigten  ir  und  irem  hofgesinde. 
si  kamen  für  Lorengel  dar. 
5  der  ein  der  sprach  'fürst,  edler  her,  nu  nemet  war 
was  euch  enpeut  graf  Fridrich  der  geschwinde, 
der  hat  uns  her  zu  euch  gesant  und  lest  euch  dar  bei  grüssen. 
er  spricht  durch  aller  trauen  0t 
woll  er  mit  euch  zuprechen,  edler  her,  ein  sper 
seid  trauen  manchem  man  sein  kumer  püssen. 

168  Dar  nach  wil  er  in  kurzer  firist 

mit  euch  kempfen  als  mit  recht  geurteilet  ist« 
dar  zu  solt  ir  euch,  edler  her,  bereiten.' 
her  Lorengel  sprach  tugentleich 

16* 


216  LORENGEL 

5  'des  sol  er  sein  gewert,  und  gult  es  alle  reich, 
ich  hilf  der  herzogin  und  wil  nit  heiten. 
dar  umb  so  hin  ich  kuinen  her  das  soll  ir  im  [5011>]  pald  sagen/ 
die  rittcr  urlaup  namen  trat 
und  sagten  das  dem  grafen  an  der  selben  stat 
dasz  er  es  ritterlich  mit  im  wolt  wagen. 

1 69  Also  die  potschaft  naro  ein  ent. 

die  edel  herzogin  nach  einem  prister  sent 
dasz  er  ir  solt  ein  ampt  loblichen  singen 
zu  lob  und  er  der  trinitat. 
5  mit  irem  hofgesind  si  da  zu  kirchen  trat, 
si  sprach  'mein  got,  lasz  uns  nit  misseUngen.* 
her  Lorengel  der  kam  auch  dar  mit  mangem  ritter  werden, 
si  paten  got  all  zu  der  stunt 
'ewiger  got,  tu  uns  dein  gnad  und  hilfe  kunt, 
erzeig  uns  dein  barmherzikeit  auf  erden.* 

170  Das  ampt  sang  man  gar  lobelcich. 

her  Lorengel  ruft  an  got  selbs  in  seinem  reich, 
des  gleichen  auch  die  edel  herzoginne. 
die  ruft  got  und  sein  muter  an 
5  dasz  er  ir  und  dem  held  mit  hilf  wolt  bei  gestan. 
'hilf  mir  aus  notf  hinilische  keiserinne, 
erwirb  uns,  reine  magt,  den  sig,  hilf  der  gerechtikeite, 
ich  pitt  dich,  reine  maget  her. 
hilf,  süsser  Jesu  Crist,  durch  deiner  marter  er 
der  an  dem  kreuz  erlost  die  cristenheite.* 

171  Yil  manig  ampt  man  sang  und  las. 

dar  bei  manch  edler  fürst  in  gotes  dinst  da  was. 
keiser  und  küng  die  all  dar  waren  kumen 
si  dinten  got  mit  ganzem  fleisz 
5  und  sagten  got  in  seinem  thron  er,  lob  und  preis, 
manch  andechtiges  pet  ward  da  vernumen. 
da  nu  das  ampt  was  gar^olbracht  da  gab  man  in  den  segen. 
si  trunken  sant  Johannes  minn. 
dar  nach  ging  idermann  zu  seiner  herbcrg  hin. 
her  Lorengel  liesz  da  nit  underwegen, 

172  Er  kam  mit  einer  grossen  schar 

gen  hof.   mit  im  so  ging  die  herzogin  so  klar, 
grosz  lop  und  preis  der  fürstin  ward  veijehen. 


LORENGEL  217 

der  kellner  schuf  was  si  gepot, 
5  was  zu  dem  tische  höret,  wein  und  auch  das  prot. 
ir  gleich  in  miltikeit  ward  nie  gesehen, 
die  tisch  waren  gespeiset  wol  da  die  herschaft  solt  sitzen, 
als  es  die  fürstin  haben  wolt 
si  speiset  iunk  und  alt  und  gab  auch  reichen  solt. 
ir  hof  was  wol  bestellt  mit  clugen  witzen. 

173  Dar  nach  als  man  zu  hofe  gasz, 

man  pot  den  herren  wasser  dar  die  weil  man  sasz. 
dar  mit  die  tisch  all  wurden  abgedecket. 
her  Waldemar  sprach  *edler  her, 
5  euch  pitt  mit  fleisz  mein  ft*au  die  herzogin  so  ser 
dasz  ir  wolt  sein  frölich  und  unerschreckct.' 
her  Lorengel  sprach  'das  sol  sein,  ich  freu  mich  diser  mere, 
ich  hilf  aus  not  der  herzogein, 
für  si  wil  ich  kempfen,  solt  es  mein  ende  sein, 
mein  manheit  ich  mit  gotes  hilf  bewere. 

174  Nu  reichet  mh*  mein  prünne  her 

und  meinen  guten  heim,  mein  schilt  und  auch  mein  sper 
und  ein  gut  ros,  ich  wil  den  grafen  strafen.    [502«] 
auch  tragt  mir  her  mein  sturmgewant 
5  und  wapnet  mich'  —  so  sprach  der  wunderkün  weigant  — 
'und  bringet  mir  gar  bald  mein  gutes  wafen.' 
der  helt  verwapnet  sich  zuhant  in  seinem  harnasch  feste, 
die  fürstin  im  auf  den  heim  pant 
ein  guidein  hcftlein,  dar  aus  laucht  ein  licht  jachant 
der  auf  seim  heim  gar  wunniglich  hergleste. 

175  Die  landes  frau  selbs  wapnet  in. 

der  edel  Waldemar  ging  in  den  marstal  hin, 
er  sprach  'marsteller,  merk  mich,  traut  geselle, 
bereit  uns  hie  dem  edlen  gast 
5  das  peste  ros  das  du  in  disem  marstal  hast, 
ein  starkes  ros  das  laufen  müg  gar  schnelle, 
rüst  das  als  zu  dem  kämpf  gehört  und  solt  das  wol  verdecken.* 
das  ros  ward  pald  gesatelt  schon, 
der  fürst  was  wol  bereit  und  was  verwapnet  schon, 
kam  auf  den  plan  mit  mangem  guten  recken. 

176  Die  schrank  die  waren  wol  bestalt. 

das  schuf  der  rat  und  auch  der  herzogiu  gewalt. 


218  LOIIENGEL 

dar  ein  sprengt  pald  der  graf  mit  reicher  were. 

die  mer  man  da  zu  hof  vernam, 
5  wie  in  dem  schrank  dort  hielt  der  graf  so  lobesam. 

bei  im  hielt  manig  stoker  ritter  here. 

der  römisch  keiser  kam  auch  dar,  mit  im  ein  kunig  reiche 

aus  Poiant  und  manch  fürst  so  wert. 

man  sach  auch  in  dem  schrank  vii  manig  stolzes  pfert. 

das  kam  für  den  Lorengel  schnelligleiche. 
1 77  Wie  es  nu  ging  merkt  hie  furbasz. 

ein  weiter  plan  lag  da  der  wol  bestellet  was. 

die  schrank  die  wurden  all  gar  wol  besetzet, 

dar  auf  sasz  guter  wepner  vil 
5  mit  hamasch  und  mit  wer  als  hört  zu  solchem  spil. 

die  warten  dasz  da  niemant  würd  geletzet 

da  von  den  rossen  über  al  und  von  dem  hofgesinde. 

die  stat  het  man  auch  wol  in  hut, 

dar  inn  die  purger  betten  mangen  wepner  gut. 

vernempt  fiirbasz  von  disem  kämpf  geschwinde. 
17S  Her  Lorengel  was  auch  bereit. 

die  herzogin  wunst  im  gelück  und  selikeit. 

man  bracht  im  ein  gut  ros,  lief  sclmeUigleiche. 

der  helt  pald  in  den  satel  sprank.' 
5  das  ros  mocht  in  nit  tragen,  was  im  vil  zu  krank. 

doch  sasz  dar  auf  der  edel  fürst  so  reiche. 

da  was  vil  ritter  unde  knecht  die  mit  dem  herren  riten. 

vor  im  trumeten  vil  erklang. 

bei  im  reit  Watdemar  den  grosse  sorge  zwang. 

das  ros  was  im  zu  schwach  zu  kampfes  siten.    [502b] 

179  Vor  im  so  reit  ein  iunger  helt 

der  fürt  im  vor  das  sper  dem  ritter  auserwelt. 
sie  riten  durch  die  stat  mit  grossem  schalle, 
die  schrank  pald  wurden  aufgetan, 
5  die  edlen  fürsten  wurden  all  dar  ein  gelan. 
trumeten  und  pusaumen  laut  erhalle, 
da  sach  man  manig  stolzes  pfert  laufen  nach  loh  und  preise, 
das  ros  Lorengels  was  zu  schwach, 
es  trug  in  kaum,    manch  guter  ritter  das  wol  sach. 
da  sprach  zu  im  ein  edler  ritter  weise, 

180  —  Das  was  der  alt  her  Waldemar  — 


LORENGCL  219 

er  sprach  'das  ros  ist  euch  zu  schwach  red  ich  fürwar/ 
des  antwurt  im  her  Lorengel  gar  palde 
'nu  bringt  mir  her  in  kurzer  trist 
5  ein  ros  das  mich  getragen  mug  und  pesser  ist 
das  ros  taug  nit  dar  auf  ich  vor  euch  halde.* 
die  red  kom  pald  dem  keiser  für  der  het  ein  ros ,  was  stolze, 
kein  pessers  kund  man  finden  ie. 
des  grafen  ros  doch  pesser  was,  das  merket  hie. 
das  lief  so  schnell  als  von  der  sen  der  polze. 

181  Des  keisers  ros  im  gleichet  nicht. 

da  man  es  bracht  dem  Lorengel  was  es  entwicht, 
was  im  zu  schwach  und  mocht  in  nit  getragen, 
das  wundert  manchen  werden  man. 
5  graf  Friderich  wolt  auch  kein  ander  ros  nit  han 
dann  sein  gut  pfert.    das  gund  Lorengel  clagen. 
dar  umb  die  edel  herzogin  betrübet  wart  von  herzen, 
si  rufet  an  den  reichen  got, 
si  sprach  'Maria,  reine  meit,  hilf  mir  aus  not, 
erlös  mich  heut  von  jamer  und  von  schmerzen.* 

182  Getrost  ward  da  die  herzogein 

von  got.    der  sant  Lorengel  da  den  folen  sein, 
der  lief  von  einem  perg  her  ab  geschwinde, 
da  sprach  Lorengel  oiTenbar 
5  'dort  kumt  mein  ros,  secht  wunder,  edler  Waldemar.' 
'zieht  mir  das  her'  sprach  er  mit  Worten  linde, 
her  Waldemar  eilt  pald  da  hin  da  er  dem  ros  gund  nahen, 
das  ros  das  wa»  verdecket  wol, 
gesatelt  schon  als  es  ein  kempfer  reiten  sol. 
das  ros  stund  still  und  Uesz  sich  gerne  fahen. 

183  All  weit  des  grosse  wunder  nam, 

die  herren  all.  dasz  da  das  ros  aleine  kam 
das  wundert  manig  mensch  da  also  sere. 
her  Waldemar  der  kam  zuhant 
5  und  zoch  das  ros  dort  her  dem  wunderkün  weigant. 
dar  auf  sasz  schnell  der  edel  fürst  so  here. 
nu  höret  fürbasz  abenteur  als  ich  euch  hie  bedeute.  [503*] 
grosz  folk  kam  zu  dem  kämpfe  dar 
dort  auf  den  plan  und  in  die  heuser,  nemet  war. 
an  allen  orten  was  es  foUer  leute. 


220  LORENGEL 

184  Grosz  wunder  da  das  folk  vernaiu. 

jeder  mau  frageu  gund  von  wann  das  ros  her  kam. 
niemant  kund  wissen  wer  es  bracht  da  here. 
niemant  west  umb  die  rechten  mer 
5  dan  Lorengel  alein.   dem  bracht  man  schilt  und  sper. 
er  sprach  'mein  ritterschaft  ich  heut  bewere.' 
die  sper  die  masz  man  da  zuhant,  die  waren  scharpf  und  herte. 
von  Dundramunt  graf  Friderich 
der  reit  die  ban  fast  auf  und  ab,  bewaret  sich, 
man  räumt  den  plan,  sich  hub  ein  schwinds  geferte. 

185  Si  ritten  auf  einander  dar, 

si  neigten  ire  sper.    des  nam  manch  ritter  war. 
ir  keiner  wolt  dem  andern  da  nit  weichen, 
si  waren  grimmiglich  gemut. 
5  ir  beider  ros  di  waren  schnell  und  dar  zu  gut. 
der  graf  mocht  dem  Lorengel  nit  geleichen, 
der  fürst  stach  da  den  grafen  ab,  traf  in  als  er  sein  gerte 
dasz  er  must  fallen  auf  den  plan, 
er  lag  gestrecket  vor  dem  wunderkünen  man. 
des  grafen  schand  und  laster  sich  da  merte. 

186  Da  ward  erfreut  die  herzogein. 

das  sach  der  keiser  wol  und  manig  ritter  fein 
wie  da  der  graf  so  schentlich  was  gefallen, 
das  was  im  vor  nie  mer  geschehn. 
5  vil  manig  schöne  frau  den  fal  auch  het  gesehn 
dasz  der  graf  siglos  was.  sich  hub  ein  schallen, 
der  graf  sprang  wider  auf  zuhant  in  zornighchem  grimme. 
sein  schilt  fast  bald  der  kün  weigant, 
ging  in  die  schrank  da  er  den  seinen  kempfer  fant 
und  ruft  in  an  mit  kreftiglicher  stimme 

187  'Helt,  euch  sol  widersagot  sein. 

seid  ir  mit  mir  wolt  kempfen  für  die  herzogein 
des  wart  ich  hie  und  ste  in  kampfes  ringe, 
ich  forder  euch,  ir  werder  man. 
5  für  disen  fal  müszt  ir  mir  euer  leben  lan, 
dar  zu  ich  euch  mit  meiner  hant  bezwinge.' 
das  horten  fraucn  unde  man,  die  herschaft  algemeine, 
da  sprach  der  alte  Waldemar 
'vil  edler  fürst,  hebt  euch  hin  an  den  grafen  dar.* 


LORENG£L  221 

'das  tu  ich  gern'  sprach  Lorengel  der  reine. 

188  Der  helt  von  seinem  ros  ab  trat. 

die  edel  herzogin  got  treulich  für  in  pat. 
er  trat  hin  in  den  kreisz  gar  ritterleichen. 
den  schilt  zuckt  für  sich  der  weigant, 
5  er  fragt  den  grafen  bald  und  sprach  *sag  mir  zuhant, 
helt,  wil  dein  zorn  noch  hie  nit  von  dir  weichen?* 
der  graf  wolt  da  dem  fürsten  gut  kein  red  noch  antwort  geben, 
her  Lorengel  fast  bald  sein  sper, 
des  gleich  tet  auch  der  graf.  in  was  zu  kämpfe  ger. 
der  graf  sprach  'her,  merkt  meine  wort  gar  eben:  [503b] 

189  Ich  sag  euch,  wunderküner  man, 

wolt  ir  mit  kämpf  der  herzogin  euch  nemeu  au 
mit  meinem  schwert  schlag  ich  euch  tiefe  wunden, 
dar  umb  sei  euch  hie  widerseit.* 
5  Lorengel  sprach  'das  tun  ich  gern,  ich  bin  bereit.* 
der  graf  schosz  mit  seim  sper  auf  in  zu  stunden, 
schosz  nach  dem  held  in  grimmikeit.  der  helt  gund  im  ent- 

wenken 
mit  einem  ritterlichen  trit. 

Lorengel  zuckt  sein  sper  und  säumt  sich  lenger  nit, 
er  schosz  es  auf  den  grafen  in  den  plenken 

190  ü^m  grafen  durch  sein  guten  schilt 

dasz  es  gar  laut  erhal  da  auf  dem  grafen  milt. 
dar  nach  die  held  beid  zu  den  schwerten  grifen. 
si  fachten  beide  ritterlich. 
5  her  Lorengel  den  grafen  da  treib  hinder  sich, 
sein  schwert  was  gut  und  was  gar  scharf  geschlifen. 
der  graf  schlug  auf  den  fürsten  dar,  des  weret  sich  der  degen. 
in  seinen  schilt  die  schleg  er  flng. 
vil  mangen  harten  schlag  der  helt  von  im  enpflng 
dasz  er  sich  schir  des  leibes  het  verwegen. 

191  Der  fürst  bewert  sein  ritterschaft. 

er  schluog  auf  den  grafen  mit  starker  beides  kraft, 
die  schleg  bort  man  gar  weit  in  allen  enden, 
man  hört  es  in  der  ganzen  stat. 
5  her  Lorengel  den  grafen  macht  mit  schlegen  roat, 
die  gotes  kraft  half  im  sein  kumer  wenden, 
er  schlug  den  grafen  helenthaft  oft  nider  zu  der  erden. 


222  LORENGEL 

auf  sprang  der  graf  mit  grossem  neit, 

er  fast  sein  schwert.  erst  hub  sich  gai*  ein  grosser  streit. 

si  hetten  beid  vil  ritterlich  geperden. 

192  Der  keiser  sprach  *bei  unser  krön, 

in  diser  not  so  weich  noch  nie  der  küne  man, 
von  keinem  schlag  sach  ich  den  helt  nie  wenken.  • 
er  ficht  gar  wol  und  ritterleich. 
5  furwar  sigt  er  wol  an  dem  grafen  Fridereich. 
nach  ritterlicher  kunst  kan  er  sich  lenken, 
der  graf  mag  im  nit  lang  vor  stan  vor  seinen  schlegen  schwere." 
sein  swert  fast  bald  der  kün  weigant, 
er  schlug  dem  grafen  wunden  tief  durch  helmes  pant 
das  rote  blut  flosz  von  dem  grafen  sere. 

193  Manch  wund  im  der  Lorengel  sdiriet 

durch  prün  und  heim  als  im  sein  werde  manheit  riet, 
des  grafen  plut  gund  im  sein  harnasch  röten, 
der  graf  der  was  erzürnet  gar 
5  und  schlug  mit  grossem  zom  hin  auf  den  forsten  dar. 
das  half  in  nit,  er  stunt  in  grossen  nöten. 
es  half  in  nit  wie  kün  er  was,  sein  man  het  er  da  funden. 
den  Lorengel  yersert  er  nie 
als  klein  als  umb  ein  har,  das  müet  den  grafen  ie. 
er  was  versert  mit  mancher  tifen  wunden.   [504^] 

194  Lorengel  auf  den  grafen  schlug 

dasz  er  da  vor  im  lag.  des  lacht  der  ritter  clug. 
der  graf  sprach  ^edler  her,  nemt  mich  gefangen 
und  gnadet  an  dem  leben  mir. 
5  den  sig  habt  ir  gewunnen  nach  der  furstin  gir.' 
'nein,'  sprach  der  fürst,  'es  ist  umb  dich  ergangen.* 
der  graf  sprach  'her,  durch  all  eur  er  nu  lasset  mich  genesen/ 
Lorengel  sprach  'es  mag  nit  sein, 
du  hast  dein  treu  gebrochen  an  der  herzogein, 
dar  um  must  du  des  todes  eigen  wesen.' 

195  Der  graf  sprach  'edler  ritter  fein, 

durch  got  und  alle  weip  frist  mir  das  leben  mein, 
durch  die  fürsten  und  aller  ritter  erc.' 
der  helt  gund  wol  bedenken  sich, 
5  er  sprach  'hast  du  gepeicht  das  lasz,  helt,  wissen  mich.' 
der  graf  sprach  'nein,  ir  junger  ritter  here.' 


LORENGEL  223 

Lorengel  sprach  ^hast  wäre  reu  und  wilt  dein  sünd  erclagen?* 
er  sprach  'ja,  her'  und  ruft  got  an 
'ich  peichtet  gern  mein  sünd,  möcht  ich  ein  prbier  han.* 
der  fürst  lisz  bald  nach  einem  prister  fragen. 

196  Man  bracht  im  einen  prister  dar. 

dem  grafen  zoch  man  ab  sein  lichten  harnasch  dar. 
er  det  ein  ganze  peicht  vor  dem  folk  allen, 
dar  nach  Lorengel  pald  hin  sant 
5  nach  dem  henker  dasz  man  in  köpfet  da  zuhant. 
er  must  sterben,  den  tot  het  er  verfallen, 
'dar  umb  dasz  er  brach  seinen  eit  und  auch  sein  ritlers  treue, 
ward  treulos  an  der  herzogein 
und  an  dem  land,  das  gilt  im  heut  das  leben  sein, 
er  musz  sterben.'    der  fürstin  freud  ward  neue. 

197  Ein  man  sein  er  bewaren  sol, 

das  stet  dem  adel  und  der  ritterschefte  wol. 
der  nachricbter  kam  zu  den  herren  beden. 
da  aus  der  stat  schickt  man  in  dar. 
5  und  da  der  graf  sein  beicht  getet  da  nam  sein  war 
der  züchtiger,  gund  mit  Lorengel  reden, 
er  sprach  'schlag  im  das  baubet  ab,  dem  gib  gar  pald  ein  ende.' 
der  riditer  sprach  'her,  das  sol  sein^' 
da  er  sein  peicht  getet,  nam  im  das  leben  sein, 
secht,  also  starb  der  edel  graf  eilende. 

198  Also  der  graf  ein  ende  nam. 

der  keiser  sprach  'dank  hab  der  fürst  $o  lobesam, 
sein  werde  ritterschaft  ich  imer  breise.' 
si  traten  von  den  rossen  gar. 
5  der  keiser,  künig,  ander  fürsten  gingen  dar, 
enpfingen  schon  den  jungen  ritter  weise, 
her  Lorengel  in  danket  schon  mit  hofelichen  Worten, 
her  Waldemar  der  kam  zubaut, 
dem  edlen  fürsten  er  sein  lichten  heim  ab  pant. 
da  tet  man  auf  die  schrank  an  allen  orten. 

199  Sein  ros  bracht  man  im  mit  gewalt. 

das  tet  her  Waldemar  der  [504b]  treue  ritter  alt. 
dar  auf  sasz  bald  Lorengel  der  vil  here. 
nu  solt  ir  hören  hie  fürbasz. 
5  die  herzogin  auch  von  dem  kämpf  heim  kumen  was, 


224  LOKE?iGEL 

die  sach  wol  wis  im  kämpf  ergangen  were. 

sie  legt  an  sieb  das  rote  golt  und  ir  iuncfrauen  alle. 

Lorengel  aus  dem  schrank  da  reit 

da  hin  gen  hof.  man  gab  dem  held  gar  gut  geleit. 

keiser  und  küng  reit  alls  mit  im  in  schalle. 

200  Sie  kamen  all  gen  hof  da  bin 

dem  held  zu  dinst.  her  Lorengel  der  danket  in. 
wie  es  da  nam  ein  end  wil  ich  euch  sagen, 
die  edlen  herren  alle  gar 
5  die  schieden  hin  iglicber  in  sein  herberg  dar 
hin  in  die  stat  wo  si  zu  herberg  lagen, 
nu  höret  wie  die  herzogin  Lorengel  schon  enplinge 
den  iren  kempfer  lobeleicb. 
si  sprach  'der  euren  er  pileg  got  von  himeh^ich, 
der  halt  in  hut  euch,  stolzer  jungeUnge.' 

201  Er  danket  ser  der  fürstin  zart. 

im  dint  ritter  und  knccht,  er  was  von  hoher  art. 
loblich  gewant  tet  man  dem  held  her  tragen, 
der  fürst  entwapnet  sich  zuhaut 
5  und  legt  an  sich  das  aller  kosperlichst  gewant. 
den  grafen  boret  man  gar  lützel  clagen, 
da  in  der  stat  und  auf  dem  land  bet  man  sein  bald  vergessen, 
die  herzogin  in  freuden  was 
und  auch  ir  hofgesind  seins  unmuts  gar  vergasz. 
des  fürsten  lob  ward  da  vil  hodi  gemessen. 

202  Es  wurden  poten  ausgesant 

zu  fürsten  und  zu  herren  weit  in  fremde  laut, 
ein  grossen  hof  liesz  man  gar  weil  ausschreien, 
vir  Wochen  gar  an  underlasz 
5  da  man  pflag  ritterschafl.  das  pest  man  trank  und  asi. 
dar  kam  vil  fürsten,  grafen,  ritter,  freien, 
die  kamen  zu  bejagen  da  grosz  lop,  preis  und  auch  ere, 
zu  diser  hochzeit  lobeleich. 
gar  milter  gab  pflag  da  die  herzogin  so  reich, 
vernemet  fürbasz  hofeliche  mere 

203  Als  ich  euch  künd  in  meim  gesang. 

-  in  Prafant  ward  volbracht  ein  loblicher  kirchgang. 
dar  bei  was  manig  edler  fürst  so  here. 
ein  selge  e  ward  da  gemacht. 


LORENGEL  225 

5  ein  hochwirdiger  pischof  dise  e  yolbracht. 
er  gab  si  zamen  beid  in  gotes  ere. 
8i  dinten  beide  got  mit  fleisz  und  seiner  muter  werden, 
erst  ward  ir  beider  freude  ganz, 
sich  hub  stechen,  thurnü'en  und  manch  schöner  tanz, 
der  helt  dint  got  die  weil  er  lebt  auf  erden. 

204  Da  hub  sich  freud  und  kurzweil  vil. 

man  bort  trumcten,  pfeifen  und  manch  seitenspil 
dasz  es  so  schon  erhal  an  mangen  enden, 
man  gab  in  allen  speis  genug, 
5  essen  und  trinken  jeder  man  nach  seinem  fug. 
als  ungemach  gund  man  dem  [505a]  fürslen  wenden, 
auch  tet  man  er  der  ganzen  stat,  den  armen  und  den  reichen, 
da  hub  man  mange  kurzweil  an 
mit  stechen  und  thumiren.  manig  werder  man 
yil  manig  sper  braclien  da  ritterleichen. 

205  Das  weret  wol  vir  wochen  gar 

der  selbig  hof  als  uns  heüni  die  schrift  fürwar 
da  manig  man  pflag  freude  und  Irtir^weile. 
also  die  hoclizeit  ende  nam. 
5  dar  nach  iglicher  man  wider  zu  land  heim  kam. 
si  namen  urlaup  alle  fro  und  geile, 
si  scliieden  von  dem  fürsten  gut  und  von  der  fraum  clare. 
dk  dankten  beide  in  mit  fleisz. 
die  edlen  ges^  m  sagten  ere,  loh  und  preis, 
sie  zugen  hin  als  dises  liet  hellt  zware, 

206  Iglicher  zoch  heim  in  sein  laut. 

hört  mich  nu  fürhasz.   Zorengel  der  kün  weigant 
nam  ein  das  aller  peste  Aersogthume. 
das  laut  regirt  er  loblich  gar 
5  mit  weisem  sinne,  er  beschirmet  manig  jar 
sein  laut,  er  umchs  an  eren  und  an  rume. 
die  laut  versach  er  also  wol  des  lopten  in  die  fronen. 
er  straft  die  ungerechtikeit 
als  einem  frumen  ßrsten  zimpt*    weit  unde  preit 
so  mochten  si  wol  seiner  macht  getrauen, 

207  Ir  fürsten  gut  nu  merket  ebn. 

hie  mit  so  wolle  ich  euch  oflen  beispil  gebn. 
hüet  euch  dasz  ir  uit  brechet  eure  eide 


226  LORENGEL 

als  diser  graf  von  Dundramimt. 
5  dem  wart  durch  sein  untreu  ein  schentlichs  ende  kunt 
als  die  histori  euch  hat  wol  bescheiden. 
eur  grosse  macht  nimt  bald  ein  end  dar  an  solt  ir  gedenken. 
gut  störet,  pauet  und  zubricht. 
darumb  rüempt  etich  eur  macht  und  eures  gutes  nicht 
so  gent  eur  weg  zu  got,  woll  euch  gnad  schenken. 


Vberschriß  Hie  heben  an  die  lieder  von  her  lorengeU  in  dem  schwanen  doo 

clingsors.   der  lieder  sein  zwei  hundert  und  VII  lider 
1  =  Rückert  26    7  kunig 

2=:Ä30 

3«y;d2 

h  =  RZA  K  \  die  abweichungen  von  R  sind  folgende  1  ain  edel  h.  v.  Prafant 
2  ritter  tagentlich  genant  3  von  Durremunt  alz  ich  ach  hie  betüte  4 
der  herr  an  üinem  tode  1.  5  sinfs  lebens  was  nit  mere  wann  ein  halben 
tag  6  bevalch  gaot  fehlt  7  sprach  sprach  vil  1.  F.  bu  lafs  8  sit  9 
als  daz  ich  han  zumal  in  für  gar  ze  10  der  tochter  myn  pflig  sekoo 
vor  diner  f. 

10  =  A  33  A*  2  1  in  hohen  eren  2  an  allen  wandel  luter  3  und  waz  daby 
ein  edel  h.  4  1.  m.  was  enweg  g.  5  d.  t.  wolt  yreo  vatter  auch  nit 
lenger  sparn  6  grafe  warp  da  7  daz  uwer  herr  myn  lieber  vatter  w. 
8  d.  bot  ubermät     9  vil  er    auch  selber      10  w.  brachte  der  maget  h.  s. 

11,6  sie /i/r  er  ==A  35^*3  1  ir  herren  lafst  euch  m.  k.  2w.dazd.  s.  F. 
V.  Dorremunt  3  k.  gar  vil  zu  leyd  erdachte  4  e.  sprach  sie  an  s.  h. 
ym  ee  5  in  fehlt  der  edln  edeln  reine  maget  w.  6  m.  k.  sie  es  für  den 
keser  b.  7  m.  schreib  im  gein  der  maget  vyn  daz  zu  eim  rechtes  bringen 
8  hin  vor  den  k.  9  da  wart  der  zarten  meyd  alda  zu  reeht  herkant 
10  i.  solt  e.  k.  in  einem  kreysse  d. 

12,  5  =  sant  AlbÄn?    «  jß  36  iT  4      2  noch  in  F.  m.  nirgen  k.  k.  f.    3d.  die 

maget  dorch  m.  da  vorstunde  4  die  juncfraw  hett  ein  c.  5  alz  es  die 
seh.  noch  saget  der  hiess  A.  6  j.  ir  solt  es  got  erkuideo  7  m.  knieent 
vor  d.  a.  bettent  r.  8  selber  9  nein  lant  d.  t.  gen  ober  uwer  wangen  r. 
10  sin  hilffe  lat  uch  nymer  k.  e. 

13,  6  schmacher    spricht /eA/^    ich  U^fse  die  entsprechende  str.  aus  R  (5)  hier 
folgen: 

Die  junckfraw  in  d«z  monster  trat 

ach  herre  got  wie  mynniclichen  sie  in  in  bat 

'gnad  lieber  schopfer,  aller  weit  ein  herre, 

durch  dine  höchsten  namen  dry 

mach  mich  von  minen  sorgen  ande  engsten  fry. 

ein  swacher  greffe  sprieht  mir  an  myn  ere. 

vil  lieber  wolt  ich  sterjben  tot  wan  daz  ich  in  doch  neme. 

der  selbe  angetmwe  man 

wie  hat  er  mir  so  rechte  vil  zn  leyd  getan 

snd  er  dock  «ins  genossen  wol  bekene. 


LORENGEL  227 

14,  4  läuten  glocken  die  strophe  ist  an  die  stelle  getreten  von  K%^=^  RZl     1 

e.  y.  der  kett  s.  verslagen  2  ü.  äff  einen  wilden  kranch  g.  3  d.  v.  er  sich 
d.  1.  sin  ^.  4  er  was  an  einer  claen  1.  5  da  in  die  edel  janckfraw  in  die 
h.  n.  6  ein  schell  von  rotem  gold  sie  ym  ab  1.  7  daz  wasser  ir  zun 
tagen  ufs  ging  von  gmnd  nfs  h.  st.  8  da  rorte  sie  die  seh.  9  by  wylen 
r.  sie  ufs  auch  ir  vi!  gelwes 

Für  die  folgenden  7  der  IViener  hs,  fehlenden  Strophen  gehe  ich  die  ver- 
gleichung  von  K  mit  R 

Kl  =^  R3S  1  der  c.  2  an  einem  tag  hub  sich  der  selben  g.  3  in  dunre 
wys  ging  d.  d.  w.  clofte  4  d.  ton  dahin  g.  Fr.  g.  5  da  von  ir  h.  richer 
frenden  vil  e.     6  al  von  dem  tone.      7  kung  Artus  und  die  syn  erfuren 

f.  m.  8  sie  musten  der  meyd  ein  k.  9  ald  glocken  ymmer  mer  in  sor- 
gen I.     ]  0  wer  es  recht 

KS  =  R3Q  1  kung  A.  diz  fehlt  2  syt  daz  der  selbe  Fryderich  s.  t.  brach 
3  von  Dorremunt  an  dyser  meyde  r.  4  dez  selben  5  er  mocht  für 
fursten  wol  in  hohen  eren  st.  6  sin  gut  ist  a.  7  in  lobten  frauwen  unde 
man  w.  kund  sich  sin  genossen       8  wan  er  het  zucht  und  rechte  schäm 

9  umb  eines  bares  breit  het  er  nie  wandel  sam     10  missetag  gelassen 
K9*=  R31     1  dryen  Else  Prauandes  pf.      2  wo  sie  ruffend  alleyn  an  yrm 

gebette  L  3  ein  schelle  sie  zu  lobe  gote  h.  4  bort  wann  sie  dann  daz 
ang.  5  und  ir  daz  a.  6  ludet  7  kung  Artus  und  die  sinen  worden  ser 
getaubet  8  sie  müssen  der  meyd  ein  kempfen  geben  9  ald  von  der 
glocken  ymmer  mer  in  sorgen  leben  10  wer  daz  dem  ist  nach  frag 
R  \0  =  R  AO  1  sol  ich  es  uch  alz  machen  k.  2  wie  daz  Dorremunt  3  den 
wurm  erslug  Stockalm  in  der  Sweden  lande  4  er  sucht  in  d.  5  tut- 
schem  riebe  6  kein  herr  der  turst  in  stryttes  nie  erlangen  7  waz  dem 
lande  warn  die  hilten  8  sunder  ir  zwene  tutsche  man  9  so  alz  ich  uch 
wol  b.  10  die  liep  n.  1.  nie  kund  v.  i.  gtringen 
KU=Riltautetso: 

Kung  Artus  der  sprach  wandeis  eyn 

'wir  haben  got  erzornet  wie  daz  mog  gesin. 

von  einer  glocken  wirt  uns  vreude  ture. 

der  ton  bt  komen  in  den  gral. 

da  von  herschrack  sich  Ka^  und  her  Partzefal. 

dar  zu  gyt  in  die  schrift  die  swert  zu  sture 

wir  sollen  zwentzig  priester  wert  schon  under  die  crone  stellen, 

gen  mit  den  yanen  vor  den  grall. 

hab  wir  icht  seiden,  got  der  tüts  uns  offenbar 

ob  er  zu  besserung  von  uns  icht  welle.' 

K  \2  =  R  42     1  bort  wie  daz  ane  wart  geleit    2  wie  schon  ein  i.  p.  w.  alda 

3  zu  eym  i  d.  wyaen  getageo  5  kung  A.  mAst  selber  6  al  gein 
dem  g.  vor  in  d.  7  als  gieogena  gein  dem  m&ster  hin  ir  1.  s.  gote  s.  9 
hilffet  nit  da  von  d.  g.  swygen  m.     10  dez  clagen  alten  u. 

i?  13  =  A  43     2  gesehen  unserer  herren  nngemach      3  ist  fehlt   gesynret 

4  wir  sollen  by  ein  ander  atee  5  gee  6  got  unser  ungemach  nit  mynret 
7  al  für  daz  clare  bilde  daz  nach  Marien  ist  geriohten  8  da  soll  wir 
weinen  vnde  clagen       9  waz  nu  der  selben  glocken  ton  wel  hie  bejagea 

10  ob  got  una  ungereite  wolle  lichten 

22  =5  A  45  if  14    1  als  es     2  ea  w.  mit     4  edeln  masteo  b.    5  daz  steh  man 


228  LORENGEL 

liechte  waog  m.  rotten  m.  6  tet  der  herren  leyt  in  hercien  s.  7  edel 
kangynoe  jung  du  hast  d.  h.  vermessen  8  du  hast  d.  9  so  erefticlich 
geleget  an  alle  w.  10  doch  hat  sie  auch  dez  v.  s.  b. 
23,  3  vorher  der  trat  far  durchgestrichen  =  y?  46  A*  15  1  horent  die  es  der 
kaog  anving  2  dofehli  kunigynne  3  trat  hin  zu  er  gnade  r.  5  diu 
fehlt  in  allen  dorch  6  do  fehlt  er  sprach  7  Esilg  Parc  valpar  mit  den 
sol  man  versuchen  8  Benedige  Lantz  leres  k.  9  her  Gawint  t  yil  here 
10  die  sint  s.  k.  daz  ir  g.  wii  gerächen 

24  SS  jß  44  A*  16     lg.  und  wolt  i.  m.  uns     2  ein  zydemar  tier  sollen     3  Li- 

sine  die  s.  kindclinne    4  daz   d.  starcke  g.     5  änzs  fehlt  yres  wirt  sie  t. 

6  d.  n.  sie  dann  ein  kelbelin  gewynnet  7  von  dem  golde  al  zu  der  nas  i. 
8  daz  tier  sich  keyne  nare  h.  9  dan  der  geschmack  d.  10  achtam  ufs 
sinr  m.  m. 

25  s=  jß  47  if  18     1  her  Key  begund  daz  v.  j.     2  er  sprach  man  sol  die  kinder 

kalken  lassen  t.  3  sie  worden  fro  daz  er  sin  ie  g.  4  kunigynne  sprach 
zu  haut      5  man  sol  die  kinder  kl.      6  Jonant  von  dem  Dilbrua  man  b. 

7  der  stein  swebt  alz  uch  m.  8  w.  uch  nit  Sicherheit  g.  9  s.  weifs  ich 
wol  daz  gottz  m&ter  nit  mag  1.     10  daz  sie 

26,9  nie  gejehn   =  AT  17: 

'Ach  got  got  wer  gäbe  dir  den  list. 

ich  wene  daz  der  engcl  by  dir  erwachet  ist 

und  hat  den  hosen  geist  von  dir  gedrungen. 

was  du  ie  gutes  hast  gedacht 

wenig  und  daz  diu  munt  zu  lichte  ie  hat  bracht 

daz  wirt  von  dir  gesaget  und  gesungen. 

der  engel  hat  den  bösen  geist  in  falken  wys  verbrewet. 

du  ret  bofer  und  redest  golt 

ufs  dem  kupfer.   dar  umb  sint  dir  die  meinster  holt. 

wer  hat  dirs  uff  die  zungen  diu  gesewet?' 

27,  1  kunig    4  kunigin    6  vor  ein  ist  s  durchstrichen     =  A  48  Ari9     1  der 

kunig  und  die  fursten  schin  2  dmnge  ir  mit  grefsen  netten  vor  die  k. 
3  sie  f.  w.  d.  helt  4  die  kunigynne  gunde  sagen  5  dem  bis  al  fehlt 
musto  wol  b.  6  sprach  also  n.*1i.  er  vor  g.  7  d.  k.  der  liefs  riebe  w.  n. 
den  drin  k.     9  alz  es  Sebin  irn  1.  kinden  h.  erdacht 

Es  folgt  in  R  als  zwanzigste  strophe  die  folgende: 
Felicia  Sebin  en  kint 

zu  im  gespielen  sprach  'es  ist  noch  alz  ein  wint 
wie  daz  er  sie  gecleit  mit  richer  spehen.  (/.  ir  sit) 
dry  gurtel  Bie  wil  leb  uch  geben, 
welch  ange  sie  an  sehe  dar  nach  die  herezen  «trebeo. 
ydoch  liefs  ich  sie  mentsoheo  nie  gesehen, 
ein  yglich  gnrtel  ateyne  hat  und  ist  wol  in  der  gute 
(daz  lafset  uefa  nit  wesen  loni) 
von  einem  bösen  werte  wirdea  sie  verlern 
die  wyle  sie  weren  geben  hochgemute.' 

28,  7  vollbring  dno  xoi^vov  als  infin,  und  sodann  als  coi^\   ^=Ri9  R21     1  die 

maget  r.  2  gab  irn  gespielen  gnrtel  nu  sint  s.  g.  3  den  engeln  die  g. 
•eiber     5  der  wyse  horre  h.    6  es  wirt  ■.  b.  alhie  bewyset     7  die  mene 


LORENGEL  229 

die  da  sinken  sol  der  pr.  vor  d.  g^.  8  und  wao  d.  t.  9  blözen  fehU 
10  gen. 

29,  2  kinder 

30,  2  kunig    5  kanigreich     10  kunig 

31,  1  fürstin  atis  fürste  corrigiert,  dahinter  was  durchstrichen,    daher  ist 
fältchUch  edler  in  der  hs,  stehen  geblieben    9  nach 

33,  2  kunig  « 

34  =  jß  50  K  22      1  mit  siner  sonnen      2  alz  nu  der  tafeirnnden  man  die  m. 

3  gewann  die  massonye  p.  4  kempfen  5  den  er  nit  wegers  in  der 
massenye  h.  6  dar  zu  zwinckt  sie  ein  schal  und  n.  7  gingen  vor  d.  g. 
sie  t.  8  d.  gunden  uff  in  iufte  s.  9  sie  sprachen  wir  woln  nch  alz  vil  der 
freuden  g.     10  sie  s.  von  d. 

35  «a  A  51  A'  23     2  wie  daz  i.  P.  wer  e.  Inter  r.     3  d.  hett  d.  w.  gnnst  und  g. 

4  ein  graff  irs  v.  man       5  kreftlich  zu  unrecht  zu  der  ee  gesprochen  an 

6  A.  sol  der  e.  k.  g.  7  alz  er  in  n.  d.  dem  8  daz  sie  haben  ein  toren  tcgen 
9  wan  schellen     10  an  d. 

36,  1  kunig  «>  jß  52  if  24  1  küng  A.  der  was  w.  2  er  s.  got  h.  so  lafs  mich 
selber  k.  3  wan  ich  kan  m.  4  sus  criftig  5  so  kan  myn  hant  den  helme 
strick  wol  b.      6  myn  o.  myn  sper  zu  herten  zu  horten  stryit  wol  zw. 

7  so  fehlt  gelencken  8  so  han  ich  s.  zu  d.  9  wirt  ym  syn  h.  wol  zur- 
trant     10  niemant  darff  für  mich  uff  die  reyfs  gedenchen 

37  =  7!  53  ^  25  2  d.  g.  e.  h.  m.  n.  byfs  h.  3  wo  ich  ie  kam  in  stürm  o. 
4  wer  5  der  wart  von  mir  g.  oder  tot  geslagen  6  daz  noch  in  manchen 
7  in  h.  J.  dez  mers  wo  ich  es  han  durchpuet  8  u.  auch  Persien  9  uff  r. 
mynen  geliehen  nit  enfant     10  bit  daz  i.  dez  k. 

38,  7  kumen     in  K  ZI  lautet  die  str.folffendermqfsen: 

Ain  edel  ritter,  hiefs  markys 

von  Purril  sprach  4ch  han  herworben  mangen  pris 

(da  von  myn  hercze  swebt  in  hoher  milde) 

daz  mich  des  swertes  nie  verdrofs, 

und  wann  daz  blüt  von  helmen  in  die  lüften  schofs 

daz  man  es  kos  vor  eines  trachen  wilde. 

waz  mir  der  held  ie  wyder  für  al  uff  der  selben  ferten 

die  slug  ich  tot  mit  myner  hant 

daz  mir  an  myner  ritterschaft  nie  mysselang. 

und  solt  ichs  tun  ich  wolt  den  kämpf  heberten.' 

39,  3  kunig    B  30  lautet  so: 

Ein  junger  ritter  hiefs  Lebant 
der  sich  der  herzogynnen  jamers  underwant. 
vor  dem  kunige  falt  er  sine  hende 
'kung  Artus,  edler  kunig  rieh 
nu  einer  bett  gewer  du,  edler  herre,  mich  • 
daz  du  mich  zu  einem  hotten  dare  sende, 
tu  es  dorch  werde  ritterschaft,  durch  aller  frauwen  gute, 
und  sendent  ir  mich  uff  die  fart 
von  myner  hant  so  wirt  sin  leben  nit  gespart, 
ich  bring  der  berzogynnen  hochgemäte.' 
40, 6  mit    t»A*33 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  16 


230  LORENGEL 

Iban  der  rede  scr  befilt 

daz  man  in  nit  von  erste  zn  dem  kampff  erweit. 

er  sprach  Son  grossem  zorne  niocht  ich  sterben. 

kern  ich  dann  ulf  die  fart  da  hin 

vor  war  so  wer  genesen  dedel  herzogyn, 

der  mir  die  laub  wolt  an  den  kunig  herwerben. 

ja  sacb  man  mangen  sygelos  vor  Coran  in  der  auwe 

da  ich  den  kunig  selber  slug, 

da  in  daz  rosse  toten  za  der  bürg  intrög. 

daz  claget  manig  ritter  unde  franwe.' 

41,7  kunig 

42f  3  kunigin  8  sprach  da  s  in  sprach  aiis  d  corrigiert  =  R  5A  K  21  1 
her  G.  mich  d.  2  mich  yspan  hiesse  1.  u.  ein  m.  3  n.  in  stürme  wyten 
4  by  einem  tag  u.  einer  n.  5  starken /eA/^  r.  ich  da  zwene  kempfe  f.  G 
die  k.  bestrytten  9  s.  rattet  all  heryn  u.  sent  10  juncfraw  über- 
wunden 

43  =  A  55  A'  2S  1  dunck  uch  a.  2  in  allen  landen  ritter  nit  so  b.  3  darff 
duncken  in  icht  4  der  mich  mit  strytte  solte  jagen  5  dem  ich  doch 
eines  hares  breit  icht  wolt  v.  6  dann  her  Lorengel  7  sin  h.  hiir  an 
sich  zu  schimpff  in  einem  s.  8  als  da  die  9  da  sprang  er  za  dem  stein 
als  m.  n.  gerne  t.     10  zwolff  schohe  für  «• 

44,  1  mut    3  waman    ^===^56^*29     lym  grosser    2  taugt    3  bestanden  zn 

solcher  4  i.  znh  mich  zu  den  swerten  s.  5  mit  hohen  kungen  han  ich 
wol  zwölf  stryt  g.  6  d.  man  mit  m,  h.  herwei*te  7  o  edler  kunig  hoch- 
geborn  wilt  du  d.  8  s.  daz  i.  dirs  vorbasser  s.  9  min  gutes  swert  daz 
ich  in  myner  s.  t.     10  daz    hAnt/ehlt    sencken 

45,  5,  10  kunig    =  A  57  A'  26      1  hern  Lanczlin  wart  die  rede  z.     2  d.  man 

iu  zersten  zu  dem  kämpf  nit  het  e.  5  aller  6  ross  e.r  ym  dar  7  Eselig 
z.  den  f.  s.  der  helt  wil  uns  v.  9  f.  so  h  schrifte  mir  g.  10  i.  möfs  d.  k. 
ufs  allen  f.  k. 
40,  3  gleicht  =  7?  5S  A'  32  1  die  jungen  fursten  trungen  z.  2  und  weiten 
sehen  waz  die  a.  wolten  t.  3  Jarant  der  tuchte  sich  gar  ein  Bernere 
4  \vie  schier  er  uiT  sin  ross  gesass  5  ir  keiner  nies,  eilend  gemäss 
6  ein  yglicher  vil  gerne  k.  were  7  ein  g.  1.  e.  s.  da  den  gort  er  8 
zwoUiflT    9  er  sprach  dar  zu  's.     10  w.  taugt  nu  b.    zu  solchem  s. 

47  =  A  59  A'  34     1  Lorengel  der    2  mit  ym  der  jungen  fursten  ein  \il  michel 

s.  3  er  quam  n.  5  von  jamer  ir  d.  w.  uss  den  äugen  uss  b.  6  und  gunde 
da  gar  ynniclichen  w.  7  al  fehlt  fursten  sin  die  f.  w.  ir  w.  8  8.  t.  Haz 
iamer  tut  mir  we  9  s.  i.  myn  lieben  b.  sehen  n.  me  10  der  ist  d.  k-. 
d.  g.  s.  mir  d.  m. 

48  =  /f  00  A*  35     2  s.  lieber  son  und  auch  vil  reiner  z.  1.     3  8.  nam  den  helt 

und  ving  i.  in  i.  a.  4  wie  d.  e.  da  g.  5  a.  s.  rotten  m.  der  6  daz  j.  einen 
heydcn  mocht  h'erbarmen  7  der  red  er  seh.  gab  der  m.  was  ym  ge- 
ringe 8  da  r.  er  k.  9  mang  edelkuab  nam  s.  da  m.  10  ross  unde  h.  h. 
er  ym  dar  br. 

49  =  /?  61  A'  36     1  man  bracht  ym  h.  s.  wal     2  dar  in  da  w.  i.  sin  vatter  P. 

3  sin  h.  von  j.  4  man  b.  i.  einen  guten  s.  5  e.  knecht  wart  zu  i.  u.  d. 
selben  v.  6  d.  selbe  h.  Diether  ufs  Ungerlande  7  man  bracht  ym  ein  ross 
d.  w.  gut  ein  kneht  es  ym  her  v.      8  ich  wen  ob  et  Mim  sterek  betrog 


LOREIVGEL  231 

9  mao  seit  fehlt  von  s.  oben  in  die  lüfte  10  wie  doch  die  fufse  an  die 
erden  r. 
50,  1,  3  kunigr  :=  Ä  62  A'  37  t  do— er  fehlen  kung  Artus  edler  forste  w.  2 
m.  h.  eins  u.  hie  an  dich  begert  3  v.  und  ir  stolten  d.  5  und  miner 
lieben  swester  stee  d.  h.  s.  6  ir  frau  gotz  gnad  so!  uoh  nit  verwegen  7 
ir  nemet  m.  mit  flifse  w.  8  der  red  s.  m.  ser  e.  9  unkreftig  v.  d.  tafei- 
runden 1.     10  sie  knraert  nit  daz  kint  farn  war  es  w. 

53,  ]  kunig      9  vor  mein  ist  sein  ausgestrichen      =  R  63  K  3S     1  der  kunig 

und  die  massenyn  2  mit  dem  Lorengel  gingen  zu  dem  rosse  sin  3  des 
j.  v.  het  sie  n.  v.  4  daz  ross  er  mit  dem  zäum  begreif  5  v.  da  saczet 
an  d.  s.  6  da  kam  e.  7  d.  fürt  e.  s.  an  sinem  krag  als  in  g.  het  g.  8  er 
s.  da  zu  dem  knechte  s.  9  pflig  mir  dez  rosses  wol  und  zuch  es  wyder 
yn     10  mit  dem  v.  w.  i.  hin  war  e. 

54,  6  go   :=s  /?  64  A'  39      1  Lorengel  da  nit  langer  beit     2  gewappent  wol  er  in 

dez  swanes  schiffe  schreit  3  ein  guten  schilt  den  trug  er  an  dem  armen 
4  der  vatter  und  die  swester  sin  5  die  betten  bcyde  sament  also  grosse 
pin  6  es  mochte  einen  herten  stein  herbarmen  7  z.  baralin  bot  man 
ym  dar  m.  8  i.  han  zu  wandern  pflicht  9  lesst  lU  d.  furste  m.  d. 
vogel  s. 

55,  3  das  wort  ist  sehr  undeutlich  und  könnte  auch  trennen  gelesen  werden. 

läfsi  es  sich  auch  mit  trinnen  und  trän  zusammenbringen  so  scheint  es  doch 
hier  nur  an  stelle  einer  unverständlichen  verschreibung  von  ünde  wie  eine 
solche  in  K  vorliegt  {doch  vgl.  lunden  bulle  Diefenbach  gl.  84 b)  getreten  zu 
sein  in  den  7  hinter  trat  ist  und  durchstrichen  =  R  6b  K  40  1  e. 
dein  w.  i.  dannen  t.  2  hin  u.  die  see  d.  levt  e.  3  da  in  d.  lunden 
slogen  in  die  lüfte  4  da  er  kam  an  dem  dryt  tag  5  d.  m.  der  kannen  m. 
dem  w.  nit  me  pflag  7  s.  e.  v.  geving  er  in  der  geile  8  tugentrich 
9  bist  du  nu  myo  gesell  so  tust  mir  nirgent  glich  10  vischlin  mitle  t. 
56  =  /?  66  A*  41  1  snabcl  u.  krag  2  al  i.  den  wag  u.  m.  ob  ichs  rechte  sag 
4  ich  kan.nit  wyssen  rechte  wie  5  daz  ein  schon  oblate  ym  zu  dem 
muide  gie  6  die  viog  der  vogel  t.  7  mit  dem  schnabel  er  sie  schon  zu 
d.  fursten  heodo  w.  8  enpfing  der  fnrst  in  tagend  g.  9  a.  sie  h.  d.  vo- 
gel d.     10  wa  w.  fürst  oder  v. 

59,  6  Antorf  ist  Antwerpen,    diese  form  ßtidet  sich  sowohl  in  Oestreich  als  in 

NiederdeutschUmd.  aus  ersterem  gebiete  giebt  u.  a.  evien  beleg  eine  Ur- 
kunde von  1569  bei  Riedel^  supplem,  s.  183,  aus  letzterem  zahlreiche  der 
jungst  erschienene  band  1  der  recesse  der  hansetage  s.  95,  101,  137,  138, 
178,  obwohl  daselbst  auch  die  form  Antwerpen  sich  findet  {Riedel  y/  15, 
304).  im  bairischen  und  nümbergischen  gebiete  habe  ich  dagegen  die 
form  knioTi  nicht  bemerkt ,  sondern  nur  Antwerb  und  Antwerff  {^'ürnb. 
chron,  1,  223,  9.  100,  1).  den  Ursprung  der  bildung  möchte  ich  auf  das 
lateinische  Andoverpia  zurUcffUhren ;  für  Niederdeutschland  kann  frei- 
lich auch  Antworpe   {recesse  1,  176)  zu  gründe  liegen 

60,  9  kunig    62,  1  gute  ist  von  mir  zugefügt 

70,  5  als  mufs  hier  die  bedeutung  ^ganz  und  gar,  immer^  haben  71,  2  will 
man  die  oben  durch  die  Interpunktion  angedeutete  verbale  aufl'afsung  des 
mein  nicht  gelten  lafsen  so  ist  dittographie  anzunehmen  und  etwa  in  bei  zu 
ändern  72,  9  uns  sich  g  74,  7  wandcl  77,  2  hant  9  was  ist  nachge- 
tragen   78,  3  kunig   7  hinter  mer  ist  und  ausgestrichen  wut  e.  h. 

16* 


232  LORENGCL 

S2,  7  erden    9  konifrs     lü  vor  werde  ist  retoe  durchstrichen       83,  9  achte 

84;  2  kuniges     S6,  3  kunig 
113,  3  merk    1  der  fehlt    frane    1 1 -1.  7  ioocfran    1 16,  9  secht,  fran  d.     117,2 

seiBcm  aus  seiacD  corri^ert   3  tngeotleicheo     US,  7  gesaotyeAft 
122,  4  mangen    5  maDigem    6  ^empfindet  keine  tang^wcile*  vgl.  160,  7    10  ver- 

met     124,  6  wuonigleichen     127,  9  da  man      129,  10  getreuer  oder  tolUe 

das  sonst  nur  componiert  vorkommende  neie  hier  anzunehmen  sem?   es 

mäste  sich  dann  auf  ff  aldeniar  beziehen 
133,  S  der  der     134,  1  mit  fehlt     137,  S  achfehU     138,  4  knnig 
142,  10  horten  fehlt     146,  S  er  aus  Lore  corrigiert 

153,  3  da     159,  5  auf  erd  nit  leb    10  vor  nach  ist  d  durchstrichen 

161,  1  tngealich   7  vor  each  ist  h  ausgestrichen     164,  3  er  fehlt     165,  2  mach 

seil,  ich     167,  10  sen 
1 70,  2  ruf   8  pitt  dich  ist  dem  durchstrichenen  traa  dir  übergesehrieben    17 1, 3 

knnig     174,  S  den  heim  auf    176,  7  romischer    10  schnelligeiche     177,2 

in  plan  ist  1  correktur  von  a,  dahinter  ist  was  durchstrichen       178,  3 

schnelligleicbeu 

154,  2  fraget  185,  7  das  s  in  stach  ist  aus  d  corrigiert  189,  7  im  gr.  gnd 
10  gcin?  doch  vgl.  str.  55,  3  wo  in  im  sinne  von  gein  sich  ebe/{f4iUs  findet 
und  letzteres  vielleicht  mit  unrecht  von  mir  in  den  text  gesetzt  ist 

194,  7  alle  196,  7  bis  10  sterben  l(\fsen  sich  nicht  wohl  anders  aujf^fsen 
denn  als  rede  Lorengels  an  den  henker      199,  10  knnig 

202,  2  hern  204,  6/7'  von  blatt  505  ist  rechts  ein  stück  abger{fsen.  durch 
meine  cursiv  gedruckten  au^Jüllungen  habe  ich  das  verlorene  wenigstens 
dem  sinne  nach  zu  ergänzen  versucht  10  zum  pluralnach  manig  VjgL  63, 3. 
67,  7.  159,  S/"      207,  10  got  «nb  xoirov 


Das  hier  veröffentlichte  gedieht  bildet  den  schlufs  der  von  Stark 
in  'Dietrichs  ausfahrt'  s,  XVI  und  von  Scherer  in  diesem  hande  $. 
HA  f  näher  heschriebeneti  hs,  des  Wiener  piaristencoUegiums  und 
füllt  in  derselben  die  bldtter  486  bis  505  der  jetzigen  (falschen)  Zäh- 
lung, diese  hangen  teils  zu  zioeien  zusammen  teils  sind  sie  aneitiander 
geklebt;  ein  lagenverhdltnis  findet  nicht  statt,  die  einzelnen  verse  sind 
nur  durch  doppelte  oder  einfache  striche  abgeteilt,  die  Strophen  da- 
gegen  abgesetzt  und  von  alter  hand  numeriert  sodafs  über  die  anztüä 
der  in  folge  des  ausfalls  von  im  ganzen  vier  blättern  fehlenden  ein 
zwei  fei  nicht  obwalten  kann,  in  hinsieht  der  Schreibung  bin  kk  den 
von  Scherer  a.  a.  o.  aufgestellten  regeln  gefolgt;  über  meine  samtigen 
abweichungen  von  der  hs.  gehen  die  anmerkungen  auskunfu  wie  hier 
und  da  zu  interpungieren  sei  darüber  könnefi  verschiedene  meinungen 
bestehen :  die  durchführung  einer  ganz  genaueti  interpunction  bereitet 
deshalb  Schwierigkeiten,  toeil  die  spräche  des  gedichts  sich  aufs  nächste 
berührt  mit  der  laxen  ausdrucksweise  des  täglichen  lebens  welche  weit 


LORENGEL  233 

mehr  durch  nnmiUelhare  ideetiassociatianen  ah  durch  die  strengen 
regein  der  hgik  bestimmt  zu  werden  pflegt. 

Der  foert  des  Larengel  und  damit  sein  anrecht  auf  Veröffent- 
lichung Uegt  nicht  in  seinen  poetischen  Schönheiten:  vilmehr  ist  das 
gedieht  hreit,  phrasenhaft  und  recht  langweilig,  vom  philologischen 
Standpunkte  aus  jedoch  betrachtet  dürfte  es  nach  zwei  seiten  hin  inter- 
esse  erwecken,  einmal  lehrt  eine  eingeschobene  erzdhlung  auf  die 
ich  unten  zurückkommen  u>erde  eine  Verbindung  der  gralsage  mit  der 
Ursulalegende  kennen^  andererseits  bietet  der  Lorengel  reichliches 
materi(ü  für  das  Studium  der  Umarbeitungen  denen  man  im  spätem 
mitteUüter  ältere  werke  unterzog,  denn  daraus  wie  man  beim  umar- 
beiten verfuhr,  was  man  verwarf  was  beibehielt  läfst  sich  über  den 
geschmack  jener  zeiten  ein  genaueres  intet/  gewinnen  als  aus  ihren 
Originalprodukten,  noch  fehlt  es  nur  allzusehr  dafür  an  z^igänglichem 
material:  wü  viel  ist  nicht  seit  hundert  jähren  über  meistersänger  und 
ihre  poesie  geschrieben  und  gesprochen  ohne  dafs  doch  ihre  epoche 
gründlich  erkannt  worden  wäre!  erst  wetm  die  qmllefi  reicher  fliefsen 
kann  diesem  mangel  an  dem  unsere  literaturgeschichte  krankt  abge- 
holfen werden. 

Zur  erkenntnis  der  mittelglieder  die  zwischen  dem  Lohetigrin  und 
unserm  gedichte  lagen  trägt  bei  das  stück  eines  Lorengeltextes  welches 
die  K(olmarer)  Uederhandschrift  enthält  (vgl,  Bartsch,  Kolmarer 
meisterlieder  s.  71,  Germania  1,  274).  die  abweichungen  desselben 
von  R(üdcerts  ausgäbe)  habe  ich  in  den  anmerkungen  nach  einer  mir 
von  herm  bibliothekssecretair  FKeinz  in  München  besorgten  abschrift 
mitgeteilt.  K  geht  auf  denselben  bereits  interpolierten  text  des  Lohen- 
grin  zurück  der  der  W(iener)  bearbeitung  vorlag  und  wenn  jene  dem- 
selben im  Wortlaute  getreuer  folgt  so  hat  diese  die  reihenfolge  der 
Strophen  befser  bewahrt,  aufserdem  haben  beide  selbständige  inter- 
pohUionen  aufzuweisen,  ich  gehe  mm  zur  betrachtung  des  einzelnen 
über.  K  und  W  setzen  beide  die  Umstellung  von  R  33.  34  voraus, 
eine  Umstellung  zu  der  man  als  zu  dem  leichtesten  mittel  gegriffen 
hatte  um  dem  anscheinend  schlechten  zusammenhange  dieser  Strophen 
aufzuhelfen,  jetzt  konnte  aber  A  34  W  b  K  \  nicht  mehr  anheben 
mit  der  heraoge  denn  von  ihm  war  nunmehr  noch  gar  nicht  die  rede 
gewesen.  K  und  W  änderten  daher,  aber  auf  verschiedene  weise: 
erstere  hs.  setzte  nur  ein  an  der  stelle  von  der,  die  letztere  fügte  da- 
vor eine  neue  Strophe  ein  welche  bei  vergleichung  mit  der  folgenden 
sich  durch  den  mangel  jeglichen  eigetitünUichen  itüialts,  dann  durch 


234  LOUE.NGEL 

die  fade  bemeikuny  der  jnnyfraH  z,  10  als  Interpolation  zu  erkennen 
yiebt,  die  einschiehung  von  W  5,  7  bis  1,  G  hat  wohl  nur  den  zweck 
die  treulosiijkeit  des  grafen  einerseits  schärfer  hervorzuheben  anderer- 
seits durch  die  Vermehrung  der  reden  der  handlang  einen  dramatischen 
Charakter  zu  verleihen.  W  S.  9  verlangen  eine  ausführlichere  an«- 
einandersetzung.  die  Strophe  R  37  welche  erzählt  wie  die  herzogin 
von  Brabant  zu  der  wundersamen  schelle  gelangt  ist  in  K  ziemiich 
unverändert  geblieben,  in  W  14  dagegen  bis  auf  zwei  verse  gänzlich 
umgestaltet,  hinter  W  14  fehlen  7  str.  an  der  entsprechenden  stelle 
bietet  R  6s/r.,  K  dagegen  (1 — 13)  ebenfalls  7.  unter  den  letzteren 
befindet  sich  eine,  die  neunte,  toelche  an  ihrem  orte  völlig  sinnlos  ist. 
war  dieselbe  einmal  aus  dem  zusammenhange  dem  sie  im  Lohengrin 
als  str,  31  angehörte  herausgerifsen  und  in  die  Umgebung  gebracht  in 
der  wir  ihr  in  K  begegnen  so  konnte  ihr  nur  ein  platz  vor  Kl  =  R 
3S  angewiesen  worden  sein,  dafs  sie  dann  in  K  verstellt  wurde  er- 
klärt sich  leicht  aus  der  nachläfsigkeit  des  Schreibers  der  OMch  sonst 
die  reihenfolge  der  Strophen  willkürlich  verändert,  ihrem  Ursprung- 
liehen  zusamme^üiange  war  sie  aber  höchst  wahrscheinlich  schoti  in  der 
K-  und  W  gemeinsamen  grundlage  entfremdet.  K  und  W  wollen  dtu 
gedieht  seines  Charakters  als  teil  des  Sängerkrieges  und  erzdhlung 
Wolframs  entkleiden.  K  verfolgt  dies  ziel  ganz  cotisequent  und  be- 
ginnt demgemäfs  erst  mit  R  34  (33),  W  cofiserviert  noch  einige  der 
vorhergehenden  Strophen,  sollten  diejenigen  Strophen  mit  in  die  er- 
Zählung  hineingenommen  werden  welche  vor  str.  33  des  Lohengrin 
einige  beziehungen  auf  die  geschickte  Lohengrins  enthielten,  die  dabei 
aber  die  enoähnung  des  Streits  zwischen  Klingsor  und  Wolfram  ver- 
mieden, so  konyiten  nur  /{  26.  31.  32  in  betracht  kommen,  die  erste 
von  diesen  bietet  W  als  eingangsstr.  ich  komme  nachher  noch  einmal 
auf  sie  zurück,  dann  folgt  allerdings  als  zweite  R  30.  in  ihrer 
jetzigen  fafsung,  wo  sie  von  einer  landgräßn  die  an  Artus  liof  kommt, 
von  Wolfram,  Jvram  und  Klingsor  ebendaselbst  berichtet  hat  sie  gar 
keinen  Zusammenhang  weder  mit  dem  vorhergehenden  7iOch  mit  dem 
folgenden:  interessant  wäre  es  zu  wifsen  was  ein  leser  des  ib.  Jahr- 
hunderts sich  bei  ihr  gedacht  hat.  doch  erklären  läfst  sie  sieh  vielleicht, 
die  vorletzte  zeile  in  R  lautet  als  man  Horanden  vor  der  kunegin 
Fühlen  sach.  das  Verständnis  von  oiispielungen  auf  die  heldensage 
war  damals  wohl  nicht  mehr  überall  zu  hause,  dazu  kam  dafs  für 
llurant  Orant  (vgl.  Kolm.  meisterl.  28,  24)  oder  Orara  m  der  vorläge 
stehen  mochte,    toie  nahe  lag  es  da  nicht  tm  den  Jorant,  Jorain  der 


LORENGEL  235 

nachher  unter  den  ArtusriUern  genannt  wird  zu  denken,  somit  war 
eine  beziekung  auf  das  Lohengrinabenteuer  in  dieser  Strophe  gefunden, 
sie  muste  aho  auch  eingereiht  werden^  tmtürlich  umgeändert,  als 
dritte  str.  endlich  finden  wir  R  32.  hätte  nun  R  3 1  noch  an  seiner 
ursprünglichen  stelle  gestanden,  so  würde  sie  gewis  auch  in  W  einge- 
reiht sein;  denn  einmal  Idfst  W  sonst  keine  Strophe  von  R  aus,  ande- 
rerseits würde  R  32  durch  die  vorhergehende  str.  31  stütze  und  Ver- 
ständnis gewonnen  haben  und  man  kann  doch  auch  dem  verschrobensten 
überarbeiler  kaum  zutrauen  da/s  er  mutwillig  unsinn  zu  tage  för- 
dert, wir  können  daher  annehmen  dafs  die  str,  K  7  bis  13  den  7  m 
W  fehlenden  Strophen  15  bis  21  entsprochen  haben  werden,  dafs  also 
auch  von  dem  falken  und  seiner  schelle  m  diesen  nicht  weiter  die  rede 
gewesen  ist.  erwähnt  muste  er  aber  werden  und  daWli  aus  irgend 
wekheti  gründen  umgeändert  worden  war,  so  schob  man  die  Strophen 
S  und  9  ein,  deren  reime  gröstenteils  sich  als  aus  R  37  und  36  ge- 
stohlen zeigen,  zugleich  erreichte  man  so  eine  weitere  Vermehrung  der 
reden,  welche  allerorts  in  dem  gedichte  erstrebt  wurde,  beiläufig  mache 
ich  noch  auf  die  in  jeder  der  str.  7  6t«  9  widerholte  ermahnung  J^aria 
anzuflehen  aufmerksam,  eine  ermahnung  welche  sich  auch  in  der  R 
36  entsprechenden  zwölften  str.  vorfindet. 

11,  6  habe  ich  geändert  da  abgesehen  von  ihrer  albemheit  diese 
auffafsung  der  in  str.  127  vorgetragenen  widerspricht,  warum  der 
schlufs  von  R  47  in  W  25  umgearbeitet  wurde  sodafs  nun  ein  Wider- 
spruch mit  W  33  stattfindet  vermag  ich  nicht  zu  erklären,  die  str. 
K  20  u>elche  eingeschoben  war  um  das  verteilen  der  gürtel  in  der  fol- 
genden zu  motivieren,  hat,  wie  man  aus  dem  reime  der  beiden  ersten 
Zeilen  von  W  28  schliefsen  kann  auch  dieser  hs.  vorgelegen,  wurde 
aber  von  ihr  widerum  mit  der  folgenden  zusammengearbeitet*  deti 
anlafs  zur  einfägung  von  W  29  bis  33  gab  einmal  eine  derartige  Ver- 
derbnis von  R  50  wie  sie  in  K  22,  2  vorliegt  und  wie  sie  VF  34,  1  vor- 
aussetzt, andererseits  das  bestreben  über  die  R  40  U^28  erwähtite 
taube  von  der  in  R  weiter  nicht  die  rede  ist  nähere  auskunft  zu  geben, 
für  diese  ganze  parthie  sind  reime  und  einzelne  ausdrücke  vielfach 
aus  R  50.  51  VF  34.  35  entnommen,  die  folge  der  interpolation,  aber 
war  dafs  in  str.  35  dasselbe  noch  einmal  vorgetragen  wird  was  bereits 
in  Str.  31  erzählt  ist.  doch  änderte  W  35  wenigstens  den  an  fang  von 
A  51  der  sittuition  entsprechend  ab.  die  vier  Strophen  38  bis  41  von 
denen  drei  W  mit  K  gemeinsam  sind  führen  3  mir  gänzlich  unbe- 
kannte Artusritter  und  eineti  ebenfalls  sonst  nicht  nachweisbaren 


236  LORENGEL 

kämpf  Iweins  vor.  alle  vier  haben  kehien  andern  ziteck  ah  das  bäd 
der  um  die  ehre  der  aussendung  wetteifernden  ritter  noch  etUHU  hmUer 
zu  machen.  51.  52  stören  den  f ortschritt  der  erzählung  und  bieien 
nichts  neues  aufser  der  im  hitihlick  auf  str.  49  unuxikrschemliehm 
notiz  dafs  Lorengels  ros  ein  geschenk  der  königin  sei:  sonst  betteln  sie 
ihren  itüialt  aus  den  vorhergehenden  Strophen  zusammen  und  solkn 
wohl  nur  den  abschied  noch  weiter  ausmalen. 

K  schliefst  mit  R  66.  soweit  stimmt  auch  W  mit  dem  Lohengrin^ 
von  da  an  weicht  sie  gänzlich  von  diesem  ah.  zwar  entspricht  der 
gang  der  handlung  im  grofsen  und  ganzen  wohl  dem  Lohengrinj  auch 
kann  man  hier  und  da  einflufs  einzelner  Strophen  und  namen  dessdben 
wahrnehmen  und  wird  darum  schu)er  entscheiden  können  ob  eine  gan» 
andere  fortsetztmg  des  gedichtes  als  die  uns  erhaltene  die  vorläge  ge- 
bildet habe  —  denn  von  der  erwählten  stelle  des  Lohengrin  %mgefähr 
an  vermutete  Lachmann  einen  anderen  verfafser  — ,  aber  eine  gänz- 
liche Umarbeitung  desselben  mufs  zu  gründe  liegen,  darauf  führt 
auch  die  angäbe  von  K  das  ganze  gedieht  von  Lorengel  umfafse  400 
Strophen,  für  den  ganzen  inhalt  des  Lohengrin  in  der  gestalt  m  der 
wir  ihn  besitzen  ist  diese  zahl,  zumal  wenn  man  berücksichtigt  dafs 
wie  in  dem  erhaltenen  teile  so  auch  in  dem  verlorenen  nUerpolaÜanen 
werdet^  hinzugetreten  sein,  weitaus  zti  gering,  für  den  kämpf  allein  zu 
grofs. 

Den  inhalt  des  nächstfolgenden  abschnitts  will  ich  zunächst  kurz 
angeben,  nachdem  Lorengel  durch  die  hülfe  des  schwans  wunderbar 
gespeist  ist  und  dieser  sich  ihm  als  engel  und  von  himmel  ihm  auser- 
körnen  geleiter  zu  erkennen  gegeben  hat  gelangt  er  nad^  Antwerpen, 
ein  am  ufer  stehender  bürger  namens  Calebrand  empfängt  An  und 
bittet  ihn  nach  dem  verschwinden  des  schwajis  zu  gaste,  er  wird  aufs 
beste  bewirtet  und  von  des  bürgers  eigener  tochter  bedient,  um  dem 
fremden  standesgemäfse  Unterhaltung  zu  verschaffen  schlägt  dieselbe 
vor  zwei  in  der  Stadt  wohtiende  edle  ritter,  Waldemar  genannt  herbei- 
zurufen. Calebrand  holt  sie.  kaum  angelangt  ergreift  der  eine  Wal- 
demar das  wort  und  erkundigt  sich  bei  Lorengel  ob  er  vielleicht  den 
Parze fal  kemie:  er  sehe  diesem  sehr  ähnlich,  doch  er  läfst  Lorengel 
gar  keine  zeit  zur  antwort.  denn  ad  vocem  Parzefal  und  gral  fällt 
ihm  sogleich  eine  geschichte  ein  ttnd  er  beeilt  sich  dieselbe  mitzuteilen, 
diese  scheint  Lorengels  interesse  in  hohem  grade  zu  erwecken  da  er 
durch  eingeworfene  fragen  sich  bemüht  über  einzelne  punkte  genaueren 
aufschlufs  zu  erhalten,  die  geschichte  ist  folgende,  m  Köln  versudUe 


LOR£NGEL  237 

em  graf  skk  gewaltsam  der  herschafi  zu  bemächtigen,  doch  der  an- 
sMag  mislangy  sein  bruder  und  zwölf  seiner  ritter  wurden  dabei  er- 
sddagen  und  der  graf  selber  entkam  nur  mit  mühe  auf  sein  schlofs. 
mm  sann  er  auf  räche,  er  liefs  sich  deshalb  32  hufeisen  (tus  gold 
verfertigen^  und  mit  diesen  seine  rosse  beschlagen,  so  atisgerüstet  ritt 
er  zu  könig  Etzel  nach  Heunenla$uL  kaum  erblickte  dort  des  königs 
hofsekmid  den  ungewohnten  schmuck  an  den  hufen  der  rosse  so  be- 
raubte er  sie  desselben,  die  diener  des  grafen  nahmen  zwar  auf  seinen 
befehl  diese  unbild  schweigend  hin,  aber  zwischen  dem  schmidund 
seinen  knechten  kam  es  bald  ikber  der  teilung  der  beute  zu  streit  und 
handgemenge.  der  lärm  drang  bis  zu  Etzels  ohreti,  der  k(hiig  erkun- 
dftj^e  sich  nach  der  Ursache  und  erfuhr  in  folge  dessen  die  anwesenheit 
des  grafen.  sofort  liefs  er  ihn  zu  sich  bescheiden,  eine  lücke  in  der 
hs,  entzieht  uns  hier  den  sMufs  der  erzählung.  aus  den  andeutungen 
im  vorhergehenden  will  ich  jedoch  versuchen  das  fehlende  zu  ergänzen, 
der  graf  hatte  seinen  plan  auf  Etzels  habgier  gebaut  und  er  täuschte 
sieh  in  seiner  berechnung  nicht,  denn  der  könig  schickte  schleunigst 
boten  aus  um  die  länder  des  Westens  aufzufordern  ihm  tribut  {nadi 
Indien  76,  9)  zu  bringen,  als  diesem  ansinnen  keine  folge  geleistet 
wurde  brad^  er  mit  heeresmacht  auf  um  auf  gewaltsame  weise  seinen 
zweck  zu  erreichen,  von  jensiits  des  meeres  durch  Tulant  unterstützt 
unterwarf  er  die  hälfte  der  chri^enheit  und  zog  bis  nach  Frankreich 
und  Spanien,  die  erwäknung  des  letzteren  landes  ist  vielleicht  eine 
remimscenz  an  die  sage  von  Walther  von  Spanien,  natürlich  nach  der 
fränkischen  fafsung  die  ja  auch  die  östr eichische  ist  (zs.  12,  274). 
zwm  härtesten  kämpfe  kam  es  aber  vor  Köln,  dort  währte  der  streit 
dem  auch  Waldemar  beiwohnte  22  tage  zu  wafser  und  zu  lande,  bei 
dieser  gelegenheit  kamen  die  1 1000  Jungfrauen  um.  endlich  setzte 
Parzefal  der  mit  dem  gral  zu  hilfe  eilte  Etzels  wüten  ein  ziel. 

Die  lücke  erreicht  ihr  ende  mit  str.  112.  dort  treffen  wir  auf 
folgende  Situation.  Waldemar  meldet  der  herzogin  von  Brabant,  ein 
ritter  der  wahrscheinlich  den  kämpf  für  sie  bestehen  wolle  nahe  sich 
dem  Umde  auf  einem  unlden  schwane,  er  ermahnt  sie  sich  zu  schmücken 
und  den  fremden  gast  am  ufer  zu  empfangen,  die  herzogin  befolgt 
diesen  rath,  man  zieht  unter  mtisik  an  den  Strand  und  Lorengel  landet, 
dies  ist  höchst  auffällig.  Lorengel  scheint  also  nachdem  Waldemar 
seine  erzählung  beendet  hatte  und  vielleicht  von  demselben  aufgefor- 
dert seinen  sehwan  noch  einmal  bestiegen  zu  haben,  auf  diesem  ein 
stück  ins  meer  hinausgefahren  und  dann  wieder  zurückgekdirt  zu 


238  LOREiXGEL 

sein,  offenbar  zh  keinem  anderen  zwecke  als  damit  auch  die  herzogm 
(jelegenh^ii  fände  sein  wunderbares  schiff  in  auyenschein  zu  nehwieH 
und  sich  von  der  yöUlichen  mission  des  ihr  zu  hilfe  eilenden  kämpfen 
zu  überzeugen,  nun  war  aber  zu  Lorengels  grofsem  leidwesen  der 
Schwan  bereits  in  str.  61,  2/"  verschwunden  und  nur  ein  neues  wun- 
der konnte  ihn  wider  zur  stelle  bringen,  wie  abgeschmackt  ist  ferner 
die  art  und  weise  in  der  Waldetnar  mit  seiner  erzählung  herausplatzt, 
dafs  er  dabei  seiner  ersten  frage  die  doch  implicite  auch  eine  erkundi-- 
g^ung  nach  Lorefigels  herkunft  enthielt  verga/s  kann  zurückgehen  auf 
eine  reminiscenz  an  die  pointe  des  Lohengrin.  denn  Lohcngrin  knüpft 
ja  sein  bleiben  an  die  bedingung  dafs  seine  gemahlin  ihn  me  über 
seinen  namen  und  stand  ausforsche,  später  noch  einmal  wird  in  iin- 
serm  gedichfe  eine  direkte  frage  nach  Lorengels  namen  todgeschwiegen, 
das  unangemefsene  der  Situation  besteht  aber  vor  allem  darin  dafs 
Waldemar  seine  geschichte  dem  Lorengel  erzählen  mufs,  dem  söhne 
eben  jenes  Parze fal  der  in  derselben  eine  hauptrolle  spielte  }md  von 
dem  doch  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  Lorengel  sie  oft  genug  wird 
vernommen  haben.  Lorengel  jedoch  stellt  sich  als  kenne  er  sie  nickt 
und  tut  seine  wifsbegierde  durch  seine  fragen  kund,  nun,  das  ganze 
hat  eben  nichts  mit  dem  Lorengel  zu  schaffen  %md  ist  ein  ehisckub 
welcher  ein  ganz  fernstehendes  gedieht  in  den  Zusammenhang  hinein- 
ziehen sollte,  auch  im  einzelnen  finden  sich  differenzen  mit  dem  vor- 
hergeJienden.  besonders  ist  die  auffafsung  des  grals  in  diesem  ein- 
schnbe  eine  von  der  des  Lohengrin  ganz  verschiedene,  in  dem  ktU- 
genannten  gedichte  befindet  sich  derselbe  an  Artus  hofe  und  in  seinem 
besitze^  hier  gehört  er  dem  Parzefal  dem  er  durch  einen  engel  von 
gott  gesandt  worden  war.  nachdem  die  ganze  partie  in  den  Lorengel 
hineingetragen  war  wurde  im  eingange  des  gedichts  {str.  \ )  eine  notis 
darüber  angebracht,  in  der  eile  liefs  man  z.  4  das  toörtchen  da  stehen* 
dieses  aber  hatte  nur  einen  sinn  wenn  in  den  beiden  ersten  Zeilen  et- 
was ähnliches  stand  wie  in  denen  der  entsprechenden  str,  'HS  des  Lohen- 
grin. ehe  der  einschub  geschalt  wird  die  Situation  die  gewesen  sein 
dafs  man  Lorengel  vom  strande  aus  erblickte,  Waldemar  sein  heran- 
nahen meldete  und  man  ihm  dann  ans  ufer  entgegen  zog,  ganz  ähn- 
lich me  im  Lohengrin.  diesem  gedichte  gehört  auch  Waldemar  an, 
nur  lautet  dort  seinname  Gundemar  und  ist  er  abt.  zioargeht  durch 
den  ganzen  Lorengel  (vgl,  31,  9.  60,  7.  131,  2)  die  annähme  von  2 
Waidemars  und  auch  K  iO  befindet  sich  damit  in  Übereinstimmung: 
aber  man  sieht  deutlich  dafs  dieses  eine  spätere  Unterstellung  ist.  denn 


•» 


LORENGEL  239 

nur  der  eine  redet  und  handelt^  der  andere  mrd  weite  strecken  hin- 
durch gar  nicht  erwähnt  bis  endlich  seiner  mder  einmal  gedacht  wird. 
man  könnte  fwch  die  frage  aufwerfen  warum  der  interpolatar  seiner 
gesehichte  nicht  einen  angemefseneren  platz  angewiesen  habe  sodafs 
wenigstens  der  anstofs  welchen  die  doppelte  ankunft  Lorengels  bereitet 
uns  erspart  geblieben  wäre,  warum  er  also  beispielsweise  sie  nicht  in 
die  beschreibnng  der  mahlzeit  131//*  eingeflochten  hat  bei  der  ja  der 
Unterhaltungsstoff  dermafsen  gebricht  da/s  Lorengel  ausdrücklich 
(136,  10)  aufgefordert  werden  mufs  sich  nicht  sm  langweilen,  hier- 
auf weifs  ich  eine  befriedigende  antwort  nicht  2m  erteilen,  vielleicht 
lagen  aber  schon  Strophen  vor  welche  zur  interpolation  gerade  an  dieser 
stelle  anlafs  gaben,  so  scheint  mir  das  sint  in  str.  73,  5  welches  in 
jenem  zusammenhatige  nur  die  ungewöhnliche  bedeutnng  'seither' 
Aa6tfn  kann  zu  derselben  nur  in  folge  einer  Überarbeitung  gelangt  zu 
sein,  ich  möchte  glauben  dafs  es  ursprünglich  verbum  war  und  dafs 
das  wort  waren  erst  später  hineingeschoben  ist.  auch  leiden  einzelne 
Str.  wie  70/*  an  einer  entsetzlichen  breite  und  die  der  eigentlichen  er-- 
Zählung  vorausgehenden  76  ffsiyid  so  ungeschickt  dargestellt  dafs  man 
wohl  schliefsen  darf  sie  seien  nur  aus  dem  inhalte  des  tms  jetzt  feh- 
lenden Stückes  zusammengebettelt,  die  gesehichte  selbst  aber  slr.  79/f 
beruhte  wohl  auf  einem  altern  gedichte  und  ihr  eingang  war  für  ein 
solches  recht  passend,  den  kern  derselben  bildete  die  Ursnlalegende 
welche  von  Sigebertus  Gemblacensis  (s.  Schade ,  die  sage  von  der  h. 
Ursula  s.  64)  an  bis  auf  die  neuesten  apologeten  (AASSm.  Okt.  tom. 
IX.  Kefsel,  S.  Ursula  und  ihre  gesellschaft  Köln  1863)  hitiab  häufig 
mit  Etzel  in  Verbindung  gesetzt  worden  ist.  dafs  sie  auch  in  Oestreich 
verbreitet  war  dafür  sprechen  die  von  Kefsel  a.  a.  o.  s.  206//*  und 
220/f  mitgeteilten  niederschriften  in  mss.  des  klosters  Lambach.  aber 
eine  Verbindung  der  legende  mit  der  gralsage  ist  sonst  völlig  unbekannt 
und  selbst  das  motiv  der  goldenen  hu f eisen  habe  ich  in  märchen  und 
sagen  vergeblich  gesucht. 

Der  weitere  inhalt  des  Lorengel  ist  höchst  einförmig :  die  haupt- 
beschäftigung  der  auftretenden  personen  besteht  in  efsen  und  trinken 
und  darin  leistest  sie  allerdings  recht  respectables.  aber  auch  die 
beschreibnng  dieser  scenen  bewegt  sich  in  stehenden  redensarten.  str. 
120  widerholt  nur  was  bereits  vorher  gesagt  ist.  auch  stimmt  der 
Wortlaut  von  z.  6  auf  eine  sehr  verdächtige  weise  mit  118,  7.  es  ist 
mir  aber  wahrscheinlicher  dafs  str.  118  die  interpolierte  ist.  denn 
bei  dieser  kann  man  einen  grund  finden  der  ihre  einschiebung  veran- 


240  LOR£NG£L 

lafste,  es  erschien  nämlich  unpassend  tcetm  die  Herzogin  sich  wn' 
Larengel  auf  die  knie  warf  und  dann  nicht  gesagt  wurde  daf$  m  wt- 
der  aufstand,  diesem  mangel  suchte  der  interpolator  abzuhelfen^  eher 
er  verräth  sich  durch  sein  Ungeschick,  denn  er  läfst  nicht  wie  es  natür- 
lich war  Lorengel  die  Herzogin  aufheben,  sondern  Lorengel  mufs  sieh 
erst  an  Waldemar  deshalb  wenden  sodafs  dieser  die  rolle  eines  eere- 
monienmeisters  spielt,  in  der  folgenden  breiten  aufzählung  d/er  ge- 
schenke  hält  es  schwer  das  ursprüngliche  zu  erkennen :  nur  str.  125, 
welche  mehrere  ihrer  reime  aus  120  borgt  läfst  sich  als  zusatz  (tussehei- 
den.  ebenso  nachher  str.  128. 1 29.  sie  bieten  gar  nichts  neues  stmdem 
variieren  nur,  zum  teil  mit  denselben  redeioendungen  das  vorangehende. 
den  amtofs  zu  ihrer  einfUgung  mag  vielleicht  das  heute  in  der  letzten 
zeile  von  str.  127  gegeberi  haben^  indem  dem  interpokUor  einfiel  dafs 
der  kämpf  erst  am  folgenden  tage  stattfände,  daher  schrieb  er  auch 
in  128,  2  morgigen  tag.  131  bis\3ß  bieten  em«  langweilige  beschres- 
bung  des  efsens.  unter  diesen  enthalten  132.  133  nichts  anderes  ah 
134  f.  auch  einzelne  amdrücke  haben  sie  mit  diesen  gemeinsam, 
man  vergleiche  133,  7  paret  adelich  mtY  131,  6;  133,  10  tugent 
nianigfalde  mit  134»  9.  was  ist  endlich  mit  der  ander  kurzweil  133, 3 
gemeint?  sicherlich  das  efsen,  aber  vorher  war  doch  noch  nichts  kurz- 
weiliges vorgekommen  da  die  dem  Lorengel  vorgetragene  klage  der 
Herzogin  schioerlich  auf  dies  praedicat  anspmch  erheben  dürfte,  pas^ 
send  ist  zwar  der  stofsseufzer  Lorengels  an  seiner  stelle  137,  8  ff 
keineswegs,  er  soll  aber  vielleicht  eine  art  abschnitt  in  der  erzäUung 
bilden  da  mit  138  ein  neue^  bild  sich  entrollt,  das  gleichzeitige  mahi 
beim  kaiser  ist  der  gegenständ  desselben,  keiner  weifs  bisher  von  der 
ankunft  Lorengels:  daher  die  frage  deskaisers  an  graf  Friedrich  str. 14\, 
dessen  antwort  und  die  einführung  eims  boten  der  die  nachricht  von 
Lorengels  anwesenheit  überbriiigt  (142).  damit  steht  aber  in  Wider- 
spruch Str.  1 38.  auch  sotist  ist  sie  schlecht  und  giebt  nur  dann  eimges 
Verständnis  wenn  man  die  praeterila  plusquamperfektisch  fafst.  oft  sie 
völlig  auszuscheiden  sei  bleibt  allerdings  zweifelhfift:  möglich  wäre  es. 
jedenfalls  hat  der  Überarbeiter  sich  stark  an  ihr  versündigt,  m  der 
folgenden  Strophe  wird  graf  Friedrich  eingeführt;  er  komnU  zum 
kaiser,  begrüfst  ihn  und  wird  dann  zu  tische  geladen,  doch  diese  Mo- 
mente der  Handlung  folgen  nicht  hintereinander,  sondern  dazwischen 
stehen  (140,  1 — 6)  einige  verse  in  denen  wie  es  scheint  gesagt  werden 
soll  dafs  es  mittagszeit  war  utui  dafs  in  allen  teilen  der  sladi  wo  die 
fremden  sich  einqumiiert  Hatten  optdetUe  mahlzeäen  eingenotnmen 


LORENGEL  241 

wurden,  diese  notiz  ist  mindestens  recht  über  flu  fsig.  einen  gaiiz  an- 
gerne fsenen  Zusammenhang  gewinnen  mr  dagegen  wenn  wir  140,  7 ff 
gleich  auf  139»  6  folgen  lafsen.  in  str,  143  brennt  der  kaüer  vor 
verlangen  den  namen  des  fremden  zu  erfahren  und  trägt  dem  grafen 
als  dieser  in  str,  145  sich  aufmacht  um  den  ankömmling  zu  begrüfsen 
besonders  auf  sich  nach  Lorengels  herkunft  zu  erkundigen,  dieser 
Weisung  folgt  der  graf  erhält  aber,  worauf  ich  schon  oben  aufmerk- 
sam zu  machen  gelegenheit  hatte  keine  antworte  sondern  wird  mit 
eomplimenten  abgespeist,  auch  sonst  tritt  noch  in  dieser  decade  das 
Ungeschick  hervor  die  handlung  in  ihrer  logischen  entwickelung  dar- 
zustellen, unerträglich  wird  das  gerede  aber  str.  1  bbff.  was  heifst  da 
habt  guten  luut  dasz  sein  got  selber  walde  ?  ist  das  eine  hindeutung 
auf  den  folgenden  kämpf?  femer  in  der  folgenden  zeile  uns  kumt 
vii  fremder  geste.  damit  sind  wohl  die  rittet  gemeint  die  zu  dem  er- 
warteten kampfesschauspiel  zusammengeströmt  sind,  die  folgende  str. 
sM  dann  anscheinend  eine  art  erläuterung  zu  der  letzten  zeile  von 
150  —  von  der  es  übrigens  zweifelhaft  ist  ob  sie  noch  zur  rede 
Friedrichs  gehört  oder  nicht  —  bilden,  statt  jedoch  irgend  eine  aben- 
teuer  von  sich  zum  besten  zu  geben  lenkt  Waldemar  das  gespräch 
gleich  wider  auf  den  bevorstehenden  kämpf,  noch  unmotivierter  frei- 
Ueh  ist  wie  den  grafen  diese  bemerkung  so  arg  in  hämisch  brmgt  dasz 
im  da  ganz  verschwand  sein  mild  und  gute  (152, 10).  er  scheint  ganz 
9m  vergefsen  dafs  er  vorher  (141,  10)  seinem  unmut  darüber  aus- 
imdc  gegeben  hat  dafs  die  herzogin  keinen  kämpf  er  bekommen  könne. 
es  gewinnt  fast  den  anschein  als  wolle  er  hier  seinem  gegner  durch  re- 
nommagen  den  kämpf  verleiden,  doch  dann  bleibt  ihm  Lorengel  nichts 
schuldig:  der  erzählt  str.  154  fabelhafte  dinge  von  seinen  heldentateti, 
während  doch  sonst  vorausgesetzt  wird  dafs  er  bisher  noch  mcht  ge- 
kämpft habe  und  Walman  seine  tüchtigkeit  nur  aus  seinem  weiten 
Sprunge  str.  42  gefolgert  hatte,  das  folgende  brettspiel  scheint  einer 
mrt  gottesurteü  über  den  ausgang  des  kämpf  es  gleich  kommen  zu  sollen, 
aus  diesem  netze  von  Widersprüchen  können  wir  uns  so  ziemlich  66- 
freien  wenn  wir  lb\  bis  154  für  interpoliert  ansehen.  159,  4.  5 
wiiersprechen  streng  genommen  den  beiden  letzten  zeilen  der  vorher- 
$ehenden  str.  auch  sonst  ist  159  inhaltsleer  und  enthält  nur  die 
$fie$iükh  selbstverständliche  Versicherung  dafs  die  herren  wider  zu 
abend  speisten.  161,  10  verabschiedet  sich  die  fürstin  von  Lorengel, 
162  geht  sie  aber  trotzdem  mit  um  sich  davon  zu  überzeugen  ob  ih- 
rem gaste  auch  gut  gebettet  sei  und  163  verabschiedet  sie  sich  noch^ 


242  LORENGEL 

mals.  man  könnte  162,  3  bis  163,  2  für  spätem  zusatz  halten ^  ge- 
macht damit  auch  eine  heschreihung  des  heltes  flatz  fände,  mehrfache 
anstöfse  bietet  das  folgende,  unrichtig  sind  erstlich  die  worte  164,  5 
das  tet  der  graf :  vielmehr  kommt  er  nicht  sogleich  auf  den  kämpf- 
platz  sondern  schickt  auf  wünsch  des  kaisers  zwei  boten  die  Lorengel 
auffordern  sollen  vor  dem  wirklichen  kämpfe  mit  ihm  ein  sper  zu 
brechen,  ferner  der  doppelte  Wechsel  zwischen  ir  und  du.  in  der  an-- 
rede  herrscht  sonst  im  Lorengel  grofse  consequenz:  mifser  unserer 
stelle  finden  sich  abweichungen  mir  32,  8  wo  ich  vielleicht  hätte  än- 
dern kömien,  und  dann  180,  4.  182,  bf.  weiter  der  reim  wal  für 
weil,  endlich  die  breite  mit  der  graf  Friedrich  seiner  Zuversicht  auf 
einen  günstigen  erfolg  amdrnck  verleiht,  der  nachherige  kämpf  be- 
steht darin  dafs  die  beiden  gegner  zu  ros  auf  einander  losstürmen 
und  ihre  spere  zerbrechen,  wobei  der  graf  zur  erde  fällt,  er  erh^ 
sich  wider  und  greift  zum  schu>erte.  Lorengel  tut  das  gleiche  y  mnfi 
aber  natürlich  zu  diesem  behufe  vom  pferde  steigen,  dies  ist  nichts 
anders  als  der  gewöhnliche  hergang  in  jedem  ritterlichen  Zweikampfe 
und  ganz  ebenso  schildert  ihn  auch  der  Lohengrin.  nun  scheint  der 
Überarbeiter  —  und  damit  befand  er  sich  wahrscheinlich  im  einklange 
mit  den  auffafsungen  seiner  zeit  —  diese  beiden  zusammengehMgen 
momenie  eines  und  desselben  kampfes  für  ztoei  von  einander  unab- 
hängige handlungen  gehalten  zu  haben  und  erachtete  es  demgemäfs 
für  nötig  den  sperwechsel  im  beginne  des  Streites  als  eine  nicht  selbst- 
verständliche zutat  vorher  ankündigen  zu  lafsen.  die  str.  164  fr»  168 
können  ganz  gut  fehlen.  169  schliefst  sich  sogar  befser  an  163  cRc, 
nur  mufs  die  erste  zeile  anders  gelautet  haben,  etwa  also  der  grasi 
nam  hie  ein  ent.  170  führt  weüer  aus  was  schon  169  gesagt  ist  und 
ist  völlig  entbehrlich.  175,  1  widerspricht  174, 7.  ferner  ist  derrM- 
rende  reim  in  z.  8f.  anstöfsig,  ebenso  z.  10.  denn  erst  179,  3  reitet 
Lorengel  auf  den  kämpf  platz.  176  setzt  sich  am  einzelnen  aus- 
drückeyi  der  folgenden  str.  zmammen.    man  vergleiche  176,  1  mM 

177,  2.  3,  den  reim  176,  7.  10  mit  178,  3.  6,  176,  9  mit  179,  7. 
streichen  wir  str.  175  so  fällt  zwar  der  anstofs  weg  welchen  wir  an  %. 

178,  3  nehmen  müfsen  in  der  das  ros  aufgeführt  wird  als  wäre  noch 
gar  niclu  von  ihm  die  rede  gewesen,  aber  trotzdem  bleibt  die  str.  recht 
schlecht,  zweimal  wird  gesagt  dafs  Lorengels  ros  nicht  kampftüchtig 
sei,  zweimal  toird  wider  abgebrodien  um  von  der  musik  unter  deren 
klang  die  gesellschaft  die  Stadt  verläfst  zu  reden,  bis  endlich  str.  179, 
9  nocii  einmal  das  pferd  vorgenommen  wird,  auch  die  ausdrucksweise 


LORENGEL  243 

van  178,  5.  10  ähnelt  sehr  der  van  179,  8/".  diese  unangemefsen- 
heiten  verschumden  wenn  wir  178,  3  bis  179,  2  als  interpoliert  he- 
trachten.  183  besagt  nichts  anderes  als  184  und  hat  einen  sehr  matten 
schlufs.  die  reime  von  1.  2.  3.  6  sind  der  folgenden  str,  entnommen, 
vgl.  auch  die  erwähnung  des  plans  am  ende  beider  str,  die  frage  Lo- 
rengels  an  den  grafen  1 88,  bf.  ist  höchst  albern,  der  graf  will  auf 
sie  anfänglich  keim  antwort  geben,  aber  er  besinnt  sich  bald  eines 
befsem  U7id  renommiert  nun  stark  189,  1/f.  dasselbe  hatte  er  schon 
1 87  getmi  wie  er  auch  dort  bereits  dem  herzog  widerseit  halte  was  er 
hier  189,  4  nochmals  ausführt,  vergleicht  man  femer  187,  10  mit 
189,  5  so  ist  wohl  kein  zweifei  dafs  die  beiden  str.  187.  188  später 
eingefügt  sind,  freilich  mufs  eingeräumt  werden  dafs  das  tun  ich 
gern  189,  5  nicht  ganz  geschickt  ist,  da  seine  beziehung  nur  in  189, 
2  liegen  kann  und  diese  zeih  doch  etwas  ferne  steht,  die  beiden  ersten 
Zeilen  von  192  befafsen  den  gleichen  inhalt  wie  die  drei  ersten  von 
193.  erster e  str.  wird  auszuscheiden  sein  zumal  ihre  reime  zum  teil 
aus  189  entlehnt  sind.  str.  197  endlich  ist  eine  höchst  ungeschickt 
stilisierte  ausführung  der  vorhergehenden  str. ,  welche  letztere  bereits 
einen  angemefsenen  abschlufs  gewährte. 

So  haben  wir  den  ganzen  inhalt  des  Lorengel  durchmefsen.  das 
gedieht  besteht  demnach  aus  dem  anfange  desLohengrin  in  derfafsung, 
welche  ihm  die  meistersänger  gegeben,  aus  einer  sonst  nicht  mehr  vor- 
handenen  fortsetzung  desselben ,  die  ebenfalls  durch  die  hände  von 
bearbeitem  gieng  und  erhebliche  Zusätze  aufzuweisen  hat  und  endlich 
einer  zwischen  diese  beiden  stücke  ganz  roh  eingeschobenen  und  wahr- 
scheinlich einem  besonderen  gedickte  entnommenen  erzählung,  deren 
kern  die  legende  von  den  elftausend  Jungfrauen  bildete,  aus  der 
betrachtung  des  ersten  teils  ergab  sich  dafs  die  Strophen  welche  in- 
halt oder  reime  aus  ihrer  Umgebung  entnahmen  jungem  Ursprungs 
waren,  zugleich  aber  sahen  wir  auch  wieweit  die  Umarbeitung  zu- 
weileti  sich  vo7i  dem  ursprünglichen  entfernte,  jenes  ergebnis  bin  ich 
für  den  zweiten  teil  zu  verwerten  bestrebt  gewesen  ohne  une  ich  hoffe 
den  Vorwurf  allzu  grofser  kühnheit  zu  verdienen,  durch  die  aus- 
Scheidungen  welche  ich  vornahm  wollte  ich  die  vorläge  wenigstens 
ihrem  inhalte  nach  reconstruieren.  doch  verhehle  ich  mir  nicht  dafs 
auch  dies  resultat  nur  ein  teilweises  sein  kann,  denn  einerseits  mag 
noch  manches  interpolation  sein  was  wir  jetzt  nicht  mehr  als  solche 
zu  erweisen  vermögen,  so  z.  b.  dafs  Lorengels  ros  als  der  kämpf  aus- 
bticht  angetrabt  kommt;  andererseits  ist  zu  erwägen  dafs  tcir  es  ja 


244  LORENGEL 

nicht  nur  mit  erweiterungen  sondern  mit  einer  völligen  umarbeitmm 
und  zwar  mit  einer  von  der  schlimmsten  art,  die  nämlich  die  reime 
beihehäü  und  in  den  körper  der  Strophen  einen  andern  inhaU  giefst 
zu  tun  haben,  und  gerade  nach  der  letzterwähnten  richtung  hin 
scheint  der  Schreiber  der  Wiener  hs,  tätig  gewesen  zu  sein,  ich  scUiefse 
das  hauptsächlich  aus  dem  in  str.  23,  3  durchstrichenen  der  trat 
für  welches  noch  ziemlich  dem  Wortlaute  von  jR  46,  3  entspricht, 
im  vergleich  zu  dem  an  seine  stelle  gesetzten  der  was  ein 
stum. 

Schliefslich  verzeichAe  ich  für  den  namen  LoreDgel  der  wahr^ 
scheinlich  aus  der  form  Loherengrin  durch  die  Umbildungen  Loren- 
grin,  Lorenglin  hindurch  entstanden  ist  zwei  belege  u>elche  zugkiA 
Zeugnisse  für  unser  gedieht  geben,  sie  finden  sich  beide  in  den  Kot- 
marer  meisterliedem,  der  erste  s.  249,  106/f 

sie  spriclit  ich  st  ir  gar  ein  gast 

ich  bringe  ir  denne  den  adamast 

den  da  Lörengel  üf  im  truoc 

dö  er  ein  kempfe  was  der  herzoginne 
vgl.  Lorengel  174,  9.    der  andere  s.  396,  24 

und  wser  zwelf  schuoch  vor  den  Lörengel  hin  gesprungen 
vgl  Lorengel  43,  10  K  28, 10.  in  beiden  fällen  bietet  der  Lohengrm 
nichts  entsprechendes,  einen  ferneren  beleg  für  den  namen  weiet  mir 
Jänicke  aus  dem  Friedrich  von  Schwaben  in  der  Diutiska  2,  65  tiodL 
dodi  läfst  sidi  aus  deti  dort  angeführten  warten  wie  Laurengel  sein 
vechten  masz  nicht  ersehen,  ob  der  verfafser  den  Lohengrin  oder  die 
spätere  fortsetvung  benutzte,  vielleidit  wird  die  versprochene  ausgäbe 
näheres  über  diesen  punkt  ergeben  können,  als  famüknnä$ne  mU 
Lorengel  noch  heutigen  tages  in  Leipzig  vorkommen. 
Berlin,  den  7  januar  1871. 

ELIAS  STEINMEYER. 


WEIBERZAVBER  245 


WEIBERZAUBER 

VON  WALTHER  VON  GRIVEN. 

Ich  hoer  diu  wtp  dicke  sagen, 

gröze  n6t  ein  ander  klagen, 

waz  in  ir  man  ze  leide  tuo. 

da  kan  ich  guote  liste  zuo. 
5    die  wurden  zuo  Parts  erdäht; 

von  dannen  sint  si  her  brüht: 

diu  wip  bezoubemt  dk  ir  man, 

als  ich  si  hie  wol  Idren  kan. 

si  machent  von  krüte  ein  stoppe; 
10    daz  ist  guot  zuo  dem  lüppe. 

swelch  wtp  ir  man  daz  zezzen  gtt, 

diu  behabt  an  im  ir  strit. 

daz  ^rste  krüt  ist  d^muot 

(daz  ist  ze  dem  zouberliste  guot), 
15    daz  ander  wtpitch  güete, 

daz  dritte  ein  senfte  gemüete: 

wil  si  diu  driu  krdt  zesamen  lesen, 

so  mac  si  mit  ir  manne  genesen. 

daz  vierde  krüt  sint  süeziu  wort 
20    (diu  sint  ze  dem  zouberliste  ein  hört), 

daz  fünfte  güetltch  gebaere: 

ob  iz  halt  niht  von  herzen  waere, 

so  hat  daz  krüt  doch  die  kraft 

deiz  den  zouber  machet  sigehaft. 
3»   daz  sehste  krüt  deist  kiuscher  muot, 

swie  vil  si  des  ze  dem  lüppe  tuot; 

daz  sibende  in  heimliche  halt : 

ir  man  st  junc  oder  alt, 

wil  si  im  daz  krüt  ze  niezen  geben, 
30    so  muoz  er  mit  ir  vi!  wol  leben. 

daz  ahte  krüt,  zecke  er  iht 

Die  hs,  Ditz  ist  wie  die  wip  ir  man  Mit  zovber  gewuaoen  han  3.  zv,. 
immer  für  ze  7.  bezovberteo  12.  iren  18.  wol  genesen  24.  daz 
ix         25.  daz  ist  31.  zeche  hin  niht   Neidh.  *.  198  ez  sol  ein  man  mit 

fremden  fronwen  niht  ze  vil  gezecken 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  17 


246  WEIBERZAUBER 

mit  fremden  wtben,  obez  geschiht, 

tuo  sam  si  stn  niht  geloube, 

unz  si  in  der  site  toube. 
35    daz  niunde  kriüt  ist  bldkheit: 

da  mit  ist  der  zouber  bereit. 

swelch  wtp  nach  mtnem  rate  tuot, 

diu  twinget  hertes  mannes  muot. 

ist  aber  daz  er  sich  ir  erwert, 
40    so  wirt  er  der  wisen  lobes  behert: 

volgent  si  mtner  Ure, 

so  behaltent  si  ir  ere. 

Walther  von  Griven  rset  in  daz: 

der  wtser  sl  der  rate  in  baz. 

32.  ob  iz         35.  bosheit,  aber  os  *oU  ausgekratzt  sein  39.  ir  mit 

vbel  erwert 

j4us  der  Heidelberger  hs.  341  U.  219  (nicht  1 19).  t^ie  fTackemagel  geseJL 
der  d.  litt.  i.  218  daravj  gekommen  ist  dieses  gedieht  unter  die  noveUen  %m 
setzen  we{fs  ich  nicht,  Griveo,  jetzt  Griffen,  ist  ein  markt  in  Kärnten;  über 
ihm  lag  die  bürg  Griven,  unter  den  herren  von  Griven  die  in  Urkunden  ge- 
nannt werden  habe  ich  keinen  ff^alther  gefunden, 

H. 


ÄHRENLESE. 

1.  Graf  Rudolf ;"  10  er  6a/  daz  er  virnuiM.  %Dolde  zer  toerb  iinm 
ffis.  nicht  zu  vimuwe  ist  nuwe  zu  ergänzen,  sondern  zu  üenuwe. 
die  zeile  hat  dann  das  maus  der  vorhergehenden  (ferne  greuen  vffe 
nne  truwe  und  es  ist  nicht  nöthig  mit  Wilh.  Grimm  deme  greuen  in 
me  zu  verwandeln.  —  G  14  ker  virlos  sine  arheit.  der  sinn  ver- 
langt verkös. 

2.  Walther  48,  11  der  H  auch  U  dm  liuten  soHBre.  Tit.  3981,  4 
die  swwren  bi  den  Intten  die  müesen  von  dem  hli  vil  wunden  Uden. 
aus  dieser  redensart  ist  ein  scherzhafter  name  gebildet  den  der  ver- 
fafser  des  Titurels  erfunden  oder  entlehnt  hat,  wie  er  den  von 
MQllenhoff  aus  der  mythologie  verwiesenen  dieb  Ag^  von  Reinmar 
von  Zweter  borgte:  2362,  4  ob  ich  alle  benande^  $ö  tunge  ick meiiter 
Swcerebies  wiu.  die  von  Hahn  roh  herausgegebene  hs.  hat  sinnloi 
ewere  bi  des. 


ÄHRENLESE  247 

3.  Wolfram  Wilh.  185, 17  des  richs  gebot  unt  de  urteil  tet  ktmt, 
ein  sac  unt  ein  seil  wcBm  schiere  üf  gebunden.  Jacob  Grimm  Rechts- 
alt, s.  699  denkt  zweifelnd  an  bestrafimg  feige  dem  aufgebote  sich 
entziehender  krieger.  im  Mhd.  wb.  2,  2,  2  ist  dies  ausgeschrieben, 
aber  verschwiegen  dafs  Grimm  selbst  hinzusetzt  'oder  enthalten  die 
Worte  gar  keine  strafdrohung,  sondern  das  blofse  symbol  des  beer- 
aufbruchs  ?^  er  hätte  nur  nicht  symbol  sagen  sollen,  die  sprich- 
wörtliche redensart  meint  schnellen  aufbruch  ohne  vieles  gepäck. 
Ukich  von  Türheim  Wilh.  225*  ich  fUere  daz  ich  haben  mac,  ez  ist 
ein  seil  unde  ein  sac  schiere  iif  gebunden,  doch  bin  ichs  unerwunden, 
ichn  fUere  des  golds  von  Arabi  daz  wir  beliben  zadels  fri. 

4.  Johann  von  Viktring  6,  2  (Böhmer  1,  440)  Cyleya  —  qui 
locus  olim  Arturi  regis  tempore  dicilur  in  exerdtiis  militaribus  da- 
ruisse.  damit  niemand  an  eine  volkssage  oder  an  ein  verlorenes 
gedieht  denke  erinnere  ich  an  Parz.  498,  21. 

5.  Ulrich  von  Liechtenstein  601,  9  ir  füllet  iuch  mit  willen  an. 
iur  kemiu  ist  so  wol  getan,  si  leg  an  sich  alsölhiu  kleit  diu  iu  ze  tragen 
solten  leit  sin  und  diu  iu  missestdnt.  603,  1  ir  jeht  wir  frowen  uns 
fluen  an  dd  mit  daz  wir  ntht  schöne  hdn  mit  kleiden  nu  als  e  den  lip. 
ffir  fället  und  fluen  ist  dieselbe  verbefserung  nöthig  und  kaum  eine 
andere  zu  finden  als  ftllet  und  fülen.  dem  zieren  ist  fülen,  verderben 
und  häfslich  machen,  entgegengesetzt  in  der  Strafsburger  Litanei 
66,  du  zieres  unde  fAles,  nachweisen  kann  ich  sich  an  fülen  nicht, 
aber  der  sinn  ist  deutlich,  anfaulen  in  eigentUcher  bedeutung  be- 
legt Grimm  D.  wb.  1,  328. 

6.  Im  fünften  bände  dieser  Zeitschrift  habe  ich  aus  Enenkels 
Weltchronik  eine  erzählung  herausgegeben  in  der  (s.  273)  von  Ant^ 
fürt  her  Friderich,  ein  rittcr  kaiser  Friedrich  des  In,  die  hauptperson 
ist  von  antfuerte  hat  die  Leipziger  hs.,  von  auchenfürt  die  Münche- 
ner  and  die  Heidelberger,  jenes  ist  das  richtigere:  denn  in  einer 
Urkunde  k.  Friedrich  des  In,  Gelnhausen  id.  apr.  1180,  bei  Lacom- 
biet  1,  332,  steht  unter  den  zeugen  Fridericus  de  Anfurde. 

7.  Heidelberger  hs.  326  in  Schmellers  Laber  s.  149,  weima* 
rische  hs.  in  Hagens  MS.  3,  433* 

waz  frumt  der  tac  den  blinden 
od  lieht  daz  liehte  brmnet? 
und  waz  touc  golt  ze  vinden 
dem  tören  der  sich  ntht  üfgolt  versinnet? 
waz  sol  dem  zagen  ein  schamez  wip  genceme? 

17* 


248  ÄHRENLESE 

swenn  $i  sich  rehi  bedenket 

ir  ist  ein,  wigefüeg  Üht  widerzome. 
diäs  ist  dem  Tugendhaften  Schreiber  abgeborgt,  HS.  2,  102^ 
waz  frumt  liehter  siAin  den  blinden? 
waz  totic  tören  golt  ze  vinden 
der  üf  golt  niht  muotes  hat? 
guotes  wibes  hulde^ 
goldes  übergulde, 

daz  {\.diu)  enzimi  dekeinem  zagen: 
niemer  müeze  er  «t  bejagen. 

8.  Heinze  Heinzlin  Heinzelmann  Hinzelmann  hat  Jacob  Grimm 
Mytb.  s.  471  als  namen  von  geistern  nachgewiesen,  hierher  gehOrt 
auch  wohl  was  Schmeller  2,  220  über  Hainxel  und  Hainxel  tjnkn 
giebt,  vor  allem  aber  Suchenwirt  29,  44  ich  bin  behender  vil  wen 
Hainz  der  vnderm  huot  wol  gaukeln  kam.  gaukler  mögen  bei  ihren 
kunststücken  einen  dienstbaren  geist  Heinz  angerufen  haben. 
Kunz  hinterm  ofen  (MüUenhoiT  Denkm.  s.  433)  wird  ebenso  zu  er- 
klären sein. 

9.  Renner  1158  smeicher  loter  bregler  sint  des  tiufels  swegUr^ 
die  tumbe  herm  also  betoubent  daz  si  der  eren  in  geloubent  und  der 
tugent  diu  nie  wart  war.  sprcech  einer  wir  heten  guldin  här  und  nwm 
sich  an  er  woüz  bewceren,  doch  solt  wir  wizzen  wer  wir  wantn.  Haug 
verwendet  eine  sprichwörtliche  bezeichnung  des  unglaublichen,  so 
läfst  Johann  von  Freiberg  im  Rädlein  223  ein  mädchen  auf  eine 
Versicherung  ungläubig  antworten  ist  daz  war,  so  sint  guldin  nUmu 
hdr.  anders  gewendet  ist  die  redensart  am  schlu£se  des  Osterspiels 
Fundgr.  2, 336  wir  wellen  zu  dem  grabe  gan;  Jesus  der  wil  uf  erstan. 
ist  das  war,  ist  das  war,  so  sint  golden  unser  har,  hier  wird  gemeint 
'ist  das  wahr,  so  geschieht  ein  grolses  wunder.' 

Renner  1 1400  etswenne  wurfzabel  ich  daz  spä  auch  nenne,  daz 
vant  ein  riter,  hiez  Aleö,  vor  Troie.  Isidorus  Orig.  18,  60  obo»  id 
est  ludus  tabidae,  ifiventa  a  Graecis  in  otio  Troiam  a  quodam  milite 
Alea  nomine,  a  quo  et  ars  nomen  acupit, 

lOr  In  Kellers  Erzählungen  aus  altd.  handschriflen  8.  104  ff. 
steht  ain  sprnch  von  dreyen  gesellen  die  in  arn  statt  kamen  und  um 
sy  trem  prot  und  visch  daselbs  zu  wegen  braduen:  der  schlufs  giebt 
die  kaum  glaubhafte  Versicherung  daz  es  zu  Costenz  ist  geschechen. 
die  gaunerstreiche  durch  die  wein  und  fische  zu  wege  gebracht 
werden  sind  dieselben  die  La  repeue  de  ViUon  et  di^  ses  compai- 


ÄHRENLESE  249 

gnons  erzählt,  (Euvres  de  Fran^ois  Villon,  par  P.  L.  Jacob,  biblio- 
phile, s.  259.  ein  altw  schwank  ist,  wie  manches  andere,  auf  Villon 
übertragen. 

11.  Helbling  4,  239  —  vm  der  Tuonowe  an  den  Scketsch.  dm 
iMorkgrdf  ¥fmr  ^l  lundemetsehy  gimg  i%  ndch  dem  willen  sin.  es  wird 
zu  schreiben  sein  der  markgrdf  wcer  vil  kundemetsch,  ich  weifs 
kundemetsch  in  seinem  zweiten  bestandtheile  nicht  zu  erklären, 
finde  aber  Waltherus  diffus  Kundemetsch  in  dem  Caiendarium  des 
Stiftes  zu  Öhringen  in  Wibels  Codex  dipl.  Hohenlohicus  s.  137.  in 
einem  liede  bei  der  Hätzlerin  s.  69"  steht  kaudemetsch. 

12.  In  einem  unechten  NeidharlsJiede  MSH.  3,  237*  steht  sage 
tmr  wd  st  sl,  guld$ner  kkfe.  der  liebkosende  ausdruck  kommt  auch 
als  beiname  vor,  ArcA/oMtis  dietm  Guldeinhauffe  in  einer  Urkunde 
vom  jähre  1268  in  Frasts  Stiftungenbuch  des  Cistercienserklosters 
Zwetl  s.  468  (Link  Ann.  1,  386*).  sckatzhaufen  als  liebkosung  hat 
Schmeller  3,  420. 

13.  Aus  Hartliebs  Buch  aller  verboten  kunst  cap.  88  giebt 
Jacob  Grimm  im  anhange  der  Mythologie  s.  LXIV  eine  steile  Ober 
wahrsagen  aus  einem  eehätten  glänzen  pulierten  swert.  ein  zwei  Jahr- 
hunderte älteres  zeugniss  gewährt  Konrads  Trojanischer  krieg 
27410:  Kalchas  erkennt  dafs  Achilles  als  Jungfrau  verkleidet  bei 
dem  könige  Lykomedes  ist,  den  ellenrichen  jüngeline  den  Uez  er  un- 
vermeldiet  niM,  al$  der  in  stme  swerte  effu  die  eache  die  man  häi 
veretoln. 

14.  Im  guten  Gerhard  ist  zu  schreiben  1575  m  ander 
2091  nceAns  t/ns  2555  ob  iemen  bezzer  denneer  si  2856 
al  2944  scelden  3447  und  ouck  dem  4021  habe  lani 
kr^  unde  lip  4339  ebetMtme  4536  teos  irste  4764  diu 
m  dd  geschach  4820  mit  jdmer  jdmer  seh.  5766  ir  kurze- 
fBÜe  in  fr.        5823  %M        5847  höchzite       6031  zem       6071 

wo»  jdmer        6084  dem künege        6085  j^^estooren        6428 

gern  immer  6555  61  m  möhte  6586  schieden  6829  mü 
Schrift  .  6892  verriUmet  zu  tilgen  ist  4190.  5611  MUnec,  4910. 
6478  eae%ien,  5802  s^nes,  1825.  6121.  6298.  6501.  6616  und, 
6664  absr. 

15.  Isidorus  Orig.  9,  2,  100  Saxonum  gern  in  Oceam  litorib^u 
et  f€tludibus  Sita,  virtute  atque  agiUtate  habilis,  unde  et  appellatOf 
qüod  $&  durum  et  validissimum  genus  hamintmi  et  praestans  ceteris 
pirai».  auf  dem  rande  einer  Wolfenbötteler  hs.  des  13n  jh.  ist  hin- 


250  ÄHRENLESE 

zugeschrieben  (in  Ottos  ausg.  des  Is.  s.  293)  vel  sicut  alü  volntU  ü 
magnis  cuUellis  quos  suhtus  sagos  gestahant^  quae  vuigo  sack  voeaniur^ 
dum  ad  condicttimplacitumque  cum  Thuringis  convenisseni,  quod  com- 
muni  consilio  hü  et  Uli  laudaverant  pro  condiciotie  paeis.  atque  cum 
hiisdem  cuUrü  Thuringorum  multüudmem  ocdderunt  terramque  eorum 
hactenus  possederunt.  offenbar  nach  der  bekannten  erzablung  Wi- 
dukinds  von  Corvei. 

16.  In  der  kröne  Heinrichs  vom  Türlein  ist  so  vieles  zu  ver- 
befsern,  nicht  blofs  an  der  elenden  ausgäbe,  sondern  auch  an  der 
handschriftlichen  Überlieferung,  dafs  ein  neuer  abdruck  gerecht- 
fertigt wäi*e  wenn  das  gedieht  ihn  verdiente,  ein  duzend  berichti- 
gungen  will  ich  hier  unterbringen,  ergetzliches  liest  man  1376  ff. 
ouch  mohte  wol  von  rehie  gezemen  minem  Herren  künec  Artus,  da  ste 
kämeny  her  Zephüs,  daz  er  9ines  kü88en$  reht  an  ir  stwtem  Übe  spdiL 
der  unbekannte  heilige  Zephus  ist  s.  51 1  sorgfaltig  in  das  namen* 
register  eingetragen,  die  Wiener  hs.  hat  si  kam  hem  hus.  lies  dö 
st  kam  her  in  stn  hus.  6440  ff.  wan  an  der  widerkire  erreichte  m 
her  Gdwein,  daz  ime  von  sinem  swerte  schein  heidiu  hamasch  tmde 
Üp.  8242  f.  swie  bi  im  lac  manic  stein,  ir  kraft  von  im  einen  schein. 
in  beiden  stellen  ist  schein  in  swein  zu  verwandeln.  7235  f.  und 
me  an  dem  ende  git  ein  naht  {nah  die  Wiener  hs.)  bitter  riuwe.  lies 
ein  bitter  ndchriuwe.  11144.  ja  bin  ich  verm^ichet  dir  vil  giur  an 
min  schulde,  lies  verswachet,  13521  f.  du  solt  diu  m(Bre  gar 
volleclichen  wizzen  e  du  noch  sihest  enbizen.  lies  sist  enbizzen. 
15055.  er  sach  daz  er  wolde  sich  versuochen  dar  an.  lies  jach. 
16095.  obe  ich  triuwe  ie  geswUere.  lies  tu  för  tc^  17425  ff.  soU 
m  niht  werden  bekant  beidm  bürge  unde  lant,  wie  sie  geheizen  wceren, 
so  geliche  ez  sich  den  mceren  diu  man  sagt  in  schupels  wis.  lies  burc 
—  gelichte  —  speis.  18081.  mit  einem  swert  melde,  lies  Melde. 
s.  18309.  20613  f.  anders  wart  ime  verzigen  ze  der  ruowe  sh^ 
langez  leben,  lies  ein  für  sin.  25412.  daz  er  ime  durdi  roubee 
sach  reit  uz  disem  hove  ndch.   lies  schdch. 

17.  Der  schlufs  von  Konrads  von  Wirzburg  erzablung  von  der 
minne  hat  sich  nur  in  der  im  Liedersaale  abgedruckten  handschrifl 
erhalten;  die  anderen  schlieüsen  mit  unechten  versen.  die  echtheit 
jenes  schlufses  ergiebt  sich  aus  dem  ganzen  tone  und  daraus  dab 
Konrad  sich  nach  seiner  gewohnheit  nennt,  allerdings  ist  der  text 
arg  verderbt,  aber  er  läfst  sich  leidlich  herstellen,  die  folgende 
fafsung  macht  keinen  anspruch  auf  Sicherheit  in  allem  einzelnen, 


ÄHRENLESE  251 

wird  aber  im  ganzen  Konrads  verse  gefunden  haben,  die  entstellte 
Überlieferung  aus  dem  Liedersaale  2,  374  if.  oder  Müllenhofls  Altd. 
sprachproben  s.  107  f.  hier  widerholen  schien  mir  überfläfisig. 

got  welk,  swax  ick  dinges  nime, 
daz  ich  toider  geben  daz 
mUeze  sanfter  unde  baz 
535    dan  ir  vil  reinez  herze  Ute. 
ich  wcBne  daz  an  keiner  stete 
wart  nie  vergolten  also  gar 
noch  nimmer  wirt:  des  nime  ich  war 
an  den  IhUen  die  n&  sint; 
540    wan  nü  der  Minnen  underbint 
Ut  niht  sd  strengeclichen  an 
daz  beidiu  frouwen  unde  man 
zesamen  iht  gebunden  sin 
daz  si  des  grimmen  tödes  pin 
545    nü  durch  ein  ander  Uden. 
man  sUzet  ab  der  wlden 
ein  bast  vil  sterker  mit  der  hant 
dan  kzuo  si  der  minne  bani 
da  nik  liep  bi  Uebe  lit, 
550    äne  grimmes  tödes  strit 
werdent  si  gescheiden  tpol 
die  nü  kumberUche  dol 
durch  ein  ander  wellent  tragen, 
frou  Minne  git  bi  disen  tagen 
555    in  selber  also  guoten  kouf, 
und  wizzent  daz  si  nte  gedouf 
ze  tugentUcher  diete 
umb  also  ewache  miete 
noch  durch  also  kkinez  guot 
560    dö  durch  si  manec  edel  muot 
unz  üf  den  tot  versiret  wart, 
nü  hat  verhöret  sich  ir  art 
und  ist  so  kranc  ir  orden 
daz  si  nü  veile  ist  worden 
665    den  argen  umbe  ein  kleinez  guot. 
dar  umbe  lützel  iemen  tuot 
durch  si  nü  deme  Übe  wt. 


252  ÄHRENLESE 

man  wil  dar  üf  mht  akten  mt 

und  triutet  daz  vil  kleine 
570    daz  sich  algemeine 

den  Hüten  häi  gemacheU 

daz  ist  dd  van  getwaehet: 

als  ist  ez  nm  die  minne. 

geiDüntie  si  die  sinne 
575    daz  sitiure  würde^ 

zewdre,  jdmers  bürde 

die  geleiten  vaster  an 

dan  iezno  froHtoen  unde  man, 

ez  würde  nddh  ir  s6  gestriten 
580    unde  ein  ander  für  geriten 

da»  man  e»  gerne  möhte  sehen. 

niht  anders  k&fk  es  in  verj^ien 

von  Wirzeburc  ich  Kutmrdt. 

swer  also  reine  sinne  hdt 
5S5    daz  er  da»  beste  gerne  tmt, 

der  söl  diz  maere  in  sinen  mut^ 

dar  nmhe  setzen  gerne 

daz  er  ddbi  geleme 

die  minne  UterUdken  tragen. 
590    kein  edel  Äerze  sol  verzagen. 
die  noch  folgenden  zeilen  Da  mit  hat  disz  red  om  end  Das  got  die 
falschen  hertzen  sehend  sind  ein  unechter  zosatz:  vergl.  Lieders. 
2,  531,  984.    es  können  aber  edite  schlufsverse  verloren  sein. 

18.  Jacob  WenckersCoUecta  archivi  et  canceilariae  iura  (Strafs- 
burg 1715)  geben  s.  147  einen  sühnebrief  Diemos  von  Bretheim 
vom  jähre  1274  der  unter  anderen  hem  Pßtem  von  Staujfenberg 
nennt,  das  kann  der  Staufcnbeiiger  sein  an  den  sich  die  Melusinen- 
sage  geheftet  hat  und  der  in  dem  wohl  mehr  als  hundert  jähre  jün- 
geren gedichte  Peterman  heifst. 

19.  Heinrich  von  Freiberg  im  Tristan  1780  ff.  si  zukten  van 
der  siten  daz  in  dar  an  gesegent  was.  getenget  köart  daz  grüene  gras 
und  auch  die  bluomefi  under  in.  Des  getennet.  3295  ff.  nü  wart  ver- 
bunden im  sin  heim,  er  (engete  gras  Ufid  stoubte  melm:  hin  reit  er 
gein  dem  mortwal.  lies  tennete,  welche  form  bei  diesem  dichter  kein 
bedenken  hat.  Parz.  73,  4  d4  was  gröz  gedränc,  höhe  fürhe  sieht 
getennet,  mit  swerten  vil  gekemmet.   Otacker  s.  269''  daz  von  irm 


ÄHRENLESE  253 

geoerte  ia%  veh  wart  sd  hertey  ze  einem  tenne  gemachet,  in  Heinrichs 
iweiter  stelle  wird  im  Mhd.  wb.  3,  30'  er  tengeltz  gras  vermutet: 
aber  tengeln  ist  hSmmern  oder  was  sich  mit  dem  hämmern  ver- 
gleichen läfst;  von  trittcn  kämpfender  oder  von  rosseshufen  wird 
niemund  sagen  daf^  sie  den  boden  hämmern.  —  707  lies  innec- 
Kehm,  737  ihnecKc*,  1964  hlüender,  3246  nü  dar  dreimahl,  3273 
tlsel,  4059  moder. 

20.  In  der  Guten  frau  ist  zu  schreiben  442  ich  rite,  506  c», 
1600  dürftigen,  2033  geschaffen,  2377  diech,  2436  und  listes, 
1539  80  istz  als,  2706  [st  sprach]  *herre  got,  2716  [si  sprach]  ile, 
mit  1551  fr.  ist  Jac.  Grimms  Reinhart  307,  451  fl'.  zu  ver- 
gleichen. 

21.  Verbefserungen  im  Schwanritter.  118.  gespreit  121. 
fn  der  293.  und  ungeschriben.  vergl.  Hartmann  a.  II.  1400. 
434.  dd  mite  460  flf.  daz  er  sin  gelt  gceb  und  stn  lant  swar  in  sin 
Witte  trüege.  e%  was  niht  angefHege  495.  dd  von  ruoch  er  sich 
mdien  848  fl*.  s6  daz  im  keinez  drunder  ze  slrite  ein  lützel  foAle, 
wan  ez  sich  niht  enmohte  enthalden  sinem  drucke*  swenn  er  im  üfden 
mcke  u.  s.  w.  die  form  rucke  ist  zu  dulden ;  Roths  siner  drücke 
taugt  nichts,  ärger  noch  als  hier  mit  swenn  und  wan  fehlt  er  10- 
92.  unbegreiflich  ist  356  sein  enhdt  und  falsch  396  f.  seine  inter- 
punction.  874.  und  was  si$i  kovertiure  gebriten  11 00  st 
wollen  1 207.  nocA  reiner  triuwe  iu  niht  gesti  1 224.  wer  lieze 
tmh        1242.  er  hiez  vür  sich 

22.  Dafs  ich  bei  Gottfried  von  Neifen  52,  f3  gngengagm  nicht 
hfttte  mit  Wackemagel  in  gigefn  gagen  verändern  sollen  lehrt  die 
Melle  Geilers  bei  Schmeller  2,  21 ,  gngen  und  gagen  wie  ein  wagend 
rar.  im  Mhd.  wb.  1,  457"  ist  gigeji  gagen  falsch  untergebracht:  s. 
Si^mid  s.  214  f.  unter  gngen,  gignen,  gigein,  Tobler  s.  211*  unter 
gtlggüy  Schmeller  2,  25  unter  gigkeln,  Lexer  s.  106  unter  gdgern 
und  gaiggem.  auch  gegen  wird  hierher  gehören:  Tit.  3605  vil 
manie  zimier  gogende  sach  man  üf  den  helmen, 

23.  Im  Mhd.  wb.  3,  227''  wird  slincvals  aus  dem  Wilhelm  Ul- 
richs von  Tflrhcim  s.  35''  Casp.  angefahrt  und  mit  recht  bezweifelt 
die  stelle  lautet  ir  hdr  was  lane  val  nnde  gröz  daz  (1.  da'z)  schein  van 
den  (1.  der)  crönen  blöz.  slincvals  iz  was  und  niht  reit,  in  der  Hei- 
delberger hs.  395  steht  slinchveth,  das  rechte  ist  slincvahs*  in  der 
Stattgprter  hs.  des  lateinischen  ApoiloniusTyrius  (Mafsmann  Denkm. 
fr.  11)  ist  der  vers  non  sum  cincta  eomis  et  non  sum  compta  capillis 


254  ÄHRENLESE 

übersetzt  tue  hin  slincvahs  (geschrieben  sUncfmsh)  nah  enhdn  Af  ge- 
bunden minen  vahs. 

24.  Wilhelm  Grimm  in  der  einleitung  zum  Grafen  Rudolf  s. 
13  legt  die  regellosen  Zeilen  in  den  bruchstücken  des  alten  Rein- 
harts  mit  recht  den  abschreibern  zur  last,  aber  nicht  aller  Ter- 
derbnisse  hat  er  erwähnt  und  manche  seiner  Vermutungen  scheinen 
mir  unrichtig,  in  den  folgenden  verbefserungen,  die  auch  ganz 
geringfügiges  nicht  übergehen,  ist  was  ihm  gehört  mit  einem  Sterne 
bezeichnet.    594.  em  wisse  weder  was  tac  od  nalu         602.  d^ouget^ 

606.  712.  886.  946.   1525.  1614.  1624.  1663.  1761.  [er 
sprach]*         614.  vlom         618.  genomen  den  minen  sin 
620.  [ubiliti]         626.  [nu  seUnt]  627  f.  ich  bin  diu  ReMarten 

(mit  schwebender  betonung  wie  1725  und  mehrmals  Isengrin)  ge- 
sach  weiz  got  nie  in  drin  tagen         632.  geUdeget  638.  von 

eim  641.  [seihe]  647.  emacte  mit  der  Umarbeitung 

698  ff.  'we*  sprach  Isengrin:  'uxBnet  ir  mit  senftin  daz  pardise  be- 
sitzen? 703.  so  704.  [tusint]  719.  deist  721. 
woUent  ir  mit  mir  gdn  nach  der  Umarbeitung           725.  leUen  n 

730.  dar  in  731.  isengrin  732.  hete  734  nrnz- 
wer         736.  brtiodr  ^      746.  dieeh         762.  [mere]*  763. 

furht         785.  hem  isengrin     ,     798.  fischer  803.  umb  in 

getan  SOß.  [inzwei]  Sld.glete  SM.eht  834.  dos 
rou  in  sit  mit  der  Umarbeitung  840.  im  841.  deir  oder 

[doh]  859  iXz  864  f.  unverwoenet  was  er  komen  über  den 

tiefen  söt  mit  Lachmann  868.  [rehte]  869.  saher  dar  m 

873.  dez  875.  [dar  tme]  881.  [diu]  mit  der  Umar- 
beitung 908.  wie  ists  umbe  dez  910.  «er*  912.  zmo 
pardise  914.  siz  915.  duze  926.  maneger  933. 
umben  söt          934.  gunde          946.  [gelobet]          947.  wdrUdie 

956.  ez  w<Br         957.  daz  pardise         959.  974.  müneeke 

975.  huobens  sich  1524.  küneges         1535  dm  baz 

1538.  honeges  1549.  umb  1550.  houpt         1559.  gemel' 

liehe  mit  der  Umarbeitung.  1563.  began  1572.  dm  sdial 

iiber  daz  lant  1573.  swerz  vemam  1581.  wisen  1587. 
capelän,   so  immer.  1589.  [daz  block]  1599.  guot  herre 

1600.  iur  1612.  dagete  1615.  im  1630.  wi 

fcethen  1633.  [der  hirz]*  mit  der  Umarbeitung.  1637.  pHr 

komen  1643.  61  sim  nach  der  Umarbeitung  1655.  imz 

\  658.  dem  1660.  Übeln         1662.  do  1669.  1733. 


ÄHRENLESE  255 

künec  1670.  [sere]  mit  der  Umarbeitung  1671.  al 

1682.  gibe  1689.  ze  dem  Mm         1690.  [ze]g.  *        1697.  [da] 

1703.  [fuar  uf  und]  1709.  ez  vmre  mit  der  Umarbeitung 

1762  f.  hdt  nach  ÄrAn*  1769.  (/eijrf  1775.  [I>er 

Irttmc  sprach]  in  der  Umarbeitung  ist  zu  schreiben  516  di 

tpulmen  schiere,  992  diu  weit  stit. 

25.  In  Grimms  Reinhart  s.  309,  506  heilst  es  von  einem 
bocke  dessen  hilfe  dem  verwundeten  wolfe  vorgespiegelt  v^ird  er  iü 
wiser  denne  meister  Ode.  Grimm  zählt  s.  372  mehrere  gelehrte 
männer  dieses  namens  auf.  man  wird  aber  nur  an  einen  durch 
arzneikunst  bekannten  Odo  denken  dürfen,  ich  erinnere  also  daran 
dafs  das  gewöhnlich  einem  Macer  Floridus  beigelegte  gedieht  de 
viribus  herbarum  nach  Choulant  proleg.  s.  4  in  der  Dresdener  und 
wie  es  scheint  in  noch  anderen  handschriften  als  Odonii  Magdu- 
neMis  opusculum  de  naluris  herbarum  bezeichnet  wird. 

26.  Das  seltene  huchel,  fackel  aus  spänen,  hat  MüUenhoff  in 
dieser  Zeitschrift  13,  575  aus  Albers  Tundaius  und  aus  Herrants 
von  Wildonie  erzahlung  vom  verkehrten  wirte  zum  Vorscheine  ge- 
bracht, ein  drittes  beispiel  ist  aus  Jansen  des  Enenkels  weltchronik 
zu  gewinnen,  das  Gesammtabenteuer  (so  ist  der  rohe  wüst  aus 
misverstandnisse  der  Überschrift  der  Koloczaer  hs.  benamt)  giebt 
2,  524,  37  der  vünfie  truog  ain  buechein  her,  nach  dem  puochein  der 
einen  Münchener  hs.,  aber  sinnlos,  aus  der  andern  Münchener  hs. 
wird  pukkek  angeführt,  aus  der  Heidelberger  einen  pikkelt.  zu 
schreiben  ist  em  buchel.  beispiele  aus  Beheims  Buch  von  den  Wie- 
nern hat  Lexer  im  Mhd.  handwörterbuche. 

27.  Wer  in  das  Wörterbuch  einträgt  'üeniutoe  adj.  wieder  neu, 
ganz  neu,  verstärktes  neu'  der  erschöpft  den  gebrauch  dieses  wortes 
nicht,  aus  der  ursprünglichen  bedeutung  entwickelt  sich  die  ver- 
stärkte 'immer  wieder  neu'  und  daraus  die  sich  leicht  ergebende 
4mmer  wieder  anders'  oder  Veränderlich.'  Uh*ich  von  Liechtenstein 
9,  1  er  was  sUBle,  er  was  getriu,  den  friunden  sieht,  niht  itenhi.  Ul- 
rich von  Türheim  im  Tristan  241  nach  der  echten  lesart  ez  schuof 
VT  umtTtuwe.  si  ist  gern  iteniuioe:  ir  stceten  friunt  die  alten  der  kan 
et  niht  behalten  und  beheU  auch  niht  die  jungen,  mit  disen  wände- 
hingen  lebete  ie  frou  Minne,  das  im  Mhd.  wb.  fehlende  substantivum 
üeniuwe  braucht  Konrad  von  Haslau  im  Jünglinge  327,  siXmen  unde 
stmte  üeniuwe,  arcwdn  und  afterriuwe.  ich  habe  dort  vermutet  dafs 
beständiges  von  neuem  anfangen  gemeint  sei;  aber  befser  versteht 


256  ÄHRENLESE 

man    wohl    ^säumen    und    begier    nach    neuem,    veränderiidl- 
keit; 

28.  Bei  Konrad  von  Haslau  9  war  lembrin  sicher  anzunehmen. 
Renner  18800  vech  merdrin  hermin  eichimin  sint  kostbar  durch  tr 
glanzes  schin^  altin  für  fröst  vil  hezzer  sin  fühsln  hesin  unde  lemMe- 
rin,  Speierer  weberordiiung  vom  j.  1298  in  Mones  Zeitschrift  für 
die  gesch.  des  Oberrbeins  15,  279  panmis  dictus  lemberin.  Kon- 
stanzer zunftbuch  3.  april  1386  in  Mones  Zeitschr.  9, 143  von  amer 
lemhrinen  ein,  von  einer  eile  lammwollenes  tuches.  Fastnachtspiele 
s.  618  füchsepelg  und  lemmerein,  Konrads  spruch  gehi^twer  unde 
Herren  kint,  stod  die  gelicher  tngendt  sint^  dd  ist  daz  hmbrin  uwrden 
bunt  meint  'da  gilt  baumwollenes  tuch  gleich  kostbarem  pelzwerke, 
grobes  und  geringes  gleich  feinem  und  edelem.'  —  603  ist  zu 
schreiben  s6  menschiert  dirre  mit  der  nasen  als  er  besAnen  wette 
blasen,  des  Tanhausers  hofzucht  61  swer  snMet  als  ein  wanerdaks 
so  er  izzety  womit  aus  dem  Renner  376  jener  sniidet  als  ein  dahs  zu 
vergleichen  ist.  der  reim  ist  wie  413  hosen :  dsen  und  609  er  ivsxet  oft 
ein  mdder  und  trinket  als  ein  bader,  wo  aufser  dem  von  mir  ange- 
merkten Kellers  Erzählungen  aus  altd.  hss.  673,  19  zu  vergleichen 
sind.  —  982.  reht  als  dem  äffen  im  geschiht:  swä  edek  vogek  känl 
ir  spil,  daz  ist  des  er  niht  enwil.  der  äffe  gehiVrt  nicht  unter  die 
vJSgel.   lies  üfen  oder  üven,   s.  Schmeller  1,  31,  Höfer  1,  48. 

29.  Im  Amis  151  IT.  hat  Benecke  nach  der  Riedegger  hs.  ge- 
schrieben nu  saget  mir,  wie  verre  {ir  sit  ein  wiser  herre)  vom  der  erde 
nnz  an  den  himel  si/  der  ff  äffe  sprach  'ob  ez  so  bi,  dar  rtmfet 
samfte  ein  man.  und  gewiss  ist  willkürliche  und  schlechte  ände- 
rung  was  statt  des  vorletzten  verses  die  übrigen  hss.  Beneckes  ha- 
ben, der  rede  laz  ich  evh  niht  vri,  der  pfaffe  sprach  iz  ist  so  verre. 
von  himel  zu  der  erde,  aber  ob  ez  so  bi  ist  unverständlich:  sinn 
giebt  ez  ist  so  bi.  Iwein  7954  daz  ich  iuch  also  bi  vunden  hän,  de» 
lobe  ich  got.  —  545  f.  schreibe  ich  marc.  diu  kost  ist  also  ^are, 
1402  allen,  1513nfiran,  \Q62harte  sAr  (denn  dies  liegt  in  darxuo 
ze  sür),  1880  nie  gesach,  2086  der. 

30.  Ruland  210.-7  din  m^ioter  truoe  ein  stttege  bürde,  goi  wile 
daz  du  gebom  wtirde.  Wilhelm  Grimms  Vermutung  schlägt  fehl, 
es  ist  zu  schreiben  gnot  wil  was  daz  de  geborn  wurde.  Morolt  2  es 
was  ein  übeliu  st%mde  dazs  an  die  werlt  wart  gebom. 

294,  9  'ich  wiV  sprach  si  *rihten  nnt  buozen  swä  ich  midi  ver^ 
sinnet  hitn.    ich  hän  ez  umoizent  getan.   Grimm  s.  345  erklärt  *wo 


ÄHRENLESE  257 

ich  mich  geirrt,  gefehlt  habe.'  aber  sieh  versmnen  bedeutet  dies 
niemahls.  es  mufs  geschrieben  werden  ich  ml  rihtm  unde  buozen 
swä  ich  mich  verfilmet  hän,  300,  18  hat  die  Pialzer  hs.  wiederum 
swä  ich  mich  ver$iHnet  M»,  aber  die  strafsburgische  Iiatte  das  rieh* 
tige.  309,  32  ist  swd  er  sich  versumet  hat  überliefert,  bei  Walther 
110,  31,  siverirrent  mich  und  versümeni  sich,  hat  Lachmann  das 
überlieferte  versinnent  gebefsert:  die  sich  klüger  dankten  als  Lach- 
mann haben  sich,  wie  oftmahls,  nicht  versunnen^  sondern  versumet 
oder  vergähet. 

296,  12  u)(xr  hästu  Ruolanten  ge0nt  gun  mir  wider  min  matif 
dem  du  mich  ze  wthe  gäbe :  wie  gerne  ich  in  sähe,  lies  gimmir  wider 
aunen  man.  s.  Ben.  zum  Iw.  1597. 

In  der  anmerkung  zu  240, 27  fragt  Wilhelm  Grimm  *was  sind 
stMaumel  vielleicht  Sterne?'  dieselbe  erklärung  hatte  Jacob 
Gramm.  2,  1009  gegeben,  und  daraus  stammt  Ziemanns  (s.  423**) 
ganze  Weisheit;  neu  oder  anderswo  abgeschrieben  ist  nur  der  Zu- 
satz 'bei  Otfr.  5,  17,  58  heifst  der  himmelswagen'  (vielmehr  die 
zwei  gestirne  der  beiden  baren)  Uher  wagono*  (wagano)  '^gisteUi.' 
aber  dieser  zusatz  ist  thöricht:  denp  wenn  von  wagen  gesteile  üblich 
ist,  so  folgt  daraus  gar  nichts  für  die  erklärung  von  stalboum.  in 
der  Mythologie  s.  686  sagt  Jacob  Grimm  'gl.  trev.  22^*  haben  stel- 
böm  hesperus,  das  ist  stdlbaum,  die  Stange  des  Vogelstellers?  dodi 
gilt  Rol.  240, 27  'di  urmären  stdboume'  von  den  Sternen  überhaupt, 
und  da  allem  gestirn  stul  und  gesteil  beigelegt  wird  (s.  663),  so 
darf  man  stelboum,  stalboum  mit  diesem  allgemeinen  begrif  ver- 
binden.' s.  663  steht  nichts  was  eine  solche  erlaubniss  gäbe,  im 
Ruland  wird  erzählt  dd  Ruolant  vwi  der  werU  verschiet  von  himel 

9 

wart  ein  michel  lieht,  sä  nach  der  wile  kom  ein  michel  eribibe,  doner 
und  himelzeichen  in  den  zwein  riehen  ze  Karlingen  und  ze  Ispdniä. 
die  winde  huoben  sich  da ,  si  zevallen  die  urmdren  stalboume.  daz 
liut  emerte  sich  küme:  si  sähen  vil  dicke  die  vorhtUchen  himelblicke; 
dar  lichte  sunne  der  erlöse,  wer  dies  liest  der  wird,  wenn  ihm  nicht 
jene  ahd.  glosse  zur  unzeit  einfallt,  bei  stalboume  gewiss  nicht  an 
Sterne  denken,  denn  es  ist  ungeheuerlich  und  albern  zu  sagen  dafs 
die  winde  die  Sterne  zertallteo,  wälu'end  tadellos  folgt  dafs  die  sonne 
in  dem  ungewitter  erlosch  und  241,  3  die  turrie  zevielen.  wenn  es 
dann  241,  5  heifst  die  slemen  offenten  stcA,  so  kann  dies  nur  be- 
deuten dafs  sie  in  der  Hnsterniss  sichtbar  wurden,  die  steme  liezen 
sich  sehen,  wie  es  der  Stricker  s.  89"  ausdrückt:  wie  können  sie 


258  ÄHRENLESE 

vorher  zerfallen  sein?  d«r  Stricker  hat  stalboume  nicht  als  Sterne 
gefafst:  er  sagt  dar  nach  kom  von  umden  bede  em  stürm  nnde  ein 
döz,  daz  sich  die  starken  boume  gröz  des  valles  küme  ervoerten,  und 
damit  weicht  er  gewis  von  der  meinung  des  alten  gedichtes  nicht 
ab.  ich  linde  stdboum  in  Otackers  chronik  in  zwei  stellen  die  jeden 
gedanken  an  Sterne  aiisschliefsen.  s.  1 50*  an  si  dringen  unde  schie- 
ben sach  man  ir  undertoinde.  die  hielten  auch  so  swinde^  nemet  war 
unde  goum,  als  dd  einen  stalbaum  ein  grözer  mnt  rüeret^  den  sh^ 
kraft  füeret  iezuo  her  iezuo  hin;  ahö  pruofte  man  an  in  hm  und  her 
widerwanc.  30  t*  —  daz  in  der  Beier  lande  der  wint  zefuorte  und 
zetrande  mit  shiem  blddem  unde  süs  manic  grözez  hüs^  daz  man  vtm 
des  Windes  sehnten  sach  zewerfen  und  zerUten.  auch  sach  mtm  des 
g(nim  daz  manic  starker  stalboum  mm  den  unnden  zeretz  in  des  selben 
landes  kreiz,  was  man  jetzt  stallbaum  nennt,  die  dicke  zwei  pferde 
im  stalle  trennende  Stange,  ist  ohne  zweifei  nicht  das  alte  stalbimmj 
das  einen  starken  waldbaum  bezeichnet;  wie  aber  in  ihm  stal  zu 
fafsen  ist  weifs  ich  nicht  mit  einiger  Sicherheit  anzugeben,  ebenso 
verzichte  ich  auf  erklärung  der  ahd.  Sternennamens  stelbeum.  der 
erklärung  wird  sich  vielleicht  nähern  wer  folgende  stellen  sicher 
deutet,  der  Mamer  MS.  2,  leß**  s\n  sin  kan  aüe  Sternen  zeln,  ir  mh 
men  ir  lauf  und  die  ir  mäht,  tr  schin  und  al  ir  reichen,  er  siizet  4f 
den  himelsteln:  une  wiltu  mensche  mit^dim  kranken  sinne  den  er- 
reichend Boppe  MS.  2,  230*"  ob  im  gelUcke  trüege  unz  an  der  hhnA 
eteln  und  ob  er  künde  wizzen  unde  zebi  des  meres  griez,  die  Sternen 
gar  besunder.  kaum  gehört  mit  diesem  stel  zusammen  stelle  in 
Frauenlobs  kreuzleich  2,  5  sus  din  untirmic  stelle  von  dir  ungemachet 
wachet.  Ettmüller  vermutet  wohl  richtig  vor  dir  und  erklärt  stelle 
durch  Sternbild,  mit  Verweisung  auf  jenes  ther  wagano  gistelli.  und 
von  dem  sterne  der  bei  der  gehurt  Christi  erschien  ist  allerdings 
die  rede,  aber  stelle  scheint  mir  Frauenlob  aus  Stella  gebildet  zu 
haben.  ' 

3 1 .  Yerbefserungen  in  Albers  Tundalus.  41,51  jenes         42, 
40.  kom         73.  [im]  43,  10.  welaht  daz  lant  wuochers  truoc. 

n  der  Guten  frau  913.  1063  welaht  jener  wcere.        44, 3.  m 
45, 18.  dö  daz         46, 13.  enwesse         47, 12.  [daz]         49,  27. 
wir  hdn  an         59.  diu  kurze  wile  79.  Hahns  geinunde  ist  so 

sicher  dafs  es  in  das  Wörterbuch  gehört.  50,  34.  umberede, 

dieses  wort  bedeutet  nicht  blofs  umschweif  und  Weitläufigkeit,  son- 
dern auch  rede  die  um  das  wahre  herumgeht  und  es  auszusprechen 


ÄHRENLESE  259 

^heut:  so  im  Flore  6303,  wo  es  Sommer  mit  Wahrscheinlichkeit  ge- 
setzt hat  unrede  ist  freilich  ein  wort,  passt  aber  hier  wenig,  bei 
Albrecht  von  Johannsdorf  86,  12  hat  C  unrede j  B  das  richtige  um" 
berede,  derselbe  fehler  ist  bei  Rudolf  dem  Schreiber  MS.  2, 182'*  zu 
befsern ,  da  ich  wdnde  vmden  tröst  da  hän  ich  niht  wan  umberede 
vunden.  52,  40  f.  balder:  manicvalder  53,  18.  liL  yergl. 

51,  56  ff.  66.  etwa  des  sites  54,  17.  etwa  so  iz  durchgät 

diu  gluot  55,  39.  leidigen  56,  8.  etwa  ob  eime  gegeben 

wcere  20.  er  schein  27.  hdken  32.  egeliche         57, 

75.  [icht]  76.  iht  60,  13.  st  brdhten  köphe  guldin  62, 
63.  der  ist  disiu  heimuote 

32.  Freidank  1, 7 — 10  hat  Otacker  70',  im  letzten  verse  bihoet. 
122,  21  f.  der  Teichner  von  dem  meinswern  Wiener  jahrb.  1 

(1818)  anz.  s.  39  stcech  ieglich  eit  ah  ein  dorn,  ir  würd  so  vil  nAr 
geswom, 

178,  2  ff.  Wilhelm  Grimm  in  der  einleitung  s.  cii  vergleicht  aus 
dem  Tristan  Heinrichs  von  Freiberg  4845  ff.  wan  manec  dinc  ver- 
dirbet  des  man  niht  erwirbet;  daz  nimmer  verdürbe,  der  ez  mit  vüze 
würbe,  damit  stimmt  in  Kellers  Erz.  aus  altd.  hss.  134,  15  ff.  sin 
bübet  ungeworben  vil  des  man  [doch]  niht  werben  wil;  daz  doch  niht 
gar  verdürbe,  der  es  etlich  teil  würbe,  hierin  ist  ungeworben  elend; 
aber  verdarben  neben  blibet  wäre  auch  ungeschickt,  befser  wird  nn- 
erworben  geschrieben. 

Zu  den  in  der  zweiten  ausgäbe  s.  xn  f.  verzeichneten  band- 
Schriften  des  deutschlateinischen  textes  kommt  eine  der  Grazer  uni- 
v^rsitätsbibliolhek,  38/3,  pap.  14.  jh.  43  bll.  in  quart. 

33.  Gottfried  von  Strafsburg  3582  nu,  Tristan  der  begunde 
einen  leich  dö  Idzen  klingen  in  von  der  vil  stolzen  friundin  Grdlandes 
dei  schomen.  Heinrich  von  Türlein  11564  in  einer  aufzählung  von 
Jammergeschichten  dö  man  Grdlanden  söt.  der  von  Gliers  MS.  1, 
44'  Gralant,  den  man  gar  versöt,  wart  nie  grcezer  not  beschert.  Wein- 
schwelg 332  Grälanden  sluoc  man  unde  söt  und  gab  in  den  vrowen 
zezzen,  wan  si  sin  niht  wolden  vergezzen.  im  Lai  de  Graelant  kommt 
von  diesem  sieden  nichts  vor.  Wolf  über  die  lais  s.  238  vermutet 
daher  Verwechselung  mit  Gurun,  den  Gottfried  vorher  (3524)  nenne, 
aber  Gottfried  sagt  nichts  von  dessen  Schicksale,  dafs  es  ein  deut- 
sches gedieht  von  Gralant  gab  machen  die  anspielungen  wahrschein- 
lich, dazu  tritt  dafs  Gralant  als  beiname  vorkommt :  Heinricus  Gra- 
lant in  einer  Urkunde  aus  dem  ende  des  12n  jh.  MR.  7, 367. 


260  ÄHRENLESE 

34.  Jacob  Grimm  bemerkte  in  diser  Zeitschrift  5,  74  dafs  in 
einem  1685  gedruckten  buche  von  den  bösen  weibem  s.  75  der 
sächsischen  gewohnheit  gedacht  werde  die  braut  in  ihren  hochseit- 
Hcheu  elirentagen  herr  braut  zu  nennen,  wenn  er  dafür  hielt  dab 
dadurch  sich  vielleicht  das  lieber  bru  in  dem  bruchstficke  von  frau 
Treiben  rechtfertigen  lafse,  so  bin  ich  anderer  meinung.  aber  für 
jene  gewohnheit  kann  ich  noch  ein  zcugniss  anführen.  Ilaltans  s. 
1761  unter  stulfest  giebt  folgende  stelle  aus  Andreas  IloUanders 
Spiegel  guter  und  böser  rcgenten  s.  407,  'ob  die  Saxen,  wann  sie 
die  braut  in  ihren  hoclizeittagen  herr  braut  nennen,  ihre  tanglich- 
keit  zum  regiment  hiemit  wollen  anzeigen,  habe  ich  nicht«  weil  ich 
jung  von  ihnen  gekommen,  fragen  können.^ 

35.  Wattenbach  in  seinem  Schriftwesen  des  mittelalters  6.  344 
hebt  aus  der  Ilistoire  litteraire  de  la  France  23, 710  ff.  hervor  dafs  in 
dem  kataloge  der  von  Richard  von  Fournival  um  die  mitte  des  13n 
jh.  in  Amicns  begründeten  bibliothek  Primat  d'OrUans,  anieur  d'un 
poime  sur  la  guerre  He  Troie  genannt  werde  und  erinnert  mit  recht 
an  das  gedieht  Pergama  flere  volo,  das  in  der  Wiener  hs.  883  die 
Überschrift  hat  Exclamationes  super  mturis  Troianis  editae  per  Pri- 
malem  egregium  versificatorem.  diese  hs.  verzeichnet  Denis  2, 2310, 
eine  zweite  2,  1352,  Münchencr  hss.  Schmeller  Carm.  Bur.  s.  269, 
Pariser  Du  Meril  Poes.  pop.  lat.  s.  310.  der  primas  von  Orleans  wird 
erwähnt  in  der  Bataüle  des  sept  ars  in  Jubinals  Rutebeuf  2, 430,  b 
primat  d'Orlietis  et  Ovide  ramenoieiit  en  lor  aide. 

Verse  eines  primas  Hugo  giebt  das  Spicilcgium  Solesmense  2, 
295,  Distinctionum  monasticartimlib  n  'undeHugo  cognomento  Primui 
de  quibusdam  scholasticis  ita  iocatus  est^ 

filH  burgensium,  filii  crtimenaej 

qtW8  a  scholis  reoocat  catUtu  Philomenae^ 

twn  de  lignis  faciwU  ignem,  imnio  de  carbone^ 

ideo  ne  viso  fumo  vemant  tertiae  personae, 
tertitis  persoHOs  vocavit  bidelloi,'  für  immo  de  wird  sed  zu  schreiben 
und  t^tiso  fumo  zu  streichen  sein. 

2,  326.  Dist,  man.  lib.  i  'eaetelli  tiomine  magnum  quid  soki 
designari,  ut  patet  ex  his  versäme  Uugonis  qui  Primas  cognomi'- 
tiaius  est, 

non  peto  castellum  nee  opes  nee  oves  nsc  agellum, 

sed  peto  ma$Uellnm  vel  equum  vel  equam  vel  asellnm* 
3y  472.  Dist.  mon.  lib.  ii  cap.  141  unde  Hugo  Primas  cogwmms, 


ÄHRENLESE  26  t 

ftctcm  m  AngUa  constiMm  iocando  versifice  quereretnr  qiwd  cere- 
vuiam  hibere  cogeretur,  interposmt  ludis  suis  seria,  dicens 

est  labor  hie  esse,  quum  sit  polare  necesse 

potum,  de  messe  quam  {quam  nos?)  cansuevimus  esse. 

poto,  sed  mvite:  proho  pocula  gentis  avitae, 

vinum  de  vite,  quia  vitis  ianua  vitae, 
36.   Neidhart  40,  5  also  vreut  den  tumheti  guot  geheize  durch 
dazjär.   wie  durch  die  von  mir  angeführte  stelle  Freidanks  wird  das 
Sprichwort  erwiesen  durch  Wolfdietrich  B  208, 1  dö  tete  ich  sam  der 
tumbe  und  was  der  geheize  frö. 

94,  11.  zu  den  in  der  anmerkung  und  in  dieser  Zeitschrift 
13,  182  gegebenen  beispielen  des  heinamens  TotzeUBre  kommen 
Wemhardus  Tozelarius  (1243)  in  Rieds  Geschichte  der  grafen  von 
Hohenburg  s.  91,  Margarelha  ßia  loannis  Dotzler  im  Calendarium 
des  Stiftes  Öhringen  bei  Wibel  Cod.  dipl.  Hohenl.  s.  139.  in  Kärnten 
bedeutet  nach  Lexer  s.66  totzln^  iÖizlne\yf^&  unausgesetzt  verlangen 
ohne  sich  abweisen  zu  lafsen  und  davon  wird  der  totzlar  gebildet: 
dadurch  erklärt  sich  Neidharts  tozelcere  genügend  und  dem  zusam- 
menhange angemefsen  und  die  von  mir  gewagte  deutung  zerfällt. 

101,  13  mit  der  lesart  ja  bin  ich  in  dime  geu  manges  snoeden 
under streu  ist  noch  zu  vergleichen  Warnung  840  die  gebiirefh  tOEien 
üf  in  und  ncemen  in  anz  betteströ. 

37.  Dafs  derWinsbeke  oder,  wieHaug  vonTrimberg  ihn  nennt, 
Windesbeke  ein  herr  von  Windsbach  an  der  Rezat,  im  landgerichte 
Heilsbronn,  war  ist  wohl  richtig  angenommen  worden.  Hermannus 
de  Windesbach  erscheint  im  j.  1228  in  einer  Urkunde  in  Jägers  Ge- 
schichte Frankenlands  3,  353,  MB.  37,  225,  im  j.  1253  in  der  Matri- 
cula  nobilium  bei  Jung  Miscellanea  1, 7.  der  zeit  nach  kann  er  der 
dichter  sein. 

38.  Parzival  2,  17  vahch  geselleclicher  muot  ist  zem  heUefiure 
guot,  und  ist  höher  werdekeit  ein  hageL  sin  triuwe  hat  so  kurzen 
zagely  daz  si  den  dritten  biz  niht  galt,  fuor  si  mit  bremen  in  den  walt. 
zur  erklärung  des  wunderlichen  gleichnisses  ist  nichts  taugliches 
vorgebracht  worden  als  die  stelle  aus  Fischarts  Gargantua  cap.  19 
(s.  283  der  ausg.  von  1590)  die  Lachmamn  in  seiner  abhandlung 
über  den  eingang  des  Parzivals  nach  Mcusebachs  mittheilung  an- 
führt, woher  Fischart  nahm  was  er  von  dem  beistände  sagt  den  die 
frommen  bremen  den  Rhizophagen  gegen  die  löwen  leisteten  ist 
nicht  schwer  zu  finden  wenn  man  die  bücher  kennt  aus  denen  er 

Z.  f.  d.  A.  neue  folge  III.  18 


262  ÄI1UE^LES^: 

seine  mehr  scheinbare  als  wirkliche  gelehrsanikeit  schöpfte;  auch 
hat  Meusebach  später  richtig  auf  Sebastian  Münsters  Cosmogniphei 
(Hasel  ir>5S)  s.  1221  verwiesen.  Münster  nahm  die  erzählung  aus 
Diodoriis  3,  23,  Diodorus  aber  und  Strabo  16  s.  771  aus  des  Aga- 
thnrchides  fünftem  buche  vom  Rothen  meere,  wie  aus  dem  auszuge 
dos  Photius  s.  452'  Rekk.  sich  ergiebt.  nach  Agatharchides  wohnen 
am  xVstaboras  in  Aethiopien  Rhizophagen  die  von  wurzeln  leben  die 
sie  aus  den  sümpfen  graben:  sie  leiden  von  löwen  deren  das  land 
voll  ist  grofse  noth;  aber  im  heifsesten  sommer  werden  die  I5wen 
von  einer  ungeheueren  menge  grofser  mucken  (xcivtansg)  Ter- 
trieben,  ähnlich  ist  was  Ammianus  Marcellinus  18,  7  von  den 
mucken  berichtet  die  den  mesopotamischen  sumpflöwen  verderblich 
sind.  Wolframs  gleichnis  wird  durch  jene  erzählung  der  Agathar- 
chides genügend  erklärt:  'die  treue  des  unstäten  gesellen  hält  so 
wenig  stand  dafs  sie  in  der  gefahr  den  freund  im  Stiche  läCst:  fuhr 
sie  mit  jenen  bremeu  die  gegen  die  löwen  kämpfen  in  den  wald,  so 
erwiderte  sie  nicht  den  dritten  bifs.'  der  biz  ist  der  der  feindlichen 
löwen,  der  ausdruck  wie  in  der  erzählung  von  dem  üblen  weibe  419 
si  sluoc  siege  nngezalt;  vil  küme  ich  ir  den  dritten  galt,  534  s6  güHe 
ich  ir  den  dritten  slac.  den  kurzen  zagel  nach  Parz.  297,  12  noch 
scherpfer  dan  der  bin  ir  zageU  zu  erklären  ist  unmöglich :  der  aus- 
druck mufs  ein  sprichwörtlicher  sein  und  das  was  bald  zu  ende  ist 
bedeuten,  im  Mhd.  wb.  3,  839**  wird  eine  erklärung  Beneckes 
widerholt  die  Lachmann  anführt  und  durch  die  frage  'beifsen  die 
bremen?'  einleuchtend  zurückweist,  von  einem  abwehren  der 
brcnicn  kann  überdies  nicht  die  rede  sein  wenn,  woran  ich  nicht 
zweifle,  mit  brennen  in  der  dargelegten  weise  zu  erklären  ist.  dafs 
das  abendländische  mittelaher  aus  dem  werke  der  Agatharchides 
oder  den  auszügen  daraus  unmittelbar  nichts  kann  empfangen 
haben  ist  sicher,  ich  habe  vergebens  eine  vermittelung  die  jene  er- 
zählung verbreitet  haben  könnte  gesucht:  und  doch  mufs  sie 
irgendwie  verbreitet  gewesen  sein;  denn  wie  >vunderiich  aucli 
Wolfram  redet,  er  rechnet  auf  verständniss. 

39.  Parzival  57,  15  if.  Lucianus  Ilqoq  tov  ßlnwra  nqo- 
l^il&Bvg  el  iv  Xoyoig  c.  4  Jlrokcfiatog  yorv  6  Adyov  ovo  xa$ra 
ig  AiyvTtJoy  äy<aVj  xdfif^Xov  %s  Baxrqtav^v  na/ifiikatray 
xal  6ixQ(>i)fJ^ov  ävdqbiTTOVy  mg  %6  fiiv  ^fiifOfiov  avrov  axQtßmg 
fiiXay  ettfai  %6  d'^veqov  ig  vnsqßoX^v  Xsvxov,  in  »cXf  c  i^ 
fkffi€QKf(tipov,    ig  t6   d-itttqov  avyccyaywp  vovg  j^lyvmtovg 


ÄHUENLESE  263 

insdsixtnfto  avTotg  äXXa  te  noXXä  &€äfAata  xal  to  tsXsv- 
%aZov  xal  %avta^  top  xafjuiiov  xal  %6v  ^fitXevxov  av&qvanoVj 
xal  äevo  ixnXij^BiP  tu  ■9'sdfAati  u.  s.  w. 

40.  Parzival  146,  19  if.  irrig  meint  Jacob  Grimm  Rechtsalt, 
s.  192  diese  stelle  lehre  den  brauch  durch  ausgeschütteten  wein  sich 
des  iandes  zu  unterwinden.  147, 2  sagt  Ither  ausdrücklich  dafs  er 
den  wein  unabsichtlich  vergofsen  habe,  als  rechtssymbol  ergiebt 
diese  steile  das  umkehren  eines  angebrannten  schauhe$,  womit 
Grimm  s.  196  aus  französischer  rechtsgewohnheit  der  saisie  feodale 
das  aufpflanzen  eines  bätoii  gami  de  paille  zusammenhält,  was,  wie 
mir  scheint,  nicht  verglichen  werden  kann,  jenes  symbol  anzuwen- 
den hatte  Ither  keine  lust  gehabt,  er  sagt  scherzend  ob  ich  schouhe 
umbß  kertBy  s6  wurde  ruozec  mir  min  vel:  in  Wahrheit  hat  er  aus 
keckerem  trotze  den  goldbecher  von  der  tafel  des  königs  Artus  ge- 
nommen; seinen  rittern  entbietet  er  nun  höhnend  sie  sollen  den 
becher  holen,  nicht  einmahl  das  wegnehmen  des  bechers  ist  als  ein 
übliches  rechtssymbol  hierdurch  erwiesen. 

41 .  Parzival  294,  21  fron  Minne,  hie  seht  ir  zuo:  ich  uxBn  man^ 
m  ze  lastet  tuo:  u>an  ein  gehür  sprceche  sän,  mime  herm  st  diz  getan. 
er  klagt  auch,  möhter  sprechen,  fron  Minne,  Idt  sich  rechen  den  werden 
Wäleise:  wan  liez  in  iwer  vreise  unt  iwer  strenge  umOezer  last,  ich 
warn  sich  werte  dirre  gast,  diese  stelle  ist  wunderlich  misverstanden 
worden.  Wolfram  sagt  ^frau  Alinne,  ich  meine,  euch  geschieht  es 
zum  schimpfe  dafs  Parzival  geschlagen  wird,  denn  ein  bauer  ohne 
feineren  sinn  würde  alsbald  behaupten  meinem  herm  (dem  Par- 
zival) und  nicht  euch  sei  dies  zugefügt,  könnte  er  in  seiner  Ver- 
zückung sprechen,  so  würde  er  auch  klagen  dafs  er  durch  euch 
dies  leide,  gebt  ihn  frei  und  lafst  ihn  sich  rächen.'  mit  nüme  h^rm 
si  diz  getan  habe  ich  zu  Neidh.  77,  25  eine  stelle  aus  Mai  und 
Beaflor  verglichen:  Walthers  frowe  Minne,  daz  si  iu  getan  40,  26 
ist  ebenso  verstanden  worden;  aber  Lachmanns  erklärung  stimmt 
beCser  zu  dem  folgenden. 

42.  Parzival  341, 23.  fnppdnterje  kann  das  französische  rrup- 
pendiere  sein  das  bei  Du  Gange  unter  trahere  (5)  aus  einer  gei*icht- 
lichen  schrift  vom  j.  1392  angeführt  wird,  auquel  mary  sa  femme 
dist  moult  despiteusement  'vostre  truppendiere  est  venne  et  vous  a 
demande,* 

43.  Walther  28,  31.  den  seltenen  ausruf  d  die  werlt  (heut- 
zutage alle  weit)  hat  Heinrich  vom  Türlein  16289. 

18* 


264  ÄEIR£NLESE 

76, 14.  Fischart  Garg.  cap.  8  ich  woU  dick  m  eni  itroh  tauffmu 
78,  3.   Sainte  Marherete  (herausg.  von  Osw.  Cockayne)  ••  1 

hdligdstes, 

185,  34.    Ulrich  von  Turheim  Wilh.  117-  her%themdin  wtr, 

\2Z^  herzehemdiu  leiL 

44.  Zu  Karajans  Sprachdenkmalen.  25,  22.  dk  hmU  bot  er 
ir  [dare.  er  ge]reit  zeuordirst  an  der  schare.  24.  da  ei  für  im 
der  [vare.]  vergl.  37,  3  dax  diu  hrovt  da  fuor  in  der  tiare.  47, 
5  f.  vielleicht  in  [secala]  s[eclo]r[ui\n  51,  17  f.  toetiiai  «cfufe 
mof[(od.  da]  ist  helle  wizxe  not. 

45.  Ruther  916  nu  m  kinne  got  an  mir  artnen  man.  darin 
liegt  zunächst  nu  erkenne  sich  got  an  mir  armen  man.  aber  dies 
kann  nicht  das  echte  sein.  Dieterich  sucht  Constantins  hilfe:  dmtk 
gendde  quam  ich  here  gevaren :  du  sah  din  ire  an  mir  hevoaren.  et 
ist  also  zu  schreiben  mm  erkenn  dich  an  mir  armen  man.  Pen.  12, 
\9  der  sich  hete  an  im  erkant,  e  das  er  wcere  dan  gewani^  mit  de- 
heiner  slahte  gümte  zil,  den  u>art  von  im  gedanket  vil.  kurz  vorher, 
909  ff.,  hat  Mafsniann  drucken  laEsen  thiederich  ge%oginUche  stvni. 
uor  ime  an  den  Rnten.  her  sprach  kuninc  man  sagete  mer  w  u.  s.  w, 
dabei  stehen  die  sinnlosen  fragen  kanten?  nUen?  und  s.  234  wird 
ein  facsimile  des  räthselhaften  Wortes  verheifsen.  worauf  jeder 
auch  ohne  den  reim  gerathen  würde,  an  den  knien  (wie  Iw.  5157 
ufide  stuont  vrou  L^Anete  üf  ir  knien  an  ir  gebete)^  das  ist  von  Tieck 
in  der  hs.  richtig  gelesen  worden  und  steht  in  der  ersten  ausgäbe, 
diese  erste  ausgäbe  ist  neben  der  zweiten  unentbehrlich  bis  «n- 
mahl  eine  befsere  zu  stände  kommt,  möge  die  nicht  leichte  arbeit 
nicht  der  bank  zufallen  auf  der  ganze  massen  mittelalteriicher  litte- 
ratur  eilig  ins  haus  gesc))lachtet  werden. 

46.  Wackemagel  in  seinen  Altfranzösischen  liedern  s.  198  be- 
merkt dafs  die  reciproca  sich  underkässen,  sich  underminnen  und 
andere  dieser  art  im  althochdeutschen  noch  nicht  vorkommen  und 
erklart  sie  für  nachbildungen  französischer  ausdrücke,  er  konnte 
hinzusetzen  dafs  schon  Jacob  Grimm  Gr.  2,  885  dasselbe  ausge- 
sprochen hat.  unrichtig  aber  behauptet  er  dafs  diese  redeweise 
sich  zuerst  in  der  höfischen  zeit  der  mittelhochdeutschen  spräche 
finde.  Ruland  172,  25  mit  swerten  si  sich  wUersluogen.  Ruther 
1023  sich  herbergten  Thiederiches  man  der  porten  also  nähe  dws  sk 
sich  wol  undersdgen.  nicht  zuerst  bei  Heinrich  von  VeMeke  kommt 
sich  underminfien  vor,  sondern,  wovon  das  Mhd.  wb.  nichts  weifs, 


ÄHHEINLESE  265 

schon  im  Vorauer  Leben  Jesu  278,  24  (=  Fundgr.  1,  192,  41) 
steht  vil  suaze  si  sieh  nnderminment.  zumahl  diese  steile  macht  die 
herleitung  der  redeweise  aus  dem  französischen  bedenklich,  schon 
das  ahd.  wUar  hat  auch  die  bedeutung  eines  vicissim  oder  mutuo 
und  gewis  konnte  die  spräche  auch  ohne  einwirkung  romanischer 
ausdrücke  auf  jene  reciproca  gerathen. 

47.  Jacob  Grimm  hat  in  der  Mythologie  s.  707  ausdrucke  be- 
handelt die  auf  die  Vorstellung  führen  dafs  die  sonne  mit  einem 
klänge  aufgehe,  sehr  deutlich  ist  diese  Vorstellung  in  der  folgenden 
stelle  aus  Liutwins  Adam  und  Eva ,  einem  armseligen  gedichte  das 
sonst  fast  nichts  merkwürdiges  enthält  und  keinen  abdruck  ver- 
dient,   bl.  6*  die  mohren  sind  schwarz: 

wd  von  da%  ist  da%  sage  ich  iu. 
da%  kumet  niwoan  von  diu 
da%  sie  vor  kitze  hdnt  kein  frist 
und  dax  daz  lani  so  hoch  ist 
d&»  e%  der  sunn  so  ndhe  Ut 
daz  sie  hcsrent  zaller  vAt 
die  swvM  des  morgens  i^fgdn, 
als  sie  ir  scMn  hebet  an, 
mit  einem  süss  in  der  wise 
als  himel  und  erde  zsamen  rise. 

48.  Göriitzer  Evangelien  Fundgr.  1,  199,  45  so  chumt  der 
jungiste  tac  als  schir  so  ein  hrdze,  der  andern  slahen  mach.  s.  361'' 
wird  geändert  als  schiere  so  ein  brdzelnder  dnnreslac,  so  unwahr- 
scheinlich als  möglich,  dennoch  ist  diese  willkür  in  das  Mhd.  wb. 
1,  234*  aufgenommen  worden,  der  ältere  text  der  Vorauer  hs.  hat 
297,  8  so  chumi  der  i^mgiste  taeh.  also  sciere  so  ein  braslach.  also 
ist  in  der  Görlitzer  Umarbeitung  gemeint  als  schier  ein  brä  d'andem 
slahen  mac :  denn  so  wird  der  vers  leidlich. 

49.  Harmschar,  zu  Grimms  Rechtsalt.  s.  717.  Urkunde  der 
grafen  Ludwig  und  Gerhart  von  Rienekke,  Oppenheim  17.  jan. 
1282,  MB.  37,  544  —  und  daz  Heinrich  Zengenagel,  der  den  totslac 
tet,  selbe  zwelfte  die  mit  im  daran  waren,  und  gebreche  der,  so  sol  er 
mit  andern  daz  ir  werden  zwelefe  unserme  Herren  dem  bischoffe  und 
Engelboldes  (des  getödteten)  kinden  ze  bezzerunge  die  hamschar  an 
dem  dinstage  nach  dem  ostertage  der  nun  kumt  von  Hocheim  ze  Wirze- 
burc  vur  daz  munster  tragen,  ieder  man  nach  synem  rechte,  und  sol 
Heinrich  Zengenagel  nu  von  vasten  über  ein  jar  ze  Rome  vani  und 


266  £LBE(.AST 

sol  da  sin  die  sehs  toochen  vur  sine  und  Engelboldes  sunde, 
diese  Urkunde  bezeugt  unter  anderen  Horant  der  voget  oon 
Rienekke. 

50.  Was  Eulenspiegel  s.  62  Läpp,  von  dem  schmiedknecht 
und  seinem  gesellen  sagt  ergiebt  sich  aus  dem  Liedersaal  3,  205 
als  ein  landläufiger  unsauberer  scherz. 

H. 


ELBECJ  ui\ST, 

Nach  einer  mitüieilung  des  Am.  dr  ABirlinger  in  Bonn  liegen 
im  fürstlich  Fürslenbergischen  archive  zu  Danaueschingen  zwei  hefte^ 
geschrieben  im  j.  1727  von  dem  schattenmüUer  Lanzenberger  bei 
Bonndorf  in  der  Baar,  die  eine  menge  besegntmgen  und  zaubermittel 
enthalten,  das  zweite  und  dritte  9tHck  der  mir  vorliegenden  ab- 
Schriften,  Eine  Bestellung:  Maria  in  den  garten  trat  usw,  und  Ein 
seegen  über  sein  hab  und  guth  zu  sprechen:  Es  waren  drei  engel 
bei  Maria  usw.  sind  ziemlich  verwilderte  Varianten  des  in  den  scAfes- 
wig-holsteinischen  sagen  s.  517,  34  und  in  der  %s.  für  deutsche  mifihoL 
4,  130  gedruckten  diebsegens.  ich  finde  sonst  nicht  viel  beachtens- 
wertes darunter,   aber  das  vierte  stück,  ein  diebsegen  beginnt: 

Ich  beschwöre  dich  bei  maister  Arbegast,  der  allen  dieben  ein 
niaister  war,  der  sei  bundten  und  knipft  und  nimmermer  aufgeidst 
bifs  an  den  jüngsten  tag.  da  soll  dir  so  bandt  sein  als  dem  Judas 
war  usw.  also  ganz  ähnlich  wie  der  in  dieser  zs.  13,  184  wiederholte 
thüringische  segen,  und  inan  kaun  demnach  vermuten  dafs  es  einmal 
einen  gereimten  diebsegen  gegeben  hat,  in  desen  umfang  die  verm 
(ich  beswer  dicli) 

bl  dinem  meister  Elbegast, 
der  aller  diebo  meister  was 
vorkamen. 

13.  3.  71. 

k.  M* 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VEWASST      267 

WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VER- 

FASST? 

Die  bedeutung  welche  Notker  Balbulus  für  die  entwickelung 
der  kirchenmusik  und  poesie  gehabt  hat  ist  allgemein  anerkannt; 
aber  man  hat  noch  wenig  gethan  um  die  art  und  den  umfang  seiner 
tätigkeit  genau  abzugrenzen,  unter  den  zahlreichen  hymnen  und 
Sequenzen  des  mittelalters  und  namentlich  auch  der  SGaller  mönche 
die  aus  mancherlei  handschriften  gedruckt  vorhegen ,  sind  iVeilich 
auch  Notkers  Sequenzen  enthalten,  ohne  dafs  aber  ein  grundlicher 
und  erfolgreicher  versuch  gemacht  wäre  die  werke  dieses  Urhebers 
einer  neuen  poetischen  gattung  von  denen  seiner  nachahmer  zu 
sondern.  Daniel  im  thesaurus  hymnologicus  (5,  37 — 41)  und 
Schubiger  in  der  sängerschule  von  SGallen  (Einsiedeln  und  New 
York  1858  s.  45  if.)  haben  im  vorbeigehen  die  aufgäbe  zu  lösen 
gesucht,  sind  aber  zu  so  verschiedenen  resultaten  gekommen  dafs 
hierin  schon  die  auflbrderung  zu  erneuter  prüfung  liegt,  während 
Daniel  nur  27  Sequenzen  ffu*  Notkers  werk  gelten  lafsen  will,  glaubt 
Schubiger  60  ganz  sicher,  18  wenigstens  wahrscheinlich  echte  zu- 
sammen gebracht  zu  haben. 

Wenn  der  unterzeichnete  auf  den  folgenden  blättern  die  Unter- 
suchung wider  aufnimmt  so  tut  er  es  ohne  die  wolütuende  hoü- 
nung  die  sache  zum  abschlufs  zu  bringen,  aber  in  dem  glauben  sie 
zu  fördern  und  mit  dem  wünsche,  andere,  denen  sich  gelegenhcit 
bietet  das  handschriftliche  material  einzusehen,  zu  weitem  mittei- 
lungen  anzuregen. 

Kritische  methode. 

Es  ist  klar  dafs  Daniel  und  Schubiger  zu  so  verschiedenen  re- 
sultaten nur  durch  anwendung  verschiedener  kritischer  principien 
gelangt  sein  können,  beider  Standpunkt  mitge  daher  zunächst  be- 
zeichnet werden. 

Daniel  fafst  (s.  40)  den  seineu  in  folgenden  sülzen  zusammen: 
1.  PezH  codex  et  San-Gallensis  no,  37S  Notkeri  seqnenlias  au- 
thentkas  continent,  quibtis  acceduni  spurüie  alterutrins  Ubri  propriae. 
nullt  seqiientiae  Notkeriana  origo  concedenda,  quae  non  ambonim 
codkum  8ü  communis,  duabus  exceptis:  Landes  concinat  et  Dominus 
in  Sina^  quae  ipsa  in  Notkeri  epistola  commendantur. 


268       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKEK  VERFASST 

2.  Quo  expedüius  commodinsque  cedunt  sequentiae  in  festorum 
rationem^  eo  Histius  authenttcae  habentur. 

3.  Nihil  est  quod  persnadeat^  Notkerumifi  aliquodfestum,  exceptis 
fortasse  summis  ecclesiae  festivitatibus  complures  sequentias  fecitse. 

4.  Authenticae  sequentiae  Notkerianae  plerumque  peculiares  H- 
tulos  habeni,  et  musicos  modos  suos  posterioris  originis  sequentiis  com- 
modavere.   contraria  ratiane  certissima  suspicio  movetur. 

Der  erste  artikel  verkündet  eine  rohe,  gewaltsame  kritik,  die 
gewis  manches  unechte  ausscheiden,  vielleicht  aber  noch  mehr 
echtes  abweisen  wird,  wer  möchte  mit  dem  satze  dafs  wo  zwei 
handschriften  von  einander  abweichen  keine  das  echte  enthalt,  ins 
allgemeine  gehen,  zumal  angesichts  einer  Überlieferung,  die  ihn 
gleich  zwingt  zwei  ausnalunen  einzuräumen?  die  andern  drei  aber, 
da  sie  durchaus  nicht  selbstverständlich  sind,  können  möglicher- 
weise resultat,  nicht  aber  princip  der  kritik  sein. 

Schubiger  (s.  44)  hingegen  verlangt  daDs  als  Notkers  eigen* 
tum  angesehen  werden : 

1.  alle  Sequenzen,  welche  Notker  selbst  oder  Schriftsteller 
nächster  zeit  als  seine  werke  bezeichnen. 

2.  i  m  a  1 1  g  e  m  e  i  n  e  n  die  ältesten  texte  auf  alle  feste  des  Jahres 
wo  es  s  c  hi  ck  1  ich  und  ge  br  äuchl  ich  war  eine  sequenz  zu  singen. 

3.  billigerweise  auch  die  welche  in  den  ältesten  mit  Not- 
kers namen  versehenen  Sammlungen  vorkommen,  insofern  diesen 
die  bestimmte  angäbe  eines  andern  verfafsers  nicht  widerspricht. 

.  Der  erste  satz  ist  unanfechtbar;  die  Unsicherheit  der  beiden 
andern  hat  Schubiger  selbst  gefühlt  und  deshalb  sein  'im  allge- 
meinen' und  'billigerweise'  hinzugefügt,  für  den  zweiten  ist  doch 
zu  bemerken  dafs  die  ansieht ,  an  welchen  festen  es  schicklich  sei 
Sequenzen  zu  singen,  nicht  zu  allen  Zeiten  und  an  allen  orten  gleich 
gewesen  ist;  der  dritte  setzt  die  gewisheit  voraus  dafs  die,  welche 
die  Sequenzensammlungen  veranstalteten,  Notkers  werke  sammeln 
wollten,  nicht  etwa  die  Sequenzen,  welche  in  ihrer  kirche  alljälirlich 
zur  aufluhrung  kamen  oder  kommen  sollten,  den  Charakter  der 
alten  Sammlungen  festzustellen  mufs  die  erste  aufgäbe  sein. 

Sequenzensammlungen  aus  dem  kloster  SGallen 

und  SEmmeram. 

Die  reihenfolge  der  Sequenzen  ist  aus  zwei  alten  Sammlungen 
bekannt  gemacht: 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST      269 

1.  aus  der  hs.  die  Pez  im  kloster  des  h.  Emmeram  in  Regens- 
burg fand  und  nach  der  er  im  thes.  anecd.  1,  18 — 42  acht  und 
dreifsig  Sequenzen  mit  Notkers  vorrede  abdrucken  liefs.  mit  dieser 
hs.  stimmt  überein  eine  Münchner  die  Daniel  im  thes.  2,  3 — 31 
benutzte,    die  Sammlung  ist  im  folgenden  mit  P  bezeichnet. 

2.  aus  der  SGaller  hs.  378.  die  sequcnzenanfange  hat,  aber 
ziemlich  ungenau,  Daniel  5,  38  f.  der  reihe  nach  verzeichnet,  die 
Sammlung  ist  im  folgenden  mit  G  bezeichnet. 

Die  darstellung  beider  Verzeichnisse  mit  hinzufugung  der  me- 
lodie  und  des  festes  dem  jede  sequenz  angehört,  scheint  für  die 
weitere  Untersuchung  notwendig*  sie  wird  aber  auch  von  dieser 
al^esehen  erwünscht  sein,  da  man  bisher  in  jedem  einzelnen  falle 
die  notizen  sich  mühsam  zusammenlesen  muste. 


270       WELCHE  SEQIE.NZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 


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274   WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 


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WELCHE  SEQLENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST      275 

Ein  blick  auf  die  reihe  der  festläge  lehrt  dafs  beide  samni- 
luDgen,  zu  praktischem  zwecke  angelegt,  die  Sequenzen  so  auf  ein- 
ander folgen  lafsen  wie  sie  im  laufe  des  kirchenjahres  zur  Verwen- 
dung kamen,  beide  Sammlungen  stimmen  daher  in  der  folge  der 
Sequenzen  die  ihnen  gemeinsam  sind ,  überein.  dafs  die  gesänge 
auf  das  kirchweihfest  (G  45. 46.  P  22)  an  verschiedener  stelle  stehen, 
ist  eine  notwendige  abweichung  da  die  handschriften  aus  verschie- 
denen klöstern  stammen,  leicht  erklärt  sich  auch  dafs  zwei  Se- 
quenzen Rex  regum  deus  noster  colende  auf  einen  bekenner  und 
Virginis  vetierandae  de  nnniero  auf  eine  Jungfrau  in  G  35.  13  mitten 
unter  den  andeiD,  in  P  34.  35  hingegen  am  ende  stehen,  so  pfle- 
gen nämlich  die  Sammlungen  eingerichtet  zu  sein  dafs  auf  die  für 
bestimmte  feste  und  heihge  gedichteten  gesänge  die  gemeinsamen 
auf  die  bekenner,  märtyrcr,  Jungfrauen,  apostel  usw.  folgen, 
während  also  in  G  diese  Sequenzen  an  der  stelle  blieben,  wo  sie  zu- 
erst vorkamen,  stellte  sie  der  Schreiber  von  P  hinter  die  übrigen, 
die  Sequenz  auf  den  heiligen  Dionysius  welche  in  P  den  scblufs 
bildet,  mufs,  weil  ihre  Stellung  der  durchgehenden  anordnung  wider- 
streitet, als  späterer  zusatz  angesehen  werden,  sie  ist  speciell  für 
die  llegensburger  kirche  bestimmt ,  und  form  und  Inhalt  erweisen 
sie  als  ein  Jüngeres  product  (vgl.  Daniel  5,  37). 

Die  Sancl-Galler  melodiensammlung. 

Neben  den  beiden  besprochenen  hss.  ist  von  groster  bedeu- 
tung  die  SGaller  hs.  nr.  484  (im  folgenden  bezeichnet  durch  Gm) 
auf  welche  Schubiger  s.  4t  f.  zuerst  die  aufmerksamkeit  gelenkt 
hat.  nach  seinen  angaben  gehört  sie  wahrscheinlich  noch  dem  9 
Jahrb.  an  und  soll  von  s.  258 — 295  die  entwürfe  der  Notkerischen 
melodien,  doch  ohne  den  text  enthalten,  ob  dieses  merkwürdige 
document  der  Originalentwurf  zu  den  Notkerischen  Sequenzen  sei, 
meint  Schubiger,  dürfte  wohl  kaum  mehr  entschieden  werden.  Jeden- 
falls erscheine  es  als  eine  ehrwürdige  copie  desselben  und  sei  schon 
darum  von  Wichtigkeit,  weil  es  die  ansieht  bekräftige  dafs  Notker 
zuerst  den  melodischen  plan  entworfen  und  erst  dann  den  melo- 
dien die  textworte  angepasst  habe,  von  den  50  Notkerischen  melo- 
dien fehlten  nur  sechs :  Dominus  regnavit,  Justus  germinavit,  Nimis 
honorati  mnt,  Pretiosa  est,  Ämoena  und  Virguncnla  clara.  —  Die 
Untersuchung  wird  ergeben  wie  weit  diese  ansichten  für  richtig 
gehen  können. 


270       WELCHE  SEQUEISZEN  HAT  NOTKEll  VERFASST 

Die  nanicn  der  vierundvierzig  inelodien  sind  folgende:  1.  Die$ 
sanctificatns.  2.  Concordia.  3.  Ilypodiaconissa.  4.  RamaHO.  5. 
Jmtus  nt  palnM  niaior.  6.  Cigtiea.  7.  Trinitas.  8.  Planctus  steräii. 
9,  Filia  matris.  10.  Symphonia.  11.  Nostra  tuba,  12.  Frigdola. 
13.  A/arer.  14.  Obtulerunt.  15.  Graeca.  16.  ZHio  /re«.  17.  Or- 
^a7ia.  18.  Fdsc^a.  19.  Ftrgoi^/araH«.  20,  Dem  judex  jusius.  21. 
/n  /6  domwe  spet^avi.  22.  Qui  timeni,  23.  Exultate  deo,  24.  Cq»- 
<tY;a.  25.  Dominus  in  Sina  in  sancto.  26.  Conßemini.  27.  Occh 
dentana.  28.  J{/8/i<s  ti/  |)a/ma  mmor.  29.  i4(Muc£iUur.  30.  JLotutoe 
dominum.  31.  Laetatus  mm.  32.  Adorabo.  33.  Voo;  eanibolumli. 
34.  Benins  vir  qui  timet.  35.  Metensis  mbwr.  36.  &a/iM  vtir  911t 
snffert.  37.  Aurea.  38.  Aiel/a  /ur6a(a.  39.  Metensis  maiar.  40. 
Te  martyrum.  41.  Mirahilis.  42.  J^ta  (urma.  43.  (ohne  angäbe 
des  titeis).    41.  Fidicula. 

Ein  vergleichender  blick  auf  die  tabelle  welche  den  inhalt  der 
andern  SGaller  bs.  darstellt,  zeigt  dafs  die  ersten  siebenundzwanzig 
melodien  in  Gm  nach  demselben  gesichtspunkt  geordnet  sind  wie 
die  Sequenzen  in  G,  d.  h.  nach  der  reihe  der  kirchlichen  feste.  fQr 
die  Sequenzen  G  2.  G.  8. 11. 17  fehlen  in  diesem  teile  von  Gm  die 
entsprechenden  melodien,  filr  die  melodien  Gm  8.  26  fehlen  in  G 
die  entsprechenden  Sequenzen;  die  melodien  der  Sequenzen  G  12. 
13  stehen  in  Gm  10.  9  in  umgekehrter  Ordnung  S  sonst  herscht 
völlige  Übereinstimmung.  —  Dafs  die  melodie  Symphonia  für  die 
Sequenz  G  30  an  entsprechender  stelle  in  Gm  nicht  steht,  ist  nur 
eine  scheinbare  abweichung;  denn  diese  melodie  kommt  schon  vor* 
her  bei  einer  andern  sequenz  G  12,  Gm  10  vor,  und  wer  nur  die 
melodien  ohne  die  texte  sammelte ,  konnte  keinen  grund  haben 
dieselbe  melodie  zweimal  in  seine  Sammlung  zu  schreiben. 

Diesen  letzten  umstand  mufs  man  im  äuge  behalten,  lun  ein 
ähnliches  Verhältnis  auch  zwischen  G  32 — 54  und  Gm  28 — 37  wahr 
zu  nehmen,    von  den  Sequenzen  G  32.  33.  36 — 38.  41 — 43.  54, 


^  Diese  abweichang  läfst  sich  vielleicht  erklären,  zn  den  in  SGalleo  be- 
sonders geschätzten  heiligen  scheinen  Agnes  nnd  Agathe  gehSrt  zn  haben,  sie 
allein  von  allen  heiligen  jnngfraaen  werden  in  Ratperts  litanei  (CaMisiot  «4. 
Basn.  2,  3,  HO)  angerufen,  der  tag  der  heiligen  Agnes  ist  der  21  janoar,  4er 
der  h.  Agathe  der  5  febrnar,  in  G  steht  die  seqncnz  De  tina  virgine  aamittel- 
bar  nach  der  seqoenz  auf  Mariae  reinigung  (2  febrnar),  in  Gm  unmittelbar  vor 
derselben,  der  sammler  von  Gm  liofs  sie  schon  am  tage  der  heiligen  AgMf| 
der  von  G  erst  am  tage  der  heiligen  Agathe  singen. 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTRER  VERFASST      277 

welche  ni^ch  melodien  gehen,  die  schon  vorher  zur  Verwendung  ge- 
kommen waren,  darf  man  in  Gm  keine  spur  erwarten ;  für  die  Se- 
quenzen G  34.  39.  46.  49.  5t  fehlen  in  diesem  teile  von  Gm  die 
entsprechenden  melodien  überhaupt,  doch  auch  die  reihe,  welche 
übrig  bleibt  zeigt  zu  den  melodien  Gm  28 — 37  nicht  so  nahe  be- 
ziehung,  wie  sie  zwischen  den  ersten  teilen  hervortrat,  nun  hat 
aber  P  auf  das  geburtsfest  der  Jungfrau  Maria  eine  sequenz  nach 
der  melodie  Adducentur,  nicht  wie  G  nach  Puella  turhata^  und  auf 
den  heihgen  Othmar  eine  sequenz  nicht  nach  der  melodie  Eia 
turma,  sondern  nach  Metensis  minor,  läfst  man  hier  P  an  die  stelle 
treten  von  G,  so  ergiebt  sich  folgende  reihe  von  melodien:  Justm 
ui  paJma  minor,  Ädducenlur,  {Metensis  minor,  Justus  ut  palma  minor) 
Laetatus  sum,  Vox  exultationis,  Beatus  vir  qui  timet,  Metensis  minor, 
Beatus  vir  qui  suffert,  Aure<i,  Vox  exuUationis  —  welche,  wenn  man 
von  den  eingeklammerten  namen  absieht,  genau  mit  Gm  28 — 37 
übereinstimmt  Es  ist  also  klar  dafs  auch  Gm  28 — 37  nach  den 
festen  des  kirchenjahres  geordnet  ist. 

Nach  der  melodie  Gm  36  geht  die  sequenz  auf  den  heiligen 
Columban  (21  november),  nach  der  folgenden  Aurea  Gm  37  die  auf 
die  apostel;  die  auf  die  märtyrer  (G  53.  54)  wiederholen  frühere 
melodien,  mit  der  melodie  Aurea  ist  also  für  eine  Sammlung  die 
nur  die  noten  enthält,  der  jahreskreifs  geschlofsen. 

Wie  nun  die  sequenz  P  38,  weil  sie  aufserhalb  der  festfolge 
am  schlufse  der  hss.  steht  als  späterer  nachtrag  angesehen  wurde, 
so  möfsen  consequenter  weise  auch  die  melodien  Gm  38 — 44  als 
solche  gelten ,  woraus  aber  nicht  folgt  dafs  nicht  auch  die  nächst 
vorhergehenden  melodien  schon  nachtrage  sind,  für  Gm  37  scheint 
sich  dies  aus  folgendem  zu  ergeben:  es  ist  oben  hervorgehoben 
dafs  die  Sequenzen,  welche  auf  gemeinsame  feste  gehen,  am  schlufs 
der  Sammlungen  zu  stehen  pflegen,  so  in  P  Rex  regum  deus  noster 
coknde  und  Virginis  venerandae  de  numero.  da  nun  beide  SGaller 
hss.  übereinstimmend  diese  Sequenzen  mitten  in  die  übrigen  ein- 
schalten, so  mufs  der  umstand  dafs  die  vier  letzten  Sequenzen  in 
G  (eine  auf  die  apostel,  zwei  auf  die  märtyrer,  eine  auf  die  trinität) 
nicht  in  gleicher  weise  eingereiht  sind ,  befremden,  ihre  Stellung 
widerstreitet  dem  sonst  bewahrten  princip  und  mufs  zu  der  an- 
nähme führen  dafs  sie  ein  nachtrag  sind,  derselbe  schluDs  gilt  für 
die  melodie  Aurea  Gm  37,  nach  der  die  erste  von  ihnen  geht  vor 
der  band  erscheint  also  Gm  1  —  36  als  eine  abgeschlofsene ,  nach 

Z.  f.  D.  A.  neac  folge  IlL  19 


278      WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

der  festfolge  angelegte  Sammlung  von  melodien,  zu  der  Gm  37 — 44 
als  ein  spaterer  anhang  trat. 

Schlufsfolgerungen    über  das   Verhältnis  der  Samm- 
lungen G,  Gm,  P. 

1.  Wenn  Gm  37—44  ein  nachtrag  ist,  so  kann  keine  sequenz 
nach  einer  der  mclodien  Aurea,  Puella  turbata,  Meiensis  majoTj  Te 
mart}frum^  MirahUiSy  Eia  tunna^  nach  der  unbenannten  dreiund- 
vierzigsten  und  nach  Fidicula  in  dem  kanon  von  Sequenzen  ent- 
halten gewesen  sein,  welcher  der  melodicnsammlung  Gm  1 — 36 
entsprach ;  also  nicht  G2  =  P1,G6  =  P6,  G52  =  P3t.  G8. 
11.39.  46.49. 

2.  Da  die  Sammlung  Gm  jede  melodie  nur  einmal  bringt,  und 
jzwar  an  der  stelle ,  wo  sie  zum  ersten  mal  gebraucht  wurde ,  so 
können  die  Sequenzen  in  G  und  P,  welche  eine  vorangegangene 
melodie  wiederholen,  dem  kanon  Gm  t — 36  möglicher  weise  ent- 
sprochen haben,  nicht  aber  die,  deren  melodie  in  Gm  erst  später 
folgt;  also  wohl  G  32  =  P  15,  G  33  =  P  16,  G  36  =  P  18,  G 
37  =  P  19,  G42  =  P23,  G44  =  P25,  G53  =  P32,  G54==: 
P  33;  G  30.  38.  41.  43.  P  17.  21  aber  nicht  G  40. 

3.  Daraus  dal's  die  melodien  Gm  37 — 44  einer  abgeschlofsenen 
Sammlung  angehängt  sind,  folgt  nicht  dafs  sie  erst  später  bearbeitet 
sind;  denn  an  sich  kann  etwas  gleichaltriges  oder  selbst  älteres 
später  nachgetragen  werden,     aber  gegenüber  der  tatsache  dab 
diese  poesie,  zu  der  Notker  den  grund  legte,  auch  nach  ihm  in 
SGallen  reichlich  gepflegt  wurde,  ist  es  jedenfalls  wahrscheinlicher 
dal's  ein  SGaller  mönch  der  einen  vollständigen  kanon  für  das 
ganze  jähr  anlegte,  alle  melodien  aufnahm,  die  zu  seiner  zeit  in  ge- 
brauch waren,  als  dafs  er  eine  aus  wähl  traf,  der  sputer  durch  ihn 
selbst  oder  durch  andere  das  anfänglich  verschmähte  wieder  ange- 
hängt wurde,   läfst  man  diese. hypothese,  die  weitere  bestäligung 
erfahren  wird  gelten,  so  folgt  dafs  alle  Sammlungen,  die  eine  Se- 
quenz nach  einer  der  melodien  Gm  37—44  enthalten,  jünger  sind 
als  der  kanon  Gm  1—  36,  also  auch  P  und  G. 

4.  Wenn  Gm  1  -  36  die  älteste  von  den  drei  Sammlungen  ist, 
so  folgt  dafs  P  der  auszug  eines  SGaller  sequentiariums  ist;  denn 
in  P  fehlt  eine  grofse  zahl  von  Sequenzen,  welche  Gm  als  die  äl- 
testen verbürgt. 

5.  Da  G  am  geburtsfestc  der  heiligen  Jungfrau  und  am  tage 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST       279 

des  heiligen  Othmar  Sequenzen  nach  den  später  aofgenoronienen 
melodien  Puella  turhata  und  Eia  turma  bietet,  P  hingegen  die  des 
alten  kanons  Adducentur  und  Metensis  minor  festhalt,  so  mufs  die 
quelle  von  P  in  manchen  punkten  ursprünglicher  gewesen  sein 
alsG. 

6.  Die  Sequenzen  Virginis  venerandae  de  numero  (G  13)  und 
Rex  regum  deus  noster  colende  (G  35),  welche  in  P  an  das  ende  der 
Sammlung  getreten  sind,  stehen  in  Gm  wie  in  G  unter  den  andern 
Sequenzen,  also  ist  die  folge  in  G  hier  ursprunglicher  als  in  P. 

Ist  Gm   1  —  36  eine  Sammlung  der  Notkerschen  me- 
lodien? 

Um  die  frage,  ob  Gm  1—36  eine  Sammlung  Notkerscher  me- 
lodien sei,  zur  entscheidung  bringen  zu  können,  mflfsen  zwei 
punkte  erörtert  werden : 

1.  findet  sich  in  Gm  1  —  36  eine  melodie,  die  nachweislich 
nicht  von  Notker  verfafst  ist? 

Nach  der  melodie  Beatus  vir  qui  suffert  (Gm  36)  sind  vier  Se- 
quenzen bekannt  M  eine  auf  den  heil.  Pirminius  (3  november),  eine 
auf  den  heil.  Blasius  (3  februar),  eine  auf  den  heil.  Quirinus  (30 
märz),  eine  auf  den  heil.  Columban  (21  november).  in  Gm  folgt 
die  melodie  auf  Metensis  minor,  nach  welcher  die  sequenz  auf  den 
beil.  Othmar  (16  november)  gesungen  wurde,  aus  der  anordnung 
des  kanons  ergiebt  sich  dafs  der  verfafser  desselben  von  den  vier 
Sequenzen  nur  die  letzte  vor  äugen  gehabt  haben  kann ,  denn  die 
tage  der  andern  heiligen  gehen  dem  des  h.  Othmar  voran,  da  nun 
diö  Sequenz  auf  den  h.  Columban  A  solis  occasu  usque  ad  exortum 
nacli  dem  unverwerflichen  Zeugnis  Ekkehards  IV  (Pertz  M.  2.  s. 
117  f.)  von  Ekkehard  I  ist,  so  kann  Gm  1 — 36  der  Notkersche 
kanon  nicht  sein,  es  ist  aber  schon  oben  bemerkt  dafs  nichts 
zwingt  den  nachtrag  zu  Gm  erst  mit  nr.  37  beginnen  zu  lafsen ; 
weist  man  also  Gm  36  auch  schon  demselben  zu,  so  ßUt  der  an- 
griff auf  die  echtheit  von  Gm  1—35  hin,  und  für  den  nachtrag  ge- 
winnt man  eine  zeitliche  bestimmung.  für  keine  melodie  in  Gm 
1 — 35  läfst  sich  nachweisen  dafs  Notker  sie  nicht  bearbeitet  habe. 


.    *  ao^fuhrt  von  Btrtsch,    die  ]«teinisc)i6D  seqacnzeo  de§  miltelaiters 
(Rostock  ]8ßS)s.  11. 

19* 


280       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

2.  findet  sich  in  Gm  1 — 35  eine  melodie,  die  nachweislich 
von  Notker  verfafet  ist,  nicht? 

a.  In  dem  Widmungsschreiben  an  den  bischof  Liatward  Ton 
Vercelli  (Daniel  thes.  hym.  5,  5  f.)  erwähnt  Notker  selbst  yier  Se- 
quenzen :  Landes  domino  concinat  orbis  ubique  totus  (nach  der  me- 
lodie Organa),  Dominus  in  Sina,  Psallai  ecclesiaj  Maier  ilMata  (nach 
der  melodie  Laetatus  swn), 

b.  Ekkehard  lY  erzählt  in  den  casus  SGalli  (PerU  2, 102)  dafs 
der  papst  Adrian  auf  Karls  des  grofsen  bitte  zwei  sänger,  Petrus 
und  Romanus,  ins  Frankenreich  gesandt  habe,  um  den  entarteten 
kirdiengesang  nach  römischem  muster  wieder  herzustellen,  nach 
dem  Zielpunkt  ihrer  reise,  nach  Metz,  sei  aber  nur  Petrus  gelangt, 
Romanus  sei  unterwegs  erkrankt,  habe  in  SGallen  aufbahme  ge- 
funden und  dann  dauernden  aufenthalt  genommen,  ^fecerat  quidmn 
Pttrus  ibi  jubilos  ad  sequentias^  quas  Metenses  vocat,  Ramanus  vere 
ramane  nobis  et  amoenae  de  suo  jubilos  nwdtdaverat,  quos  quidmn  fot 
Notker,  quibus  videmns,  verbis  ligabat;  frigdorae  autem  et  oceidenr- 
tanae,  quas  sie  nominabatj  jubilos,  Ulis  animatus  aetiam  ipse  de  eno 
excogitavit.' ^  Romanus  also  setzte  den  mönchen  von  SGallen 
Jubelläufe  der  Romana  und  Amoena,  die  Notker  nachher  mit  den 
wohlbekannten  texten  versah ;  und  durch  sie  angeregt  erfand  er 
später  selbst  die  jubelläufe  der  Occidentana  und  Frigdora.  so  wird 
die  stelle  wohl  erklärt  werden  mülJsen.  an  sich  könnte  man 
amcBnae  und  romane  auch  als  adverbia  nehmen :  'lieblich  und  nach 
römischer  weiset  aber  sie  als  substantiva  zu  nehmen  zwingt  der 
umstand  dafs  wirklicli  nicht  selten  zwei  melodien  Romana.  und 
Amoefha  vorkommen.  Letztere  noch  öfter  als  man  bisher  geglaubt 
hat.  Schubiger  fuhrt  s.  24  drei  Sequenzen,  die  nach  ihr  gehen  an: 
Carmen  suo  dilecto  auf  den  ersten  samstag  nach  dem  Osterfeste, 
Blandis  vocibus  auf  das  fest  der  unschuldigen  kinder  (Morel  lat. 
hym.  s.  141),  Gaude  semper  serena  auf  die  heilige  Margaretha;  die 
erste  hat  er  in  zwei  Einsiedler,  die  beiden  andern  in  SGaUer  his. 
gefunden,  alle  drei  finden  sich  auch  in  Branders  Sammlung  (Daniel 
5,  45.  192.  65),  die  erste  und  dritte  ohne  angäbe  der  melodie,  die 
zweite  aber  unter  dem  titel  Pascha,    unter  demselben  titel  wird 


*  So  wird  doch  wohl  zu  interpnngieren  sein ;  bei  Perlz  and  Wolf  über 
laiA,  seqoeBxen  and  leiche  s.  100  steht,  mir  unverittaadiich,  hinter  mcdtüavßrai 
ond  jubilos  ein  Semikolon. 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST   281 

aach  noch  eine  sequenz  auf  die  h.  Afira  erwähnt  (Daniel  5,  83 ;  ge- 
druckt bei  Mone  3, 169).  eine  vergleichung ,  die  allerdings  durch 
die  veriiehrte  texteintheilung  bei  Morel  nicht  erleichtert  wird,  zeigt 
daCs  die  Sequenzen  auf  die  h.  Afra  und  die  unschuldigen  kinder  so- 
wohl unter  sich  als  auch  mit  Carmen  suo  diledo  übereinstimmen, 
dals  also  Amoena  und  Pascha  nur  verschiedene  namen  für  dieselbe 
Sache  sind^ 

c.  In  den  interlinearbemerkungen  zu  Ekkehards  IV  rythmen 
über  den  h.  Othmar  (Perlz  2,  56  v.  27  —  34)  werden  zweimal  50 
Sequenzen  Notkers  erwähnt  und  namentlich  angeführt  die  weih- 
nachtssequenz  NtUus  ante  saecula  nach  der  melodie  Dies  sanctißcalus, 
und  zweimal  die  pGngstsequenz  Sancti  sfirüus  adsü  nobis  gratia 
nach  der  melodie  Occidentana, 

Diese  Zeugnisse,  welche  Schubiger  gesammelt  hat,  erwähnen 
im  ganzen  neun  melodien  als  von  Notker  bearbeitet;  alle  neun  fin- 
den sich  in  Gm  1 — 35  (Organa  17,  jDomtmM  in  Sina  25,  Mater  13, 
Laetatus  sum  31,  R<mana  4,  Occidmtana  27,  Frigdora  12,  Dtes 
sanctificaius  1,  Amoena  =  Pascha  18);  also  auch  von  dieser  seite  er- 
wächst kein  hindernis  den  kanon  Gm  1  —  35  als  Notkerisch  an- 
zusehen. 

Dafs  in  dem  nachtrag  Gm  36 — 44  nicht  auch  noch  Notkersche 
melodien  enthalten  seien,  folgt  aus  dem  angeführten  mit  notwen- 
digkeit  nicht  Notker  widmete  sein  werk  dem  bischof  Liutward  von 
Vercelli  im  jähre  885  (Dümmler  SGallische  denkmäler  s.  259); 
er  starb  912.  vorausgesetzt  dafs  Gm  1  —  35  die  ursprüngliche 
Sammlung  repraesentiert,  hatte  er  noch  zeit  und  anlaOs  genug, 
das  werk,  welches  so  günstige  aufnähme  gefunden  hatte,  zu  er- 
weitern, dafür  scheint  das  zeugnis  eines  mönches  aus  dem  11 
Jahrb.,  namens  Godeschalk,  zu  sprechen,  welcher  berichtet  (Schu- 
biger s.  44  anm.  3):  Domnus  Notkerus  de  apostolis:  Cläre  sancto- 
rum  senatus  apostolarum  composuit,  de  assumptione  sanctae  Mariae: 
Cimgaudent  angelorum  fecit,  diese  letzte  sequenz  geht  nach  der 
melodie  Aurea^  also  nach  einer,  welche  im  anhang  steht,  aber 
Godesclialks  zeugnis  fallt  nicht  eben  schwer  ins  gewicht,  wie  leicht 
konnte  er,  der  kein  SGaller  mönch  war,  aber  SGallen  als  die  heimat, 
Notker  als  den  vater  der  Sequenzen  kannte ,  alle  Sequenzen,  die  er 


^  Die  vierte  sequenz,  tuf  die  h.  Mar^aretha  ist  noch  nieht  ^ednickt, 
schwerlieh  wird  sie  sich  der  ühereiostäninoo^  mit  den  andern  entziehe«^ 


282   WELCHE  SEQUE.NZEN  HAT  NOTKER  VEHFASST 

in  seinem  'Nutkerschen  sequentiarium'  fand  ffir  werke  Notkers 
halten,  während  es  nur  der  gröfsere  teil  war.  da  die  erste  Sequenz 
des  nachtrags  von  Ekkehard  I  ist,  derselbe  also  nicht  vor  Ekke- 
hards  zeit  angehängt  sein  kann,  da  ferner  auch  die  letzte  melodie 
Fidicula  nach  ausdräcklichem  ^  Zeugnisse  nicht  von  Notker  ist,  und 
keine  einzige  der  neun  letzten  melodien  durch  ein  altes  SGaller 
Zeugnis  namentlich  dem  Notker  beigelegt  wird,  so  mag  man,  so 
lange  nicht  neue  beweise  beigebracht  werden,  die  Sequenzen  des 
anhangs  lieber  als  werke  andrer  ansehen. 

Verzeichnis  der  Notkerschen  Sequenzen. 

Nachdem  die  Untersuchung  so  weit  gediehen  ist,  möge  der 
versuch  gewagt  werden ,  einen  kanon  von  Sequenzen  aufzustellen, 
wie  er  möglicher  weise  dem  Sammler  von  Gm  t  —  35  vorgelegen 
haben  kann,  derselbe  mufs  für  jede  der  35  melodien  mindestens 
eine  sequenz,  kann  aber  noch  eine  unbestimmte  anzahl  von  Se- 
quenzen enthalten  haben,  welche  eine  vorangehende  melodie  wieder- 
holen, der  versuch  wird  von  den  alten  Sammlungen  P  und  G  aus- 
gehen müfsen ,  und  in  die  folgende  tabelle  ist  aus  ihnen  alles  auf- 
genommen ,  was  den  im  vorhergehenden  begründeten  fordeningen 
nicht  widerspricht. 

*  Der  melodie  Fidicula  folst  nach  Schubi^ers  an^tbe  (s.  63)  die  seqaeu: 
Sdemnüatem  hujus  devoti  ßlii  (G  46).  JNtch  einer  bemerkuof^  in  Branden 
sanimlaDg  (Daniel  5,  101)  verfafste  den  text  derselben  der  dekan  Waldran, 
der  im  anfang  des  10  jahrh.  lebte,  die  melodie  ein  pater  Johannes. 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 


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WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 


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WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST      285 

Für  vier  melodien  bieten  P  und  G  keinen  sequenz,  da  aber  die 
melodienfolge  der  fcstfolge  entspricht,  so  ist  es  möglich  für  diese 
melodien  die  zugehörige  sequenz  zu  bestimmen,  nach  der  melodie 
Plancttu  sterüis  sind  zwei  Sequenzen  bekannt:  Benedieto  grcUias  deo 
für  die  pfmgstoctav  (Mone  1,  256)  und  Iste  dies  celebrü  canstat  für 
die  Epiphanienoctav  fMone  1 ,  81).  nur  die  letztere  kann  dem 
Sammler  von  Gm  vorgelegen  haben,  als  er  die  melodie  an  achter 
stelle,  nach  dem  epiphanienfest,  vor  Mariae  reinigung  einschaltete, 
nach  der  melodie  Conßemini  ist  nur  eine  sequenz  bekannt:  0  quam 
mira  sunt  dem  tua  portenta  auf  den  sonntag  nach  himmelfahrt 
(Schubiger  ex.  22)  oder  für  die  oclav  von  himmelfahrt  (Mone  1, 233) ; 
ebenso  nach  laudate  datninum  nur  eine  sequenz  auf  die  heiligen 
engel  (angeführt  von  Schubiger  s.  46)  Angelorum  ardo  sacer;  und 
nach  Adoraho  eine  auf  das  kirchweihfest  Tu  civium  dem  conditor 
(Morel  nr.  105).  alle  drei  fügen  sich  in  die  Ordnung  der  hs.  und 
können  daher  für  das  ursprüngliche  gehalten  werden. 

Dafs  die  so  aufgestellte  reihe  von  Sequenzen,  welche  dem  kanon 
Gm  1 — 35  nicht  widerspricht,  ihm  würklich  zu  gründe  liege,  folgt 
aus  der  bisherigen  Untersuchung  noch  keineswegs,  nicht  geringe 
Sicherheit  bietet  sie  in  den  ßllen ,  wo  die  Ordnung  der  melodien, 
feste  und  Sequenzen  in  G  und  P  übereinstimmen,  denn  wollte  man 
z.  b.  annehmen,  dafs  die  weihnachtssequenz  Natm  ante  saecula  nach 
der  melodie  Dies  sanctificaim  dem  sammler  von  Gm  noch  nicht  vor- 
gelegen habe,  der  doch  jene  melodie  an  die  spitze  seiner  Sammlung 
stellt,  so  würde  man  zu  der  zweiten  annähme'  gezwungen  daüs  ein 
jüngerer  dichter  auf  dasselbe  fest  nach  derselben  melodie  eine  neue 
sequenz  gedichtet  habe,  dieser  fall  ist  aber  überhaupt  selten  einge- 
treten, bei  den  50  melodien ,  zu  denen  Bartsch  (die  lateinischen 
Sequenzen  des  mittelalters  s.  7 — 17)  die  zugehörigen  Sequenzen  zu- 
sammengestellt hat,  kommt  er  nur  zweimal  vor,  einmal  bei  Hypo^ 
diaconissa,  nach  welcher  zwei  Sequenzen  auf  den  h.  Stephanus  gehen, 
dann  bei  Mater,  nach  welcher  zwei  ostersequenzen  gedichtet  sind, 
diese  erscheinung  erklärt  sich  auch  ganz  natürlich,  die,  welche 
nach  Notker  Sequenzen  dichteten,  wollten  entweder  festen,  die  er 
übergangen  hatte,  den  schmuck  der  Sequenzen  verleiben,  oder  neue 
melodien  an  stelle  der  alten  setzen;  einen  herschenden  text  durch 
einen  andern  gleichen  Inhalts  zu  ersetzen  war  weniger  anlafs.  Viel 
unbedeutendere  Sicherheit  hingegen  hat  der  kanon  in  dem  falle,  wo 
eine  sequenz  eine  vorhergehende  melodie  wiederholt;  denn  für 


2SG       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VEfiFASST 

solche  legt  die  alte  meiodiensammlung  kein  positives  zeugnis  ab 
und  P  und  G  haben  manches  aufgenommen  \v'as  erwiesenermafsen 
andern  dichtem  gehört,  alle  solche  Sequenzen  sind  daher  durch 
venlnderten  druck  gekennzeichnet;  die  aber,  welche  sich  weiterer 
betrachtung  als  unecht  herausstellen  in  klammern  eingeschlofsen. 

Um  aus  der  form  der  Sequenzen  ein  kriterium  für  echtheit  oder 
unechtheit  zu  gewinnen,  wird  man  sich  zunächst  auf  die  35  zu  be- 
schränken haben,  welche  durch  die  aufnähme  ihrer  mclodie  in  Gm 
als  die  sichersten  gelten  dürfen,  zwei  von  ihnen  nr.  11.  37  sind  so- 
viel mir  bekannt  noch  nicht  gedruckt,  unter  den  übrigen  drei  und 
dreifsig  sind  nur  zwei  nr.  3  und  13,  deren  versikel  gereimt  sind, 
und  zwar  so  dafs  ein  reim  durch  die  ganze  sequenz  geht;  alle  übrigen 
sind  reimlos,  dafs  Notker  den  reim  gekannt  habe,  und  wenn  er  wollte 
auch  anwenden  Konnte,  unterliegt  keinem  zweifei;  merkwürdig  wäre 
aber  wenn  er  ihn  nur  in  zweien  angewandt  und  durdigeführt,  in  den 
übrigen  verschmäht  hätte,  nun  sind  diese  beiden  gereimten  Sequenzen 
gerade  diejenigen,  denen  je  noch  eine  andere  nach  derselben  melodie 
auf  dasselbe  fest  zur  seite  steht,  sollten  da  nicht  die  beiden  gereimten 
Sequenzen  als  jüngerer  ersatz  angesehen  werden  müfsen?  an  steile 
von  nr.  3  würde  dann  ursprünglich  die  sequenz  Protomartyr  domini 
Stephane,  an  stelle  von  nr.  13  Landes  Christo  redempti  voce  modtife- 
mur  supplici  gestanden  haben,  die  erste  ist  leider  nocli  ungedruckt; 
Daniel  (5,  42)  theilt  aus  Branders  Sammlung  nur  den  anfang  mit, 
aber  nach  Schubigers  angäbe  (s.  46)  soll  sie  schon  in  den  ältesten 
Sammlungen  mit  Nolkers  namen  vorkommen,  die  andere  Gndet 
sich  bei  Daniel  2,  178.  Daniel  giebt  an  dafs  sie  in  vielen  kirchen 
Deutschlands  am  zweiten  osterfeiertage  angewendet  wurde,  kennt 
sie  aber  nur  aus  gedruckten  missalien  und  setzt  sie  s.  170  ins  14 
oder  15  jahrh.  ich  sehe  nicht  dafs  diese  angäbe  irgend  wie  be- 
gründet ist,  und  bemerke  nur  dafs  Schubiger  (s.  46)  sie  ans  altai 
hss.  kennen  will,  sie  ist  reimlos  und  würde  ganz  wohl  unter  die 
übrigen  passen.  —  Läfst  man  hiemach  die  reimlosigkeit  als  krite- 
rium der  Notkerschen  Sequenzen  gelten,  so  müfsen  auCser  nr.  3  und 
13  aus  der  zahl  derer,  die  durch  äufsere  Zeugnisse  weniger  beglau- 
bigt sind,  nr.  30.  38.  39  ausgeschieden  werden. 

Wieder  einen  schritt  weiter  kommt  man  durch  die  betrachtung 
der  feste,  an  denen  Sequenzen  gesungen  wurden,  der  gröfsere  teil 
derselben  fallt  in  das  semestre  domini,  die  erste  hälfte  des  kirchen- 
jahres  von  Weihnachten  bis  pGngsten,  der  kleinere  in  das  semestre 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST      287 

ecclesiae.  —  Der  erste  abschnitt  der  feste  die  sich  auf  Christus  be- 
ziehen uinfafst:  das  weihnachtsfest,  seine  octav,  die  sich  im  6  jahrh. 
als  festum  circ^tmcisionis  gestaltete,  das  epiphanienfcst  und  schliefst 
mit  dem  sabbat  vor  septuagefima.  an  diesem  tage  begann  der  oster- 
festkreifs,  in  dem  lustbarkeiten  und  verkehr  nach  möglichkeit  be- 
schränkt blieben,  kleriker  und  mönche  fingen  schon  an  diesem  tage 
an  zu  fasten,  hochzeiten  fanden  nicht  statt  und  das  halleluja  deF 
me^e  verstummte  (Kurtz,  lehrbuch  der  kirchengeschichte  s.  156). 
in  dieser  zeit  kamen  Sequenzen,  die  sich  aus  dem  cantus  hallelu- 
jaticus  entwickelt  hatten,  nicht  zur  aufTührung.  im  gegensatz  zu 
dieser  ernst-traurigen  zeit  hob  mit  dem  Osterfest  die  zeit  der  freude 
an,  welche  die  ganze  quinquagesimalzeit  von  ostem  bis  pfingsten 
erfüllte,  schon  Augustin  bemerkte  (Daniel  cod.  liturg.  1,  28)  ''ut 
AlUluja  per  solos  dies  qumquaginta  canfetur  non  usqtteqtMqfie  ohser- 
vatur.  nam  ei  in  aliis  diebus  varie  cantatur  alibi  at^  alibi,  ipsis 
auiem  diehus  ubique,'  diese  zeit  war  also  auch  vorzugsweise  die  der 
Sequenzen,  jeder  tag  der  osterwoche  bis  zur  dominica  in  tUbis,  jeder 
Sonntag  zwischen  ostem  und  pfingsten,  das  himmelfahrtsfest  und 
seine  octav  wurden  durch  den  gesang  einer  sequenz  gefeiert,  nicht 
aber  die  pfingstoctav ;  das  trinitatisfest  fand  erst  später  eingang. 

Von  den  festen  auf  die  h.  Jungfrau  haben  Mariae  reinigung  oder 
lichtmess,  Mariae  himmelfahrt  und  geburt  eigne  se'quenzen;  nicht 
aber  das  festum  annunciatifmis  oder  mcamationis,  das  in  die  septua- 
gesimalzeit  (25  märz)  fallt. 

Von  der  grolsen  zahl  der  heiligen  werden  nur  Stephanus,  Jo- 
hannes der  evangelist,  die  unschuldigen  kindlein,  Johannes  der  taufer, 
Peter  und  Paul,  Laurentius,  Emmeram,  Mauritius,  Gallus,  Martin 
und  Othmar  durch  eigne  Sequenzen  gefeiert;  die  auf  den  h.  Bene- 
dict, auf  den  erzengel  Michael  und  eine  zweite  auf  den  h.  Gallus,  sind 
an  den  innem  reimen  als  jünger  erkannt,  dafs  der  h.  Gallus ,  der 
Stifter  des  klosters ,  und  der  h.  Othmar ,  der  erste  abt  in  SGallen 
besonders  verehrt  wurden,  ist  natörlich ;  auch  den  h.  Mauritius,  der 
am  fulse  der  alpen  in  Auganum  (Mone  3,  440)  den  märtyrertod  er- 
litt, zu  feiern,  lag  den  SGaller  mönchen  nicht  fem';  doch  die  se- 
quenz auf  den  h.  Emmeram  (nr.  35)  ist  schwerlich  von  Notker  oder 
einem  andem  SGaller,  sondem  im  kloster  SEmmeram  gedichtet,  in 
dessen  hs.  sie  überliefert  ist.    die  übrigen :  Stephanus ,  die  beiden 

*  Doch  htt  die  sequenz  aaf  ihn  an  eini^n  stellen  reime. 


288      WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

Jolianncs,  Peter  und  Paul,  Laurentius,  Martin  sind  hochgeehrte 
heilige,  deren  feste  schon  früh  ansehn  und  weite  Verbreitung 
genofsen. 

Von  den  gemeinsamen  Sequenzen  geht  eine  (nr.  9)  auf  die 
virgines,  eine  auf  die  doctores  (nr.  31),  eine  auf  die  engel  (nr.  37), 
zwei  auf  das  kirchweihfest  (41.  42),  zwei  auf  die  roärtyrar  (46. 47). 
Sie  Sequenz  auf  die  virgines  kam,  wie  oben  vcrmuthet  wurde,  zuerst 
wohl  am  tage  der  h.  Agnes  zur  aufTuhrung;  die  auf  die  doctores  steht 
in  G  zwischen  einer  sequenz  Ekkehards  auf  den  h.  Benedict  und  der 
auf  den.h.  Laurentius,  kann  also  nicht  vor  den  1 7  juli,  m'cht  nach  dem 
10  august  gesungen  sein;  ich  glaube  am  tage  des  h.  Benedict  selbst» 
dem  erst  Notkei*s  nachfolger  eine  eigne,  gereimte  sequenz  weihtoa. 
ebenso  wurde  das  Michaelsfest,  das  'die  geltung  eines  collectivengel- 
festes  zur  feier  der  idee  der  triumphierenden  kirche  hatte*  urspröngUch 
durch  die  gemeinsame  sequenz  auf  alle  engel  gefeiert,  die  in  P  und  G 
durch  eine  specieile,  gereimte  auf  den  erzengel  verdrängt  ist.  da  so 
die  gemeinsamen  Sequenzen  an  der  stelle  in  Gm  eingereiht  sind,  wo 
sie  zuerst  vorkamen,  so  hat  es  geringe  Wahrscheinlichkeit  dafs  die 
beiden  letzten  auf  die  märtyrer,  welche  der  melodie  nach  in  dem  alten 
kanon  hätten  enthalten  sein  können,  zu  ihm  gehört  haben. 

Im  ganzen  also  kommen  von  den  in  der  tabelle  aufgeführten 
Sequenzen  in  abrechnung  3.  13.  30.  35.  38.  39.  46.  47,  die  beiden 
ersten  aber  nicht  ohne  ersatz,  so  dafs  einundvierzig  übrig  bleiben. 
diese  dürfen  als  der  kern  angesehen  werden,  aus  dem  sich  im  laufe 
der  jähre  die  übrigen  Sammlungen  entwickelten,  von  den  filtern 
melodien  wurden  einige  aufgegeben  und  durch  moderne  ersetxt,  an 
die  stelle  mancher  texte  traten  neue,  der  kreifs  der  feste,  an  denen 
Sequenzen  gesungen  wurden,  wuchs  und  für  manche  tage  entstan- 
den bald  mehrere,  zwischen  denen  nun  die  wähl  freistand. 

Die  erweiterung  des  Notkerschen  kanons  in  G. 

Es  ist  nicht  uninteressant  die  entwickelung  von  Gm  za  G  lu 
verfolgen,  funfalte  Notkersche  melodien  sind  aufgegeben:  nr.  8. 
Ptancins  Herilis,  nr.  26  Confitemini,  nr.  34  Adducentur,  nr.  37  Loh- 
date  dominum,  nr.  42  Adorabo.  nur  die  vorletzte  ist  durch  eine  andere 
Notkersche  melodie,  Graeca^  mit  einer  sequenz  auf  den  h.  Michael 
verdrängt  (G.  42),  für  die  übrigen  sind  neue  melodien  eingetreten. 

1.  an  stelle  der  melodie  Planctus  iterilis,  die  in  der  epiphanien- 
octav  gesungen  wurde,  ist  die  sequenz  Cantemus  cuHCti  molodum 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  TERFASST       289 

fiimc  aUeluja  nach  der  modernen  melodie  Puella  turbata,  im  anhang 
Gm.  38,  aufgenommen,  alle  irarsikel  sind  gereimt,  da  sie  alle  mit 
dem  Worte  allelaja  schliefsen.  derselben  beliebten  melodie  ist  auch 
die  alte  Ädducmti$r  gewichen ,  und  mit  ihr  eine  reimlose  sequenz 
auf  den  geburtstag  der  Jungfrau  Maria  einer  gereimten. 

2.  aus  der  zahl  der  melodien,  die  zwischen  ostem  und  pfingsten 
gebraucht  wurden,  ist  Cmfitemmi  (Gm  26)  geschwunden,  und  statt 
dessen  eine  neue  Dominus  regnavit  decare  (G  17)  eingetreten,  die 
noch  nicht  einmal  im  anbang  von  Gm  aufgenommen  ist. 

3.  die  zweite  sequenz  auf  das  kirch weihfest,  nach  der  melodie 
Adorabo,  hat  einer  andern  platz  gemacht  (G  46),  die  Notkers  jün- 
gerer zeitgenofse  Waldram  nach  der  melodie  Fidicula  (im  anhang 
Gm  44)  eines  pater  Johannes  dichtete,  auch  sie  hat  reime.  — 
Aufser  diesen  drei  neuen  melodien,  die  zum  ersatz  älterer  dienen, 
haben  in  G  aber  noch  andere  aufnähme  gefunden: 

4.  die  sehr  beliebte  melodie  Eia  turma,  im  anhang  Gm  42.  ihr 
folgen  eine  zweite  sequenz  auf  das  weihnachtsfest  Eia  rtcolamus 
laudibus  pOs  digna,  deren  versikel  in  a  reimen,  und  eine  sequenz  auf 
den  h.  Othmar  an  stelle  der  altem  nadi  Mtttnm  minor, 

5.  Mirabilis,  im  anhang  Gm  41 ;  nach  ihr  ist  eine  neue  in  e  ge- 
reimte sequenz  auf  das  fest  der  unschuldigen  kinder;  auf  dasselbe 
nodi  eine  dritte  nach  der  melodie 

6.  Te  martyrum,  im  anhang  Gm  40. 

7.  nach  der  melodie  Justus  germinabü,  die  im  anhang  Gm 
sich  nicht  findet,  geht  Ekkehards  I^  gereimte  sequenz  auf  den  h.  Be- 
nedict, der  im  Notkerschen  kanon  nur  durch  eine  gemeinsame  De 
doctoribus  gefeiert  wurde. 

8.  nach  der  melodie  Beaius  vir  qni  mfftrt  (anhang  Gm  36) 
geht  Ekkehards  1  sequenz  auf  den  h.  Columban. 

9.  Nimis  honorcUi  sunt ,  im  anhang  noch  nicht  aufgenommen, 
mit  einer  sequenz  auf  den  h.  Andreas. 

10.  Aured,  \m  anhang  Gm  37,  mit  einer  sequenz  auf  die  h. 
apostel. 

1 1 .  eme  unbenannte  melodie  (etwa  Gm  43)  mit  einer  sequenz 
Ekkehards  1  auf  die  dreieinigkeit. 

Hier  finden  sich  von  den  neun  melodien  des  anhangs  sieben. 


>  Dafs  die  Sequenzen  G  84.  38.  50.  55  Ekkehtrds  I  werke  sind,   be- 
leagen  Ekkehards  IV  cts.  SGalli  (Ports,  m.  6.  2,  117). 


290       WELCHE  SEQUENZEiN  HAT  NOTKER  VERFASST 

vielleicht  sogar  acht  wieder,  fünf  Sequenzen  die  zu  ihnen  gehören 
sind  gereimt,  für  drei  lafseh  sich  aus  SGaller  Zeugnissen  andere 
verfafser  als  Notker  nachweisen,  während  weder  das  eine  noch  das 
andere  für  eine  der  zu  Gm  1  —  35  gehörigen  Sequenzen  möglich 
war:  so  gewinnt  die  annähme  dafs  Gm  36 — 44  ein  anbang  und 
zwar  ein  anhang  jüngerer  zeit  sei,  neue  bestätigung : 

Von  neuen  festen  sind  aufgenommen  der  tag  des  h.  Desiderius 
mit  einer  sequenz  Ekkehards  II,  der  tag  der  enthauptung  Johannis, 
des  h.  Columban  und  des  trinitatisfestes  mit  Sequenzen  Ekke- 
hards I,  und  der  tag  des  h.  Andreas,  aufserdeni  ist  die  zahl  der 
Sequenzen  in  G  gewachsen ,  dadurch  dafs  noch  eine  zweite  zu  der 
schon  vorhandenen  lünzugekommcn  ist  für  das  weihnachtsfest,  den 
h.  Benedict,  Moriz,  Gallus,  eine  zweite  und  dritte  auf  den  tag  der 
unschuldigen  kindlein ,  der  in  SGallen  i)esonders  festlich  begangen 
wurde,  eine  auf  die  apostel  und  zwei  auf  die  märtyrer.  kein  neues 
fest  von  gröfserer  bedeutung  erscheint  unter  diesen  nachtragen,  so 
dafs  auch  von  dieser  seite  sich  kein  bedenken  gegen  die  riditigkeit 
der  in  der  Untersuchung  angewandten  principien  erhebt 

Während  die  SGaller  hs.  fast  durchaus  eine  erweiterung  des 
alten  kcrnes  ist,  hat  die  aus  SEmmeram  mehr  aufgegeben  als  zuge- 
fügt; namentlich  in  der  quinquagesimalzeit  ist  die  zahl  der  Sequenzen 
stark  zusammen  geschmolzen,  von  16  auf  6.  doch  den  inhait  dieser 
hs.  in  ähnlicher  weise  zu  überschauen  wie  den  von  G  scheint  unnötig. 

Eine  angäbe  über  die  zahl  der  Notkerschen  Sequenzen. 

Der  leser  der  das  buch  kennt ,  welches  hr.  prof.  Bartsch  über 
die  lateinischen  Sequenzen  des  mittelallers  geschrieben  hat,  wird 
sich  gewundert  haben,  warum  ich  die  mühselige  Untersuchung  an- 
gestellt habe,  da  doch  Bartsch  auf  viel  einfacherem  wege  zu  einem 
rcichei*en  rcsultat  gelangt  ist.  Bartsch  stellt  nämlich  s.  7 — 17  ein 
Verzeichnis  von  120  Sequenzen  zusammen  nach  den  melodien 
geordnet,  eine  ganz  dankenswerthe  gäbe,  wenn  aucli  hier  und  da 
schon  aus  den  gedruckten  Sammlungen,  die  er  selbst  benutzte,  der 
ergäuzung  iahig.  zur  einleitung  dieses  Verzeichnisses  sagt  er:  'Ich 
gebe  nun  das  Verzeichnis  der  fünfzig  von  Notkcrs  biographen  Ekke- 
hard  erwähnten  melodiennamen'  und  zum  schlufs:  'Zu  diesen 
kommt  noch  eine  nicht  von  Ekkehard  angeführte  melodie  Kite/bVi.* 
ich  war  überrascht  durch  diese  angäbe;  nirgends  sonst  fiind  ich 
etwas  von  diesem  aufserordenttich  wichtigen  Verzeichnis  erwShnt. 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST   291 

wo  so  viel  steckt,  meinte  icb^  mag  noch  manches  andere  stecken, 
lieDs  mir  den  Goldast  geben  und  fing  an  die  vita  beati  Notkeri  durch- 
zusehen, ich  fand  dort  wohl  in  einer  aus  Ekkehards  casus  SGalli 
abgeschriebenen  stelle  Notkers  Sequenzen  im  allgemeinen  erwähnt, 
die  auf  das  pfingstfest,  Sancti  sphitus  assit  nobis  gratia  auch  nament- 
lich angeführt,  aber  nichts  von  erheblichkeit  und  von  jenem  Ver- 
zeichnis keine  spur. 

Einige  zeit  nachher  las  ich  in  Schubigers  buch  übei*  die  sän- 
gerschule von  SGallen  auf  s.  40  folgende  anmerkung:  'Wenn  Ekke- 
hard  die  zahl  der  Notkerschen  Sequenzen  wiederholt  als  fünfzig  an- 
giebt,  so  bezieht  sich  diese  angäbe  auf  die  melodien.'  Nun  wurde 
mir  der  Zusammenhang  klar.  hr.  prof.  Bartsch  machte,  da  er 
flüchtig  gelesen  hatte,  aus  der  angäbe  der  zahl,  von  der  Schubiger 
spricht,  eine  angäbe  der  namen,  und  da  er  mit  Schubigers  unge- 
nauem citat  unzufrieden  war,  aus  dem  unbestimmten  Ekkehard 
Notkers  biographen  Ekkehard.  wer  anders  als  der  biograph  soll 
auch  solche  dinge  erwähnend  die  namen  der  fünfzig  melodien, 
die  er  dann  bringt,  sind  naturlich  nicht  aus  Ekkehard  sondern  aus 
Schubiger  entlehnt ;  mit  diesem  also  haben  wir  es  weiter  zu  tun. 

Schubiger  giebt  in  der  citierten  anmerkung  an,  nach  vergleich 
der  hss.  und  der  notation  stelle  sich  die  zahl  der  Notkerschen  me- 
lodien auf  50  heraus ;  zu  den  44  in  Gm  kämen  noch  folgende  sechs : 
Dominus  regnavü^  Justus  germinavit,  Nimis  honorati  sunt,  Pretiosa 
est  und  Virguncida  clara.  da  nun  Ekkehard  —  gemeint  ist  der 
vierte  in  jener  oben  angeführten  stelle  aus  den  rhythmen  auf  den 
b.  Othmar  —  die  zahl  der  Notkerschen  Sequenzen  als  fünfzig  an- 
gebe, so  ergebe  sich  aus  der  Übereinstimmung  dafs  Ekkehard  sich 
hier  nicht  auf  die  texte  sondern  auf  die  melodien  beziel^  und  dais 

*  Ähnliche  probe  seines  scharfsions  legt  hr.  prof.  Bartsch  s.  29  tb.  der 
sehlofs  der  sequeoz  Cantemus  cuncti  melodum,  meiot  er,  bestehe  bei  Schub, 
ex.  9  nur  aus  zwei  teilen;  er  werde  aber  wohl  so  zu  schreiben  sein: 

Nunc  omnes  canite  simul  aüeUiJa 

Domino  aüetuja 

Christo  pntumatique  aUetuJa 
das  wiederkehrende  alleluja  deute  absätze  an,  und  der  grund  für  die  dreitei- 
Jung  des  schlurssatzes  liege  darin,  dafs  in  ihm  das  lob  der  dreieinigkeit  ge- 
sungen V  erde,  die  feine  bemerkung  sieht  jeder  in  unanfechtbarer  weise  be- 
stätigt, der  nicht,  wie  hr.  prof.  Bartsch,  das  umbliittern  vergifst.  oben  auf 
s.  12  steht  bei  Sehabiger  der  vermisste  dritte  satz: 

Laus  irinüati  aeternae  aüet^^ja  o.  a.  a.  a.  a. 


292       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  YERPASST 

die  angeführten  melodien  würklich  von  Notker  bearbeitet  seien.  — 
Hat  Schubiger  unbefangen  und  aufmerksam  die  melodien  in  den 
ältesten  hss.  gezählt,  oder  hat  ihn  schon  beim  zählen  der  wünsch 
geleitet  die  zahl  50  herauszubringen?  ich  vermuthe  dafs  das  letz- 
tere der  fall  ist,  und  hoffe  schon  bewiesen  zu  haben  dafs  wenn 
selbst  sich  unbefangenem  zählen  50  melodien  ergeben  haben,  diese 
doch  nicht  die  melodien  Notkers  sein  können. 

Schubiger  geht  von  der  Voraussetzung  aus  dafs  die  melodien- 
sammlung  Gm  1  —  44  eine  Sammlung  Notkerscher  melodien  sei, 
vielleicht  seine  eigne  hs.  aber  es  ist  gezeigt  worden  dafs  unter 
ihnen  eine  melodie  Beatus  vir  qui  suffert  vorkommt,  nach  der  Ekke- 
hard  I  eine  sequenz  verfafst  hat,  und  dafs  diese  sequenz  Ekkehards 
dem  Sammler  von  Gm  vorgelegen  haben  mufs;  ferner  dals  nach  aus- 
drücklicher angäbe,  an  der  zu  zweifeln  kein  grund  ist,  die  melodie 
Fidicula  von  einem  pater  Johannes  gesetzt  ist ;  dafs  also  die  Sammlung 
weder  als  Notkersches  original ,  noch  als  eine  abschrift  desselben 
angesehen  werden,  noch  aus  dem  9  jahrh.  sein  kann,  sodann  ist 
bewiesen  dafs  die  melodien  Amoena  und  Pascha^  die  Schubiger  und 
nach  ihm  hr.  prof.  Bartsch  als  verschieden  anführen,  identisch  sind. 
genau  dasselbe  gilt  von  Virguncula  clara  und  Dominus  in  Sina,  deren 
Übereinstimmung  Schubiger  und  Bartsch  nicht  gemerkt  haben,  ob- 
gleich ersterer  beide  übereinstimmende  melodien  (ex.  37.  21)  hat 
drucken  lafsen.  sollte  also  der  beweis  dafs  der  anhang  Gm  36 — 44 
Notkersche  melodien  nicht  enthält,  mislungen  sein,  so  würde  doch 
die  zahl  jener  fünfzig  melodien,  die  Schubiger  gesammelt  hat,  auf 
46  herabsinken ,  und  die  merkwürdige  Übereinstimmung  zwischen 
dem  inhalt  der  hss.  und  Ekkehards  angäbe  aufgehoben,  mit  dieser 
übereinstyimung  schwindet  aber  auch  der  anlafs  Ekkehards  worte 
so  zu  verstellen,  wie  Schubiger  will;  und  da  Ekkehard  an  jener 
stelle  zwei  von  den  fünfzig  Sequenzen  namentlich  anfülu*t,  aber  nicht 
nach  den  melodiennamen,  sondern  nach  den  ersten  textworten,  so 
wird  man  sie  an  und  für  sich  betrachtet,  nur  auf  die  zahl  der  texte 
bezieben  dürfen. 

Der  so  erklärten  angäbe  Ekkehards  würde  das  rcsultat  meiner 
Untersuchung  nicht  gerade  widersprechen;  denn  die  mö^chkeit 
blieb  offen,  dafs  Notker  aufser  den  41  angeführten  Sequenzen  aach 
noch  andere  nach  den  melodien  Gm  1  —  35  gedichtet  habe,  von 
denen  freilich  in  G.und  P  jede  spur  verschwunden  sein  milste. 
doch  ich  glaube  man  darf  jener  flösse  überhaupt  nidit  grofses  ge- 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOtKEtl  VERFASST      298 

wicht  beilegen,  als  eine  in  ruhder  zahl  gegebene,  nngefthre 
Schätzung  zwar  ni6chte  ich  die  angäbe  nicht  ansehen;  aber  iäfst  sie 
sich  nicht  so  erklären:  Die  alte  SGaller  hs.  nr.  378  gehört  noch  ins 
10  jahrh.,  Ekkehard  IV  lebte  noch  in  der  zweiten  hälfte  des  tl 
jahrh. ,  wird  also  wohl  diese  hs.  der  'Notkerschen'  Sequenzen  ab 
ein  ehrwürdiges  buch  gekannt  haben,  sie  enthält  55  Sequenzen, 
vier  davon  kennt  Ekkehard  IV  nach  seiner  angäbe  in  den  casus 
SGalli  als  werke  Ekkehards  I,  eine  ffinfte  als  werk  Ekkehards  II. 
sollte  sich  ihm  wohl  die  zahl  50  durch  einfache  subtraction  ergeben 
haben? 

Zum  schlufs  will  ich  noch  einen  punkt  erwähnen ,  damit  er 
nicht  vergefsen  scheint,  auch  die  melodiennamen  können  verwendet 
werden,  um  die  ältesten  Sequenzen  zu  bestimmen,  .ein  grofser  teil 
dieser  titel  nämlich  ist  von  den  anfangsworten  der  verse  im  gra- 
duale  genommen  die  unmittelbar  auf  das  alleluja  folgten,  hat  man 
nun  festgestellt,  an  welchem  tage  so  ein  vers» gebraucht  wurde,  so 
ergiebt  sich  auch,  welche  melodie  an  diesem  tage  gebraucht  wurde, 
und  dafs  von  den  Sequenzen ,  welche  nach  dieser  melodie  gehen, 
diejenige  die  älteste  ist,  welche  für  diesen  tag  bestimmt  war.  von 
den  50  melodientiteln  die  Schubiger  anführt,  zählt  er  s.  40  ein  und 
zwanzig  auf,  *die  in  missalien  des  9  und  10  jahrh.  als  die  anfangs- 
Worte  jener  verse  vorkommen ,  deren  alleluja  als  intonation  jener 
melodien  gebraucht  wurde',  aber  aller  nähern  angaben  hat  er  sich 
leider  enthalten,  aus  dem  wenigen,  was  mir  in  dieser  beziehung 
bekannt  ist,  Iäfst  sich  nicht  viel  sclilieisen.  selbst  was  mir  anfangs 
ausgemacht  schien,  dafs  manche  titel  aus  den  anfangsworten  der 
Sequenz  genommen  sind,  ist  mir  wieder  zweifelhaft  geworden,  für 
Cmcardia  und  Symphonia  hatte  Daniel  5,  42.  47  diese  meinung 
schon  ausgesprochen;  mit  demselben  recht  kann  man  sie  für  Fäia 
mo/rtt  ( Virginis  venerandae  de  numero  sofietitum  fesla  celehremus 
socii  Filiae  matris  summt  regis) ,  für  Virgo  plarant  (Quid  tu  virgo 
mater  ploras)  und  für  Nostra  tnba  (Nostra  tuba  regatur  fortimma) 
geltend  machen,  welche  fünf  titel  Schub,  s.  41  unter  denen  aufführt, 
deren  Ursprung  uns  verborgen  sei :  aber  mufs  denn  hier  der  titel 
dem  anfang  der  sequenz  entlehnt  sein?  können  nicht  beide  die- 
selbe quelle  haben?  auch  die  nahe  liegende  annähme  dafs  die  se- 
quenz, deren  anfang  mit  dem  titel  übereinstimmt,  die  älteste  sem 
müfse,  erleidet  einspräche,  denn  da  sich  gezeigt  hat  dafs  manche 
melodien  zwei  titel  führen,  so  kann  ein  jüngerer  aus  den  anfangs- 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  IH.  .  20 


294  ÜBER  VIR6INAL 

Worten  einer  Jüngern,  aber  beliebtem  sequenz  entlehnter  titel  den 
altern  verdrangt  haben,  aus  dem  hinweis,  den  der  titel  Virgo  plo- 
rans  auf  die  anfangsworte  der  märtyrersequenz  enthält,  darf  man 
daher  nicht  folgern  dafs  diese  sequenz  älter  sei  als  die  auf  die 
osteroctav  nach  derselben  melodie. 

Berlin  1871.  W.  WILMANNS. 


ÜBER   VIRGINAIj,    DIETRICH   UND    SEINE 
GESELLEN,   UND  DIETRICHS  ERSTE  AUS- 

FAHRT, 

In  der  vorrede  zu  seiner  ausgäbe  der  Virginal  (s.  XLVII)  hat 
Zupitza  die  schon  früher  ausgesprochene  Vermutung,  dafs  die 
Virginal  von  demselben  dichter  herrühre  wie  Goldemar,  Sigenot 
und  Ecke,  ausführlicher  erörtert  und  zu  erweisen  gesucht  das 
eigentlich  entscheidende  sei  hier  wie  überall  eine  solche  gleichheit 
der  gesammten  haltung  der  gedichte,  eine  solche  Identität  des  tones 
und  Stiles,  zu  deren  erklärung  die  annähme,  dafs  eines  etwa  das 
Vorbild  der  übrigen  gewesen ,  nicht  ausreichend  sei.  falls  sie  statt 
finde,  genügten  wenige  äufsere  stützen,  ja  im  gründe  schon  die  ab- 
Wesenheit  von  etwas,  was  dagegen  spreche,  acht  solcher  stütien 
führt  dann  Zupitza  an :  die  gleichmäfsige  mischung  des  höfischen 
und  volksmäfsigen,  die  Übereinstimmung  in  der  metrik,  im  dialekt, 
in  einzelheiten  des  Inhalts,  den  umstand  dafs  alle  ^unbedingt*  in 
dieselbe  zeit  gehören ,  alle  ein  Wirkung  des  Laurin  zeigen,  alle  an 
Unebenheiten  und  gedankenlosigkeiten  leiden,  und  dafs  Virgiiial 
und  Sigenot  sich  auf  den  Ecke  und  wohl  auch  auf  den  Goldemar 
beziehen. 

Diese  gründe  sind  zwut  nicht  ganz  bedeutungslos,  aber  doch 
keineswegs  beweisend;  und  was  den  stil  betriiTt,  so  mutete  mich 
beim  lesen  nicht  eine  solche  gleichheit  der  gesammten  haltung  in 
den  vier  gedichten  an,  dafs  ich  die  annähme  desselben  verfafsers 
ffur  geboten  erachtet  hätte,  je  weiter  ich  las,  um  so  unwahr- 
scheinlicher wurde  sie  mir;  jetzt  hoffe  ich,  sie  als  unstatthaft 
weisen  zu  können. 


ÜBER  VIRGINAL  205 

1.  Virginal  die  fortsetzung  eines  altern  gedichtes. 

Unter  den  metrischen  eigentümlichkeiten  der  Virginal  fährt 
Zupitza  (s.  XVII)  an,  dafs  der  3.  6.  8.  10  vers  der  Strophe  statt  des 
klingenden  ausgangs  häufig  stumpfen  aber  zweisilbigen  schlufs 
haben,  aus  dem  anfang  des  gedichtes  giebt  er  die  fälle  vollständig 
an,  aus  den  letzten  beiden  dritteln  nur  eim'ge  beispiele.  der  punkt 
ist  aber  interessant  und  umfänglichere  beobachtung  fruchtbar,  ich 
habe  im  ganzen  gedieht  257  reime  gezählt,  in  denen  ein  zweisil- 
biges wort  mit  erster  kurzer  silbe  den  wert  eines  klingenden  vers- 
schlufses  hat ;  und  zwar  erscheint  in  den  Stammsilben  dieser  Wörter 
die  lautverbindung 
ag    58mal:  sagen  klagen  (be)jagen  nagen  slagen  zagen  {getragen 

tagen   behaget   kragen   zagel   nagel 
eg    lOmal:  U7e^en    (ge)pflegen   legen  degen   siegen 
ig    5mal :  verzigen   versteigen  gesigen   ligen 
üg   4mal :  hüge   lUge   mHge   tUge 
eh    12mal:jfe&en    leben  gestrebet 
oh    6mal:  kloben   lobe   obe 
ib    4mal :  geschriben   beliben   vertriben 
id   4mal:  ntder  sider  wider 

U    6mal:iitä/e  hüle 

em  2mal :  Schemen  nemen 

om  12mal:  {ge)nomen   komen   vromen 

um  3mal:  {ge)vrHmet   kumet 

im  4mal:  {ge)zimet  nimet   stimet 

an  2mal:  ^ane   bane 

ar  2mal :  gewaren   bewaren 

er  8mal :  here  weren   {er)neren   {en)beren   geren 

ür  2mal:  küre  spüre 

es    24mal:  lesen   wesen  genesen 

is    25mal:  risen    {ge)prisen   wisen 

eh  40mal :  spehen   seheti   {ge)sehehen  jehen 

it    26mal:  (ge)riten    {ge)bitefi    {ver)mitefi     (ge)sniten    durehbrüen 

{ge)liten   {ge)slriten  mite   site 
ot    4mal:  boten   erboten   spote 

Der  auslaut  der  Stammsilbe  in  all  diesen  Wörtern  ist  h,  oder 
ein  tönender  consonant  (media,  liquida,  das  weiche  s),  oder  t\  dafs 

20* 


296  ÜBER  VIR6INAL 

letzteres  sich  hier  den  medien  anschliefst,  hat  möglicherweise  in 
der  ausspräche  des  dichters  seinen  grund,  der  an  22  stellen  d :  t 
reimt  (Zupitza  s.  XVI). 

Die  auiTallende  erscheinung  findet  in  der  nachläfsigkeit  des 
dichters  keine  genügende  erklärung.  wenn  ihm  klingende  und 
stumpfe  reime  für  seinen  strophenbau  gleich  gegolten  hätten,  wor- 
den auch  einsilbige  Wörter  an  stelle  der  klingenden  reime  erschei- 
nen;  da  er  nur  zweisilbige  braucht,  mufs  in  seiner  spräche  ein  an- 
lafs  dazu  gelegen  haben. 

Die  neuhochdeutsche  spräche  hat  überall,  wo  eine  Stammsilbe 
mit  ursprünglich  kurzem  vocal  auf  einfachen  consonanten  ausgieng, 
dehnung  dieses  vocals  oder  scharfung  des  consonanten  eintreten 
lafsen ;  diese  yerstärkung  der  Stammsilbe  mufs  in  der  gegend  und 
in  der  zeit  da  die  Yirginal  gedichtet  wurde,  schon  soweit  vorge- 
schritten gewesen  sein  dafs  der  dichter  zweisilbige  Wörter,  die  ur- 
sprünglich stumpfem  reime  gleichstanden,  klingend  verwenden 
konnte,  wir  haben  es  also  nicht  mit  einer  individuellen  eigentüm- 
lichkeit  des  dichters,  sondern  mit  einer  eigentümlichkeit  der  spräche 
zu  tun,  die  eine  neue  stufe  in  ihrer  entwickelung  bezeichnet;  da 
nun  diese  eigentümlichkeit  in  Ecke,  Sigenot  und  Goldemar  noch 
nicht  hervortritt,  so  ist  es  bedenklich,  ohne  äufseres  Zeugnis 
die  Yii-ginal  demselben  dichter  wie  jene  beizulegen,  als  unmöglich 
freilich  erscheint  die  annähme  noch  nicht;  denn  die  geforderte  ent- 
wickelung der  spräche  kann  sich  grade  in  der  Icbenszeit  des  dichters 
durchgesetzt  haben,  so  dafs  er  sie  in  seinem  jüngsten  werke  anerkennen 
durfte,  während  er  in  den  älteren  auf  dem  alten  Standpunkt  beharrte. 

Auch  die  spräche  der  Yirginal  steht  noch  nicht  auf  dem  Stand- 
punkte des  neuhochdeutschen,  die  Wörter  mit  ursprünglich  kurzer 
Stammsilbe  müfsen  von  denen  mit  ursprünglich  langer  Stammsilbe 
quantitativ,  vielleicht  auch  qualitativ  noch  geschieden  gewesen  sein. 
denn  sie  werden  nicht  nur  als  klingende,  sondern  auch  noch  als 
stumpfe  ausgänge  gebraucht,  und  sehr  selten  (nur  fünfmal  wfsen : 
prisen  843,  3.  gesniten  :  riten  968,  8.  hilen  :  siten  984,  3.  heii- 
gen :  verswigen  1059,  3.  kmnet :  versümet  1078,  8)  auf  Wörter  mit 
ursprünglich  langem  vocal  gereimt. 

Die  257  stellen,  in  denen  die  modernen  klingenden  reime  vor- 
kommen, verteilen  sich  so  auf  das  gedieht,  dafs  auf  str.  1 — 250 
sechs  fallen,  auf  str.  251 — 500  vier  und  sechzig,  auf  str.  501 — 750 
acht  und  sechzig,  auf  str.  751 — 1000  neun  und  siebzig,  auf  die 


ÜBER  VIRGINAL  297 

letzten  97  Strophen  vierzig,  das  yerhältnis  zwischen  den  ersten  250 
Strophen  und  dem  rest  zeigt  nicht  sowohl  ein  allmähliches  ermatten 
des  dichters,  eine  wachsende  nachläfsigkeit,  die  je  länger  je  mehr  zum 
nachgeben  gegen  den  dialectischen  gebrauch  geführt  hätte,  es  zeigt 
vielmehr  ein  plötzliches  umspringen  —  selbst  die  sechs  stellen  werden 
durch  die  spätem  ausführungen  noch  in  wegfall  kommen  —  und 
zwar  nicht  vom  gebrauch  eines  metrischen  Schemas  zu  einem  an- 
dern, sondern  von  einer  stufe  sprachlicher  entwickelung  auf  die  an- 
dere, während  seiner  arbeit  also  müste  dem  dichter  die  einsieht 
gekommen  sein  dafs  er  jetzt  Wörter  wie  sagen  und  klagen  auch 
trochäisch  verwenden  dürfe.  —  Auch  das  ist  möglich;  aber  doch 
sehr  auffallend. 

Zu  weiterem  nachdenken  regt  der  Inhalt  an.  die  Virginal  zer- 
fallt in  vier  hauptteile:  1.  Dietrich  und  Hildebrand  tödten  den  bei- 
den Orkise  und  seine  genofsen ,  welche  die  königin  Virginal  hart 
bedrängen.  2.  Hildebrand  und  Dietrich  kämpfen  mit  drachen. 
Rentwin,  der  söhn  des  herzogs  Helfrich,  wird  von  Hildebrand  aus 
den  Zähnen  eines  solchen  Ungeheuers  befreit,  und  zieht  mit  seinem 
retter  und  Dietrich  in  Aron,  der  bürg  seines  vaters,  ein.  während 
sie  dort  rasten,  überbringt  der  zwcrg  Bibunc  von  der  königin  Vir- 
ginal eine  einladung.  die  beiden  versprechen  ihr  folge  zu  leisten. 
3.  sie  machen  sich  auf  den  weg  nach  Jeraspunt  zur  Virginal. 
Dietrich  reitet  voran ,  verirrt  sich  und  wird  vom  riesen  Wicram 
gefangen  nach  Muter  geführt,  in  die  bürg  des  herzogs  Nitger.  durch 
die  liebe  der  Ibelin  gelingt  es  ihm,  Hildebrand  von  seiner  gefangen- 
schaft  in  kenntnis  zu  setzen,  dieser  zieht  mit  den  Wulfingen, 
Witege  und  Heime,  Dieüeip  von  Steier  und  dem  könig  Imian  von 
Ungarn  herbei ,  die  riesen  Nitgers  werden  erschlagen  und  Dietrich 
befreit.  4.  zug  der  beiden  zur  Virginal.  nach  mancherlei  kämpfen 
mit  drachen  und  riesen  kommen  sie  an  und  werden  festlich  em- 
pfangen, ein  böte  aus  Bern  veranlafst  Dietrich  zur  heimkehr  in 
sein  reich. 

Durch  seinen  Inhalt  der  Virginal  nah  verwandt  ist  das  gedieht 
Dietrich  und  seine  gesellen  im  heldenbuch  (v.  d.  Hagea  und  Pri- 
miisers  heldenbuch  2,  143  ff.),  der  inhalt  der  beiden  ersten  teile 
stimmt  im  wesentlichen  überein,  in  den  beiden  andern  aber  weichen 
sie  ganz  von  einander  ab.  bald  nachdem  Bibunc  die  bürg  Aron 
verlafsen  hat,  um  der  Virginal  den  bescheid  auf  ihre  einladung  zu 
bringen,  kommt  Libertein  aus  Palermo  ufai  mit  Dietrich  zu  kämpfen. 


298  ÜBER  VIRGINAL 

Dietrich  überwindet  ihn  und  nimmt  ihn  zu  seinem  genolsen  an. 
alsdann  treten  Helfrich,  Dietrich,  Hildebrand  und  Libertein  die  reise 
zur  Virginal  an,  werden  aber  unterwegs  durch  einen  boten  des 
beiden  Janibus  verführt,  seine  bürg  Orteneck  zu  besuchen.  Janibus 
sucht  die  beiden  zu  verderben ,  um  seinen  vater  Orkise  (Origreis 
Str.  100.  116.  vgl.  Str.  3)  zu  rächen,  sie  bestehen  aber  alle  ge- 
fahren glücklich,  befreien  drei  mädchen,  die  Orkise  seiner  zeit  ge- 
fangen hatte,  und  kommen  als  sieger  zur  königin  Virginal.  Dietrich 
vermählt  sich  mit  ihr  und  führt  sie  scliliefslich  in  seine  haupt- 
Stadt  Bern. 

Also  zwei  gedichtc  haben  wir,  die  anfangs  im  wesentlichen 
übereinstimmen ,  nachher  aber  grundverschieden  'sind,  die  bot- 
schaft  Bibuncs  au  Dietrich  und  Hildebrand  bildet  die  grenze.  Bi- 
buncs  abschied  aus  der  bürg  Aron  erfolgt  in  *  der  Virginal  in  str. 
254.  die  gemeinsamkeit  der  beiden  texte  reicht  also  grade  so  weit, 
wie  die  ältere  spracliform  in  der  Virginal  sich  ausdehnt,  was  sich 
daraus  ergiebt,  ist  dodi  wohl  klar:  die  Virginal  ist  die  fortsetzung 
eines  altern  gedichtes  oder  gedichtteiles ;  das  ältere  werk  erstredKt 
sich  soweit  wie  die  ältere  sprachform,  die  fortsetzung  beginnt,  wo 
in  plötzlicher  fülle  die  modernen  reime  einbrechen. 

2.  Der  erste  teil  der  Virginal  die  Überarbeitung  eines 

altern  gedichtes. 

Wenn  in  der  Virginal  ein  älteres  gedieht  fortgesetzt  ist,  so  liegt 
die  Vermutung  nahe  dafs  der  fortsetzer  sich  nicht  jeder  Überarbei- 
tung desselben  enthalten  habe,    auch  sie  läfst  sich  erweisen. 

Von  einer  hs.  (B)  die  um  hundert  oder  mehr  jähr  älter  ist  ak 
die  (h),  welche  Zupitza  seiner  ausgäbe  zu  gründe  legen  muste,  sind 
nur  zerstreute  bruchstücke  erhalten ,  die  alle  dem  ersten  teile  des 
gedichtes  (str.  56 — 116)  angehören,  manche  Strophen,  die  h  ent- 
hält, fehlen  in  dieser  altern  handschrift,  und  Zupitza,  der  diesen 
bruchstücken  überhaupt  geringen  glauben  beimifst  (s.  VIII  f.), 
nimmt  an  allen  diesen  stellen  eine  lücke  in  B  an.  am  ausführ- 
lichsten sucht  er  diese  ansieht  zu  begründen  für  die  vierzehn  Stro- 
phen h  79 — 92.  fünf  gründe  führt  er  an :  erstlich  scheine  es  na- 
türlicher dafs  ein  abschreiber  bei  einem  so  umfangreichen  gedieht 
etwas  auslafse  als  zudichte;  sodann  hätten  die  vierzehn  Strophen 
ganz  die  haltung  der  übrigen ,  drittens  komme  eine  ganz  ähnliche 
Situation  im  Ekkenlied  vof,  viertens  erscheine,  wenn  die  Strophen 


ÜBER  VIRGINAL  299 

fehlten,  der  name  Orkise  in  str.  132  ganz  überraschend,  fünftens 
spreche  der  Zusammenhang  dafür.  —  Dem  ersten  gründe  darf  man 
wohl  keine  bedeutung  beimefsen,  der  vierte  kann  einen  gewissen 
schein  auch  nur  für  den  haben,  der  den  Charakter  dieser  gedichte 
aus  dem  äuge  läTst.  oft  genug  wird  in  ihnen  ein  name  oder  eine 
Sache,  als  ob  sie  dem  leser  bekannt  wäre,  erwähnt,  ohne  dafs  der 
dichter  diese  bekanntschaft  vermittelt  hat;  und  wer  die  Virginal  für 
das  werk  eines  dichters  hält,  der  sollte  am  wenigsten  eine  Uneben- 
heit, die  im  Verhältnis  zu  vielen  andern  verschwindend  klein  ist, 
urgieren.  auf  den  ersten  punkt,  auf  den  Zusammenhang,  kommt 
es  in  erster  linie  und  vorzugsweise  an.  vier  beiden  sehen  Dietrich 
auf  dem  felde  halten;  den  ersten,  der  auf  ihn  lossprengt,  durchbohrt 
Dietrich  mit  seinem  speer.    str.  78  lautet  dann : 

Dm  Schaft  er  üzer  ime  brach. 

vil  balde  er  gegen  im  komen  sach 

vil  starker  heiden  drige: 

die  tDoUenn  machen  skbens  an. 

dö  wart  durch  vorhte  niht  geldn: 

der  edek  schänden  vrige 

Af  einen  starken  heiden  stach. 

er  traf  in  da  er  sin  gerte: 

daz  sper  ze  kleinen  sprizen  brach. 

die  zu>^  er  mit  dem  swerte 

brdhte  in  angest  unde  in  not. 

alsus  gesigte  an  in  sin  hont. 
wie  viele  sind  jetzt  todt?  offenbar  doch  entweder  alle  vier,  odör  die 
beiden  ersten,  keinesfalls  drei;  und  so  heifst  denn  auch  die  letzte 
vei*8hälfle  in  B 

daz  viere  Idgen  ver  im  tat. 
h  hingegen  hat 

und  lägen  drige  vor  im  tot. 
und  fahrt  dann  str.  79  fort:  'Der  vietde  leit  ouch  ungemach*j  war 
aber  noch  nicht  ganz  todt  und  knüpft  ein  gespräch  an  mit  Dietrich, 
in  dem  er  ihm  rät  zu  entfliehen  und  Orkisen  tod  berichtet,  die 
handlung  steht  während  dessen  still  und  der  leser  erfahrt  nichts 
von  belang,  was  er  nicht  schon  wüste,  angenommen  die  vierzehn 
Strophen  in  h  wären  echt  und  der  letzte  vers  von  str.  78  wäre  in  h 
in  seiner  ursprünglichen  form  überliefert,  so  mufs  jeder  zugeben 
dafs  der  dichter  vorher  sehr  ungeschickt  erzählt  hat.  denn  da  durch 


300  ÜBER  VIRGINAL 

nichts  angedeutet  i^t,  daEs  einer  von  den  vier  beiden  ein  andres 
geschick  gehabt  habe,  ab  die  andern  drei,  mulüs  man  annehmen 
dafs  alle  vier  todt  sind,  der  zusammenbang  der  Strophe  föhrt  auf 
die  lesart  der  ältesten  hs.  B,  man  wird  sie  also  für  echt  halten  und 
die  in  b  folgende  episode  für  eine  interpolation  erklären  müfsen. 
der  hinweis  auf  eine  ganz  ähnliche  Situation  im  Eckenliede  stfltxt 
diese  ansieht  eher,  als  dalüs  er  sie  umstofst.  zweifellos  wird  sie 
durch  die  beachtung  der  form,  sechs  stellen,  in  denen  zweisilbige 
Wörter  mit  erster  kurzer  silbe  als  klingende  reime  verwandt  sind, 
Guden  sich,  wie  oben  augegeben,  auch  in  den  ersten  250  atrophen 
der  Yirginal.  vier  von  diesen  stellen  kommen  auf  die  in  rede  stehen- 
den 14  Strophen :  geriten  gebitm  (SO,  8),  Schemen  nemen  (88,  8). 

Jetzt  wird  man  geneigt  sein  B  mit  günstigem  äugen  anzusehen 
und  auch  in  den  andern  Strophen,  welche  ihm  fehlen,  Interpola- 
tionen zu  vermuten.  —  Als  Hildebrand  mit  dem  mädchen  das  er 
aus  der  gewalt  der  beiden  befreit  bat,  durch  den  wald  reitet,  hört 
er  Dietrichs  gewaltige  schlage;  um  ihm  rasche  hilfe  zu  bringen, 
läfst  er  das  mädchen  absteigen  (str.  100).  sie  fürchtet  dafs  Hilde- 
brand der  Übermacht  unterliegen  wird  (101),  aber  dieser  verab- 
schiedet sich  und  ruft  ihr  noch  einige  trostworte  zu  (102).  dann 
sprengt  er  in  den  wald,  hier  und  da  aufhorchend,  woher  der  schwer!^ 
schlag  ertönt  (104).  —  Hier  ist  alles  in  Ordnung;  h  aber  hat  zwi- 
schen 102  und  104  noch  folgende  atrophe: 

Her  Hiltbrani  v(m  dem  rosse  saz. 

er  zöch  ez  ein  winic  vürbaz: 

er  hafte  ez  zeinem  aste. 

an  allen  vieren  erz  besach 

{in  kurzer  wile  daz  beschach), 

ob  ime  der  isen  braste. 

er  gurt  daz  ros  baz  unde  sprach 

'got  gebe  geliUke  uns  beiden 

^tnde  entwende  uns  ungemach 

von  den  ungetauften  heiden,* 

an  stegereif  in  den  satel  er  spranc. 

'nu  müeze  iu  got  gelücke  geben',  sprach  dm  mag^ 

danach  unUme. 
Wie  wunderlich  wird  die  Situation  wieder  durch  diese  atrophe, 
also  erst  steigt  das  mädchen  ab  (101,  1  —  3),  dann  scheidet  Hilde- 
brand  von  ihr  (102,  2),  dann  steigt  er  vom  pferde,  besieht  alle  vier 


ÜBER  VIRGINAL  301 

füTse  ob  auch  hufeisen  daran  sind,  zieht  den  Sattelgurt  fester,  und 
springt  ohne  Steigbügel  wieder  hinauf,  wo  macht  er  denn  das  alles? 
von  dem  mädchen ,  sollte  man  meinen  hat  er  sich  entfernt ;  aber 
doch  ist  sie  da,  und  wünscht  ihm  *dd  nach  unlat^i*  noch  eines  heiles- 
grufs.  wenn  Hildebrand  noch  so  viel  an  seinem  pferdc  zu  tun  hat, 
warum  steigt  er  nicht  gleich  mit  dem  mädchen  ab ,  warum  unter- 
hält er  sich  mit  ihr  vom  satte]  herab,  und  warum  nimmt  er  abschied 
ehe  er  davon  reitet?  —  In  B  fehlt  die  Strophe,  h  zeigt  sich  auch 
an  dieser  stelle  als  überarbeitet,  ein  Zeugnis  aus  der  form  fehlt 
auch  hier  nicht;  das  praeteritum  hraste  in  v.  6  gehört  einer  jungern 
stufe  der  sprachentwickelung  an.  es  kommt  gewis  nicht,  wie  Zu- 
pitza  in  der  anmerkung  meint,  von  einem  schwachen  verbum  hresten 
her,  sondern  ist  das  praeteritum  des  starken  verbums,  das  durch 
form&bertragung  von  der  schwachen  conjugation  ein  e  empfangen 
hat.  späterhin  erreichte  diese  bildung  grofse  ausdehnung,  sie  findet 
sich  aber  schon  bei  Ulrich  von  Liditenstein  im  frauendienst  95, 20 
seige  st.  seic;  290,  29  gäbe  st.  gap;  220,  15  vande  st.  vant. 

Ferner  ist  B  in  den  Strophen  108—112  kürzer  als  h;  an  stelle 
der  fünf  Strophen  hat  die  alte  hs.  nur  eine,  die  zusammengesetzt 
ist  aus  den  ersten  elf  versen  der  str.  108,  dem  zwölften  von  str.  109, 
und  einem  dreizehnten  eigner  erfindung;  aufserdem  stehen  die 
Stollen  der  str.  108  in  umgekehrter  Ordnung,  der  Inhalt  ist  der 
folgende:  als  Dietrich  im  kämpf  mit  den  beiden  in  drohende  gefahr 
gebracht  ist,  greift  Hildebrand  helfend  ein  (107).  wie  ein  schiff 
durch  die  wilden  fluten  bricht,  sprengt  er  auf  seinem  rosse  Lewe 
ins  gedränge  und  schlägt  mit  seinem  schwort  Vreise  die  funken  aus 
den  helmen  (108).  vier  und  zwanzig  mann  tödtet  er,  Dietrich  die 
übrigen  (109).  so  wurde  der  streit  beendet.  Hildebrand  wünscht 
seinem  herrn  glück  dafs  er  ihn  so  wohl  bestanden;  das  seien  även- 
tiure;  immer  werde  man  ihn  preisen  dafs  er  so  hohes  lob  um  der 
frauen  willen  erworben  habe  (HO).  Dietrich  aber  ist  unempfänglich 
für  diese  anerkennung.  wenn  das  äventiure  sei,  solle  man  ihr  billig 
aus  dem  wege  gehen.  Hild^rand  und  die  frauen  trachteten  ihm 
nach  dem  leben;  aus  tiefen  wunden  ströme  ihm  das  blut  (111.112). 
er  bedaure,  dem  alten  meister  gefolgt  zu  sein,  heiser  wäre  er  in 
Bern  geblieben,  höhnisch  envidert  Hildebrand,  er  habe  inzwischen 
schach  gespielt  und  mit  hübschen  frauen  getanzt  (1 13) 

^Enttiuwm*  sprach  her  Dieterich 

'so  ist  diu  tdgali  ungelich 


302  ÜBER  VIRGIMAL 

gewesen  zwischen  uns  beuien: 

so  vihte  ich  disen  ganzen  tac, 

daz  ich  von  müede  niht  enmac, 

mit  'kmgetouften  heiden.* 

er  sprach  ^herre  so  wol  dan 

mit  mir  zuo  den  vrouwen: 

ir  sulnt  die  wunden  sehen  Idn 

und  si  den  schaden  schouwenj 

der  iu  ist  worden  durch  si  kunt. 

dd  hcerent  wise  meister  stio,     und  suüu  ir  toerrfe» 

wol  gesuni,' 
nachdem  der  Berner  den  spott,  der  in  den  letzten  worten  liegt,  zu- 
rückgewiesen und  noch  einmal  seine  üble  laune  zu  erkennen  ge- 
geben hat,  erklärt  sich  Ilildebrand  näher,  und  beide  reiten  dahin, 
wo  das  mädchen  zurückgelaisen  ist.  —  Es  ist  klar,  daOs  str.  108— 
110  nicht  fehlen  dürfen;  dafs  Hildebrand  in  den  kämpf  eingreift, 
und  dafs  derselbe  beendet  wird,  durfte  und  konnte  nicht  ver- 
schwiegen werden,  die  Strophe  in  B  erfüllt  diesen  zweck  nicht. 
B  ist  also  hier  oflenbar  verstümmelt,  und  wenn  dies  der  fall  ist, 
so  wird  man  auch  str.  11 1. 112,  die  allenfalls  entbehrlich  sind,  und 
Str.  114,  die  ohne  Schädigung  des  Zusammenhangs  ausgebfsen 
werden  kann,  nicht  beanstanden  dürfen;  weder  form  noch  inhalt 
bietet  in  ihnen  einen  anstofs. 

Durch  die  einräumung,  dafs  der  text  in  B  an  dieser  stelle  das 
echte  nicht  bewahrt  hat,  wird  der  leser  hoffentlich  nicht  zu  der  an- 
nähme verführt  werden ,  dais  dadurch  die  ausführungen  über  str. 
79 — 92.  103  an  beweisender  kraft  verlören,  denn  nicht  auf  äufsere 
autorität  der  hs.,  sondern  auf  gründe,  die  aus  inhalt  und  form  des 
gedichtes  gezogen  waren,  habe  ich  mich  berufen,  und  es  ist  doch 
sehr  wohl  möglich,  dafs  eine  hs.  im  allgemeinen  den  echten  text 
bewahrt  hat  und  doch  an  einigen  stellen  entstellt  und  verstümmelt 
ist  dafs  der  Schreiber  von  B  oder  seiner  quelle,  mit  willkürlicher 
absichtlichkeit  das  original  geändert  habe,  folgt  aus  der  besprochenen 
stelle  nicht,  im  gegenteil,  da  er  statt  fünf  Strophen,  die  für  den 
Zusammenhang  ganz  unentbehrlich  sind,  eine  einzige  setzte,  die 
nicht  einmal  dem  nächsten  bedürfnis  genügt;  da  er  in  dieser  einen 
Strophe  zwecklos  drei  verse  umstellt,  im  schlufs  zweck-  und  sinnlos 
einen  vers  aus  str.  109  aufnimmt,  und  um  das  mafs  der  Strophe  zu 
füllen  noch  selbst  einen  vers  zusetzte,  so  scheint  es  vieknehr  dtb 


ÜBER  YIRGINAL  303 

er  in  seiner  vorläge  eine  lücke  hatte ,  die  er  nicht  nach  einer  hs. 
sondern  nach  unzulänglicher  mundlicher  angäbe  oder  aus  eignem 
untreuem  gedächtnis  ersetzte. 

Die  annähme,  dafs  h  79—92.  103  unecht,  h  108—112.  114 
hingegen  echt  sind,  findet  eine  letzte  willkommne  bestätigung  in 
der  bearbeitung*  des  heldenbuches.  von  den  ersten  fünfzehn  Stro- 
phen findet  sich  dort  keine  spur  (vgl.  str.  32.  37),  die  andern  aber 
lafsen  sich  alle  nachweisen  (vgl.  str.  38 — 40). 

Dafs  das  alte  gedieht,  welches  in  der  Virginal  fortgesetzt  ist, 
auch  interpoliert  wurde,  ist  gezeigt;  ob  und  wo  auch  ohne  das 
Zeugnis  der  hs.  B  interpolationen  zu  erkennen  sind ,  lafse  ich  un- 
erörtert;  nur  eine  stelle  mufs  ich  noch  erwähnen,  damit  sich  der 
geführte  beweis  abrunde,  eine  stelle  ist  noch  im  ersten  teil  der 
Virginal  übrig ,  wo  ein  zweisilbiges  wort  mit  ursprünglich  kurzer 
Stammsilbe  als  klingender  ausgang  gebraucht  wird,  in  dem  reime 
gesogen :  klagen  trägt  die  achte  Strophe  dieses  kennzeichen  des  fort- 
setzers und  interpolators. 

Im  eingang  der  Virginal  schliefst  sich  die  neunte  Strophe  ihrem 
inhalte  nach  unmittelbar  an  die  zweite.  'Ein  beide  reitet  mit  achtzig 
streitbaren  mannen  hinaus  ins  land,  um  preis  und  ehre  zu  erwerben 
(1).  er  kommt  nach  Tirol  und  bedrängt  hart  die  königin.  die  künde 
kam  auch  vor  Dietrich  und  Hildebrand. 

her  HiUebrant  mit  zi^ten  sprach 

'Mi  ir  diu  künegin  lideny 

wir  miUzen  dulden  ungemach 

darumbe  in  herien  striten 

vil  snellicliche  an  dirre  stunt: 

min  herre  unde  ich  miUzen  dar:  so  wirt  uns 

äventiure  kunt.* 

Str.  9  Der  alte  meister  Hiltebram 
nam  den  jungen  bi  der  hant 
und  vuorte  in  an  ein  ende, 
er  sprach  ^vil  lieber  herre  min, 
wie  lange  weint  ir  heime  sin? 
ich  sterbe  odr  ich  erwende 
vil  griuweliche  gröze  klage, 
diu  ist  in  iuwerm  lande, 
vemement  reht  waz  ich  tu  sage: 


301  ÜBER  VIHGINAL 

wir  hän  sin  iemer  schände, 

da%  man  sus  wüestet  unser  lant. 

wol  iif,  länt  uns  riten  dar,      so  mrt  uns  iloeiKticrs 

trkani' 
Diese  beiden  Strophen  stehen  im  engsten  Zusammenhang;  in 
der  zweiten  wird  ausgeführt,  was  in  der  ersten  beschlofsen  war;  in 
den  schlufsworten  beider  Strophen  ist  ihre  nahe  beziehung  auf  die 
natürlichste  weise  ausgedrückt,  getrennt  sind  sie  in  dem  gedieht 
zunächst  durch  vier  Strophen,  in  denen  die  glänzende  rüstung  des 
beiden  beschrieben  wird,  und  dann  durch  zwei,  wo  es  heifst,  der 
lierner  habe  inzwischen  bei  den  frauen  gesefsen.  sie  hätten  ihn 
gefragt y  ob  er  schon  äoentiure  erlebt  habe;  und  da  ihm  das  ding 
noch  völlig  unbekannt  gewesen,  sei  er  schamrot  zu  seinem  meister 
Ilildebrand  gegangen,  um  hülfe  zu  finden. 

'die  vrouwen  hänt  gevräget  ser 

mich  nach  dingen,  der  ich  niht  umz:      daz  Ut  mir 

an  dem  herzen  iwarJ* 
Hier  ist  zunächst  auffallend,  dafs  die  Waffenschilderung  sich 
nicht  an  die  erwähnung  des  beiden  anschliefst,  sondern  den  Zu- 
sammenhang unterbrechend  auf  str.  2  folgt.  Zupitza  meint  in  folge 
dessen,  dafs  str.  2  hinter  str.  6  zu  setzen  sei.  möglich  ist  das;  viel- 
leicht aber  ist  die  beschreibung ,  die  ausführlicher  noch  einmal  in 
Str.  31  —  37  erfolgt,  überhaupt  nicht  das  werk  des  alten  dichters. 
wie  dem  auch  sei,  in  Ordnung  kommt  die  stelle  weder  dadurch,  dafs 
man  str.  3 — 6  für  eine  interpolation  erklärt,  noch  dadurch  dafs  man 
sie  umstellt,  denn  einen  grölsern  anstofs  bietet  str.  8  und  ihr  Ver- 
hältnis zur  folgenden,  wie  aufserordentlich  ungeschickt  fragt  doch 
Dietrich;  er  will  wifsen  was  äüentiure  ist,  und  sagt  nur,  man  habe 
ilin  nach  dingen  gefragt,  die  er  nicht  kenne;  das  bekümmere  ihn. 
und  wie  seltsam  benimmt  sich  Hildebrand  dem  gegenüber,  er  for- 
dert nicht  seinen  Zögling  auf  sich  etwas  deutlicher  auszudrücken, 
damit  er  ihn  verstehen  und  in  seinem  herzeleid  trösten  könne;  er  tut 
vielmehr  so,  als  habe  er  die  klagenden  werte  gar  nicht  vemommeOf 
und  benutzt  die  gelegenheit,  die  ihm  den  Dietrich  zu  guter  stunde 
in  den  weg  führt,  nur  um  seinen  beschlufs  auszuführen,  deutlicher 
kann  sich  ein  interpolator  kaum  zu  erkennen  geben,  str.  8  mit 
sagen :  klagen  als  klingendem  reim  ist  unecht;  mit  ihr  fallt  str.  7. 
—  Bestätigt  wird  die  athetese  dieser  Strophen  wieder  dadorch, 
dafs  sie  in  der  bearbeitung  des  heldenbuches  fehlen,    doch  darf 


ÜBERVffiGINAL  306 

man  in  diesem  falle  der  einstiromung  von  d  kein  all  zu  grofses  ge* 
wicht  beilegen,  da  im  eingang  die  beiden  gedtchte  stärkere  diffe- 
renzen  zeigen. 

3.  Dietrichs  erste  ausfahrt  die  Verbindung  zweier 

gedichte. 

In  den  vorstehenden  auseinandersetzungen  ist  zu  wiederholten 
malen  auf  die  bearbeitung  im  heldenbuche  bezug  genommen,  ohne 
dafs  ein  drittes  umfangreicheres  gedieht,  das  Starck  unter  dem  titei 
Dietrichs  erste  ausfahrt  aus  einer  hs.  des  15  jh.  herausgegeben  hat, 
berücksichtigt  wäre,  die  berechtigung  eines  solchen  Verfahrens 
mufs  erst  nachgewiesen  werden ;  denn  Zupitza  meint  (s.  XII)  schon 
die  vergleichung  der  ersten  sirophe  in  d  (d.  h.  der  bearbeitung  des 
heldenbuches),  die  fast  wörtlich  zu  w  (dem  gedieht  von  Dietrichs 
erster  ausfahrt)  stimmt,  während  h  (die  Yirginal)  nichts  entsprechen- 
des hat,  beweise,  dafs  die  408  Strophen,  aus  denen  nach  ausdräck- 
licher  angäbe  des  beai*beiters  die  130  in  d  ausgezogen  sind,  ihrer- 
seits eine  abkürzung  der  Umarbeitung  waren,  die  sich  in  w  erhalten 
hat.  verhielte  sich  die  Sache  wörklich  so,  dann  dürfte  man  sich 
allerdings  nicht  mit  Umgehung  von  w  auf  das  Zeugnis  von  d  bezie- 
hen; aber  die  Verhältnisse  liegen  anders. 

Im  grofsen  und  ganzen  stimmt  w  mit  d  überein,  denn  mit  d 
hat  es  die  abenteuer  auf  Orteneck  und  den  schlufs  gemeinsam; 
aber  es  hat  aufserdem  audi  noch  Dietrichs  gefangenschaft  in  Muter: 
nach  den  kämpfen  auf  Orteneck  nämlich  reiten  Dietrich  und  seine 
genofsen  wieder  nach  Aron,  ruhen  dort  vierzehn  tage  und  treten 
dann  die  reise  zur  Virginal  an,  auf  welcher  Dietrich  von  Wicram 
gefangen  wird,  die  fahrt  von  Aron  zur  Virginal  und  der  empfang 
der  gaste  wird  in  w  495  IT.  in  völliger  Übereinstimmung  mit  h  308 
S*  erzählt  auf  die  abenteuer  in  Orteneck,  auf  Dietrichs  Waffen- 
brüderschaft mit  Libertein,  auf  die  befreiung  der  drei  Jungfrauen, 
die  Orkise  einst  gefangen  hatte,  auf  den  fang  des  riesen,  auf  all 
diese  dinge,  die  doch  in  w  unmittelbar  voran  gehen,  findet  keinerlei 
beziehnng  statt.  Virginal  läfst  sich  IleJfrich  und  Portalape  vor- 
stellen (w  538.  h  352) ,  von  Libertein  ist  keine  rede ,  auch  vom 
riesen  nicht,  und  was  mehr  als  auffallend  ist,  nicht  einmal  von  den 
drei  jungfirauen,  die  sie  einst  in  die  gefangenschaft  gegeben  hatte, 
in  h  ist  natürlich  von  diesen  dingen  auch  nicht  die  rede,  denn  die 
taten  auf  Orteneck  werden  dort  nicht  berichtet,  in  w  aber  bezeichnet 


306  ÜBER  VIRGINAL 

dies  plötzliche  verschwinden  aller  erinnerungen  an  das  vorangegan- 
gene nicht  eine  naht,  nein  einen  offnen  rifs. — Ebenso  plötzlich  aber 
noch  viel  seltsamer  tauchen  nun  alle  diese  personen  wieder  auf, 
sobald  in  Übereinstimmung  mit  h  Dietrichs  erlebnisse  auf  Muter 
und  seine  befreiung  erzählt  sind,  in  der  gefangenschaft  hatte 
Dietrich  allein  gesefsen.  als  es  ihm  jetzt  endlich  gelingt  zur  Virginal 
zu  kommen,  führt  er  ihr  die  drei  Jungfrauen  zu,  die  er  ein  halbes 
jähr  früher  befreit  hatte  und  die,  wir  wiDsen  nicht  wo,  während 
dessen  verweilt  haben,  sie  werden  von  der  Virginal  mit  frenden 
empfangen  und  erzählen  von  Orteneck,  aber  von  Muter  wifsen  sie 
nichts  (774  —  776);  auch  der  riese  stellt  sich  ein  (801)  und  herr 
Libertein  (833).  die  personen  hingegen,  welche  in  der  episode  von 
Dietrichs  gefangenschaft  bedeutende  rollen  spielten,  sind  ganz  von 
der  bühne  abgetreten,  als  Dietrich  liebe  zur  Virginal  spürt,  berftth 
er  sich  (str.  833)  mit  Hildebrand ,  Helfrich,  Rotwein  und  Libertein, 
also  nur  mit  personen,  mit  denen  er  auf  Orteneck  gewesen  war; 
von  den  Wülßngen,  die  ihn  aus  Muter  erlöst  hatten,  keine  spur;  ja 
Str.  840.  843  als  er  seine  hochzeit  feiern  will ,  läfst  er  sie  erst  aus 
Lamparten  herbeiholen. 

Es  dürfte  unnütz  sein  auf  den  beweis  einer  sache,  die  so  klar 
liegt,  noch  weitere  mühe  zu  verwenden:  Dietrichs  gefiingenschaft 
in  Muter  ist  in  w  ein  fremder ,  ganz  roh  eingeschobener  bestand- 
theil,  der  aus  h  oder  einer  nahestehenden  bearbeitung  entlehnt  ist 
was  nach  seiner  ausscheidung  übrig  bleibt,  fügt  sich  wohl  anein- 
ander und  stimmt  im  wesentlichen  mit  d  überein.  die  quelle  von 
d  ist  also  nicht  ein  auszug  von  w  gewesen,  sondern  w  ist  aus  einer 
erweiterung  und  Verschmelzung  dieser  oder  einer  nahverwandten 
quelle  mit  der  Virginal  hervorgegangen,  dafs  der  bearbeiter  will- 
kürlich verfuhr  und  auch  im  einzelnen  sein  werk  nicht  beCserte, 
sieht  man  leicht,  wenn  man  die  partie,  für  welche  die  Virginal 
quelle  ist,  mit  h  vergleicht  (w  495  —  766.  h  308—921).  manche 
lästige  Wiederholung  zwar  ist  in  wegfall  gekommen ,  aber  der  teit 
so  verwildert,  dafs  an  eine  reconstruction  gar  nicht  zu  denken  iat 

4.  Die  quelle  von  Dietrich  und  seine  gesellen. 

h  hat  sich  also  als  fortsetzung  eines  altern  gedichtes  oder  ge* 
dichtteiles  ergeben,  w  als  eine  Verschmelzung  zweier  gedichte,  von 
denen  das  eine  zur  sippe  von  d ,  das  andere  zur  sippe  von  h  ge- 
hörte: es  erübrigt  noch  zu  untersuchen,  ob  die  quelle  von  d  ein 


ÜBER  VmGINAt  307 

einheitliches  gedieht  oder  wie  h  ein  fortgesetztes  und  überarbeitetes 
war.  die  Untersuchung  hat  es  mit  einem  ziemlich  unzulänglichem 
material  zu  tun,  mit  dem  dürftigen  auszug  im  heldenbuch,  in  dem 
das  original  auf  weniger  als  auf  ein  drittel  seines  umfangs  zusam- 
mengeschrumpft ist,  und  mit  der  bearbeitung  in  w,  die  wie  die 
yergleichung  mit  h  lehrt,  so  willkürlich  ist'  dafs  sie  auf  die  gedanken 
im  einzelnen  und  auf  die  form  keinen  schluTs  gestattet,  aber  so 
viel  erkennt  man  doch,  dafs  das  gedieht  viel  mehr  innern  Zusammen- 
hang und  abrundung  hatte  als  h.  von  den  Unebenheiten ,  welche 
man  im  ersten  teile  der  Virginal  wahrgenommen  und  verzeichnet 
hat,  faUen  die  stärksten  in  d  weg;  namentlich  auch  der  anstols, 
welchen  eine  äufserung  Hildebrands  erregt  (h  61):  Dietrich  würde 
seiner  spotten,  wenn  er  sähe,  dafs  er  nicht  einmal  eines  herr  wer- 
den können,  während  er  jenem  befohlen  habe,  allein  ganze  rotten 
zu  bestehen,  in  der  Virginal  wird  von  einem  solchen  ansinnen 
Hildebrands  vorher  gar  nichts  erwähnt;  in  d  hingegen  sagt  er  zu 
Dietrich  als  sie  in  die  wilde  kommen,  bald  werde  der  heide  mit 
seinen  achtzig  gesellen  kommen;  er  solle  ihnen  rechte  totschläg 
geben  und  sich  nicht  kümmern  lafsen,  wenn  er  im  kampfgewühl 
von  ihm  abgedrängt  werde  (d  10).  auf  diese  stelle  bezieht  sich 
offenbar  Hildebrand,  das  sieht  nicht  wie  die  ergänzung  eines  über- 
arbeiters  aus,  der  dem  befremdenden  eindruck  einer  spätem  stelle 
begegnen  wollte,  sondern  wie  ein  echtes  glied  des  alten  gedichtes, 
das  der  ungeschickte  Überarbeiter  in  h  unbesonnen  verwarf.  — 
Der  schlufs  ist  viel  befriedigender  als  in  h,  und  die  Verbindung  der 
beiden  haupttheile  des  gedichtes  eine  viel  befsere.  auf  die  heirat 
zwischen  Dietrich  und  Virginal  zielt  die  ganze  anläge  des  gedichtes, 
die  gefahren  Dietrichs  in  Orteneck  sind  dadurch  motiviert  dafs  dort 
ein  söhn  Orkises  herrscht,  der  seinen  vater  rächen  muüs,  die  be- 
ziehung  auf  das  hauptthema  auch  in  diesem  teile  festgehalten,  da- 
durch dafs  hier  noch  drei  Jungfrauen  der  Vii*ginal  befreit  werden. 
—  Nichts  scheint  gegen  die  annähme  zu  sprechen,  dafs  in  der 
quelle  von  d  ein  altes  einheitliches  gedieht  seinem  wesentlichen  in- 
halt  nach  bewahrt,  nicht  wie  in  h  nur  ein  teil  beibehalten  und  von 
einem  jungem  dichter  fortgesetzt  wurde. 

Nichts  desto  weniger  glaube  ich  dafs  auch  schon  in  der  quelle 
von  d  das  alte  gedieht  im  einzelnen  stark  überarbeitet  und  entstellt 
war,  wie  ja  auch  w  495  —  766  im  ganzen  h  308 — 921  folgt,  im 
einzelnen  aber  weit  von  ihm  abweicht.  —  Im  anfang  des  gedichtes, 


308  ÜBER  VIRGINAL 

wo  der  verfafser  des  heldenbuches,  wie  die  vei*gIeichuog  mit  w  lehrt, 
wenig  gekürzt  hat,  wird  erzählt,  ein  alter  buser  heide  Tereyas  habe 
einen  söhn  hinterlafsen,  der  ganz  in  die  fufsstapfen  des  vaters  ge- 
treten sei.  achtzehen  jähr  alt  sei  er  mit  achtzig  mann  hinaus  ge- 
ritten, um  raub,  mord  und  brand  zu  begehen  (str.  1.  2).  die  her- 
zogin  von  Zertugein,  eine  heidnische  zauberin,  habe  dem  Tere?ai 
achtzig  mann  geschickt,  damit  er  gegen  die  Christen  kämpfe  (str.  3). 
—  Es  leuchtet  ein,  auch  abgesehen  von  der  Verwirrung  in  den  na- 
men,  wie  ungeschickt  sich  die  dritte  Strophe  an  die  zweite  schliebt 
in  der  zweiten  reitet  der  heide  schon  mit  seinen  achtzig  reitem  aus, 
in  der  dritten  erhält  er  sie  erst  und  zwar  von  einer  herzogin ,  die 
nachher  nicht  wieder  erwähnt  wird,  in  h  ist  von  diesen  drei  atro- 
phen nur  die  zweite  vorhanden ,  und  sie  ist  glaube  ich  auch  allein 
echt,  d.  h.  dem  ursprünglichen  gedichte  angehörig,  die  erste  sollte 
die  Vorgeschichte  des  beiden  angeben,  die  andere  seine  ausfahrt 
motivieren,  das  letztere  namentlich  ist  übel  gelungen  ^ 

1  Interessant  zu  sehen  ist,  wie  der  bearbeiter  von  w,  der  zn  anfan^  uiüt 
aufgrabe  zwei  gedichte  za  verschmelzen  mit  mehr  eifer  und  Sorgfalt  verfolgte 
als  nachher ,  sich  diesen  Schwierigkeiten  gegenüber  verhielt  er  linderte  dea 
eingang  der  dritten  Strophe  und  stellte  sie  vor  die  zweite,  die  herzogin  tm 
Zertugein  (oder  Arabin,  wie  sie  bei  ihm  heifst)  zieht  den  jaogen  heides  auf 
und  entsendet  ihn,  als  er  erwachsen,  zum  kämpf  gegen  die  Christen,  so  hat  er 
Zusammenhang  zwischen  seiner  ersten  und  zweiten  Strophe  hergestellt;  aber 
die  zweite  und  dritte  klaOen  doch  auseinander,  nach  diesen  drei  eingangistro- 
phen,  die  er  aus  der  quelle  d  nahm,  geht  er  auf  h  über  und  bringt  die  waffea* 
sehilderung  (h  3 — 6  =  w  4 — 7).  dann  kommt  ein  stück  eigner  erfinduog,  uaek 
einer  überleitenden  Strophe  die  geschichte  der  Virginal,  wodurch  sie  sich  Or- 
kises  feindschaft  zuzog  und  des  heidnischen  hundes  schreckliche  bedruckung 
(8—24).  —  Hieraufkehrt  der  bearbeiter  wieder  zu  seiner  vorläge  zorfiek.  die 
nachricht  kommt  vor  Hildebrand,  und  der  beschliefst  mit  Dietrich  den  heidea  sa 
strafen,  an  diese  Strophe  sollte  sich,  wie  oben  gezeigt  gleich  h  9  aaschliefita; 
der  bearbeiter  wollte  aber  h  7.  8  nicht  übergehen,  und  suchte  nun  den  inaaa- 
menhaog  zwischen  h  2  und  h  7  so  gut  er  konnte  herzustellen.  Hildebrand  er> 
zihtt  Dietrich,  dafs  ein  junger  mensch  eine  königin  bedränge,  und  daft  es  ihn 
zukomme  ihr  zu  helfen  (w  20).  Dietrich  aber,  der  an  ernstem  kämpf  nock  alcht 
teil  genommen,  hat  keine  lust  dazu ;  fechten,  schirmen  und  turniereu  zwar  ver- 
steht er,  auch  mit  frauen  höfisch  zu  reden,  an  anderes  aber  kehrt  er  sieh  nieht 
(w  27).  der  kluge  Hildebrand  aber  zweifelt  nicht  dafs  es  ihm  noch  geUngn 
werde,  den  jungen  mann  zum  streit  zu  bringen,  aufmerksam  wartet  er  die  gt- 
legenheit  ab  (28).  nun  kommt:  ^Einsmal  der  edel  Berner  sms*  usw.  (w  29.  30 
c=  6.  7.  8).  man  mufs  gestehen  zwischen  h  2  und  7  ist  es  dem  nberarbeiter 
gelungen  eine  erträgliche  Verbindung  herzustellen ;  die  ungeschickte  verbia- 
dung  zwischen  h  8  und  9  hat  er  nicht  zu  ändern  versucht.  —  So  wucherte  dlei e 
art  von  poeste  in  üppiger  lebenskraft,  aber  oft  ungeniefsbar. 


ÜBER  VIRGINAL  309 

Wie  hier  so  giebt  sich  auch  in  der  beschreibuDg  von  Dietrichs 
kämpf  gegen  die  heiden  (d  32 — 35;  w  135  fT.)  die  quelle  von  d  als 
Überarbeitung  kund,  in  der  ältesten  gestalt  liegt  dieser  kämpf  in 
der  hs.  fi  vor.  weder  dem  bearbeiter  von  h,  noch  dem  der  quelle 
von  d  schien  er  die  gehörige  breite  zu  haben;  jener  legte  vierzehn 
Strophen  ein,  dieser  berichtet  sehr  abweichend  und  viel  detailierter. 

Deutlicher  noch  als  an  diesen  stellen  tritt  die  interpolation  d 
20  (vgl.  w  123  ff)  zu  tage,  der  beide,  den  Hildebrand  erschlägt, 
hetzt  die  Jungfrau  mit  hunden,  die  Hildebrand  langt  und  an  einen 
bäum  bindet,  nachher  werden  sie  nicht  wieder  erwähnt  in  h  fehlt 
diese  kleine  episode,  deren  urbiM  wohl  im  Ekkenliede  str.  162  ff, 
ertialten  ist 

Die  resoltate  der  vorstehenden  Untersuchung  sind  kurz  zu- 
sammengefafst  folgende: 

Ein  altes  gedieht  erzählte  den  kämpf  Hildebrands  und  Dietrichs 
gegen  den  heiden  Orkise  und  seine  achtzig  gesellen,  ihre  drachen- 
kämpfe, ihren  besuch  auf  Aron,  die  abenteuer  auf  Orteneck  und 
Dietrichs  Verbindung  mit  Yirginal. 

Der  erste  teil  dieses  gedichles  Hiirde  überarbeitet  und  fortge- 
setzt in  der  Yirginal. 

Das  ganze  gedieht  wurde  überarbeitet  in  der  quelle  von  d. 

Beide  Überarbeitungen  wurden  in  ein  gedieht  verschmelzt,  so 
dafs  die  zweite  zu  gründe  gelegt  wurde,    dies  gedieht  ist  w. 

Aus  der  zweiten  bearbeitung  wurde  im  heldeiibuch  ein  auszug 
gemacht 

Wenn  ich  nun  zum  schluls  zu  der  frage  zurückkehre,  von  der 
ich  ausgegangen  war ,  ob  der  ungenannte  dichter  der  Yirginal  der- 
selbe sei  wie  der  des  Goldemar,  Sigenot  und  Ekkenliedes,  so  er- 
scheint sie  jetzt  als  identisch  mit  der  folgenden:  darf  man  behaupten, 
dafs  der  vorausgesetzte  dichter  des  Goldemar,  Sigenot  und  Ekken- 
liedes eine  ungeschickte  Überarbeitung  und  fortsetzung  eines  altem 
gedichtes  gehefert  habe,  die  sich  in  gleicher  weise  von  ihrer  altern 
vorläge  und  von  jenen  drei  gedichteu  entfernt.  —  Bejahen  wird 
sie  niemand;  vielleicht  aber  wird  mancher  annehmen  dafs  jenes 
ältere  gedieht  ihm  zukomme. 

WILMANNS. 


Z.  t  D.  A.  neue  folge  III.  21 


310  zi:i(;msse  üM)  excukse 


ZEÜGNFSSE  UND  EXCURSP] 
zun  DEUTSCHEN  HELDENSAGE. 

(ZWEITE  NACHLESE.) 

Kurz  nachdem  die  zweite  ausgäbe  der  heldcusnge  erschienen 
>var,  erhielt  prüf.  Müllenhon*  noch  aus  dem  nachlafse  Wilhelm 
Grimms  eine  anzahl  von  nolizcn  zur  heldensage.  er  übergab  mir 
dieselben  mit  anderem  material  das  er  selbst  gesammelt  oder  von 
andern  erhalten  hiitte  zur  bearbeilung. 

Aus  dem  Grimmschen  uachlafs  stammen  von  den  folgenden 
nummern  61,2. 65,2\  71,2. 72. 76,3. 77,1 .  79, 1. 80,3. 81,1. 82,1.  von 
Mfiilenhoir  wurden  mitgeteilt  61,4.  63,1.  2.  64,1.  2.  67.  70.  71,1. 
81,4.  85,1.  vonDümmler  61,3.  65,1.  69.  vonBirIinger66,1.2.  von 
Gödeke  der  schon  in  seinen  elf  buchern  deutscher  dichtung  und 
im  grundrifs  79,3.4.  82,2  angeführt  hatte,  erhielt  ich  78.  81,2.  3. 
82,4.  83.  84,4  und  85,2.  die  übrigen  Zeugnisse  deren  bekannt- 
machung  nicht  angegeben  ist  habe  ich  hinzugefügL 

LXI. 

1.  Zu  X,  2  zs.  12,290.  in  einer  Urkunde  vom  j.  791  dieTar- 
dif,  monumenls  historitjues  Paris  1866  s.  70  abdrucktbegegnet  eben- 
falls llildebrandus  comes  et  iilius  suus  Nevelongus. 

2.  Zu  X,  2  (12,292).  eine  Urkunde  in  Pistoja  vom  j.  812 
(Fioravanti,  memoric  storiclie  della  citta  di  Pistoja,  1758,  docu- 
nienti  p.  16.)  erzfddt  dafs  lldepertus  der  abt  des  klosters  SBartho- 
lomaei  unter  könig  Pipin  von  Ilothechildus  veiirieben  und  ipso  mo- 
nasterio  tunc  datus  fuisset  in  benelicio  Nebolugno  genere  Bavarw, 
dafs  aber  hernach  die  monche  reclamieren,  weil  non  aliunde  ilebet 
lieri  ordinationc  nisi  de  ipsa  congrcgatione  und  prefato  Nebolugno 
de  eodem  nionastcrio  foris  ejeceruut  und  ihren  abt  zurückrufen.  — 
dieser  .Nebolugnus  scheint  ein  laie  gewesen  zu  sein ;  dafs  klöster 
den  äbten  von  laien  damals  öfter  entrifsen  wurden,  zeigt  Ölsner, 
Jahrbücher  des  fränk.  reichs  unter  Pipin  s.  230. 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXJ— LXUI    311 

3.  Der  Nivelnngus  (Nivelongus)  comes  von  dem  zs.  12,293  ge- 
handelt ist  erscheint  auch  in  einer  Urkunde  vom  10.  april  868 
unter  den  optimates  gloriosissimi  regis  Karoli ,  s.  Tardif ,  monu- 
ments  historiques  1866  s.  130.  131. 

4.  Zu  XIX,  4.  ein  gleich  alter  Hertbort  erscheint  neben  Gelf- 
radus  als  zeuge  in  einer  Weihenstephaner  Urkunde  1138 — 47  MB 
9,397. 

5.  Mit  zu  den  ältesten  belegen  für  den  namen  Biterolf  (vgl. 
XXUI,  1.  XXXV,  1)  gehört  merolfnm  das  jähr  1 140,  im  Urkunden- 
buch  des  landes  ob  der  Ens  1,555.  etwas  jünger  ist  das.  1,398 
Meinhardus  ßnis  pitrolfi  um  1220. 

Ein  Pittrolfshof  und  ein  Synndramshof  werden  im  j.  1373  er- 
wähnt, Brandt,  urkundenbuch  der  familie  Teufenbach  1867  s.  113. 

Aus  dem  gültenbuch  des  Wiener  Schottenklosters  (quellen  und 
forschungen  zur  vaterl.  gesch.  Wien  1849)  hat  JGrimm  in  den  nach- 
tragen zu  der  abhandlung  über  eine  Urkunde  des  12.  jahrh.  (kl.  sehr. 
2,356)  auTser  der  Diemudis  Staudfuchsinn  die  nr.  XLIV  angeführt 
ist,  auch  eine  Kterolfinne  s.  186*.  angemerkt 

LXU. 

Zu  XXXIH.  ein  zweiter  Sarih  begegnet  in  einer  Urkunde 
von  Pavia  vom  j.  930,  die  Muratori  antiq.  Ital.  2,935  abdruckt, 
nach  dem  schlufs  ex  jussione  suprascripto  Sarilone  comes  palacii 
et  judicum  ammonicione  scripsi  verbefserte  Muratori  schon  den 
eingang  in  eorum  presentia  Enesariho  comes  palacii  zu  esset  Sarilo. 
das  chronicon  Farfense  erwähnt  mehrmals  einen  marchio  Sarilo 
der  später  abt  von  Farfa  war,  s.  Muratori  scr.  rer.  Ital  2,  2,  295. 
303.  475.  dieser  ist  sicher  mit  dem  oben  erwähnten  comes  palacii 
identisch. 

LXHI. 

1.  Scheller,  shigtbok  der  stad  Brunswyk  s.  278  führt  unter 
den  geschlechtern  der  stadt  auch  Ylyas  an.  in  den  Urkunden  wird 
der  name  bald  Ylyas  bald  Elias  geschrieben,   vgl.  XXIY  zs.  12,354. 

2.  Scheller  s.  280  hat  auch  Memeringe,  und  ein  Hinrik  Mem- 
bring  kommt  im  gedenkbuch  1,46.  2,86  um  1400  vor.  andere 
nachwdse  des  beinamens  stehen  XXVI,  7.  merkwürdig  ist  hier  aber 
die  form  desselben  die  sich  den  dänischen  liedern  vergleicht,  HS 
nr.  144. 

21  ♦ 


312  ZEUGMS8E  UND  EXCURSE 

3.  In  den  recessen  der  Hansetage  1,232  wird  im  j.  1363  ein 
Tidericus  uppem  perde  erwähnt,  es  ist  möglich  dafs  dieser  beiname 
auf  das  reiterbild  Dietrichs  von  Bern  anspielt  von  dem  die  Thidrekt- 
saga  erzählt  (XXI,  3.  4.)  oder  auch  auf  Dietrichs  ende,  s.  XXI,  7. 

LXIV. 

1.  Der  XXYI,  1  nachgewiesene  beiname  Poymunt  findet  sich 
auch  noch  im  vierzehnten  Jahrhundert:  VincBrandl,  urkundenbuch 
der  familie  Teufenbach,  Brunn  1867  s.  9  Heinrich  der  Poymuni  a. 
1343.  s.  60  Dyetlein  dem  Pöymund  a.  1366.  s.  112  Dietlein'deM 
Peymund  a.  1373.  s.  78  dez  erbern  chnechts  Aelbeins  dez  pojf- 
mund  a.  1 368. 

2.  Wegen  der  ver^vandtschaftlichen  beziehungen  bemerkens- 
wert* sind  folgende  namen  des  14.  Jahrhunderts,  urkunden- 
buch des  landes  ob  der  Ens  5,129  brewnhaldten  jer  Muemlein 
Dietrekhs  des  vertier  khündt  a.  1314  (aus  einem  vidimierten  codex 
von  1 632).  5,324  juncvrovn  Praunhüten  kern  Dietreichs  tochter  ifes 
Ptrner  a.  1322.  —  5,573  Ulrich  der  chaufman  vnd  sein  aidem 
Dietrich  Hildeprantz  svn  a.  1 330. 

Oben  XXYI,  9.  XXXVUI  sind  solche  willkürHche  Veränderun- 
gen der  epischen  Verwandtschaft  aus  dem  1 4.  jahrh.  nachgewiesen, 
unter  nr.  XY  auch  schon  aus  älterer  zeit. 

LXY. 

1.  Ältere  Zeugnisse  für  die  Harlunge  im  Breisgau,  als  das  von 
Freige  HS  151*'  angeführte,  bieten  Beati  Rhenani  Selestad.  renim 
Germanicarum  libri  tres,  1531  herausgegeben,  in  der  ausgäbe  Ar- 
gen tor.  1610,  Üb.  H  p.  177  a6  Harelo  Harlingi,  quorum  olim  fuit 
Brisiacum.  lib.  III  p.  281  oHm  montcm  Brisiacum  //are/ufijfi  possi- 
debant,  und  Seb.  Münster,  cosmographei  1544  s.  cxlix  Harehmgi 
seind  die  Breifsgöwer. 

Zu  beachten  ist  in  der  ersten  stelle  die  fingierte  ableitung  der 
Harlunge  von  Harelus. 

2.  Zu  HS  38  anm.  sind  noch  zwei  Harlungeberge  nachzutragen. 
a)  Mencken  script.  rer.  germ.  3,  839  sagt  daCs  ein  berg  bei 

Leisnig,  auf  dem  die  ruinen  einer  bürg  sich  finden,  Harlungeberg 
heifse.  dafs  die  genealogie  der  Pegaucr  annalen,  zu  der  Mencken 
diese  notiz  macht,  den  Harlungeberg  bei  Brandenburg  voraussetzt, 
ist  HS  nr.  35''  gezeigt. 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXIV— LXVII   313 

b)  Otto  IV  baute  im  jähr  1204  bei  Goslar  eine  bürg,  Arnold 
von  Lübeck  6,5  (MG  21,217):  rex  autem  Otto  reversus  ad  sua, 
nondum  dimisso  exercitu,  ediGcavit  castrum  firmissimum  Harlun^ 
gmberch,  undeGoslariensesnimisafOictisunt.  könig  Philipp  erschien 
im  nächsten  frühjahr  in  Goslar  um  die  bürg  zu  erobern ,  aber  es 
gelang  ihm  nicht:  ann.  Col.  max.  a.  1204  MG  17,818  und  Abel, 
könig  Philipp  s.  178. 

Die  erzählung  von  dem  bau  der  bürg  wiederholt  Eikes  chronik 
8.  Sl**  Schöne,  s.  450  Mafsmann:  de  koninc  Otte  voir  uyg  wederinde 
buwede  Harlingeberg,  aus  ihm  entlehnen  sie  wörtlich  die  chro- 
nik des  Franciscanerlesemeisters  Detmar  1,83,  die  Magdeburger 
schöppenchronik,  ausg.  von  Janicke  127,1  (den  Herlingeberch)  und 
Fr.  Closner,  ausg.  von  Hegel  143,2. 

Ein  lateinisches  gedieht  von  Heinrich  Rosla  über  die  Zerstö- 
rung dieser  bürg  hat  Meibom  Script,  rer.  germ.  1,771  bekannt  ge- 
macht unter  dem  titel  Herlingsberga ,  s.  Lorenz  Deutschlands  gc- 
Schichtsquellen  s.  151. 

LXVL 

1.  Im  Statutenbuch  von  SchalThausen,  begonnen  im  j.  1385, 
wird  hl.  73  die  grenze  eines  bezirkes  der  montant  am  randen  an- 
gegeben, es  heifst  darin  von  Hetzenhoven  den  Buochberg  ufT  durch 
die  schneschlaifß  biss  ufT  den  Buochberg  vnd  übern  ruggen  ufT  dem 
Buochberg  biss  ufTGalga  in  den  brunnen  und  usserm  brunnen  biss 
Krefnkätm  weg  biss  an  das  riet  usw. 

2.  Dingrodel  von  Stetten  (14.  oder|  15.  jh.)  im  archiv  zu 
Karlsruhe:  ze  Altinkon  bi  Vasoltes  guote  zem  lewen  ob  VasoUes 
aeker  nebent  dem  Zäringer.  vgl.  XXVI,  2.  Mone  im  anz.  5,3 1 1  wies 
Vasolt  aus  dem  13.  Jahrhundert  in  Sackingen  nach,  meinte  aber,  der 
name  finde  sich  im  14. 15.  jahrh.  nicht  mehr  im  Badener  oberlande. 

3.  Uhland  G«rm.  6,325  wies  auf  das  Alzeier  weistum  hin ,  wo 
es  heifst  (Weist.  1,798)  es  hat  auch  herberg  in  diesem  hof:  Bcan- 
denburg,  der  Volkerten,  der  Gerharten,  Draguzis  vnd  Lubrethis. 

Andere  Ortsnamen  die  beziehung  haben  zur  heldensage ,  s.  bei 
WGrimm  HS  nr.  47  anm. 

LXVII. 

Alcuin  sagt  in  einem  briefe  an  den  biscliof  Speratus  (opp.  ed, 
Frohen  1,  1,  77) 


314  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

Verb«')  Dei  Icgantur  in  sacerdotali  convivio.  Ibi  decet  lectorem 
audiri,  iion  citharistam;  serfnoties  patrum ,  non  carmina  getUähtm, 
Quid  mim  Hinieldtis  cum  Chiisto?  Angusta  est  domus,  utrosque 
tenere  non  poterit.  Non  vult  rex  celestis  cum  paganis  et  perditia 
nominelenus  rcgibus  communionem  habere,  quia  rex  Ule  aeterous 
regnat  in  caelis;  ille  paganus  perditus  plangit  in  inferno. 

Die  cursiv  gedruckten  worte  fehlen  bei  Frohen,  so  dafs  das 
folgende  gar  keinen  sinn  giebt.  sie  sind  hier  aus  einer  handschrift 
nach  JaiTes  mitteilung  zugesetzt. 

Ilinieldus  kann  kaum  ein  anderer  sein  als  Ingeld  der  fürst  dar 
lleaitobearden,  Frodas  söhn,  von  dem  Beöv.  2020 — 2066.  Vidsith 
47 — 49.  Saxo  gramm.  s.  283  f.  berichtet  wird,  es  ergiebt  sich 
aber  aus  der  stelle  Alcuins  dafs  Ingeld  in  der  sage  eine  würdigere 
Stellung  gehabt  haben  niufs,  als  ihm  die  spärhchen  nachrichten  der 
angelsaclisischcn  gedichte  und  Saxos  erzfdilung  anweisen. 

LXVIII. 

In  Layamons  Brut  2,463  wird  von  Arthur  erzählt 

[)a  dude  he  on  bis  burnc 

ibroide  of  stele. 

])e  niakede  on  aluisc  smid 

mit  adelen  bis  craflte, 

{)e  WCS  ihaten  wygar  (wigar  hs.  b) 

|)e  witegc  (wittye  hs.  b)  wurhtc. 
die  letzten  vier  Zeilen  fehlen  im  französischen  texte,  s.  die  anmer^ 
kung  3,  376. 

Maddon  nennt  die  vier  verse  *a  valuable  addition  to  our  scanty 
knowledge  of  the  mythological  lore  introduced  into  England  from 
Scandinavia\  ist  auch  kaum  in  dem  namen  des  Schmiedes  eine  ent- 
Stellung  von  Wieland  zu  vermuten ,  so  ist  doch  dieser  zusatz  des 
englischen  bearbeiters  bemerkenswert  als  parallele  zur  Wielandssage 
wie. der  HS  nr.  8  m  der  anmerkung  mitgeteilte. 

LXIX. 
1 .  Dietrichs  haus  in  Rom  erw«lhnen  aufser  den  XXI,  1  ange- 
führten Chronisten  noch  Walram  de  unitatc  ecclesiae,  herausgege- 
ben von  Kluttcn  1520  s.  52  Hildebrant . . .  fugit  in  Traianium,  quae 
scihcet  munitio  hactenus  inexpngnabilis  dicta  est  vulgo  domm  Theo- 
darin;  und  Bernoldi  chronicon  a.  1084  (MG   5,  441)    beriditet 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXVHf— LXX   315 

dab  Robert  Guiscard  die  geiseln  der  Römer  aufhebt  in  castello 
sancti  Angeli,  ^jficod  domwn  Theoderici  dicunt. 

2.  Zu  XXi.  3.  Caiupi,  bist,  eccles.  dl  Piacenza  1,  468  teilt  eine 
Urkunde  Karls  lil  Tom  5  juni  883  mit,  actum  in  vico  Fwitana  Tite- 
rid.  spater  heilst  dieser  ort  Fontana  frigida,  ann.  Piacent.  a.  1242. 
1244  MG  18,  486.  488;  jetzt  borgo  di  Fontana,  zwischen  Piacenza 
und  Parma. 

3.  In  Pavia  gab  es  auiser  dem  LU,  2  erwähnten  palast  noch 
eine  erinnerung  au  Dietrich.  Muratori  antiq.  Ital.  2,  933  teilt 
eine  Urkunde  von  c.  908  mit,  in  deren  eingang  es  heifst:  dum  .  .  . 
in  civitate  Papiae  in  sacro  palatio,  hubi  domnus  Berengarius  rex 
preerat,  in  laubiam  majorem  ubi  suh  Teuderico  dicitur,  in  iudicio 
rcsederet  loannes  venerabilis  episcopus  sancte  Ticinensis  ecclesie. 
man  hat  diese  stelle  auf  die  reiterstatue  il  Regisole  gedeutet,  über 
die  GRobolini,  notizie  appartenenti  alla  storia  deila  sua  patria, 
Pavia  1823  ausiührUch  handelt,  er  erklärt  sie  1,  189f.  für  ein 
römisches  werk  und  vermutet  dafs  sie  den  Lucius  Verus,  den  bru- 
der  Marc  Aurels,  darstelle ;  2,  52  erkennt  er  darin  Theodorich.  er- 
schöpfend behandelt  das  Regisol  UGrimm ,  das  reiterstandbikl  des 
Theodorich  zu  Aachen  1 869  s.  63 — 79.  die  werte  sub  Teuderico 
bezeichnen  nach  Grimm  s.  64  entweder  die  stelle  des  porticus  wo 
eine  statue  Theodoriclis  stand,  oder  sie  beziehen  sich  auf  eine  mu- 
sivische  darstellung  desselben  wie  sie  Agnellus  (Muratori  Script. 
2,  123,  abgedruckt  bei  Grimm  s.  1)  im  jähr  839  in  Pavia  sah. 

4.  Ein  musivisches  werk  das  Dietrich  darstellte  erwähnt'Procop 
de  hello  Goth.  1,  24  in  Neapel,  nach  der  lateinischen  Übersetzung 
hatte  Mals  mann  zs.  1,  375  diese  stelle  mitgeteilt;  UGrimm  aao. 
79  zeigt  dafs  im  original  dn^v  in  \priq>id(av  %ivciy  ^vyMifiivt] 
steht  und  also  nicht  an  eine  statue  gedacht  werden  kann  wozu  die 
Übersetzung  verleitet  hatte. 

LXX. 

Die  nachricht  über  den  herzog  Wilhelm  von  Angouleme  \  die 
US  nr.  28  aus  dem  12  Jahrhundert  mitgeteilt  wird,  ist  entlehnt  aus 
Ademars  historia  3,  28.  (MG  4,  127)  die  in  der  ersten  hälfte  des 
elften  jahrh.  verfafst  ist.    liier  heifst  die  stelle: 

Willelmus  denique  Sector  ferri,  qui  hoc  cognomen  indcptus 
est,  quia  conimisso  praelio  cum  Normaonis  et  neutro  cedenti 
poslera  die  pacti  causa  cum  rege  eonim  Sterin  solito  con- 


316  ZEUGNISSE  UND  EXCÜRSE 

llictu  deluctans  ense  corto  nomine  durissimo  quem  Widantif 
faber  cuserat,  per  media  pectoris  secuit  simul  cum  toraoe 
una. 

Die  cursiv  gedruckten  worte  stehen  nur  in  einer  Pariser  hs. 
die  interpoliert,  sie  gehören  aber  sicher  in  den  text:  der  verlalser 
der  historia  pontificum  et  comitum  Engolismensium  hatte  sie  schon 
vor  sich,  für  nomine  der  Pariser  hs.  steht  in  der  hisl.  pontific* 
vel  scorto.  da  corto  schwerlich  der  name  des  Schwertes  war,  so  ver- 
mute ich  daCs  dieser  name  ausgefallen  ist.  die  beiden  worte  vd 
scorto  sind  nur  eine  glosse  zu  corto^  und  man  hat  in  ihnen  nicht 
eine  corruptel  des  schwertnamens  zu  suchen. 

LXXI. 

1.  Zu  Otto  von  Freisingen  5,3  (HS  nr.  24.  ZE  XXX,  1) 
macht  am  rande  eine  band  des  12.  Jahrhunderts  eine  bemerkung 
die  den  Widerspruch  zwischen  gcschichte  und  sage  ebenso  lösen 
will  wie  Ekkehard  von  Aurach.  die  randnotc  heifst:  nisi  forte 
alius  Theodericus  fucrit  sub  AUila  et  item  aUus  sub  Erminrico,  quos 
omnes  vulgus  Teutonicuui  ])ro  uno  computarit  in  cantilena. 

2.  Albert  von  Stade  zum  j.  460  (MG  16,  304)  folgt  dem  Ek- 
kehard von  Aurach,  setzt  aber  bei  Tlieoiloricum  die  worte  zu^tieiiii/e 
Verona  nuncupant, 

LXXII. 

Zu  XXYI,  6.  über  den  Charakter  der  Kriemhild  findet  sieh 
eine  bemerkung  die  dem  gewöhnlichen  urteil  entgegentritt  in  Bert- 
holds  lateinischen  predigten ,  Leipziger  hs.  496,  bl.  57* :  hec  (a- 
varitia)  est  peior  uxor  vel  contectalis  inter  omnes  uxores  vel  mulie- 
res  que  um(|uam  fuerunt.  peior  quam  iezabel.  quam  atalia. 
herodias  venus  diana  semiramis.  dieitur  quod  crimkiü  amnm» 
mala  fuerit.  sed  nichil  est. 

LXXIII. 

1.  Der  seltsamen  nachricht  über  Etzels  tod  die  HS  nr.  129,1 
aus  der  sächsischen  chronik  mitgeteilt  ist  ähnlich  sagt  Heinrich  von 
Mfiglin  (sitzungsber.  der  Wiener  akad.  1867.  bd.  55,464) 

konic  Etzel  der  ertranc  in  slnem  bliHe, 

sint  er  ein  blilklvergizer  was. 
auch  die  kaiserchronik  424,25  hat  diese  nachricht 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXI^LXXV       317 

do  geuogtes  sich  dar  nach  sciere 

daz  Ezzel  retranch  in  sin  selbes  plute. 
2.  Die  cronica  de  tempore  creationis  mundi,  vor  dem  säch- 
sischen weichbildrecht,  ein  dürftiger  auszug  aus  Eike  von  Repgow, 
wie  Schöne,  die  Repgauische  chronik  s.  14  zeigt,  hat  die  stelle  über 
Etzels  schätz  die  HS  nr.  48**  mitgeteilt  ist,  auch  aufgenommen,  s.  33 
der  ausgäbe  von  AvDaniels  und  F?Gruben  1858:  her  vand  ouch 
den  grossen  schätz  des  koning  Etzhs,  der  da  manig  jar  vor  begraben 
was.  in  der  nebenstehenden  recension  s.  34  heifst  es  Ezüs  der 
lange  gevangen  waz,  was  auf  einem  misverständnis  beruht. 

LXXIV.  • 

Zu  HS  nr.  134'*.  unter  den  Juden  des  geistlichen  spieles  kom- 
men auch  vor  (Germ.  3,275) 

Staudenfues,  Helmschrot  und  ir  testes  (?:moyses), 
Israliel,  Pessack  vnd  Johel, 
Warrabas,  Wülffring  vnd  her  Feygel. 

LXXV. 

1.  Was  HS  nr.  59,3  über  Heinrich  Vif  und  seine  söhne  gesagt 
wird»  bedarf  mehrfacher  berichtigung.  Heinrich  VH  starb  1242 
am  12  febr.  in  Martorano  und  wurde  in  Cosenza  begraben;  sein 
söhn  Friedrich  1251,  während  das  todesjahr  des  jüngeren,  Heinrich, 
sich  nicht  feststellen  läTst.  s.  Winkelmann,  geschichte  Friedrichs  H 
8.483. 

Die  groben  iiTtümer  der  genealogischen  verse,  die  eigentlich 
zu  bildern  der  einzelnen  personen  gehörten,  hat  WGrimm  schon 
besprochen,  wie  weit  aber  hier  ein  Zeugnis  für  die  heldensage  vor- 
liegt, ist  zweifelhaft.  Rauchs  text  stimmt  zu  der  hs.  nr.  2782  der 
k.  k.  hofbibliothek  und  ist  wol  aus  ihr  genommen,  zwei  andere  hss. 
aber,  die  WScherer  für  mich  nachgesehen  hat,  nr.  2778  und  die 
hs.  von  Enenkels  fürstenbuch  im  k.  k.  archiv,  lesen  wolf  fridereich 
statt  wolf  dietreich*  vielleicht  hat  nur  ein  Schreiber  den  ihm  be- 
kannten namen  der  heldensage  für  das  ursprüngliche  wolf  fride- 
reich gesetzt,  der  zusatz  Wolf  zu  dem  richtigen  namen  Friedrich 
liefse  sich  erklären  nach  der  notiz  in  der  Zimmerischen  chronik 
2,175:  ein  graf  von  Sulz  gab  seinem  söhne  zwei  namen,  Wolf  und 
Herman  'ufser  der  ursach,  so  der  jung  ain  reuterich  mann  werde^ 
soll  er  Wolf  haissen,  wa  uit,  solle  im  der  nam  Herman  bleiben.' 


318         ZEUGNISSE  UND  EXCÜRSE 

2.  Qual](3  uls  name  von  Wolfdietrichs  sehwert  ist  HS  s.  234 
zu  streichen,  im  inhd.  wb.  l,89i  i^t  die  stelle  des  ge^lruckten  kel- 
denbuches  falsch  citiert,  sie  heilst  bei  Keller  547,33 

Woldietrich  den  quallen 

da  in  dem  streite  schanck, 

er  müstc  balde  fallen 

wem  er  gab  den  getranck. 
die  handschriften  des  gemeinen  textes  (lloltzniann  str.  2024)  haben 
auch  die  casur  gereimt,  twallen  :  vallen. 

LXXVI. 

1.  Nach  den  neueren  Untersuchungen  über  die  deutschen 
Chroniken  des  14.  und  15.  Jahrhunderts  lafsen  sich  die  Zeugnisse 
fnr  die  heldensage  befscr  übersehen.  Hegel,  die  Chroniken  der 
deutschen  stadte  S,1S4  f.  hat  gezeigt  wie  vielfältig  Könighafens 
Chronik  von  den  folgenden  Chronisten,  zumal  des  südwestlichen 
Deutschlands,  ausgeschrieben  wurde,  zunächst  liegt  cino  soldie 
entlehnung  vor  in  der  Klingenbcrger  chronik  (mitteilungen  zur 
Vaterland,  geschichte,  herausg.  vom  histor.  verein  in  Stallen  1 ,84. 
]le4i;el  aao.  187  anm.),  von  der  die  Uuplysche  chronik  nur  eine 
handschritlt  ist  (s.  Henne,  diö  Klingenbcrger  chronik  1861  s.  X), 
so  dafs  HS  nr.  130  gestrichen  werden  mufs.  auch  das  älteste  Jahr- 
buch von  Zürich,  aus  dem  oben  XXX,  1^  eine  stelle  angefuliri 
wird,  ist  nur  eine  bs.  dieser  Klingenbcrger  chronik.  nach  Hennes 
ausgäbe  ist  zu  lesen  den  icurmen  (bei  EttmüUer  dem  wurms)  und 
gedeiU  statt  gedenk. 

Ferner  entlehnt  die  Kölner  chronik  und  ihre  ungedruckte  vor- 
läge, die  sogenannte  Agrippina  vom  j.  1472,  wörtlich  aus  Königs- 
hofeu,  s.  Hegel  189.  Müllenholf  bemerkte  schon  zs.  12,373  unten 
dal's  die  späteren  Zeugnisse  wichtig  sind  wegen  der  verringerten 
teilnähme  an  der  heldensage:  bezeichnend  ist  dafür  in  der  Kölner 
chronik  die  art  wie  in  der  HS  nr.  1 33  citierten  stelle  die  worte 
Königshofens  nr.  1 17,2  verkürzt  werden,  die  stelle  bl.  9t*  die 
oben  XXX,  1^  ausgehoben  ist,  entspricht  Königshofens  Worten 
381,1 — 4  dirre  vorgenante  Dieterich  von  Bern  was  31  jor  künig 
und  herre  zu  Italia  und  zu  Kome  und  wouete  dicke  zu  Beme: 
dovon  yewan  er  deti  nammen  van  Beme,  wie  doch  er  was  us  Ungern 
gebom  US  der  Gothen  gesiebte. 

Demnach  ordnen  sich  die  XXX,  1  c — h  angeführten  Zeugnisse 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXVI     319 

so:  c ^  und  h  gehen  auf  Königshofen  zurück;  Closener  (d)  und  Jo- 
hannes Rothe  (e)  auf  Martin  von  Troppau.  Steinhöwel  ig)  ist  nicht 
eine  Übersetzung  der  flores  temporum  wie  Loreni  Deutschlands 
geschichtsquellen  s.  42  sagt,  sondern  ein  dürftiger  auszug,  s.  Hegel 
8.  191 ;  die  flores  temporum  aber  gehen  ebenfalls  auf  Martin  von 
Troppau  zurück.  Martin  berichtet  nichts  von  sagen  über  Dietrich, 
wol  aber  haben  die  flores  temporum  (Eccard  corp.  hist.  medii  aevi 
1,1591)  nach  der  ^Zählung  daCs  Dietrich  plötzlich  gestorben  nnd 
von  Johannes  und  Symmachus  in  oUam  Yulcani  geworfen  sei,  wie 
gott  oflenbart  habe,  die  worte :  muUa  de  ipso  cantatUur  qua$  a  jocu- 
hUoribus  sunt  eonfkta.  Steinhöwel  knüpft  diese  worte  unmittelbar 
an  die  nachricht  von  Dietrichs  plötzlichem  tode;  die  beiden  andern 
angaben»  XXi,  2.  7  fand  er  in  den  flores  nicht  vor.  —  die  quelle 
der  Basler  chronik  XXX,  1'  weifs  ich  nicht  anzugeben. 

Zu  dem  Zeugnis  aus  Eike  von  Repgow  1*  sei  noch  bemerkt 
dals  es  aus  einer  Heidelberger  hs.  (bei  Mafsmann  h)  ohne  Eikes 
namen  auch  HS  s.  207  angeführt  ist. 

2.  Bei  Königshofen  ist  die  erinnerung  an  Dietrich  von  Bern 
noch  lebendig,  das  beweisen  die  gerade  hier  zahlreichen  eigenen 
Zusätze  des  Chronisten  zu  seinen  vorlagen,  auf  die  HS  nr.  1 17,2 
und  vorhin  unter  nr.  1  mitgeteilten  stellen  dieser  art  folgt  noch 
381,5—10: 

Etliche  kigen  lobent  dism  Dieterich  gar  vaste,  und  hette  doch 
einen  bösen  anevang  und  usgang,  wan  er  was  ein  basthart  und 
fürte  ein  unkristenlich  Arrianen  leben  und  starp  ellendekliche  als 
vor  ist  geseit.  er  betwang  vil  lant  und  lüte  mit  strite  und  mit  uf- 
setzen  sines  volkes  und  nüt  mit  sin  selbes  Sterke,  also  noch  die  herren 
von  Lamparten  oder  andere  böse  herren  dunt. 

Über  den  letzten  satz  s.  die  bemerkung  des  Chronisten  375,14 
also  nu  herren  die  arm  werdent,  varent  in  Lamparten  oder  zu 
andern  herren.  unter  den  leien  sind  die  deutschen  dichter  zu  ver- 
stehen, denn  die  gelehrten  Chronisten  tadeln  alle  Dietrich,  indem 
sie  ihren  quellen  folgen. 

Noch  zwei  andere  eigene  bemerkungen  giebt  Königshofen  über 
Dietrich,  s.  378,15  der  keyser  (Zeno)  hette  Dietriche  von  Bern  liep, 
wan  er  gar  ein  frummer  hübescher  knabe  was  und  künde  sich  also 

*  vgl.  nr.  XLVl  wo  die  Dacbricht  über  Dietrichs  dracheokämpfe  aus  eiiici* 
iiberarbeitong  der  Klingeuber^er  chronik  mitgeteilt  ist. 


320  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

wol  gelieben,  das  in  der  keyser  wolte  han  gemäht  sinen  erben  und 
nochkumen  an  dem  riebe.  —  s.  388,1  fügt  er  zu  den  Worten:  sus 
gesellete  sich  Narses  zu  der  Lamparter  künige  genant  Arbure  (d.  i. 
Alboin)  der  was  dozumole  mit  den  Lampariern  zu  Ungern,  die  aas 
Martin  von  Troppau  entlehnt  sind,  noch  hinzu:  wan  die  Gothen  und 
die  Hünen  mit  irme  künige  Dieteriche  von  Berne  hettent  die  lüte 
z&  Lamparten  und  zu  italia  vertriben  usser  irme  lande,  das  sO  gein 
Ungern  worent  geflohen  und  wol  40  jar  do  wonetent  e  sü  herwider 
heym  koment. 

Königshofen  nennt  Dietrich  stets  den  könig  der  Gothen  und 
Hunm  die  ihm  für  ein  volk  gelten;  auch  in  der  HS  nr.  117,  2  an- 
geführten stelle  liest  die  vollständige  hs.  dis  volkes  der  Goihen  und 
Hünen,  ebenso  wird  Attila  könig  der  beiden  Völker  genannt ,  zb. 
375,  20.  377,  5  oder  auch  der  Gothen  künig  384,  15.  die  Verwech- 
selung beider  Völker  ist  also  nicht,  wie  HS  nr.  25  geschieht,  auf 
die  italische  volkssage  zu  beschranken. 

3.  Eine  deutsche  chronik  aus  der  zweiten  hälfte  des  15. 
Jahrhunderts,  ohne  ort  und  jähr  gedruckt  ^  beginnend  hl.  1  Disse 
hernach  geschriben  materien  dauon  dann  diss  büchlin  sagt  sind  ge- 
teilt in  siben  cappittel  und  bl.  2  von  Ninus  und  Trebeta  erzählend, 
enthalt  einige  stellen  über  Dietrich  von  Bern,  die  aus  Königshofens 
hss.  AB  entnommen  sind,  aber  eigentümlich  wegen  der  wieder- 
holten beziehung  auf  das  singen  und  sagen  der  bauern. 

a)  bl.  25«  (Kön.  376)  item  die  wile  dietrich  von  bem  von  dem 
die  ^ren  smgend  und  $agetid  ein  küng  gewesen  ist  über  ein  teil 
diss  volcks  so  will  ich  ettwas  von  im  sagen. 

b)  bl.  26«  (Kön.  380)  Item  als  die  puren  von  im  singend  wie 
er  und  HiUehrand  vil  wurm  vnd  trachen  ertoten,  vnd  wie  er  mit 
Ecken  dem  Risem  streit  davon  schribt  kein  Meister. 

c)  bl.  63t>  (Kön.  bl.  114^)  indem  kam  gen  Rome  Dietrich  von 
Bern  von  dem  die  puren  sitigen,  vnd  nachdem  er  küng  vnd  herre 
was  zu  Rome  von  des  keisers  wegen  da  richte  er  die  sach  vnd  hiess 
Simachum  babst  beliben. 

LXXVII. 

1 .  Ein  Zeugnis  für  den  Rosengarten,  das  auf  den  druck  des 

*  Marsmann,  Kaifterchronik  .%  5]6  anm.  citiert  difse  chronik  und  ta^ 
sie  Ml  zu  Augsburg  gedrurkt. 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXWH  321 

heldenbuchs  zurückgehen  wird,  hat  die  Klagred  eines  jungen  niünchs 
über  sein  kutten  (Gödeke  grundrifs  §  140,  6b)  aus  dem  aufang  des 
16.  jahrh. 

drum  wan  man  vch  würt  reformieren, 

werdent  sie  (die  bauem)  dapffer  zu  uch  schmieren 

mit  spiessen  büchsen  vnd  helmbarlen, 

als  beschach  zu  warmhs  im  rosengarten. 

2.  Ein  älteres  zeugnis  aus  der  Mörin  ist  HS  nr.  128  über- 
sehen, die  unter  nr.  3  dort  angeführte  stelle  lautet  weiter 

des  dorfFt  ich  wol  gen  brinhilt  dort, 
sye  kann  gar  vil  der  scharpffen  wort, 
doch  will  ich  tun  als  brüMld  det 
da  sie  z&  untrms  den  rossgarten  het 
und  wil  mich  nit  erschrecken  Ion. 

3.  Auch  zwei  andere  Zeugnisse  aus  der  Mörin  sind  nachzu- 
tragen, bl.  46b  man  spricht  her  Dieterich  van  bem 

der  leb  in  wiester  rumeney 

vnd  fecht  allen  tag  mit  wurmen  drey. 
bl.  50«  Eckart  sagt,  der  dichter  würde  sich  auf  das  geheifs  der  kö- 
uigin  überall  stellen: 

wer  es  das  Öde  häuf»  zä  bem 

darin  der  bemer  was  zu  hauiz, 

darab  so  nem  er  deinen  graufz. 
gemeint  ist  das  amphitheater,  s.  XXI,  2. 

Wie  in  der  vorletzten  stelle,  so  wird  auch  in  Etzels  hofhaltung 
132  Dietrich  in  die  wüste  Rumenei  versetzt 

dor  auf  (auf  dem  rosse)  do  muster  reiden 

in  die  wüst  Rumeney  :* 

mit  wurmen  mus  er  streiden, 

pis  vns  der  jungstag  wont  pey. 
aber  ersl  in  späterer  zeit  ist  sie  ein  fabelland  geworden,  das  der 
dichter  der  Mörin  46b  in  die  gegcnd  von  Babylon  setzt 

ich  sprach  *wer  sie  z&  babylon 

dort  in  der  wüsten  rumeney'. 
früher,  zur  zeit  der  kreuzzüge  wüste  man  befser  bcscheid.  Romania 
bezeichnet  einmal  das  land  neben  der  Bulgarei,  s.  Neidhart  102, 
24  aldurch  der  Unger  lanty  nider  durch  die  Bulgerie,  her  wider  Az 
und  durch  die  Ramanie,  Eradius  4224  giebt  auch  eine  gelehrte 
erklärung  des  namens :  weil  Coustantin  erde  aus  Rom  nach  Cod- 


322  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

stantinopel  bringen  liefs  und  viele  vornehme  Römer  dorthin  ver- 
setzte, von  dhi  ist  daz  selbe  lant  Romanie  genant,  aber  auch  ein  teil 
von  Kloinasicn  wird  Romania  genannt,  dies  ergiebt  sich  deutlich 
aus  den  Chronisten  von  denen  es  genügt  ein  par  stellen  anzufüh- 
ren, die  continuatio  Sanblas.  zu  Otto  von  Freising  HG  20,  321 
sagl:  Fridericüs  .  .  .  ingressusque  cum  exercitu  Asiam  prosperis 
successibus  ad  tempus  incessit,  omnibus  ei  in  tota  Romania  pro 
voto  parentibus.  von  derselben  kreuzfahrt  Friedrichs  I.  berichtet 
der  codex  Straboviensis  (fontes  rerum  Austr.  I  5,  56):  fuimns 
transpositi ...  de  Europa  in  Asiam  moxque  Romanie  partes  teuere 
cepimus.  Ipsa  <{no<|ue  que  nimc  Romania  dicitur,  pars  uidelicet 
Asie  minoris,  quondam  duabus  distincta  est  prouinciis,  Frigia  et 
Bithinia.  auch  der  TanhAuser  weifs  von  dieser  Romania  und  ist 
nicht,  wie  Mafsmann,  Eraclius  s.  551  ihm  vorwirft,  verwirrt:  MSH 
2,87b 

diu  wite  Troie  lanc, 

diu  wart  gar  ane  ir  danc 

zerst(cret,  da  muose  stt  diu  Rumante  stn. 

Davon  unterschieden  wird  die  wüeste  Romanie,  welche  die 
kreuzfabrer  zwischen  Iconiuni  und  Cilicien  (Armenien)  passieren 
musten.  Arnold  von  Lübeck  1 ,  9  erzählt  dafs  Heinrich  der  löwe  auf 
dem  rückwegc  b(4  Torsult,  saracenisch  Tortun,  landete,  und  fahrt 
fort:  profecti  autem  per  triduum  transierunt  per  terram  desertam 
et  inviam  et  inac^uosam,  terram  horroris  et  vaste  solitudinis,  que 
Rumenia  deserta  dicitur.  Et  ita  pervenerunt  ad  civitatem  que  juxta 
linguam  Turcorum  dicitur  Rakilei,  in  nostra  lingua  Eraclia.  von 
dort  gelangen  sie  nach  Axarat  (heut  Aktscha  Schehr)  wo  der  sultan 
von  Iconium  sie  empfangt.  Eraclia  wird  HG  21,  122  falsch  er- 
klärt 'hodic  Erekli  s.  Eregli  ad  Halym  fluvium':  es  ist  wie  der  Zu- 
sammenhang durchaus  verlangt  das  heutige  Eregli  das  ziemlich  in 
der  mitte  zwischen  Tarsus  und  Iconium,  östlich  von  dem  alten 
Derbe  liegt. 

Unrichtiges  giebt  Hal'smann,  Eraclius  551  und  Kaiserchr.  3, 
988  weil  er  nur  die  europäische  Romanie  kennt;  ganz  falsch  ist 
Hones  meinung,  beldens.  66,  unter  der  wüsten  Romanie  sei  die 
italische  Romagna  zu  verstehen. 

Dafs  auch  Verwechslungen  vorkommen,  darf  uns  nicht  wun- 
dem, wenn  es  kaiserchr.  510,  2  von  den  ersten  kreuzfahrem 
heifst 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXVH     323 

durch  ungeren  si  do  uoren, 

dannen  durch  pulgrte, 

durch  di  toÖsien  rommte. 

der  haiden  craft  flöch 

in  di  stat  ze  antihioch. 
so  wird  man,  weil  Antiochia  unmittelbar  darauf  folgt,  lieber  die 
richtige  Romania  deserta  verstehen,  als  einen  irrtum  annehmen  der 
übrigens  auch  auf  rechnung  des  Schreibers  gesetzt  werden  könnte : 
in  der  Münchner  hs.  fehlt  wuosten.  —  mit  unrecht  aber  heifst  in 
Hirzelins  gedieht  auf  die  schlacht  von  GöUhcim  (Liliencrons  bist. 
Volkslieder  1,  13)  v.  25  die  europäische  Romania  die  wüste: 

von  der  wüesten  Romanie, 

von  Charnten  chom  ein  chrie 

daz  walt  und  perch  zeinander  schal, 

mit  gcwalt  den  Rin  herab  zetal. 
Sicher  scheint  es  mir  auch  dafs  eine  geographische  Verwirrung 
vorliegt  im  Wolfdietrich  A:  dem  dichter  schwebte  die  Romania  de- 
serta vor,  wenn  auch  Wolfdietrich  nur  durch  die  europäische  Ro- 
mania kommen  konnte  auf  seinem  Wege  von  Lilienporte  nach 
Lamparten,  aber  mit  der  geographie  nehmen  es  die  spielleute  nicht 
so  genau,  zumal  wenn  sich  die  gelegenheit  zu  einer  Schilderung 
darbietet  welche  die  zuhörer  interessieren  mufs.  der  dichter  stellt 
die  Romanie  dar  als  unbewohnt  421,  1.  2,  wo  die  löwen  scharen- 
weis gehen  422,3,  wo  Wolfdietrich  die  brunne  abzieht  und  vom 
rosse  steigen  mufs  457^ — 460,  wo  er  und  sein  ros  von  hunger  und 
durst  ermatten  463,4.  die  ganze  Schilderung  erinnert  deutlich  an 
Uhlands  schwäbische  künde,  die  aus  Nicetas  Choniates  2,  7  (Wilken 
4,122)  geschöpft  ist  und  die  ihren  Schauplatz  zwar  nicht  in  der 
Romania  deserta  hat,  aber  in  der  asiatischen  Romania,  s.  Riezler 
in  den  forschungen  zur  deutschen  geschichte  10,  56  und  ann.  Gol. 
max.  zum  j.  1 190  MG  17,799  transito  namque  mari  statim  in  mon- 
tana  veiierunt  atque  in  magna  victus  penuria  Romaniam  transierunt. 
iNach  den  kreuzzugen,  als  sich  die  allgemeine  bekanntschaft 
mit  dem  morgenlande  verlor,  wurde  die  wüste  Romanie  in  eine 
fabelhafte  ferne  genickt,  die  Versetzung  Dietrichs  von  Rem  dorthin 
gehört  wol  erst  dem  15.  Jahrhundert  an. 

Mone  heldens.  66  und  Mafsmann  kaiserchr.  3,  988  eitleren 
noch  eine  stelle  Michael  Reheims,  Heidelberger  hs.  312  bl.  204« 


324  ZEUGNISSE  UNI)  EXCURSE 

diu  toüeste  Rumeni, 

dar  tar  oucli  nieman  bi 

von  wurmen  ungehiure. 

da  ist  wilde  äventiure 

und  freisllch  gestürme: 

grifen  tracken  lintwürme, 

manec  freislich  tier  wilde. 
Dietrich  von  Bern  wird  nicht  genannt,  aber  die  erwihnung  der 
ungeheuer  mit  denen  der  held  nach  der  Mörin  und  Etzels  hofhal- 
tung  dort  kämpfen  mufs,  enthält  doch  wol  eine  anspielung  auf  die 
jüngere  sage  von  ihm. 

LXXVIU. 

Felix  Ilcmmerlin  (geb.  1389,  gest.  nach  1457)  de  consolatione 
initfue  suppressorum  (opuscula,  Basel  1497)  bl.  gg  2  erwähnt  das 
ende  Dietrichs  nach  Gregors  dialogus ;  ausführlich  spricht  er  über 
ihn  im  14.  capitel  der  schrifl  de  nobilitate  (o.  o.  u.  j.)  s.  48  Fuit 
Theodoricus  de  Verona  vir  mirae  ferocitatis,  staturae  praecellentis» 
fortitudine  corporis  praeeminentis  et  tyrannus  immensae  crudeli- 
tatis,  de  quo  taliter  legitur  in  historia.  es  folgt  Dietrichs  geisel- 
Schaft,  sein  zug  nach  Italien  und  die  besiegung  Odoakers,  dann 
heifst  es:  per  totant  Italiam  regnavit  et  primum  civitattm  Veronen- 
sem  cum  Castro  et  totum  marchionatum  ibidem  possedit  et  in  civi- 
tate  palatmm  mirae  magnitudinü,  quod  hodie  camparetf  aedifkamt. 
Unde  vulgus  ipsum  Theodoricum  de  Verona  nominavit  Hie  est 
Theodoricus,  de  quo  legitur,  qui  tantis  saepe  rabido  ftirore  succen- 
sus  et  iracundiae  fervoribus  inflammatus  flagrabat,  ut  ad  instar 
prout  legitur  IL  Beg.  XXII.  quod  ascendit  fumus  de  naribus  ejas  et 
ignis  de  ore  ejus  foravit  et  a  facie  ejus  ignis  est  accensus  et  carbo* 
nes  sunt  accensi  ab  eo.  auch  psalm  17  und  Iliob  40  vom  Leviathan 
werden  citiert :  quod  ita  intelligendum  puto,  prout  legitur  nnmeri 
XXVI,  ubi  dominus  immisit  in  populum  serpentes  ignotos,  qui  se- 
cundum  magistrum  in  historia  dicebantur  igniti,  ut  Salamandra, 
qui  tactu  venenoso  inflammabant  ad  tumorem  et  ruborem  igneum. 
ita  idem  Theodoricus  bellando  calefactus  flatu  quos  tetigit  taliter 
inficit  maleficiatos.  nachdem  Hemmerlin  die  stiere  des  Vukan  und 
den  kretischen  stier  verglichen,  sagt  er:  Hie  est  Theodoricus  de 
Verona,  qui  apud  Wormacensem  civitatem  in  rosario  inter  athletas 
mundi  fortior  duella  dirissima  et  monarchiam  singularem  com  quo- 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXVUI.  LXXIX  325 

dam  viro  Sifrido  nomine,  mirae  magnitudinis,  fertur  pepigisse.  für 
Dietrichs  arianismus  und  plötzlichen  tod  beruft  sich  Hemmerlin  auf 
Gregors  dialogus  und  Otto  von  Ereisingen,  und  setzt  noch  hinzu 
Et  est  iste,  de  quo  dicit  fabularius  Thuricensis:  Theodoricus  de 
Verona,  equo  sedem,  cum  eanibns  venando  eervum  vivus  in  infernum 
ingrediendo  fugant. 

Wer  der  zuletzt  erwähnte  fabularius  ist,  weifs  ich  nicht,  über 
die  nachricht  selbst  s.  nr.  XXI,  7.  HS  nr.  24. 

LXXIX. 

Die  reformatoren  sprechen  wiederholt  von  der  heldensage,  zu- 
mal von  Dietrich  von  Bern,  mit  geringschätzung. 

1 .  Zu  den  Zeugnissen  aus  Luthers  Schriften  HS  nr.  146.  ZE 
XXX,  4  und  LVI  kommt  noch  eins:  hauspostille,  Wittenberg  1606 
fol.  115«  wenn  man  ein  Merlin  von  Dieterich  van  Bern  sagte,  das 
kan  man  behalten,  ob  maus  gleich  nur  einmal  höret 

2.  EJacobs,  die  ehemalige  böchersammlung  Ludwigs  grafen 
zu  Stolberg,  1868,  s.  15  weist  aus  einer  predigt  Simon  Hoffmanns 
(Erfurt  1523)  folgende  stelle  nach:  darumb  solt  jr  altzeit  mit  dem 
wort  gottes  gespeiset  werden,  vnd  so  offt  jr  darein  glaubet  mit  dem 
hertzen,  esset  ir  blut  vnd  fleisch  Christi,  das  können  vnsere  alte 
hilkbrent  nicht  in  jre  blinde  kopffe  bringen. 

3.  Ain  kurtzer  begriff  vnd  innhalt  der  gantzen  Bibel,  in  drew 
Lieder  zu  singen  gestellt,  durch  Joachim  AberUn  1534.  der  ver- 
fafser  sagt  D  iiirw.  in  dem  Vorwort  zu  den  psalmen :  Es  darffsich 
auch  niemands  der  lenge,  als  ob  es  vnmüglich  zubehalten,  be- 
schwern.  Dann  ob  ainer  schon  die  sum  des  alten  vn  newen  Testa- 
ments für  sich  neme  z&singen,  so  ist  sy  nit  allain  nutzlicher  vnd 
weger,  sonder  auch  wol  als  kurtz  vnd  ring  zu  lernen  als  der  Ber- 
ner^  Ecken  aufsfari,  Hertzog  ermt,  der  hüme  Sewfrid^  auch  als  an- 
dere vnnätze,  langwirige  vnd  haillofse  lieder  vnd  maistergesang 
(der  schandparen,  ehrlosen  vnd  vnchristlichen,  so  ainer  oberkait 
c&uerbieten  wol  anstund,  geschwige)  damit  man  nit  allain  die  zeyt 
übel  angelegt,  sonder  auch  offt  vnd  dick  bifs  zu  den  blutigen  köpffen 
wider  ainander  gesunge  hat. 

4.  JMathesius,  vorrede  zu  Nie.  Herman,  die  Hystorien  von 
der  Sindtfludt.  Wittemberg  1563.  A  6b:  Ich  tadle  der  alten  Meister 
Gesenge  vnd  Bergreyen  auch  nicht,  denn  ich  hab  viel  alter  schöner 
Geticht,  darinn  man  gute  vnd  christlidie  Lcut  spüret,  gesehen,  als 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111.  22 


326  ZEl  GMSSE  UND  EXCÜRSE 

das  vom  Pollican,  von  derMilhle  vm]  andere.  Aber  was  lehret  oder 
wen  tröstet  dei'  alte  Hiltebrand  vnd  Rifz  Sigenot? 

5.  Eine  ähnliche  stelle  aus  spaterer  zeit  weist  Birlinger  im 
anzciger  t86S  s.  264  aus  JGretsor  und  Conr.  Vetter,  Procession 
Ruch  Ingolstadt  1612  s.  7  nach:  vnd  ist  freilich  mehr  daran  gelegen 
dals  man  sehe,  was  der  gegenwärtig  vnd  bekannte  Brauch  leyde 
und  erheische  als  von  den  alten  Wörtern  vnd  aften  HiUehrandt 
disputieren,  welches  sein  zeit  vnd  mafs  auch  haben,  aber  da  nicht 
vnd  so  nicht. 

LXXX. 

Wie  die  theologen  so  verwerfen  auch  die  historiker  des  16. 
jahrh.  die  heldeiisage  (vgl.  XXX,  2). 

1 .  So  sagt  Seb.  Munster  in  der  cosniographie  1 544  s.  XCVI 
Verona,  vfT  tülsch  Bern,  elhch  nennen  es  Dietrichs  Bern,  dann  der 
künig  Dietrich  hat  es  zum  ersten  gewonnen,  vnd  andere  stetl 
darufs  kriegt.  Von  disem  Dietrich  sagt  man  vi7,  dz  doch  in  den  war- 
hafftigen  historien  kein  grundt  hat, 

2.  Tschudi,  Grundtliche  vnd  warhafltc  heschreibung  der  yr^ 
alten  Alpischen  Rhetie  usw.  Basel  1 538,  bl.  1  vw :  Defshalb  sölich 
historien,  allein  von  vnnützen  tröumen,  alten  tantmären,  glych 
wie  vom  altenn  Hilteprandt,  vnd  derglychen,  erdicht  sind,  inn  sonn- 
ders  so  by  vns  Teutschen  alle  leer  zum  theyl  erlöschen. 

Während  Munster  die  benennung  Dietrichsbern  für  Verona 
nur  beiläufig  erwähnt,  nennt  Tschudi  die  Stadt  stets  mit  dem  zü* 
sammengesetzten  namen.  im  16.  Jahrhundert  ist  er,  wie  es  scheint, 
sonst  ziemlich  allgemein  im  gebrauch,  s.  die  W^elsch  Gattung  1513 
{]  8a  Montanus  gartengcsellschafl  nr.  116  und  die  HS  nr.  138. 
ZE  XXX,  5  angeführten  stellen. 

3.  Eine  rationalistische  erklärung  der  heldensagc  gibt  S 
Franck,  Germania  1 539  hl.  56«  Dielerich  regiert  wol  vnd  ft*iedlich 
32  jar.  .  .  .  daher  seindt  die  lieder  so  man  inn  Teutsch  Tonn  jm 
singt  gemacht,  die  Risen  seindt  die  Barbari.  Dann  (hioacer  war  ein 
Barbarus  aufs  Rügenn. 

LXXXI. 

Reweist  schon  die  erwähnte  op]M>sition  der  theologen  und 
historiker  die  fortdauernde  beliebtheit  der  heldensagc  im  16.  jähr» 
hundert,  so  werden  sich  auch  aus  der  litteratur  dieser  und  der  fol- 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXX.  LXXXI   327 

genden  zeit  noch  zahlreiche  anspielüngen  zu  den  in  der  HS  und 
Z£  XXX,  3 — 8  angegebenen  zufügen  lafsen.  besonders  beliebt 
waren  Dietrich  von  Bern  und  der  hörnerne  Siegfried,  auf  jenen 
beziehen  sich  folgende  stellen. 

1.  Ain  schöner  dialogus,  Cüntz  ynnd  der  Fritz  (Gödeke  grundr. 
§.  140,  1.  Uhland  Schriften  2,  503)  bl.  4a.  aber  ains  waifs  ich  dz 
wärt  nit  falen,  da  alle  die  sich  yetzfrewen,  ?nd  mainen  sy  haben 
den  Rifs  sigenot  vnd  asprian  über  wunden,  werden  nit  lang  freyd 
haben,  dann  ich  sich  vor  meinen  äugen  dz  der  engel  gots  dz  schwert 
emplöst  vnd  inen  den  tod  treüet  die  die  warheit  so  ofenlich  be- 
streiten. 

2.  Hans  Sachs  führt  in  einem  liede,  Eulenspiegel  mildern  wirt 
(Gödekes  ausgäbe  107,  48)  ein  Sprichwort  aus  der  heldensage  an: 

also  wart  list  mit  list  bezalt. 

uns  sagt  ein  Sprichwort  alt : 

Eck  an  den  Bemer  kam. 

sie  waren  beidesan 

mit  schalkheuten  besessen, 
auch  34,  47  erwähnt  er  diesen  Spruch,  in  dem  liede  der  abenteurer 
mit  dem  or: 

der  burgermeister  sach  sie  alle  beide  an, 

dacht  "der  ein  treibt  gross  triegerei, 

der  ander  ist  nit  rein, 

wol  zwey  verprante  kinder : 

Eck  an  den  Bemer  knmen  i8t\ 

3.  Talitz  von  Liechtensee,  kurtzweyliger  Reyfsgespahn,  Ulm 
1655  (erste  ausgäbe  1645,  s.  Gödeke  grundrifs  s.  513,  5)  s.  179: 
Du  stellest  dich  sehr  trotzig  gegen  mir,  als  ob  ich  nur  ein  Hew- 
sdireck,  du  aber  ein  rechter  Hildebrand  wärest. 

4.  Kurtzer  Entwurff  Eines  anmuthigen  Kinder-Ballets  welches 
Durch  LX  Junge  Knaben  Theils  mit  Mutter- Pferden  ihres  Alters 
von  IV.  bife  in  X.  auch  XII.  Jahren  In  der  Freyen  Käyserl.  Reichs- 
Stadt  Nürnberg  repräsentirt  vnd  vorgestellt  wird.  Sampt  einem 
kurtzen  Schäfer-Gespräch  vnd  andern  lustigen  Musicalischen  Kurtz- 
weiln  angeordnet  Von  Einem  Des  Durchleuchtigst.  Ertzhauses  Öster- 
reich Weyl.  zehenjährigen  Bedienten  J.  M.  L.  Anno  MDG^XIil.  s. 
10:  Da  meinen  die  Hoff-Riesen,  sie  seyn  übern  Dietrich  von  Bern, 
wanns  ein  solches  Ding  treffen,  wanns  aber  zum  kolben  kömmt, 
da  habens  nicht  Haasen-Füfs  genug. 

22* 


328  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

LXXXII. 

1.  In  den  Reimen  Balthasars  vom  Buchel  über  das  limme- 
rische  wiippen  (Zimm.  chron.  1,442)  beifst  es 

ein  bleckter  leo  der  ain  Streitaxt  hat, 

recht  als  ob  er  schlagen  wellt, 

forchtsam  als  Seifrid  der  heldt. 
Dafs  man  im  16.  Jahrhundert  und  später  besonders  den  hömemen 
Siegfried  kannte,  zeigen  die  folgenden  stellen. 

2.  Brunonis  Seidelii  paroBmiae  1589,  bl.  B  3 

sunt  qui  amant  dicteria  Grylli 

et  qui  Smosmannum  cupiunt  audire  per  annum 

turpia  dicentem,  vel  Svarmum  spurca  loquentem; 

quique  legunt  pfaffi  Calebergi  facta  vel  affi ; 

bis  placet  insanus  Neidhart,  Lauhn  quoque  nanus; 

Conieus  Smfridus  bonus  et  nonas  per  et  idus. 

Marcolf  laudatur,  Eulenspigelus  amatur, 

et  quis  non  legit,  quae  frater  Rauschius  egit? 

3.  Thcobald  Iloeck  (geb.  1573,  gest.  nach  1618)  nennt  im 
fünften  kapitel  seiner  gedichtsam mlung  Schönes  Bluroenfeldt  1601 
unter  andern  gedichten  die  damals  beliebt  waren 

den  Pfaffen  am  Kalnberge, 

den  Hirnen  Seyfrid  mü  »eim  kleinen  Zwerge^ 

den  Markolphum  alte, 

den  Eulenspiegel  auch  in  solcher  gstalte, 

vnd  die  Centonouellen, 

das  Narrenschiff  mit  Schellen. 

4.  Noch  im  achtzehnten  Jahrhundert  finden  sich  anspielungen 
auf  das  Volksbuch  vom  hörnernen  Siegfried,  so  in  JGHüllers  Sieg- 
fried von  Lindenberg,  und  ThG  von  Hippel  lä(st  in  seinem  laslfliiiel 
der  mann  nach  der  uhr  oder  der  ordentliche  mann  1765  im  vierten 
auftritt  Lisette  sagen:  Was  für  feliler  kann  wohl  ein  junger  herr 
haben,  der  mademoiselle  Wilhelmine  liebet,  der  treugehorsaraea 
Lisette  manchen  gehörnten  Siegfrieden  in  die  Hand  drückt. 

LXXXHL 

1.  In  dem  meisterliede  der  Weimarer  lis.  fol.  419  steht  alt 
nr.  336  das  lied  von  den  drei  starken  kämpfern.  die  dritte  Strophe 
hat  Gödeke  in  der  Germania  15,201  mitgeteilt  und  besprocheo; 
die  erste  über  ni(*trich  lautet : 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXXH.  LXXXIH  329 

Drei  starke  kempfer  ich  beschreib. 

der  erst  Dietrich  von  Bern, 

der  erlegt  den  küng  Fasolt^ 

als  er  in  wolt 
5  mit  arglisten  zu  decken. 

auch  Rüsen  das  ungefög  weib 

kämpf  kunt  im  nit  gnug  weren. 

den  grossen  rism  Sigenot 

schlug  er  zu  tot 
10  und  auch  den  starken  Ecken 

darzu  auch  den  kümen  Seifrü 

erlegt  er  zu  sein  zeiten. 

der  alt  HiUehrant  auch  ?erschid 

durch  Bemers  listigkeiten 
15  drum  er  bis  an  jüngsten  tag  muDs 

zu  einer  buTs 

noch  mit  den  wurmen  streiten. 
Was  der  dichter  ?on  Dietrich  sagt,  läfst  sich  nicht  auf  eine  einzige 
schriftliche  quelle  zurückführen,  sondern  stammt  aus  seiner  be- 
kanntschaft  mit  der  sage  die  allerdings  schon  spätere  entstellungen 
zeigt.  auDser  den  gedichten  Ecke  und  Sigenot  (vgl.  XXX,  3.  8.  9) 
kannte  der  dichter  die  Yorrede  des  heldenbuches  oder  deren  quel- 
len: denn  was  er  z.  11  von  Siegfrieds  tod  erzählt,  steht  in  der  vor- 
rede 7,26  Keller;  HS  301  wird  dafür  nur  noch  das  zeugnis.des 
Staricius angeführt  der  gewis  das  gedruckte heldenbuch  benutzte,  auch 
die  etwas  unbestimmte  nachricht  über  Hildebrands  tod  z.  13  wirdaut 
die  vorrede  3,  29.  11,  15  zu  beziehen  sein,  dafs  Dietrich  aber  bis 
zum  jüngsten  tage  mit  wurmen  kämpfen  muDs,  (vgl.  oben  LXXVII,  3) 
und  zwar  zur  hülse  für  Hildebrands  tod,  davon  weÜs  die  vorrede  nichts. 
2.  Dieselbe  hs.  aus  Weimar  hat  nr.  611  das  erst  bar  von  Hueg 
Dietrich,  in  der  Kalberweis  Hans  Heyden.  1566,  20  jan.  von  Vogel 
gedichtet,  der  anfang  lautet  Es  wardt  ein  buch  funden  vor  man- 
chem Jahr  in  einem  kloster  Tagemunden  genant  war.  nr.  454  steht 
das  ander  bar  von  Hug^  Dietrich.  In  der  härten  steinweis  H.  Vogels 
1566,  22  jan.  beginnend :  Hug  Dietrich  zu  Bechung  sprach. 

Mehr  als  diese  beiden  bar  hat  die  hs.  nicht,  wie  der  eingang 
des  ersten  zeigt,  folgt  der  dichter  dem  gemeinen  text  (D)  des  Wolf- 
dietrich, er  behandelte  aber  nach  der  Überschrift  nur  die  Werbung 
Hugdietrichs,  die  ja  ein  abgeschlofsenes  ganzes  bildet. 


330  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

LXXXIV. 

Zu  den  US  nr.  150  aus  FischaFte  Schriften  gegebenen  Zeug- 
nissen kommen  noch  einige. 

1.  Nachtrab  oder  Nebelkräh,  1570  bl.  16a 

wer  wolt  doch  nicht  allliie  erzittern 
vor  diesen  schwartzen  Jesuitern. 
die  Manch  die  fähren  lange  Spiesz, 
ich  glaub  wol  dasz  es  ser  verdriesz 
die  Landsknecht  vnd  manch  doUen  Reuter, 
weil  sie  die  Munch  vertringen  leider, 
der  hörnen  Sewfried  gilt  nicht  mehr, 
weil  der  Münch  Ilsän  kommet  her. 

2.  Ernewcrtc  Beschreibung  der!  Wolgedenckwürdigen  Alten 
vnd  warhafTten  verwunderlichen  Geschieht  Vom  Herren  Petem  von 
StaufTenberg  usw.,  Strafsburg  1588,  B  2 

Oder  wollen  wir  weiter  traben 

Vnd  aufs  dem  Heldenbuch  hüUT  liaben. 

Als  die  Treu  HülfT  Zwerg  Elberiehs 

Sampt  der  Rauch  Eh  Wolff  Dietherichsf 

Oder  sollen  wir  HülfT  erwarten 

Von  den  Helden  im  Rosengarten, 

Dem  SehrtUhan  vnd  Asperian 

Dem  Hörn  Seifrid  vnd  Mönch  Ilhani 

Oder  aufs  Artus  Messenei 

So  die  Tafelrund  bsetzten  frei? 

Oder  wollen  wir  wecken  auif 

Inn  Venusberg  den  schläfTrigen  Haufl', 

Den  Tanhauser  vnd  Sachssenheymer 

Die  doch  darbei  sind  gute  Reimer, 

Die  Denckwurdig  alt  Geschieht  (eine  zeile  fehk) 

Sampt  ires  Treuen  Eckarts  Zwerg, 

Der  sie  bei  Brisach  führt  inn  Berg? 

3.  In  demselben  gedieht  B  5  wird  ausgeführt  wie  schon  die 
beiden  vor  Troja  des  citherspiels  kundig  waren,  auch  Volker  wird 
nicht  vergefsen ; 

Der  Altzmfidler  könnt  heut  geigen 
Vnd  Morn  im  Rosengari  sich  zeygen, 
Die  Hand  welche  den  Bogen  zogen, 
Zogen  auch  offt  den  Fiddbogen, 


ZUR  DEUTSCHEN  UELÜENSAGE  LXXXIV.  LXXXV  331 

Vnd  was  doch  keyns  vom  andern  gschendt, 
£yn  jedes  gschah  zu  seinem  End. 
4.  Auch  im  Gargantua  finden  sich  noch  ein  par  anspielungen  : 
solt  ein  Kabifsbauer  in  seim  Kabiskopf  nit  besser  verstehn,  wann 
ich  jhne  nennt  WolfPiarte,  Hüdebrand,  Sigfrid,  Friderich,  Gott- 
rid,  Winrich  usw.  ausg.  von  1590  s.  203.  —  was?  solt  ich  bei 
Mannlichen  Leuten  nicht  angenemer  werden,  wann  idi  ein  solchen 
Knebelbartfrefsigen  Namen  bette,  der  von  gethön  vnnd  hall 
den  Leuten  aufszusprecheu  ein  lust  gibt,  als  Eisenbart,  Kerle, 
Hörebrand.  Hartdegen,  Schartdegen,  Degenwerd,  Wildhelm,  Helm- 
schrot,  Yoland,  Grimm wald,  Grimmhild,  Kibhelm,  Kunhelm,  Fastkün, 
Eisenarm,  Hörwart . . .  s.  203.  —  aber  das  Baderisch  und  Bechtutigisch 
messerwerfen,  scharsach  schiefen  liefs  er  sant  Veiten  haben  s. 
345.  —  und  also  die  andere  Hern  HaufTschlag,  Greuelhelm,  Helm- 
schrotf  Kleingolt  s.  532.  —  weil  sie  (Euryt  und  Cteat)  aufs  Sylberen 
Eyerschaln  warn  geschloffen,  so  werden  sie  heut  gewifs  aufs  Stahli- 
nen Nebelkappen  schliefen  s.  383.  —  wiewol  ich  nichts  auf  die  berg- 
knappisch nebelkappen  halt  s.  477. 

LXXXV. 

1.  ChrPhvonWaldenfels,  selectae  antiquitatis  libri  XU,  Nürn- 
berg 1677  handelt  s.  374  f.  über  Eckhart,  nachdem  er  ihn  mit  Hec- 
tor  identificiert  hat,  fahrt  er  fort: 

Ali  US  Eckardus  redhibetur  Zenonis  et  Augustuli  christianorum 
imperatorum  coaetaneus,  dux  Brisgoviae  et  dominm  Elsatiae,  qui 
in  curatela  consanguioeorum  suorum  minorennium  Harlnngorum 
admirandam  eitremo  vitae  discrimine  contulit  fidelitatem.  Unde 
et  Fidelis  Eckardi  agnomen  dignissime  adeptus.  Fabulosae  vero 
recordatiouis  ergo  tale  commentum  ac  si  post  mortem  in  conücto 
illo  Monte  Veneris  vel  Melibocco  praesidens  frivolos  advenientes 
de  damnoso  accessu  et  frequentatione  dissuaderet,  conglutinatum. 
—  s.  377  erwähnt  er  noch  den  aberglaubeu :  hodierno  quoque  die 
superstitiosi  nonnulli  vocem  improvisam  quasi  susurrantem  audien- 
tcs  imaginantur  Treu  Eckardi  spiritum  eos  revocare. 

Die  nachricht  wird  auf  die  vorrede  des  heldenbuchs  zurück- 
gehen, wo  er  ebenfalls  'aufs  Elsas  vnd  prüfsgaw'  heilist  (3,  23  Kel- 
ler) und  die  erwähnung  seiner  wache  vor  dem  Venusberg  ebenfalls 
durch  man  sagt  i,  26  und  man  fermeint  auch  11,  25  von  seiner 
tatigkeit  als  pfleger  dei*  Harlunge  geschieden  wird,  das  volk  der 


332 


ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 


Ilnrelungi  als  bewoliner  des  Brcisgaucs  halten  auch  die  gelehrten 

des  16.  Jahrhunderts  für  historisch  genommen,  s.  oben  LXV,  1. 

2.  Ein  älteres  zeugnis  für  den  warnenden  Eckart  findet  sich 

in  dem   gedieht  die  Welsch  Gattung  Stralsbui'g   15t3  (Gödeke 

grundr.  §117,  20)bl.  Jj« 

ich  warn  euch  als  der  treu  Eckart. 

Berlin,  im  juni  1871. 

OSKAR  JÄNICKE. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN. 


[87']Arrabo,  aiTabonis  i.  pÄ(i?t/ 

(|üasi  arra  bona  que  spon- 

so  datur.  1. 
acinax,  ferrea  asta.  1.  azger,  2.75, 
alnus  erla.  3. 

amurca  [88"]  fex  olei.  i.  drusina.i. 
5  aucipula  clobo.  5. 
ascella  öchesa  sub  humeris.  6. 
acilabulum  aceti  uas.  phanna  ci- 

atus.  297. 
ansa  hantaba  l  hasta.  7. 
arula,  uas  \yvumram  glÖtphäna.  8. 
10  alietum  auis  eringre^z.  9. 
attacus.  hera  \  ut  quidam  hm^ 

bei.  10. 
arctolus  satelboge.  11.  471. 
argilla  limus  l  testa  mergii  12. 

472. 
afTorus  phrrllo. 
15  andeda  brantreita,  13.  474. 
alxgenusbestie.  i.elaho.  1A.473. 
ariola  hdba.  15. 
aquamanile  hantcar.  16.  476. 
alcerto  haiger.  17. 
20  alenos  ellenbogo.  18. 

amiclum  peplum  fascia  pectorale 

höbetdhc.  19. 


auripigmentum  argement. 

acer  agena.  20.  [88**] 

apsintium  wormiti.  21. 

acer  gimdereba  l  inazxiltt'ra  ar-  25 

bor.  22.  477. 
anetum  tille,  23. 
apium  ephe.  24. 
allium  clobeldch.  25. 
ascolinium  asdöch.  26. 
acies  acumen  toesiin.  27.  90 

alapa  arslac.  28. 
aurugo  species  coloris.  i.  gdivi. 

29. 
aulicus  hanetriit.  30. 
anco  mismos  incastratura.  i.  nÖt. 

31. 
aspidiscus  uncinus  craphio.  32.   35 
alec,  allecis.  i.  harinhc.  33. 
arvina.  i.  pinguedo.  i.  unslü.  34. 
axidonum.  i.  stöL 
albugo  hÖcsal.  35. 
andromena.  i.  gazza.  36.  478.  40 

[89-] 
anus  uetula.  1  alibi  an. 
ascia  desehla  l  barta,  37.  479. 
aneta.  anit.  auis  aqualic^i.  38. 
auena  habero  l  wilthabero.  39. 


14  Graff  3,  366      21  peplam  und  hobetohc  übergeschrieben      24  wer- 
juil  überg^,      26  arbur  iiberg.      39  hocMl  überg^. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


333 


45  axugia.  smero  40. 

allicito,  inuito  spanon.  4t. 

auricalcum.  i.  mose,  arad, 

artocrea  trapho.  480. 

ara  stabulum   porcoruni   stiga. 
481. 
50  aquarius  achari.  42.  316. 

ascelle  sceidun.  43.  317. 

aulea  umbehanc.  44.  318. 

annuabile  halbisin.  lachin.  45. 

amphibaluiii  man. 
55  alea  zaphil.  46.  32ö. 

atriplex  mdlhta.  47.  326. 

ancra  saxa  senkelsien.  48. 

apparitor  satelles.  dimsman.  49. 

aviariuii)  fogelw^ida.  50.  ^<$2. 
60  adolatura  faria.  51. 

allobrox  gallus  hurgendart.  52. 

adulator  fosare.  53.  483* 

allido.  elido.  hie  c€m/osoH. 

auiifrigium  goUborto.  54. 484.70. 
65  arpago  trideus  1  fuscinula  craöal. 
55.  2i?*. 

aurugo  color  in  auro  l  gekskut. 
56. 

alopicia  grint.  57. 

ardea  Aeigier.  58. 

an;tra  mistil.  59. 
70  asserum  taddo.  60.  4<$^. 

aser  haselörz.  6t. 

anaglipha  fitan/icAa.  62.  ^<$7. 

arnica  toolfzeisäa,  63. 

armeutarius  canatan  64.  485. 
75  attenuatus  [89'']  garmeter.  65. 

auricularius  ratgebo.  66.  <?2^. 

assatura  spizpralo.  67. 


arundo  canna.  i.  ror.  68. 
adulterina  clavis  affitersluzel.  69. 
ap'fusus  h'  washolimter.  70.         80 
arnoglossa  wegerich.  71. 
agaone  subtilla  h'  ii'orfitif..r...s. 

72. 
agre  I  canape  h'  hanif.  73. 
alumen  l  casaltro  l  spiptiria  h' 

bisten,  74. 
alosantus  h'  wormiota.  75.  85 

apiorisu  t  butrarion  heininfuoz. 
agatia  fructus  arboris  spinosi.  i. 

sle'^a.  76. 
ansora  ringila.  77. 
aniatilla  acter  h'  holantar.  78. 
albamenta  rosarum  unfsumunza.  90 

79. 
auellane  nespila  fructus  1  arbor 

ipsius. 
amarellus  amirzo. 
artagge  birdvun.  80. 
avellana  stea.  81.  [90*] 
Bursa  pellis.  i.  h%U.  82.  95 

bothonia.  urna.  i.  tmbir.  S9.299. 
botholicula  stovf.  84. 
baJasiuin.  imago.  i.  bilde.  85. 
bootes.  sidus.  bubulcus.  i.  o'ti' 

nare.  [90*'] 
bubalus.  i.  tüismU.  86.  100 

bubo  auis  nocturna,  i.  hvo.  87. 
braca  femorale,  i.  brÖch.  88. 
buUa  sperula  aurea.  i.  rinch.  89. 

488. 
bostar  rinderstal  90.  489. 
ballcna.  spccies  piscis.  i.  uHiAfira.  105 

91 .  490. 


46  smero  überg^.  47  mosc  Uberg.  64  mantilV  69  oustil?  82 
or  Ut  ausradiert  84  vgl.  Graff'^,  6S8  92  vgl.  u.  9,  391,  25  99  vor 
0  ist  h  autradiert,  lidus  überg.      102  nach  c  in  braca  rasur      104  stai  ii  er 


334 


ma  FLOKEMLNEU  (BLOSSEN 


braiicia  giitUir  l  iiiaxilla.  i.  cMla, 

92. 
bastaban  bremo.  93. 
bitunien  ertUm,  gluten  ten*e  tena- 

cissimum.  94.  401, 
biicula  uacca  iuueiicula.  i.  kalba. 

95.  492, 
1 10  buculare  labiuni.  i.  labiL  96. 403. 
bipeunis.  parta  bial,  bis  acuta. 

97.  494. 
bolrus  wintrubo,  98.  403, 
butirum  pinguedo  lactis.  i.  atico, 

99. 
birrus,  cottus  linibriatiis  cozzo. 

100. 
115  battudo  slegimeli,  101. 

baratruni  uorago.  i.  holberloch, 

102.  406\ 
basis  staphalin  quicquid  fiiuda- 

niento  subicilur.  103. 
bucca.  OS.  munt,  104.  408, 
balbutio,  bla^bizo  sianbilon.  105. 

400. 
120  botinus  lacha.  106.  500. 

bonibix  goteuueppewrm,  1 07. 601 . 
bastcrna.  specics  uebicii.  i.  &am- 

böch.  108.  508. 
balbus,  blesus.  neseletUer,  109. 

502,  [91-] 
büluis.  coiicauum.  label.  1 10. 
125  h^rhWdi  suegüa.  111. 
bulla  blatera,  112. 
blesus  lisbinter. 
Iiracia  malz.  1 1 3.  503. 
bancale.  i.  baMlaohin.  114.  504. 


I»acinuni.  i.  becchm.  1 15.  76.        130 

bulcio  bolz.  116.  505. 

bachones.  perna.  i.  hacho.  i  17. 

bacina.  i.  wegwüha.  118. 

briiina.  i.  bundaz.  119. 

bacha  wahegelari.  120.  135 

brasicia.  i.  wirz.  121. 

boletus  biaiz.  122. 

bratea.  i.  plech.  123. 

braneus  dempho.  124. 

bruma.  i.  rt/o.  125.  14U 

brioiiia.  herba.  i.  schitwarz.  126. 

brucia  bechela.  127. 

batus  brenbrema.  128. 

butracion  I  apiorisu  heimnflm. 

129. 
basilica  1  basilicon  \  regia  ma-  145 

dilger.  130. 
bicus  lingua  d|>ecA(6s  «iin^a.  131. 
buris  fluggishdbit.  132.  JOß. 
biduvium  kertare  ul  rebemesser. 

133.  5Ö7.  [91»»] 
Cidarim.  pilleus  mitra  höbe. 
cataplasmo.  medicamina  iuligo.  150 

i.  faschon,  134.  514. 
catbarus.  mundus.  i.  reiner. 
contuberualis    hergesello.    135. 

512. 
cornus  erlizbovm.  136. 
cotaiius  chutimbovm.  137.  515. 
calpodia  last.  138.  516.  155 

curicule.  worthemgil.  138. 
culucalus  wazirstelce  auis.  139. 

creniium  spaha.  1 40.  J09.  [92«] 


108  ortliiii  übcrf:.  100  kalba  über  uacca  114  cozzo  Überg.  117 
staphalin  t/^er^.  133  vgl.  Graff'  1,  077  134  /.  huodaz  135  r^  Di9- 
fenbachs  gtossarium  s.  m*^^  144 /.  heiuinfuoz  152  hergesello  «^^.  156 
th  at{frasur 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


335 


cardiacus    herteesuhliger.    cordis 
dolorem  habens.  141. 
160  capreasilvatica5fetfi9fts.142.d7d. 

capra  domestica  geiz.  143. 

castor  fibur.  i.  biber.  144. 

cuniculus  lorichi.  145.  520. 

capreolus  capreolus  recA.  146. 
621. 
165  ceculus  blindosUcho.  147.  322. 

capedo  species  piscis.  i.  dant.  1 48. 

conca.  i.  concula  musctUa  l  labil. 
149. 

Cancer  crebizo. 

capus  falco.  1 50. 
170  cuculus  gauhc.  151. 

carduelis  distilmzo,  distiluinco. 
152. 

caradrioD  lericha.  153. 

coturnix  perdix.  i.  rephin.  154. 

cicendula  clmo.  155.  323. 
175  cornix  erat«.  156.  523.  [92'] 

castor  ottir.  157. 

cautia  scfibizuz. 

cauterium  l  cauteriolum  cantari. 
158. 

calvitium  calwa.  159. 329. 
ISO  cervix.  i.  coUum  hah.  160. 

cubitus  elin.  161. 

cartillago.  molle  os  et  sine  me- 
dolla.  crostiUa.  162.  543. 

coste  rippe.  1 63. 

coxa  &  clunes  deich  l  huffe.  164. 
571. 
185  cerebella  Af'mereba.  165.  511. 

celiffal  Xensr.  166. 

calxcalcaneum  ferstna.  161.551. 

crus.  tibia  «ct*'nca.  1 68.  552. 


coclea  turris  in  qua  per  circui- 
tum  ascenditur  toendilistm. 
169.  553. 

Camera  gewelbe.  170.  554.  190 

crypta  cm/if.  171. 

cementum  pflasler.  quo  murus 
compingitur.  172. 

calces  ccdc.  173. 

cementarius  tnurare.  174. 

cui*ia  dinchus  l  sprachus.  175.  195 

curialis  esago.  176.  diO. 
calips  ferrum.  i.  std  l  isan.  177. 
cauterium  ferrum  cum  quo  ani- 

malia  uruntur.  i.  boh.  178. 

555. 
clavus  stiumagel  l  zmc.  1 79. 556. 
da  vis  s{u22t7.  180.  557.  200 

creagra.  fuscinula  crewel.  181. 

55*. 
ciroinus  mxa.  182.  559. 
circus  ul  circulus  l  cidus.  i.  rmc. 

183. 
carra  l    carruca  l  carpentum. 

plaustrum.  i.  voagm.  184. 

561. 
carpentarius  holztioercman.  185.  205 
cuna  1  cunula  l  cunacubulum 

wagal  ygeride.  186.  560. 
cenaculum  mösgadem.  187.  [93*] 
cartallum  canistrum.   i.  cratto, 

562. 
calatlius  zeinna.  188. 564. 
datuscalixmodicus.  i.s(ou/'.189.  210 
cratera  napfX  coph.  190.  547. 
coclear  leffil  191.  563. 
caldarium  }  caldari&lum  chezze. 


171  dis til wizo  überg^,      179  o  Bwitckm  1  und  w  autradimi      213  /.  chezzel 


336 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


in  quo  calcfit  aqua.   192. 
665. 
cantharus  naff  \  canntta.  1 94. 
548. 
215  celatura  htui  \  graft  sculptura. 
\9S.566. 
cyminum  cumi,  195. 
cucumis  1  Cucurbita  curhiz,  196. 
cucumerarium  curhizgarto,  197. 
carectum  ried  l  saer.  198.  567. 
220  cicuta  scherelinc.    potius  hcrba 
qucdam  uenenata.  1 99.568. 
ccpa  louch.  200. 
ccpc  phlanza.  201.  569. 
ccrefolium  cheruilla.  202. 
Carduus  distiL  203. 
225  canniva  anif.  204. 

celidonia  schelliwrz.  205. 
colocasia  wildumunza.  206. 
casia  uirga  corlicis  rohusti  pur- 
purcis  foliis  wikhanm.  207. 
coUandrum  collindir.  208. 
230  caulis  choU.  209. 

cardamus  wildecresso.  210. 
crocusspecies  floris.  i.  cnigo.2i\ . 
consitus  plantatus  ginbüolir.  212. 

526. 
citta  cortex.  i.  rinda.  213.  527, 
235  cippus  $loc  l  hlot.  214. 
cedrus  cedirbmim.  215. 
cinus  crteft6oifm.  216.  528. 
carapenus  haginhucha.  217. 
corilus  hasil.  218. 
240  colurnus  hesiliner.  219. 
coccus  rotphellü.  220. 
coccinum  retssa.  color  rubeus. 
221.  Ä?ö. 

219  hinter  saer  ach  ausradiert 
eck  auf  rawr      266 /.  cuncl«      272 


cortina  uelum.  i.  HmUhamc.  222. 

caliga  scöch  l  soc.  223. 

caligula  sochiU.  224.  245 

ciange  hosun.  225. 

culix  tnugga.  226. 

capulus  A«ba  1,  anthabtu  227. 

552. 
cassidile.  petra  muhsina  ea$ia. 
cos  toessesten.  228.  250 

culter.  i.  cultellus  mezzer,  229. 
camites  canti  fdga  drca  rotas. 

230.  531. 
clivus  halda.  231.  554. 
crej)ido  sikchüi  l  haU.  232.  550. 
controTersia  alterGaüo.  i.  sfrft.  255 

233. 
cardo  ange.  234. 
callis  pAo^  1  wec.  235. 
calles  SHt?.  cutis  spissata.  236. 
cetramentum  blacha.  237.  533, 
colustrum  biest.  lac  noaum  post  260 

partum.  238.  [93*'] 
constellatio  gistirm.  239. 
calcatorium    torcular.  i.  tnUa, 

240.  513. 
conpIuTium  dachtrouf.  241. 644. 
carbasus  segil.  242. 
colus  roccho  l  cunüa,  243.  346.  265 
colum  siha.  244.  5^. 
clava  Goföo.  245. 
curtis  hof.  246.  575. 
curtile  hofestat.  247.  520. 
crispus  reider.  248.  555.  270 

cOmanipularis  hergeseUo.  249. 
colossus.  i.  trmtlN«t)I  altisrima  oo- 

lumna.  250.  636. 
calceus  1  caliga  »cÖch.  251. 

241  beide  worle  über  der  %mU      264 
inaiiisvl  iiberg. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


337 


cistella.  capsella.  i.  ttuca.  252. 
.      [94-] 
275  cliteUa  ciistella  )  mmsa. 
bisenitiuin  käiba. 
corrodo  dilacero.  L  bigntigo.  253. 
depo  furor.  i.  Mo,  254. 
catillo  alienas  domos  more  cati- 

lorum  giro.  i.  noscoti.  255. 
280  clisco  cresQ.  256. 

cavillum  cauillatio  hu  l  spot.  257. 
coacuo.  in  acetum  uerto,  i.  im- 

ren. 
consultatio  ratfragä.  258. 
collimito  anamarcho.  259. 
285  confuto  gekono.  260.  ö37. 
confrigo  gerosto  l  gdierto,  261. 

339. 
conpiJator  aliena  dicta  suis  mis- 

cens    zesam^M   plezzare, 

262.  340. 
conger  hasela.  263. 
capistrum  Kalftra.  quo  equi  ca- 

piuntur.  264.  649. 
290  capitium  hohüloch,  265.  321, 
collarium   hahtÖch.  ut  circulos 

coiü.  266. 
ceruical  cussi  pulnillus. 
consistorium  dmchktu.  267. 
cauea.  domuncula  ubiauicule  in- 

cluduniur.  i.  fc  .ftna.  327. 
295  crista  camp.  268.  538. 
ceruleus  carfo.  269. 
castorium    mediGamentum    de 

caBtore  hibirwrz.  270. 642. 


causape  mensale  ambeüachin. 
271.  322. 

calta  species  floria.  i.  eU.  272. 
[94'>] 

concionator  sprachari.  273. 670,  300 

corbis  l  cophinus  eorh.  274. 672. 

comedo  glutio  vilifraz.21b.673. 

corinbus  trubo.  botrus.  276. 

cylindrum  wellibloe,  277.  674. 

cribellum  sibeUn.  278.*  305 

cinobatus  hundisberi,  279. 

citania  h'  choian,  i.  mala  cedonia. 
280. 

coropodium  ckutina.  i.  mala  ce- 
donia. 281. 

coconidio  dlantes  bere,  282. 

ceruisaria  domus  prukus,  283.  310 
323, 

calli  formule  ad  faciendos  cal- 
ceos.  i.  leist,  284. 

Discoforus  discum  ferens.  i. 
trutsaz,  676. 

discriminalia  m'uliebris  capitis 
ornamenta  que  crines 
discernunt.  faswitta.  285. 
677. 

däma  1  dämula  hintchalb.  678. 

dextralia.  late  armille  b<mgun.  315 
676. 

deambulatra  ubi  deambulari  pol- 
est i.  genge. 

delicatus  deliciose  nutriius  zar- 
tilicher.  286.  679. 

delfin  mermin. 


276  wenn  man  auch  an  ein  verb  biso  das  aus  pisiUre  Di^enbach  s,  438  * 
SU  entnehmen  wäre,  denken  kann,  so  bleibt  doch  immer  die  frage  wie  diegiosse 
in  den  buchstaben  c  komtni,  es  kann  allerdings  leicht  das  mit  c  beginnende  wort  ^ 
%u  dem  die  glosse  gehörte  ÜTtHmUch  ausgelt^fsen  sein  282  l*  uerto  r. 
irsurea       288  hasela  iiberg.      308  chutio«  überg. 


338 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


dumus.  i.  spinn,  i.  dm^iK  580, 
320  deditio  zurgift,  287. 

danubius  p.  n.  (luuii.  i.  tdnouua. 
decipula.  laqueus  1  nalla  \  druh. 

583. 
dolabra  ascia.  i.  harta,  584. 
decerniculum  ornamentuni  uir- 
ginalis  capitis  ex  auro.  i. 
nnderbant.  585.  [95^ 
325  ductile.iifetal]uin^e$%en6s.288. 
587. 
dolo  snido.  i.  howno.  289.  586. 
desipio.  male  sapio.  i.  tübizo. 
depasco  cOsumo  frizzo.  290. 588. 
dehisco  scrindo.  i.  chino.  palesco. 
589. 
330  diffido  dcspero.  i.  fercan.  291. 
590. 
depeUo  uzstozzo.  292. 
decedo   disccdo.   locum   do.   i. 

rumo. 
deriuo  detraho  }  deduco  )  ruso. 
dedo  subdo  trado.  irgibo. 
335  dentilia   restera.  dentes   aralri. 
080. 
dcprauor.  ris.  ih  ferboson.  293. 

591. 
duciolus  zapfo. 
dictänuin  wü  .7r  . .  z. 
deiiocatio  sceltuga.  592. 
310  dipsane  lochesuestni.  294.  593. 
demolitus  zostorta.  295. 
detcntio  anda^t  hunsabida.  290. 
deppo  siozo. 

dorinitilla  fichuurz.  [95''] 
3i5  dorsale  ruclacchen.  594. 


dentix  walera.  297.  595. 
Ecclesiastes.      concionator.     i. 

sprahh^re. 
ephoehia  iupanar  howns. 
clectrum  metaUnm  auro  clarius 

fiilgens.  i.  ge$mel%e. 
elleboron.  ueratrum.  i.  kemera.  35o 

germdra.  [96*] 
enigma    obscura    seDtencia.    i. 

ratisca. 
eucharistia  bonum    donum.    L 

vvizzol.  601.  [97'J 
extalis  grozdarm  l  grozmago.  298. 

599. 
editio  translatio.  i.  an/?  siungt^. 

299. 
empticiiis  chüffscalch.  603.  35S 

cmunctoria      forcipes      quibos 

adusta  luminaria  purgan- 

tur  eluft.  604. 
examcn  suarm  1  ursÖch. 
crugo.  rubigo.  i.  rosf. 
eruca  uermis  in  holere.  i.  gra- 

ne&rm.  601. 
ebor  helfmt  ben.  596.  360 

elephans  bcluarum  maximus  A«^ 

fani".  597. 
edera  tbach  \  ebtff'ut.  598. 
ex'ox  species  piscis.  i.  Uulhs.  606. 
ericius   bestiola  spinosa.  igil. 
extire  posterior  pars  capitis,  i.  365 

'  none. 
oburneus  helfe'ntbeininer.  608, 
cpeditio  hermari.  i.  preparatio 

beUi.  607. 
ccjues  l  equcster  reilman. 


333  ein  verbnm  runsjaii  von  runsa  dmn  laL  ffemäfs?  339  A  sceltuga 
342  hiuthal»i(]a?  343  beidtf  witrle  sind  mir  unwrsfändlich,  gehurt  AmT- 
her  lioza  s«.  2,  5  ?      365  Graff'  2,1113 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


339 


essedara  species  uehiculi.  i.  sam- 

hdck.  [QT] 
370  escarus  genus  piscis.  i.  huso,  609. 
episumen  zdmose.  610. 
emungo  nares  purgo.  i.  muto. 

611. 
exentero    uentrem    aperio.    i. 

scmffo.  300.  613. 
excorio.  corium  aufero.  i.  ßlo. 

skindo.  301.  612. 
375  exto^'bero.  nodiosus  fio.  i.  mase- 

ren.  302.  615. 
exploro  inquiro.  i.  gpehon.  303. 

614. 
excutio  ucrbero.  bluio.  304. 
enula  alant.  305.  616. 
ere/clea  h'  reitach<ütir. 
3S0  exungilogia  t  sintice.  h'  smeruua. 

617. 
exedonfiton.  i.  cicer.  h'  chicherra. 
erpillum  puleio. 
esculus  spboum.  618.  [99"] 
Fistula  calamus  t  suegela.  620. 
^tS5  fascia  t  uumdinch.  306. 

furg'a  haggo  1  zuifilla.  iOl.621. 
furciUa  gabala.  308.  622. 
Ailuum   rotez.   eluuez.  prunez. 

309. 
feminale.  t  femorale  brache,  i. 

brÖh. 
390  fernen  coz\'i.  i.  diech. 

fiscella.  sportula.  i.  curbele.  629, 
fascis  \  fascicius  gebundeli.  630. 
iibula  i.  cautenatio.  i.  nmkil.  631. 
forceps  zanga  quia  fortiter  capit. 
395  fuscina.  i.  fuscinula  creul  i.  cra- 
pho.  632. 


falx  sihiHla. 

falx  fenaria  segensa.  3L0.  623. 
feniseca  madare.  311.  624. 
fenum  secans  falcastrum  md- 

$egmsa  \  getisin.  312.  625. 
fornix  mibogo'l  Signum  uictorie.  400 
furnus  l  fornax  ouan  clibauas. 

313.  [99»^] 
fumarium  rauchhus.  302. 
figulus  hauenare.  633. 
flauus  fallier.  634. 
feriae  fira  uacationes.  63&.  405 

fenus  questus  ut  usura  l  le^an. 

636. 
funda  slinga.  637. 
fundibularius  slingare.  638. 
fissilis  duftiger.  314.  639. 
ficetula  sneppha,  410 

fringcllus  fiyigo. 
fucus  api  similis.  i.  trenö.  315. 

640. 
ficones  socsoÖha  619. 
fagus  bdcha. 

fraxinus  ose.  415 

fnsarius  sptnnelbawn.  641. 
fusus  spinnela. 
farnaicus  cippus.  i.  stoc. 
feniculum  fenechü. 
fenicium  fenich.  420 

fragum  erdbere. 
fungus  manu 

fascinsm  i  fascinatio  zmV.  642. 
fidciussor  cuius  aliquid  fide  com- 

mendatur.  i.  burgo. 
fertus.  panis.  i.  flado.  643.  425 

flabrum    \   flabellum   uentus   \ 

unadel. 


379  sonst  kann  ich  das  wort  nicht  nachweisen      413  /.  socscoba 


340 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


fenicium  coccinum.  \.rezze.d\Q. 

64Ö. 
fimbria  traro.  317.  644, 
fulis  corda.  i.  seito.  646. 
430  fundus  predium  girunt  l  boidun, 

648.  [100-]  r* 
fidicen  (idibus  canens  seitspilare. 
fimus  deisc  stercus  boum.  626. 
fonalia    stuppe    lucernarum.    i. 

daf  te. 
flacceo  arefio  marceo.  i.  wesinen. 
435  findo  diuido  v.  spaJto. 
fascino  zouberon. 
frico  rosto.  herto.  ribo. gnito.3]S. 

649. 
fetellus  calp. 
formelium  was  leip.  660. 
440  faux  gnomo.  651. 

furfarius  dorendral.  862. 
faidius/ese/.  319.  tfi?7. 
ferriim  consertoriuin  dehsihisen. 

863. 
fiilcrum   liniberga  l  spriuzztda. 

320.  628. 
415  facitrccula  feztregela.  864. 
flascones  flascön.  86ö.  [100**] 
Git  quoddam  infirmum  seinen. 

V.  prothnurz.  867. 
glis  nsimus.  1  potius 
gurgulio  engiring.  321.  868. 
450  gumnii  gutta  de  arborihus  fluens 

fliet.  322.  » 

gene  partes  sub  oculis  hußa. 

652. 
gingiue  caro  circa  dentes.  i.  hi- 

larna.  323.  653. 
giiilla  slunl.  654. 


gula  kela  l  commessatio.  869. 

gesticulatio.  motus  musicus  uns-    455 
hunga.  870. 

graticula  rost.  l  hurt.  871. 

gippus  hoiierochter.  872. 

globuluö  clutli.  873. 

gratiosus  henstiger.  324.  874. 

gluten  lim.  460 

gremium.  siccamen  lignonim  1 
gramen  nouum  post  sec- 
tionem.  i.  amat.  l  siniis. 

glarea  griez.  325.  665. 

graculus  roch.  326.  656. 

grillus  heimo. 

giluo  musfaruuemo.  327.  657.     465 

gladiolus  seuerteUa. 

genuinus  dens.  kinnizan. 

gleba    cespes    durus.   t   scotto. 

661. 
gaili  sacerdotes  dec.  gaili  castrati 

Äflm.  328.  875.  [\0\'] 
ganco.  guiosus.  i.  file  fraz,         470 
gms  cranich.  662. 
glans  eichiUa  l  drd$.  876. 
glandula  drdsili. 
ganinio  griiio. 
grassor  pugno  bachor  seuio.  i.  475 

ddbon.  880. 
granariuni  spichare.  658.  877. 
gallcüla  gebitta.  329.  659. 
gencr  eidem. 
glabrio  grint.  878. 
gilisia  windisca.  330.  660.  4S0 

gencceum  geneziunc.  331.  879. 
Ilerodion   auis   ignota.   i.   tiic'd 

falco.  (101''] 
bydropirus  wazzirttAtiger.  881. 


430  /.  boidim       465  ^leliuiigaV 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


341 


humerus  icuUerra  1  haPsHa.  332. 

882. 
485  humerula  chipff^a.  333.  883, 
habena  smhil.  884. 
hmniLi.ftmot.eqnnB  cum  uoeem 

emittit.  334.  88ö. 
huldtum  huht.  335.  886. 
hyrundo  swdewa. 
490  hyrundo  sanguisuga.  i.  egila. 
hibix  steinge».  887. 
haurifer  $caffo.  336.  888. 
h'rniosus  ponderosus.  i.  holohter. 

[102*] 
hio  güien  889. 
495  hiena  illüiu. 

Icho  yos.  sonus.  1  galm.  [102**] 
inuoluculum  cQuolutio  uestium. 

V.  uuoülkh.  667. 
jecor  lehera. 
ilia  laiuAa. 
500  inguina  pudenda  corporis,  i.  hege- 

drösa.  337.  670. 
inaures  orringa.  663. 
interrasilis  interlimatus.  i.  under 

figtUmter.  338.  668. 
incastratura  coniunctio  tabula- 

rum.  i.  not,  669. 
inpetigo  eitterllus»  rudcu  663. 
505  juniperus  nueccheUerbaum. 
inclusus  closmare.  339. 
imbrex.   tegula.  schmdela  quia 

imbrem  arcet. 
jacuhis  anguis  qui  animalia  trans- 

iacit.  i.  linlu)rm. 
janista  ianitor.  i.  tunmart. 
510  incaustum  atramentum.  i.  tincta. 

600.  [103*] 


juridicus  legisperitus.  i.  esago. 

incus  anthoz. 

interula.  interier  tunica.  i.  he- 

mede. 
isca  zimdira  fungus  in  arboribus. 

666. 
Leuiat''an  interpretatur  draeho  515 

serpens.  [103^] 
libra  dccem  uncie.  i.  waga, 
librum  humor  sub  cortice,  i.  $af. 
larus  auis.  i.  musare.  671. 
loaficus  grufwph$U 
lustrus  aquatica  bestiola.  i.  oHar.  520 

340. 
lumbricus  reginuurm. 
laudola  lericf^a. 
locusta.  i.  hemtaftl. 
licisca  misibeUa  l  breehin.  341. 

672. 
Unter,  canis.  i.  uuinte.     <  525 

linx  bestia  quedam.  i.  luhi. 
lacerta.  i.  egidshsa. 
lacertus  musculus  brachii.i.niia. 
lunbi.  lendi. 
lamia.  quoddam  monstrum  mu-  530 

lieri  simile.i.Aoissmila.342. 

673. 
lanugo.  fructus  maturuscarduum 

t  lana  terre  i.  mies. 
lathomius  lapidum  cesor.  i.^em- 

meizil. 
laquear  himiUze.  343.  [104*] 
iaterculus  ichindela  l  dilo.  675. 
lima  figila,  674.  535 

lineokis  fiium.  i.  sinär. 
lupatis  frenis  l  chanUs. 
lacinia  ora  uestimenti.  i.  suom. 


Z.  f.  D.  A.  neae  folge  HI. 


23 


342 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


iimbus.  fascifi  in  üne  uestimenti. 

i.  8uom  l  horto. 
540  licium  ^arlefa  l  fizza,  344. 
lodix  weppe,  345.  676\ 
lurobare  modica  braga.  i.  dieh- 

bröch.  677. 
lena  qiiedam  uestis.  i.  lilachin. 
lacerna  uestis  fiinbriata.i.  chozzo, 

346. 
545  laiuiua  tenuatum   metallum.  i. 

bkh. 
lagcna  uas  fictile  1  lapideum.  i. 

cruog )  lageUa. 
lecitus  uitreum  uas.  i.  ampvlla. 
lubrum  l  labrum  t  labium  leff  1 

labil  347. 
luter  conca  labrum.  i.  labil. 
550  lappa  l  lapatum  l  leticha  1  cletto. 
lolium  ratin.  348. 
lubisticum  lubistecheL 
lens  lentis  genus  quoddam  legu- 

minis.  i.  linsi. 

lens  gen, US  lendis  niz. 
555  luscinia  auis.  i.  nahtegila.  349. 

lepos  leporis  haso. 

limus  strabus  v.  seil  hinter  1  leim. 

lanipendiuni  wolleroc^.  678. 

lateris  zegil. 
660  len?"iiwi6jfcrnerlAdrmflrcA.350. 

leuir  cetcAir.  351.  [104*] 

ligo  ferrum  minus  in  aratro.  v. 
uch.  352.  679. 

lexiua    aqua    cinere    mixta.    i. 
lo..vga. 

lentiscus  melbbm. 
565  lardare  fleishus. 


570 


lisinna  lese. 

leuigatorium  lichstein. 

leuigo  ich  liehon. 

leuir  gesnio.  353. 

linistipula  pazzo.  681. 

lien  milze. 

lactaria  springa.  355. 

loculus  )  feretrum  liei^ar.  354. 

lacune  huluue.  356.  [105*] 

Micillus  hasilhoun.  575 

mirle  smirle.  auis. 

minola  molta  uas  pistornm. 

mirica  in  deserto.  i.  phrma. 

matardus  bestia.  mardrr. 

melones  piboz.  590 

melamium  morcmt. 

manstrugo  lachin. 

malachma.  tis.  lachendom. 

mufidus  panis  scimelgez  pralh. 

mutiulus  marchstein.  585 

mori  mulbere. 

murorum  summitates  cinna. 

macilcntus  macer.  i.  magerer. 
muri;i''na  specics  piscis.  i.  lant- 

frida.  683. 
mitra.  capitis  omamcntum.  i.  590 

höt. 
mcntum  chinnebä.  357. 
medulla  marg. 

mamma  )  mamilla.  i.  tutta.  358. 
mntrona  fr&a. 
menbranum  t  membranule.  wl-  595 

leU. 
malus  affeltra  \  afel. 
muscum  bisemo  l  mies.  359. 
menta  munza. 


648   /.  lefH      577  vfr^  ""'••  Diefenb.   t.  361«  tmd  niiilile  ffl.  Jnn.  D 
280      678  /.  iilirinii 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


343 


malua  papäla. 
600  millefolium  garua. 

malleus  hamer. 

roalleator  hamerare. 

moneta  munixa.  360. 

modiolus  naba.  684, 
605  mansus  höba  l  hisaz.  361.  086. 

magalis  porcus  castratos.  upar'. 

362.  686. 
mulsum  dulce  lutertranc 
manlbius  röbere.  [106*] 
mensale  tüdachetu 

610  raappa )  mappula  hatUfano  Ihan- 
tilla.  687. 

mcrga  scarba, 

merulus  l  merula.  amstlla. 

merops  grunspeckt. 

murio  chaz^. 
615  mustela  qujasi  mus  longa,  v.  un- 

migale  quasi  gulosus.  i.  harmo. 
muscipula.  laqueus.  I  fdlia. 
manipulus  colligatura  y.  garba. 

688. 
municipale  gestum  geburUch  ge^ 

dinge.  690. 
620  matricula  publica  t  epistola )  ec- 

clesia.  i.  tum. 
matricularius  tuomphaffo.  689. 
matta  1  mat'ula  tacha.  692. 
mantica   pera    ta$ea  l  malaha. 

363.  693. 
marceo  langueo.  i.  Beruen. 

625  mingo.  urinam  fecio.  i.  setcho. 
mastico  dentibus  comminuo.  i. 
chnuo. 


mulgeo  mikho.  364. 
manticulor.  fraudem  facio.  furor. 

i.  stOo.  [106^    . 
maura  drö$...wrz. 
molosum  rudm.  .  690 

mullus  sturo. 
melanurus  slio. 
mugil  barbo.  365. 
meditullium  stmolhns.  691. 
mino.  tribo  1  mmno.  366.  635 

Nanus  paruus  hoinic'')llus  [107*] 

i.  getuere.  367. 
neuus  macula  i  lebeto.  696. 
nouacula  cuitellus  acutissimns.  i. 

scaresahs.  25. 
nucifraga  nuzbrehca.  697. 
nucleus  nuzzechvmo.  640 

noctua.  nocturna  auis.  i.  uvrila. 

698. 
nasturcium.  herba  quedam.  i. 

CTe$so. 
naulum  precium  nauigi.  i.  /m- 

$az.  699. 
naufraugus  fracta  naui  bona  sna 

perdens  scc.  nauticus.sce^- 

licher.  700. 
nausia  uomitus  unmUdo.  701.     645 
nates  anhdli.  368. 
nudius  nunc  die.  III.  egesteren. 

369. 
neo.  ßlo.  V.  fadimo.  370,  702. 
neo.  nato.  i.  suimmo. 
nerua.  smua.  650 

nuc  nucboum. 
nisu  spariuare.  [107''] 
Opimachus  $lorith  auis  contra 


608  rubere  iiherg,  619  monicipale  über  gestum  623  tasca  iiberg, 
643  /.  feriscaz  644  scc.  aauticus  über  perdeos  652  su  von  nisu 
über  sp 

23* 


344 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


serpentes    pugnans    qui* 

dam  ciconiam  putant. 
ortigometra  horhun  cotiirnix  de 

ortiga  insula.  371.  [108*] 
655  onocrotalus  auis  delectans  sta- 

gnis  et  paludibus.  i.  har- 

tubel.  372. 
orarium  linteura  quod  ora  mor- 

tuorum  tegit  i  stola.  l  map- 

pula.  i.  hantfano. 
ora  ßnis.  i.  soum  I  ort, 
olor  cignus.  i.  elhez.  373. 
obses.  qui  pro  pace  datur.v.  jftse^. 
GGO  orcree  arma  crurium.  i.  benberga, 

703. 
ofla.  balla. 
Omentum    membranum     quod 

continet  intestina,  i.  bude- 

mitig.  704.  [108»'] 
operculum.  coopertorium  uasis. 

i.  lit. 
orifium  gesprinc.  705. 
GG5  ostrum.  coccus.  i.  rotpeheUöl. 
oscito.  OS  aperio.  i.  geuon.  70G. 
orix  hebirzan.  374.  707. 
opimachus  auis  otibero.  [109'] 
Peripsma.    quisquiiie.  quod  de 

farre  purgatur  et  proicitur. 

i.  spriur.  708. 
670  pelasum  alatum  caiciamcntum. 

i.  tcrite  scöha.  709.  [109»»] 
porHrio.  auis  quedam.  i.  isaro. 
phocas.  bos  marina.  i.  9tlaha, 

710. 
problema.  propositio.  i.  ratisca. 

711.  [110*] 
platanus  arbor  lalis  foliis.  i.  ahom. 


ptisana.  far  ut  hordeum  non-  675 
dum  cortice  exutum.  i./esa. 
712. 

pre«  or  büil. 

palatus.  guimo  \  hura.  714. 

palus  pali  stedio  l  phal. 

paxillus  clauis  i.  nagiL. 

pala  saiuetta.  715.  680 

papilio  eruca.  \  uermis  uolans.  i. 

parix  mma. 

paliurus.  berba  spinosa.  v.  Aoyui 

\  ageHcBta. 
papauer  mago. 
paredrus  uilis  equus.  i.  parefir^»  6S5 

376.  716. 

pardus  bestia  Utiria  et  uelocis- 

sima.  i.  leobart.  375. 
l^abula  builla. 

patina  l  patella.  phanna.  717. 
paium  bes  hegituba.  718. 
panis  lignum  quo  lila  in  telam  690 

porlantur.  [110^]  i.  tpilo. 

719. 
palla.  facitergium.  i.  fekcetragela. 

377.  720. 

pauo  auis  pulclire  uariatus.  L 

phano.  721. 
pälile.  fenale.  i.  he^iMadeL  722. 
pauitium  fenih. 
passus  V.  pe<le8.  i.  scritmale*        695 

pepo  pomiim  in  terra  cadens.  i. 

erdapfel  l  pedima.  723, 
perdix  auis.  rebhÖn. 
pessulum  doz. 
perfricus.  pluel.  713. 
persisicus  phersichboum.  700 


663  8torirh  Uherff.      654  horhun  üherf^^.      601  h  durchffMt riehen 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


345 


petrosilinum  herba.  petirsil. 
p^'stinaca.  moraha.  378. 
per^  herba  bieza.  379. 
pediculus  lüs. 
705  peUicanus  hisigomo. 
petigo  Prurigo  mehido. 
penula.  laceme  in  modum  cu- 

cuUe.  i.  atgilchozzo.  724. 
pedisequa.  pedes   matrone  se- 

quens.  i.  kameruuib,  725. 

perna  tergus  suis.  i.  bacho.  726. 

710  pecten  quo  capilli  rcguntur.  i. 

kamp. 
pectinatus  )  pexus.  giUtraher. 
pitnita  caligo.  t  flegma  oculorum 

)  morbus  capitis  )  morbus 

gallinarum  in    lingua.  i. 

fiffiz.  380. 
pilleus.  mitra.  hÖt. 
pila.  ofTa.  balla. 
715  pilum  t  pila  lignum  in. quo  mili- 

um  et  frumentum  exuitur. 

i.  stanphf.  728. 
pitace'um  modicum  coriolum.  i. 

sceda  |)7e22;o.  381.  727. 
pixis  pixidis.  buh$a  \  trviha. 
picus  iftht.  hehera. 
pica  agastera. 
720  pinus  binboum. 
picea  fareha. 
pirus  biremh^, 
pisa  areuuiz. 
pisalis  domus  que  calefieri  po- 

test.  i.  phiesdL 
725  pinso  ferio  l  premo  )  mito. 
pistor  panificus.  i.  phistar.  [111*] 
pons  uia  super  aquam.  i.  bröcca. 


ponderosus   cui   humor   uisce- 

rum  in  uirilia  labitur.  i. 

holohier.  729. 
poledrus  iuenis  equus.  i.  folo. 

730. 
porrum  f^orro.  731.  730 

puls  uilis  cibus.  i.  bri. 
pumen  os  gutturis  quo  cibus  de- 

uoratur.  i.  sluntbem. 
pulmo  hmginna.  732. 
pobles  knierada.  733. 
Pustula  builla  l  anctme/z.  735 

pultrinus  fuUhi. 
pulix  floch. 
pupa  simulacrum  puellarum.  i. 

tocha.  734. 
pumex.  petra  cauernosa  et  jeuis. 

i.  pumiz. 
puluillus  chussi.  740 

placenta  panis  tenuis  cum  oleo 

t  adipe  et  melle.  i.  flado  l 

bergita.  382.  735. 
plaustrum  uebiculum  cum  rotis. 

i.  uuagan.  383. 
plantago  toegerich. 
plana  ferrum  quo  planatur  lig- 
num. i.  scabo.  736. 
platoma  lapis  politus.  i.  pUuta.     745 
pluteus  tabula  parietis.  i.  dilo. 

384.  737.[nV'] 
plumbum  metallum  de  argento 

excocto.  i.  bU. 
prostibulum  lupanar.  Mrhn$. 
prinus  phlumboum. 
priuignus  stiufsun.  750 

possessio  eigan.  738. 
prestatio.  tributum  1  Uhin.  739. 


712  dai  wweite  l  morbus  iibwff.      710  L  a^^al^tera      745  la  in  lapis  üherg. 


346 


DIE  FLOKEISTIINER  GLOSSEN 


prurigo  uredo  cutis,  i.  tuchido. 
385.  740. 

plodapis  redestap.  743. 
755  propiinctorium  stozisen.  746. 

palaster  slec. 

pcnsum  wiehel.  386.  741, 

pedalis  weppegeit.  387.  742. 

prcfectus  purcrauo,  388. 
7G0  preses  grauo.  389.  744. 

praturariiis  wise  heio.  390. 

phoca  brahs^,ina.  39 1 .  745. 

pluniatium  wantcussi. 

pet'a  liiiiatica  slifistein.  747. 
765  polipodium  steilfarn.  748. 

parafrasten  lugenare. 

popo  wurstrelinc.  740. 

panariolum  chreUüi.  392.  750. 

pcniculum  wadil.  751.  [112"] 
770  pcudines  hinti  quod  in  tela  mu- 
lierum  pendet. 

piscina  vaiare. 

porfirio  isaro. 

Quisquilia  frumenti  purgamenta. 
i.  spnmir.  393. 

qiialus.  cophinus.  i.  corp. 
775  quacara.  auis  in  segele,  v.  tcu^a- 
tila.  394. 

quercus  eich. 

quernus  eichiner.  [112**] 

Rcumatica    licrba    quedam.     i. 
cranichessnabeL 

racemus    conglobatio     uuarum 
ut  drnbo. 
780  rana  frosc  l  crota. 


ranmus.  spina  albi  coloris.  i.  a- 

geleia. 
radii.  ligna  in  rotis.i.  spekha.  752* 
rasorium  sarsahs. 
radix  species  herbe,  i.  ratikc. 
raphanum  merratkh.  [113*]         795 
rasa   species  ucstis  t    icKsUsa. 

753. 
rastrum  houua.  754. 
rastellum  rt^Q.  755. 
renunculus  a  renibus  dim.  i.ii€t- 

ro  \  hindehrato.  756. 
rcticulum  a  rete  dim.  i.  jm%%\\  \   790 

um. 

recaluester.  parum  caluus.  Lde*** 

tdXiwmr. 
regius  morbus  gtlttkiih. 
remus  rMar. 
reniiges  ferien.  757. 
reciinatorium  liniberga.  795 

rcfrico  ad  frigus  redeo.  t  ilero  1 

ribo  l  gfküo  l  ro9to. 
repagulum  obiectio  qua  hostium 

clauditur.  i.  8pru%ä. 
riscus  holandir  l  sumbir.  395. 

758. 
rima  8crunf,*^a  l  foramen  inter 

compagines.  396.  750. 
ricinium  acus  t  spinu^.  800 

rincina  ferramentum  architeclo- 

rum.  i.  noil.  760. 
rumex  ruf. 

rubricata.  peilis  losgiitU.  761. 
rostrum  snabel. 


766  i  aus  \i  766  /.  fl  ec  768  /.  wcppegert  763  /.  wanc-  789 
/.  scarsabs  786  anslofa?  an  eine  hildung  mit  lus  darf  man  tüegen  der  gl. 
flosa  {zs.  3,4761' )  und  slusa  (Graff^fili))  die  mir  ebenfalls  slufa  su  Mtn  jeM- 
»011,  niehi  denken       791  stteß'st  solUe  deraluaster  geschrieben  werdnt 


DIE  FLOREISTINER  GLOSSEN 


347 


$05  rosmaiinum.  herba  nymphea.  i. 

grensinc. 
rubeta  rana  terrestris  nociiia.  i. 

croia. 
rubigo  rost  l  quod  in  segete  spi- 

cas  inanes  et  rubeas  facit. 

i.  militou.  762, 
ruga  zucha.  397.  764. 
rumino  cibum  inosdeuentrere- 

ducens  comedo.  u  ürucho. 

763. 
810  rauccdo.  obscuritas  uocis.  i.  hd- 

see.  398. 
rugosus  zuchoter.  763. 
rugdanda  terra  rugorum. 
rotabulum  (nmmuise.  399. 
roscinum  nöMl.  400. 
815  ren  lendebrato.  401.  766.  [114*'] 
Scena   louba  umbraculum    ubi 

turpes  ludi  liebant. 
Stigma  Signum  uei  figura  in  cor- 
pore. L  anemale. 
stiria  gutta  l  stilla  isilla.   402. 

807. 
stelaba  offa.  [115*]  i.  halla, 
$20  stellabia  h/Bfho. 
spago  drai.  [115*'] 
saxatilis  grundelo. 
satisfacio  gedaneunerehon  )  foL 

bdzzo.  403.  774. 
sagraa  filtnim  l  itöl  t  soum.  775. 
I2b  sagum  fUz  l  hemetlachen.  776. 
sacellum  betibura.  777. 
sardna  l  sarcinula  in  qua  por- 

tantur  cibi  et  alia.  i.  metsa 

l  ref.  404.  778. 


sarcio  naio.  beMo.  bözzo.   405. 

780. 
sartor  natare.  781. 
sacerdos  euuarlo.  779.  Bdo 

sandix  uueit.  406. 
sandiceus  nueiHner.  407. 
sarculum  geiisen  [116']  t  gertare 

t  houa. 
sace.  i.  isinscuuela. 
sauma  soum.  782.  835 

saun)firi6s  soumari.  783. 
Salix  salihi  l  üida. 
sanguinarius    arbor    hartrugil. 

784. 
sambucus  holatUir. 
sabina  seuina*  840 

Saccus  sac. 
saculus  seehil. 
Sabona  seifa.  771. 
sagelium  criseum  Xa/chmgraim^z. 
sarcile  ^tinthlocAen.  773.  845 

salsicia  un^U.  408. 
satureia  cAentlo.  409. 
saliunca  reitgras.  772. 
seliarius  satilros. 

sedatium  hasib.  410.  850 

semispacium  quasi  semispata.  i. 

sahs.  411. 
serpillum  pulegium   agreste.  ut 

u^yltchenila. 
septentrio  northalba  1  norluufyHt. 
simia  affin.  855 

simius  crumpnase. 
sistarcium  cuiUa  l  meissa. 
siligo  dincMl.  412. 
sigale  roggo.  413.  792. 


816  louba  überg,      818  stilla  überg^.      820  hopho  f      824  ror  aoam 
filtrum  durchstrichen      826  z  tu  filz  am  s      843  b  in  sabooa  aus  v 


348 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


similago  [116^]  simila. 
800  siii([ua  species  frugis  1  leguininis 
t  cheiia  l  spruir.  414.  793. 
sorex  grozzumus. 
socus  iigo.  i.  sec.  415.  794, 
supercilium  uberbrauM  l  super- 

bia.  795. 
sublingium  racho.  796. 
865  sure  uuadin.  797. 

subnienluin  undarchinne.  798. 
sugillatio.  derisio.    repreliensio 
siin'ocatio.  i.  hoch  l  hose. 
416. 
i^ulphur  $mhil  \  erdfiur.  417. 
subneruo.  ncruos  abscido.  i.  Ad- 
sino.  799. 
870  siibtemen  uueml 

siisurro  susurronis  rtmizare. 
sudes  stecchin. 
superhumeralis  hnmerare. 
sus  snin.  800. 
875  sucula  $mli.  801. 

siibulcus  pastor  suiura.  i.  suei- 

suses  niagni  ranes.  i.  msin.  4L 8. 

subiila  siula  \  abisa.  410.  786. 

subtalares  tuslilare. 
880  sinnen    pinguedo    in    mamniis 
scrofe.  i.  spnnimns.  787. 

suber  corlex.  i.  lost  l  rinnda. 

scaipo  iucho. 

scalpellum  scribmezer. 

scurra    ioculator    uerbosus.    i. 
skimo.  788, 
885  scapula  scuUirra.  hasilla. 

scarabeus  mtibil. 

scabro  homiz. 

876  von  erster  hanä  stand  suein 
scotia  über^,      904  der  folgenden  gl 


scateo  mumo  \  crewelon.  420. 
scinifes  tntigga.  806. 
scirpus  herba  rotunda.  i.  Mi».  890 
scitum.  decretum.  mandatum.  i. 

ban. 
scoria.  purgamentam  ferri.  sm- 

dir.  790. 
scrofa  m. 
scino  skiiM. 
scussorium.     rennila.     ehnm».  895 

791. 
Scabies  itichido  l  ruda.  789. 
scabra  aspera.  rtibt  uuesrnn. 
scitica  l  scotia.  flagellum.  quod- 

dam.  ].  geisila. 
scobs   lignum    quoddam    qaod 

terebrum  de  foramine  ei- 

cit.  i.  urbara.  421.  785. 
scope  besimin.  422.  900 

spien  milzi. 
spata  suert. 
spatarius  suerttregiL 
sparis  «per. 

sparus  sper.  905 

sponsale  brutgeba.  770. 
spartus  canis  uelox  uyfni.  802. 
spacus  drat.  803. 
spella  dinchil  \  fesa.  804. 
speculum  wiarta  \  sp^giL  804.    910 
statera  uuagfi. 
strucio.  auis  magna  plumata  sed 

non  uolans.  i.  s/rtcx. 
sternulus  l  sturnus.  i.  stara* 
stellio  anguis  aenenosus  simitU 

lacerte.  i.  moL  423. 
sturio  species  piscis.  i.  sturo.       915 
stbamen  warf.  767. 

881  /.  loft      807  /.  ruU      808  •  w 
iiberg. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


349 


stuppa  auuurdu. 
stagnuni  ein. 

Struma  ehekk  croph,  805.  [117^] 
920  stipes  stipitis  stam. 
stirps  genealogia  t  stam. 
stupeum  colobium  uspunnin  tjoc. 

768. 
stiua  gtyza. 
stabulum  ttal. 
925  serices  stVie. 
spinga  fMTcaza* 
stilaphus  willidi. 
Taberne  edicuJe  plebeiorum  par- 

ue  cramun. 
tibernarius  caupo.  eramare. 
930  tabernjo   qui  uinum    ul    aliud 
uendit.  tauemare. 
talpa  muuuerfo.  810. 
tapetum  depid.  811.  [118*] 
terebrum  \  terebellum  nabiger. 

812. 
tramaratia  mabuidra.  813. 
935  thorax  militare  munimentu  ni.  lo- 
rica.  hrunna.  814. 
tibias  crura  einkun.  815. 
ticio  torris.  lignum  perustum. 

hrant. 
trifolium  tU. 
torno.  nas.  draio.  [118^] 
940  traha    species   uehiculi.    üt^do. 
816. 
tribulus  genus  spinarum  hieffa. 
tridens  creagra.  fuscina.  fusci- 
nula  cröwil  cum    tribns 
dentibus. 
tricolanum  gartago.  818. 
trulla  ferrum  ad  murum.  chella. 
819.  [119-1 
945  tela  tiueppt.  424. 


toreuma  seafraida.  425.  820. 

tortus  wit.  a  uerbo  torqueo.  821. 

tignus  sparro. 

tauanius  hremo.  823. 

tnmba  Ufa.  822.  950 

tina  zuhtr.  824. 

tributa  diehbrato. 

tinso  ih  tihHm.  825. 

tussis  hösto. 

tiUa  linda.  826.  955 

typsinarium  stampf. 

tarmus  modo.  828. 

timalus  asc.  829. 

trama  weppigerti.  827. 

temo  dihsiUa.  426.  830.  960 

turdus  auis  trfhscela.  427. 

torrere  bachin.  428.  831.  [119*»] 

Vailis  locus  humilis  dal. 

va||um  munitio  subsidium.  grabo. 

violcntia  notnunf.  965 

ventilabrum    uelabrum   wanna. 

833. 
ventriculus  umbilicus.  nabilo. 
vepres    spinosa    herba    brama. 

[120*] 
Vertex  cacumen  capitis  sceidela. 
viaticus  voegewiso.  835.  970 

virago.  mulier  que  virile  implet 

officium,  i.  fritdüa.  836. 

[120»'] 
vligvio  sordes  limi.  t  aque.  kul- 

loa,  429.  837. 
ulula  auis  nocturna  a  planctu 

dicta.  i.  uuila. 
umbo  media  pars  scutorum.  i. 

cupula.  1  hora  clipei.  ra$U. 

838. 
umbraculum  hutta  l  lauba.  430.  975 

839. 


350 


DIE  FLOHEMLNEU  GLOSSEN 


unco  morsus  ah  iinco  (i  denlo 
incuruo.  nherzan.  840. 

vom  er  waginso  l  scaro.  841. 

volema.  species  pomi.  i.  mnigeU, 
842. 

vorax  multum  cdax.  fraz, 
9S0  vortex.  I.  werbo. 

vrina  locium.  kam.  431.  843. 
[121-] 

vrtica  heidernizila.  844. 

vrie''°  derrifia,  845. 

vric.  (lona  uiri.  i.  sunechlim.  846. 
985  viscus  misiil,  847. 

vlmus  ulmhoum. 

vicetiila.  auis.  i.  snepfa. 

varix  werra.  432.  848. 

valillum  kella.  433.  84^. 
990  Variola  meisa.  434.  830. 

vcrriculum  scoip.  435.  8öJ.  , 

vuaiiga.  scora.  436.  832. 

viltruin  uüz.  853. 

vibcx  hirca.  854. 
995  veru  spiz.  855. 

vicia  loicca.  856, 

vnciiius  crapho.  857. 

vcrruce  warza.  858. 

vsia  uermis  ]>orci  minislns. 
1000  veredarius  boto.  859. 

\^  kramp.  861.  [\2V*] 

Zizania  unchrüt.  437.  [122-] 

DE  FIDE  CATHOLICA  EIÜSQÜE 
MINISTRIS. 

Stelio  Bolilmrm.  438.  808. 
oriza  anmzza.  439.  306. 
1005  columbar  chembil.  440.  dö^. 
compes  jfra6a.  441.  305. 
spinx  spinnila.  809. 


foruix  swibogo.  809. 

scrobs  cröwba. 

celox  c^W.  d07.  1010 

sinciput  Nof.  442.  dOJf. 

incentiva  gigräzzida.  443.  d(?d. 

stiria  tsstUa. 

spinx  wi9nber. 

hostorium  swirbil.  444.  dO(?.        1015 

centon.  i.  fdtrum. 

tirsus  thorso. 

persiiasuin  liabco  guuis  haben. 

445. 
copadium  prato  l  zeHdrinc.  446. 

310. 
manus  obseruatio  diuina.  1020 

foetain  fasü.  314. 
pelignus  ch^^bisilinch.  315. 
textriiia  tünch.  447.  312. 
traiectiis  stech.  311. 

m 

tarinca  samagil.  448.  313.  1025 

scalurigo.  i.  profluxio. 
uxorius  uxori  deditus.  [123^] 
Ii>ClPIUi>lT  GLOSE  DE  CANOI^E 

APOSTOLORÜM.  (126M 

Examen  suarm.  [127'] 

conca  scala. 

conciliabola  tinchsiede.  loSo 

armis  stilo. 

incDA  anebpz.  [127**] 

PSICHfiMACHFA. 

79.  Gliitinat.  i.  chkipta. 

92.  prostibulum  hnor.  i.  pro- 

stitiitnm  ad  libidines  illi- 

citas.  449. 
,.    manes  helligota.  450.  io35 

94.  vada  fme.  332. 
116.  conto  mit  stmino  l  cholbo. 


984  geiueini    sind  wol  glühwUrmchen       1001    l   kimp       1037    I. 
staogo 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


351 


117.  hirsiitas  ruhon.  333. 
137.  capulus  helzza.  328. 
40  1 40.  cassis  heim.  329. 
141.  tinnitum  seal. 
148.  ebur.  uaginam.  i.  under- 

hilze.  334. 
151.  missile  sperilin  a   mitten- 

do  dicitur.  33ö. 
169.  Yiudi  guttin, 
45  180.  villis  tocchm  \  zaton.  336. 
„     armos  huoge.  330. 
181.  iubis  manon.  331. 

187.  Dodum  chnopf.  337. 

188.  iimbus  soum  \  borto.  338. 
50  191.  hipatis  chambriUiln.   339. 

[128'] 
193.  habenis  ^alftron.  340. 
195.  faleratuni.  geHUüotin.  l  or- 

natum.  341. 
197.  cuneum  gisemine.  342. 
201.  coHega  gesello. 
55  213.  sulcare  füren.  343. 
,,     nouales  näu.  344. 
215.  colonos  Öbin.  451.  345. 
229.  degener  unedek. 
236.  tirones  stnrlinga,  ib2.346. 
•60  241.  nugas  tcffo.  453. 347. 
254.  temeraria  frauüin. 
293.  fundali  sclinclichmo.  349. 
298.  exceptus  fretiu^nl. 
314.  petulanter  getiloso.  i.  insta- 
biliter. 
>65  317.  raucos  he\sir.  454. 

324.  siridula  lancea  spiez.  i.  ru- 

zenter.  455.  dJd. 

325.  amento  7a2(«e.  456. 


328.  illex  persuasor  1  «penare. 
361. 

335.  brateolis  ftfecftm.  <%$2. 

336.  axem  wagin.  1070 

337.  radios  speichon. 
339.  electri  ^JB^mete». 

„     fiexura  felga.  353. 
343.  ganeanim  fre^zzan.  354. 
358.  mitra  oippAa.  <?^.  1075 

„     cesariem  fdk».  457.  <?J&. 

362.  verrat  cherit.  357. 

363.  serica  /eMo/a.  358. 

365.  texuit  to(iilu7t/ra.458.  <?Jd. 
367.  cantarus  scala.  lOSO 

370.  fulcra  gistuU. 
„     toreumata  tornatalia  uasa  t 

scafreüa.  360. 
406.  pcndat  luat.  i.  eidoth.  459. 

361. 
414.  vertigo  t0e/6t  1  felga.  362. 
426.  ofTas  muos.  1085 

435.  sistro  megelo.  460.  363. 
440.  peplo.pallioiAttUt'töc^e.<?&^. 

448.  crinalis  acus  mtl.  l  spenula. 

365. 

449.  fibula  nusea. 

„    ilammeolum  mono.  366.      1090 
„     monile  gisteine.  367. 

465.  commenta  tirdaticfta.  368. 

466.  eumenides  dee.  infemi.  i. 

heUi.  wi^nna.  461.  d&d. 

370.  [128»»] 
526.  monete  muneso. 
535.  luiturus  eidmsculde.  1095 

540.  anathema  farwazin,  i.  alie- 

natio  alienc  rei.  371. 


1044  /.  diua  1045  /.  locchin  1061  /.  frauilia  1063  /.  expertus 
107Ö  /.  cappha  1093  Eckhard  (370  v viona  falvis)  mischt  den  letzten  teil  die- 
ser gl.  zusammen  mit  einer  lateinitcheH  zu  falvis  V.  470      1095  scoldeode? 


352 


DIE  FUmEMlNEH  GLOSSEN 


542.  auitc  anilich,  372. 

560.  anguinos  crines  slanchlichin 

loccha.  462. 
566.  crynis  hazis,  i.  furia  iiiferni. 

463. 
1100  594.  palpiut  zabilot.  464.  373. 
597.  ilia  lancha.  465. 374. 
600.  tinea  müwui.  375. 
630.  inficiatrix  regatrix.  i.  mmi" 

machara. 
632.  (liscinditur  zirslizm  uuirt. 

376. 
1105  633.  exfibulat  itxgurta.  i.  incnuf- 

ta.  377. 
656.  natatum  mümoth.  466. 
658.  plectrum  cüif^fm.  467. 
689.  sicham  mhchil  swert.  468. 

378. 
717.  pilo  stampho.  379. 
1110  816.  phalanges  scara  sac*. 

871.  conum  $piz.  \  curuatura. 

872.  concliam  memchala.  380. 

[129*] 

Contra  Sytnmachnm  IL 
698.  Uücamus  et  mastrugas  rc- 
nones  alio  noininc  que 
rustice  crot*ina  uocatur. 
381. 
839.  laruas  scrato. 
Praefatio. 
1115      3.  cardo  ango.  382. 

8.  fcrulis  geisilon.  [129''j 
H,  ad  mattUinum. 
45.  fenori8  lehins. 
73.  ccrula.  nox.  plawa.  383. 

IL  ante  ctbnm. 
17.  patera  scala.  384. 
1 120    26.  camena  fifa.  383. 


27.  tim|>ora  tuumnie. 

42.  pedicis  dr^un. 
„  maculis  nectn. 

43.  gluten  chhht.  469.  386. 

44.  vimina  umda.  387.  1125 
53.  pampinum  rehihlai.  388. 

55.  bacca  here.  389. 

66.  multra  milichfax.  391. 

70.  calatum  chaskkat.  390. 

74.  timo  pinmurz.  392.  ii30 

82.  fidibus  seitim. 
107.  dedo  geichon.  393. 
144.  genialibus  mit  gebnrtliehin, 
470.  394. 

1 48.  discidium    zislizida.    47 1 . 

H.  post  ctbum. 
2 1 .  spurcum  unsubHrz.  1 135 

H.  ad  tncaiMtim  fficentoe. 
1 4.  facibus  facholon.  396. 
17.  tftstula  scirhi.  397. 

20.  terotem  siniuuelba.  398. 

21.  nectar  seuti.  399. 

92.  axis  imo^m.  ii40 

146.  trionibus  waginin. 

149.  roscidc  tÖgum.  400. 

H.  ante  somnum. 
140.  prestigiator  zÖberar*. 
H.  jejunantium. 
30.  sirtium  saxorum  santwrfo. 
401. 

56.  non    usitatis    ungewonen.  im 

402. 
151.  pullati  g'swerMa.  403. 
156.  murices  fellola.  472.  404. 
[130'] 
//.  omnis  harae. 
35.  inlimis  anchleibist. 


1110  scara  von  derselben  hand  übergeschrieben  von  der  die  punkte  her riikrem 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


353 


56.  spurcamina  unsubirda. 
1 1  so    59.  qualus  chorh.  40ö. 

H.  ad  BOBepnas  deftmctü 
167.  geniUU  giburtUch.  473. 

J7.  m  h<m.maru.  Calagurr. 

55.  bipennem  biäl  quasi  II  pen- 

nas  habentem. 

56.  catasta  genus  tormenti  ri- 

tebmma.  406. 
Pastio  Vmeentn. 
131.  renideo  uuüdi'^siincho.  474. 
1155  174.  uncis  chtüuuon,  407. 
198.  fuligo  rfe.  408. 
230.  cautera  cauterium.  i.  dow'l. 

475.  409. 
289.  decursa  irlitena. 
366.  au]ea  proprie  nmbihanga. 
1 160  446.  murices  tubüteina. 
451.  rudente  seile.  410. 
„     carbaso  iegih.  411. 
457.  sparteus  tac.  412. 
492.  fiscilla  thwrbüi.  413. 

m 

1165  552.  [stipitem]  cippus  stoc.  414. 
Passio  Laurentii. 
48.  exa\ictor  irsauchare.  41ö. 

55.  referta  trtml/a. 
farciroen  %menist.  476.  416. 

56.  monete  mtintsa  co   quod 

moneat  roentcm  [130*"] 
1170  190.  rudera  arice.  417. 

231.inancuin  lawm  \  curuum. 

418. 
242.  vola  fust. 

254.  prurit  iuehü.  419. 

255.  scalpit  dca^t.  420. 
1175  258.  Struma  chros. 

264.  morbo regio,  i.  e  mm7i.421. 


282.  mucculenlus  rostigen,   a 

mucca  ro%.  422. 
284.  lippos  MmrÖgge.  477.  ^2^. 
318.  (cauillo)  mimico  uocMi- 

chro.  424. 
„    Iglzumimicoaderzuscnr'  ^^^^ 

ra  320]  mimus  scimo. 
446.  cuha  dinckus. 
480.  pessulos  ^ratdät.  [131*] 

Paseio  Hippolytt 
111.  prorumpunt  tisfrrosftn. 
124.  inuiticolorfUcu8.i.mAnteA- 
faruulicke  maiice. 

1 50.  scopulis  ronon.  1 185 
166.  fornice  crippa. 

186.  speculum  speigiL 

20  t.  umbonibns  ra^dm.  42ö. 

Passio  Cypriani. 
30.  cesaries  /ioAs. 

XVIII.marU.  Caesaraug. 
101.  palaestra     späAiis.     426.  1 190 
[131^] 
Peusfb  Agnetis. 

129.  fornicem  AtiorAt». 

PoMtio  EiUaliae. 

130.  persubiit  s^ties. 

151.  odorus  spratelende.  428. 
151.  jugulos  bmste.  429. 

Passio  Qmrini. 
67.  vorticibuslverticibusu^-  1195 
bon.  430. 
Passio  Cassiani. 
17.  edituus  sigtrisio.  [132*] 
59.  pupugerat.  i.  stiz.  431. 
Passio  Romani. 
3.  infantissimo  %inickuslUchi'' 
stimo.  432. 


U76  /.  chrof 


354 


DK  FLORENTINER  GLOSSEN 


78.  [Ventilator]  ventilo  uuaio. 
433. 
1 200      81.  populäre  liuthliches. 
156.  esscda  sambuch.  434. 
182.  amasi  uel  amasiones.  ama- 
sionum   friedelo.   478. 
43Ö.  [132^] 
192.  disco  bahuueiga  genus  ludi 
qui  super  discum  ageba- 
tur.  479.  436. 
221.  cygnus  elbiz.  480.  437. 
1205    239.  flisos  spinnilun. 

248.  pulmo  lungimia.  481. 
280.  tirso.  i.  trunco  1  stango. 

482. 
299.  truUa  keUa.  483. 
351.  sacerdos  nunna. 
1210    4SI.  fidicuie  genus  ferri  subti- 

lissimi  quo  incideban- 

tur  martyres.  Igeiselun. 

495.  Podagra  pestis  in  artubus. 

i.  lides^üht.  484. 438. 
489.  papulla8  6wi22t(n.485.4dd. 

[133*] 
918.  abdomen  uue^^st. 
1007.  bubulus  msit. 
1215  1076.  fragitida.  i.  breeha, 
1126.  dimcnsio  irlittida.  486. 
VIII.  Kd.  Jan. 
39.  mancipatam  kisalta.  487. 

440. 
76.  miricis  gneste. 

H.  epiphaniae. 
116.  pugio  stich.  441. 
Apotheosis. 
1220      20.  glauco  grauueVo.  442. 
106.  distendit  frdenitha. 

1218  we^en  der  ausstojsuug  des 
worl  iiiM  deutsche  aufyenomwefi  ist 


161.assesceret  kewaneti. 

1 87.  ccspes  est  terra  avulsa  cum 

herba  [ch'ba]  unde  facie- 

bantaltaria.4^.[133''l 
345.  desuescas  mtwones. 
353.  similaginis  mulo.  444.      1225 
359.  dellinit  eklimt.  445. 
388.  gelis  karpha  \  mjsatcitara. 

446. 
416.  grunnitibus  gfunnizoton.  i. 

propria  uox  porcorum. 

447. 
473.  uerbena  herba.  i.  tiintfia. 
48 1 .  pateram  9cahin.  1230 

499.  saceUum  huorkus. 
573.  pubcrtas  iuffwah.  [134*] 
643.  erepundia  spü.  448. 
678.  vligo  d%mthil%.  449. 
652.  marmore  stede.  450.  1235 

762.  rubore  rotemi.  488. 
835.  sollers  tvizzige. 
860.  vola  flazta.  489.  451. 

,,    ungues  nagala.  452. 
1049.  remeabilisareetmeocom-  1240 

positum.    i.   widirfat' 

Uchif^ 
Hamartigenia. 
82.  coniectare  ratisean.  [134*'] 
216.  lolium  ratin. 
218.  auena  habiro.  [am  rande] 

auena  habwr. 
228.  brucus  keuir.  453. 
260.  leno  hnormachare.  454.     1245 
271.  [baca^lunionesmtfr^rteim. 
297.  [pulvere]  muscns  pisamo. 
322.  ganconis  des  fraxis.  455. 
410.  mento  chinne.  456. 

e  der  tTslen  silbe  nehme  ich  an  dafs  das 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


355 


1250  sorbicio    uuarmös.    467, 

[135'J 
796.  ditibus  riehUMn, 
807.  vimina  ii>Jrfa-  468. 
850.  remensura  nuidirmeszin. 
873.  setas  vocatcilios  quos  nos 
tautones     nominamus. 
4ö9. 

Contra  Symmachum    /. 
Praefaüo. 
1 255      13.  exponit  brahta.  490. 

24.  Bmrmentai  scheita.  idl,460. 
60.  nasse  mmimmin. 
eicuU  se^eriline. 
Stiva  keizza.  492.  461. 
1260  curla  koph.  493. 

aratura  [135^]  zelga.  494. 

462. 
iunialis  iuch. 
inansis  kuoba. 

m 

terra  salica  »elilant.  495. 
1265  Garminare  zeisin.  496. 

carzinare  »eisaUm.  497. 
caiax  hufalze.  464. 
peripectasma  genus  ues- 

tis.  i.  chemis. 
de  conca  icala. 
1270  occas  felgam.  463. 

area  beti. 

Äldhelmi  aen^mata^ 

259,  9.  famfalucagr.  bullaaqua- 

tica  btine  dicitur.  463. 

262,  Q.luacinsLHahtegela.  [136-] 

269,10.  scrabro  homuz.  466. 

1275      f9   6.  scinifes  minimc  musce. 

i.  mizxun. 
266,15.  sambucus  holdir. 


266,17.  baca-6m'. 

„   „    corimbos  trupilun. 
269,34.  palmula   extrema    pars 
remi.  i.  laffa  l  manus 
aperta.  467^ 
270,15.  falera.  omanienta  cquo-  12S0 
rum.  i.  sattilgeicirre. 
[136'] 
260,20.  elleborus  genus    herbe 
que  francice  a/a(2a  di- 
citur. 
„  27.  yecos  UManeuuizzer. 
„  31.gippus  hauir. 
271,11.  lart)ula   monstrum   de- 
mor  l  talamasga. 
.,  28.  alga  genus  herbe  rieth-  1285 

gras. 
„    „   rannus.  bramtna  1  aga- 
leia.  468. 
272,  2.  limax  smeco.  469. 
„     3.  cantarus  umbiL 

caluis  calnen.  [137*] 
Äldhelmi  de  laudibus  virginum. 
140,26.  obrizum  smdzigolt.  84.   1290 
„  34.  glebuk  scollo.  470. 

141,  2.  unio  merigriez,  86.  • 

„    5.  bratea  fila.  giuundine  fa- 

ditne. 
„  20.  crepundia  ^«f'm.  <97. 

142,  1.  lancibus.  lanx  pro  tru-  1295 

tina  ponitur.  i.  cram- 

fo. 
„     2.  ballig  puka  l  casto. 
„    5.  salignis  scUhin. 
„  14.  anthlia.  curba.  ^a/craAa. 

88. 
„  19.  graculus  nioch. 


1281  alada  ist  mir  unbekannt      1282  /.  veeors      1284  /.  dcinon 


356 


DI£  FLORENTINER  GLOSSEN 


1300  1 42,20.  occas  suohun  l  furhi.  89. 
„  24.  venustas  fronisch. 
143,30.  teinplisumbraculi8.quod 
dicimus  Uhun, 


158,  7.  titiUantis.  pungantis.  i. 

ctiseloftfis.  99, 
161,30.  claulcoma  albugo.  t  ^- 

luh. 


„  37.  tumbe.  druchun  1  sepul-      162,31.  extales.    quod    dicinras 


crum.  90.  [I37b] 
145,14.  cunabula  infancia.  utia- 
gun. 
1305     „  22.  robor  eich. 
146,  3.  offa  ptssa. 
„     4.  massa  1  diuua. 
„  22.  poplite  üiinnieradin. 
crateolas  nartin. 
1310  yoWxxm^otadial  putinna. 

91. 
tunnas  offeruax.  92. 
litrens.  Orient, 
pollas  scaphun. 
147J7.  paranimphus  prutepoto. 
93. 
1315  148,22.  scenia.  ludicrum.  spil. 
151,35.  voti  compos  uuürvnio. 
152,  3.  necromantia     hellin$a. 
94. 
„  21.  culcitras  petu. 
„  22.  rugose  girunfan. 
1320  153,  2.  ominja    heiUunga.    95. 

[138*1 


groziaimia, 
„  32.  latrina  feUganch.  100.     1330 

163.10.  mandras.  caulas  eutcff. 

101.  [138T 
165,20.  enixa  ehnUpa. 
„  30.  blesus  UtpinUr. 
„    „   balbus.  balbuciens  i (om- 
milonUtr. 
166,13.  sarmentonim.ramorain  1335 

t  mitdmgim. 
168,27.  suras  WMdm. 
„  36.  brisa  coria.  A^. 

171.11.  pacta  doctata  geuHude-- 

moih. 
1 72,  4.  monotalmus.  \    luscus. 

ein(mg€. 
173,32.  glus  Um.  1340 

„  33.  calx  eaU^. 
174,30.  in  cuuas.  €Uo\f(m. 
„  36.  licia  restis.  \  funis.  Aar- 
luph.  102.  [139*] 
175,34.  \gl.  $BU  fuso]  colus  ckunc- 


la.  71. 

„  27.  propugnacula  uneri.  96.     176,13.  molosi  rudin.  103.  1M5 

„  31.  scrobs  furch  1  \Da$o.  97.        „  17.  bachabatur  uagabator.  1 

uuitha. 
179,22.  turUs  cuockun.  104. 
„  26.  colustrum  pieti.  105. 
182,37.  tranauitsMiuMit  uohnit. 
188,34.  muscipulalaqueustiRtif-  ISM 
faUa.  [139**] 


154,  5.  ambrosia  genus  herbe. 

i.  hishiina. 

155,  9.  thuritico  rotccAo. 
1325     ,.  10.  in   neribus   in  fpizzin. 

98. 
157,  9.  coiu  papunga. 


1312  düi  ghsse  ist  mir  unvtrstä'ndiich ;  ich  weift  nicht  ob  in  orient  etums 
deutsrhei  steckt  und  ob  bei  dem  ersten  worte  an  litrt  zu  denken  ist  1326 
/.  futu  pauuDga      1337  /.  biriui 


^Ki 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


357 


195,18.  segmentata  Istramilah- 

ta.  107. 
197,  5.  larba  monstnim    quod 

dicitur.   thalamascha. 

77. 

198.13.  rugis  [sulcata]  girumfin. 
„  25.  vibtx  sumerllatta, 

355  199,10.  thermas  bad. 

Aldhelmi  de  VIII  principalthus 

vitns. 
203,26.  semispacium  sahs. 
204,  1.  spanis  sp. 

205.14.  scortatores  kuorare. 

„  23.  extorris      urermerhites, 
109. 
360  villosus  skecho.  110. 

stragulum  felachin.  111. 
21 1,16.  climate  parte  1  halbun. 
212,13.  vellicat  slizit. 
„  18.  fllix  fam. 
365     „  36.  in  cubis  in  cuofon. 
213,  1.  in  prelo  in  demo  blerare. 
„     8.  carbasa  segila, 
„    „  maUsmastpoümin.  [140*] 
„    9.  antennas  nominamus  se- 
gihröta.  112. 
370  214,17.  capulus  heha  suncar. 
simphona  dima  dicitur. 
Capucium  houbitsul.  114. 
colliciuin  hahpein.  113. 
culicium  ispein. 
375  caudistruni  zag^Jbein.  115. 
ossa    hominis     sunt     nuroero 


CCXVilll  vene.  CCC.L.XII. 

dentes  etc. 
vacarica  suueiga. 
aries  ram. 
multo  uuidir.  63. 
agnes  chilbirra  l  euue.  116. 
magalis  parch.  117. 
mulio  stuotare.  64. 
caballus  ros. 
saumarius  saumare.  62. 
ambulator  zelth'.  118. 
sellarius  satilros.  119. 
emissarius  reino.  6ö.  120. 
poledrus  folo.  121. 
pultrinus  fuli.  122. 
pulvini  huonchelu. 
palumbus  heigituba. 
culcifas  fedirbeite. 
tomentum  he'rcha.  123. 
capitale  houbitfuluue.  124. 
plumatjam  fuluuiU.  125. 
vestimeutum  \  indumentum   1 

clarais  geuuate.  128. 
cervical  halsare.  126. 
cetramentum  blacka.  127. 
linteamen  ^utiat. 
lana  cussim  lilachin.  129. 
coopertorium  ubertecheK 
tussia  1  hussa  unum  sunt, 
linteolos  fanun.  135. 
lectisternium  bettistrou.  130. 
cuna  ludra.  66. 
ruga  zticha.  67. 


1380 


1385 


1390 


1395 


1400 


1405 


1369  uzermerhites?  zu  marka  1360  /.  villolus  1366  umdeuUchung 
VOM  prelom  ?  1370  wenn  das  wort  deutsch  ist  so  könnte  man  an  sooertcar 
denken  1303  ich  ffUntbe  di{fs  der  corrector  den  unrichtigen  btichstaben  un- 
terpunkUert  hat  and  dafs  ziccha  zu  lesen  ist  1400  /.  lena  s.  Sutn.  33,  65  und 
1'^^  ßir  «'ussirn  Diefenbach  s.  104''  cos.sia  cozzo      1402  /.  zussa 

Z.  f.  Ü.  A.  neue  folge  III.  24 


.  iib .  F . 


•i- 


358 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


ora  ort. 

ta])etium  teppüh,  131. 

conopeum  nm^geneze.  132, 
1410  maimtcrgia  tuuahilla.  133. 

rocchus  roch,  68, 

nl)erniclius  nbimiche.  69. 

mappula  tiehfano.  134. 

superduccio.  nhirzuc. 
1415  balteum  bah.  136. 

melotos  l  pellicias  pelliza.  137. 

fasciolas  unindinga.  138. 

calciarii  scuoha. 

fibula  nusca. 
1420  lunula  manili.  140. 

vuanti.   et  manices  hantsmoha. 
82. 

strofium  orol  l  cheJatuoch.  141. 

finrhones  finchun.  142. 

sagcUuni  lachin.  143. 
1425  lunula  nnscili  l  fibula.  139. 

capeJlum  1  galo/a  1  thiara.  hnot. 

institum.  binda  l  nestiJo.  144. 

tribrucna  teihbroch. 

pedulcs  uo^iztöcha.  146. 
1430  nionile  omamcnta  mulicris  erdo 
nuittdinga.  146. 

sarcile  fettide. 

camisile  hemitlachin.  147. 

ciangas  hmun. 

inaurcs  [140**]  orritiga. 
1435  preuenna  rml.  148. 

preluin  l  pepluni  mot7.  149. 

subtemen  nueuil.  73.  löO. 

liciatoriuni  mittuul.  151. 

pnra  cugilla  1  *ascha.  83, 


birrus  l  penula  ludo.  152.  1440 

bachones  bachin.  74. 

exungia  smerleif.  155. 

arvina  umlihi.  153. 

spatula  scultirra.  154. 

salsicia  nur  st.  38.  1445 

inductilis  sckiblinc.  157. 

friskinga  fmssing.  37. 

udra  1  butyrum  anesmero.  156. 

preuenna  annona  fruonda.  158. 

pasta  teig.  159.  1450 

Stipendium  1  pastum  I^piten.  160. 

siligo  1  spelta  dinchil. 

triticum  nueizze. 

far  amar.  161. 

bucella  1  torta  snüa.  162.  1455 

lagaua  ges.t^in  brÖl.  163. 

surculos  mililinga.  164. 

sigahim  roggo. 

l)racbium  malz.  165. 

furfur  cru$  \  cUa.  166.  i46o 

placenta  fiado. 

panicium  fenich.  167. 

cicer  chicherra.  168. 

bissas  taniilias  aruuize.  215. 

vitellum  tuiirei.  169.  1465 

Colostrum  bkst. 

amurca  oiei  truosina.  170. 

fermentum  theismo.  171. 

sera  chaseuuazzer.  172. 

fraga  eripere.  1470 

carira  figa.  173. 

castanea  chesdnna.  174. 

sagena  segina.  175. 

amus  angil.  176. 


1423  sollte  dar  g^lossatar  dtirch  die  ähnlU'hkeit  des  tat.  ttortes^  besonders 
in  dt^r  hier  vorliegenden  form  viit  n  bewogen  HrtümHck  den  deutschen  voffel- 
ttanien  beifi^efüfft  halh'n  ?  1466  am  rande  von  anderer  hand  fiaitta  leig  und 
darunfer  »mar  uiiirit  tun u in       1460  s  aus  h       1470  /.  «»rliurr 


DIE  FLORENTLNEU  GLOSSEN 


359 


^5  incus  anehoz.  177, 

malleus  slaga,  80. 

martellus  hamir.  81. 

forceps  zanga.  178. 

follis  halch.  179. 
^0  lima  figila.  180. 

serra  sega.  181. 

forcipula  clufth.  182. 

Frutex  studa.  72. 

axis  pret  l  schindala.  183. 

$5  terra  salica  selilanth.  36. 

veremus  voalt.  184. 

II-'- 
mansus  hoüha.  3ö. 

ascelli  clufth  sceida. 

iuiera  l  iiirnales.  tiicA«  1  morga- 
na.  78. 
90  aslella  sceita.  216. 

tinnus  rauo.  186. 

lucanar  rouchhns,  186, 

culmeii  ftist.  187. 

trabs  gehretto.  188. 
'i5  asscris  l  tcgula  latlun.  189. 

planca  dilo.  190. 

plancaruni  düi. 

laterculum  scindala  1  hiegil.  191. 

postes  tursnle.  192. 
00  palus.  li.  stecho. 

palus.  dis  fenne.  193. 

sublimitaros  ubirtur.  194. 

tortoria.  1  torta.  wit.  217, 

carpentarius  holzmeister.  195. 
05  tentoriuin  gizelt.  196. 

mulio  stoctar. 

iubia  manha.  197. 

caballi  domiti  zami  ros.  198. 

erpicarius  egidare.  199. 
10  souipes,  equus.  ros. 


equaritia  stuot.  200. 

cavallarius  me^riscalh.  201,  79, 

Genitor  pater. 

genitrix  mater. 

parens  fordxro.  1,  1515 

auus  ano.  2. 

avia  ana.  3. 

proauus  altirano.  4. 

gemini  gezuuilinc.  218. 

ainita  ha$a.  5.  1520 

matertera  mouma.  6. 

vitricus  stuphater.  219. 

priuignus  stuphsun.  220. 

nouerca  stuphtnuoter.  221. 

patruelis  fetirrm  sun.  1525 

priiiigna  st^phtohter. 

inaritus  charl  222. 

coniugalis  gettin.  223. 

concubina  1  pelex  chebisa,  7, 

emula  chella,  8.  1530 

socer  sne  ?.  ir. 

socrus  suigir.  , 

gener  eidim.  9. 

nurus  mora.  10. 

conlactaneus  spunnibrÖdir.  11.     i535 

nutritor  l  pedagogiis  magazogo. 

12.  224. 
nutrix  amma.  225. 
familia  huscht.  226, 
Colon  US  humich.  13. 
ancilla  diu.  14.  1540 

libertini  frilaza.  202. 
contubernius  genoz.  203. 
patronus  mtintherro.  15. 
conservus  geleibo.  16.       ^ 
dos  uuidimo.  17.  1545 

cubicularius  chamare. 


1498  i  ziegil      1539  Graff  vermutet  4,  1039  mit  Wahrscheinlichkeit 
hiirinch 

2V 


360 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


cesari9S  lancfahs, 

inbubes  granispnmgir.  204. 

longeinis  alto, 
1550  decrcpita  nrdltir.  214. 

centurio  l  tribuniis  hmino.  IS. 

deciirio  tincman.  19. 

informis  \  deformis  wiscone. 

gallinarius  polk)har.  227.  [141'] 
1555  thelonearius  zolnar"^.  228. 

1)inus.  na.  mim.  zunischer. 

obscs  kisal.  20ö. 

sui)erstps  nbirlippo. 

polimcntarius  lichare.  20. 
156Ü  polimitor  Uchtein.  21. 

scutarius  schiltare.  206. 

preditor  lehj'i  herro.  229. 

lidejussor  pnrgo.  207. 

cemontarius  murare.  208. 
15G5  cementum  flauer. 

marchio  marcgrauo.  209. 

comcs  \  proses  grano, 

lancca  1  spiculum  1    catapelta 
sper.  230. 

asta  spitz. 
1570  astile  $pi€%9laHga.  22. 

spata   et  rompiiea  \   raacbcra. 
mnert. 

seinispatium  sah$.  23. 

ocrec  peinherga.  24. 

ciispis  stachilh.  26. 
1575  faretra  cochir. 

sagitta  strala.  27. 

pilus  phil. 

bipcnnis  piiL 

lituiis  1  cornu  1  tuba.  hom. 
15S0  pultio  polz. 


corda  seuna.  231. 

cestus  c^olbo.  29. 

telum  scoz.  28. 

capulum  helzn. 

umbo  ranipogo.  30.  15&5 

lustriim  tiruuaida.  31. 

caslor  l  fibur.  bihir. 

luter  ottir. 

alx  )  lalx  eleho. 

caprcolus  rech  poc  159u 

caper  steingeiz  1  ibix.  210. 

grillus  )  grelle  tnucAfttiio.  21L 

däma  \  damula  damo. 

linx  luchs. 

corcodirillus  nies.  1595 

bubuhis  nuisät.  32. 

gui'giilio  hamistro.  212. 

gripes  grifin. 

ruca  hundissatil  213. 

scarabeus  wihxl.  1600 

sanguisuga  egela.  233. 

vipcra  naira. 

tinea  miluna. 

miisio  muriceps  t  murigerulus 

cazza.  33. 
papilio  fifolira.  232.  1605 

zeno.  zefano.  hmihwLhito.  1  de 

geilte  cananea.  234. 
orciis  ihuris. 
alea.  wrzahil.  235. 
pomilio  gütwerc. 

giandis  eickiUa.  34.  1610 

glans  1  glandalum  truos. 
ferunclus  angnueizq. 
tuber  1  Struma,  ehelich  l  crof.  236. 
varix  urslach  l  wima.  237. 


1664  doch  wol  iimdeuUchung  einer  bildun^  von  pullus,  pallioariDS, 
hünervofi^t ;  das  e  der  letzten  silbe  fehlt  wie  et  auch  fn  der  fotffendeK  gtoBse 
ursprfiufili'rh  J'ortf;^ehifsi»fi   war      1678  iiiil  ülferfT'      1008  /.  ^rfMbii 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


361 


615  morbus  s^ihl,  240, 

febris  ritto.  238. 

sinteria  zu^suht.  239. 

fundus  cnmL 

sabulum  sant.  243. 
620  glarea  griez.  242. 

carix  sahar.  241. 

scirpus  yiniz. 

caredium  sahara.  244. 

scaber  ttihist^in. 
.625  Gratis  hurt. 

vimen  kerte. 

psialium  m<Ut<i.  245. 

bedera  heheouue. 

muscus  mies.  246. 
630  graculus  ruoch. 

bubo  huuo.  247. 

fiüix  felii^a.  248. 

mergus  Bcarha.  249. 

mergulus  tuchart.  250. 
.635  fulica  anitchunach. 

berodius  poum  fcXcko.  251. 

cignus  \  olor  elhiz.  252. 

onocrotalus  horiiuhxL  253. 

ortigometra  et  conturDixrepAtiora. 
1640  meroia  ammalla.  254. 

strutio  struz. 

grus  granich.  255. 

turdusftsturisque  sternula.  stora. 
256. 

cuculus  concuo. 
1645  pellicanus  huitgomo. 

turdella  drossila. 

luscinia  ft  filomeia  nachtegila. 
257. 

vuitur  kir. 

ßce . .  tula  mepfa.  259. 


fringellus  fincho.  258.  i650 

carduelis  distüuumcho. 

pauo  fauuo. 

caradrius  1  laudula  lerichtk  260. 

loaficus  l  merops  cmwwpheto. 

opimacus  contrarius  serpentibus.  1655 

i.  storich.  l  ciconia. 
picus  speht.  263. 
pica  agaza  agihtra.  262. 
parix  meisa.  261. 
costrux  uuiso. 

pastaban  1  oester.  hrtmo.  264.     1660 
scrabro  homuz.  265. 
nectar  mm. 

cicendula  ^{tmo.  [141^] 
vespis  \  cretobolus  uu^sfa. 
atacus  ^umbil.  1665 

ulula.  1  lucifuga  üuuila. 
cceculus  hlmdoslicho.  266. 
cimex  uuantlus. 
rubeta  pretta.  267. 
bufo  crota.  1670 

lumbricus  reg^inuurm. 
tarnus  mado.  51. 
testudo  scartefedero  l  snecco.  50. 
biaculus  lintuurm, 

stelio  mol.  1675 

lacerta  egidehsa.  268. 
Timallus  ascho.  49. 
capedo  alant.  1  mumta.  269. 
anguilla  al. 

trusta  forina  l  chamanch.  1680 

lutius  l>achtd. 
tinca  slio.  270. 
miurenula  lantfrida. 
esox  salmo. 
allec  harinch.  1685 


1644  deutsch?  oder  coccyx,  caccax?       1649  in  ficetalt  ist  p  ausradiert 
1667  ob  agtza  deutsch  ist  toeifs  ich  nicht      1680  chamanch  kenne  ich  nicht 


362 


DIE  FLOHKINTI.NEK  GLOSSEN 


(lelum  hiwil, 

ins  regtnbovm, 

arcturus  uuagin, 

pliadas  l  planetas  sihimtirne. 
1G90  pruina  n'fo,  271. 

turbo.  nis.  nrVndisprut.  48, 272. 

turbo.  onis.  kloz.  273. 

grando  agil. 

centrum  mittehi^^^K 
1695  oricns  öslan.  274. 

occidcns  nnestan.  275. 

ineridies  mndan.  27h\ 

a([iiilo  no7'dan.  277. 

temporaiieus  ahintroto.  278. 
1700  tonitruiis  donr. 

Tilia  linda. 

fagus  huocha, 

robur  1  queren s  eich  1  ilcx. 

fraxinus  asc.  279. 
1705  aliius  erla.  47. 

Salix  salaha.  46. 

poi)ulus  fulmen  blich,  albare.  46. 

plantanus  hahorn. 

corilus  hasil 
1710  paliurus  hagin. 

vepris  brama.  44. 

malus  affiltra. 

tuscus  mistil. 

carapcnus  hagin  b\'ocha.  43. 
1715  trcmula  as^pa.  42. 

dum  US  et  scntes  dorna  1  Spina. 

ranuum  adildorn. 

picea  forha. 

Cipro  la'^rbnom. 
1720  cedrus  cedirbon. 

farnaicus  tribulus  hiuffiltra. 

casia.  herba.cassia  m<tcApo"m.  41. 


assoloniuni  aslonch. 
anetum  tille. 

tubura  ertnuz.  280.  1725 

petroselinum  federscelli.  281. 
lactucces.  lalticha. 
sisinibrium.  sisimbrima.  40. 
pa])auer  mago.  282. 
satureia  schenila.  39.  173ü 

acer  gundereba. 
millefoliuin  garuua. 
cicuta  scerelinch. 
celidantia  1  cclidonia  scehllemirz. 
colocasia  uuildu  mnnza.  1735 

fülle  waluurz. 
sandix  uueith. 
croc^um  crögo. 
])cta  peizza. 

lingua  canina.  i.  ringila.  1740 

gladiola  nuat  nurz. 
sclarega  scherilegia. 
pulegium  pohia. 
ambrosia  isimna. 

nepela  nepeta.  1745 

.brionia  scitunrz. 
blandouia  wllina. 
peucidanuni  heimuurz. 
concinnalis  scoznnrz. 

m 

riuola  cliba.  1750 

basilisca  madilger. 

assarus  hasilnurz. 

berula  1  arteiii.  puggo. 

ligustrum  nuinda. 

barba  iouis  husnurz.  1755 

lupercicus  l  humulus  hopho. 

pacina  nuegnuuta. 

molüsus  ro^do.  283. 

V  Iter  nnim.  284. 


1707    CS  steht   siiliucn.     die  glasse  gehört   in  den  vorigen    abMthnitt 
17ö4y  die  deuischrn  worfc  überg. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


363 


1760  caiiina  zohu,  285. 

prinna  t  canale.  hundaz.  286. 

hiena  helliunt.  287.  [142«] 

scrobs  gruoba.  288. 

vy  altus  crabo.  289. 
1765  plectrum  1  sistrum  eiterftn. 

latibulum  l  lalebra  hoil  290. 

cacatergito  1  pudusca  arscuuisch. 

furia  hazzis. 

gleba  scorfo. 
1770  ilemen  masiUu 

cicatrix  animale  l  masa.  291. 

torris  fraiit. 

piiteiis  huzza.  61. 

offa  halla.  60. 
1775  spera  \  trocus  sciba.  292. 

glis.  glitis.  dedo.  57. 


glis.  ris.  mus.  58. 

glis.   glissis.   schinmviito.   unde 

glisso.  eis  uerbum.  L  ful- 

geo.  59. 
pus.  US.  quöd  est  indeclinabile 

hoc  est  tabo  1  uirus  guwt. 

293.  56. 
theutisca  1  theutonica  ttUischa. 
stercus  mist. 

coenum  l  ümus.  döst.  294.  55. 
ceinentum  flastir.  54. 
pincerna  1  pinator  scencho.  295. 
rima  scrunta  l  nöth.  296. 
veru  «p». 
testudo  muibogo. 
stipula  t  festuca.  agana.  53. 
sulcus.  furch,  vlögerin.  498.  52. 


1780 


1785 


Im  zweiten  bände  der  comnieutarii  de  rebus  Franciae  orienta- 
lis  hatte  Eckhard  s.  981  /f  eine  reihe  glossen  ex  bibliotheca  magni 
ducis  Laurentiana  mitgeteilt,  die  hs.  der  sie  etUnommen  waren  ^  hielt 
man  für  verschollen  nachdem  Graff  bei  seiner  anwesenheit  in  Italien 
acht  tage  vergeblich  nach  ihr  geforscht  hatte,  doch  war  es  ihm  bei  die- 
ser gelegenheit  gelungen,  anderer  deutscher  glossen  habhaft  zu  werden 
welche  er  in  der  Diutisca  2j2M  ff  im  auszuge  veröffentlichte,  als  da- 
her im  verflofsemn  jähre  hr.  dr  OJänicke  nach  Florenz  reiste,  bat 
ich  ihn  beiden  hss.  noch  einmal  7iachztispüren  und  sie  mir  abzuschrei- 
ben.  es  ergab  sich  ihm  das  mir  nicht  ganz  unerwartete  resultat  dafs 
beide  Sammlungen  identisch  sind,  bei  der  eile  mit  der  Graff  arbeitete 
und  arbeiten  muste  um  trotz  seines  gebrochenen  körpers  den  von 
staunenswertem  fleifse  zeugefiden  Sprachschatz  herzustellen  darf  man 
es  ihm  nicht  zu  grofsem  vorwürfe  anrechnen  dafs  er  dies  Verhältnis 
nicht  erkannte,  denn  die  reihenfolge  in  der  Eckhard  seine  glossen 
drucken  liefs  ist  eine  abnorme,  um  die  art  und  weise  zu  zeigen  wie  er 
verfuhr  und  damit  einen  beitrag  zur  geschichte  der  deutschen  philo- 


1763  vallas?  1769  scheint  eher  eine  Verwechselung  mit  glabor,  glabra 
(grindj  zu  sein,  wozu  auch  die  beideti  folgenden  gli.  befser  passen  würden,  als 
dt^/s  an  scorsa  Gr.  6,551    zu  denken  ist      1776   /.   cledo   f  Graff"  5,124^ 


3Ü4  lUE  FLUREM1.NKR  i^LOSSKN 

logie  zu  geben ,  zugleich  aber  auch ,  um  die  auf  suchung  der  Eckkard- 
schen  glossen  in  dieser  ausgäbe  zu  erleichtem  und  zur  conirolk  der 
letzleren  lafse  ich  eine  vergleichende  tabelle  beider  folgen,  ich  bemerke 
dazu  dafs  I)  die  nicht  seltenen  nur  lateinischen  glossen  die  Eckhard 
mit  aufgenommen  hat,  mit  einigen  unten  zu  erwähnenden  ansnakmen 
fortgelafsen  worden  sind  und  so  die  notiz  Uateinischi"  in  der  tabelle  zu 
erklären  ist  und  dafs  2)  einige  ganz  wenige  deutsche  worte  in  folge 
leicht  entschuldbarer  versehen  von  Jänicke  übergangen  sind;  bei  die- 
sen steht  'fehlt\ 


Eckhard 

diese  aiixgabe 

Eckhard 

diete  ausgäbe 

1- 

-24 

1515- 

-1573 

109    201 

1359     1512 

2.') 

638 

202-213 

1541     1599 

26- 

31 

1574 

-1610 

214 

1550 

35. 

36 

1487. 

1485 

215     217 

1464-1503 

»7. 

38 

1447. 

1445 

218    296 

1519  - 1785 

39- 

-51 

1730- 

-1672 

297 

7 

52- 

-61 

1789 

-1773 

298 

65 

62- 

-64 

1 384  - 

-1379 

299 

96 

65 

1387 

300 

1015 

66- 

-69 

1405- 

-1412 

301 

195 

7(» 

64 

302 

402 

71 

1344 

303 

fehlt 

72 

14S3 

304     315 

1004     1025 

73. 

74 

1437. 

1441 

316—318 

50    52 

75 

2 

319,    320 

269.   270 

76 

130 

321     323 

290    310 

77 

1352 

324 

76 

78 

1489 

325.    326 

55.    56 

79 

1512 

327 

294 

80. 

81 

1476. 

1477 

328    331 

1039—1047 

82 

1421 

332.    333 

1036.    1038 

83 

fehlt 

334     347 

1042—1060 

81 

1290 

348 

feUt 

85 

1439 

349—426 

1062—1190 

86- 

-105 

1292 

-134S 

427 

lat. 

106 

lal 

• 

428—470 

1193     1291 

107 

1351 

471—475 

12     18 

108 

lat 

m 

476 

lal. 

DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


365 


Eckhard 
477—496 

497 

498-508 

509 

510 

511 

512 

513 

514 

515—517 

518 

519 

520—523 

524 

525 

526—528 

529 

530—540 

541 

542 

543 

544—546 

547 

548 

549 

550 

551—569 

570 

571 

572—580 

581.  582 

583—595 

596—598 

599 

600 

601 

602 

603—618 


diese  ausgase 
25—116 

lat. 
118—148 
158 
196 
185 
152 
262 
150 
154—157 

lat. 
160 
163—174 

lat. 
175 

233-237 
179 
242—295 

lat. 
297 
182 

263—266 
211 
214 
289 
254 

187—222 
300 
184 
301—319 

lat. 
322—346 
360—362 
353 
510 
352 

lat. 
355—383 


Eckhard 
619 

620—622 
623—625 
626 

627.  628 
629—632 
633-646 
647 

648—651 
652—654 
655—660 
661.  662 
663 
664 

665.  666 
667 

668.  669 
670 

671—679 
680 
681 
682 

683—693 
694 
695 

696-  766 
767 
768 
769 
770 

771—773 
774—784 
785 

786—788 
789—791 
792—801 
802—805 
806 


diese  ausgäbe 
413 

384—387 
397—399 
432 

440.  442 
391—395 
403—429 

lat. 
430—440 
451—454 
462—480 
468—471 
501 

lat. 
504.  514 
497 

502.  503 
500 

518—562 
335 
570 

lat. 
589-634 

lat. 

fehlt 
637—815 
916 
922 

lat. 
906 

843—848 
823—838 
899 

878—884 
892—896 
858—875 
907—919 
889 


36(5  DIE  FLDIIEMUNEH  GLOSSEN 


Eckhard 

diese  ausgäbe 

807 

818 

808.    800 

■  1003     1008 

810-816 

931     940 

817 

lat. 

818-831 

943—962 

832 

lat. 

833 

966 

83-1 

lat. 

Eckhard 

diese  ausgäbe 

835—859 

970     tOOO 

860 

fehU 

861 

1001 

862—865 

440    446 

866 

fehU 

867    874 

447—459 

875—889 

469    494 

Man  ersieht  hieraus  dafs  Eckhard  oder  der  von  ihm  mit  der  ab- 
Schrift  betraute  seine  arbeit  gegen  ende  dn^  hs.  dort  wo  ein  blaugemal- 
ter  inidalbuchstabe  die  aufmerksanikeit  auf  sich  lenkte,  begann  und 
eine  zeit  lang  fortführte,  dann  aber  den  schlufs  des  ganzen  vornahm 
und  denselben  von  hinten  beginnend  excerpierte.  darauf  schlug  er 
eine  anzahl  blälter  nach  rücktoärts  und  schrieb  von  dort  an  widerum 
eine  reihe  xoorte  ab;  und  dies  verfahren  widerholte  er  noch  emmaL 
dann  aber  begann  er  mit  dem  anfange  der  hs.  und  zog  die  glossen  un- 
gefähr bis  zu  dem  punkte  aus ,  wo  er  beim  zweiten  rückwärtsblättem 
angehoben  hatte,  schliefslich  brachte  er  in  einem  n<ichtrage  noch  einige 
vorher  ausgelafsene  xoorte.  man  erkennt  jedoch  deutlich  dafs  die  ab- 
Schrift  nicht  einen  regelrechten  fortgang  nahm  sondern  unter  unauf- 
hörlichem blättern  geschah :  so  kam  es  dafs  dies  und  jenes  wort  zwei- 
mal aufgeführt  wurde,  aufserdem  scheinen  endlich  eine  anzahl 
glossen  die  bei  nochmaliger  durchsieht  der  hs.  auffielen,  an  beliebigen 
stellen  der  abschrift  eingeschaltet  worden  zu  seiti. 

Die  hs.,  cod.  5  plut.  XVI  der  Laurentiana,  in  quartj  besteht  aus 
zwei  ursprünglich  sich  fremden  bestandteilen.  der  erste  {bl,  1 — 86) 
enthält  1)  fol.  l — 12*  ßedae  super  Donati  grammatiraoi  2)  fol,A2^ 
— 73  Aynierici  ars  lectoria  ad  episcopuni  Adeinarum  3)  fol.74 — 82 
Servidli  de  primis  syllabis  in  cunctis  partibus  4)  fol.  83  —  86  Pri- 
sciani  de  acceiilibus.  der  zweite  (blatt  87 — 142,  7  quatemionen  — 
das  letzte  blatt  ist  fälschlich  mit  144  bezeichnet  -  )  zwe^alt^  ge- 
schrieben ,  aus  dem  anfange  des  1 3  jhs.  birgt  unsere  glossen.  die- 
selben sind  aus  einem  altern  exemplare  abgeschrieben  und  später  nach- 
corrigiert  worden;  in  der  vorläge  hatte  das  z  die  bekannte  dem  h  ähn- 
liche gestalt ,  daher  der  abschreiber  öfters  den  letztem  buchstaben 
Schrieb,  ein  fehler,  den  der  corrector  meist  aber  nicht  immer ^  durch 
Zusatz  eines  häkchens  befserte.    die  vorläge  entstammte  Oberdeuisch- 


DIE  FLOREINTIMER  GLOSSEN  367 

laiiil,  der  ahschreiber  scheint  aber  seine  hehnat  in  Niederdeutschland 
gehabt  zu  haben,  was  mein  verfahren  anlangt  so  habe  ich  der  Über- 
sichtlichkeit und  kürze  halber  die  deutschen  worte  ctirsiv  drucken  laf- 
sen;  ebenso  alle  erst  von  mir  zugesetzten  Überschriften;  dagegen  sind 
die  schon  in  der  hs.  vorfindlichen  mit  Versalien  gegeberi.  die  rein  latei- 
nischen glL  habe  ich ,  soweit  sie  in  die  mir  vorliegende  abschrift  auf- 
genommen waren,  da  beibehalten,  wo  sie  von  Eckhard  aufgeführt  wur- 
den ;  nur  bei  der  schrift  de  Gde  catholica  habe  ich  sie  ohne  ausnähme 
widergegeben ,  da  vielleicht  die  eine  oder  andere  zur  auf  findung  der 
schrift,  zu  der  sie  gehören,  beitragen  kann,  die  zahlreicheti  abkürznn- 
gen  sind,  wo  es  mit  Sicherheit  geschehen  konnte,  aufgelöst  worden, 
punkte  innerhalb  der  worte  bezeichnen  rasureti,  die  erste  zahl  hinter 
einer  glosse  verweist  auf  die  folge  in  Graffs  ahdruck,  die  zweite^  cur- 
sive,  auf  Eckhard, 

Eine  ganz  ähnliche  Sammlung  scheint  der  Clm  19440  {Graffs 
Tg  5)  zu  enthalten,  da  ich  aber  eine  abschrift  dieser  und  anderer  zu 
einer  genaueren  Untersuchung  nötigen  hss,  zur  zeit  nicht  besitze  — 
besonders  unlrden  dabei  auch  die  Salomonischen  gl,  in  betracht  kom- 
men —  so  mufs  ich  für  jetzt  auf  weiteres  verzichten  und  begnüge 
mich  mit  angäbe  der  teile  aus  deneti  unsere  hs,  besteht,  indem  ich  zu- 
gleich venoeisungen  auf  die  wichtigeren  parallelen  aus  der  glossen- 
litteratur  beifüge, 

1  — 1002,  das  nehmte  buch  des  summarium  Heinrici,  vgl,  den 
Admonter  vocabular,  die  Lindenbrog,  glL,  die  Prager  und  Engelberger 
gll,  {zs.  3,  468  und  125),  Diutisca  3,  187,  Sumerl,  I  {vgl  Diut,  3, 
260 /f),  Diut,  3,  144,  Hoffmann,  ahd,  gll,  s.  61.  —  es  folgen  glossen 
zu  der  schrift  de  Tide  catholica  eiusque  ministris.  ich  habe  dieselbe 
nicht  ausfindig  machen  können ;  die  bekannte  des  Isidor  ist  es  nicht, 
nach  den  glossen  zu  urteilen  ist  sie  wol  eine  art  passional,  auch  die 
dann  folgetiden  5  worte  1028 —  1032  unter  der  Überschrift  glose  de 
canone  apostolorum  habe  ich  mit  ausnähme  von  examen  und  concia- 
bolo  {nicht  -a)  in  den  canones,  concilia  und  decreta  pontt  ntcA^  auf- 
zufinden vermocht,  sie  kötmen  auch  leicht  zu  einer  anderen  schrift 
gehören,  denn  jene  Überschrift  steht  auf  blatt  123^,  die  gll,  aber  erst 
auf  bl,  126^  wnri  127*.  sie  sind  jedoch  so  wenig  significant,  dafs 
ohne  einsieht  der  hs.  ihre  zurückführung  auf  ein  bestimmtes  werk  nicht 
möglich  sein  dürfte,  es  schlief  sen  sich  hieran  gll,  zu  den  werken  des 
Prudentius  von  denen  ich  1168,  1250  und  1258  trotz  aller  ange- 
wandten mühe  weder  im  Prudentius  noch  in  den\,  scholien  des  Iso  habe 


368  DIE  FLOHEiMLNEH  (.LOSSEX 

auftreiben  können,  1259 — 1264  sind  ein  eimchub  vgl.  Hoffm,  ahd. 
glL  8.5S.  woher  1265  — 1271  entnommen  sind  weifs  ick  mcht.  %u 
den  sodann  sich  anreihenden  gll,  zu  Aldhelms  werken  wolle  man  die 
SGaller  hs,  242  bei  Hatlemer  1,  278 /f  vergleichen.  %wr  angäbe  der 
stellen  habe  ich  leider  die  höchst  migenügende  ausgäbe  von  Gilee  da 
sie  die  einzige  handliche ,  welche  ich  kentie,  ist,  benutzet^  müfsen.  m 
leidet  unter  andern  an  dem  mangel  jeglicher  Zählung,  die  unregd- 
mäfsige  folge  der  glossen  in  den  rätseln  ist  nur  eine  scheinbare:  dmm 
in  den  hss.  ist  die  reihenfolge  derselben  eine  andere  als  in  Güee  aus- 
gäbe wie  man  dies  aus  den  oben  angeführten  SGaller  gll.  erkennen 
kann.  1 309 — 13 1 3  sind  vielleicht  glossen  zu  thuribulnm  1 47, 14.  — 
1360/'  könnten  zu  pepli  velamina  206, 17  gehören,  doch  ist  zu  beach- 
ten dafs  beide  auch  in  den  die  Überschrift  de  ornatu  ecciesie  tragen- 
den gll.  bei  Hattemer  1,  311  hintereinander  vorkommen.  —  1371 
mag  eine  glosse  etwa  zu  virgo  sein.  —  1372 — 1376  gehören  einem 
tractat  über  die  glieder  des  menschen,  %ool  aus  Isidor  an.  —  sii 
1377—1389  vergleiche  man  Hoffmann  5.58,  Hattemer  1, 293,  SchL 
gll.  32/f,  gll.  Jun.  D  272ff,  zu  1392—1440  Hoffm.  s.  58/;  Bait.  1, 
310,  Schi.  gll.  39,  136/f,  gll.  Jun.  D  293,  296.  aus  letztem  ergiAt 
sich  durch  die  bemerkung  s,  293  bei  Icna :  et  paulo  post  ibidem  daß 
die  glossen  irgend  einer  schrift  müfsen  entnommen  setn.  —  1441 — 
1482  s.  Schi  gll.  39,  118 ff,  Sumerl.  35/,  42,  48,  HaU.  1,  308jf, 
auch  gllJun.  D  276,  289.  —  1486/'^«.  Jun.  D  306,  1491—1505 
daselbst  s.  318.  —  1506 — 1512  gehören  demselben  glossar  wie  oben 
Idllffan.  —  1513 — 1567  siiid  verwandlschafts-  und  standet- 
Zeichnungen,  vgl.  Sum.  41,  47,  Halt.  1,  303,  gll  Jun.  D  2Q4ff,  SM. 
gll2Q.  —  es  folgt  ein  abschnitt  über  Waffen,  vgl  Sum.  35,  51,  HaiL 
1,  309,  dann  tiemamen  {Halt.  1,  290,  s.  auch  das  oben  s.  A^f  her- 
ausgegebene bl  42  der  Pariser  Virgilhs.) ,  femer  krankheitsbezeith' 
nungen.  für  das  folgende  ist  von  1618  bis  1685  die  SGaller  hi. 
242  bei  Halt.  1,  295  zu  vergleichen.  —  1686—1700  s.  Schi,  gll  39, 
312/f;  Halt.  1,  294,  gll  Jmh.P  304^—  die  daran  sich  anschUe/^en- 
den  baumnamen  finden  sich  glossiert  auch  bei  Hattemer  1 ,  289,  291, 
Sum.  45,  Schi  gll  39,  238 /f,  fol  42,  69 /f,  gll  Jun.  D  325/1  — 
1758—1762  vglSum.  47,  HU f  Gerbert,  iter  alanhang  f.82, 102. 
der  schlufs  von  1766  an  begegnet  sotist  in  dieser  aufeinanderfolge  nitJU. 
Berlin,  februar  1871. 

EUAS  STEINMEYER. 


GLOSSEN  ZU  ALDHELH 


369 


GLOSSEN  ZU  ALDHELM. 

Bekanntlieh  hat  Aldhelm  zwei  verschiedene  bUcher  de  virginitate 
verfafst,  eins  in  versen  und  das  andere  in  prosa ;  genauer  lautet  der 
titel  des  ersten  de  laudibus  virginum,  der  des  andern  de  laudibus 
virginitatis  sive  de  virginitate  sanctorum.  beide  sind  deutsch  glossiert 
wordeti  und  zwar  verteilen  sich  die  glossen^  welche  Graff  und  nach 
Am  Raumer  nicht  geschieden  haben,  so  dafs  der  poetischen  schrift 
Aid.  1.  3.  4.  5  und  die  in  der  Florentiner  sowie  der  Tegemseer  Samm- 
lung enthaltenen  gll.  angehören,  der  prosaischen  dagegen  auf^er  den 
tHm  Mone  und  dann  von  Bo%iierwedc  zs,  9,40 1/f  herausgegebenen 
ags.  gü.  Aid,  2  und  6.  von  den  letzteren  ist  Aid.  6  {ks.  der  Wtrz- 
hurger  dombibl.)  von  Dämmler  in  dieser  zs.  14,190/'  von  neuem 
herausgegeben  worden,  Aid.  2  von  Hoffmann  in  seinem  bücKUin 
Altdeutsches  aus  WolfenbtUteler  hss.  s.  XXII /l  da  daselbst  einige  gl^^- 
sen  fehlen  oder  nicht  ganz  genau  abgedruckt  sind ,  widerhole  ich  hier 
nach  eigener  collation  unter  angäbe  der  stellen  nach  Giles  ausgäbe  die 
wenigen  worte. 


5,  8.  [3*]  concrdiione    uualisa- 

mo.  [4^1 
8,22.  forficis  clufL  [6*1 
11,19.  balistabalastar.  [12'] 

23,  4.  persiiltans  uerit.  [13*] 
5  „  37.  glaucoma  starablint. 

24,  4.  scotomaticorum  gihtot  fo- 

toro. 
„  1 8.  paranymphus  truhti  go- 

mo.  [14»'] 
26,31.  cata  . .  plasma  fasca.]15*] 
28,10.  (sin&ricaruin)  trico  uui- 

darfart.  [17^] 
10  33,10.  fatescunt  niuodant. 
„  IS.plectafluctira.  [20'1 
37,25.  seuo  unslit 
38,  2.  elidera  zisbeogi.  [20**] 

1  uuahsmno  über  einer  rasur      4 
^1  i-ow  thalnnii  un  überg.  ai{l'  rasur 


38.21.  clientella  gidiginu. 

„    „    contribulibus        cunnio.  15 

[211 
40,31.  dispendiuin  zurgengiuiiL 

[22^ 
42,  4.  scotomaticos  zoranouga.       « 
„  5.  reuocando     erquicccnto. 

[24-] 
44,36.  nidoribus  stanch. 
45,11.  putamina    fidaz    uuerc.  20 

[24»»] 

46.22.  ad  thitedas  thalami  zibrut 

batin. 
„  29.  pertinaciterduruhstritigo. 

[251 
48,25.  abolisci  In  di  uuonan. 
„  32.  liciis  heiluuim.  [26*] 

in  persultans  über  der  enten  Milbe  incon 
24  viisx*ersliindnix  des  Wortes  ubclisci 


370  GLOSSEN  ZU  ALDHELM 

25  49,  5.  rodcrentur      bignagana.      51,25.  radiis  lirahun.  [28"]  30 

[26'*]  53,10.  exeniumhantcunnieuloia. 

50, 11 .  niolosi  rüden.  [27 ']  '         [29T 

51,  2.  exorbitans  auuig    gonti.     54,34.  pellexerint  bitriogant. 

orbita  stiga. 
„     9.  ad    soluiii    cernuas    enti 
framhalt. 

28  am  rande  zur  vorigen  flösse 

Die  hs.  cod.  Heimst.  365  fol  enthält  bis  hl,  43*  die  schrift  de 
laudibus  virg. ,  von  44'  an  das  concilium  Aquisgranensc.  am 
schlnfse  steht  auf  blatt  62^  abschriftlich  das  fragment  einer  «rhuuie 
mittelst  der  erzbischof  Bardo  {von  Mainz,  1031 — 1051)  dem  kloster 
SAlbani  einen  abt  namens  Egbert  giebt.  die  hs.  stammt  demnach  aw 
Mainz  und  die  glL  scheinen  ans  der  Wirzburger  hs,  abgesQhriehen  zu 
sein,  ich  möchte  aber  fast  glauben ,  dafs  auch  die  letztere  eine  ah^ 
Schrift  ist  und  dafs  sowol  starablint  als  gibot  fotoro  nicht  tirsprüng- 
lieh  zu  glaucoma  und  scutomaticoruin  gehörten  sondern  ersteres  zu 
scotom<iticoruiTi  (vgl,  ags,  gll.  zs.  d,  447'J  und  letzteres  zu  dem  un- 
mittelbar folgenden  obscurantur  oder  obturantur.  dann  wäre  die  er- 
klärung  folgende:  das  original  war  ags.,  und  die  gl,  lautete  beod  (ge) 
feotorod  (vgl,  ahd,  kafezarot  Graff'Sjlil),  beod  wurde^  da  dieparti- 
kel  ge  fehlte  oder  übergeschrieben  stmul,  fälschlich  in  das  wort  hinein- 
gezogen, es  mufs  dann  freilich  angenommen  xoerden^  dafs  der  ahfaU 
des  letzten  t  auf  einem  Schreibfehler  bertiht, 

ST. 

BISCHOPSREIHEN  VON  TÜLL   UND  TRIER 

Nomina  pontificum  Tullensis  sedis  et  ordo. 

Mansuetus.  Amon.  Alcba.  Celsinus.  Auspicius.  Vrsus.  Aper. 

Albinus.   Trisoricus.   Dulc[cius.    Premon.    Autmundus.    Cutlanus. 

Teutfridus.  Leutdinus.  Eborinus.  Ermcnteus.  Magnauldos.  Dodo. 

Girbaldus.    Godo.    Bodo,    lacob.    Borno.   Vuanimeus.  Frotharius. 

Arnauldus.    Ludelmus.   Drogo.   Gauzlinus.   Gerardus.    Stephanus. 

Ucrtoldus.  Ilerimannus.  Bruno.  Ydo.  Pibo.  Uichuuinus  (1108  — 

1 1 26). 

Dabei  steht  als  forlsetznng  in  der  zeile  folgendes  bruchsiück: 
cum  sit  iktc  dilerlicmis  proximornm  profectibns  roniritari ,  vi* 


BISCHOFSREIHEN  VON  TÜLL  UND  TRIER  371 

detur  asimili  eorum  necessitatibus  non  minus  coropaciendum  esse. 
Sunt  igitur  duo,  familiaritatis  applausus  caritatisque  feruor ,  que 
nostram  uobis  inopiam  intimare  suadent.  egemus  annona  quam  a 
uobis  mutuo  accipere  querimus,  eam  $i  deo  placuerit  in  proxima 
messe  reddituri.  — 

,  Nomina  pontificum  Treuerensis  sedis  et  ordo. 

Maternus.  Agricius  {utüeserltch).  Bonosius.  Britto.  Felicius. 
Mauritius.  Seuerus.  Cuirillus.  lamnericus.  Emericus.  Hagus.  — 
Miletus.  Modestus.  Maximianus.  Fibitius.  Abrunculus.  Rusticus. 
Nicetius.  Magnaricus.  Gundericus.  —  Sabaudus.  Modoaldus. 
Numerianus.  Bassinus.  Liuthwinus.  Milo.  Ilidulfus.  Vueomadus. 
Richbodus.  Vuizzo.  Hethti.  Tietgaudus.  Bertolfus.  Ratbodus.  Ruotke- 
rus.  Ruotpertus.  Heinricus.  Theoricus.  Ekibertus.  Liudolfus.  Megan- 
dus.  Poppo.  Ebrehardus.  Vdo.  Egilbertus.    Bruno  (1102 — 1124). 

Diese  zwei  bischofsreihen  stehen  auf  einem  dem  XII  jh.  ungehö- 
rigen pergametitblatte,  das  ich  von  dem  rückdeckel  der  incunahel  Ra- 
bani  Poenitentiale  et  flores  SBernardi  (s.  Panzer  290)  ablöste,  sie 
gehörte  ehedem  der  abtei  Altenberg,  jetzt  der  Düsseldorfer  landes- 
bibliothek,  Altejiberg  war  eine  Cisterzienserdbtei  im  kreifse  Mülheim 
am  Rhein,  sowohl  in  der  reihenfolge  als  in  den  namenformen  steht 
dieses  Verzeichnis  weit  ab  v&n  den  bisher  bekannten,  zb.  bei  Pötthast 
SuppL  verzeichneten.  A.  BIRLINGER, 

ZU  DEN  VIRGILGLOSSEN, 

1.  Brit.  Mus.  Add.  21910.  sec.  XII. 

Virg.  Aefi.  I— VIII. 
3*  uortex  wcrbo  Aen.  I,  117. 
9*  signis  beileden  I,  648. 
10"  auleis  umbehangen  I,  697. 
no»»  stix  hellifluot  VI,  439. 

60"  gallica  tela  azgcra  als  randglosse  zu  Teutonico  ritu  VII,  741. 
Die  zweite  glosse  ist  von  einer  jungem  hand  geschrieben. 

%         Kömgl.  landesbibl.  zu  Cafsel  ms.  poet.  et  Ro^n.  fol.  6. 

Servins  1 — VI  sec.  IX. 
11"  incus  anaboz  randglosse  des  ^/jjahrh.  zu  Excudit  autem  est 
fcriendo  elicit,  ((uia  cudere  est  ferire  undo  et  incus  dicitur. 
{Aen.  I,  174). 


372  ZU  DEN  VIRGILGLOSSEN 

3.  Leipziger  ratsbihb'othek  (Naumann  catal.p,  19).  Servins  <ec.  X 
3^  (Mesta  amarylli)  frutecta  spreitha 
6^  (Uaccinia  pingit)  oalda  genus  fiaerbae  i.  clea 

cidea  genus  pome  quod  teutones  dicuDt 
quodana  scue  persici 
8**  (Post  carecta  loca)  spartus  i.  lisca 
10**  Fra.  moraque  frhtbire  br.mb/r:  faus  e  corr. 
13**  (I^brusca)  uicinia  g/bxrkthb  f  aus  e  carr. 
21''  (Castaneae  hirsutae)  echinos  .i.  acutos  folliciilos  et  spinosos 
in  modum  ericii  factos.    ericius  enitn  est  animal  quod  tbe- 
disce  dicimus  kgkl  ad  cuius  pellis  simiiitudinem  echini  sunt 
facti,  .i.  folles  infra  quos  castanee  nascuntur 
28^  sanguineis  ebuli  bacis  bdphc 
44^  quod  dum  permeat  orbem  hister  duonouna 
72'*  EXPLICIT  ÜBER  QÜARTUS.   AMEN ;  OTRIRFD.    (nicb 
OTRIRI.  S.) 

SIEVERS. 

NIEDERRHETNISCHE  rRIAÄIEL. 

Vat  doicli  gelove  sonder  werck, 

Yerstentenisse  sonder  gemirck, 

Wysheit  ind  schätz  verborgen, 

Genoich  haven  ind  vil  sorgen, 
5  Eyn  ongeoiffent  goed  wille, 

Bekentenisse  sonder  minne, 

God  denen  om  loiT  ind  danck, 

Eyn  goed  leven  sonder  Yortganck, 

Vyl  hoeren  ind  weynich  verstaen, 
10  Vyl  wissen  ind  mit  sonden  om  gaen, 

Eyn  reynne  leven  sonder  oetmoedicheit, 

Beden  sonder  ynnicheit: 

üyt  es  al  verloren  arbeit 

Auf  einem  hinter  da»  erste  leere  blatt  des  cod,  Yatkan.  1427 
(cod.  Justinian,)  eingeklebten  pergamentstreifen  von  einer  hand  des 
XV  Jahrhunderts  aufgezeichnet;  nach  einer  abschrift  Martins, 

K.  M. 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART. 

I. 

lo  disir  predig^de  wisit  mester  Eckart  der  aide  den  grdzeo  natz  der  Zu- 
kunft uosis  herren :  wanforderzit  muistio  alle  lüde  zu  der  helle,  aber  nu 
I^DÜ^it  i^ode  lichtliche,  wan  mit  eime  reinen  herzin  ist  ez  gnüc. 

^Ecce  dies  veniunt'  dicit  dominus,  ^et  suscitabo 
Dayid  germen  iustum'  (Jer.  9,  25).    Dise  wort  sprichit  Jere- 
mias^nemit  war,  di  dage  kumint,  spricliit  der  herre,  und  ich  wil 
irweckin  di  gerechtin  worzeiin  Dävtdis  [und  die  frucht  sal  wiz  s!n 
und  sal  finden  orteil  und  machen  gerechtikeit  in  ertertch]'.    Salo-    ^ 
mon  sprichit  ^ein  gut  bode  von  eime  verrin  lande  ist  also  [ein] 
kalt  wazzir  einir  dorstigin  sele'.  noch  der  achte  der  sunde  so  ist  der 
mensche  verre  von  gode,  dar  umme  ist  (inie)  daz  himmilriche  alse 
[ein]  verre  fremede  lant,  und  disir  bode  Jeremlas  was  fon  deme 
himmile.     Sente  Augustinus  sprichit  fon  ime  selbir,  du  her  noch  10 
unbekdrt  was,  daz  her  sich  verre  (vant)  von  gode  in  eime  fremedin 
lande  der  unglichheit.    ez  ist  einj^mirlich  dinc  daz  ein  mensche 
von  deme  ist  6n  den  her  nicht  s^lic  gesln  inmac.    neme  man  di 
allir  schdnisten  creatüre  di  got  geschaffin  hat  üz  deme  gotUchen 
lichte  da  si  undir  st^in  —  wan  alse  verre  alse  alle  dinc  under  deme  15 
gotltchen  lichte  stein ,  alse  verre  sint  si  lustlich  und  behegelich  — 
und  w6re  ez  godis  wille  und  gestate  her  ez  daz  si  worden  genomen 
üz  deme  gotllchen  lichte  und  worden  gewlsit  einer  [der  minsten] 
s^le,  s6  enmochte  si  keine  wolust  dar  ane  gehaben,  sunder  ir  mue- 
ste  da  fare  grüwin.    noch  jdmirlicher   ist  daz  daz  ein  mensche  20 
fon  deme  ist  6n  den  her  kein  wesin  (ge)habin  inmac.    allir  jemir- 
Uchis  ist  daz  (daz)  her  fon  deme  ist  der  sin  ewige  s^Iekeit  ist,  [und 

3  sed  di  tage  sint  kommen,  spricht  god,  ich  wil  irweckent  die  frucht  ader 
den  Samen  Davides  C  5  euch  spricht  her  Salomon  daz  C  9  und  waz 
disser  bode  vom  hymmele  C  12  dem  unglichenisze  C  daz  der  C  13 
deme]  gode  C  behegelich  mag  sin  C  19  si  fehlt  OC;  da  keine  wol.  noch 
behagunge  haben  C        20  ein]  der  C        21  aber  C 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111.  25 


374  PREDIGTEN  VON  MEISTER   ECKART  I 

So  kraue  isl  worden  daz  her  von  aller  stner  eigen  kraft  nicht  Wid- 
der zu  gode  kommen  mag,  und  ouch  nit  enweiz  wo  her  widder  zu 

2'»  eme  kommen  sal.    daz  klaget  her  David  und  spricht  Mch  bin  Tcrre 
von  gode,  wan  ich  in  den  sunden  geboren  bin,  und  bin  so  kranc 
worden  daz  ich  nicht  von  miner  kraft  widder  zu  gode  kan  kommen, 
und  habe  die  ougen  vorloren,  daz  ich  nicht  enweiz  wo  ich  widder* 
zu  emc  kommen  mag^    ein  güd  man  sprach  in  hern  Jöhans  buche   ' 

3ü  'si)rirhct  ein  mensch  widder  den  andern,  da  mag  her  einen  zA 
viuden  der  emc  daz  hilfet  bezzern;  spricliet  aber  der  mensche 
widder  god,  der  ist  $6  hoch  und  so  unm^zlich  daz  men  keinen  men- 
sch<m  da  zu  vinden  kan  der  daz  gebezzern  möge ,  man  noch  der 
edelkcil  des  hern,  an  dame  me  messehelt  da  müz  stn  die  bezze- 

35  runge].  dar  umme  was  daz  ein  gut  botschaft  daz  der  prophdte  spri- 
chit^sehitdi  tage  kumint  etc,\  dik  di  altin  vedcre  bekanten  daz 
jamir  da  si  inne  wären,  dil  schrigiten  si  mit  irre  begerunge  in  den 
himmil  und  worden  in  got  gegozzin  mit  irme  geiste  und^Uisin 
in  gotlichcr  wisheit  daz  got  geboren  solde  werden  [menschltchw 

40  natüre,  der  uns  lösen  solde  von  alle  unser  j^merlichkeit].  dar  umme 
was  di  botschaft  güde  alsc  [ein]  kalt  wazzir  einer  durstigin  sAe, 
wan  daz  ist  war  daz  got  gibit  sin  himmilriche  umme  einen  kalden 
drunc  wazzers,  und  an  eime  gudin  herzin  da  mide  ist  ez  gnüe,  und 
wer  einen  guden  gedanc  opperit  in  der  <}wigin  minne  {da  got  inne 

45  mensche  ist  worden),  der  wirt  behaldin.  dar  umme  indarf  der 
mensche  nicht  forten  den  tufil  noch  di  werlint  noch  stn  eigin  fleis, 
noch  unsin  herrin  got  [endarf  he  nicht  forchten.  wan]  sente  Pio- 
lus  sprichitMer  son  ist  uns  gegebin  zu  einem  vorsprechin,  dl  ein 
wisheit  ist  sines  vaderis,  der  sal  wisliche  rede  gebin  for  alle  unse 

50  lörheit  und  missedäit\  sente  Paulus  sprichit  ouch  ^her  ist  uns 
grgebin  zu  einem   vorvecht^re,  der  for  uns  sige  rechten   sal  in 

2.)  ich  wordc  C  30  da  god  mag  (7  31  binden  C  der]  da  C 
hrichetC*  33  binden  C  34  daTsC  35  sprach  C  30  sint  kommen  spri- 
chct  {;od  duz  god  goburnwolde  werden  von  dem  sameDavides  .  daz  istdafsgo^iel- 
ber  gcspruchoii  halt  dals  ist  ein  grofs  ding  .  mogelicher  ist  dafs  sich  diehnmmel 
und  erden  wandel  dan  die  wort  unsers  herrn  gewandelt  werden  C  altvettar 
C  37  inne]  an  C  38  daz  hummelrich  C  gezogen  C  89  walde  C 
42  (»ucli  ist  daz  war,  wer  ein  trunck  kaldez  wafsers  gibet  sinem  ebencrüten  im 
der  ewigen  liebe  da  god  mensch  inne  worden  ist;  dem  werden  alle  sin  rande 
vorgeben,  und  ich  meine  ez  auch  uff  min  sele  ^er  C  48  daz  uns  der  aoae 
geben  ist  C  A\)  des  C  50  anderswo  spricht  die  schriflft  daz  her  nni  ift 
C  hl  sigej  feie  C 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  I  375 

aUir  unsir  nöit*.  wir  sullen  beiden,  der  himmillische  vadir  raüz 
unse  gebeit  inphdin  odir  nicht,  wolde  der  vadir  gegin  uns  vechtin, 
her  informochtis  nicht,  wan  di  selbe  gewalt  und  wisheit  dl  der 
vadir  häit ,  dt  häit  [ouch]  der  son  glich  mit  ime ,  der  uns  genzlich  55 
gegebin  ist  zu  eime  forvecht^re  und  häit  uns  s6  düre  irarnit  daz  her 
uns  nicht  vorläzin  inwil,  und  der  vadir  inmac  ime  nicht  forsagin, 
wan  her  stn  wisheit  ist.  her  (in)mac  ouch  nicht  gegin  ime  gevech- 
tin,  wan  her  stn  kraft  ist.  dar  umme  indarf  der  mensche  nicht 
forten  (got) ,  her  inmuge  mit  allin  stnen  sachen  künliche  zu  gode  60 
gän. 

Du  der  mensche  üz  dem  paradise  gestozin  wart ,  du  forsazte 
got  drtgerleige  hüde  [vor  das  paradtse].  daz  eine  was  englicher  nä- 
türe,  daz  andere  ein  füric  swert,  daz  dritte  (ist)  daz  ez  zu  bei- 
den enden  sneit.  englicher  nätüre  bezeichiut  [also  vele  als]  lütir-  65 
keit.  [des  enhäit  der  mensch  nicht],  du  godis  son  quam  üf  (daz) 
ertrlche,  der  ein  (lütir)  splgil  was  äne  allin  fleckin  [und  ein  antlitz 
und  ein  bilde  des  hummelischen  vatters,  an  dem  men  genzitchen 
godes  willen  bekennen  mag],  der  brach  di  Ersten  hüden  üf  und 
brlk^hte  (di)  unschult  und  lütirkeit  in  mensliche[rj  nätüre  üf  (daz)  70 
ertrtche. 

Daz  fürige  swert  bezeichint  di  gotlichen  fürigin  minne ,  ön 
dt  der  mensche  nicht  (in)mac  zu  [dem]  himmilrtche  komin.    dl 
brächte  Christus  mit  ume  und  brach  di  anderin  hüde,  wan  her  hatte 
mit  der  seibin  minne  den  menschen  IIb  6r  dan  her  in  geschüf.  Jere-  75 
mtas  sprichit  ^mit  ^wigir  minne  häit  dich  got  geminuet'. 

Di  dritte  hüde  was  daz  sntdinde  swert ,  daz  was  menslich  ja- 

52  wir  sullen — gewalt]  wisset  er  wie  der  mensch  etteswanne  gedeocket 
ODd  biden  sal  her  sich  .......  wen  her  bidden  wil  mit  alle  sinen  suoden  und 

gebrechen  legen  in  die  wunden  unsers  hern  Jesu  Cristi  und  sal  sich  unwerdig 
doncken  und  sal  sich  beveln  der  wirdigen  martir  unsers  hern  Jesu  Cristi  und 
sal  sich  oppern  dem  hummelschen  vatter  und  sime  heiligen  son.  antwer  der 
hommelsche  vatter  der  mufs  sie  beide  lup  han  ader  nicht,  wuldc  der  vatter 
legen  und  enlengen  her  envormocht  nicht  wol  derselbe  gewalt  C  5S  kegen 
en  nicht  vechten  C  62  sante  C.  63  daz  ein  wasz  ein  engelischer  huder  C 
64  bornig  C  67  spigel  ist  ein  blecken  C  71  Salomon  sprichit  von  christo 
her  ist  ein  lutir  spigil  ane  fleckin /%^  hier  0  ein^  fehlt  in  C  72  bornige 
C  liebe  C  73  kümin  0  76  do  godes  sone  quam  da  bracht  her  die 
andern  hud  ouch  uff  den  der  mensch  geliebet  hatt  mit  ewiger  liebe  e  her  ie 
geschaffen  wart,  die  godlichen  liebe  bracht  her  mit  sich  uff  dit  erterich  C;  — 
geschüf  vn  i^  claritate  perpetua  dilexi  te  J^em  0 

25* 


376  PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  I 

inirkeit.  di  nam  unsir  lierre  üf  sich  an  deme  hohisten ,  alse  Chris- 
tus spriciiit  vere  languores  etc.  'werllche  her  sal  tragin  unse  sMie. 
80  dor  umiiic  ist  her  kuinen  üf  daz  ertliche  daz  her  des  menschen 
sunde  üf  sich  genomen  häit,  daz  her  si  fortiligite  und  den  menschen 
behilde.  abir  du  ist  daz  hinimilriche  uflln  un  allirleige  hüde.  dar 
umnie  mac  der  mensche  künliche  zu  gode  geiii. 

[Ein  wort  sollen  wir  noch  merken]  daz  her  (euch)  sprichit  'ich 
85  wil  irweckin  den  säniin  Davidis"*  (oder  die  frucht).  [daz  mag  men 
prüfen  daz]  der  engil  rürte  in  einer  stunde  des  dagis  daz  waizir. 
du  von  (so)  gewan  ez  so  gröze  kraft  daz  ez  di  lüde  gesunt  machite 
von  allirleige  süchide.  vil  grozir  ist  daz  daz  godis  son  rürte  mens- 
liche natiire  in  unsir  vrowin  Übe.  da  fon  ist  al  mensliche  uAtüre 
90  selic  wordin.  noch  gr6zir  sclekeit  ist  daz  daz  got  mit  (siner) 
eigenen  natüre  rürte  daz  wazzir  in  (deme)  Jordäne  d6  her  gedauft 
wart,  da  niede  hi^it  her  kraft  gegebin  allin  wazzirin,  (alse)  ivan  der 
mensche  getauft  wirt,  daz  her  gereinegit  wirt  fon  allin  sinen  sunden 
und  wirt  ein  kinl  [unsers  hern]  godis.  di  allir  grüiste  säekeit  (ist 
95  daz)  daz  got  geborin  und  geoffinbarit  wirt  in  der  s^le  an  einer  geist- 
lichen einnunge.  da  fon  wirdit  der  mensche  seliger  dan  der  11p 
unsis  hcrrin  Jesu  Christi  one  sine  sele  und  one  sine  gotheit,  wan 
ein  iclich  beilege  seie  ist  cdelir  wan  der  totliche  lip  unsis  iierrin 
Jesu  Christi  [was]. 

100  Di  innewendige  geburt  godis  an  der  sele  ist  ein  foliinbrengnnge 

allir  ire  s^likeit,  und  di  s^likeit  frumit  ir  me  dan  daz  unsir  hem 
mensche  wart  in  unsir  frowin  sente  Merien  libe  und  dan  cUiz  her 
daz  wazzer  rürte.  waz  gut  ie  geworchte  oder  geteit  durch  den 
menschin,  daz  inhultin  nicht  alse  umme  eine  honen,  her  inworde 

105  forenit  mit  gode  an  einer  geistlichin  foreinunge,  da  got  geborin  wir- 
dit in  der  sele  und  di  sele  geborin  wirdil  in  gode ,  und  hir  umme 
hait  got  alle  sine  werc  geworcht.  daz  uns  daz  gesellt,  des  helfe  uns 
got.   amen. 


80  alse  die  schriirt  sprichet  von  eme  daz  her  dorumb  kommen  iit  oih  «rte- 
rieh  C  81  fortilige  —  bohaldc  C  82  abir]  und  C  85  si^min]  fnickt 
86rartc  hinter  wazzir  C  87  daz  wazzer  C  89  mensL  gesiecht  natare 
solche  C  90  ist  der  selekeit  C  95  der  liplichen  C  96  die  sele  heill- 
Ser  C  97  gothcit —  sele  C  98  ein  selich  s.  C  103  waz  —  Amen]  alle 
die  dinf;e  rnmochte  er  nicht  gefrommeo  sie  cnwnrdc  vereinet  mit  ^ode.  dah 
alle  dinge  an  unl's  gesehen  dez  hrllF  uch  und  mir  der  vatter  der  son  etc.  anea  C 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II  377 

II. 

lo  disir  predigade  bewisit  nieister  Eckart  der  aide  mit  reden  und  mit 
glichnissen  daz  got  geboren  wirt  in  der  s^le  und  di  sele  in  got  geborin  wirt. 

In  illo  tempore  missus  est  angelus  Gabriel  a  deo. 
'aue  gratia  plena,  dominus  teciim'  (Luc.  1,26).  Disewortbe- 
schrtbit  sente  Lucas  'in  der  zit  wartgesant  ein  engU  Gabriel  von  gode\ 
in  wilchir  zit?  in  den  seis  mänden  da  Johannes  Baptista  was  in  siner 
müdirllbe.  der  mich frägite' war  umme  beiden  wir,  war  ummevasten  5 
wir,  war  umme  tun  wir  alJe  unso  werc,  war  umrae  sin  wir  getouft, 
war  umme  ist  got  mensche  worden,  daz  diz  hoiste  was*:  ich  spreche: 
dar  umme  daz  got  geborin  werde  in  der  sele  und  di  sele  in  got  ge- 
borin werde,  dar  umme  ist  alle  di  schrift  geschriben ,  dar  umme 
häit  got  di  werlint  geschaffm  und  alle  englische  nätüre,  daz  got  ge-  lo 
borin  werde  in  der  s^le  und  di  sele  in  got  geborin  werde,  allis  kor- 
nes  nätüre  meinet  weize  und  al  metal  meinet  golt  und  alle  geberunge 
meinet  menschen,  dar  umme  sprach  ein  meister  '  so  invindit  man 
kein  dier,  iz  inhabe  etwaz  glichiz  dem  menschin',  in  der  ztt  in  der 
Aä  diz  wort  zu  dem  erstin  inphangin  wirt  in  minir  fomuft,  da  ist  15 
ez  8ö  lötir  und  s6  kleinlich,  da  ist  ez  ein  wäir  wort,  er  ez  gebildit 
wirdit  in  mime  gedanke.  zu  dem  drittin  wirdit  ez  gesprochin  i\z- 
wendic  mit  deme  munde,  und  also  inist  ez  nicht  dan  ein  oflinbä- 
runge  des  innerin  wortis.  also  wirdit  daz  ^wige  wort  gesprochin 
innewendic  in  deme  herzin  der  sele,  in  deme  innirsten,  in  deme  20 
lütirsten,  in  deme  heubite  der  s^le,  daz  ist  in  vornuftikeit:  da  ge- 
schihit  di  gebort  inne.  der  nicht  dan  einen  ganzin  wön  und  eine 
hoifenunge  hi  zu  bette,  der  mochte  gerne  wizzin  wi  dise  gebort  ge- 
schihit  und  waz  hi  z\\  hilfit.  sente  Paulus  sprichit  'in  der  fuUide  der 
zit  sante  got  sinen  son\  sente  Augustinus  sprichit  waz  da  si  fullide  25 
der  zit.  'dA  numm^  zit  inist,  da  ist  fuüide  der  zit\  dan  ist  der  tac 
fol  alse  des  tages  numme  inist.  daz  ist  ein  nötwArheit:  alle  zit  müiz 
du  abe  sin  da  sich  dise  gebort  hebit,  wan  nicht  inist  daz  dise  gebort 
alsd  s^re  hindere  alse  zit  und  cr^atüre.  daz  ist  ein  gewis  wärheit, 
daz  zit  got  noch  di  sele  fon  nätüre  nicht  berüren  iumac.  mochte  30 
di  sÜe  fon  zit  bel'ürt  werdin,  si  inwere  nicht  sele,  und  mochte  got 
von  zit  berürt  werdin ,  he  inwere  nicht  got.  were  abir  daz  di  zit 
di  s^le  berüren  mochte,  sü  inmochte  got  numniir  in  ir  geborin  wer- 
din. Aä  got  geboren  sal  werdin  in  der  s^le,  da  müiz  alle  zit  abe  ge- 

14  der]  deme 


378  PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II 

35  valiin  sin ,  oder  si  niüiz  der  zit  inlphalliu  sin  mit  willin  oder  mit 
bejjerunge. 

Ein  andir  sin  fon  fuUide  der  zit:  der  di  kunst  hette  und  di 
macht  daz  he  di  zit  und  alliz  daz  in  der  ztt  in  seis  tüsint  järin  ie 
geschach  und  daz  noch  geschehin  sai  biz  an  daz  ende  herwidir  ge- 

40  Zilien  künde  in  ein  geginwertic  nü,  daz  were  fullide  der  zit  daz  ist 
daz  nü  der  ewekeit ,  da  di  s^le  in  gode  alle  dinc  nüwe  und  frisch 
und  geginwertic  bekennit,  und  in  der  lust  alse  di  ich  tzunt  gegin- 
wertic habe,  ich  lais  in  einem  büchiline,  der  ez  (er)gronde(n) 
konde,  daz  got  di  werlint  izunt  machit  alse  an  deme  Ersten  tage 

45  dii  her  di  werlint  geschüf.  hi  ist  got  riebe,  und  daz  ist  godis  rldie. 
di  sele  in  der  got  sal  geborin  werden ,  der  müiz  di  zit  intphaOin, 
und  si  müiz  der  zit  intphallin  und  sal  sich  üftragin  und  sal  si^in 
in  eime  inkaffine  in  disin  richtüm  godis.  da  ist  wtde  öne  wtde  und 
breide  6ne  breide.    da  bekennit  di  s^le  alle  dhic  und  bekennit  si  da 

50  follinkumen.  di  meistere  di  da  beschriben  w!  wit  der  himmil  st: 
di  niinniste  kraft  di  in  miner  sele  ist,  di  ist  widir  dan  der  wide  him- 
mil. ich  gesw  ige  der  fornuftikeit :  di  ist  wit  6ne  wide.  in  deme 
heubite  der  s^le,  in  fornuftikeit,  in  der  bin  ich  also  nähe  der  stait 
ubir  tüsint  mile  geinsit  meris  alse  der  stait  da  ich  izunt  inne  st^in. 

55  in  dirre  wide  und  in  disme  richtüme  godis  da  bekennit  di  s^le,  aidi 
inphellit  ii*  nicht  und  da  ist  si  nlchtis  wartinde. 

^Der  engil  wart  gesanf .  di  meistere  sprechin  daz  der  engile 
menige  ist  zal  pobin  zal.  ir  menige  ist  s6  gröz  daz  si  kein  zal  be- 
grifen  inniac;  ir  zal  iiimac  joch  nicht  bedöcht  werdin.    der  nndir- 

60  scheit  konde  genemen  one  zal  und  öne  menige ,  deme  wdrin  hun- 
derit  alse  ein.  wenn  huiiderit  persönen  in  der  gotheit,  dt  undir- 
scheit  konde  genemen  öne  zal  und  öne  menige,  der  inbekente  doch 
nicht  dan  ein.  ez  wonderin  sich  ungeleubege  lüde  und  etliche  un- 
gelärte  cristine  lüde,  und  joch  etliche  phafün  wizzin  Ak  fon  abe 

6^  wenic  alse  ein  stein ,  d^  nemen  dri  alse  dri  küwe  oder  dri  steine 
abir  der  undirscheit  kan  genemen  in  gode  öne  zal  und  öne  menige, 
der  bekennit  daz  dri  persönen  sin  ein  got. 

Der  engil  ist  ouch  so  hoch.,  di  beisten  meistere  spreebin  daz 
iclich  engil  habe  eine  ganze  nätüre.    glichirwis  alse  ob  ein  mensche 

70  were  daz  alliz  daz  hette  daz  alle  menschin  ie  geliattin  und  nü  bahin 
und  unimir  me  gehabin  sullin  an  gewalt,  v\tsheit  und  an  allin dmgin, 

63  irnderio         etlichte 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II  379 

daz  w^re  ein  wonder,  und  so  inwere  he  doch  nicht  dan  ein  mensche 
und  were  dannoch  verre  den  engiiin.  also  häit  tgelich  engil  eine 
ganze  nätüre  und  ist  gesunderit  von  denie  anderin  alse  ein  dier  fon 
dem  anderen  daz  einir  anderen  näture  ist.  an  dirre  menige  der  75 
engile  ist  got  riche,  und  der  daz  bekennit,  der  bekennit  godis  riche. 
si  bewisit  got  riche  alse  e*n  herre  bewisit  wirdit  fon  der  menige 
sinir  rittere.  dar  umme  heizit  he  in  uns  ein  herre  der  here.  alle 
dise  menige  der  engile,  wi  hoch  si  sint,  di  habin  ein  midewirkin 
und  helfin  da  zu,  da  got  geborin  wirdit  in  der  sele,  daz  ist  si  habin  80 
lust  und  freude  und  wonne  in  der  gehurt,  si  inwirkin  nicht,  da  inist 
kein  werc ,  wan  got  der  wirkit  di  gehurt  allein^ ,  mer  di  engile  ha- 
bin ein  dinisthaft  werc  hi  zu.  alliz  daz  da  zu  wü*kit  daz  ist  ein  di- 
nisthaft  werc. 

'Der  engil  was  genant  Gabrier.    he  teit  euch  swaz  he  hiz.    he  85 
hlz  alse  w^nic  Gabriel  alse  Cunrät.    niman  inkan  wizzin  des  engi- 
lis  namen.   Aä  der  engil  genant  ist,  da  inquam  nf  meister  noch  sin 
t  zu.   vil  lichte  ist  he  nennclich.    di  sele  inhäit  ouch  keinen  namen. 
alse  wenic  alse  man  gode  eigenen  namen  vindin  mac,  also  wenic 
mac  man  der  sele  eiginen  namen  vindin,  allcine  da  gr6ze  buche  90 
fon  geschriben  sin.    abir  da  si  ein  üzlügin  häit  zu  den  werkin,  da 
föne  gibit  man  ir  namen.  ein  zimmirman,  daz  enist  sin  name  nicht, 
mer  den  namen  nimet  her  fon  dem  werke  des  he  ein  meistir  ist. 
den  namen  Gabriel  den  nam  he  von  dem  werke  des  he  ein  bode 
was,  wan  Gabriel  sprichit  kraft,  in  dirre  geburt  wirkit  got  krcftliche  95 
oder  wirkit  kraft,    waz  meinit  alle  di  kraft  der  nätüre?  daz  si  sich 
selbir  wirkin  wil.    waz  meinit  alle  di  näture  di  da  wirkit  geberin  ? 
daz  si  sich  seibir  wirkin  wil.    di  nätüre  mines  vader  wolde  wirkin 
in  stnir  nätüre  einen  vadir.    du  des  nicht  gesin  mochte,  du  wolde 
si  ein  wirkin  daz  ime  allis  dingis  glich  w^re.    du  der  kraft  gebrach,  100 
id  worchte  si  ein  so  si  glichiste  mochte,  daz  was  ein  son.    da  abir 
der  kraft  noch  m^  gebrichit  oder  ein  andir  ungevelle  geschihit,  du 
wirkit  si  noch  eime  unglfcheren  menschen,    abir  in  gode  ist  volle 
kraft,  dar  umme  wirkit  her  sin  glich  in  siner  geburt.   alliz  daz  got 
ist  an  gewalt  und  an  wärheit  und  an  wisheit,  daz  gebirit  he  alzu-  105 
male  in  di  sele.  sente  Augustinus  sprichit  Svaz  di  scie  minnit,  deme 
wirdit  si  glich\   minnet  si  irdische  dinc,  so  wirdit  si  irdisch,  minnit 
si  got,  80  mochte  man  frägin  Svirdit  si  dan  got?'  spreche  ich  daz, 

85  he  tcit  ouch  swaz  hc  toit  ouch  swaz  he  hiz  alse  w.  usiv.  99 

gescin         102  gesihit 


380  PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II 

daz  Jiidite  ungelouplich  den  di  zu  kraukin  sin  habin  und  ez  nicht 

110  forncmcn;  mer  sente  Augustinus  sprichit  ^ich  inspreche  ez  nicht, 
mer  idi  wise  üch  an  di  schrift,  di  da  sprichit:  ich  habe  gesprocfain 
daz  ir  gode  sit\  der  etwaz  hette  des  rtchtümes  da  ich  fore  fon  ge- 
sproclun  habe ,  einen  blic  oder  joch  eine  hulfenunge  oder  eine  zü- 
forsieht ,  der  rorn^me  dit  wol.    ez  inwart  nie  gebort  86  sippe  noch 

115  so  glich  noch  so  ein  alse  di  sele  gode  wirdit  in  dirre  geburt.  ist  ez 
daz  ez  an  ichte  gehinderit  wirdit,  daz  si  nicht  allis  dingis  glich  in- 
wirdit,  daz  inist  godis  schult  nicht,  alse  verre  alse  ir  gehrechin 
intphaliin ,  alse  verre  wirkit  he  si  ime  glich,  daz  der  zimmerman 
nicht  ein  schöne  hüs  gewirkin  inkan  uze  wormechtime  hulze,  daz 

]20  inist  sin  schult  nicht,  ez  gebrichit  an  deme  huhse.  also  ist  ez  an 
gotUchime  wirkine  in  di  sele.  mochte  sicli  der  minniste  engil  irbil- 
din  oder  geborin  werdin  in  der  s^le,  da  ingegin  inwere  alle  dise 

werlint  nicht, wan  in  eime  enigin  funkeline  des  engilis  grünet, 

loubit  und  luchtit  iilliz  daz  in  der  werlinde  ist  —  mör  dise  gebort 

125  wirkit  got  selbir.  der  engil  inmac  da  kein  werc  gewirkin  wan  ein 
dinistaft  werc. 

'Ave\  daz  ist  'öne  we'.  wer  da  ist  one  creatüre,  der  ist  dne 
we  und  öne  lielle,  und  di  allir  niinnes(t)  creatüre  ist  und  hftit,  dt 
häit  allinninnist  wc.  ich  spreche  ettiswanne  ein  wort  'di  der  werlint 

130  allirniinnist  hait,  der  häit  ir  allinneist*.  nimannis  ist  di  werlint  alsd 
eigin  also  der  alle  di  werlint  geläzin  häit.  wizzit  ir  wo  föne  got  got 
ist?  da  fon  ist  got  got  daz  he  öne  creatüre  ist.  he  innante  sich 
nicht  in  der  zit.  in  der  zit  ist  creatüre  und  tot.  dise  habin  ein  sip- 
pesln  in  eime  sinne,  und  wan  di  s61e  da  der  zit  intphaliin  ist,  dar 

135  umme  inist  da  noch  we  noch  pine,  joch  ungemach  wirdit  ir  d&  ein 
freude.  alliz  daz  ie  bedächt  mochte  werdin  fon  lust,  fon  freude  und 
fon  wonne  und  fon  minlichkeit ,  hebit  man  di  gegin  der  wonne  di 
da  ist  in  dirre  gehurt,  daz  inist  nicht  freude. 

'Gnaden  vof.    daz  minniste  werc  der  gnädin  ist  höhir  dan  alle 

140  engUe  in  der  nätnre.  sente  Augustinus  sprichit  daz  ein  gnädinwerc 
daz  got  wirkit,  alse  daz  her  einen  sundere  bek^rit  und  zu  eime  gü- 
din  menschin  machit ,  daz  ist  grözir  dan  daz  got  eine  nüwe  werlint 
gesciiüfe.  also  licht  ist  gode  himmil  und  erde  umme  zu  k^rine 
alse  mir  ist  ein  aphil  umme  zu  kerne  in  minir  hant.    da  gnMe 

145  inne  ist  in  der  sele,  daz  ist  so  lütir  und  ist  gode  sü  glich  und 

119  worichcchtimc 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  IL  III  381 

so  Sippe,  und  gnäde  ist  one  werc,  alse  in  der  geburt  da  ich  fore 
voll  gesprochin  habe  kein  werc  inist.  gnäde  inwirkit  kein 
werc.  sente  Johannes  ingeteit  nl  kein  zeichin.  daz  werc  daz 
der  engl]  in  gode  häit,  daz  ist  so  hoch  daz  ni  kein  meistir  noch 
sin  dar  zu  mochte  kumen,  daz][si  daz  werc  begrifin  mochten,  abir  150 
von  dem  werke  veUit  ein  spön,  alse  da  ein  spön  abevellit  von 
eime  hüis,  den  man  abehauwit.  ein  bUchin  daz  ist  da  da  der  engil 
mit  slme  nidersten  den  himmil  berurit.  da  fon  grdnit  und  blüwit 
und  lebit  aliiz  daz  in  dirre  werlinde  ist.  ich  spreche  ettiswanne  von 
zwein  burnen  —  alleine  ez  wonderllche  lüde,  wir  müzin  sprechin  155 
noch  unsime  sinne  — ,  ein  burne  da  di  gnade  üz  inspringit,  da  der 
vader  üz  gebirit  stnen  eingeborin  son:  in  deme  seibin  inspringit  di 
gnäde  und  aldä  geit  di  gnäde  üz  .deme  seibin  burnen.  ein  andir 
burne  ist  da  di  cr^atüre  üz  gode  vlizin ,  der  ist  s6  verre  von  deme 
burnen  da  di  gnade  üz  intspringit  alse  der  himmil  ist  von  der  erdin.  160 
gnäde  inwirkit  nicht.  Ak  diz  füir  ist  in  stnir  nätüre ,  da  inschaditiz 
noch  inburnit  nicht;  di  hitze  des  füres  dl  burnit,  joch  da  di  hitze 
ist  in  der  nätüre  des  füris,  da  inburnit  si  nicht  und  ist  unschedelich, 
joch  Aä  di  hitze  ist  in  deme  füre,  da  ist  si  der  rechtin  nätüre  des 
füris  also  verre  alse  der  himmil  ist  von  der  erdin.  gnäde  inwirkit  165 
kein  werc.  si  ist  zu  zart  da  zu.  werc  ist  ir  also  verre  alse  der  him- 
mil ist  von  der  erdin.  ein  insin  und  ein  anehaftin  und  ein  mit  gode 
daz  ist  gnäde  und  da  ist  got  mide,  wan  daz  volgit  dar  noch. 

'Got  mit  dir .  da  geschihit  di  geburt.  ez  indarf  nimannen 
unmogelich  dunkin  hl  zu  zu  kumene.  waz  schadit  mir  daz,  wi  170 
sw^re  ez  ist,  sint  he  ez  wirkit?  alle  sine  gebot  sint  mir  licht  zu 
hildine.  he  heize  mich  joch  alliz  daz  he  wolle,  des  inachte  ich 
nichtisnicht,  daz  ist  mir  alliz  kleine,  ob  he  mir  sine  gnäde  da  zu  gi- 
bit.  ez  sprechin  etliche,  si  inhaben  es  nicht,  so  spreche  ich :  daz  ist 
mir  leit.  begeris  du  ez  abir?  'nein\  daz  ist  mir  noch  leidir.  enmac  175 
man  es  nicht  gehabin ,  s6  habe  man  doch  eine  begerunge  dar  zu. 
Dävtd  sprichit  'ich  habe  begerit  einir  begerunge  zu  dinir  gerechti- 
keif,  daz  wir  godis  also  begeren  daz  her  in  uns  geborin  werdin 
wolle,  des  helf  uns  etc. 

m. 

Hl  l^rit  meister  Eckart  der  aide,  in  wiliche  sele  der  oame  JSsas  ge- 
sprochin sal  werdin,  daz  müz  geschehen  an  dem  achtin  tage. 

Post  dies  octo  vocatum  est  nomen  eius  Jesus  (lue. 


382         PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  lU.  IV 

2,  21).  'An  deine  achtln  tage  wart  ime  der  name  J^sus*.  den  namen 
J^sus  ins])richit  niman,  der  heilege  geist  inwirkez  dan.  ein  heiligor 
meister  sprichit  'in  wilchir  söIe  der  name  Jesus  gesprochin  salwordin, 
5  daz  miiz  geschehin  an  deme  achtin  tage^  der  ^rste  tacistdazheslnen 
willen  gebe  in  godis  willen ,  und  denie  lebe,  der  andere  tac  ist  ein 
begliminde  begltniunge  gotlichis  furis.  de